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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Papi stirbt



Coralee
05.12.2006, 19:10
Mein Vater ist schon viele Jahre lungenkrank. COPD, Emphysem, dazu Osteoporose mit Brüchen, die wegen der Osteo nicht mehr zusammenwachsen, ein inoparabeler Nabelbruch und jeder Menge Nebenwirkungen der vielen Medikamente die er nehmen muß.

In den letzten Monaten hat sich sein Zustand massiv verschlechtert, er hat Pflegestufe II und konnte bis vor drei, vier Wochen schon nur noch ein paar Schritte gehen (für das "große Geschäft" zur Toilette).

Meine Mutti hat im Sommer ihren Job aufgegeben um nur noch für ihn da zu sein.

Meine Schwester und ich kümmern uns auch so gut es geht und versuchen beide zu unterstützen.

Nun kam er vor knapp vier Wochen wegen akutem Nierenversagen wieder in die Klinik (zum 11.Mal in den letzten 5 Jahren).

Es geht im immer schlechter. Die Niereninsuffiziens ist im Wohl im Griff, aber die COPD ist nun im Endstadium. Er leidet und ist inzwischen komplett immobil. Er bekommt so gut wie keine Luft mehr und täglich inzwischen 2-3 Spritzen Cortison (?) wegen akuter Erstickungsanfälle. Seit heute trägt er Pampers weil er es nicht mehr auf den Toilettenstuhl schafft.

Die Ärzte haben uns nun gesagt, daß sie nichts mehr für ihn tun können und das er bald stirbt. Es kann noch zwei Stunden dauern, aber auch noch zwei Tage, zwei Wochen...keiner weiß es.

Meine Ma ist täglich viele Stunden bei ihm. Ich bin jeden Tag nach der Arbeit da und am Wochenende lange. Meine Schwester so wie es Job und Familie erlauben.

Papi ist noch "klar im Kopf" und quält sich unendlich. Er möchte auch nicht mehr leben. Er ist gerade 65. Wenn ich ihn frage, ob ich etwas für ihn tun kann, macht er die "Pistole am Kopf"-Geste, meint: bitte erschieß mich.

Ich gebe mich stark, versuche ihn aufzumuntern, erzähle und rede mit ihm oder halte einfach stundenlang seine Hand und er meine und wir streicheln uns die Hände.

Sprechen kann er kaum noch. Ihm fehlt die Luft. Er trinkt nur nach Aufforderung, ißt so gut wie gar nicht mehr. Nur noch flüssigen Kram (Joghurts, vielleicht einen halben Becher am Tag).

Meine Mutter ist verständlicherweise komplett mit den Nerven runter und weint nur noch. Weniger wenn sie bei ihm ist, dort gibt sie sich auch stark und optimistisch. Aber auch sie kann das Leiden nicht ertragen.

Wenn das Telefon klingelt, erstarre ich. Ich erwarte DEN Anruf.

Ich hoffe für ihn, daß es bald vorbei ist und er in Ruhe und ohne Qual sterben darf und fühle mich dafür schuldig.

Bitte sprecht mit mir darüber, auch wenn der Text vielleicht ein bißchen wirr rüber kommt.

Ich hab meinen Papi unendlich lieb.

Inaktiver User
05.12.2006, 19:25
Liebe Coralee,

es tut mir unendlich leid, dass dein Vater so schwer krank ist und leiden muss.
Ich kann deinen Wunsch, dass er bald in Ruhe und ohne Qualen einschlaeft, verstehen. Niemand moechte, dass sich die Eltern etc. quaelen und leiden muessen. Ich denke nicht, dass du dich deswegen schuldig fuehlen musst.
Ihr alle, deine Mutter, deine Schwester und du, ihr tut was ihr koennt. Ich begleitet ihn, seid bei ihm und zeigt ihm, wie viel er euch bedeutet und wie sehr ihr in liebt, z. B. dadurch, dass du ihm einfach die Hand haeltst und sie streichelst.
Meiner Meinung nach kann man in so einer Situation als Familie nur eines tun: zusammenhalten, sich gegenseitig Kraft und Trost geben.

Ich weiss nicht mehr genau, von wem dieser Satz stammt, ich glaube Erich Kaestner:

Wir koennen lachen und weinen
und zuweilen weinen wir,
als koennten wir nie wieder lachen.
Oder wir lachen so herzlich,
als haetten wir nie zuvor geweint.

Tryphena

Inaktiver User
05.12.2006, 19:31
Liebe Coralee -
wie traurig Du sein mußt und wie tapfer Du bist.
Versäum jetzt nichts, damit du hinterher nicht darüber weinen mußt.
Ich habe in den schrecklichsten Stunden sehr viel geweint und mich bei meinem Mann dafür entschuldigt mit den Worten, daß
ich so etwas nicht üben konnte und ich jetzt nicht anders kann.
Da hat mein Mann wirklich noch mal gegrinst und gesagt:
ich doch auch nicht.
Ich will Dir nur sagen, Du mußt nicht unmenschlich tapfer sein.
Und scheiß auf den Joghurt oder Flüssigkeit, wenn Dein Papa nicht mehr will. Er bestimmt.
Laß ihn und bleib so nah dabei, wie Du kannst. Dieser Moment wird nie wiederkommen. Du hast nur diese eine Möglichkeit. Hinterher bist Du wieder dran.
Alles, alles Liebe für Dich

Coralee
05.12.2006, 19:32
Ich habe große Angst, das niemand bei ihm ist, wenn er stirbt. Genauso groß ist die Angst ihn sterben zu sehen. Ich weiß nicht was ich tun soll.

arenaysol
05.12.2006, 19:33
Liebe Coralee,
es tut mir sehr leid, was du und deine Familie und vor allem dein Vater gerade durchmachen müsst. Es ist so schlimm, wenn jemand da liegt und man nichts mehr tun kann, damit er gesund wird. Man kann einfach nur da sein für ihn. Das ist das Allerwichtigste. Da bedarf es nicht vieler Worte.

