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Gemme
17.10.2014, 15:46
Hallo liebe "Langzeithibblerinnen", "Dinosaurierinnen"
alle, die eine Fehlgeburt erlebt haben, alle, die in der KiWu-Behandlung sind
sowie die, die kurz davor stehen und deswegen Sorgen haben,
und alle, die sich sonst noch angesprochen fühlen :blume::

also ich persönlich war bis vor vielleicht einem Jahr meist eine sehr fröhliche, optimistische Frau, die in allem
einen Sinn gesehen hat, aus dem Leben immer das Beste rausholte und sich natürlich altersbedingt (ich bin gerade 37 geworden) durchaus Sorgen gemacht hat, aber eigentlich habe ich mich aufs Hibbeln gefreut und der Mutterrolle gewachsen gefühlt.

Inzwischen - soweit wir wissen, sind wir beide gesund, aber "es" klappt halt einfach nicht - bin ich eine häufig deprimierte Frau, die den Beginn ihrer Periode gern mal mit einem Heulanfall begrüßt, die Tatsache,
daß mein alter Kater bald eingeschläfert werden muß, nehme ich direkt mal als böses Omen für den Kinderwunsch (total logisch, ne?), ich habe irrsinnige Angst vor der in absehbarer Zeit anstehenden KiWu-Behandlung, trinke literweise bekloppten Kräutertee (die 300gr-Packung zu 20 Euronen) und kann das Leben nicht genießen.

Muß ich noch schreiben, daß Schwangere im Allgemeinen, Kinder im Besonderen sowie augenscheinlich jugendlich-fruchtbare Frauen und Paare sowie Omas, Opas und der erste Schultag mich in den Wahnsinn treiben?

Die Frau, die eigentlich Mutter sein möchte, fühlt und verhält sich gerade wie ein verängstigtes Kleinkind, das am Liebsten von früh bis spät bei irgendwem im Arm liegen und heulen will.

Jetzt meine Frage:
KENNT IHR AUCH SOLCHE FRAUEN? Und könnt Ihr die eigentlich noch leiden? ;)

Gehts Euch auch manchmal so, daß Ihr nicht mehr ein noch aus wißt und Euch andauernd mit
Themen, Tipps und Tricks rund um eine Schwangerschaft befaßt, obwohl Euch das vielleicht gar nicht weiter hilft?
So nach dem Motto: heute schon nach einem Wundermittel gegoogelt? ;)

Ich möchte SO nicht weitermachen.

Den Kinderwunsch weiter verfolgen, auch mit medizinischer Hilfe - ja, aber Krampf im Herzen und Weh in der Seele - NEIN! :schild nein:

Vielleicht können wir uns hier ab und an mal gegenseitig aufbauen und das Schöne im Leben suchen, mit dem Kinderwunsch im Hinterkopf, aber eben auch mit Ablenkungsmethoden, (Seelen)-Wellnesstips und allem, das uns hilft, mit der Situation umzugehen.

Ohne groß rumzudiagnostizieren, ohne uns über Medikamente und Eingriffe und deren Chancen und Schwächen austauschen (nicht, daß das per se falsch wäre!), sondern einfach nur zum Plaudern, Mutmachen, albern sein und Tunnelblick verlieren.

Ich würde mich freuen :blume:

Inaktiver User
17.10.2014, 15:55
Mich ärgern solche Zeilen immer ein bisschen und ich kann das Gejammere nicht nachvollziehen.

Meine Einstellung zu dem Thema und die hatte ich auch schon bevor ich zwei eigene Kinder geboren hatte, wie gesagt ich hatte sie schon zuvor.

Ein Paar, das ein Kind möchte hat viele Möglichkeiten. Es gibt so viele Pflegekinder, Kinder die Hilfe brauchen, die geliebt werden wollen. Dafür braucht es natürlich Herz und Mut und Kraft. Bei Pfegekindern kann es nämlich der Fall sein, dass sie wieder in ihre Familien zurückkehren.
Es gibt andere Möglichkeiten sein Herz an ein Kind zu verschenken und sich als Mama oder Papa zu fühlen und Liebe zu verschenken;

wer wirklich WILL; da brauchts dann kein Verzweifeltsein, bloß weil es momentan mit einer eigenen Schwangerschaft nicht klappt.

Meist klappen keine zwanghaften Tätigkeiten; manchmal hat man ein Kind angenommen, es könnte auch ein behindertes sein und fängt an zu lieben und sich zu öffnen und plötzlich klappt es mit dem eigenen Kindersegen,

das musste ich einfach wieder mal sagen und nun könnt ihr euch volljammern mit euren alltäglichen Seelenschmerzen und ich bin wieder hier weg,

Karla

luna83
17.10.2014, 16:04
Karla ich bin mir relativ sicher, dass sich deine "Einstellung" geändert hätte, wenn du selbst in der Situation gewesen wärst!

Gemme
17.10.2014, 16:08
Vielen Dank,

jetzt gehts mir gleich besser.

Ich werde einfach eines der vielen Pflegekinder, die ja so ohne weiteres "erhältlich" sind,
aufnehmen und tapfer bleiben, wenn es nach 2 Jahren wieder zurück zu seiner versoffenen Herkunftsfamilie
geschickt wird.

Noch einfacher wäre natürlich eine Adoption, die kriegt man ja, wie jeder weiß, nahezu hinterhergeschmissen.

Oder ich helf den Nachbarskindern bei den Hausaufgaben, das ist ja fast das Selbe wie ein eigenes Kind.

Ja Mensch, was quäl ich mich denn eigentlich?

Inaktiver User
17.10.2014, 16:16
Karla ich bin mir relativ sicher, dass sich deine "Einstellung" geändert hätte, wenn du selbst in der Situation gewesen wärst!

Ich mir auch. Aber Karla hat ihre unsensiblen, beleidigenden Worte ja schon in einigen Strängen an Hoffnungsfrauen artikuliert, die werden wir wohl nicht mehr mit Fakten verwirren können. Sage ich als jemand, der selbst zig Kurse zum Thema Adoption besucht hat und sich das durchaus immer noch vorstellen kann (Pflegekinder übrigens auch). "Super", dass Gemme sich hier öffnet und dann von jemandem, der so gar keine Ahnung von Thema hat, abgewatscht wird. Da fragt man sich, ob Karla als Adoptivmutter mit dem immensen Einfühlungsvermögen so passend gewesen wäre (interessant, dass wir Unfruchtbare Dich ärgern, über was ärgerst Du Dich sonst noch so?).

Gottseidank gibt es hier genug "Normalreproduzierinnen" mit Empathie, Herz und Verstand. An dieser Stelle mal eine dicke Umarmung für die, die selbst nicht betroffen sind, aber uns immer total lieb aufbauen!!

Sagt ja auch irgendwie schon alles, wenn man hier seinen Müll ablässt und dann schon ankündigt, sich einer weiteren Diskussion nicht mehr stellen zu wollen.

blubb80
17.10.2014, 16:18
karla, ich finde es befremdlich jemandem mit kiwu nahezulegen ein pflegekind aufzunehmen. ich zb traue mir das schlicht nicht zu.

als mama kann ich nicht nachvollziehen wie sehr es schmerzen muss wenns nicht klappt. aber ich wünsche dir liebe te das du einen weg findest wieder positiv zu sein.

alles liebe!

Gemme
17.10.2014, 16:21
Hallo Coralie,

danke, daß Du hier reingehüpft bist ;)


"Super", dass Gemme sich hier öffnet und dann von jemandem, der so gar keine Ahnung von Thema hat, abgewatscht wird.
Mei, so ist das halt. Ich nehm die gute Frau nicht ernst genug, um mich jetzt deswegen auch noch schlecht zu fühlen, aber hätt ich gerade eine Fehlgeburt hinter mir oder ähnliches, würde ich das sicher anders sehen.


Da fragt man sich, ob Karla als Adoptivmutter mit dem immensen Einfühlungsvermögen so passend gewesen wäre
Man fragt sich vor allem, warum sie sich nicht um ihre eigenen Kinder kümmert, statt hier ihren Seelenmüll abzulassen.
Aber vielleicht ist ja auch das familiäre Verhältnis nicht ganz so gut.

Ich übrigens mache mir auch sehr ernsthafte Gedanken über Pflege- und Adoptivkinder, das nur anbei.

Inaktiver User
17.10.2014, 16:29
Nun will ich doch noch was dazu schreiben, da es bei euch so angekommen ist, als hätte ich keine Ahnung und würde anders handeln.

Ich arbeite in diesem Bereich und ich weiß, dass es nicht sehr schwierig ist ein Pflegekind zu bekommen oder evtl. ein behindertes Kind, wenn man sich wirklich dafür interessiert und bemüht ist und ein offenes Herz dafür hat. Wenn die Voraussetzungen passen und die Elteren das wirklich WOLLEN - die bekommen auch ein Pflegekind! Es gibt viele Kinder, die einen Platz bräuchten, manchmal sind das halt auch ein bisschen komplizierte Kinder. Aber alle haben sie ein großes Herz.

Ich habe hier lediglich meine Meinung geschrieben, da ich zum Ausdruck bringen wollte

dass es den Eltern, die nur eigenes Fleisch und Blut akzeptieren, doch überhaupt nicht um das Kind geht.

Würde es um das KIND gehen, würde man auch ein anderes Kind lieben können.

Ich hätte längst ein Pflegekind angenommen, doch mir fehlten die finanziellen Möglichkeiten und der Rahmen dazu. Ich habe eine gescheiterte Ehe hinter mir und die Voraussetzungen hierfür waren in meinem Leben nicht gegeben. Für mich spielt es keine Rolle, davon bin ich überzeugt, da ich daran glaube und schon immer daran glauben will.

Karla

Gemme
17.10.2014, 16:34
Iarla,

Zweck dieses Stranges sind weder Deine Angriffe noch Deine Rechtfertigungen dazu und auch nicht das, was Du glauben willst.

Ich wünsche mir, daß sich hier betroffene Frauen einfach ein bißchen aufbauen.

Mit Jammern, aber auch mal ohne, wie das halt so ist im Leben.

blubb80
17.10.2014, 16:36
karla, du hast sicher recht sachlich gesehen. aber jeder muss selbst sehen was bei ihm geht und was er will.

warum hast du 2 eigene und nicht 2 adoptierte?

eigene kinder zu wollen ist doch in uns drin.

Inaktiver User
17.10.2014, 16:41
Mir wurde von unserem Heimatjugendamt glasklar gesagt "Bitte erst Pflegekinder in Betracht ziehen, wenn die eigene Familienplanung abgeschlossen ist". Damit es dann eben zu keinem Trauma kommt, wenn das geliebte Kind, das gerade erst im eigenen Haus einen normalen, altersgemäßen Entwicklungsstand erreicht hat, wieder in seine Ursprungsfamilie muss, weil die liebe Mutti im achten Anlauf ihren fünften Chrystal Meth Entzug gepackt hat.

Adoption wäre hier vor Ort möglich gewesen, da meine Stadt leider Spitzenreiter in Punkto abgegebener Kinder ist. Anderorts sieht das leider ganz anders aus. Dann hätte man natürlich mit allem rechnen müssen, FAS nur als Stichpunkt. Selbst das hätte mich nicht abgeschreckt. Bis alle Formalitäten durch gewesen wären, waren IVF und co. aber selbst nach langjährigen Behandlungen schneller und erfolgsversprechender.

Trotzdem ist das Thema für mich nach wie vor präsent. Aber es als Allheilmittel für Kinderlose zu präsentieren, das ist hochgradig geschmacklos. Gerade gegenüber den Kindern, die so dringend ein für ihre spezielle Situation kompetentes Elternhaus benötigen. Wer das nicht einsieht, lebt für mich irgendwie im lala Land oder lässt sich von den Adoptionsgeschichten im "Goldenen Blatt" und co. blenden, indem sich Brangelina quer über den Globus gesunde Kinder einkaufen (die sicher auch im eigenen Land Eltern gefunden hätten, was nach den relevanten Konventionen immer vorgehen sollte, aber gilt halt nicht für alle).

Inaktiver User
17.10.2014, 16:46
Es gibt viele Kinder, die einen Platz bräuchten, manchmal sind das halt auch ein bisschen komplizierte Kinder. Aber alle haben sie ein großes Herz.

Manch dieser "bisschen komplizierten" Kinder sind so hochgradig traumatisiert, dass sie erst mal keine Liebe zurückgeben können. Das sollte man als Pflegeeltern auch gar nicht erwarten. Es wäre die falsche Motivation. Es ist ganz, ganz wichtig, dass es diese Familien gibt und ich kann mir auch vorstellen, irgendwann dazu zugehören. Aber es ist etwas ganz anderes, als ein eigenes Kind und das sollte jeder wissen.

LillyMarlena
17.10.2014, 16:59
Ich kenne die Angst, nicht leibliche Mutter werden zu können, und sie existiert zum Glück nicht mehr. Aber auch jetzt, da ich Mutter bin, sehe ich das so, dass Frauen, die nie bangen mussten, nicht schwanger zu werden, das einfach nicht nachvollziehen können.
Der (noch) unerfüllte Kinderwunsch, der zu psychischen Problemen führt, ist rational nicht zu erklären, wie die meisten psychischen Angelegenheiten. Die Angst ist einfach DA. Da hilft auch kein Sinnieren über Adoptiv- und Pflegekinder, denn die leibliche Mutterschaft hat ganz andere Ebene. Das meine ich nicht wertend.

Gemme- ich verstehe deine Gefühle. Aber rückblickend sage ich: Du bist noch jung, es ist alles drin. Bei uns hat es beim ersten trotz beidseitiger Gesundheit und Abpassen des "richtigen Moments" über ein Jahr nicht geklappt. Und das kann teilweise zermürbender sein, als wenn man eine Diagnose hat: Denn man hat nichts, was man behandeln kann....

Ihc gehöre nicht zu denen, die sagen "Werd entspannt", dann klappt es, da halte ich für Quatsch. Aber das Leben lebt sich schöner, wenn man versucht, sich einfach mal den Druck zu nehmen. Bei mir war es irgendwann so, dass ich mir sagte, ach, ob es jetzt ein Jahr später klappt, ist doch eigentlich egal. Und da habe ich mich endlich mal gedanklich gelöst.

Salsaschwedin
17.10.2014, 17:17
Hallo Gemma,

ich habe das große Glück, unkompliziert schwanger geworden zu sein - kenne aber diesen irrsinnigen inneren Drang (bei mir mangels Partner) auch, wenn sich aufgrund des Alters (36) einfach der Horizont verengt.

Wie LillyMarlena halte ich nichts von "lenkt Euch ab, dann klappts von allein" oder "Entspannt Euch"-Blablabla. Grade, wenn ein Paar verheiratet ist oder schon länger zusammen, kommen solche "gutgemeinten" Fragen ja auch gerne mal aus dem direktem Umfeld...

Gibt es für Deine / Eure Kinderlosigkeit (HImmel, das liest sich grausam...) denn einen besonderen Raum oder eine Zeit, wo ihr geschützt darüber sprecht? Oder mäandert das Thema so durch alle Lebensbereiche und wird schnell getriggert (Du schriebst ja, dass Du keine EInschulungen, Kinderwägen, dicke Bäuche etc sehen magst)? Vielleicht wäre hier ein Ansatz, dieser lauten Leere einen speziellen platz zu geben (leider keine Idee, wie das konkret umgesetzt werden kann...)?

Hm, zum Schluss lass ich einfach mal :in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen: da und hoffe, wünsche, denke alles Gute für Dich!

Salsaschwedin

fritzi72
17.10.2014, 17:17
Und, Karla, wenn du in dem Bereich arbeitest, dann erkläre doch bitte, warum so viele Kinder , die in Obhut genommen werden und in kurzzeitpflege gehen, dann unter den von Coralie beschriebenen Umständen (fünfter geglückter Entzug Crystal-Meth abhängiger Mutter) so schnell und häufig zu ihrer desolaten ursprungsfamilie kommen? Vlt gäbe es mehr kinderlose paare, die als Pflegeeltern zur Verfügung stünden, wenn dies mit der Perspektive auf Adoption oder zumindest langzeitpflege verbunden wäre.

Sorry, Gemme, will deinen Strang nicht kapern, aber das Thema liegt mir am Herzen.
Und: ich kann mir nicht vorstellen, dass man dich nicht mehr leiden kann, weil du gerade eine achterbahnfahrt der Gefühle mitmachst. Du klingst sympathisch, offen und selbstreflektiert, also mach dir da mal keine Gedanken! Und ich finde, jammern ist erlaubt, tun doch schwangere und Mütter auch ständig(nehme mich da nicht aus), jeder jammert halt über das, was ihn nunmal betrifft.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine erfolgreiche Kiwu-zeit und hier einen regen Austausch , der dir durch die harten Zeiten hilft und bei dem du auch deine Freude teilen kannst!

Feeodora
17.10.2014, 18:08
Für mich ist bezeichnend genug, dass sich in diesem Strang und in keinem anderen mit einem ähnlichen Thema je Frauen zu Wort melden die tatsächlich ungewollt kinderlos geblieben sind.

Das sagt einfach für mich schon alles über dieses Trauma aus.

Und ja klar fände ich es toll glücklich und erfüllt in ein kinderloses Leben zu starten. Aber die Geschichte, der ganze Kinderwunsch ect, ist nun mal Teil meiner Biografie, vielleicht werde ich glücklich sein, aber sicher anders als wenn sich dieser Wunsch erfüllen würde. Ich denke eine leise Trauer wird dennoch zurück bleiben.

Adoption oder Pflegekind - warum muss ich so etwas Essentielles mit Ersatz "befriedigen"?

neka
17.10.2014, 18:25
Also obwohl ich auch nicht betroffen bin, ist das doch was, was mich betroffen macht. Das ist so ein sensibles, aufwühlendes Thema und ich verstehe nicht, wie man da was wie "dann leih dir halt eins" (verknappt gesagt) als total simple Lösung anbieten kann. Takt kann halt auch nicht Jede...

Ansonsten finde ich nicht, dass Frauen in der Situation mit dem Gejammer Nerven. Es ist immerhin eine Situation die nicht selbst gewählt ist und aus der man mit eigenem Willen nicht rauskommt. Keine Kiwu-Frau kann mit dem Finger schnippen und schwuppdiwupp ist das Problem behoben. Schlimm finde ich Gejammer nur, wenn man etwas selbst dran ändern könnte. Zb im Job, wenn man nicht zufrieden ist und ständig nur nörgelt anstatt sich nach einer Veränderung umzutun. (Auch das geht nicht für jeden beliebig, klar) Das sind also für mich zwei ganz verschiedene Arten des Jammerns.
Ich wünsche dir, Gemme, dass du hier noch bessere Aussagen zum Thema bekommst und du dich mit Gleichgesinnten austauschen kannst :blumengabe:

Morsezeichen
17.10.2014, 19:23
Ich denke auch, dass es eine eigene Entscheidung ist, Pflege- oder Adoptivkinder aufzunehmen -die komplett losgelöst von einem unerfüllten Kinderwunsch erfolgen sollte. Zudem Pflegeeltern es nun wirklich nicht leicht haben. Selbst in der Langzeitpflege stehen sie oft zwischen Kind und leiblichen Eltern, müssen Umgangskontakte unterstützen (egal ob förderlich oder nicht) und sich selbst in einer Rolle verorten, die eine Elternschaft nicht komplett ersetzen darf -falls die Kinder doch in die Herkunftsfamilien rückgeführt werden. Ich arbeite wie Karla auch in einem beruflichen Bereich, der dieses Thema immer wieder berührt und wundere mich über die pauschale Empfehlung von ihr.
Nun gut, die Situation von Pflegeeltern ist ein ganz anderes Thema, welches das von Gemme nicht beiseite drängen soll.

Gemme, ich kann Dich sehr gut verstehen. Bei mir hat es nur ein knappes Jahr gedauert, bis es mit der Schwangerschaft etwas geworden ist, aber ich hatte in dieser Zeit innerlich schon damit zu kämpfen, wenn Freundinnen plötzlich schwanger waren, die es erst viel kürzer probiert hatten und mir stolz ihre US-Bilder zeigten. Ich denke, das Thema Kinderkriegen ist in uns verankert und wenn ein Kinderwunsch besteht, ist es sehr schwer, diesen einfach "abzuschalten". Eine liebe Freundin von mir sieht sich derzeit auch damit konfrontiert, nicht auf natürlichem Weg schwanger werden zu können und ich (die gerade schwanger ist), kann nur erahnen, was für ein Ritt dieses Hin und Her bei den künstlichen Befruchtungen gewesen sein muss. Und nein, ich bin in keinster Weise von ihr genervt. Entsprechend versuche ich, für sie da zu sein, ohne ihr meine Schwangerschaft allzu oft "unter die Nase zu halten". Und dennoch habe ich oft das Gefühl, dass uns dieses Thema an gewissen Punkten trennt. Das schmerzt mich, lässt sich aber vielleicht nicht vermeiden...

Gemme, ich wünsche Dir und allen anderen Hibbelnden hier genau das, was ich meiner Freundin auch wünsche: Seid stark, aber gönnt Euch auch diese Auszeiten, in denen Ihr Euch hängenlasst! Es hat in meinen Augen nichts mit Selbstmitleid zu tun, die ganze Situation auch einfach mal als gemein und ungerecht zu benennen -auch das muss ausgesprochen werden. Ich wünsche Euch starke Menschen an Eurer Seite, die Euch einfühlsam unterstützen, Euch auch mal ablenken und zum Lachen bringen. Und ich wünsche Euch natürlich ganz, ganz, ganz viel Erfolg bei Eurem Vorhaben, Eltern zu werden! Lasst Euch bitte nicht in den "Was stellen die sich denn so an?!-Topf" stecken -Ihr habt das Recht, Eure Gefühle teilen zu wollen und hierbei offene Ohren und einfühlsame Menschen zu finden, die Euch zuhören!!!

Un noch etwas Positives: heute beginnt das Wochenende :)
Liebe Grüße,
Morsezeichen

Fredda21
17.10.2014, 19:27
Ich finde deinen Strang klasse, Gemme! :in den arm nehmen: Lass dich von taktlosen (und irgendwie ja auch völlig off topic) Kommentaren bloß nicht noch mehr runterziehen. Da kann ich Neka nur zustimmen. Und natürlich machst du dir Gedanken, alles andere wäre doch komisch, oder? Natürlich ist das eine total wichtige Sache, um die sich irgendwie alles dreht. Ich kenne das so gut! Der Gedanke und die kleine Bitterkeit und der Neid sind irgendwie immer da. Bei uns hat es zum Glück ziemlich fix geklappt. Aber eben auch nicht sofort. Und während dieser Zeit war ich garantiert für meine Mitmenschen und ganz besonders für meinen Mann die Pest. Und ich konnte mich auch selbst nicht mehr leiden, weil ich so verbissen und verspannt war.
Dass du dir so sympathisch und selbstironisch deine Gedanken machen kannst, zeigt doch, dass du eigentlich ganz cool und gut auf deinem Weg bist. Wird schon werden... auf natürlichem Wege oder mit aller Hilfe, die die moderne Medizin zu bieten hat. Und falls es, entgegen aller Wahrscheinlichkeit, doch nicht klappen sollte, wirst du/werdet ihr ganz bestimmt auch einen Weg finden, damit umzugehen. Alles Liebe!

Gemme
17.10.2014, 19:30
Hallo und vielen Dank für die vielen interessanten Antworten :blume:
Da sieht mans mal wieder, es gibt so viele tolle Frauen, da sollte man sich an den weniger tollen nicht weiter aufhängen ;)


Mir wurde von unserem Heimatjugendamt glasklar gesagt "Bitte erst Pflegekinder in Betracht ziehen, wenn die eigene Familienplanung abgeschlossen ist". Damit es dann eben zu keinem Trauma kommt, wenn das geliebte Kind, das gerade erst im eigenen Haus einen normalen, altersgemäßen Entwicklungsstand erreicht hat, wieder in seine Ursprungsfamilie muss
Genau so ist es.
Ich schließe das mit Pflegekindern auch nicht kategorisch aus für den Fall, daß es mit eigenem Nachwuchs nicht klappen sollte, aber ich unterschätze auch nicht, was da auf einen zukommen kann,
eine Freundin meiner Eltern ist von Beruf Pflegemutter - die hat aber auch eine entsprechende Ausbildung.
Aber ja, auch das könnte ein "Plan B" sein.

von Lily Marlena:

Ihc gehöre nicht zu denen, die sagen "Werd entspannt", dann klappt es, da halte ich für Quatsch. Aber das Leben lebt sich schöner, wenn man versucht, sich einfach mal den Druck zu nehmen. Bei mir war es irgendwann so, dass ich mir sagte, ach, ob es jetzt ein Jahr später klappt, ist doch eigentlich egal. Und da habe ich mich endlich mal gedanklich gelöst.
Dankeschön!
Genau DA möchte ich hin, daß ich einfach im Kopf ein bißchen loslassen kann.
Daß diese Kinderwunschzeit eher eine Langstrecke als ein kurzer Spurt zu sein scheint, ist klar, und da darf es auch aufs und abs geben. Aber es muß auch ein Leben möglich sein dabei, das nicht dauernd auf die Zukunft mit oder ohne Kind ausgerichtet ist.

von fritzi 72:


Sorry, Gemme, will deinen Strang nicht kapern, aber das Thema liegt mir am Herzen.
Ich finde das völlig in Ordnung! :blume:
Warum sich immer nur über Zyklustage austauschen,
warum nicht auch über andere gesellschaftliche Themen?


Und: ich kann mir nicht vorstellen, dass man dich nicht mehr leiden kann, weil du gerade eine achterbahnfahrt der Gefühle mitmachst. Du klingst sympathisch, offen und selbstreflektiert, also mach dir da mal keine Gedanken!
Vielen, vielen Dank!

von Feodora


Für mich ist bezeichnend genug, dass sich in diesem Strang und in keinem anderen mit einem ähnlichen Thema je Frauen zu Wort melden die tatsächlich ungewollt kinderlos geblieben sind.
Da hast Du schon recht, einerseits, aber andererseits:
vielleicht haben diese Frauen das Thema einfach durch und daher keinen Grund, sich in Kinderwunschforen
zu tummeln?
Und wer weiß, ob wir in dem Moment so offen dafür wären, uns deren Geschichte anzuhören.

Ich mein, wenn ich ehrlich bin, würde ich mich einerseits sehr freuen, mehr über zufriedene kinderlose Menschen zu lesen, aber andererseits macht mir das Thema auch gerade einfach zu viel Angst, um mich
damit so richtig ernsthaft zu befassen.