Du darfst dich nicht schuldig fühlen. Dein Gedanke und der Wunsch, dass er möglichst bald erlöst wird, ist gut und richtig für deinen Vater. Er selbst will nicht mehr, will die Qualen nicht mehr ertragen. Er kann sicher auch nicht mehr. Das Leid ist ganz furchtbar. Glaub mir, wenn du anders denken würdest, dass er noch möglichst lange lebt, das wäre egoistisch und falsch. Dein Wunsch ist vollkommen nachvollziehbar. Und es hört sich vielleicht schlimm an, aber die Familie leidet auch sehr unter so einer Situation und irgendwann kann man einfach nicht mehr. Dann ist es eine Erlösung für deinen Vater, aber auch für die Familie. Niemand muss sich in so einer Situation schuldig fühlen. Ich habe solche Situationen schon mehrmals erlebt in der Familie. Es ist schlimm und besser, wenn derjenige erlöst wird.

Ich wünsche dir alles Gute und alles, was du dir selbst wünschst. Auch für deinen Vater.

liebe gruesse
arenaysol

Inaktiver User
05.12.2006, 19:36
Ich habe große Angst, das niemand bei ihm ist, wenn er stirbt. Genauso groß ist die Angst ihn sterben zu sehen. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Geht es nicht zu regeln, daß jemand bei ihm bleibt? Könnt Ihr Euch nicht abwechseln?
Komm, sei mutig, Mädchen.

arenaysol
05.12.2006, 19:37
Hallo noch mal,
deine Angst kann ich verstehen. Aber sieh es als seine Erlösung an. Es wird ein ganz schwerer Moment werden. Und du wirst das Gefühl haben, jemand reisst dir das Herz aus der Brust. Aber denk immer und immer wieder, er hat es hinter sich gebracht und muss nicht mehr leiden.
Ob er allein sein wird, weiss man nicht. Meistens können die Ärzte es vorher sagen, wenn es so weit ist. Bei meinem Schwiegervater hat es der Arzt auf die Minute genau sagen können; Mitternacht war es. Aber nicht alle Ärzte machen das oder können das. Du allein entscheidest, ob du dann bei ihm sein möchtest oder nicht. Es ist schwer. Der eine möchte dabei sein, ein anderer lieber nicht. Deine Mutter wird wohl bei ihm sein, wenn sie irgendwie kann. Ich wünsche dir, dass es so kommt, wie du es am besten ertragen kannst.
lg
arenaysol

Inaktiver User
05.12.2006, 19:38
Liebe Coralee,

ich habe vor vielen Jahren miterlebt wie mein geliebter Onkel gestorben ist. Ich war zunächst erschrocken ihn so zu sehen, aber als ich gemerkt habe, wie schlecht es ihm geht, da war ich dann doch erleichtert, als er in Frieden gehen konnte. Dies hört sich immer so platt an, aber ich musste loslassen und habe es schweren Herzens geschafft.

Ich wünsche dir die Kraft es durchzustehen. Versuche ihm die letzte Zeit noch so schön wie möglich zu machen. Wenn er alles noch mitbekommt, wie wäre es mit seiner Lieblingsmusik oder etwas vorlesen.

Lg Schleifchen

Inaktiver User
05.12.2006, 19:39
Ich habe große Angst, das niemand bei ihm ist, wenn er stirbt. Genauso groß ist die Angst ihn sterben zu sehen. Ich weiß nicht was ich tun soll.

Kannst du deinem Vater davon erzaehlen, dass du Angst davor hast, dass er alleine stirbt? Auch wenn er nicht mehr viel reden kann, vielleicht kann er dir deine Angst doch ein bisschen nehmen.

Coralee
05.12.2006, 19:41
Sobald "absehbar" ist, das es zu Ende geht, werde ich bei ihm sein, für ihn da sein. Mutti natürlich auch, obwohl sie am Ende ihrer psychischen Kraft ist. Das schlimmste ist das "Warten". Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Niemand weiß genau, wann es soweit ist. Ich werde stark sein, auch für sie und meine Schwester. Bestimmt.

Coralee
05.12.2006, 19:44
Kannst du deinem Vater davon erzaehlen, dass du Angst davor hast, dass er alleine stirbt? Auch wenn er nicht mehr viel reden kann, vielleicht kann er dir deine Angst doch ein bisschen nehmen.

Bisher hab ich es geschafft vor ihm nur einmal ein ganz kleines bißchen zu weinen. Mir liefen lautlos die Tränen, aber er hat es gemerkt und meine Hand ganz doll gedrückt und auch geweint. Ich hab mich dann schnell wieder zusammen gerissen und gelächelt. Wenn ich darüber bei ihm sprechen würde, bekomme ich sicher einen Heulkrampf und ich möchte nicht, daß er noch trauriger wird.

Lotta39
05.12.2006, 19:48
Liebe Coralee,

auch mir tut es sehr leid, dass es deinem Vater so schlecht geht und so leiden muss.

Auch für dich und deine Familie tut es mir sehr leid, dass ihr so mit ansehen müßt wie schlecht es eurem Vater geht. Ich weiß, wie schrecklich das ist.

Mein Papa ist vor 2 Jahren gestorben und auch er hatte einen unendlich langen Leidensweg, auch bei ihm waren es knapp 5 Jahre, vom Ausbruch der Krankheit bis zu seinem Tod. Wir alle haben in dieser Zeit, dieses ständige Auf und Ab seiner Krankheit erlebt, haben ihn immer wieder leiden sehen um dann letztendlich wieder zu hoffen. Die Geste deines Vaters "Pistole an den Kopf halten" kenne ich auch zu gut, das hat meiner auch gemacht zum Schluß. Ich fand es schrecklich,meinen Papa dort so hilflos zu sehen, diese Geste, obwohl ich wußte,wir alle wußten, wie gerne er noch weiter gelebt hätte, er war auch erst 64 Jahre alt bei seinem Tod. Er sagte immer damals, dass es sein größter Wunsch sei, meine Tochter, sein erstes Enkelkind aufwachsen sehen zu können.Sie war damals knapp 2 Jahre.

All das was du schreibst, diese Angst vor dem Telefonklingeln, diese Hilflosigkeit, alles das habe ich auch erlebt. Wir haben damals als Familie auch ganz nah beieinander gestanden und uns versucht gegenseitig zu stützen.

Als dann der Anruf aus der Klinik kam und mein Bruder, der mit meiner Mutter dort war, sagte : Papa ist tod, er hat es geschafft! da bin ich dann richtig zusammengesackt, ich hab mich die Wand runterrutschen lassen und saß dort mit dem Hörer in der Hand und habe wohl geweint, wie noch nie in meinem Leben, aber nach ganz kurzer Zeit, nach einigen Minuten, kam auch dann das Gefühl einer Erleichterung. Erleichterung dass er jetzt nicht mehr leidet, keine Schmerzen mehr hat, seine Ruhe hat - aber auch Erleichterung darüber, dass dieses Bangen nun ein Ende für uns hat, Erleichterung darüber, dass jetzt keine neue Hoffnung mehr aufkeimte, dass er es doch noch schafft, nur um dann wieder enttäuscht zu werden, weil es ihm wieder schlechter ging.

Wir waren alle mit den Nerven runter damals, meine Mutter natürlich am meisten und wir alle, so haben wir im Nachhinein erfahren, haben neben diesem unendlichen SChmerz über den Verlust dieses geliebten Menschen auch diese unsagbare Erleichterung verspürt.

Das was du empfindest ist ganz normal, mach dir keine Vorwürfe, ich glaube jeder in deiner Situation empfindet das so. Man kann dieses Leid auch irgendwann nicht mehr ertragen, dieses Gefühl so machtlos zu sein und nicht helfen zu können.

Bitte mach dir keine Gedanken darüber, red mit deiner Familie darüber, ich bin sicher sie empfinden ebenso und verstehen dich.

Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft für die nächste Zeit. Deinem Vater wünsche ich, dass er gehen darf ohne und dass er spürt, dass ihr ihn gehen laßt.

Alles Gute für Euch !

Lotta

Inaktiver User
05.12.2006, 19:48
Liebe Coralee,

dieses stumme Einverständnis zwischen euch zeigt, dass es reicht, wenn ihr bei ihm seid. Und du musst keine Angst haben, dass du nicht dabei bist, er weiss, was er an dir hat und dies hat er dir durch diese stumme Geste gezeigt.

LG Schleifchen

esprit70
05.12.2006, 19:49
LIebe Coralee,

fühl dich erst mal fest gedrückt! Deine Geschichte erinnert mich an die meines Vaters, der vor 5 Jahren starb. Seine Lunge war auch sehr schwach (nicht zuletzt wg starkem Rauchen) und er war 3 Monate im Krankenhaus, bevor er starb. Ursprünglich kam er wegen einer akuten Darmgeschichte ins Krankenhaus, musste notoperiert werden. Von dieser OP hat er sich aufgrund seines schlechten Allgemeinzustandes nicht mehr erholt. Dein Bericht hat mich sehr an diese Zeit erinnert. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich jetzt fühlen musst! Diese HIlflosigkeit, nichts tun können und den eigenen Vater so zu sehen...ja ich weiss es noch genau. Ich denke, ihr tut schon euer best möglichstes. Einfach da sein, Hand halten, begleiten.
Ich weiss noch, an dem Tag, als er starb. Es war ein Samstag. Das Krankenhaus hatte angerufen. Er habe wieder eine Lungenentzündung (die 3.) und sie seien nicht sicher, ob er diese überleben würde. Wir sind natürlich sofort hingefahren. Er war schon nicht mehr ansprechbar.Ich glaube, ein TEil von ihm war schon "drüben". Ich wollte gerne bei ihm sein, wenn er geht, aber er hat es sich anders ausgesucht. Ausgerechnet in der halben STunde, wo wir nochmal kurz weg waren, hat er seinen letzten Atemzug gemacht. Daran habe ich lange geknabbert. Jetzt glaube ich, dass er es so wollte. Als wir dann wiederkamen und ich ins Zimmer kam, war da ganz viel Friede und Ruhe. Es war gar nicht beängstigend, wie ich erst befürchtet hatte. Mich überkam ein Gefühl der Erleichterung, denn ich wusste, jetzt muss er nicht mehr leiden. Fühle dich nicht schuldig, wenn du auf ein "schnelles" Ende hoffst! Es ist absolut okay!! Mir ging es genauso, es ist einfach unerträglich, einen geliebten Menschen so leiden zu sehen und nichts tun zu könnne und wenn es keine Hoffnung auf Heilung gibt, dann bleibt der Wunsch, dass es friedlich und schmerzlos zu Ende geht.