Dabei täte es mir im Augenblick sicher gut, diese Angst mal ein Stückchen zu überwinden und ganz vorsichtig über diese Mauer zu spähen.



Und ja klar fände ich es toll glücklich und erfüllt in ein kinderloses Leben zu starten. Aber die Geschichte, der ganze Kinderwunsch ect, ist nun mal Teil meiner Biografie
Und das ist gut und richtig so, und das soll und darf Dir niemand ausreden!
Dein Wunsch ist ein Teil von Dir - und Punkt!
Und mein Wunsch ist ein Teil von mir.
Ich möchte nur auch die anderen Teile von mir zu ihrem Recht kommen lassen.



vielleicht werde ich glücklich sein, aber sicher anders als wenn sich dieser Wunsch erfüllen würde. Ich denke eine leise Trauer wird dennoch zurück bleiben.
Beides ist gut möglich, vielleicht wäre es eine Mischung? :in den arm nehmen:

Vielleicht würde aus der Trauer irgendwann eine Art leises Bedauern werden.
Vielleicht würden wir irgendwann sagen, verdammt nochmal, ich hab ein Recht darauf, glücklich zu sein, und wenn das mit den Kindern nicht klappt, dann fang ich halt jetzt an, irgendwelche bekloppten Berge zu besteigen, meine Biografie zu schreiben oder Tulpen zu züchten, und dann wird sich dieses dämliche Lebensglück ja wohl mal einstellen - wer weiß?

von Neka

Es ist immerhin eine Situation die nicht selbst gewählt ist und aus der man mit eigenem Willen nicht rauskommt. Keine Kiwu-Frau kann mit dem Finger schnippen und schwuppdiwupp ist das Problem behoben.
Dankeschön auch Dir!
Das ist es ja, diese Hilflosigkeit, daß man so verhältnismäßig wenig tun kann, um schwanger zu werden
(außer dem Üblichen halt ;)) und sich darum - zumindest empfinde ich es so - an jeden Strohhalm klammert.

Und dann werden halt Zyklustage gezählt, Spermien berechnet, Temperatur gemessen undsoweiter - alles wichtig und notwendig, ich weiß! - in der Hoffnung, wenigstens ein bißchen "Kontrolle" zu haben.


Ich hätte nie, wirklich NIE gedacht, daß ich mal anfangen werde, die Tage seit meinem letzten Eisprung
zu zählen und ab Tag zwölfeinhalb im Fünf-Minuten-Takt aufs Klo zu rennen, um meinen Schlüpper auf Blutflecken zu überprüfen (entschuldigt die Offenheit, aber so ist das halt mal!).

Und das tut mir nicht gut, und darum möchte ich mir jetzt gerne mal ein bißchen Selbstwertgefühl
zurückerobern.

JuliaMetropolis
17.10.2014, 20:03
Liebe Gemme,

Ich finde diese Strang-Idee auch sehr toll. Die Seele nicht zu verletzen durch diesen unerfüllten Wunsch, das ist wirklich wichtig. Ich möchte dir einfach nur Mut zusprechen weiterhin diese Haltung zu bewahren. Bei allem bangen und hoffen und hibbeln. Den Blick auch in andere Richtungen des Lebens zu schwenken.

Ps: Du liest dich sehr angenehm, klingt vllt. doof, aber du kannst ja mal eine Art buch über die kiwu-zeit schreiben, mit allen sorgen und doch einer Portion Humor.

Blöde Idee?

Liebgruß

Feeodora
17.10.2014, 20:06
Gemme, ich versteh schon wie dus meinst. Ich reagier sehr empfindlich wenn sich nur die Frauen zu Wort melden die meinen zu verstehen aber eben nicht den langen und steinigen Weg gehen mussten. Ja der Kinderwunsch ist sicher nachzuvollziehen, der Schmerz und die Angst wohl kaum.

Ich für mich versuche Stück für Stück über die Mauer zu blicken, mich der Angst zu stellen. Auch mit professioneller Hilfe.

Ich denke schon, dass hier viele stumme Mitleserinnen sind. Mir ist auch klar, dass sie sich hier nicht zu Wort melden wollen und können. Mich würde interessieren wie ein möglicher Lebensweg ohne Kinder aussehen könnte. Aber Angst macht mir das halt auch.

Das ist es auch was mir fehlt, die Wunden zu heilen, das Kinderlose eben auch ganz normale Menschen sind die glücklich sind. Es ist eben die Frage, was ist Lebensglück? Jeder definiert es individuell. Ich versuche es grade raus zu finden. Von daher ist dieser Strang schon wichtig, nur befürchte ich, dass sich eben nur wenig Betroffene zu Wort melden werden und wenn dann eher die Erfolgreichen.

Gemme
17.10.2014, 20:43
...und noch mehr tolle Frauen :)


Blöde Idee?
Nein, gar nicht, im Gegenteil ;)



Ich reagier sehr empfindlich wenn sich nur die Frauen zu Wort melden die meinen zu verstehen aber eben nicht den langen und steinigen Weg gehen mussten.
Ja, so wird das leider immer sein - wirklich aus eigenem nachempfinden kann man nur das,
was man selber erlebt hat.

Wobei ich mich über all die lieben Wünsche von Euch Müttern sehr, sehr freue!!!

Ich wünsche mir aber natürlich manchmal (und habe mir in anderen Situationen gewünscht) auch oft einen Menschen um mich herum, der genau DAS erlebt hat, was ich erlebe.

Man fühlt sich dann weniger allein, oder?

Mein Partner ist zwar live dabei, aber der geht viel gelassener mit allem um.

(Gottseidank-auch wenn ich ihn manchmal abwatschen könnte, wenn er sich erfrecht, am
entscheidenden Tag keine Lust auf Sex zu haben, weils doch sicher nicht auf nen Tag oder ein paar Stunden hin oder her ankommt, aber die Statistik, die STATISTIK!!!! sagt nun mal, genau EINEN TAG vorm Eisprung
ist der Beste, und da kann man von einem liebenden Partner ja wohl verdammt nochmal erwarten,
daß er nicht nur einfach zur Zeugung parat steht, sondern der liebenden, aber im Moment total hysterischen Partnerin auch noch zu sinnlichen Erlebnissen voller Lust verhilft ;))



Ja der Kinderwunsch ist sicher nachzuvollziehen, der Schmerz und die Angst wohl kaum.
Nein :in den arm nehmen:

Aber wer weiß, was noch vor, hinter und in diesen Frauen liegt, die mir so beneidenswert erscheinen?
Vielleicht haben sie einen geliebten Menschen unter traurigsten Umständen verloren.
Vielleicht hatten sie eine besch**** Kindheit, vielleicht haben sie Gewalt erfahren,

vielleicht haben sie sich, aus einem anderen Grund und auf andere Art,
auch schon mal so weh und allein gefühlt oder fühlen es noch.



Ich für mich versuche Stück für Stück über die Mauer zu blicken, mich der Angst zu stellen. Auch mit professioneller Hilfe.
Und das finde ich eine verdammt gute, richtige und mutige Entscheidung von Dir!


Das ist es auch was mir fehlt, die Wunden zu heilen, das Kinderlose eben auch ganz normale Menschen sind die glücklich sind.

Ich schätze mal, daß das unheimlich individuell ist.
Aber klar, Mut machen täte das auf jeden Fall!



Es ist eben die Frage, was ist Lebensglück? Jeder definiert es individuell. Ich versuche es grade raus zu finden. Von daher ist dieser Strang schon wichtig, nur befürchte ich, dass sich eben nur wenig Betroffene zu Wort melden werden und wenn dann eher die Erfolgreichen.

Hmm...ich glaube, daß die Sehnsucht nach dem Lebensglück bei allen Menschen gleich groß ist,
nur die Wege, es zu suchen, dürften ziemlich unterschiedlich sein.

Ich hatte einen ziemlich schwierigen Start ins Berufsleben, das hat echt Jahre gedauert, bis ich einen
halbwegs gescheiten Job gefunden und auch behalten habe - in der Zeit hatte ich eine tiefe Krise,
weil ich überzeugt war, nur auf einem bestimmten beruflichen Weg glücklich sein zu können.

Und gegen meine tiefste Überzeugung und Erwartung damals bin ich jetzt happy mit meinem Job,
und ganz ohne das Gefühl, mich zu belügen und eigentlich etwas ganz anderes zu wollen.

Peppis
17.10.2014, 21:09
Ich denke, dass einige Frauen längere Zeit auf ihre Schwangerschaft warten mussten.

Das kann man dann nicht annähernd mit einer Zeit in den Mühlen der Kinderwunschklinik und den damit verbundenen Ängsten vergleich, aber eine Idee, wie sich deine Panik gerade anfühlt haben genau diese Frauen auch.

Ich glaube, dass die Frauen, die sich anders im Leben arrangiert haben nicht unbedingt hier bei uns mitlesen. Hin und wieder gibt es aber Posts von Frauen, die ungewollt kinderlos geblieben sind, wenn auch selten.

Meine Geschichte ist nicht deine, dennoch teilte mir mit ca. 34 und ohne Partner an meiner Seite (ich war Single) mein Operateur mit (ich stand kurz vor dem Verlust der Gebärmutter), dass es mit dem Kinderkriegen bei mir mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit nichts wird. Und wenn ich überhaupt eine Chance haben will, dann aber schnell usw.....

Ich war sehr traurig, habe das ganze aber immer in eine ganz tiefe Schublade gelegt und versucht nicht drüber nachzudenken.

Als ich meinen heutigen Mann kennenlernte teilte er mir schon nach minimal kurzer Zeit mit, wie groß sein Kinderwunsch ist. Ganz schlecht ist es mir geworden und ich hatte Angst.

Mit 37 bin ich zum erstenmal Mama geworden. Ich erinnere mich aber zu genau an jeden negativen Test und die Panik.

Ich weiss nicht, wie ich damit umgeganen wäre hätte es denn nicht..... Das kann man sich im Nachhinein nicht vorstellen und auch nicht mutmaßen. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist es mir aber immer gelungen, alles so anzunehmen wie es ist und trotzdem glücklich zu werden. Ich gehe davon aus, dass es auch da so gewesen wäre. Mit der Zeit.....

Jeden Zyklus besteht bei einer gesunden Frau eine 20 % (jedenfalls so in dem Rahmen) Chance.

Ich drücke dir sehr feste die Daumen, dass bisher einfach immer der 80 % Weg genommen wurde.

Deine Art zu schreiben ist sehr erfrischend zu lesen. Behalte dir deinen Humor bei. :blume:

Miliane82
17.10.2014, 21:12
Hallo liebe "Langzeithibblerinnen", "Dinosaurierinnen"
alle, die eine Fehlgeburt erlebt haben, alle, die in der KiWu-Behandlung sind
sowie die, die kurz davor stehen und deswegen Sorgen haben,
und alle, die sich sonst noch angesprochen fühlen :blume::


Hallo liebe Gemme,

auch ich kenne diese depressiven, traurigen, einsamen Momente. Ich hatte zwei Fehlgeburten und eine medizinisch indizierte Abtreibung - was ich hier nicht weiter zum Thema machen möchte.

Oft frage ich mich, ob das "Problem" nicht daran liegt, dass man sowohl mit Fehlgeburten, Abtreibungen und auch unerfülltem Kinderwunsch im real Life so alleine und einsam ist. Keiner spricht darüber - zumindest nicht in meinem Umfeld. Und ich hab es mir nicht getraut, mich jemandem anzuvertrauen und wirklich offen über meine Trauer, meine Angst, meine Hilflosigkeit zu sprechen.

Deswegen wünsche ich dir von Herzen jemandem, mit dem du im echten Leben darüber reden kannst! Ganz offen, ob und wie ihr in Behandlung seid. Wo ihr gerade steht und wie du dich fühlst. Ich glaube noch nicht, dass derjenige zwingend "Betroffener" sein muss. Es reicht doch eine empathsiche und liebevolle Person.
Vielleicht findest du jemanden, damit deine Seelentiefs immer nur von kurzer Dauer sind und das fröhliche "Restleben" :zwinker: wieder in den Mittelpunkt rücken kann.

Ich wünsche es dir von Herzen!

Miliane

Peppis
17.10.2014, 21:25
Milane,

:blume:

da wir ja ein bisschen im selben Boot sitzen.

Ich glaube, die Umwelt weiss einfach nicht wie sie reagieren soll. Ich bin sehr offen und gehe bis heute offen mit dem Thema um (und das Thema ist ja austauschbar) und habe die Erfahrung gemacht, dass ich auf sehr viel Verständnis und jede Menge offene Ohren getroffen bin.

Das Reden und das nicht Verschweigen war der ausschlaggebende Punkt Dinge vernünftig zu verarbeiten.

Spatz22
17.10.2014, 21:39
Ich habe das durch, bin nun endlich Mutter und Rückblickend kann ich sagen, zu dieser Zeit war ich nicht ich und das mit gutem Grund. Ich möchte Dir nur sagen:es ist völlig egal, ob und wen du nervst, du darfst das.
Es erfordert so viel Kraft und Geduld und dann noch die Ungewissheit ob sich all das lohnen wird.
Ich wünsche es Dir von Herzen.
Ich von mir aus kann nur sagen, ich wurde erst wieder "normal", als ich mein Kind in den Armen hatte.
Die Seele nimmt Schaden, man kann höchstens versuchen, diesen möglichst gering zu halten, indem ich mich nicht überfordert habe, mit dem was andere von mir erwarteten.
Und wenn das hieß, dass ich den Kontakt zu Freundinnen, die bereits Mutter waren, deutlich einschränken musste. Das darf man nämlich.

Miliane82
17.10.2014, 21:50
Peppis :blumengabe:

Gemme
17.10.2014, 21:54
Hallo Peppis und Miliane,


Meine Geschichte ist nicht deine, dennoch teilte mir mit ca. 34 und ohne Partner an meiner Seite (ich war Single) mein Operateur mit (ich stand kurz vor dem Verlust der Gebärmutter), dass es mit dem Kinderkriegen bei mir mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit nichts wird. Und wenn ich überhaupt eine Chance haben will, dann aber schnell usw.....
Ach Du Schande, was ein Alptraum!

Das ist ja auch so ne Sache, es gibt echt viele top Frauen, die im entscheidenden Alter ohne Partner sind.
Ich ärgere mich da manchmal über mich selber, da hab ich einen Kerl an meiner Seite, der meistens ein Schatz ist -
dabei stehen anderen Frauen vor der Situation, mal eben schnell einen Partner UND dann ein Kind ranzuschaffen.


Als ich meinen heutigen Mann kennenlernte teilte er mir schon nach minimal kurzer Zeit mit, wie groß sein Kinderwunsch ist. Ganz schlecht ist es mir geworden und ich hatte Angst.
Das glaub ich Dir. Wie schön, daß er zu Dir gehalten hat, das war sicher nicht immer einfach für Euch beide.


Bis zum heutigen Zeitpunkt ist es mir aber immer gelungen, alles so anzunehmen wie es ist und trotzdem glücklich zu werden. Ich gehe davon aus, dass es auch da so gewesen wäre. Mit der Zeit.....
Ging mir nach anfänglichem Sträuben auch schon oft so...


auch ich kenne diese depressiven, traurigen, einsamen Momente. Ich hatte zwei Fehlgeburten und eine medizinisch indizierte Abtreibung - was ich hier nicht weiter zum Thema machen möchte.

Das tut mir sehr, sehr leid für Dich.
Eine Freundin von mir mußte auch eine Abtreibung aus medizinischen Gründen vornehmen lassen,
Mann, war das hart.
So sehr ich sie manchmal um ihren inzwischen geborenen kleinen Sohn beneide -
den Konflikt, den sie da erlebt hat, den möchte ich nicht geschenkt, das sage ich ganz offen,
ich hab ganz dolle Hochachtung vor Dir und Frauen, die das erlebt haben.


Oft frage ich mich, ob das "Problem" nicht daran liegt, dass man sowohl mit Fehlgeburten, Abtreibungen und auch unerfülltem Kinderwunsch im real Life so alleine und einsam ist. Keiner spricht darüber - zumindest nicht in meinem Umfeld. Und ich hab es mir nicht getraut, mich jemandem anzuvertrauen und wirklich offen über meine Trauer, meine Angst, meine Hilflosigkeit zu sprechen.
Ich glaub, da hast Du recht. Meine Freundin damals hat auch nur mit ihrem Partner drüber geredet, wir haben uns erst danach kennengelernt.
Und ich spreche auch nicht sehr viel über unseren Kinderwunsch, ehrlich gesagt.

Ich hab irgendwie Angst.....wie soll ich das sagen, daß ich dann dastehe wie ein Kind, daß die Nase an das Schaufenster
mit den Süßigkeiten drückt, aber sich keine leisten kann? Wobei, so komme ich mir ja eh schon vor,
ich habe wohl Angst, das auszusprechen, weil es dann so real wird....hm....

...gaaaanz lieben Dank für Deine guten Wünsche!!!!

Peppis
17.10.2014, 22:11
Schön dargestellt. Kann ich mir vorstellen, dass das Problem erst dann zum richtigen anerkannten Problem wird, wenn es laut ausgesprochen wird.

Und ich vermute für die meisten Männer ist es auch erstmal nicht so das Problem. Jedenfalls werden die wenigsten die Trauer und die Ängste auf die gleiche Art verspüren können.

In solchen Fällen ist fast immer eine gute Freundin besser geeignet, wobei es auch da nicht jeder gelingt sich in diese Situation einzufühlen, falls nicht selbst schon miterlebt.

Schwierig.

In meinem Fall hatte ich Glück, mein Mann tauchte auf :smirksmile: Ich hab nicht nicht gesucht, ich hab mir einen Hund angeschafft :-) Ich glaube ja an so etwas wie Schicksal. In meinem Leben war es wirklich immer so, dass sich die Dinge irgendwie so gefügt haben, dass sich hinterher ein halbwegs brauchbares Ergebnis aufgetan hat.

Zu den Ovus und diversen Eisprungmessungen habe ich es tunlichst vermieden dem Holden die Zeitpunkte mitzuteilen. Es reicht ja, wenn es einen stresst :smirksmile:

fritzi72
17.10.2014, 23:37
Nochmal ich:

also, ich kenne ein paar Beispiele, in denen der Kinderwunsch nicht mit einem (eigenen) Kind endete. Klar, keine Erfahrung aus erster Hand, aber wenn Ihr, Gemme, Feeodora,...., gerne etwas über diese Frauen hören wollt, schreib ich das gerne hier.
Will aber lieber erst fragen, ob das ok ist.

Lg euch allen mit so vielen bewegenden Erfahrungen:blume:

NurZuGast
18.10.2014, 01:42
Ich gehöre auch zu den ungewollt Kinderlosen. Jedoch nicht, weil es nicht geklappt hat, sondern weil ich niemals einen Mann hatte, der mit mir eine ernstzunehmende Beziehung hätte haben wollen. Von meiner Seite aus waren meine Beziehungen ernst gemeint, jedoch wurde ich mehrfach verlassen bevor es enger oder ernster hätte werden können. Final einen Monat vor meinem 40. Geburtstag. Ich habe also niemals mit einem Beziehungspartner zusammen gelebt, über Heirat, Kinder oder sonstige Zukunftspläne nachdenken oder diese gar planen können. Völlig zusammengebrochen bin ich dann nach dem letzten Mal verlassen werden. Mir wurde so brutal klar, dass es das für mich war. Dass ich niemals die Geborgenheit einer Ehe/Familie kennenlernen werde. Dass ich niemals geliebt werden und auch keine Kinder haben würde. Der Kinderwunsch ging aber trotzdem nicht weg. Ich würde diese Zeit heute als echte Folter umschreiben.

Es hat insgesamt ca. 5 Jahre gedauert, in denen ich mit dem Leben und dem Schicksal gehadert habe, Angstzustände und Panikattacken bekam, unter Posttraumatischer Belastungsstörung litt und wirklich dachte, das Leben sei vorbei und ich würde nie wieder glücklich werden.

Aber wie bei jeder Trauer, d.h. wenn man abgeschlossen hat und die Heilung beginnen kann, verarbeitet sich das irgendwann. Ich bin nun 47, seit 7 Jahren Single und mittlerweile durch die Trauer durch. Jetzt geht es mir wieder gut, nicht an jedem Tag, eine Narbe ist geblieben, aber an 8 von 10 Tagen. Wobei bei mir der "keiner wollte mich je haben" Schmerz wesentlich größer ist als der der Kinderlosigkeit (ich wollte nie von vornherein Alleinerziehende sein).

Aber es gehört auch zum Leben, Dinge so anzunehmen wie sie sind und trotzdem lebensfroh zu bleiben (oder wieder zu werden). Krankheit, Tod, Unfall, Behinderung, Kinderlosigkeit, Partnerlosigkeit etc. sind Dinge, die jeden treffen können zu jeder Zeit. Es sind Schicksalsschläge, die man niemandem wünscht, aber mit denen man lernen muss umzugehen. Meiner Erfahrung nach bringt es nichts, sich die Augen zuhalten zu wollen, um das worst-case-szenario nicht sehen zu müssen, denn dann wird es umso schlimmer, wenn es dann doch eintritt.

Ich wünsche also allen, dass sie entweder ihren Herzenswunsch erfüllt bekommen oder Frieden mit ihrem Schicksal finden werden.

Cariad
18.10.2014, 08:37
Ich gehöre ja auch zu denen, deren lange und schwierige Kiwu-Zeit glücklich geendet hat. Darum würde ich gerne einen ganz konkreten Rat anbringen. Nach meiner dritten Fehlgeburt habe ich erst ein Coaching und dann ein Resilienztraining mitgemacht. Ich wollte mir sicher sein, dass mein Leben auch dann wieder gut wird, wenn es ohne eigene Kinder bleibt. Das hat für mich gut funktioniert. Das letzte Jahr meiner Kinderwunschzeit war für mich ein glückliches und erfülltes, trotz einer weiteren Fehlgeburt.

Man kann und darf sich Hilfe holen. Die muss nicht immer im therapeutischen Bereich liegen - mir war es wichtig, meine Gefühle nicht zu "pathologisieren". Man sollte sich einfach umschauen, welche Möglichkeiten der Unterstützung es so gibt.

Ebayfan
18.10.2014, 08:41
Ich bin absichtlich kinderlos und finde nicht, dass ein Leben ohne Kinder irgendwie langweilig oder leer ist. Im Grunde machen sie einen doch ziemlich unfrei, kosten viel Geld und wenn man Pech hat, finden sie ihre Eltern dann auch noch blöd. Von Problemen schulischer oder gesundheitlicher Art will ich gar nicht erst reden.

Natürlich sind sie auch süß und lustig. Aber diese Seite kann man auch mit fremden Kindern erleben, wenn man sich z.b. in einem Sportverein in der Jugendarbeit engagiert. Der Vorteil dabei ist, dass man am Ende der Trainingsstunde wieder seine Ruhe hat und dass man dabei fast nur mit der Sonnenseite des Kind seins in Berührung kommt.

Aber was auch immer das Leben für einen bereit hält, ich glaube, es ist immer das Beste, sich mit dem, was man hat, zu arrangieren, anstatt sich ein ganz anderes Leben zu wünschen. Nimm es wie es kommt, ändere was dich stört, aber lass dich nicht von dem unterkriegen, was du nicht ändern kannst.

Beide Varianten des Lebens, mit und ohne Kinder, haben ihre Vor- und Nachteile. Genieße die Vorteile von dem, was ist. Es schadet auch nicht, die Nachteile von dem was man nicht hat, im Auge zu haben.^^

Ändert sich die Situation, kann man sich leicht umstellen. Zuviel Objektivität macht auch nicht glücklich und manchmal ist es besser, sich auch mal was schön zu reden.

Kurz: versteife dich nicht zu sehr auf deinen Wunsch und vergiss nicht, im Jetzt gut zu leben.

Ein Pflegekind würde ich mir nicht ans Bein binden! Ich glaube, damit holt man sich nur einen Sack voll Probleme ins Haus, ohne dass die eigentliche Sehnsucht nach eigenen Nachkommen wirklich befriedigt wird. Ich glaube, der Kinderwunsch ist im Grunde der Drang der eigenen Gene, weiterzuleben. Die Frage ist, ob man sich als Idividuum betrachtet oder als Glied einer langen Kette mit der Bestimmung sich fortzupflanzen. Wobei man mal wieder bei der grundlegensten aller Fragen angekommen ist: Was ist der Sinn (meines) Lebens? Möchte man sein Leben dem Drang seiner Gene unterordnen oder lieber sein eigenes Ding durchziehen?

Oder ist der Drang nach einem Kind vergleichbar mit dem Wunsch, mit Haustieren zu leben? Einfach weil sie süß und kuschelig sind? Dann wäre ein Pflegekind vielleicht doch eine Option. Ich glaube aber, in den meisten Fällen ist es das nicht. Es geht um unseren tiefsten Instikt nach Fortpflanzung.

Aber egal, zu welchem Ergebnis man kommt, ich finde es nützlich, sich darüber Gedanken zu machen. Und es ist klug, sich die Vorteile dessen, was man hat, klar zu machen, denn nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass für mich persönlich der Sinn des Lebens ist, glücklich zu sein. Auf meine Art. Meine Gene können mich mal!^^

Mailine
18.10.2014, 09:23
Ich wollte mich eigentlich auf meine Finger setzen...muss jetzt aber doch mal was sagen.

Gemme :blume:
Eine schöne Idee. Ich wünsche Dir viele Gleichgesinnte, die mitschreiben möchten.


Aber was auch immer das Leben für einen bereit hält, ich glaube, es ist immer das Beste, sich mit dem, was man hat, zu arrangieren, anstatt sich ein ganz anderes Leben zu wünschen. Nimm es wie es kommt, ändere was dich stört, aber lass dich nicht von dem unterkriegen, was du nicht ändern kannst.

Beide Varianten des Lebens, mit und ohne Kinder, haben ihre Vor- und Nachteile. Genieße die Vorteile von dem, was ist. Es schadet auch nicht, die Nachteile von dem was man nicht hat, im Auge zu haben.^^

Ändert sich die Situation, kann man sich leicht umstellen. Zuviel Objektivität macht auch nicht glücklich und manchmal ist es besser, sich auch mal was schön zu reden.

Kurz: versteife dich nicht zu sehr auf deinen Wunsch und vergiss nicht, im Jetzt gut zu leben.