Du kannst deinem Vater noch ganz viel geben, indem du einfach da bist. Ich weiss, die Angst, wenn das Telefon klingelt, jedes Mal zuckt man zusammen und gleichzeitig das Gefühl "hoffentlich ist es bald vorbei". Es wird sicher nicht einfach werden. Ich wünsche dir und deiner Familie dafür ganz viel Kraft und du bist hier gut aufgehoben! Hier sind viele liebe Menschen, die mit dir fühlen und bei denen du dir alles von der Seele schreiben kannst.

Ich denke an dich!
:blumengabe:
esprit

Inaktiver User
05.12.2006, 19:49
[/quote]Bitte sprecht mit mir darüber, auch wenn der Text vielleicht ein bißchen wirr rüber kommt.

Ich hab meinen Papi unendlich lieb.[/quote]

Vielleicht magst du ein bisschen was ueber deinen Vater erzaehlen. Was fuer ein Mensch er ist, ein besonderes Erlebnis aus deiner Kindheit, welche Eigenschaften du von ihm geerbt hast....

esprit70
05.12.2006, 20:08
Liebe Coralee,

ich möchte noch kurz etwas sagen. Du schreibst, dass du Angst hast, er könne alleine sterben. Dazu möchte ich dir noch was mitgeben. Mir ging es auch so und ich anfangs fand ich es ganz furchtbar, dass mein Vati alleine gestorben ist. Ich wollte ihn doch so gerne begleiten. Ich habe daraufhin auch mit vielen Menschen gesprochen und erfahren, dass es vielen so gegangen ist, dass es sich aber die Betroffenen oftmals selbst aussuchen, lieber alleine zu gehen. Die Mutter einer Bekannten war auch todkrank, und es war wirklich rund um die Uhr jemand bei ihr. Es waren gerade mal 5 Minuten, in denen sie alleine war....anscheinend ist das keine Seltenheit.

Bitte quäle dich nicht mit diesem Gedanken, überlass es deinem Papi und dem Schicksal. Das ist etwas, was du nicht in der Hand hast und vertraue darauf, dass es so kommt, wie es kommen soll und wie es gut ist.

Nochmal ganz liebe Grüße und sei gedrückt!
esprit

Atis
05.12.2006, 20:15
Ich habe große Angst, das niemand bei ihm ist, wenn er stirbt. Genauso groß ist die Angst ihn sterben zu sehen. Ich weiß nicht was ich tun soll.

Coralee, selbst wenn gerade niemand bei Deinem Vater ist, wenn er stirbt, wird er dennoch nicht alleine sein!
Du könntest jemanden ganz allein auf einer einsamen Insel sterben lassen und er wäre dennoch nicht allein.

Wir alle werden von denjenigen, die uns "auf die andere Seite des Lebens" schon vorausgegangen sind, erwartet und willkommen geheißen.

Mach Dir also keine Vorwürfe, falls Dein Vater stirbt, wenn gerade niemand im Zimmer ist. Das geschieht sehr häufig - vielleicht weil der Sterbende dann leichter loslassen kann...
Er ist nie allein.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft.:blumengabe:

rainbow13
05.12.2006, 20:49
Deine Geschichte ist sehr traurig und es tut mir sehr leid, dass Dein Vater so krank ist. Es ist immer schlimm, wenn Eltern leiden.
Aber ich denke, Deine Sorge, dass er vielleicht allein seinen letzten Weg gehen muss und niemand von euch bei ihm sein kann, ist unnötig. Er spürt doch Deine Liebe und die Deiner Mutter und weiss dass ihr in Gedanken immer bei ihm seid. Da bin ich ganz sicher.

Ich drück Dich unbekannter Weise einfach mal ganz fest und wünsche Dir viel Kraft.

Rainbow

Inaktiver User
05.12.2006, 21:39
Ich habe große Angst, das niemand bei ihm ist, wenn er stirbt. Genauso groß ist die Angst ihn sterben zu sehen. Ich weiß nicht was ich tun soll.

Liebe Coralee, ich glaube nicht, dass Du davor Angst haben mußt. Wie schon geschrieben wurde, bin auch ich sicher, dass niemand Angst haben muss, im Augenblick des Todes alleine zu sein.

Der Tod ist für mich das Hinübergleiten in etwas Anderes, vielleicht in eine neue Welt, ein neues Leben, eine neue Wirklichkeit - wer weiß es. Aber es ist ein Weggehen und ein Ankommen, ein Abschied und ein Willkommen werden. So scheint es auch erklärbar zu sein, dass doch die meisten Toten (vielleicht auch alle) auf dem Sterbebett ganz friedlich aussehen, als würden sie schlafen. Und das auch wenn sie vorher furchtbar gelitten haben.