Ebayfan: Was Du da beschreibst, wäre bei einem langfristig und dauerhaft Kinderlosem eine mentale Leistung.
Ein durch die Kraft des Geistes erreichter Geisteszustand, der einem das Leben erleichtern kann.

Was Du dabei vergisst, ist, dass der unerfüllte Kinderwunsch hochemotional ist und das macht es auch schwierig, ihn gegenüber anderen erklären zu können. Es gibt eine Definition aller Gefühle, die ein Mensch empfinden kann. Was es aber bedeutet, eine Emotion zu durchleben, kann nur jeder Mensch für sich individuell fühlen.

Ich habe den unerfüllten Kinderwunsch mit starkem Liebeskummer verglichen. Für mich waren beim Liebeskummer und erfüllten Kinderwunsch innewohnend eine unglaublich starke Sehnsucht, die mich schier zerreissen konnte.
Stelle Dir einen solchen starken Liebeskummer vor (und das hat sicher fast jeder ein Mal im Leben erlebt), gepaart mit einer Sehnsucht, die wieder und wieder zum Punkt kommt, dass etwas Wesentliches fehlt, und diese ständige Erkenntnis raubt einem den Atem und den Verstand ... und das Ganze um ein Vielfaches gesteigert, es durchwirkt einen als Person, den Geist, die Seele, den Verstand, beeinflusst das gesamte Leben ... das kann sehr schmerzen.

Einen Zustand dieser Art kann man glaube ich nicht allein mit der mentalen Kraft klar kriegen und im Griff haben. Das kann man erst, wenn man losgelassen hat (ja sorry Ihr Lieben, ich muss diesen Ausdruck benutzen) und die Trauer durchlebt hat und danach verarbeiten kann.
So wie NurZuGast es beschreibt.
Dann akzeptiert man, wie das mit den großen Dingen im Leben so ist, wie es Schicksalsschlägen gemein ist.
Und eben das kann man nicht, den unerfüllten Kinderwunsch mental auf die Kette kriegen und alles ist gut. So ein Vorschlag bagatellisiert den unerfüllten Kinderwunsch. Er eignet sich für profane Lebenssituationen, aber nicht für ein so wesentliches und tiefgreifendes Problem.


Zur Pflegekinderdiskussion:
Man könnte ja hingehen und einem Beinamputierten vorschlagen, sein verlorenes Bein durch eine Prothese zu ersetzen. Hmmja, das könnte man. Man könnte sagen, Du hast doch jetzt ein Bein, jetzt sei wieder froh und glücklich und genieß Dein Leben und sieh nur das Positive, das Du hast. Die tollste und beste Beinprothese der Welt könnte aber nicht vergessen machen und drüber hinwegtäuschen, dass diesem Menschen etwas Wesentliches in seiner Unversehrtheit fehlt. Und der Phantomschmerz bleibt.

Für mich zählt zur Unversehrtheit eines Menschen dass auch dessen Psyche unversehrt ist und das ist sie nicht, wenn der unerfüllte Kinderwunsch nagt. Hier gibt es sicher Schattierungen und Ausprägungen, aber im Endeffekt: Ist die Sehnsucht nach einem Kind erstmal da, lässt sie sich nicht einfach abstellen.
Ich möchte auch lieber von Sehnsucht denn vom Wunsch sprechen. Wunsch klingt, als ließe er sich erfüllen und dann wäre alles gut. Die Sehnsucht ist umfassender.


NurZuGast:
Dein Posting und Deine Erfahrungen haben mich berührt. :in den arm nehmen: Das wäre auch fast mein Schicksal geworden. Ich kann nur erahnen, was Du durchgemacht hast. Ich möchte Dir meinen größten Respekt aussprechen, auch für Deinen Mut, Deine Erfahrungen öffentlich zu beschreiben. :blume:

Ebayfan
18.10.2014, 09:32
Wenn das so stark ist, haben die Gene viel Macht!

Sowas muss erblich sein. In meiner Familie hat niemand einen Kinderwunsch, wir sterben aus. Aber es kümmert uns nicht.

Entchen
18.10.2014, 10:04
Mailine, du schreibst und beschreibst so gut! Danke für den tiefen einblick und deine vergleiche!

blubb80
18.10.2014, 10:05
ebayfan, kiwu ist wirklich emotional. mein bruder fragte mich mal, warum ich mir ein kind ans bein binde. totale einschränkungen, teuer, durchwachte nächte, keine freiheiten mehr und das über einen ziemlich langen zeitraum. und dann weiß man nicht ob es gesund ist / bleibt / man sorgt sich ein leben lang. (so seine sicht). er wollte nie kinder, deshalb denke ich das menschen ohne kiwu diesen einfach nie nachvollziehen können.

sorry, das ich nochmal geschrieben habe...

Glueck2014
18.10.2014, 10:07
Liebe Gemme :blume:


schön das Du diesen Strang eröffnet hast. Ich finde es sehr sinnvoll hier auch Frauen zu Wort kommen zu lassen, die trotz Kinderwunsch eben leider nicht schwanger geworden sind.
Und um das geht es hier oder? Ich denke das ich mich aller Wahrscheinlichkeit hier einreihen kann, obwohl
die Hoffnung immer noch da ist, aber sehr gering. Ich freue mich auf jede Mut-Mach Geschichte hier...
und auch ich kann vielleicht etwas dazu beitragen ;-)

Ebayfan ich muß immer über Deine Beiträge schmunzeln :freches grinsen: sei froh das Du diesen Kinderwunsch nicht hast :smirksmile:

Karla

Stell Dir vor...ich wünsche mir ein Kind, ich habe aber weder Bock auf eine Adoption, noch auf ein Pflegekind aus zerrüttenden Familienverhältnissen ;-) wenn ich ein behindertes Kind zur Welt gebracht hätte-ok, das ist schon schlimm genug, aber das hätte man dann eben auch irgendwo gemeistert und wäre mit der Zeit hinein gewachsen. Ich ziehe vor jeder Frau den Hut, die vor dieser Aufgabe steht.

Würde in meiner Schwangerschaft zu 99% eine Behinderung des Kindes im Raum stehen, würde ich dieses Kind TROTZ Kinderwunsch nicht bekommen wollen. Und jetzt kannst Du, oder wer auch immer auf mich los gehen wenn Du magst :smirksmile:

Menschen, die noch in Wunden bohren, braucht hier kein Mensch! Aber wer weiß schon was Dich in Deinem Leben hier so triggert ....das Du solche Kommentare vom Stapel lässt. Und ich brauche jetzt auch kein Meinungsverbot von irgend einem Mod.. hier :blume:

Glueck2014
18.10.2014, 10:20
Ich bin absichtlich kinderlos und finde nicht, dass ein Leben ohne Kinder irgendwie langweilig oder leer ist. Im Grunde machen sie einen doch ziemlich unfrei, kosten viel Geld und wenn man Pech hat, finden sie ihre Eltern dann auch noch blöd. Von Problemen schulischer oder gesundheitlicher Art will ich gar nicht erst reden.

Natürlich sind sie auch süß und lustig. Aber diese Seite kann man auch mit fremden Kindern erleben, wenn man sich z.b. in einem Sportverein in der Jugendarbeit engagiert. Der Vorteil dabei ist, dass man am Ende der Trainingsstunde wieder seine Ruhe hat und dass man dabei fast nur mit der Sonnenseite des Kind seins in Berührung kommt.

Aber was auch immer das Leben für einen bereit hält, ich glaube, es ist immer das Beste, sich mit dem, was man hat, zu arrangieren, anstatt sich ein ganz anderes Leben zu wünschen. Nimm es wie es kommt, ändere was dich stört, aber lass dich nicht von dem unterkriegen, was du nicht ändern kannst.

Beide Varianten des Lebens, mit und ohne Kinder, haben ihre Vor- und Nachteile. Genieße die Vorteile von dem, was ist. Es schadet auch nicht, die Nachteile von dem was man nicht hat, im Auge zu haben.^^

Ändert sich die Situation, kann man sich leicht umstellen. Zuviel Objektivität macht auch nicht glücklich und manchmal ist es besser, sich auch mal was schön zu reden.

Kurz: versteife dich nicht zu sehr auf deinen Wunsch und vergiss nicht, im Jetzt gut zu leben.

Ein Pflegekind würde ich mir nicht ans Bein binden! Ich glaube, damit holt man sich nur einen Sack voll Probleme ins Haus, ohne dass die eigentliche Sehnsucht nach eigenen Nachkommen wirklich befriedigt wird. Ich glaube, der Kinderwunsch ist im Grunde der Drang der eigenen Gene, weiterzuleben. Die Frage ist, ob man sich als Idividuum betrachtet oder als Glied einer langen Kette mit der Bestimmung sich fortzupflanzen. Wobei man mal wieder bei der grundlegensten aller Fragen angekommen ist: Was ist der Sinn (meines) Lebens? Möchte man sein Leben dem Drang seiner Gene unterordnen oder lieber sein eigenes Ding durchziehen?

Oder ist der Drang nach einem Kind vergleichbar mit dem Wunsch, mit Haustieren zu leben? Einfach weil sie süß und kuschelig sind? Dann wäre ein Pflegekind vielleicht doch eine Option. Ich glaube aber, in den meisten Fällen ist es das nicht. Es geht um unseren tiefsten Instikt nach Fortpflanzung.

Aber egal, zu welchem Ergebnis man kommt, ich finde es nützlich, sich darüber Gedanken zu machen. Und es ist klug, sich die Vorteile dessen, was man hat, klar zu machen, denn nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass für mich persönlich der Sinn des Lebens ist, glücklich zu sein. Auf meine Art. Meine Gene können mich mal!^^

so geil :freches grinsen::prost:

Camaine
18.10.2014, 11:56
Liebe Gemme,
Tolle Strangidee! Du liest dich sehr erfrischend und ich finds gut, dass mal jemand gute Laune verbreiten will. Danke für die Lacher, die mir einige deiner Posts beschert haben. :freches grinsen:

Wir starten grade unsere KiWu-Behandlung und werden wohl Anfang nächsten Jahres unsere erste ICSI versuchen. Wie man psychisch am besten mit dem ganzen umgehen soll frage ich mich auch, will also gerne hier mitschreiben.
Man muss ja Hoffnung haben, sonst könnte man sich den ganzen Zirkus gleich schenken, muss sich aber auch mit der Möglichkeit beschäftigen, dass es nicht klappen könnte und gleichzeitig sein Leben normal weiterleben... Das klingt für mich nach einem mentalen Salto mortale. :wie?: bei mir ist das tagesformabhängig, funktioniert mal mehr mal weniger gut. An guten Tagen denk ich mir: Hey, unser kinderloses Leben ist auch nicht schlecht, wir haben jede Menge Freiheit, wäre es denn so schlimm wenn es so bleibt?

Mein Mann kommt mit dem normal weiterleben viel besser klar, letztes hat er mich gefragt, ob wir nicht nächstes Jahr in die Karibik fahren wollen? In dem Moment war ich etwas fassungslos, nein, wenn möglich möchte ich nächstes Jahr gerne schwanger sein und keine Fernreise unternehmen... :ooooh: und wenn es nicht geklappt hat vielleicht in einem neuen Versuch stecken. Und außerdem sein wir dann wahrscheinlich pleite, weil unser Geld in der Klinik gelandet ist. Aber wenn ich drüber nachdenke hat er absolut recht. Warum alles hinten anstellen und wartenwartenwarten? was weiß ich denn, was im nächsten Herbst ist? Reiserücktrittsversicherung abschließen und für alle Fälle gewappnet sein! :Sonne:

Ansonsten empfinde ich den KiWu als echten Energiefresser. Manchmal wird der Alltag so anstrengend, weil so viele Kapazitäten damit "belegt" sind. Wenn ich ein Computer wär, würde ich sagen, im Hintergrund läuft ständig ein Programm, was die Rechenleistung belegt und alles andere langsamer macht. Gutes Beispiel ist da der Beitrag von Karla, der mich echt geärgert hat. Bei einem anderen Thema hätte ich mir wohl gedacht, ach, ignorier den Schmarrn einfach, aber hier hat es mich getroffen. Karla, das war wirklich kontraproduktiv für die heile Seele!

Gemme
18.10.2014, 12:01
Hallo Ihr Lieben,

boaaah so viele Antworten! Ich hoffe, ich übersehe niemanden!

Erstmal: ich finde, hier kann, darf und soll doch bitte jeder Mensch schreiben dürfen,
der der durchschnittlichen Höflichkeit mächtig ist, egal ob nun mit Kind oder ohne oder gerade in Behandlung oder was auch immer:blume:
Bitte setzt Euch also nicht auf die Finger.

Austausch und Ermutigung aller Art werden gern genommen :blume:

Ich habe gestern im "real life" überaschend von zwei Frauen erfahren, beide gute Bekannte Richtung 50,
daß sie auch ungeplant kinderlos geblieben sind - und ich hätte das NIE gedacht, weil die Beiden
einfach dermaßen zufrieden und voll Power durchs Leben gehen, ich hab mir immer gewünscht,
wär ich doch wie die, die wollten (dachte ich!) nie Kinder und habens gut - jetzt haben sies trotzdem gut.

Reden hilft halt ;)

von Fritzi 72

also, ich kenne ein paar Beispiele, in denen der Kinderwunsch nicht mit einem (eigenen) Kind endete. Klar, keine Erfahrung aus erster Hand, aber wenn Ihr, Gemme, Feeodora,...., gerne etwas über diese Frauen hören wollt, schreib ich das gerne hier.
Will aber lieber erst fragen, ob das ok ist.
Sehr gerne :blume:
Wie gesagt, ich möchte weg vom Tunnelblick.

von NurZuGast

Ich gehöre auch zu den ungewollt Kinderlosen. Jedoch nicht, weil es nicht geklappt hat, sondern weil ich niemals einen Mann hatte, der mit mir eine ernstzunehmende Beziehung hätte haben wollen.
Da sieht man mal wieder, wie doof die Männer sind.
Du bist eine Topfrau, laß Dir das gesagt sein,
und ganz vielen Dank für Deine weisen, lieben Worte!
Ich bin froh, daß Du zu Dir gefunden hast trotz allem. Mit sich selbst im Reinen zu sein, egal was passiert,
ist doch immer die größte Herausforderung.

von Cariad

Darum würde ich gerne einen ganz konkreten Rat anbringen. Nach meiner dritten Fehlgeburt habe ich erst ein Coaching und dann ein Resilienztraining mitgemacht. Ich wollte mir sicher sein, dass mein Leben auch dann wieder gut wird, wenn es ohne eigene Kinder bleibt.
Ach Mensch, das tut mir unheimlich leid mit den Fehlgeburten! Und wie schön, daß es dann doch noch geklappt hat. Ich wünsch Dir noch ganz viele schöne Erlebnisse mit Deinem Kind!

Ein suuuuuuuuper Tipp ist das mit dem Coaching, wer wie wo bietet denn sowas an?
Nach genau sowas habe ich gesucht!!!

von Glueck2014

Ich finde es sehr sinnvoll hier auch Frauen zu Wort kommen zu lassen, die trotz Kinderwunsch eben leider nicht schwanger geworden sind.
Und um das geht es hier oder? Ich denke das ich mich aller Wahrscheinlichkeit hier einreihen kann, obwohl
die Hoffnung immer noch da ist, aber sehr gering. Ich freue mich auf jede Mut-Mach Geschichte hier...
und auch ich kann vielleicht etwas dazu beitragen ;-)
Schön, daß Du mittun willst :blume:

Ja also, es geht AUCH darum, ja.
Und ganz allgemein darum, die Kinderwunschzeit so zu durchleben, daß ich nicht hinterher sagen muß,
diese X Jahre waren der totale Alptraum, verschwendete Zeit oder Ähnliches.

Wir wissen halt nicht, wies ausgeht - es kann klappen mit dem Kind, vielleicht klappt es halt aber auch nicht.
Ich möchte in dieser Zeit, die noch bis Anfang,Mitte 40 dauern kann oder aber kürzer, einfach auch LEBEN.

Wie geht es Dir denn im Moment? :blume:

von Ebayfan

Beide Varianten des Lebens, mit und ohne Kinder, haben ihre Vor- und Nachteile. Genieße die Vorteile von dem, was ist. Es schadet auch nicht, die Nachteile von dem was man nicht hat, im Auge zu haben.^^
Ich fand Deinen Beitrag einfach herzerfrischend :freches grinsen:
Natürlich ist es immer so, daß jemand, der einen Wunsch nicht hat, nicht nachvollziehen kann, daß jemand
anders diesen Wunsch eben schon hat, aber ich finde das gerade angenehm "erdend" - ich steigere mich gerade oft darin hinein, daß, hätte ich ein Kind, sofort ALLES, ALLES gut und perfekt wäre.

Und so würde es halt mutmaßlich nicht laufen - ich werde auch so Verantwortung für mein Lebensglück übernehmen müssen, ob nun mit oder ohne Kind.

Ebayfan
18.10.2014, 12:04
Karibik ist doch toll! Laue, romantische Tropennächte. Liebe, Leidenschaft ...

Das kann doch bei einem Kinderwunsch nicht schaden! Meine Eltern haben mich ja direkt nach einem Urlaub gezeugt. Gut erholt eben.

blubb80
18.10.2014, 12:13
hm...möchte nur kurz sagen: nur durch kind, bestimmten job, partner wird das leben auch nicht perfekt. jeder hat so sein paket und macht halt das beste draus. und ich würde auch manche dinge gerne anders haben wollen....

Gemme
18.10.2014, 12:15
Huhu Camaine,


Tolle Strangidee! Du liest dich sehr erfrischend und ich finds gut, dass mal jemand gute Laune verbreiten will.
Ha! Du hättest mich mal letzte Tage sehen sollen, als ich am gleichen Tag meine Tage bekommen und erfahren habe, daß mein alter Kater krank ist(Herrgott der ist 14! Der hatte ein schönes Leben, und noch gehts ihm recht gut - wie, den soll ich jetzt loslassen??? Nee, ich bin 37 und hab geheult wie ein Kind!!!)

Da hab ich mir gedacht, jetzt reichts mit dem mies drauf sein. Nicht, daß das jetzt 24/7 klappen würde, aber der Entschluß ist da.


Wir starten grade unsere KiWu-Behandlung und werden wohl Anfang nächsten Jahres unsere erste ICSI versuchen. Wie man psychisch am besten mit dem ganzen umgehen soll frage ich mich auch, will also gerne hier mitschreiben.
Das freut mich! :blume:



Mein Mann kommt mit dem normal weiterleben viel besser klar, letztes hat er mich gefragt, ob wir nicht nächstes Jahr in die Karibik fahren wollen? In dem Moment war ich etwas fassungslos
Bist Du mit meinem Freund verheiratet? ;)
Mir friert regelmäßig das Gesicht ein, wenn der Mann mit so Sachen wie Städtereisen, neuem Buchregal oder sowas ankommt. Wie soll ich denn Städte bereisen, wenn ich vielleicht am Ende schwanger sein sollen könnte? Oder der Eisprung am Rückreisetag wäre?

Und ein REGAL? Was, wenn wir für paar Tausend Euronen in die KiWu-Klinik müssen, da will der Herr ein Regal
für zweihundert Euro???



Aber wenn ich drüber nachdenke hat er absolut recht.
Natürlich haben sie recht. Es tut uns nur weh, weil wir in dem Moment mit der möglichen Nichterfüllung
unserer Träume konfrontiert sind.



Wenn ich ein Computer wär, würde ich sagen, im Hintergrund läuft ständig ein Programm, was die Rechenleistung belegt und alles andere langsamer macht.
Das ist soooo treffend beschrieben!!!
Das ist ein so guter Vergleich! Ich glaub, so könnte ich es meinem Freund auch mal darlegen (ist ja mit Technik ;))


Gutes Beispiel ist da der Beitrag von Karla, der mich echt geärgert hat.
Ganz ehrlich - der war so doof, den brauchst Du Dir nicht zu Herzen nehmen.

Ich muß jetzt flitzen - für heute habe ich mir ein dickes, fettes Stück Torte in meinem Lieblingscafe verordnet, nur ich, eine Zeitung und viele schöne Kalorien - dieweil mein Freund die Wohnung putzt!!!

Jahaa, ich bin jetzt einfach mal eine Diva, und das tut verdammt gut!

Ebayfan
18.10.2014, 12:15
Oh ja, ich auch. Man muss eben das Beste draus machen.

Inaktiver User
18.10.2014, 12:18
Es gibt doch im Parallelforum eine Userin namens Luciernago (?), die ihre ungewollte Kinderlosigkeit überwunden hat und sich nun total hingebungsvoll um Paten- und Nachbarskinder kümmert. Wäre toll, wenn sie sich hier zu Wort melden könnte. Ich "kenne" sie hier leider zu wenig und bin zu selten drüben, um sie einzuladen.

Allerdings wäre es vermessen, von jeder Frau zu verlangen, das "Beste aus der Sache" zu machen. Menschen sind unterschiedlich und verschieden resilient.

@NurzuGast: In meinem Bekanntenkreis habe ich zwei Frauen, die sogar noch nie eine richtige Beziehung hatten. Beide Anfang/Mitte Dreißig. Sind TOP-Frauen, hatten nur Pech. Wir denken heute irgendwie, wir können mir der richtigen Einstellung alles steuern und positiv beeinflussen. Ist ja auch gut, nicht so schicksalsergeben zu sein, wie die Generationen vor uns. Aber diese totale Steuerbarkeit gibt es eben nicht. Wenn sich alles gegen einen verschwört, hat man halt Pech gehabt. Diese Einstellung hilft mir immer, wenn's im Leben doof läuft. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn Du hier bleibst und ein bisschen mitschreibst. :smile:

Inaktiver User
18.10.2014, 12:24
hm...möchte nur kurz sagen: nur durch kind, bestimmten job, partner wird das leben auch nicht perfekt. jeder hat so sein paket und macht halt das beste draus. und ich würde auch manche dinge gerne anders haben wollen....
Klar. Wobei ein erwünschtes Kind schon ein Glücksfaktor sein kann. Mir sind in diesem Jahr viele doofe Dinge passiert und trotzdem war ich relativ glücklich. Was jetzt nicht bedeuten soll, dass man ohne Kind nicht glücklich sein kann!! Man muss dann eben nur nach anderen Glücksfaktoren suchen, was sicher schwierig ist, solange man "in der Mühle" steckt und keine Perspektive sieht.

LillyMarlena
18.10.2014, 12:25
aber ich finde das gerade angenehm "erdend" - ich steigere mich gerade oft darin hinein, daß, hätte ich ein Kind, sofort ALLES, ALLES gut und perfekt wäre.

Und so würde es halt mutmaßlich nicht laufen - ich werde auch so Verantwortung für mein Lebensglück übernehmen müssen, ob nun mit oder ohne Kind.

Das sind zwei richtig gute Erkenntnisse. :blumengabe: Man neigt dazu, das "Kinderhaben" zu überhöhen, wenn man noch nicht so weit ist. Für mich war es im Vorhinein ein absolutes Wunder, so etwas zu erleben, in einem wächst ein Mensch, an dem alles "dran" ist, ein richtiger kleiner Mensch.....eigentlich gar nicht vorstellbar, dass das klappen KANN :freches grinsen:

Na ja, und nebenbei kriegt die x-te Frau ihr drittes Kind, ohne groß drüber nachzudenken...

Wenn das Kind da ist, relativiert sich alles, das "Wunder" ist da, wird aber eben schnell auch zur "Gewohnheit", was gut und wichtig ist, was dem ganzen dann aber auch dieses "Unerreichbare" nimmt, was man sich vorher so vorstellt.... es wird zum Normalsten der Welt, WENN es denn klappt. Und damit kommen neue Wünsche und Sehnsüchte, neue Sorgen, neue Probleme und neue Themen.

Gemme, ich fühlte mich so an meine Zeit erinnert, als man ab Eisprung stündlich zum Klo rannte, in der Hoffnung, dass es NICHT blutet.... ich habe zudem unzählige Schwangerschaftstest gemacht, die blütenweiß blieben, bin in diese mit den Augen fast reingekrochen, ob da nicht DOCH eine Linie entsteht... :freches grinsen: Auch wenn es jetzt klischeehaft klingt, aber so war es: ALS ich dann das erste Mal WIRKLICH schwanger war, hab ich das zuerst gar nicht mitbekommen, weil ich mich gedanklich von diesem Wahn gelöst habe. Ich bin also nicht schwanger geworden, WEIL ich mir den Druck genommen habe, sondern OBWOHL ich mir den Druck genommen habe, und das ist wirklich eine gute Sache.

Und ja, Gemme, du wirst auch glücklcih werden ohne Kind, aber das Schwierige ist, dass du dich eben nicht von der Sache selbst lösen kannst (und auch nicht musst, da du "jung" und gesund bist), und deswegen die Gratwanderung beginnst, die in deinem Strangtitel thematisiert ist: Du bleibst beim Kinderwunsch, machst davon aber nicht dein Leben abhängig. Und das ist sicher schwer, aber nicht unmöglich.

Cathitree
18.10.2014, 13:53
Hallo Gemme,

Glückwunsch zu diesem Strang und deiner Entscheidung das alles mit positivem Aktionismus anzugehen.

Ich gehöre wohl zu denen die sagen können ich kanns nachvollziehen, den Kinderwunsch, die medizienischen Folgen, allerdings auch die Resignation und die Probleme in der Partnerschaft.
Mein Leben nach dem Kinderwunsch habe ich mir dann mit allem was ich mir sonst noch wünschte eingerichtet, Haus und Hund, Mann und Freunden.
Glücklich mit diesem kinderlosen Leben wurde ich nach 10 Jahren einfach so schwanger, schreibe jetzt meist im April-Racker-Stang 2014 und alles ist gut.

Ich will damit nur sagen, erfülle dir vielleicht den einen oder anderen Wunsch jetzt, egal ob Urlaub oder Regal, wenn das Kind erst da ist ist dafür keine Zeit mehr. Außerdem ist alles so teuer, das es auf ein paar Hundert € mehr oder weniger auch nicht ankommt :smirksmile:

Du wirst deinen Weg gehen, auch wenn es länger dauert, überlege dir jetzt (schreib doch ne Liste) was du gerne haben, tun... möchtest.
Es gab oder gibt doch sicher einiges und wenn du erstmal 2 oder 3 Monate in die Zukunft planst, wir das schon werden, auch wenn ein Urlaubsrückreisetag auf einen Eisprungtag fallen sollte, wozu gibts denn Besenkammern oder Flugzeugtoiletten, dann hab ihr eurem Kind mal ne lustige Story zu erzählen.