Und Dein Vater wird das auch selbst bestimmen, wann er geht. Er wird Euch alle loslassen können, wenn er merkt, dass er woanders willkommen ist. Das Loslassen ist ein Abschied, vielleicht nicht so wie wir Abschied kennen. Ich hatte hier irgenwo schon mal geschrieben, dass man sich das nicht so vorstellen muss, wie am Ende eines Besuchs. Natürlich läßt man einen Besucher nicht alleine gehen, sondern man bringt ihn zur Tür und alle verabschieden sich voneinander. Vielleicht hat sich Dein Vater längst von Dir verabschiedet, vielleicht als Du an seinem Bett gesessen hast und er Deine Hand gedrückt hat, vielleicht als er mit Dir ein wenig geweint hat. Er wird sich auch von Deiner Mutter auf seine und ihre Art verabschieden, und ebenso von den anderen ihm nahestehenden. Das muss nicht beim letzten Atemzug sein, dass kann schon viel früher gewesen sein. Vielleicht fällt Dir eine Situation ein - möglicherweise liegt das schon Tage oder Wochen zurück, asl er noch sprechen konnte, ein Ereignis, bei dem Du noch gar nicht daran gedacht hast, dass es ein Abschied sein könnte.

Als ich meinen Partner das letzte Mal sah, war Vollmond und wir waren nachts draußen. Er sagte mir, dass er ab jetzt immer bei Vollmond an mich denken würde, wenn wir nicht zusammen wären. Ich sagte, das ich das auch machen würde und wir dann beide in der Vollmondnacht auf den Mond schauen und sich unsere Blicke dort treffen würden. Ich habe ihn wieder gesehen. 3 Tage später hat er sich das Leben genommen - ich wußte damals nicht, dass es für ihn der Abschied von mir war. Hinterher war es mir klar, und ich konnte trotz des Entsetzens für mich sagen, er hat sich von mir verabschiedet.

Ich wünsche Euch die nötige Ruhe und Kraft, die Zeit zu erleben. Wie meine Vorschreiber bin ich auch überzeugt, dass es für Euch später mal wertvolle Zeit sein wird.

Kranich

Coralee
06.12.2006, 09:57
Guten Morgen, ihr seid sehr lieb.
Gestern während des hier lesens und schreibens rief meine Mutti an und ich bin dann zu ihr gefahren, weil sie so fertig war. Sie wollte zwar erst nicht, aber ich habe keine Widerrede zugelassen und dort übernachtet. Wir haben gestern abend viel über Papi geredet und sogar ein bisschen gelacht. Es war schön und hat uns beiden gut getan.
Nur damit ihr wisst, warum ich gestern so plötzlich weg war. :smirksmile:

Tryphena: Das mache ich gerne heute oder morgen abend. Hier im Büro muß ich sonst wieder heulen. Doofer Grund ich weiß. Naja.

Lotta: Was du über deine Empfindungen nach dem Tod deines Vaters schreibst, find ich sehr schön. Ich denke bei uns wird es ähnlich sein. Danke, daß du es mit mir teilst.

warteschleife: Er weiß schon, daß wir in Gedanken immer bei ihm sind, denke ich. Sicher fühlt er sich geliebt. Ich weiß nicht...vielleicht wäre ich auch lieber im Sterben allein um meine Lieben nicht damit zu "quälen". Wir werden sehen.

esprit: Danke, deine Wort helfen mir wirklich sehr. Mir geht es direkt einen Tick besser

Atis: Der Glauben, daß "drüben" schon die verstorbenen Lieben warten ist auch sehr trostreich. Ich glaube, darüber werde ich heute abend mit ihm sprechen. Mich würde es trösten.

rainbow: Danke

Kranich: Sehr sehr schöne Worte. Wunderschön. Jetzt weine ich doch. Gut, daß ich ein Einzelbüro am Gangende habe :schäm:

Ich melde mich später wieder und danke euch allen für euren Zuspruch und die lieben Worte.