Mantra:
Alles wird gut und hab Spass dabei.

lou79
18.10.2014, 13:53
Mich ärgern solche Zeilen immer ein bisschen und ich kann das Gejammere nicht nachvollziehen.

Meine Einstellung zu dem Thema und die hatte ich auch schon bevor ich zwei eigene Kinder geboren hatte, wie gesagt ich hatte sie schon zuvor.

Ein Paar, das ein Kind möchte hat viele Möglichkeiten. Es gibt so viele Pflegekinder, Kinder die Hilfe brauchen, die geliebt werden wollen. Dafür braucht es natürlich Herz und Mut und Kraft. Bei Pfegekindern kann es nämlich der Fall sein, dass sie wieder in ihre Familien zurückkehren.
Es gibt andere Möglichkeiten sein Herz an ein Kind zu verschenken und sich als Mama oder Papa zu fühlen und Liebe zu verschenken;

wer wirklich WILL; da brauchts dann kein Verzweifeltsein, bloß weil es momentan mit einer eigenen Schwangerschaft nicht klappt.

Meist klappen keine zwanghaften Tätigkeiten; manchmal hat man ein Kind angenommen, es könnte auch ein behindertes sein und fängt an zu lieben und sich zu öffnen und plötzlich klappt es mit dem eigenen Kindersegen,

das musste ich einfach wieder mal sagen und nun könnt ihr euch volljammern mit euren alltäglichen Seelenschmerzen und ich bin wieder hier weg,

Karla


Nun will ich doch noch was dazu schreiben, da es bei euch so angekommen ist, als hätte ich keine Ahnung und würde anders handeln.

Ich arbeite in diesem Bereich und ich weiß, dass es nicht sehr schwierig ist ein Pflegekind zu bekommen oder evtl. ein behindertes Kind, wenn man sich wirklich dafür interessiert und bemüht ist und ein offenes Herz dafür hat. Wenn die Voraussetzungen passen und die Elteren das wirklich WOLLEN - die bekommen auch ein Pflegekind! Es gibt viele Kinder, die einen Platz bräuchten, manchmal sind das halt auch ein bisschen komplizierte Kinder. Aber alle haben sie ein großes Herz.

Ich habe hier lediglich meine Meinung geschrieben, da ich zum Ausdruck bringen wollte

dass es den Eltern, die nur eigenes Fleisch und Blut akzeptieren, doch überhaupt nicht um das Kind geht.

Würde es um das KIND gehen, würde man auch ein anderes Kind lieben können.

Ich hätte längst ein Pflegekind angenommen, doch mir fehlten die finanziellen Möglichkeiten und der Rahmen dazu. Ich habe eine gescheiterte Ehe hinter mir und die Voraussetzungen hierfür waren in meinem Leben nicht gegeben. Für mich spielt es keine Rolle, davon bin ich überzeugt, da ich daran glaube und schon immer daran glauben will.

Karla

Liebe Karla

Ich verstehe, dass Dein Herz für all diese unschuldigen Kinder blutet. Und ich kann auch nachvollziehen dass da starke Gefühle dahinter stecken. Aber das ist DEIN Thema das Du mit Dir ausmachen solltest statt Deine Frustration an Leuten auszulassen, die dafür keine Verantwortung übernehmen können und wollen.

Du arbeitest in diesem Bereich? Dann wäre es von Vorteil, wenn Du fremde Menschen nicht schlecht machst, über sie urteilst und nur allzu menschliche Gefühle abwertest, abtust und erwartest, dass man solche rational beseitigt.
Dann solltest Du wissen, dass man diese erst einmal leben muss um sie zu verarbeiten. Und jedes Gefühl hat seine Berechtigung. (Oder wann hat man Dir mal gesagt, Du sollst nicht so viel "jammern"?...) Damit man dann im nächsten Schritt vielleicht (!) über Adoption, Pflegeelternschaft ect. nachdenken kann. Wenn man das denn will. Denn das muss auch legitim sein, dass dazu nicht jeder Mensch willig und vor allem fähig ist. Das ist ja noch mal ne ganz andere Nummer und erfordert viel... Kannst Du da ja nicht einmal "mit gutem Beispiel voran gehen" nicht dass ich das erwarten würde...


Du sagst, es erfordert Mut und Kraft. Und was ist nun der Sinn und Zweck Deines Postings? Mut und Kraft schenken scheint nicht Deine Stärke zu sein. Zumindest kann ich das nicht aus Deinen Beiträgen herauslesen. Hier sucht jemand Hilfe, Zuspruch, Austausch etc. Wenn Du das nicht geben kannst und willst, für was dann Dein Beitrag?

Vielleicht solltest DU Dich mal bei jemand aussprechen (jemand "volljammern" wie Du es nennst....ich hoffe, Du sprichst mit Deinen Klienten nicht in diesem Jargon...) Denn ich lese da eine Menge Frust in Dir, der Deinem Handeln und Verhalten, besonders in einem Job in diesem Bereich (!), nicht von Vorteil sein kann.

delusion
18.10.2014, 14:03
Wenn das Kind da ist, relativiert sich alles, das "Wunder" ist da, wird aber eben schnell auch zur "Gewohnheit", was gut und wichtig ist, was dem ganzen dann aber auch dieses "Unerreichbare" nimmt, was man sich vorher so vorstellt.... es wird zum Normalsten der Welt, WENN es denn klappt. Und damit kommen neue Wünsche und Sehnsüchte, neue Sorgen, neue Probleme und neue Themen.



und genau das, sollte man sich immer mal wieder ins gedächtnis rufen.

es ist wirklich wie mit jedem wunsch. der neue job: juhu, aber momentmal, den job haben und ihn machen sind zwei paar schuhe. da kommt dann der leistungsdruck oder was auch immer. und nach einiger zeit hat man sich an die kohle gewöhnt, an die kollegen und an die tätigkeit. und dann wünscht man sich plötzlich die südsee anstatt den schreibtisch.

oder aber auch der partnerwunsch: dann hat man ihn endlich. und dann? reiten sie fröhlich in den sonnenuntergang? eher nicht. reibung an der ein oder anderen stelle gibt es auch bei diesem erfüllten herzenswunsch.

klar, das ist nicht mit dem kiwu vergleichbar. der liebeskummer vergleich hier vorher war schon treffend meines erachtens.

wenn ich in den letzten jahren eines für mich gelernt habe, dann dass, das loslassen das einzige ist, was im leben hilft. und das in allen lebenslagen. manchmal dauert es seine zeit, bis ich bei einem neuen thema wieder den dreh raus habe, wie das noch gleich ging. und auch im nachhinein kann ich meist nie sagen, wie ich das gemacht habe. ich denke, da gibt es auch nicht DAS rezept für.

aber ich habe mir das für das kiwu thema auch vorgenommen. loslassen heißt ja nicht krampfhaft ignorieren oder sich was anderes (noch mehr) zu wünschen.

und das mit dem computerprogramm, was ressourcen frist, das merk ich mir:erleuchtung: das kann man wirklich gut als textbaustein im gespräch mit dem liebsten verwenden.

lou79
18.10.2014, 14:16
Ein suuuuuuuuper Tipp ist das mit dem Coaching, wer wie wo bietet denn sowas an?
Nach genau sowas habe ich


Ein Freund hat sich mir im Januar mal anvertraut. Dass seine Frau (sie hatten gerade geheiratet) wahnsinnig darunter leide, dass sie nicht schwanger wird. Dass sie völlig verbissen und verbitt geworden sei. Und das nach nur wenigen Monaten. Voller Selbstzweifel. Und das wiederum hat ihn fertig gemacht. Die Beziehung litt sehr darunter. Also, nix mit Honeymoon-Stimmung. Eher das Gegenteil. Ich habe ihm die Nummer meines Coaches gegeben, mit der ich seit 18 Jahren zusammenarbeite. Und neulich sah ich ihn wieder. Freudestrahlend. Happy. Er geht regelmäßig hin und seine Frau auch. Und er sagt, ohne den Coach hätte er das nicht gepackt. Sie kamen beide wieder zu sich und auf die richtige Spur. Können beide wieder Lebensfreude spüren. Ach ja, und sie ist im 4 Monat :smile:

Nein, dass soll jetzt keine Garantie für irgendwas geben. Aber besser leben kann man damit in den meisten Fällen. Ich will auf Coaching nicht mehr verzichten.

Vivi23
18.10.2014, 14:25
Ich hätte es Mehltau genannt...

Und ja, annehmen und loslassen. Sehr schwer bei diesem Thema, das der Ratio so wenig zugänglich ist. Ich finde den Vergleich mit Liebeskummer auch recht treffend. Eine ungestillte Sehnsucht.

Nur, dass irgendwie Liebeskummer doch anders bewältigbar ist. Zeit, Ablenkung und nicht zuletzt die Gewissheit, dass irgendwann eine andere Liebe kommen wird. Sich mit der Endgültigkeit des Unerfüllbaren abzufinden, hat für mich auch erwas von der Trauer um einen verstorbenen, nahestehenden Menschen. Der Verlust bleibt. Nicht mehr so laut brüllend schmerzhaft wie zu Zeiten, als zumindest theoretisch noch Hoffnung war. Aber spürbar.

Das heisst nicht, dass es kein Glück oder Lachen mehr gibt. Aber es ist ein anderes Leben, das man führt. Anders als für sich selbst gewünscht - und anders als das der meisten anderen Menschen. Das macht auch einsam, von Zeit zu Zeit.

lou79
18.10.2014, 14:31
Ansonsten empfinde ich den KiWu als echten Energiefresser. Manchmal wird der Alltag so anstrengend, weil so viele Kapazitäten damit "belegt" sind. Wenn ich ein Computer wär, würde ich sagen, im Hintergrund läuft ständig ein Programm, was die Rechenleistung belegt und alles andere langsamer macht.

Tolle Analogie! Danke! Muss ich mir merken :smirksmile: So ging es mir mit der Frage ob ein drittes oder keins. Und, Ja! Das hat mich fast wahnsinnig gemacht und einen Haufen Energie gekostet, und jetzt ist immer einer von uns vor und am Eisprung nicht im Lande... :gegen die wand: HAH! Life is happening while youre making plans.... Oder so :zwinker: S oder so. Ich habe beschlossen glücklich zu sein. Zu ändern was ich ändern kann, los zu lassen und zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann. Und dabei einen Haufen Spass zu haben.

Camaine
18.10.2014, 15:24
Da hab ich mir gedacht, jetzt reichts mit dem mies drauf sein. Nicht, daß das jetzt 24/7 klappen würde, aber der Entschluß ist da. [QUOTE]

:schild genau::allesok:





[QUOTE=Gemme;25988126]
Ich muß jetzt flitzen - für heute habe ich mir ein dickes, fettes Stück Torte in meinem Lieblingscafe verordnet, nur ich, eine Zeitung und viele schöne Kalorien - dieweil mein Freund die Wohnung putzt!!!

Jahaa, ich bin jetzt einfach mal eine Diva, und das tut verdammt gut!

Super! Viel Spaß! Hier heute: ausschlafen, in der Sonne sitzen, Sport, Buch lesen,nachher Apfelpfannkuchen. Hausarbeit auf irgendwann anders verschoben. :Sonne::entspann:

Schön, dass ihr meine Computeranalogie versteht.:freches grinsen:

Ärgern wegen Karla: das ist quasi der Punkt, ich weiß, dass ich mich über sowas nicht ärgern sollte, tue es aber trotzdem und ärgere mich dann, DASS mich ärgere. Total bescheuert. :gegen die wand:

lou79
18.10.2014, 15:44
[QUOTE=Gemme;25988126]


Da hab ich mir gedacht, jetzt reichts mit dem mies drauf sein. Nicht, daß das jetzt 24/7 klappen würde, aber der Entschluß ist da. [QUOTE]

:schild genau::allesok:







Super! Viel Spaß! Hier heute: ausschlafen, in der Sonne sitzen, Sport, Buch lesen,nachher Apfelpfannkuchen. Hausarbeit auf irgendwann anders verschoben. :Sonne::entspann:

Schön, dass ihr meine Computeranalogie versteht.:freches grinsen:

Ärgern wegen Karla: das ist quasi der Punkt, ich weiß, dass ich mich über sowas nicht ärgern sollte, tue es aber trotzdem und ärgere mich dann, DASS mich ärgere. Total bescheuert. :gegen die wand:

Ärgere Dich nicht :blumengabe: Die brauch eher Mitgefühl weil sie selbst so voller Ärger und ziemlich unentspannt ist :smile: Vielleicht kann sie ja den ein oder anderen Tipp für sich selbst gebrauchen :smirksmile: Coaching oder Supervision zum Beispiel.

huppsi
18.10.2014, 17:53
wenn man kein Geld für teures Coaching ausgeben möchte, kann man sich auch eine Therapie verschreiben lassen. Psychotherapeuten sind besser ausgebildet und wenn die Psyche krank ist, muss man sich dafür nicht schämen. zum Thema selbst kann ich keine eigene Erfahrung beitragen, aber ich kann mich hineinfühlen, wie schlimm das sein muss! Drücker an die TE!

Feeodora
18.10.2014, 18:10
Leider ist es sehr schwierig einen Therapieplatz zu bekommen, die Wartelisten sind lang, in meiner Stadt wird man nicht mal mehr drauf gesetzt. Ein Coaching hatte ich im letzten Jahr mal, leider auf Dauer für mich nicht finanzierbar. Ich habe es jetzt bei der Schwangerschaftsberatung Donum Vitae versucht, die auch bei Kinderwunsch berät. Meist sitzen dort ausgebildete Sozialpädagogen und -therapeuten. Mir hilft das sehr.

Ansonsten toller Strang, finde es sind sehr gute Beiträge zusammen gekommen, die sehr hilfreich sind. Muss mal in Ruhe antworten, bin heute zu kaputt und zu allem Überfluss erster ZT, das ist für mich leider immer noch ein ziemlich schlimmer Tag.

huppsi
18.10.2014, 18:12
das stimmt: auf Therapieplätze muss man ggf. zu lange warten. traurig aber wahr

Inaktiver User
18.10.2014, 18:30
Hallo,

Ich gehöre zu denen bei denen die Zeit des unerfüllten kinderwunsches glücklich endete . Nach über 3 Jahren in denen ich 2 FG , 3 IUI und. 3 ICSI hatte würde ich nach der 3. ICSI schwanger und dieses Jahr im Januar ist meine Tochter geboren. Ich war 38.

Zuerst einmal ein Tipp der die Geldprobleme kleiner machen könnte. für Verheiratete Paare die beide gesetzlich versichert sind zahlen einige KK ( Knappschafft und IKK gesund plus soweit ich weiß) 3 IVF/ ICSI zu 100% wenn beide dort versichert sind. DA lohnt sich ein KK Wechsel und die Geldsorgen sind schon mal geringer.

Nun zum anderen Thema.
Ich habe versucht dem Schicksal den Stinkefinger zu zeigen und mir gerade öfter die Dinge zu gönnen die Mir Spaß machen in die man mit Kindern nicht mehr so gut tun kann
Für mich ist Reisen z.B. Ein Lebenselixier. Ich habe z.B. wirklich noch vor einem ICSI VErsuch eine Fernreise mit Reiserücktrittsversicherung gebucht und mir gesagt wenn ins nicht klappt habe ich wenigstens den Trostpreis.
es wurde der Trostpreis, aber ich habe die Reise wirklich genossen.

Ich habe mir immer gesagt ich will nicht in ein paar Jahren zurückschauen und die Kinderwunschzeit nur als schlimme verschwendete Jahre sehen.
zu 80% habe ich es geschafft das ganz gut klar zu kommen und auch schöne Zeiten zu haben, aber es war manchmal harte Arbeit

Fredda21
18.10.2014, 19:48
Hallo, ihr Lieben! Den Computer-Vergleich finde ich klasse! Diesen Gedanken hätte ich haben sollen, als ich selbst in der Situation war - unbezahlbar. Gemme: Das hört sich doch schonmal klasse an, die perfekte Therapie. Du machst das schon. So selbstreflektiert an die Situation heran zu gehen, finde ich bewundernswert. Alles Gute!

celestial_nutcake
19.10.2014, 11:20
Liebe Gemme,

ich will dich einfach mal drücken :in den arm nehmen:, ohne irgendwelche schlauen Sprüche loszulassen. Du liest dich so herzerfrischend und so total nachvollziehbar, und ich wünsche dir wirklich einfach nur von ganzem Herzen, dass sich dein Kinderwunsch bald erfüllt! :blumengabe:

Ich wurde mit 41 schwanger, nachdem ich mit dem Kinderthema abgeschlossen hatte und eigentlich auch keinen wirklichen Kinderwunsch mehr hatte - das Thema war einfach durch und es war ok so. (Und ich habe in meinen 30ern durchaus versucht, schwanger zu werden.)
Und jetzt habe ich mein 9 Monate altes Piepschen und liebe es so unbeschreiblich sehr.


Im Grunde machen sie einen doch ziemlich unfrei, kosten viel Geld und wenn man Pech hat, finden sie ihre Eltern dann auch noch blöd. Von Problemen schulischer oder gesundheitlicher Art will ich gar nicht erst reden.


Ganz genau so ist es. Kann ich nur unterschreiben. Das macht mich manchmal alles ganz wahnsinnig, vor allem die Unfreiheit - die erwischt einen ziemlich kalt, wenn man es 41 Jahre lang anders gewohnt war. Und trotzdem liebe, liebe, liebe ich mein Piepschen so sehr, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. :liebe:

Inaktiver User
19.10.2014, 11:56
Hallo Gemme,

bin hier hereingestolpert, weil ich gerne von der "anderen Seite" lesen und vllt. etwas verstehen wollte. Da du sagtest, dass auch Kommentare von kinderloser Seite ok sind, hier meiner:

Ich bin so eine "gewollt Kinderlose". Irgendwie war mir klar: leibliche will ich nicht - bei "sozialen" Kids war ich mir nie sicher.

Mittlerweile spielen Kids bei mir eine Riesenrolle. Durch ein Projekt, was eigentlich als "Nachhilfe" begann, bin ich mittlerweile Lebensbegleiterin bei ca. 30 Kids von 6 - 20. Es erfüllt mich riesig, ist aber auch eine Wahnsinnsverantwortung, weil sie mich tatsächlich in allen möglichen Lebenslagen in Anspruch nehmen: Elternärger, Schulkram, Elternsprechtage (die Eltern schicken mich sogar), von-der-Polizei-abholen, aus dem Laden auslösen wg. Klauerei, Abiturfeier, Liebeskummer - das ganze bunte Kidsleben vielfach potentiert.

Bin aber immer noch froh, keine "leiblichen" zu haben. _Das_ wär mir als Verantwortung zu heftig gewesen. Wobei - alle Welt geht davon aus, dass ich mit meinem Projekt ja meine ungewollte Kinderlosigkeit kompensiere - welch Ironie :-)

Inaktiver User
19.10.2014, 12:18
Chesire, an dieser Stelle mal einen RIESENPORTION Respekt für Dein Engagement!! Ich denke allerdings, um so etwas durchzuziehen, muss man entweder gewollt kinderlos sein oder seine ungewollte Kinderlosigkeit bereits überwunden haben, sonst wäre gerade die Zusammenarbeit mit vernachlässigten Kindern wohl ein emotionaler Kraftakt (im Sinne von "warum haben gerade DIE Kinder und ich nicht").

Aber ich finde es echt klasse, was Du tust. Aus meiner eigenen Biographie kann ich bestätigen, wie wichtig solche Menschen sein können, die sich einfach mal für fremde Kinder verantwortlich fühlen und langfristig "dran" bleiben (oftmals leider mehr, als deren Eltern...). Hätte ich nicht so eine Person in meinem Umfeld gehabt, ich wäre nicht dort, wo ich heute bin. Ich hoffe, Du bist gehörig stolz auf Dich!!

Gemme
19.10.2014, 12:28
Hallo Ihr Lieben,

ich komm ja gar nicht mehr hinterher ;)
Ich freu mich aber wirklich über jede Antwort! :blume:
Und das mit Coaching o.ä. spricht mich wirklich an.

von Camaine

Super! Viel Spaß! Hier heute: ausschlafen, in der Sonne sitzen, Sport, Buch lesen,nachher Apfelpfannkuchen.
Apfelpfannkuchen? APFELPFANNKUCHEN??? Du meine Güte, die hatte ich schon eeeeeeeewig nicht mehr! Und jetzt sind keine Eier im Haus - Mist! ;) Ich hoffe, sie sind gut geworden :hunger:


Schön, dass ihr meine Computeranalogie versteht.
Camaine, ich glaub fast, Du hast ein paar Beziehungen gerettet damit ;)

von Feodora


Ich habe es jetzt bei der Schwangerschaftsberatung Donum Vitae versucht, die auch bei Kinderwunsch berät. Meist sitzen dort ausgebildete Sozialpädagogen und -therapeuten. Mir hilft das sehr.
Danke für die Info, das ist super - die gibt es auch in meiner Stadt!
Ich hätte gar nicht gedacht, daß die auch bei Kinderwunsch beraten. Da wünsch ich Dir noch viele
gute und hilfreiche Gespräche!


Ansonsten toller Strang, finde es sind sehr gute Beiträge zusammen gekommen, die sehr hilfreich sind. Muss mal in Ruhe antworten, bin heute zu kaputt und zu allem Überfluss erster ZT, das ist für mich leider immer noch ein ziemlich schlimmer Tag.
Ich stimme Dir voll zu, was den Strang angeht, und ich wünsche Dir trotz allem einen schönen Tag :in den arm nehmen:
Vielleicht findest Du einen Moment, in dem Du mal nur an DICH denken und in die Sonne blinzeln kannst.

Hallo Wolkenschaf,
und herzlichen Glückwunsch, daß es nach der langen, schweren Zeit noch geklappt hat!


für Verheiratete Paare die beide gesetzlich versichert sind zahlen einige KK ( Knappschafft und IKK gesund plus soweit ich weiß) 3 IVF/ ICSI zu 100% wenn beide dort versichert sind. DA lohnt sich ein KK Wechsel und die Geldsorgen sind schon mal geringer.
DAS ist ja mal interessant, vielen Dank! Wir sind zwar nicht verheiratet, aber wer weiß......


Für mich ist .reisen z.B. Ein Lebenselixier. Ich habe z.B. Wirklich noch vor einem ICSI VErsuch eine .fernreise mit Reiserücktrittsversicherung gebucht und mir gesagt wenn ins nicht klappt habe ich wenigstens den Trostpreis.
es wurde der Trostpreis, aber ich habe die Reise wirklich genossen.
Finde ich so richtig klasse! Deine Einstellung ist bewundernswert!


Ich habe mir immer gesagt ich will nicht in ein paar Jahren zurückschauen und die Kinderwunschzeit nur als schlimme verschwendete Jahre sehen.
zu 80% habe ich es geschafft das ganz gut klar zu kommen und auch schöne Zeiten zu haben, aber es war manche harte Arbeit
So sehe ich das auch! Ich habe mich jetzt bei sowas wie "new in town" angemeldet, um neue Leute bzw. Mädels zum rumhühnern, wellnessen undsoweiter zu treffen.

Und glücklichsein ist am Ende immer harte Arbeit, glaube ich.

Isis01
19.10.2014, 12:48
Ich hatte mit Mitte dreißig auch eine Kinderwunschbehandlung mit allem Pipapo so über zwei Jahre. Körperlich ging's mir recht gut damit, mental öfters nicht so.
Ich fand es auch schwierig, sich als Partner nicht aus den Augen zu verlieren und dem anderen einen anderen Umgang damit zuzugestehen. Ich habe damals z.B meinen Mann angemacht, wenn er mal ein Glas Wein getrunken hat- er würde seine Spermienqualität mutwillig verschlechtern.
Wir hatten uns von vornherein eine bestimmte Zahl von ICSI und Embryotransfer als Limit gesetzt und dann auch aufgehört .
Eine Zeitlang wars recht schlimm, meine beste Freundin hatte kurz zuvor nochmal Zwillinge bekommen, mein Bruder sein erstes Kind. Ich konnte eine Zeitlang Familien mit kleinen Kindern kaum ertragen.
Hab mich dann selbstständig gemacht, mein Mann ist beruflich auch viel unterwegs, da würden Kinder nur schlecht reinpassen.
Heute bin ich Ü 50 , aus den flauschigen Säuglingen sind pubertierende Nervsäcke geworden, viele der Freunde haben erwachsene Kinder, mir geht es jetzt gut mit meiner Kinderlosigkeit.
Wichtig ist imho die nichtgefangenen Fische nicht zu den größten hochzustilisieren.
Ich war aber auch nie eine Frau, die in jedem Kinderwagen reinsehen musste und in meinen Zwanzigern hatte ich die Kommilitonen und Kollegen mit Kind auch für ziemlich bescheuert gehalten sich das jetzt schon anzutun.
Nur wenn ich einen Hundewelpen gesehen habe, habe ich garantiert- oh ist der süß, was ist das für einer.....
Und diesen Wunsch werde ich mir auch erfüllen , wenn die Lebensumstände passend sind.

Gemme
19.10.2014, 13:08
So, weiter gehts ;)

von Cheshirekatz

Mittlerweile spielen Kids bei mir eine Riesenrolle. Durch ein Projekt, was eigentlich als "Nachhilfe" begann, bin ich mittlerweile Lebensbegleiterin bei ca. 30 Kids von 6 - 20. Es erfüllt mich riesig, ist aber auch eine Wahnsinnsverantwortung, weil sie mich tatsächlich in allen möglichen Lebenslagen in Anspruch nehmen: Elternärger, Schulkram, Elternsprechtage (die Eltern schicken mich sogar), von-der-Polizei-abholen, aus dem Laden auslösen wg. Klauerei, Abiturfeier, Liebeskummer - das ganze bunte Kidsleben vielfach potentiert.

Bin aber immer noch froh, keine "leiblichen" zu haben. _Das_ wär mir als Verantwortung zu heftig gewesen. Wobei - alle Welt geht davon aus, dass ich mit meinem Projekt ja meine ungewollte Kinderlosigkeit kompensiere - welch Ironie :-)

Na, DAS ist wirklich eine Ironie ;)
Auch von mir - Hut ab, ich finde das unheimlich wichtig und wertvoll, was Du da machst!
Wie gesagt, ich würde so etwas für mich auch nicht ganz ausschließen.

Wie hat das denn genau angefangen mit Deinem Projekt?

Allerdings, da bin ich mit Coralie, ich glaube, vorher müßte ich eine Haltung zu meinem Kinderwunsch
finden, die mir das ermöglicht.
Also ich meine, man muß sich ja um diese Kinder kümmern können, OHNE immer gleich zu denken,
menno, wieso haben diese Leute Kinder und kümmern sich nicht drum, und ich hätte gerne welche....

von celestial_nutcake


ich will dich einfach mal drücken , ohne irgendwelche schlauen Sprüche loszulassen. Du liest dich so herzerfrischend und so total nachvollziehbar, und ich wünsche dir wirklich einfach nur von ganzem Herzen, dass sich dein Kinderwunsch bald erfüllt!

Ich wurde mit 41 schwanger, nachdem ich mit dem Kinderthema abgeschlossen hatte und eigentlich auch keinen wirklichen Kinderwunsch mehr hatte - das Thema war einfach durch und es war ok so. (Und ich habe in meinen 30ern durchaus versucht, schwanger zu werden.)
Danke Dir! Für den Drücker und die Ermunterung.
Wie hast Du es geschafft, mit dem Thema "durch" zu sein? Alles Liebe Dir und dem/der Kleinen!

von Isis

Ich hatte mit Mitte dreißig auch eine Kinderwunschbehandlung mit allem Pipapo so über zwei Jahre. Körperlich ging's mir recht gut damit, mental öfters nicht so.
Ich fand es auch schwierig, sich als Partner nicht aus den Augen zu verlieren und dem anderen einen anderen Umgang damit zuzugestehen. Ich habe damals z.B meinen Mann angemacht, wenn er mal ein Glas Wein getrunken hat- er würde seine Spermienqualität mutwillig verschlechtern.
DAS könnte von mir sein :smirksmile:


Ich konnte eine Zeitlang Familien mit kleinen Kindern kaum ertragen.
Hab mich dann selbstständig gemacht, mein Mann ist beruflich auch viel unterwegs, da würden Kinder nur schlecht reinpassen.
Heute bin ich Ü 50 , aus den flauschigen Säuglingen sind pubertierende Nervsäcke geworden, viele der Freunde haben erwachsene Kinder, mir geht es jetzt gut mit meiner Kinderlosigkeit.
Pubertierende Nervsäcke sind aber auch echt nicht einfach in der Handhabung :freches grinsen:
Das freut mich sehr für Dich, daß es Dir gut geht, und es beruhigt mich auch.

Ich habe jetzt insgesamt den Eindruck bekommen, daß die meisten Frauen nach ein paar (harten!) Jahren
ihren Frieden mit der Kinderlosigkeit machen können, das gibt mir schon ein bißchen Halt.


Wichtig ist imho die nichtgefangenen Fische nicht zu den größten hochzustilisieren.
Da ist viel wahres dran - eine Schreiberin (ich finde gerade den Beitrag nicht, dabei war der sooo toll!)
meinte, daß eben auch das Kinderhaben zur Normalität wird und die Euphorie nicht ewig anhält.

Schließlich, wenn Kinder haben direkt zum höchsten Glück führen würde, hätten wir schon längst den Weltfrieden und bräuchten keine Jugendämter mehr.

Denn sicher sind doch auch einige von den Kindern, um die sich z.B. Cheshirekatz kümmert, gewollte und erwünschte Kinder gewesen, und trotzdem reicht es bei den Eltern nicht....hm........

Peppis
19.10.2014, 17:46
Die besten Freunde von uns, inzwischen Paten unserer Kinder waren einmal zusammen schwanger und es war eine Fehlgeburt in der 10ten Woche. Sie haben sich bewusst gegen eine Kinderwunschbehandlung entschieden, der Wunsch Kinder zu haben war deswegen aber nicht minder stark.

Inzwischen haben sie sich den Traum vom eigenen Haus realisiert (also ein bestimmtes Haus mit bestimmten Anforderungen ans Gelände), 4 Hunde, 3 Pferde, 6 Katzen, Reisen, Freiheit ;-) und ich weiss, dass sie (Mitte 40, inzwischen) glücklich sind mit ihrem Leben. Das hat gedauert, aber sie ist sehr offen mit dem Thema umgegangen und liebt Kinder. Die Beziehung ist glücklich und auch daraus kann man viel Kraft ziehen. DAS hat auch nicht jeder.

Wenn sie heute mal abends meine Kinderabendrituale mitkriegt mit 2 Kindern hat sie schon öfters gesagt, mein Mann und ich im Stress, kaum Zeit für ein Gespräch, sie seie froh, das nicht zu haben. Das wäre ihr zuviel.
Man kriegt halt auch aus dem Wunsch heraus schnell einen verklärten Blick auf die Wirklichkeit. Es ist nicht alles immer gut oder schlecht. Auch wenn man natürlich Personen, insbesondere die eigenen Kinder nicht mehr wegdenken kann und möchte, wenn sie einmal da sind. Aber sie bleiben auch nicht immer diese süssen Babys und Kleinis, die man erstmal mit ihnen verbindet.

Dieses Wochenende z.B. bin ich ohne Kinder und Mann. Ich hatte fast vergessen, wie es sich anfühlt mal ein ganzes Wochenende Zeit zu haben. Zeit für mich. Lesen, schlafen, was schönes kochen, das ich mag, usw. Ich bin nur halb so kaputt, wie sonst.

Und wie du sagst, ein glückliches Leben ist hart verdient, dafür muss man selbst was tun. Das können auch keine Kinder herbeizaubern. Man hat in diesem Falle nur weniger Zeit sich darüber Gedanken zu machen.

Glück liegt in jedem selbst.

beweme
19.10.2014, 21:41
Glück liegt in jedem selbst.

du hast sooo recht, peppis,

liebe gemme,
hier ist so eine ungewollt kinderlos gebliebene, aber es geht mir gut und ich bin glücklich.

bitte, bitte, reise in die Karibik und kaufe das teure Regal. verliere bitte nicht dein Leben und deine Partnerschaft aus den Augen, achte auf dich, gönne dir schöne Dinge und versuche nicht, ein Kind bzw. eine Schwangerschaft " zu erzwingen".

ja, das ist leicht gesagt und sehr schwer umzusetzen, weil man immer denkt, du könntest noch dies oder jenes tun, dies verbessern und dies unterlassen, und wenn dann auch noch blöde Sprüche von anderen kommen, dann ist man sehr schnell in der Gedankenspirale "wir sind zu blöd, ein Kind zu zeugen". bitte tu dir das nicht an.

manche Kinderwunschzeit ist lang und steinig, oft von Erfolg gekrönt, oft auch nicht.

ganz ohne Narben kommt man nicht aus dieser anstrengenden Zeit heraus.

Aber, man kann auch ohne leibliche Kinder glücklich sein und seinem Leben einen Sinn geben.

Allerdings kann ich auch nur von mir und meinem Mann sprechen.

warum ich in einem Kinderwunschforum lese?
leider ist diese Zeit nicht so ganz spurlos an mir vorbeigegangen, manchmal kommt doch mal so einiges wieder hoch, besonders an Tagen wie heute, an denen wir mit unseren Patenkindern tolle Momente erlebt haben, da gibt es dann abends, wenn die Kinder wieder bei ihren Eltern sind, so Momente, in denen wir uns sagen, so schön hätte es bei uns auch sein können.

anderseits genießen wir diese Augenblicke dann auch ganz besonders, und trotz allem geht es uns im Alltag doch gut, wir haben einander, wir haben diese Kinderwunschzeit überstanden und wir lieben uns immer noch.

und, ganz wichtig, sich nicht von seine lieben Mitmenschen ungefragt "beraten" lassen, von wegen, ihr müßt euch nur entspannen , dann klappt das auch mit dem Kind.

auch wir müssen uns stellenweise immer noch blöde Sprüche anhören, wir tun nichts für die Rente und wir können es uns ja auch leisten, mehrmals im Jahr in den Urlaub zu fahren, darauf gebe ich meistens keine Anwort, die wenigsten wissen ja, um welchen Preis. besonders dreisten Mitmenschen gebe ich mittlerweile einen dummen Spruch zurück, nur Familie und Freunde wissen um unseren steinigen Weg.

liebe Gemme, bitte gib nicht auf, und ich wünsche dir Menschen an deiner Seite, die dich begleiten und auffangen können.

ich wünsche dir, dass sich dein sehnlichster Wunsch bald erfüllt und alles Liebe

beweme

Camaine
19.10.2014, 21:43
Hallo zusammen,
Wieder viele gute Beiträge, man kommt ja kaum noch mit. :smile: ich versuche trotzdem mal zu dem ein oder anderen was zu sagen...

Verklärung/ Idealisierung des Kinderhabens: naja, das tut doch wahrscheinlich jeder, der Kinder haben möchte, egal,ob man sie einfach schwanger wird oder lange darauf warten muss - sonst würden wohl nicht so viele Kinder rumlaufen. :zwinker: Man kann wie bei vielem anderen nicht wissen, wie es ist, ohne es erlebt zu haben. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich völlig blauäugig an die Sache herangehe. Dass es schlaflose Nächte gibt, bis zum Hals volle Windeln, man grade in der Stillzeit fremdbestimmt wird, weil das Kind Hunger hat, egal ob ich schlafe, esse oder unter der Dusche stehe, das ist mir schon bewusst. Und das das Urlaubsziel dann eher nicht Karibik sondern Bibione ist auch. Ich erwarte auch nicht, dass alles gut wird, weil ein Kind da ist, das wäre auch ein unfairer Anspruch an das Kind.
Vom KiWu mal abgesehen mag ich mein Leben gerne, so wie es ist. Ich hab nen tollen Mann, eine schöne Wohnung, einen Job den ich gerne mache... So. Nun würde ich aber trotzdem gerne ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen, nämlich Familie. Ich bin nun viel gereist, habe Nächte durchgefeiert, spontan dieses und jenes unternommen, jetzt darf ein kleiner Schreihals kommen, der meine mühsam gestrichenen Wände mit Buntstiften verziert, mit dem Dreirad Rennen in der Wohnung fährt und auf meinen Kochtöpfen Schlagzeug spielt. Und wenn es mit 15 grüne Haare ahben will - meinetwegen, wollte ich auch. :freches grinsen:
Ich schick das schon mal ab...

fritzi72
19.10.2014, 21:59
So, dann fange ich mal an:

Zwei Dinge vorweg:

-Gemme, ich finde den Strang und die Art wie du ihn eröffnet hast ganz toll! War jetzt nicht dein Ziel, aber ich habe seit gestern so viel nachgedacht , über Freundinnen, über mich, über meinen Mann, über das Leben mit und ohne kinder...war sehr emotional und erhellend.

-ebay: also, das es beim Kinderwunsch einfach um ein genetisch angelegtes Programm handelt, glaube ich nicht. Es ist der Wunsch und der Wille, sich eines kleinen Wesens ganz und gar anzunehmen , es zu begleiten, mit ihm Erfahrungen zu teilen und gute Erfahrungen weiterzugeben, lieben und geliebt zu werden. Entschuldige , DAS ist mit sporttraining von fremden Kindern nicht zu vergleichen (wobei so ein Engagement unglaublich wichtig ist, wie auch das von cheshire, ihr habt da durchaus meinen Respekt!)

Die Frage, ob man Kinder hat oder nicht, ist eine, die so oder so das weitere Leben prägt und dass du so viel zu kinderthemen schreibst, zeigt eigentlich, dass du dich auch immer wieder mit deiner Entscheidung auseinandersetzt ( was ich vollkommen io finde, aber eben die Bedeutung des Themas auch für dich unterstreicht....das ist nicht böse gemeint, ich lese das ohne jede Wertung aus deinen Zeilen).

Nun zu den Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die ich kenne (mir fallen immer mehr ein, je länger ich nachdenke, aber ich kenne natürlich nicvt alle gleich gut)
-eine Freundin von mir: ganz klar, nach Studium und praktischer Ausbildung, Verbeamtung sollte ein Kind kommen, lange Partnerschaft auch vorhanden.
Dann: geübt, nichts tat sich, endometriose festgestellt, in der Folge mehrere Myome, diverse Gebärmutter-Ops, dann irgendwann die Aussage der Ärzte: natürlich wird es mit ss nicht klappen, Kiwu-Behandlung grundsätzlich möglich, aber mit sehr grosser Gefahr einer Gebärmutterruptur, dh ab 5 Monat ss nur noch liegend, ab 6 Monat im kh unter ständiger Beobachtung mit großen Risiken für Mutter und Kind.
Sie und ihr Mann haben sich dagg entschieden. Nach meinem Gefühl ging es ihnen deutlich besser, als die Entscheidung gefallen war. Meine Freundin hat sich in die Arbeit gestürzt, dort aber wenn es um die Verteilung besonderer Aufgaben ging, auch sehr klar kommuniziert: ich bekomme keine Kinder, ich habe Kapazitäten...
Aufregende Reisen unternimmt sie nicvt, unterstützt aber sehr ihren jüngeren Bruder und dessen zwei Kinder, der lebt von seiner Frau getrennt und hat jede zweite Woche die Kinder für eine wo plus stressigen Job, der kann Unterstützung gebrauchen.
Sonst viel kulturelles und sie und ihr Mann sind wirklich zufrieden.
Sie ist immer sehr offen mit dem Kinderwunsch und ihre Gesundheitsprobleme gesprochen und ich habe den Eindruck, damit ist sie gut zurechtgekommen, blöde Bemerkungen und Vermutungen gab es so nicht, man wusste, woran man war.
Mir bewusst, das kann nicht jeder, aber es war ihr weg. Erstaunlicherweise hat sie auch an meinen Schwangerschaften und jetzt den Kindern immer regen Anteil genommen, etwas wie Neid gab es nie zwischen uns. Ihr Mann genauso. Und oft kommen so aussagen : wir richten uns nach euch, ihr habt mit den Kindern viel mehr Stress.
Ich bin froh, so eine Freundin zu haben und dass sie trotz unerfülltem Kinderwunsch im reinen mit sich ist.

So, ich schicke mal ab, nächster Bericht folgt!
Lg

Camaine
19.10.2014, 22:06
Partnerschaft: habe schon öfter gehört, dass die KiWu-Zeit sehr belastend sein kann. Bei uns ist quasi das Gegenteil eingetreten: Der gemeinsame Wunsch schweisst uns eher noch enger zusammen. (Toitoitoi das es so bleibt!) auch wenn mir manchmal das Gesicht einfriert, wenn mein Mann die Karibik-Reise vorschlägt, so ist er doch mein Ruhepol. Sein Wunsch ist nicht kleiner, nur kann er viel besser damit umgehen und vor allem unbeschwerter. Sein Kommentar: "warum soll ich mich darein stressen? Wir können eh nicht beeinflussen ob es klappt. Und :zwinker: mein Part ist eh ziemlich einfach; ich muss nur den Becher treffen!"
Gut, dass einer von uns cool bleibt und die Nerven behält. :smile:

Der Liebeskummer-Vergleich: da muss ich widersprechen. Ich weiß, das hier ist eigentlich der Aufmunterungsstrang, aber jammern war auch erlaubt, oder?
Meine schlimmsten Moment hatte ich in einer Buchhandlung, als ich Geburtstagsgeschenke für die Kinder einer Freundin eingekauft habe. Da ist ir plötzlich mit voller Wucht klar geworden, dass ich möglicherweise nie ein Kind haben werde, dem ich vorlesen kann, Leuchtsterne übers Bett klebe oder mit dem ich "Sing dudeldei, sing dudeldei" singen kann. (Das waren meine Einkäufe: ein vorlesebuch, Leuchtsterne und das Hörbuch Michel aus Lönneberga.) das hat sich nicht angefühlt wie Liebeskummer. Eher als wäre jemand gestorben.

Für einen fröhlicheren Abschluss: Die apfelpfannkuchen haben wir doch nicht gemacht, sondern waren spontan noch auf der Kirchweih Dult, das Wetter war so schön. Da gab es dann einen Baum-Striezel. Lecker!
Allen einen schönen Restsonntag und guten Start in die Woche!

Camaine
19.10.2014, 22:12
Noch ganz kurz: beweme, wir haben uns überschnitten. Toller und ehrlicher Beitrag, danke!:blumengabe:

fritzi72
19.10.2014, 22:30
Camaine, schön, dass du's ansprichst, denn ich stelle mir einen unerfüllten Kinderwunsch auch eher so vor, wie den Verlust durch Tod eines geliebten Menschen, wenn ich versuche mich reinzufühlen.
Und Karla, sofern du noch mitlesen solltest: so wunderbar pragmatisch der Vorschlag Adoption klingt, würdest du den ernsthaft jemand unterbreiten, dessen Kind gestorben ist??
Oder beim tod eines Partners sagen: dann sich Dir einen anderen, gibt genug Männer da draußen..????
Einfach mal nachspüren, wie sich eine Äußerung für den Betroffenen anfühlt....

Ich finde, ihr klingt alle ganz toll und bin mir sicher, Ihr werdet Euren Weg finden, so oder so!

Inaktiver User
20.10.2014, 13:30
Ich finde auch, dass es sich wie der Verlust eines geliebten Menschens anfühlt. Nur mit dem Unterschied, dass er (im Moment) noch immer wieder aufersteht. Und dann wieder stirbt. Und wieder aufersteht. Und wieder stirbt... Das macht es meiner Ansicht nach so schwierig, sich während der Zeit vorzustellen, dass man damit abschließen kann. Bei mir geht das kaum. Andererseits stelle ich fest, dass ich überhaupt keine Lust habe, mir die nächsten Jahre durch den nicht-erfüllten Kinderwunsch verderben zu lassen. Ich akzeptiere, dass es immer wieder weh tun wird, ich immer wieder in bestimmten Situationen werde weinen müssen. Aber eine lange Depression will ich nicht. Andererseits befürchte ich, dass ich da auch nicht allzuviel machen kann. Mein Gefühl und mein Kopf sind zwei Dinge. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal einen so starken Wunsch entwickele ohne ihn erklären zu können. Auf Therapie und so habe ich keine Lust. Da habe ich zu viel hinter mir, da bin ich satt. In ganz akuten Notlagen hilft es mal, aber spätestens ab dem zweiten Mal wehrt es sich in mir.
Leider verreise ich nicht gern allein und mein Mann fliegt nur im Notfall. Reisen in ganz fremde Welten sind damit schwierig. Aber wir werden dann schon was finden.
Und vor allem freue ich mich, wenn mein Arbeitsspeicher wieder mehr Platz hat. Das langsame Denken nervt sehr...
Definitiv wird vieles besser werden, wenn die Entscheidung gefallen ist - so oder so. Und immerhin habe ich einen tollen Mann an meiner Seite, mit dem es weitergehen wird.

Gemme
20.10.2014, 14:32
Hallo Ihr,
ich sehr das ähnlich, es ist eine Art wiederkehrender Verlust. Wenn man beim Liebeskummer- Vergleich bleiben will, ist es vielleicht ähnlich wie bei einer schmerzhaften Trennung, nach der sich der Ex immer mal wieder meldet, neue Hoffnungen weckt und dann wieder abtaucht. Und daß es - theoretisch!!!-unzählige Methoden und Behandlungen gibt, die man versuchen könnte, macht es glaube ich auch nicht einfacher, unter das Ganze einen Punkt zu setzen.

Habt Ihr da für Euch klare Grenzen gesetzt?

Inaktiver User
20.10.2014, 14:46
Hallo Gemme,

bei uns sind durch die Finanzen Grenzen gesetzt (wir zahlen ausschließlich selbst). Es reicht für zwei IVF, dann ist Feierabend. So oder so. Klar könnten wir uns verschulden, aber das entspricht nicht meinem Sicherheitsbedürfnis. Und mein Mann ist ein älterer Jahrgang, da habe ich auch eine gefühlte Grenze. Ursprünglich hatten wir Ende des Jahres angepeilt, dann ist alles anders gelaufen und jetzt ist es mein Geburtstag im Frühjahr oder der Sommer. Das Geld ist dann auch definitiv alle.
Ich habe noch keinen Plan, wie es mir geht, wenn wir ein Ende finden müssen. Aber mit der Behandlung geht es mir psychisch auch nicht so besonders. Ohne sie besteht immerhin die Chance auf Besserung ;-) Ich verstehe jede, die weiter gehen will. Bis ans Äußerste (finanziell wie körperlich), aber ich will mein Leben irgendwann zurück und nicht mehr von Eisprung zu Eisprung hoffen, bangen und alles organisieren.
Was habe ich in den letzten Warte-Wochen nach längerer Abstinenz an superleckeren Weißwein getrunken... Das war toll! Und gedankenlos essen! Es hat schon Vorteile.

P.S. Nochmal danke für die Strang-Eröffnung!

lagiri
20.10.2014, 15:36
Gehts Euch auch manchmal so, daß Ihr nicht mehr ein noch aus wißt und Euch andauernd mit
Themen, Tipps und Tricks rund um eine Schwangerschaft befaßt, obwohl Euch das vielleicht gar nicht weiter hilft?
So nach dem Motto: heute schon nach einem Wundermittel gegoogelt? ;)

Ich möchte SO nicht weitermachen.

Den Kinderwunsch weiter verfolgen, auch mit medizinischer Hilfe - ja, aber Krampf im Herzen und Weh in der Seele - NEIN!

Vielleicht können wir uns hier ab und an mal gegenseitig aufbauen und das Schöne im Leben suchen, mit dem Kinderwunsch im Hinterkopf, aber eben auch mit Ablenkungsmethoden, (Seelen)-Wellnesstips und allem, das uns hilft, mit der Situation umzugehen.

Ohne groß rumzudiagnostizieren, ohne uns über Medikamente und Eingriffe und deren Chancen und Schwächen austauschen (nicht, daß das per se falsch wäre!), sondern einfach nur zum Plaudern, Mutmachen, albern sein und Tunnelblick verlieren.

Liebe Gemme,
erst Mal, schönes Strangthema! Ich wünsche dir, dass sich hier noch ein paar Mitstreiterinnen finden, die sich auch gerade in einer ähnlichen Situation befinden wie du.

Ich selbst habe das Thema glücklicherweise hinter mir und bin inzwischen dank Kinderwunschbehandlung (ICSI) glückliche Mutter und erneut schwanger!

Die KiWu-Zeit war kein Zuckerschlecken, keine Frage. Aber sooo schlimm war sie rückblickend auch wieder nicht. Die Zeit des normalen Übens war mindestens genauso belastend für die Psyche wie die Zeit der Hormonspritzen und OPs. Vielleicht sogar belastender. Ich hab den ICSI-Start irgendwie befreiend erlebt. Endlich was tun, endlich geht’s los! So ein Gefühl der Aufbruchstimmung.

Hier im Strang fällt mir auf, dass es gerade ständig um die Auseinandersetzung mit der eventuellen Kinderlosigkeit geht. Hm, vielleicht hat hier auch jeder eine andere Form der Stressbewältigung. Bei mir war das Thema Kinderlosigkeit während der Behandlungszeit ganz weit weg. Ich hab mir zwar bei jedem Behandlungszyklus gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es diesmal klappt, ja nur bei 30 % liegt, also lieber erst mal von einem Negativ ausgehen. Aber trotzdem hatte ich die Gewissheit, dass es schon irgendwann klappen wird!
Ok, ich hatte auch leicht reden, da ich für zwei Schwangerschaften nur drei Versuche gebraucht habe. Ich kenne Frauen, die fünf erfolglose ICSIs hinter sich haben und seit Jahren kämpfen. Dann sieht die Situation anders aus und dann ist es wohl auch an der Zeit und hilfreich, sich mit dem Thema Kinderlosigkeit aktiv auseinanderzusetzen. Aber gleich ganz am Anfang? Wie gesagt, da hat wohl jeder andere Strategien, die als hilfreich empfunden werden.

Das mit dem „Tunnelblick verlieren“ ist natürlich in so einer Phase gar nicht so einfach. Bei mir hat sich auch irgendwie alles um den Kinderwunsch gedreht und ich habe ganz schrecklich viel zum Thema im Netz gesurft und gelesen, gelesen, gelesen. Vor allem in Forum. Irgendwie braucht e ich Gleichgesinnte. Aber Entspannung ist das nicht, denn natürlich drehen sich dann auch alle Gesprächsthemen um die Kinderwunschbehandlung. Phasenweise fand ich das für mich trotzdem hilfreich.

Aber wie hier schon mehrfach geschrieben wurde: Wenn irgendwie möglich, das normale Leben weiterleben. Sich schöne Dinge gönnen, Reisen planen, Pläne schmieden und umsetzen, ganz unabhängig vom Kinderwunsch. Denn man weiß einfach nicht wie lange es dauert. Bei mir hielt es sich mit einem Jahr aktiver Kinderwunschbehandlung für Kind Nummer 1 zwar im Rahmen, aber trotzdem hat sich dieses eine Jahr sehr sehr lange angefühlt. Und was, wenn es doch zwei oder drei Jahre dauert? Man braucht ja Kraft und Energie. Also: aktiv bleiben – unabhängig vom Kinderwunsch.

Alles Gute und einen guten Start in die Kinderwunschbehandlung (die gar nicht so schlimm ist wie du jetzt vielleicht fürchtest!)

flux
20.10.2014, 16:13
Diesen Artikel hab ich gerade entdeckt:

Kinder bekommen: Späte Mütter und ihr Leben am Limit - BRIGITTE WOMAN (http://woman.brigitte.de/leben-lieben/psychologie/spaete-muetter-1058861/)

Ich finde ihn gut und realistisch.
Ab und zu mal den "rosa Zuckerguss" vom Wunschbaby runternehmen.

Inaktiver User
20.10.2014, 17:01
Mmh, ich bin wesentlich jünger als die dort beschriebene Frau und fand die Anfangszeit mit Baby auch hammerhart, voller Tränen, Überforderung und körperlichen Zipperlein, die ich so nie erahnt hätte. Aber das man einen Wunsch rosarot sieht, das liegt doch in der Natur der Sache. Und ist auch nichts schlimmes, niemand, der sich ein Kind wünscht, denkt doch an durchwachte Nächte und Zoff mit dem Liebsten. An kaum einen Plan im Leben geht man realistisch ran, weder an Beziehungen, Ehe, Traumjobs oder Reisen. Gott sei Dank, sonst könnte man sich ja gleich die Bettdecke über den Kopf ziehen. :freches grinsen:

Blöd fand ich es allerdings damals, wenn man sich als ungewollt Kinderlose quasi pausenlos für seinen Kinderwunsch rechtfertigen musste und die eigenen Gründe, Kinder zu wollen, immer die Schlechtesten waren. Und dann Kommentare kamen wie "dann ist die Zeit noch nicht reif", "frage Dich erst mal, warum Du so dringend Mutter werden willst", etc. Das empfand ich als wahnsinnig verletzend. Denn egal, aus welchen bescheuerten Gründen manche Frauen Mutter werden wollten (Eherettung, Flucht aus Job, Kindergeld), man selbst war immer der Psycho.

flux
20.10.2014, 17:12
eben eben, man darf den Wunsch ja überwiegend rosarot sehen. Deswegen schrieb ich ja auch "ab und zu ".
Das hilft beim Relativieren.