Inaktiver User
06.12.2006, 11:32
Hallo Coralee,
hier die richtigen Worte zu finden ist schwer - ich weiß wovon ich spreche. Meine Mutter ist vor fast 4 Jahren an Krebs gestorben. Sie war grade mal 47! Wir haben sie gepflegt uns um sie gekümmert und unsere ganze Zeit mit ihr verbracht. Es war eine verdammt schwere Zeit und heute frage ich mich wie wir das alles geschafft haben. Man wächst in solchen Situationen über sich hinaus. Aber darum geht es ja nicht. Ich kann Dir nur von meinen Erfahrungen erzählen. Die letzten 8 Wochen waren sehr sehr schlimm denn sie baute täglich, eigentlich stündlich ab. Doch ich wollte das alles nicht wirklich war haben. Sie bekam Morphium und andere Sachen damit sie die Schmerzen irgendwie ertragen konnte. Ich weiß wie schlimm die Belastung ist wenn die eigenen Eltern sagen daß sie nicht mehr können. Das tut so verdammt weh. Ich habe mich immer bei meinen Eltern geborgen gefühlt, habe Schutz erfahren und dann spürt man auf einmal daß sie selber hilflos sind. Das macht Angst. Zu dem großen Schmerz und die große Angst eines Elternteils kommt dann noch die große Belastung dazu daß man eben den anderen Elternteil auch noch so leiden sieht - wie soll man dem nur stand halten??? In der Nacht als meine Mutter starb waren wir alle bei ihr und haben ihr die Hand gehalten. So friedlich wie sie eingeschlafen ist - das hat für viel entschädigt. Sie starb nachts um 1 und als ich irgendwann um 3 oder so ins Bett ging habe ich so gut geschlafen wie lange nicht mehr, ich war sehr erleichtert. Das hört sich jetzt herzlos an oder daß ich sie vielleicht los werden wollte, aber so ist das nicht gemeint. Ich war einfach froh daß sie diese unendlichen Schmerzen nicht mehr hatte.
Schlecht geht es mir heute noch und ich denke mehrfach täglich an sie, ich weiß sie ist immer bei mir und ich schäme mich meiner Tränen nicht die ich immer noch für sie vergieße. Sie fehlt mir so. Sie war für mich nicht nur meine Mutter, sie war meine Beste Freundin und mein ganzes Leben, mein Halt und meine Zuflucht. Sie war großartig!
Ich möchte Dir so gerne irgendwie helfen, aber ich weiß daß man im Grunde ganz alleine da steht. Du bist Deinem Vater sicher eine große Hilfe und ich kann Dir nur einen Rat geben. Mach so weiter wie bisher und verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihm. Ich habe das so gemacht und ich könnte es mir heute nicht verzeihen wenn ich mich damals nicht um sie gekümmert hätte. Als sie starb war ich 20 und hab die Welt so ungerecht gefunden - warum muß sie jetzt schon gehen und wütent war ich weil meine Schwesten mehr Jahre mit ihr verbringen durften wie ich - sie fehlt mir so!
Fühl Dich mal ganz fest in den Arm genommen, ich weiß wie Du Dich fühlst und ich weiß daß es einfach nichts schlimmeres gibt wie das was Du da grad durchmachen mußt!
Ich wünsche Dir alles gute und wenn Du willst kannst Dich ja gerne mal bei mir melden...
LG

sabinemaria
06.12.2006, 14:50
Mein Vater ist auch schon tot - ich war 18, als er gegangen ist. Und er ist auch alleine gestorben. Ich kann Dir nur sagen, dass es am Anfang unendlich weh tut. Aber ich kann Dir auch sagen, dass es von Tag zu Tag ein bisschen besser wird. Ein winziges Stück. Und irgendwann wird der Tag kommen, wo Du ohne Tränen an ihn denken kannst - und Du wirst lächeln können.

Jetzt ist es halt ganz schwierig, ich weiß. Ich habe heuer zuerst meinen Großvater verloren, ein halbes Jahr später meine Oma. (Daneben hatte meine Mutter noch eine Krebserkrankung zu überstehen...) Meine Mutter war immer bei meiner Oma - so gut es halt ging. Von in der Früh um 8 bis am Abend um acht. Und sie ist in den zehn Minuten gegangen, als meine Mutter wegen der Arzt-Visite vor der Türe stand.

Manche Menschen wollen nicht sterben, wenn jemand bei ihnen ist. Sie möchten alleine sein, glaube ich, sie möchten losgelassen werden. Und es sind dann eben Situationen, wenn der Mensch, der bei ihnen ist, nur fünf Minuten raus geht - aufs Klo, eine Zigarettenlänge oder eine Kaffeepause lang.

Sei bei Deinem Vater, sag ihm all die Dinge, die Du ihm noch sagen möchtest. Viele Menschen - auch ich - hatten oder haben nicht diese Möglichkeit, ihre Lieben so weit zu begleiten. Jetzt gilt es, das bisschen Stärke, das man in solchen Situationen in sich hat, zu mobilisieren und Mut zuzusprechen.

Fühl Dich in den Arm genommen von einer, die genau weiß, wie Du Dich fühlst...