Interessanterweises muss man heutzutage immer alles rechtfertigen.
Meine Tochter und ihr Mann z.B. möchten keine Kinder. Die könnens auch nicht mehr hören...

blubb80
20.10.2014, 17:20
zuerst muss man rechtfertigen warum man eins oder zwei oder drei will oder gar keines (himmel die fahren ja soviel auf urlaub!! :freches grinsen:)...dann muss man sich rechtfertigen weil man stillt oder eben nicht .... dann muss man sich rechtfertigen was man dem baby zu essen gibt....dann muss man sich rechtfertigen wenn das baby bei einem im bett schläft oder im eigenen...es ist komplett EGAL was man wie tut...irgendeiner findets immer doof oder weiß es besser :grmpf::freches grinsen:

Gemme
20.10.2014, 17:26
Hallo Ihr,

@sunsetsunrise:
Ich kann Eure Grenzen voll verstehen und kann mir auch vorstellen, daß da so eine Art Aussicht auf Erleichterung ist bei Dir. Immer mehr denke ich mir, wenn wir uns zu sehr an den Kinderwunsch hängen, machen wir uns so abhängig von Dingen, die wir praktisch gar nicht beeinflussen können-das tut einfach nicht gut.
Und nix zu danken, im Gegenteil, danke, das Du mitschreibst !

Was ich im Fall der Fälle machen würde, weiß ich noch nicht. Falls es gar nicht klappt, würde ich, rein aus dem Bauch raus, gerne neu durchstarten. Ich kann gar nicht konkret sagen, womit, aber ich könnte mir vom Job- bis zum Wohnortwechsel oder ein ganz neuen Hobby alles vorstellen.

Solche Gedanken geben mir dann auch Kraft, da fühle ich mich wieder mehr wie ich selber.

@lagiri: Ich bewundere das, das Du Deine KiWu-Zeit relativ entspannt angehen konntest. Deine Einstellung finde ich super! Ich denke aber, daß bei den älteren Hasen unter uns (bin nun auch 37) einfach die Angst vor der biologischen Uhr dazukommt,
obwohl es natürlich nicht auf zwei Monate hin oder her ankommen wird.
Auf jeden Fall Danke für Deinen Optimismus und die Anregung, die KiWu-Behandlung als etwas Aktives, Positives zu sehen!

@Flux: Danke fürs Aufdenteppich-Zurückholen! Mir tut es im Moment sehr gut, mit dem Thema mal ganz sachlich umzugehen. Phasenweise habe ich mich in der letzten Zeit fast schon besessen gefühlt.
Das ist zumindest jetzt gerade schon etwas besser.


Für den nächsten Zyklus habe ich mir ganz wagemutig vorgenommen, die Eisprungtests mal wegzulassen - jahaaa, das sind die Abenteuer des Erwachsenenalters, einfach mal nicht auf ein Stäbchen pullern, und schon fühlt man sich wild und wagemutig!

zozo
20.10.2014, 19:34
Hallo Gemme,

dein Eröffnungspost dieses Strangs hat mich direkt angesprochen, ich mag deine leicht sarkastische, aber sehr reflektierte Art, mit diesem schwierigen Thema umzugehen. Vielen Dank dafür!

Ich bin noch ein paar Tage ums Antworten herum geschlichen, weil ich nicht sicher bin, ob das mittägliche Einwerfen der putzigen Folsäuretabletten nun bei uns offiziell den Beginn der Kinderwunschzeit einläutet. Aber da meine Gedanken sich leider tatsächlich schon jetzt viel zu häufig um das Thema drehen, kann ich auch heute schon einsteigen :smirksmile:

Denn das hier:


Gehts Euch auch manchmal so, daß Ihr nicht mehr ein noch aus wißt und Euch andauernd mit
Themen, Tipps und Tricks rund um eine Schwangerschaft befaßt, obwohl Euch das vielleicht gar nicht weiter hilft?
So nach dem Motto: heute schon nach einem Wundermittel gegoogelt? ;) kommt mir leider nur allzu bekannt vor.

Kurz gefasst: erste Schwangerschaft im Frühjahr 2010 endete mit einer Fehlgeburt. Eine nicht ganz geglückte Operation einige Monate später führte zu einem erzwungenen Aufschub eines weiteren Versuchs. Immer noch nicht hundertprozentig wieder hergestellt, hoffen wir auf einen neuen Start in ein paar Monaten, auch wenn einige Handicaps (das nicht mehr ganz so junge Alter, PCO, hormonelle Probleme, Medikamenteinnahme) leider bleiben werden. Diese 4,5 Jahre des Krank seins und des aufgeschobenen Kinderwunsches haben auch seelisch ein paar Spuren hinterlassen.

Genau deswegen habe ich unglaubliche - vielleicht auch verständliche - Angst, dass ich ganz unentspannt und verkrampft an die Sache gehen werde. Und suche genau solche Menschen wie dich, die einen runter holen, zum lachen bringen, ernst nehmen und sich auch manchmal über mich "lustig" machen können. :freches grinsen:

Ich schaffes heute leider nicht mehr, auf alle bisher eingegangenen tollen Beiträge einzugehen. Aber auch an euch alle ein großes Dankeschön und großen Respekt. Ich bin - bis auf ein paar wenige unangenehme Ausnahmen - wirklich total begeistert über das hier gebündelte Wissen und Wohlwollen und füreinander Dasein. Ihr seid fantastisch :blume:

Mailine
20.10.2014, 19:40
Wenn das so stark ist, haben die Gene viel Macht!

Sowas muss erblich sein. In meiner Familie hat niemand einen Kinderwunsch, wir sterben aus. Aber es kümmert uns nicht.


@Ebayfan: Dann sind es die Gene. Aber nicht nur. Bei mir ist es so, dass ich schon länger viel Liebe in mir habe, die sich erweitert. Mein Mann, Freunde, Familie, das reichte mir nicht mehr, ich wollte für meine überbordende Liebe eine Erweiterung. Es war etwas Selbstverständliches, das Normalste der Welt, diese überschäumende Liebe (zu meinem damals noch ungeborenen ähm, noch nicht gezeugten Kind) zu fühlen und daraus ergab sich meine Sehnsucht. Das sind nicht nur die Gene, nein, das glaube ich nicht.
Wer das so nicht spürt und nicht will: okay. Es muss nicht jeder Mensch Kinder wollen.
Das Aussterben, das Du ansprichst, tja: Mir war das eben nicht egal.
So ist es jeder anders. Jeder tut das, was ihn glücklich macht. :smirksmile:


Was fritzi dazu geschrieben hat, hat mir gut gefallen.




-ebay: also, das es beim Kinderwunsch einfach um ein genetisch angelegtes Programm handelt, glaube ich nicht. Es ist der Wunsch und der Wille, sich eines kleinen Wesens ganz und gar anzunehmen , es zu begleiten, mit ihm Erfahrungen zu teilen und gute Erfahrungen weiterzugeben, lieben und geliebt zu werden. Entschuldige , DAS ist mit sporttraining von fremden Kindern nicht zu vergleichen (wobei so ein Engagement unglaublich wichtig ist, wie auch das von cheshire, ihr habt da durchaus meinen Respekt!)

Die Frage, ob man Kinder hat oder nicht, ist eine, die so oder so das weitere Leben prägt ...

Lg

@fritzi: Genau das, was Du beschreibst, das ist es. :blume:



Mailine, du schreibst und beschreibst so gut! Danke für den tiefen einblick und deine vergleiche!

Danke Entchen. :blume:







Der Liebeskummer-Vergleich: da muss ich widersprechen. Ich weiß, das hier ist eigentlich der Aufmunterungsstrang, aber jammern war auch erlaubt, oder?
Meine schlimmsten Moment hatte ich in einer Buchhandlung, als ich Geburtstagsgeschenke für die Kinder einer Freundin eingekauft habe. Da ist ir plötzlich mit voller Wucht klar geworden, dass ich möglicherweise nie ein Kind haben werde, dem ich vorlesen kann, Leuchtsterne übers Bett klebe oder mit dem ich "Sing dudeldei, sing dudeldei" singen kann. (Das waren meine Einkäufe: ein vorlesebuch, Leuchtsterne und das Hörbuch Michel aus Lönneberga.) das hat sich nicht angefühlt wie Liebeskummer. Eher als wäre jemand gestorben.





Camaine, schön, dass du's ansprichst, denn ich stelle mir einen unerfüllten Kinderwunsch auch eher so vor, wie den Verlust durch Tod eines geliebten Menschen, wenn ich versuche mich reinzufühlen.




@Camaine und fritzi: Ich war das mit dem Liebeskummervergleich. Für mich war das die "light version". :smirksmile: Da der Strang der Aufmunterung dienen sollte, habe ich es dabei belassen und bin bewusst nicht auf die Trauer eingegangen. Aber genauso so ist es und so habe ich es empfunden. Als große Trauer, immer dann, wenn ich Angst hatte, dass ich kinderlos bleiben sollte. Es gibt Studien dazu, dass ein unerfüllter Kinderwunsch wie der Verlust durch Tod eines geliebten Menschen ist. Das Kuriose war die Trauer um einen Menschen, der ja noch nichtmal existierte, den ich da betrauerte. So als hätte er gelebt. Und dann betrauert man einen Lebenstraum und einen Lebensplan, mit dem man zu scheitern droht bzw gescheitert ist. Ja, das ist dann richtige Trauer und kein simpler Kummer mehr.

Den Liebeskummer, den sehe ich auch mehr in Zusammenhang mit der starken Sehnsucht.
Und wie jemand geschrieben hatte, eine noch so traurige Liebesgeschichte überwindet man irgendwann. Es wird dann trotzdem auch Jahre später noch ein vielleicht melancholisches Gefühl beim Zurückdenken übrigbleiben. Beim Kinderwunsch, der unerfüllt bleibt, ist es sicher nochmal etwas anderes.

Mailine
20.10.2014, 19:52
Ich hätte es Mehltau genannt...

Und ja, annehmen und loslassen. Sehr schwer bei diesem Thema, das der Ratio so wenig zugänglich ist. Ich finde den Vergleich mit Liebeskummer auch recht treffend. Eine ungestillte Sehnsucht.

Nur, dass irgendwie Liebeskummer doch anders bewältigbar ist. Zeit, Ablenkung und nicht zuletzt die Gewissheit, dass irgendwann eine andere Liebe kommen wird. Sich mit der Endgültigkeit des Unerfüllbaren abzufinden, hat für mich auch erwas von der Trauer um einen verstorbenen, nahestehenden Menschen. Der Verlust bleibt. Nicht mehr so laut brüllend schmerzhaft wie zu Zeiten, als zumindest theoretisch noch Hoffnung war. Aber spürbar.

Das heisst nicht, dass es kein Glück oder Lachen mehr gibt. Aber es ist ein anderes Leben, das man führt. Anders als für sich selbst gewünscht - und anders als das der meisten anderen Menschen. Das macht auch einsam, von Zeit zu Zeit.


@vivi: Sehr gut geschrieben. :blume: hat mir beim Nachlesen gefallen.



Ich habe das durch, bin nun endlich Mutter und Rückblickend kann ich sagen, zu dieser Zeit war ich nicht ich und das mit gutem Grund. Ich möchte Dir nur sagen:es ist völlig egal, ob und wen du nervst, du darfst das.
Es erfordert so viel Kraft und Geduld und dann noch die Ungewissheit ob sich all das lohnen wird.
Ich wünsche es Dir von Herzen.
Ich von mir aus kann nur sagen, ich wurde erst wieder "normal", als ich mein Kind in den Armen hatte.
Die Seele nimmt Schaden, man kann höchstens versuchen, diesen möglichst gering zu halten, indem ich mich nicht überfordert habe, mit dem was andere von mir erwarteten.
Und wenn das hieß, dass ich den Kontakt zu Freundinnen, die bereits Mutter waren, deutlich einschränken musste. Das darf man nämlich.

@Spatz: Du sprichst mir aus der Seele. Das könnte 1:1 von mir sein. Ganz genauso ging es mir auch ....




Diesen Artikel hab ich gerade entdeckt:

Kinder bekommen: Späte Mütter und ihr Leben am Limit - BRIGITTE WOMAN (http://woman.brigitte.de/leben-lieben/psychologie/spaete-muetter-1058861/)

Ich finde ihn gut und realistisch.
Ab und zu mal den "rosa Zuckerguss" vom Wunschbaby runternehmen.

danke, flux! :blume:

Ich erkenne mich teilweise wieder :ooooh::zwinker:




Ganz genau so ist es. Kann ich nur unterschreiben. Das macht mich manchmal alles ganz wahnsinnig, vor allem die Unfreiheit - die erwischt einen ziemlich kalt, wenn man es 41 Jahre lang anders gewohnt war. Und trotzdem liebe, liebe, liebe ich mein Piepschen so sehr, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. :liebe:


@celestial_nutcake:
hier auch!! Große Liebe. und ja, auch hier, mit etwas ü40 ist man doch recht lange gewohnt, für sich zu sein. Die Unfreiheit und Fremdbestimmung .... Das ist für mich auch so ein Punkt, der mir in jüngeren Jahren wahrscheinlich weniger zu schaffen gemacht hätte. Also wenn ich früher ein Kind bekommen hätte. Man hat einfach viel Zeit gehabt, (immerhin etwas mehr als 20 Jahre Erwachsenenleben), seine Spleens und Marotten und auch Eigenheiten so richtig schön zu zelebrieren und auf einmal merkt man dann wieviel von der eigenen Persönlichkeit erstmal auf der Strecke bleibt. Und trotzdem bleibt das :liebe: Man zieht die Kraft dann wieder aus der Freude mit und um das Kind.

Mailine
20.10.2014, 20:07
jetzt noch der letzte Beitrag ....



Mmh, ich bin wesentlich jünger als die dort beschriebene Frau und fand die Anfangszeit mit Baby auch hammerhart, voller Tränen, Überforderung und körperlichen Zipperlein, die ich so nie erahnt hätte.



@Coralie: Ich fand die erste Zeit hammermäßig anstrengend. Besonders den Schlafmangel, der setzt mir zu.



Blöd fand ich es allerdings damals, wenn man sich als ungewollt Kinderlose quasi pausenlos für seinen Kinderwunsch rechtfertigen musste und die eigenen Gründe, Kinder zu wollen, immer die Schlechtesten waren. Und dann Kommentare kamen wie "dann ist die Zeit noch nicht reif", "frage Dich erst mal, warum Du so dringend Mutter werden willst", etc. Das empfand ich als wahnsinnig verletzend. Denn egal, aus welchen bescheuerten Gründen manche Frauen Mutter werden wollten (Eherettung, Flucht aus Job, Kindergeld), man selbst war immer der Psycho.

Echt mehr als blöd. :(

Als ungewollt Kinderlose ist man schnell ein Freak, der sich rechtfertigen muss, warum er ein Kind bekommen möchte.

Wird man eher problemlos und auf natürlichem Wege schwanger, fragt einen doch keiner, warum man denn .... !
Da muss man nix rechtfertigen. Wenn man den Kinderwunsch hat und er erfüllt sich, kommt keiner daher und sagt,
wie man so verrückt und irrational sein kann, ein Kind freiwillig zu wollen. Der Kinderwunsch an sich ist ja verrückt, wenn man genauer drüber nachdenkt: man möchte ein Kind und mit dem Kind zahlreiche schlaflose Nächte, Schreien, Kinderkrankheiten, Verantwortung für mindestens die nächsten 20 Jahre einschließlich pubertierender Monster:

Da MUSS man doch verrückt sein, wenn man das freiwillig haben möchte. :freches grinsen:
So müssten sich die "normalen" Kinderwünschler auch rechtfertigen, warum sie sich das antun wollen! :freches grinsen:

(Ich für meinen Teil bin gerne verrückt :zwinker: )



@Flux: Wie in dem von Dir beschriebenen Artikel erzählt, so erlebe ich das teilweise. Ich komm schon auch an meine vor allem körperlichen Grenzen :unterwerf: und da merk ich einfach, dass ich alt bin. :peinlich: Es geht so gerad eben noch und die Energie mobilisier ich schon - frag mich dann woher nur immer wieder neu ...
Die Geduld ist mehr als früher, ich bin ein wirklich geduldiger Mensch. War ich mit 25 nicht so.
In den Zwanzigern hab ich mir ganze Nächte um die Ohren gehauen, war dann jederzeit aber topfit. Das ist heute bei Weitem nicht mehr. Der Körper steckt den Schlafmangel nicht so leicht weg ...

Zu dem Artikel nochmal: Die erste Frau, die erzählt, die hat ihrem Mann zuliebe ein Kind ü40 bekommen. Tja, ich sehe das dann schon so, dass ein Wunschkind einen an die eigenen Grenzen bringen kann, wie muss es dann erst sein, wenn quasi erstmal vom Kinderwunsch überzeugt werden musste? Ich denke, das ist echt hart. Beruflich zurückstecken und 24/7 für das Kind sorgen, da kommt dann sicher Frust auf.
ich hab mir, seit mein Kind da ist, nicht ein Mal gewünscht, im Geschäft zu sitzen. :freches grinsen: Da saß ich lang genug. :zwinker:

Gemme
20.10.2014, 20:08
Hallo nochmal,

also ich hätte wirklich NIE gedacht, daß das ein so rege besuchter Strang voller Topfrauen
und toller Beiträge ist, ich bin echt ganz... :blumengabe::knicks:



Registriert seit
29.03.2010
Beiträge
36

AW: Mit heiler Seele durch die Kinderwunschzeit

von zozo

dein Eröffnungspost dieses Strangs hat mich direkt angesprochen, ich mag deine leicht sarkastische, aber sehr reflektierte Art, mit diesem schwierigen Thema umzugehen. Vielen Dank dafür!

Nee, Danke Dir, daß Du mitmachst :smile:
Und nix mit Rumschleichen, Du darfst genau so mitmachen wie alle anderen auch!

Ich/Wir sind übrigens auch "noch" nicht über Zyklustee und Clomifen rausgekommen, es soll also gar nicht
der Eindruck entstehen, daß hier nur Damen schreiben, die schon eine längere KiWu-Behandlung
hinter sich haben. Die ich im Übrigen mit meinen derzeitigen Nerven nur schwerlich überstehen würde!



Kurz gefasst: erste Schwangerschaft im Frühjahr 2010 endete mit einer Fehlgeburt. Eine nicht ganz geglückte Operation einige Monate später führte zu einem erzwungenen Aufschub eines weiteren Versuchs. Immer noch nicht hundertprozentig wieder hergestellt, hoffen wir auf einen neuen Start in ein paar Monaten, auch wenn einige Handicaps (das nicht mehr ganz so junge Alter, PCO, hormonelle Probleme, Medikamenteinnahme) leider bleiben werden. Diese 4,5 Jahre des Krank seins und des aufgeschobenen Kinderwunsches haben auch seelisch ein paar Spuren hinterlassen.
Ach Menno, das ist doch aber auch doof, das :in den arm nehmen:
Ich hoffe, es geht Dir soweit gesundheitlich besser?


Genau deswegen habe ich unglaubliche - vielleicht auch verständliche - Angst, dass ich ganz unentspannt und verkrampft an die Sache gehen werde. Und suche genau solche Menschen wie dich, die einen runter holen, zum lachen bringen, ernst nehmen und sich auch manchmal über mich "lustig" machen können.
Ja schön, dann sind wir ja jetzt schon mindestens...zehn oder so? ;)
Und natürlich ist Deine Angst verständlich!
Ich bin doch da nicht besser, ich bin von Anfang an recht gestreßt an die Sache rangegangen, weil ich halt schon über 35 war, und da sagt ja die Statistik..................................


Ich bin - bis auf ein paar wenige unangenehme Ausnahmen - wirklich total begeistert über das hier gebündelte Wissen und Wohlwollen und füreinander Dasein. Ihr seid fantastisch

DAS unterschreibe ich! *Kritzel*

von Mailine

@Camaine und fritzi: Ich war das mit dem Liebeskummervergleich. Für mich war das die "light version". Da der Strang der Aufmunterung dienen sollte, habe ich es dabei belassen und bin bewusst nicht auf die Trauer zu sprechen gekommen.
Ich mag Deine Beiträge auch, und es ist lieb von Dir, daß Du uns eine "light version" geschrieben hast :blume:

Aufmunterung - ja, jein - auch.

Es ist einfach so: ich glaube, ich muß mich stellen, um gesund zu bleiben, und ich muß meine Angst überwinden, und das geht nur, wenn ich sie auch mal ansprechen und darüber hinweg blicken kann.

Und zu dem Blick darüber hinweg gehört nun mal auch die Trauer, und obwohl Trauer nun weiß Gott nicht
zu meinen Lieblingsgefühlen gehört, ist sie doch besser als dieses lähmende schwarze Panikloch,
das sich da manchmal auftut in letzter Zeit.



Aber nu is genug getrauert für heute:
ich habe meinem Freund (der schließlich mitschuld ist an dem ganzen. Merke:
Männer sind IMMER mitschuld, egal, was ist! :freches grinsen:), erklärt, daß ich nicht zu der Taufe seines Bruderkindes mitkommen werde. Ich hab mir das lange überlegt, aber ich pack das grade nicht.

Ich werd mir statt dessen ein MICH-Wochenende gönnen, mit Sauna undsoweiter, und dann werd Sex and the City/anderes Frauenzeugs gucken, und danach werd ich nachts im Bett krümeliges Zeug essen, und dann werd ich mit Gurkenmaske im Gesicht frühstücken, und dann kanns wieder weiter gehen.

SO!

Mailine
20.10.2014, 20:21
ist sie doch besser als dieses lähmende schwarze Panikloch

Gemme :in den arm nehmen: was mir gegen das schwarze Panikloch geholfen hatte, war simpler Aktionismus, Pläne schmieden (auch einen Plan B). Nichts tun zu können und nur die Angst und Panik aushalten: no way. Das ging gar nicht und das fand ich am Schlimmsten.

Ich wünsche Dir, liebe Gemme, von Herzen (und auch allen anderen Kinderwunschmädels :blume:), dass sich Dein Wunsch bald erfüllt und Du kugelrund leckere Pralinen futtern kannst, während Du die Babyerstausstattung zusammenstellst. :blume:

Dannygirl
20.10.2014, 20:36
Liebe Gemme,

hab auch länger überlegt, ob ich schreiben soll.

Ich hab zwar keine KInderwunschbehandlung hinter mir, aber andere Schwierigkeiten.....

Mein Partner konnte sich lange nicht festlegen, ab wann wir mit der Kinderplanung loslegen wollten. Ich hatte, auch aufgrund meines etwas fortgeschrittenen Alters :pfeifend: einen drängenden Wunsch, und der Mann wurde nicht konkret...
Schließlich einigten wir uns auf meinen 37. Geburtstag. Nun, dieser kam, und zwei Wochen später hat er die Beziehung beendet.

Ich war wie betäubt.......gefühlt verlor ich nicht nur meinen Partner, sondern mein ganzes Lebenskonzept. Es war grauenhaft.

Um mich herum sah ich nur Paare, Familien und Kinder, alle schienen es mühelos hinzukriegen, nur ich nicht.

Beruflich hab ich auch noch viel mit Schwangeren zu tun; auch mit ungewollten Schwangerschaften, was für mich kaum erträglich war.

Ich fühlte mich vom Leben mies behandelt und im Stich gelassen und überhaupt so dermaßen ungerecht behandelt, dass ich es gar nicht fassen konnte.

Am schlimmsten war die Panik, wenn sie kam.....dieses Gefühl "Oh Gott, ich werde nie ein Kind haben, was soll ich denn jetzt tun...."

Mir hat es geholfen, in wirklich alle Richtungen zu denken, und wenn die Ideen noch so abwegig waren. Ich hab mir überlegt, ich könnte mich in Dänemark künstlich befruchten lassen, oder beim Eisprung jeden OneNightStand mitnehmen, oder einen guten Freund fragen, ob er mir ein Kind macht etcpp.....

Gleichzeitig hab ich endlich den Motorradführerschein gemacht und mit Wandern begonnen, und so einiges mehr.

Nicht, das ich wirklich ein Kind ohne Vater gewollt hätte. Aber die Situation kam mir nicht mehr so ausweglos vor und ich sah, das es durchaus Handlungmöglichkeiten und alternative Konzepte gab. Das hat mir sehr viel Druck genommen.

Ich dachte, wenn gar nix mehr geht, geht vielleicht das.

Letzlich ist es ja doch gut ausgegangen und ich bin mit 39 Mutter geworden (mit Vater zum Glück und ohne alternative Konzepte :freches grinsen:)

Aber diese lähmende Angst hinter sich zu lassen , damit habe ich so lange gekämpft und das war für mich eine einschneidende Erfahrung.

Deswegen denke ich, braucht es Dinge, die guttun, die Hoffnung geben und die vielleicht ruhig etwas anders sein können.

Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Wunsch erfüllt und das du auf dem Weg dorthin für dich Dinge tust, die es dir gut gehen lassen, soweit es eben geht.

Mailine
20.10.2014, 20:53
..

Mein Partner konnte sich lange nicht festlegen, ab wann wir mit der Kinderplanung loslegen wollten. Ich hatte, auch aufgrund meines etwas fortgeschrittenen Alters :pfeifend: einen drängenden Wunsch, und der Mann wurde nicht konkret...
Schließlich einigten wir uns auf meinen 37. Geburtstag. Nun, dieser kam, und zwei Wochen später hat er die Beziehung beendet.

Ich war wie betäubt.......gefühlt verlor ich nicht nur meinen Partner, sondern mein ganzes Lebenskonzept. Es war grauenhaft.