LG Sabine

silu
07.12.2006, 00:19
Hallo Coralee,
oh man, ich kann so gut nachempfinden was in deiner Familie jetzt so los ist...
Im August ist mein Mann mit nur 28 Jahren gestorben - er war zum SChluss Schwerstpflegefall. Seine letzten WOchen/TAge erinnern mich sehr an das was du hier geschrieben hast.
Es ist so furchtbar mit ansehen zu müssen wie sich der geliebte Mensch quält, wie er immer mehr abnimmt (körperlich und geistig). Es quält einen ja selbst so sehr...
All die Erinnerungen an diese Zeit kommen jetzt gerade wieder in mir hoch, zurzeit verdränge ich diese Bilder so gut es geht.
WOran ich mich aber jedoch öfter mal erinnere (und mich auch erinnern kann) ist der Moment "als es vorbei" war. Vor diesem Moment hatte ich solche Angst, irgendwie hab ich mir gewünscht, dass ich dabei bin wenn er stirbt (ich habe ja sogar ein oder zwei Mal gedacht, dass es nun bald soweit sei und habe seine Familie benachrichtigt - was hatte ich da bloß für ein schlechtes Gewissen, als er dann doch nicht starb: als könne man es gar nicht erwarten), andererseits hatte ich auch große Angst davor ihm dabei zusehen zu müssen wie er von uns geht.
Tja, was soll ich sagen, man kann es einfach nicht beeinflussen.
Mein Mann starb alleine, das heißt, dass niemand ihm dabei zugesehen hat, doch ich und meine Eltern waren im gleichen Zimmer. Aber er hat genau den Moment abgepasst als wir alle geschlafen haben. ..
Ich glaube jedoch, dass das Sterben für denjenigen nicht schlimm ist. Im Gegenteil, dieser platte Spruch "der Tod ist eine Erlösung" ist gerade bei schwerkranken Menschen richtig. Und ich denke, dass dann so viele Dinge in Körper und Geist ablaufen, über die wir nichts wissen.
Es ist so wichtig für deinen Vater, dass er weiß, dass ihr alle für ihn da seid. Einfach bei ihm seid, wenn man schon nicht richtig helfen kann.
"Da sein", das war auch das einzige was ich noch für meinen Mann tun konnte. Auch wenn es hart war. Jetzt, im Nachhinein, frage ich mich oft, wie ich diese Zeit nur überstanden habe bzw was ich ausgehalten habe. Aber es ging irgendwie.
Unsere befreundete Hausärztin (die meinen Mann auch betreut hat) hat mir hinterher gesagt, dass ich beruhigt sein kann, weil ich alles für meinen Mann getan hab was möglich war: da sein, ihn pflegen, streicheln, erzählen,... Kleinigkeiten, die einem manchmal wie Nichtigkeiten vorkommen, aber die sind ja sooooo wichtig!! Und sie helfen dir und auch deinem Vater.
Ein schlechtes Gewissen brauchst du wirklcih nicht zu haben - es ist doch nur natürlich dass man sich wünscht (wenn der Tod unausweichlich ist) dass es schnell geht. Aber ich kann deine Gefühle gut verstehen. Man möchte ja nicht ungeduldig sein.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft bei deinem Vater sein zu können! Viel Kraft für dich und deine Mutter! Und nur das beste für deinen Vater! Es soll sich nicht gemein anhören (ich habe mich selber manchmal erschrocken, wenn ich so etwas gehört habe) aber ich wünsche euch allen wirklich, dass es schnell geht!
Und hab keine Angst davor, wenn dein Vater wirlich allein sterben sollte - ich bin mir sicher, dass er weiß, dass er doch gar nciht wirlich allein ist. Und manchmal ist es für Sterbende auch einfacher, wenn sie für sich sterben können. Dann können sie eher loslassen.
Halt durch! Ich denk an euch!!

Coralee
07.12.2006, 05:37
Mein lieber Papi ist vorhin gestorben. Ich war zehn Minuten zu spät bei ihm. Aber ich war bis noch Mitternacht dort und meine Mutti und meine Schwester waren bei. Wir wollten uns abwechseln. Er war nicht allein. Er ist erlöst, aber es tut unsagbar weh. Tschüss Papi, machet jut.

Inaktiver User
07.12.2006, 08:02
Ich möchte Dir mein herzliches Beileid ausdrücken!!!
Ich weiß das hilft nicht wirklich weiter, und vielleicht geht es Dir so wie mir. In den nächsten Tagen sagt einem jeder "herzliches Beileid" - mir tat das nicht gut - für mich war es jedesmal wie so ein Stich ins Herz wenn mir das jemand sagte! Ich weiß wie Du Dich jetzt fühlst und daß die nächsten Tage vielleicht auch Monate eine absolute Ausnahmesituation ist. Man fühlt sich nicht wirklich in der Lage "überlebensfähig" zu sein und lebt eigentlich nur so in den Tag. Ich war immer froh wenn ich den Tag "geschafft" hatte...
Aber nicht nur daß ich meine Mutter nicht mehr hatte - ich habe auch noch meinen Vater so leiden sehen müssen und er hat viel Sachen gesagt die mir sehr weh taten. Von wegen er weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll und er hat keine Lust mehr zum Leben. Das war noch mal verdammt hart.
So wie ich den Fall bei Euch sehe ist der Familienzusammenhalt sehr groß und das ist gut so könnt ihr euch gegenseitig stützen. Ich habe 2 Schwestern - die eine ist gar nicht mehr gekommen, hat sich nicht mehr blicken lassen hat ihre Kinder nicht mehr zu uns gelassen und hat uns so hingestellt daß wir schuld am Tod unserer Mutter sind und meine andere Schwester und ich waren mit unserem Vater zusammen und haben uns gegenseitig gestützt!
Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit und wie gesagt wenn Du möchtest kannst Du Dich gerne mal melden!

swimmi
07.12.2006, 08:05
hallo coralee,

habe deinen strang hier gelesen und es tut mir ungeheuer leid mit deinem papa. ich weiß genau, wie du dich fühlst, meine mama ist nach 1 1/2 jahren kampf gegen den krebs im august verstorben. es ist so, als wäre es gestern gewesen. Den spruch: Wahrscheinlich geht es ihr jetzt besser! kann ich nicht mehr hören, es tut so schrecklich weh, auch wenn es für sie eine Erlösung war.

es tut mir schrecklich leid für dich! ich wünsche dir für die nun kommende schwierige und traurige Zeit alles alles Gute!

swimmi

silu
07.12.2006, 10:20
Oh Coralee,
nun ist er also gegangen... Ich denke ganz fest an dich!
Dein Papa wird immer in deinem Herzen sein. Ich weiß wie schwer es ist zu akzeptieren, dass man jetzt nur noch die Erinnerungen hat. Aber euch wird auf Ewig etwas verbinden.
Ich wünsche dir viel Kraft um all das jetzt durchzustehen was nun auf dich zukommt.
Sei umarmt!
Silu

ness
07.12.2006, 10:32
hey!
ich hab hier noch nicht geschrieben, aber mitgelesen!
auch ich will dir mein herzlichstes beileid aussprechen!
ich werd heut eine kerze für euch entzünden!!!
ness

Inaktiver User
07.12.2006, 14:39
Liebe Coralee,
ich drück Dich mal ganz vorsichtig und spreche Dir auch mein Beileid aus. Es ist immer traurig, wenn ein geliebter Mensch geht - in dieser Glitzer-Weihnachtszeit, aber auch zu jeder anderen Zeit.