Dannygirl, wie schrecklich.:knatsch::unterwerf: Wie gemein ist das denn! Gut, jeder hat das Recht, seine Meinung jederzeit zu ändern, aber so ist das doch wirklich wie drei Mal betrogen werden. :grmpf:
Umso schöner, dass Du zwei Jahre später doch noch Mutter geworden bist. :blume:
Ich kann schon nachfühlen, wie es Dir damals gegangen sein muss, da ich was ähnliches erlebt habe. Allein die Warterei darauf, dass man das von beiden gemeinsam festgelegte Alter endlich endlich erreicht und loslegen kann und dann sowas. :(

Felicitas80
20.10.2014, 21:26
Ich schwanke zwischen Lachen und Tränchen verdrücken und es bleibt ein Gefühl des Verstandenwerdens.
Dafür danke ich euch allen!! So viele tolle, unterschiedliche Geschichten von so vielen starken Frauen, die ihren Weg gehen, auch wenn man mal stolpert und nicht weiß wohin der Weg führt.

Meine biologische Uhr scheint abzulaufen, bevor ich sie überhaupt ticken gehört habe :niedergeschmettert:
(und ich habe lange überlegt, mich hier zu melden, bin ich doch ein Negativbeispiel des "auf ein Jahr kommts doch nicht an" aber ich wollte einfach mein "Danke" loswerden!)

beweme
20.10.2014, 21:39
@ mailine und dannygirl,

das ist ja der Supergau, den ihr beiden da erlebt habt, die biologische Uhr tickt lauter und lauter, und dann fehlt plötzlich der Lebenspartner und zukünftige Kindsvater, der ja auch nicht so einfach zu finden ist.
das war zum Glück bei uns nicht so, ich habe meine Jugendliebe geheiratet und für uns war immer schon klar, ja , wir möchten sehr gerne Kinder, gerne 2 oder auch mehr.

wir sind auch recht naiv in die Kinderplanung eingestiegen, wir lassen einfach mal die Verhütung weg, und dann kann es ja losgehen mit dem fröhlichen Kinderkriegen, ja das war sehr naiv.

2 Jahre nach der Hochzeit war ich immer noch nicht schwanger, die Nachfragen der Familie und Freunden wurde immer drängender und nachdem ich mich bei meinem FA beraten ließ und mich in der Literatur eingelesen hatte, (Anfang der neunziger gab es leider noch kein Internet bzw. solchen Foren wie dieses), wurde unser Sexualleben immer verkrampfter und die Gedanken kreisten ununterbrochen um den Kinderwunsch, nein, wir können nächstes Jahr nicht in den Urlaub fliegen, da
bin ich bestimmt schwanger usw. es war eine extrem anstrengende Zeit, wir hatten das Gefühl, wir funktionieren nicht richtig, so wie man es von uns erwartet.

der Erwartungsdruck von außen war extrem , auf beiden Familienseiten wäre es das erste Enkelkind gewesen.

Heute , 20 Jahre später, kann ich immer noch nicht verstehen , warum uns außenstehende Menschen immer wieder zum Thema schwanger und Kind ungefragt ihre Ratschläge gegeben haben, stellenweise war es wirklich übergriffig, und das wünsche ich niemanden.

Vielleicht hätten wir nicht so offen komunizieren sollen, dass wir uns sehnlichst Kinder wünschen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Auch nach meinen Fehlgeburten hatte ich sehr oft das Gefühl, ich bin keine richtige Frau, sowas passierte einfach nicht in meinem Umfeld, anstatt aufmuntenender Worte bekam ich Ratschläge, die mich sehr oft verletzt haben.

ich hatte das Gefühl, andere können gar nicht verstehen, das man nach langer erfolgloser Kinderwunschzeit am Boden zerstört ist, wenn man eine Eileiterschwangerschaft mit Komplikation und Not-OP am Wochenende hat. mir wurde gesagt, das kann ja mal passieren und ich sollte mich nicht so anstellen, und trauern brauchte ich auch nicht, ich wäre ja gar nicht richtig schwanger gewesen und das Kind noch später zu verlieren wäre ja noch viel schlimmer.

da verschlägt es mir heute noch die Sprache, selbst meine Mutter sowie meine Schwiegermutter waren mit der Situation komplett überfordert, auch meine Freundinnen waren mir keine Stütze, die wurden ja schnellstmöglich und völlig im Plan schwanger.

diese Situationen wünsche ich niemanden, nachfolgende Fehlgeburten haben wir dann gar nicht mehr groß mitgeteilt, um weitere Verletzungen zu vermeiden, zum Glück war und ist mein Mann mir eine große Stütze.

wenn ich dann nachher zur Ausschabung oder erneuten Eileiterschwangerschaft im Krankenhaus war, haben wir immer von Zysten gesprochen, um diesen mitleidigen Blicken zu entgehen, aus reinem Selbstschutz.

sorry, das ich euch so zugeschwafelt habe, aber es hat mir gut getan, das mal so komprimiert aufzuschreiben.

bitte, bitte, versucht locker zu bleiben, was nicht einfach ist, und ich wünsche jeder Frau, dass sich ihr Kinderwunsch erfüllt, egal, ob das erste oder zweite oder.....

Inaktiver User
20.10.2014, 23:07
Und ist auch nichts schlimmes, niemand, der sich ein Kind wünscht, denkt doch an durchwachte Nächte und Zoff mit dem Liebsten.

Doch an genau solche Dinge habe ich auch gedacht gerade nochmal als es auf die Behandlung zuging und ich mir klar werden musste ob der Wunsch wirklich groß genug ist um sich das ganze Procedere zu geben

Jaspis0815
20.10.2014, 23:32
Nachtrag: OmG, bitte entschuldigt den Roman - zusammenfassend möchte ich daher sagen: der Start der KiWu-Behandlung (und auch der Hoffnungsstrang) haben mir persönlich geholfen, die Traurigkeit und Panik umzulenken.

Toller Strang!!! Danke dafür :blume::blume::blume:!!!!
Gemme, ich mag Deine Art zu schreiben sehr und finde generell den Umgang hier im Strang richtig herzerwärmend (sorry, ein anderes Wort fällt mir gerade nicht ein, bin müde) und empathisch :blumengabe:.

Ich komme aus dem Hoffnungsstrang, habe jetzt dank ICSI unser Baby; aber so ganz abgeschlossen mit der KiWu-Zeit habe ich nicht, das wird wohl immer irgendwo als "Narbe" bleiben.

Mein KiWu bestand bereits mit meinem Ex; mit dem hat´s - zum Glück!!! - nicht geklappt, weil schon das Zusammenziehen (Fernbeziehung) für ihn ein "erst wenn A erledigt ist", danach "erst wenn B erledigt ist" ... TBC ... war :zahnschmerzen:. Zur Trennung kam es schließlich aus anderen Gründen, und ich bin dankbar dafür. Damals war ich dann "schon" 33 und einer meiner ersten Gedanken war auch "O Gott, wo soll ich jetzt den richtigen Mann für Kinder herbekommen?!"

Wie auch immer, als mein Mann und ich uns kennengelernt und relativ kurz darauf geheiratet haben, hat meine biologische Uhr schon so laut getickt, dass ich kaum schlafen konnte. 4 Jahre nach der Hochzeit war immer noch kein Nachwuchs in Sicht, und die Familie hat sich schon gar nicht mehr getraut, zu fragen. Trotzdem konnte ich die ungestellte Frage/Aufforderung immer in großen Neonzeichen im Raum blinken sehen; das war echt immer präsent - allein schon durch die große Familie meines Mannes, die sich fleißig und stetig vermehrt. Kurz vor unserem Behandlungsstart waren 5 (fünf!!!) Verwandte von ihm gleichzeitig schwanger - Ihr könnt Euch ja vorstellen, wie ich mich auf großen Familienfeiern gefühlt hat, wo die Bäuche gestreichelt wurden und meiner ganz leer war.

Großer Begleiter war immer die Angst. "Panikloch" trifft es super; dazu die im Nachbarstrang benannte "Grundtraurigkeit", die alles überschattet hat.
Mein Mann war da übrigens total entspannt, hat zunächst Potenz mit Fruchtbarkeit gleichgesetzt (harhar) und war der Meinung, das würde schon klappen. Tja, mit Endo, Myomen und zu langsamen Spermien wohl eher nicht. Dass er alles klaglos mitgemacht und mich bei Bedarf getröstet hat, rechne ich ihm bis heute hoch an :liebe:.

Probiert habe ich neben diversen Tees, Globuli, Tröpfchen, Silberschnüren :unterwerf:, weiterem Eso-Zeug (viel davon) noch Heilpraktiker, kurz vor der ICSI dann Ostheopath.
Zudem habe ich meinem Mann folgendes "verboten": das Baden, Sitzheizung, Sauna, bestimmte Sitzhaltungen ("O Gott, die Spermien sterben alle ab bei übereinandergeschlagenen Beinen ...!!!" :ooooh:). Und er hat sein täglich Obsttellerchen bekommen, dessen Verzehr ich mit Argusaugen überwacht habe :freches grinsen:. Zuviel Wein etc. durfte es auch nicht sein ... Und und und (mein armer Mann).
Nach dem Sex hab´ ich mir ein Kissen unter den Hintern geklemmt. Sex war überhaupt unterteilt in "sinnvoll und notwendig" und "nicht zielführend". Irgendwann war es für mich unglaublich, dass andere Leute durch Sex tatsächlich schwanger werden können. Aber eben nur die anderen, nie ich :heul: :beleidigt:.

Vor Jahren war ich bei der Hypnotherapie, weil ich mich selber nicht mehr ausstehen konnte vor lauter um-den-KiWu-Kreisen, ständig googeln, mit Herzklopfen auf Ovu-Stäbchen pullern, ZVS-Beobachten, eingebildeter Schwangerschaftsanzeichen etc. Das hat wenigstens mittelfristig etwas geholfen.

Und mit der Zeit bin ich immer trauriger geworden, obwohl ich "so" gar nicht bin.

Das Einzige, was mir wirklich geholfen hat, war der Behandlungsstart; das hat schon angefangen mit dem Erstgespräch in der Klinik - eigentlich schon mit Terminvereinbarung. Einfach das Wissen, endlich etwas "Richtiges" tun zu können, was mit Hand und Fuß, was mit "Wissenschaft" hat mir irgendwie das Gefühl von Kontrolle zurückgegeben, obwohl das selbst mit medizinischer Unterstützung nicht gegeben ist und das Schwanger-Werden für mich nach wie vor ein großes Wunder darstellt ...

Trotzdem, den KiWu endlich AKTIV anzugehen, hat mich aus dem Loch geholt. Die Spritzen habe ich mir mit Freuden verpasst bzw. verpassen lassen - ist gar nicht schlimm, ehrlich!!!, was ich schlucken oder mir reinstecken (:peinlich: sorry) musste, hab´ ich penibel und mit Enthusiasmus gemacht. Weil ich das Gefühl hatte, das alles bringt mich unserem Kind ein Stück näher. War ja auch so, wobei wir ein Riesenglück hatten und ich mir zwischendrin natürlich trotzdem ständig Sorgen um alles Mögliche gemacht habe.

Auch das Lesen und Schreiben im Hoffnungsstrang war ganz wichtig für mich - das Gefühl, ganz genau verstanden zu werden und quasi in einem Boot zu sitzen, hat mich zumindest oft sehr erleichtert. Dort herrscht aber auch ein ganz angenehmer, liebevoller Umgangston :blume: ohne irgendwelche rohen und kaltschnäuzigen Kommentare von Leuten, die gar nicht mitreden können und dennoch meinen, (Rat)schläge verteilen zu müssen.

Einen Plan B haben wir im Detail nicht gemacht - nur gewusst, dass wir auch ohne Kind glücklich werden (So. Und damit Basta! :beleidigt: - Da war meinerseits auch eine gehörige Portion Trotz und jetzt-erst-recht dabei). Ich habe mir ständig vorgebetet, dass ich dankbar sein darf für das, was mir vom Leben bereits geschenkt wurde - wie hier schon einige geschrieben haben. Trotzdem ... der KiWu ist einfach zu elementar, als das man das gleich verinnerlichen könnte.

Sorry für die Länge des Beitrags. Ich wünsche jedenfalls allen noch Hoffenden, dass es ganz bald klappt. Und auf dem Weg - wohin auch immer der jede Einzelne führen mag - ganz viel Kraft, das Leben (das es neben dem KiWu ja irgendwie auch noch gibt) zu genießen. Ich z.B. bin total froh, dass wir vorher soviele (z.T. Fern-) Reisen unternommen haben - jetzt ist damit nämlich erstmal für längere Zeit Sense :smirksmile:

Liebe Grüße in die Nacht,
Jaspis

Vivi23
20.10.2014, 23:37
Das Lockerbleiben und andere Ziele in den Focus zu nehmen, ist sicher das schwerste. Und ich glaube, jede erlebt komische Reaktionen, die wehtun und an sich völlig überflüssig sind. Mir ist bis heute nicht kalr, wie man auf das Geständnis der guten Freundin, dass es schwierig bis unmöglich mit eigenen Kinder wird und wie stark die Trauer ist, mit einem 'na, Dich hätte ich mir eh nicht mit Kindern vorstellen können' antworten kann.

Bei mir hat es leider nicht geklappt. Langsam kann ich meinen Frieden damit machen. Endgültig nicht. Dazu gibt es immer wieder zuviele Trigger und ich denke, eine Narbe bleibt lebenslang, die von Zeit zu Zeit ziept. Geholfen hat mit der Kontakt mit bewusst kinderlosen Frauen, die sehr offen über ihre Beweggründe sprachen. Geholfen hat auch der Blick auf die Nicht-Rama-Familien, die auch in nächster Nähe mit etwas Aufmerksamkeit auszumachen sind. Und der absolut feste Wille, jeden Tag etwas positives zu finden, am besten drei Dinge. Es ist ein anderes Leben als gedacht, aber mein erklärtes Ziel ist es, im letzten Moment sagen zu können: und doch war es gut so.

Möge Euer Wunsch in Erfüllung gehen. Und wenn nicht - es gibt ein (gutes!) Leben danach!

fritzi72
20.10.2014, 23:42
Was fritzi dazu geschrieben hat, hat mir gut gefallen.



@fritzi: Genau das, was Du beschreibst, das ist es. :blume:
[/QUOTE]

Danke, Mailine!!!
Deine Worte mit der Erweiterung der liebe treffen es auch sehr gut!
Und erklären ja vlt, warum der Kinderwunsch nach mehreren Kindern besteht...??

Beweme, Coralie , es ist schade, dass ihr so blöde, wenig wohlwollende Reaktionen erleben musstet. Das sollte nicht sein!

Flux, auch Dir danke, jetzt weiss ich, warum mich speziell der durch meine Kinder verursachte lärm so stört...stimmt, ich kann den nicht ausblenden.
Ich wünsche mir wirklich mal einen Tag, an dem nmd brüllt....
Also, trotz aller liebe, rosarot ist das Leben mit Kindern eher nicht. Wisst ihr ja, aber einmal mehr schadet hoffentlich nicht;-).

Jaspis0815
21.10.2014, 00:01
Mir ist bis heute nicht kalr, wie man auf das Geständnis der guten Freundin, dass es schwierig bis unmöglich mit eigenen Kinder wird und wie stark die Trauer ist, mit einem 'na, Dich hätte ich mir eh nicht mit Kindern vorstellen können' antworten kann.


Unfassbar.

:in den arm nehmen:

Mich regt sowas total auf, weil das so oft passiert.

Nicht-Rama-Familien: genau. Es ist zwar sehr anmaßend, aber ich hab´ mich ganz oft gefragt "Was, die dürfen Kinder haben und wir, bei denen es ein Kind gut hätte, es geliebt werden würde, sich entfalten könnte ... wir nicht?!"

Mein Respekt für Deine Haltung, speziell der 3-Positive-Dinge-Gedanke gefällt mir sehr gut - nicht nur für ungewollt Kinderlose!

Gemme
21.10.2014, 07:14
Guten Morgen Ihr Lieben,

@Dannygirl, Du meine Güte - da kann man eigentlich nur sagen, ein Glück bist Du den Typen los!
Und wie schön, daß es jetzt doch noch geklappt hat!

von Felicitas80

Ich schwanke zwischen Lachen und Tränchen verdrücken und es bleibt ein Gefühl des Verstandenwerdens.
Dafür danke ich euch allen!! So viele tolle, unterschiedliche Geschichten von so vielen starken Frauen, die ihren Weg gehen, auch wenn man mal stolpert und nicht weiß wohin der Weg führt.
Das hast Du sehr schön gesagt, genauso sehe ich das auch.


Meine biologische Uhr scheint abzulaufen, bevor ich sie überhaupt ticken gehört habe
(und ich habe lange überlegt, mich hier zu melden, bin ich doch ein Negativbeispiel des "auf ein Jahr kommts doch nicht an" aber ich wollte einfach mein "Danke" loswerden!)
Natürlich meldest Du Dich hier, wann immer Du möchtest!
Und mach Dich bitte nicht fertig, wenns jetzt knapp wird bei Dir.

Man weiß doch vorher nie, was hinterher ist. Hätt ich gewußt, was das hier für eine Wackelpartie
ist, ich hätt vor zehn Jahren schon die Verhütung abgesetzt (gut, ich wär dann heute alleinerziehend, würde meinen jetzigen Freund nicht kennen, hätte wahrscheindlich keine gute Ausbildung und erst recht keinen Job, aber sonst....;))

von beweme

Auch nach meinen Fehlgeburten hatte ich sehr oft das Gefühl, ich bin keine richtige Frau, sowas passierte einfach nicht in meinem Umfeld, anstatt aufmuntenender Worte bekam ich Ratschläge, die mich sehr oft verletzt haben.
Ich hoffe, Du denkst das jetzt nicht mehr? Du bist eine richtige, richtig tolle, mutige und tapfere Frau!
Und ich kann nicht verstehen, wieso das Umfeld da zum Teil so kaltschnäuzig reagiert.
Aber das war auch noch eine andere Zeit, da ist man vielleicht nicht so bewußt damit umgegangen.
Dennoch, ich wünsche Dir, daß Du um Dich herum ganz, ganz, ganz liebe und einfühlsame Menschen hast :blume: (und wenn nicht, kommste einfach hier her).

von vivi23

Mir ist bis heute nicht kalr, wie man auf das Geständnis der guten Freundin, dass es schwierig bis unmöglich mit eigenen Kinder wird und wie stark die Trauer ist, mit einem 'na, Dich hätte ich mir eh nicht mit Kindern vorstellen können' antworten kann.
Na super, danke fürs Gespräch - wie kann man nur so unsensibel sein?
Das tut mir leid, daß es nicht geklappt hat, aber vor allem, daß Du so einen Spruch zu hören bekommen hast.
Unglaublich.



Geholfen hat mit der Kontakt mit bewusst kinderlosen Frauen, die sehr offen über ihre Beweggründe sprachen. Geholfen hat auch der Blick auf die Nicht-Rama-Familien, die auch in nächster Nähe mit etwas Aufmerksamkeit auszumachen sind. Und der absolut feste Wille, jeden Tag etwas positives zu finden, am besten drei Dinge. Es ist ein anderes Leben als gedacht, aber mein erklärtes Ziel ist es, im letzten Moment sagen zu können: und doch war es gut so.
Das finde ich eine sehr gute Einstellung. Vor allem der letzte Satz - ich stelle mir auch immer vor, daß ich gerne zurückschauen möchte. Und das schaffen wir auch, wirst sehen, so oder so!

Neulich dachte ich mir, was willst Du eigentlich - gar nicht so weit weg von hier, in anderen Strängen und anderen Foren, schreiben Frauen, die schwerst krank sind. Während ich mir Sorgen mache, ob mein Leben so wird, wie gewünscht, machen die sich Sorgen, ob sie überhaupt leben werden.

Und ja, ich sollte aus eigener Erfahrung mit meinen Eltern wissen, daß Kinder und Familie durchaus nicht direkt der Weg ins Glück sind. Und die Eltern in meinem Umfeld, das sind halt im Prinzip einfach auch ganz normale Leute, ich hab jetzt nicht den Eindruck, daß die von früh bis spät nur im Kreis grinsen.

@Jaspis, ich muß jetzt leider flitzen, aber ich fand Deinen Beitrag klasse, vor allem den Teil, in dem Du schreibst, was Deinem Mann alles verboten war :smirksmile:

Glueck2014
21.10.2014, 07:35
Hallo ihr Lieben

irgendwo ist man "froh" nicht ganz allein mit dem Thema zu sein! Bei mir ist diese Kinderwunsch-Geschichte so verworren, hatte es hier auch schon geschrieben. Für mich war immer klar "KINDER" leider habe ich aber meine besten Jahre an einen Egoisten verbummelt, der mich jahrelang hingehalten und belogen hat. Er wollte nie Kinder mit mir, mich auch nicht heiraten. Aber damit man das Frauchen bei der Stange hält, hält man ihr halt Karöttchen vor die Nase und erzählt ihr jedes Jahr "ach warten wir noch ein Jahr" ich habe mich dann nach vielen Jahren getrennt. Diese Trennung war super schwer und ohne psychologische Hilfe nicht machbar. Man ist fassungslos, diese Erkenntnis, dieses Aufwachen, alle Träume und Lebensmuster zerplatzt.


Jetzt sitze ich seit 2 Jahren mit neuem Partner in der Kinderwunschklinik und wahrscheinlich ist der Ofen aus.
Der ganze Kinderwunsch erstreckt sich also gut über 10 Jahre. Jahrelanges Hinhalten, schwanger von Affäre, endlich richtiger Partner da und dann geht nichts mehr. Ist das nicht fies? Ohja! Habe jetzt 3 IUI, 2 ICSI und 1 Kryo hinter mir und habe echt fast keine Energie mehr.
Ich bin schon lange davon weg, Urlaube danach zu richten, oder meinem Freund irgendwelche Pillen in den Tee zu rühren ;-) ich mache Sport wie ich will und trinke nach wie vor mein Gläschen Wein, ich esse nach Lust und Laune. Ich habe jetzt mein Leben wieder vor den Kinderwunsch geschoben und starte trotzdem in den 3 ICSI.
Das wird auch der letzte Versuch sein. Dies läuft aber mittlerweile eher so im Hintergrund ab, da ich viel Arbeit habe und neue Projekte die mich total verschlingen. Und ja, die Fernreise für Ende des Jahres ist auch gebucht
;-)

Es macht mich schon traurig, aber ich lasse mir mein Leben davon nicht mehr kaputt machen, es wird leichter und es beisst nicht mehr so wie früher, vielleicht kommt das auch mit dem Alter, das man irgendwann auch müde wird und es akzeptieren kann. Ich bin ja so mittlerweile ein recht glücklicher Mensch und habe eigentlich alles was ich brauche ;-) das Kind wäre halt das i-Tüpfelchen ;-) man muß halt schauen das man das Beste aus seiner Situation macht, schlimm ist es, sich nur noch aufs Mutter-werden zu reduzieren und sein Leben nebenbei verbummeln. Nein Danke!

lagiri
21.10.2014, 09:18
@lagiri: Ich bewundere das, das Du Deine KiWu-Zeit relativ entspannt angehen konntest. Deine Einstellung finde ich super! Ich denke aber, daß bei den älteren Hasen unter uns (bin nun auch 37) einfach die Angst vor der biologischen Uhr dazukommt,
obwohl es natürlich nicht auf zwei Monate hin oder her ankommen wird.
Auf jeden Fall Danke für Deinen Optimismus und die Anregung, die KiWu-Behandlung als etwas Aktives, Positives zu sehen!


Liebe Gemme,
bin selber ein älterer Hase und habe genau in deinem Alter mit der Kinderwunschbehandlung begonnen! :-) Ich muss sagen, dass mir da vor allem die Ärzte in der Klinik den Druck genommen haben. Vor allem als klar war, dass mein AMH-Wert ok und altersgerecht ist, wurde mir gesagt, dass wir nun zwar nicht mehr lange warten sollten, aber dass auch überhaupt kein Grund für Panik besteht. Ich hätte das absolute Durchschnittsalter der KiWu-Patientinnen.

Und zum entspannt sein: Na ja, sooo entspannt war ich ja nicht. Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich in der Zeit super relaxt und tiefenentspannt war. Im Gegenteil. Aber ich hab trotzdem insgesamt an die Erfüllung meines Kinderwunsches geglaubt, war mir eben nur nicht sicher, wann es so weit sein würde.

Ich fand die Zeit emotional sehr belastend. Eben gerade das Nicht Planen Können, das Warten, nicht sagen zu können wie es in den nächsten Monaten, Jahren weitergeht. Das erschwert natürlich jegliche Langzeitplanung. Trotzdem waren wir auf Reisen und haben versucht viele schöne Momente zu erleben.

Die aktive Zeit in der Klinik empfand ich trotzdem angenehmer als die normale Übungszeit mit Ovulationstests und dem ständigen Warten und HOffen. In der Klinik konnte ich aktiv sein. Blöd waren die Wartezeiten zwischen den Behandlungen, denn da war man ja wieder zu Passivität verdammt.

Globuli oder sonstige Hilfsmittelchen gab es bei uns nicht, da wir an deren Wirksamkeit nicht glauben. Auch gegessen und getrunken haben wir wie immer. Nur direkt während der ICSI haben wir weitgehend auf Alkohol verzichtet, aber auch nicht ganz streng.

Gemme
21.10.2014, 09:54
Lagiri und Glück,
auf Eure tollen Beiträge mag ich später in Ruhe eingehen, mich treibt gerade ein Gedanke um, der schon länger in mir wurschtelt-ich hatte neulich irgendwo den Satz gelesen, "als das schwanger werden endlich klappte, gewann sie ihr Selbstvertrauen zurück". Und auch beweme, die befürchtete, keine "richtige" Frau zu sein, und die Beiträge, in denen es darum ging, das wir ein Übermaß an Liebe in uns tragen, das wir einem Kind geben möchten...

Kann es wirklich sein, das wir nicht nur einfach Angst und Trauer empfinden, sondern wirklich unser Selbstwertgefühl leidet? Das wir uns im tiefsten inneren für weniger wertvoll halten, wenn wir (noch) keine Kinder haben werden, oder "nur" eines ?

Und was passiert dann mit dieser Liebe, die ist doch nicht einfach weg. Können wir die uns nicht einfach mal selber schenken?

Glaube ich in meinem Innersten, daß ich im Moment nur ein halber Mensch bin? Und wenn ja, warum erzähle ich mir so eine fiese Geschichte?

Vivi23
21.10.2014, 10:23
Bei mir war es so. Total hirnrissig, denn ich hätte jeder anderen Frau gesagt, dass ich sie nicht über ihre Kinder definiere und sie selbstverständlich 'ganz' ist, unabhängig davon, ob sie je ein Kind haben wird.