Nun warst Du selbst doch nicht dabei. Ich wünsche Dir, dass Du Deinen persönlichen Abschied von Deinem Vater erinnern kannst und Dir diese letzten Momente auch Trost geben.

Kranich

Inaktiver User
07.12.2006, 18:41
Liebe Coralee,

hier ein paar Worte von Khalil Gibran, da meine Worte es nicht beschreiben können:

Denn was ist das Sterben anderes, als nackt im Wind zu stehen und in der Sonne zu schmelzen?
Und was heißt nicht mehr zu atmen anderes, als den Atem von seinen ruhelosen Gezeiten zu befreien, auf daß er emporsteige sich entfalte und ungehindert Gott suche?

Lg Schleifchen

Inaktiver User
07.12.2006, 19:32
Tapferes Mädchen. Fühl Dich sanft berührt.
Jetzt gibt es keine Atemdepression mehr und hoffentlich
strahlendes, wärmendes Licht und Weite.
Alles Liebe

Atis
07.12.2006, 20:33
Mein Beileid, Coralee.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.

Eine Kerze für Euch -->:kerze:

Inaktiver User
08.12.2006, 15:41
Ich habe auch mitgelesen. Eine Kerze für Euch :kerze:

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben viel Kraft.

Inaktiver User
09.12.2006, 19:30
Liebe Coralee,
ich komme leider erst jetzt dazu, dir mein Mitgefühl auszusprechen.
Eine schwere Zeit liegt hinter euch, und eine nicht minder schwere vor euch.
Trauerzeit ist ebenso heilig wie Lebenszeit.
Wichtig ist, dass dein Papa jetzt erlöst ist, seinen Weg im Himmel fortsetzt, und wisse: ihr alle seid auf demselben Weg, der Papa ist nur vorausgegangen und ihr werdet euch eines Tages wiedersehen.
Gedanken und Gefühle voller Liebe für ihn werden ihm jetzt gut tun und ihn stärken für seine Wanderschaft.


herzlichst...

Inaktiver User
09.12.2006, 19:44
Liebe coralee,

tot ist nur , wer vergessen...

dein Papa wird immer bei dir sein, auf die eine oder andere Art. Du wirst es merken, im Laufe der Zeit, da wird er dir Zeichen geben, mit dir sprechen, dich schelten...

Alles Gute für dich

herbstfrau:kerze: :kerze:

Vemi
10.12.2006, 11:43
Liebe Coralee,
dein Verlust tut mir sehr leid.
Ich habe meine Mama auch an den Krebs verloren.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.Hier hat immer jemand ein offenes Ohr für dich, wenn du reden magst.

Vemi

Coralee
12.12.2006, 20:08
Danke, Ihr Herzensguten.

Mir geht´s ganz gut soweit. War das Beste, auch wenn es abgedroschen klingt. Die letzten paar Tage waren eine schreckliche Qual für ihn. Unmenschlich. Bin die meiste Zeit sehr gefaßt und kann auch gut darüber reden.
Mir kommen dafür in völlig unpassenden Situationen aus dem Nichts und ohne richtigen Grund die Tränen.
Wir haben sehr liebe Freunde und eine tolle Familie.

Am 20. ist die Urnenbeisetzung. Das wird nochmal wirklich hart. Besonders für Mutti. Aber auch das stehen wir zusammen durch. Das Leben geht weiter, mit Papi in unseren Herzen.

Wir waren bis gestern permanent mit Mutti zusammen. Gestern hat sie darum gebeten, mal ein bißchen Ruhe vor uns zu haben. War ihr wohl ein bißchen viel Betüdelung :blumengabe:

Nu gehen Schwesterherz und ich ja auch wieder arbeiten. Aber Mutti ist auch unterwegs, geht in die Stadt und so. Sie ist sehr tapfer.

Sie kümmert sich jetzt wieder viel um die Kleine von meiner Schwester. Wegen der aufwändigen Pflege mußte sie das in letzter Zeit ein bißchen "vernachlässigen". Das hilft ihr sehr, lenkt ab und macht beiden Spaß. Liebe Freundinnen hat sie auch. Wir halten schön zusammen.

Machet jut, Papi.

Coralee
12.12.2006, 20:09
Beim Nachlesen hab ich gemerkt, was für ein wirres Post das war. Aber ihr versteht schon, denke ich.

Atis
12.12.2006, 22:09
Coralee, ich kann gut verstehen, dass der 20. noch einmal ein, wie Du schreibst, harter Tag für Euch wird. Ich werde an Euch denken. :kerze:

silu
13.12.2006, 11:36
Hallo Coralee,
es ist beruhigend zu wissen, dass ihr so liebe Menschen um euch habt!
Stille Grüße,
Silu