Aber ich für mich habe mich unvollständig gefühlt. Das ist aber zum Glück im Verlauf des Annehmens und Loslassens verschwunden. Nicht ganz, manchmal spüre ich das noch - aber nur sehr abgeschwächt und es ist jetzt mit meinen Selbstcoaching- und Aufbau-Mitteln 'behandelbar'.

Ebayfan
21.10.2014, 10:40
Muss frau überhaupt eine "richtige Frau"sein oder reicht es, Mensch zu sein? Mir persönlich reicht das eigentlich. Mit der Unterscheidung beginnt die Diskriminierung.

Ich muss jetzt hier feststellen, dass meine Perspektive auf das Leben eine ganz andere ist, als bei den Kiwu-Usern. Es ist für mich alles echt krass! Dass man sich bei der Ernährung schon vor der Schwangerschaft an einer Schwangerschaft orientieren könnte, darauf wäre ich nicht gekommen. Ok. dass man keine Drogen konsumiert, ist klar, aber beim Essen?

Oder beim Sport! Mein Gedanke war höchstens, wenn die Regel nicht pünktlich kam, ob die ungeplante Schwangerschaft in die Sportsaison passen würde.^^ Oder wer den Babysitter macht, wenn ich beim Sport bin (der Kindsvater natürlich).

Also mal ganz klar: ob man ein richtiger Mensch / Mann / Frau ist, hat mit der Fortpflanzungsfähigkeit nichts zu tun! Nicht jeder kann alles, das ist doch ganz normal. Da darf man sich doch nichts einreden.

Inaktiver User
21.10.2014, 10:55
Liebe Gemme,

endlich mal eine slebstquälerische Frage, die mich nicht plagt - oder vielleicht nur am Rande. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass es in unserem Freundeskreis eher weniger Kinder bzw. Frauen mit Kindern gibt (liegt so bei 50:50). Und bei einigen ist klar, dass sie keine mehr bekommen können/wollen. Damit ist das Lebensmodell "Frau ohne Kind" alltäglich. Und die mit Kind haben nur eines. Und da bei uns zweien das Kinderbekommen von außen nicht erwartet wird, bekommen wir auch nur ganz selten Sprüche zu hören, die wehtun.

Ich kann aber verstehen, dass ihr das anders seht/gesehen habt. Von außen wird auch oftmals suggeriert, dass Kinderkriegen wichtig und wertvoll ist. Dass Frauen dadurch einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten (den Männer nunmal nicht erbringen können). Ich kann mir vorstellen, dass da auch unsere Geschichte mitspielt. Frauen waren lange Zeit nur wertvoll, wenn sie Kinder bekamen - arbeiten durften sie ja nicht. Insofern ist dieses Wertesystem vermutlich noch immer unterschwellig vorhanden/gelernt, auch wenn inzwischen andere Regeln gelten. Wenn ich aber über die Medien nachdenke, sehe ich mehr Berichterstattung über Mütter, die was tolles wuppen als kinderlose Frauen, ohne die etwas zusammenbrechen würde. Eher "Die leistet was und ist auch noch Mutter" als "Sie leistet was und das geht nur, weil sie sich gegen Kinder entschieden hat". Damit ist es schwer mit der Wertschätzung für Kinderlose.

Aber in meinem Wertesystem ist jeder Mensch wertvoll, der für andere da ist. Es geht darum, Freundschaften zu pflegen, für einander da zu sein und zu versuchen, die Welt um einen herum ein klein wenig besser zu machen. Mehr kann man nicht verlangen. Das kannst du gern deinem Kopf ausrichten. Er soll dich nicht so manipulieren! Du hast gengend am Hals!

Viele Grüße
sunset

Gemme
21.10.2014, 11:00
Ich nochmal,
ich bin grad so wütend, ich weiß gar nicht, warum.

Wieso zur Hölle nehme ich nicht einfach diese Liebe und gebe sie mir?
Ich bin mir doch achsosicher, das ich ein Baby bedingungslos lieben würde, sogar ein krankes, eins mit Macken, ein nicht perfektes (und wenn wir mal ehrlich sind, schreien und stinken tun alle Babies-ich nicht!).

Bin ich nicht niedlich genug? Bin ich nicht schutzlos genug? Aber viel hilfloser als in der letzten Zeit kann ich mich kaum mehr fühlen, wie bedürftig muß ich denn werden, bis ich zu mir sagen kann, ach Schätzchen, Du machst das ganz toll?

Und eine Frau, die diese Liebe kennt und die Hoffnung und erst recht den Schmerz um ein Verlorenes, ein Ungeborenes, ein Niegehabtes-mehr Frau kann man doch kaum mehr sein!

Warum tue ich mir das an, mich so unganz zu fühlen? Ich merke, ich komme gerade an einen für mich sehr wichtigen Punkt.

Dank Eurer Hilfe!

Felicitas80
21.10.2014, 11:01
Ich bin ja nun erst ganz am Anfang, deshalb rede ich mir selber noch viel ein (dazu kommt, dass ich auch wie vivi zu denen gehöre, die anderen gegenüber ganz tolle Ratschläge geben können, bei einem selber es aber dauert).

Mein Mann hat schon ein Kind und es ist schon so, dass er sich sehr eine "Rama"-Familie wünscht und wir planen sogar, dass ich zügig wieder arbeiten gehe und er Elternzeit nimmt.
Da fühle ich mich schon nicht als ganze Frau, wenn ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen kann.
Und ich habe ihn neulich gefragt, ob er mich auch geheiratet hätte, wenn wir schon vorher gewusst hätten, dass ich bereits in den Wechseljahren bin.
"Ja" war seine Antwort, aus tiefstem Herzen, er will ja mit mir sein Leben verbringen, ein Kind wäre das Sahnehäubchen (wie schon mal jemand schrieb). Also dieses Gefühl kommt von mir ganz alleine!

Zum Thema Liebe:
Mein Vater lebt leider nicht mehr :niedergeschmettert: und ich möchte so gerne meinen Kindern die Liebe, die ich von meinen Eltern bekommen habe, weitergeben. Ich will eine tolle Mutter sein, auch weil ich tolle Eltern habe.
Natürlich gebe ich auch meinem Mann Liebe, aber er ist ja groß und kann ohne diese leben (wenn auch nicht so schön :zwinker:) und meiner Mutter, Geschwistern, Freunden, Haustieren auch aber irgendwie in anderer Form als ich es mir mit Kindern vorstelle.

Ergänzung: Ich würde schon behaupten, dass ich mich selber liebe. Klingt ziemlich egoistisch aber ist so!
Aktuell zwinge ich mich zu den Dingen, die mir gut tun. Musik und Fotografie. Das was in mir ist, nach außen zu bringen, bringt mir sehr viel. Ich muss mich aber dazu zwingen, weil ich am Liebsten zu Hause auf der Couch heulend und an die Ungerechtigkeit der Welt appelierend rumliegen würde. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass es mir dadurch nicht besser geht.
Was tut dir denn gut, so aus der bisherigen Erfahrung?

Inaktiver User
21.10.2014, 11:01
Karla ich bin mir relativ sicher, dass sich deine "Einstellung" geändert hätte, wenn du selbst in der Situation gewesen wärst!

LOSLASSEN ist das Zauberwort beim Kinderwunsch!!!
Ganz schlimm ist auch das Programm der Hormone, dass immer im Hintergrund läuft und den Kinderwunsch so extrem werden lässt.

Jeh mehr Frau sich versteift, traurig ist, nicht mkehr in andere Kinderwagen schauen kann, weil es bei ihr nicht klappt, um so mehr verliert sie an Lebensqualität und es kann sein, dass der Körper sich noch mehr gegen eine Schwangerschaft sperrt.

Ich denke mir das nicht aus, bei mir war es so!
Jahrelang, Kurven gemalt zur Ki-Wusprechstunde und alle 21 Tage enttäuscht. Das Leben machte kaum noch Freude, andere Babys auf den Arm nehmen, sich mit den jungen Müttern freuen , ging nicht mehr. Dazu noch Druck von der Familie.

Dann wollte meine Ärtztin einen Eingriff vornehmen. Ich wollte es nicht, ich dachte, wenn es nicht sein soll... Ich war nach einigen Jhren an dem Punkt zu akzeptieren, dass ich nicht schwanger werde. Ich wollte keine endlose Odyssee.

Und dann dauerte es nur 2 Monate und ich war schwanger! Ohne Eingriff, ohne Krampf. Einfach so, weil ich es nicht mehr unbedingt wollte.

Im Leben, alles nehmen, wie es kommt! Wer das kann, kann auch glücklich werden!
Loslassen, sein Leben auch so weiter leben, und wenn es sein soll, erfüllt sich auch der Kinderwunsch!

So ist es übrigens auch bei Menschen die lange Single sind und lange suchen, lassen sie los, treffen sie den Richtigen.
Das Leben geniessen und akzeptieren, dass sich vielleicht nicht alle Wünsche im Leben erfüllen.

Das schreibt euch Eine, die all das selbst erlebt hat. Heute geht es mir gut und meine Wünsche haben sich nur durch Loslassen und Akzeptieren, mein Leben trotzdem schön einrichten, erfüllt.

Ich wünsche euch Glück und Gelassenheit. ;)
Und wenn es mit eigenen Kindern nicht klappt, es gibt so viele, die Liebe brauchen.

Inaktiver User
21.10.2014, 11:03
Ich muss jetzt hier feststellen, dass meine Perspektive auf das Leben eine ganz andere ist, als bei den Kiwu-Usern. Es ist für mich alles echt krass! Dass man sich bei der Ernährung schon vor der Schwangerschaft an einer Schwangerschaft orientieren könnte, darauf wäre ich nicht gekommen. Ok. dass man keine Drogen konsumiert, ist klar, aber beim Essen?

Oder beim Sport! Mein Gedanke war höchstens, wenn die Regel nicht pünktlich kam, ob die ungeplante Schwangerschaft in die Sportsaison passen würde.^^ Oder wer den Babysitter macht, wenn ich beim Sport bin (der Kindsvater natürlich).

Naja, es gibt einiges, was die KiWu-Behandlung positiv/negativ beeinflusst. Und das versuche auch ich ein wenig zu vermeiden. Möglichst gesund essen gehört dazu, nicht ganz viel Alkohol. Ich kann auch verstehen, wenn Tees getrunken werden oder zusätzliche Vitamine geschluckt werden. Folsäure ist heute ja selbstverständlich, wenn man planvoll vorgeht. Ich kann mir auch vorstellen, dass Männer etwas Sinnvolles tun können. Endloses kasteien bringt auch nichts, aber ich möchte mir nicht vorwerfen müssen, dass das Hackbrötchen oder der ungegarte Fisch in der Zeit vor dem Bluttest negative Auswirkungen gehabt haben könnte. Ist zwar nervig - vor allem, wenn es nicht klappt - aber besser als andersrum.

Gleichzeitig habe aber auch ich mich gegen Nahrungsergänzungsmittel entschieden, die es ja auch in der KiWu-Zeit gibt, weil meine KiWu-Ärztin sie für Blödsinn hält. Bei manchen ist die Ausgangslage aber sicher so kompliziert, dass sie nach jedem Strohhalm greifen. Das würden wir dann auch tun.

Inaktiver User
21.10.2014, 11:13
LOSLASSEN ist das Zauberwort beim Kinderwunsch!!!
Jeh mehr Frau sich versteift, traurig ist, nicht mkehr in andere Kinderwagen schauen kann, weil es bei ihr nicht klappt, um so mehr verliert sie an Lebensqualität und es kann sein, dass der Körper sich noch mehr gegen eine Schwangerschaft sperrt.

Das Leben ist zu kurz, sich derart zu versteifen und in Selbstmitleid unter zu gehen.

Im Leben, alles nehmen, wue es kommt! Wer das kann, kann auch glücklich werden!
Lislassen, sein Leben auch so weiter leben, und wenn e sein soll, erfüllt sich auch der Kinderwunsch!


Danke für den Hinweis, Minablue. Mein Körper sperrt sich gegen eine Schwangerschaft. Stimmt. das ist es. Das sage ich mal meiner KiWu-Ärztin, da ist die bestimmt noch nicht drauf gekommen. Ich kann es ja mal mit bewusstseinwerweiternden Mittelchen versuchen, dann fällt auch das loslassen leichter.

Und ja, das Gefühl habe ich auch, dass hier alle in Selbstmitleid zerfließen, sich nicht gegen ihre Stimmungen zu wehren versuchen und an keine anderen Menschen mehr denken. Gut, dass du das aussprichst... :unterwerf:

Einfach hinnehmen und das Leben passieren lassen. Ich glaube tatsächlich, dass man damit vielleicht leichter durchs Leben kommt.
Aber wenn frau etwas unternimmt und kämpft und alles versucht, kann sie zumindest in KiWu-Dingen mehr erreichen. Loslassen heilt keine PCO, keine Endometriose und bringt sicher auch die Schilddrüse nicht wieder in den Normbereich!

Inaktiver User
21.10.2014, 11:28
Danke für den Hinweis, Minablue. Mein Körper sperrt sich gegen eine Schwangerschaft. Stimmt. das ist es. Das sage ich mal meiner KiWu-Ärztin, da ist die bestimmt noch nicht drauf gekommen. Ich kann es ja mal mit bewusstseinwerweiternden Mittelchen versuchen, dann fällt auch das loslassen leichter.

Und ja, das Gefühl habe ich auch, dass hier alle in Selbstmitleid zerfließen, sich nicht gegen ihre Stimmungen zu wehren versuchen und an keine anderen Menschen mehr denken. Gut, dass du das aussprichst... :unterwerf:

Einfach hinnehmen und das Leben passieren lassen. Ich glaube tatsächlich, dass man damit vielleicht leichter durchs Leben kommt.
Aber wenn frau etwas unternimmt und kämpft und alles versucht, kann sie zumindest in KiWu-Dingen mehr erreichen. Loslassen heilt keine PCO, keine Endometriose und bringt sicher auch die Schilddrüse nicht wieder in den Normbereich!

Es gibt für alles viele Wege und es sollte auch keineswegs ein erhobener Zeigefinger meinerseits sein.
Einfach eine andere Sichtweise und das das Paar körperlich gesund ist - natürlich vorausgesetzt.

Dinge die man ändern kann - gerade was die Gesundheit angeht, natürlich nicht ignorieren. Und wenn es um Blutwerte und einfache Sachen geht, die kann man ja auch verbessern. Eine OP kann auch nötig sein, es komt immer darauf an, was der Grund ist.

Wie gesagt, bei mir war alles in Ordnung, nur dass ich lange keinen Eisprung hatte, da halfen dann Hormone. Und trotzdem passierte ewig nichts. Es hat mich zermürbt und irgendwann wollte ich das so nicht mehr. Nicht um jeden Preis ein eigenes Kind.

Jede Geschichte ist anders und da kann man auch nichts verallgemeinern.
Viel Glück, Sunset und auch den anderen. ;)

Jaspis0815
21.10.2014, 11:29
[QUOTE=Minablue;25993601]LOSLASSEN ist das Zauberwort beim Kinderwunsch!!!

Loslassen, sein Leben auch so weiter leben, und wenn es sein soll, erfüllt sich auch der Kinderwunsch!

[/QUOTE

Ach so :erleuchtung:

Nee, ehrlich - ich hätte mich entspannen können, bis ich schwarz werde - wenn die Spermien nicht wollen (und im eigenen Körper auch noch Endoherde sind, die die wenigen! eventuell! fitten Spermien nicht durchlassen wollen und Myome, die eine Einnistung ggf. verhindern können ... also, dann wird es ohne medizinische Hilfe unmöglich. Entspannung hin oder her.

Die Entspannungsratschläge gehörten übrigens auch zu den tollen Tips von Außestehenden, die mir zudem noch Schuld- und Versagensgefühle gemacht haben. Quasi nach dem Motto, ich bin doch selbst schuld - bin einfach nicht entspannt genug :unterwerf:. Zu blöde, um mal endlich zu entspannen (während Monat um Monat verstreicht). Als ob es zudem so einfach wäre, nicht an den rosa Elefanten zu denken, der ständig dick und fett bei uns auf der Couch saß.

Klar soll man sein Leben genießen, aber es ist ein Kampf, dahin zu kommen, während die Uhr tickt und alles so furchtbar ungewiss ist. Hätte mir jemand gesagt "Liebe Jaspis, in 7 Jahren bekommst Du Dein Kind" - ich wäre die Entspannung in Person gewesen. Aber so ... schwer.


Nachtrag: Sunset - überschnitten :blumengabe:

Ebayfan
21.10.2014, 11:35
Ist PCO denn überhaupt heilbar?

Ich glaube fast, meine Mutter hatte das auch, auch wenn ich diesen Begriff hier zum 1. Mal lese. Schwanger wurde sie nach einer Diät mit nur noch einem Eierstock. Einmal nur, ich bin Einzelkind.

Wie auch immer, das mit der Diabetes und den Gewichtsproblemen ist ein Riesenproblem. Sie wusste das nicht und starb früh, vermutlich hing das damit zusammen. Deshalb an alle Betroffenen: passt besser auf euch auf. Haltet die Werte im Auge. Vor allem auch später, ob mit oder ohne Kind! Richtig kritisch wird es in den Wechseljahren.

Inaktiver User
21.10.2014, 11:46
[QUOTE=Minablue;25993601]LOSLASSEN ist das Zauberwort beim Kinderwunsch!!!

Loslassen, sein Leben auch so weiter leben, und wenn es sein soll, erfüllt sich auch der Kinderwunsch!

[/QUOTE

Ach so :erleuchtung:

Nee, ehrlich - ich hätte mich entspannen können, bis ich schwarz werde - wenn die Spermien nicht wollen (und im eigenen Körper auch noch Endoherde sind, die die wenigen! eventuell! fitten Spermien nicht durchlassen wollen und Myome, die eine Einnistung ggf. verhindern können ... also, dann wird es ohne medizinische Hilfe unmöglich. Entspannung hin oder her.

Die Entspannungsratschläge gehörten übrigens auch zu den tollen Tips von Außestehenden, die mir zudem noch Schuld- und Versagensgefühle gemacht haben. Quasi nach dem Motto, ich bin doch selbst schuld - bin einfach nicht entspannt genug :unterwerf:. Zu blöde, um mal endlich zu entspannen (während Monat um Monat verstreicht). Als ob es zudem so einfach wäre, nicht an den rosa Elefanten zu denken, der ständig dick und fett bei uns auf der Couch saß.

Klar soll man sein Leben genießen, aber es ist ein Kampf, dahin zu kommen, während die Uhr tickt und alles so furchtbar ungewiss ist. Hätte mir jemand gesagt "Liebe Jaspis, in 7 Jahren bekommst Du Dein Kind" - ich wäre die Entspannung in Person gewesen. Aber so ... schwer.


Nachtrag: Sunset - überschnitten :blumengabe:

Ich wollte dich ganz sicher nicht angreifen. Ich kann dich verstehen, ich habe damals ja auch gelitten und jeder fragte - wann es denn so weit sei. Es gab sogar den Spruch: "Du bekommst ja sowieso keine Kinder!" mit hämischem Lächeln von Verwandten der anderen Seite.

Und wie "zur Strafe" hatte mein Mann dann eine andere, als ich schwanger war und ich zog mein Kind alleine groß. Es sollte alles so sein. Das Leben ist nicht immer gerade und so wie wir es uns wünschen.

An einer Schwangerschaft basteln belastet auch ein Paar, Spontanität gerade in der Sexualität kann verloren gehen, und es ist nicht selten, dass es dann irgendwann mit der Beziehung vorbei ist, sagte mir später mal ein Arzt, der Kinderwunschmütter behandelte.

Für Manches zahlt man einen hohen Preis. Vielleicht ist darum Situationen annehmen wichtig?

Geh du den Weg den du für richtig hälst. Ich wünsche dir Glück und Erfog!

Inaktiver User
21.10.2014, 12:14
Liebe Minablue,

deine Reaktion hat mich gefreut. Ich glaube, viele sind hier sehr empfindlich gegenüber den (oftmals belehrenden) "Loslassen"-Ratschlägen. Du meinst es aber anscheinend eher so, wie ich den Umgang auch begreife. "Das Beste draus machen" - zumindest dann, wenn ich nicht gerade eine schlechte Nachricht erhalten habe - so würde ich den Umgang mit der Situation anstreben. Das ist verwandt mit "die Situation annehmen".

Danke auch für die Klarstellung, dass deine Aussage für "körperlich gesunde" Paare gilt. Hier schreiben allerdings viele Frauen, die körperlich eben nicht gesund sind oder deren Partner Probleme hat. Das erklärt vermutlich auch die starke Reaktion - meine eingeschlossen.

Viele GRüße
sunset

Jaspis0815
21.10.2014, 12:25
Mina, ich hab das nicht als Angriff verstanden :blumengabe:, es ist nur einfach so, dass einem die Entspannungstips in der KiWu-Zeit unheimlich nerven können, weil es gerade bei "Langzeit-Übenden" daran einfach nicht liegt.

Vor Jahren war ich schon auch entspannt; erst, als sich ewig nichts getan hatte und ich mtl. meine Tage bekam, war es mit der Entspannung nicht mehr so leicht :smirksmile:

Während unserer ICSI war ich übrigens alles andere als entspannt, hab´ mir die Finger wund gegoogelt, Statistiken bemüht, meinen Körper belauert etc. - geklappt hat es also nicht, weil ich wunder wie entspannt war, sondern weil ich mir Hormonbomben ´reingejagt hab, es Fachleute gab, die alles genauestens überwacht und kontrolliert haben ... und weil wir eine riesige, unfassbare Portion Glück hatten.

Es tut mir leid, dass Deine Ehe zerbrochen ist. Hing das denn unmittelbar mit dem Kinderwunsch, der Schwangerschaft zusammen?

Der KiWu hat unsere Beziehung in dem Sinne belastet, dass ich so oft traurig war und sich mein Mann dadurch hilflos gefühlt hat. Meine Trauer und Panik konnte er gar nicht richtig nachvollziehen, hat zum Glück aber alles mitgetragen.

lagiri
21.10.2014, 12:33
Ja ja, die Entspannungsratschläge ;-)
Wenn normale Freunde und Bekannte zu Entspannung geraten haben, hat mich das nicht gestört. Geärgert habe ich mich allerdings jedes Mal über diverse Frauenärzte und Ärztinnen. Die waren nämlich auch fast allesamt Anhänger der Entspannungsphilosophie und scheinen in Kinderwunschbehandlungen nur reine Panikmache und Geldmacherei zu sehen. Die Ärzte habe ich dann auch immer gefragt, wie denn bitte meine entspannte Haltung dazu beitragen soll, die Spermienqualität meines Freundes zu verbessern. Tststs.

Und zum Thema Loslassen allgemein: Ja klar wäre das am besten, gerade auch für einen selber. Nur ist die Empfehlung nun mal loszulassen so wie "Sei doch mal spontan" oder "Du darfst an alles denken, nur nicht an einen rosa Elefanten!" Klappt in der Praxis einfach nicht, zumindest nicht durch bewusstes Herbeiführen.

Irgendwie muss sich wie von selbst ein Schalter umdrehen, und das lässt sich eben kaum steuern.

Ebayfan sprach von einem genetischen Programm. Nun, ob es die Gene sind oder die Hormone. Da ist schon was dran. Der Wunsch nach Kindern kommt, nicht bei allen, aber bei manchen Frauen, ganz plötzlich vulkanartig aus dem ganz ganz tiefen Inneren und lässt sich durch nichts aufhalten und zurückdrängen!

Jaspis0815
21.10.2014, 12:41
Mina, nochmal zum Situation-Annehmen, wie sie ist:

Finde ich ganz schwierig, gerade beim KiWu. Irgendwann geht das sicher - vor allem, wenn man die Situation annehmen MUSS, weil es keine andere Möglichkeit mehr gibt.
Solange aber noch Hoffnung besteht, ist es schwer, mit dem Kämpfen und Hoffen aufzuhören und sich quasi abzufinden.

Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind - da bin ich ganz bei Dir - ist das Annehmen der Situation das Gesündeste, was man für sich tun kann, allein zur Heilung, Selbsterhaltung etc. Sicher nicht mit dem Hintergedanken, dass es dann erst klappt, lweil man ja nun endlich entspannt ist :smirksmile:.
Das Leben IST ja auch schön, ganz sicher auch ohne Kind, wie ja auch hier einige geschrieben haben. Nur wenn man noch mittendrin ist - nicht so einfach.

Ebayfan
21.10.2014, 12:43
Wenn du entspannt bist, lernst du vielleicht einen Mann mit besseren Spermien kennen, hast eine Affäre und schwupps ...^^

Ich hatte mal eine Freundin, die eigentlich gern Kinder gehabt hätte. Ihr Mann hatte aber eine richtig eklige Erbkrankheit und so verzichteten sie. Sie schulte dann zur Erzieherin um, als sie im alten Job nichts mehr fand.

Fremde Spermien wollten sie nicht. Ich fand das nun auch nicht so ganz logisch, aber es war ihre Sache.

lagiri
21.10.2014, 12:46
Wenn du entspannt bist, lernst du vielleicht einen Mann mit besseren Spermien kennen, hast eine Affäre und schwupps ...^^

Na prima Idee. Da bin ich aber doch froh, dass ich zwar nicht so entspannt war, dafür aber nun ein wunderbares Kind mit meinem Freund (mit den schlechten Spermien) habe und von ihm, dank erneut erfolgreicher Kinderwunschbehandlung, noch ein zweites Kind erwarte. ;-)

Gemme
21.10.2014, 12:47
Huhu Ihr,

boah ich komm nicht hinterher - bitte nicht böse sein, wenn ich einen Beitrag nicht beantworte,
aber ich lese sie ALLE, und jeder hinterläßt eine Spur!

Felicitas 80


Ich muss mich aber dazu zwingen, weil ich am Liebsten zu Hause auf der Couch heulend und an die Ungerechtigkeit der Welt appelierend rumliegen würde. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass es mir dadurch nicht besser geht.
Was tut dir denn gut, so aus der bisherigen Erfahrung?
Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du kürzlich eine unschöne Nachricht bekommen und es wird schwierig bei Euch? Da sitzt sicher auch einfach noch der Schrecken in Deinen Knochen :in den arm nehmen:

Ja, also was mir halt gut tut - das habe ich gerade, bei meinem kleinen Ausbruch, sehr stark bemerkt -
ist mich wirklich bewußt verwöhnen. Also wirklich ein bißchen puscheln, wie man es mit einem Baby auch machen würde. Natürlich ist auch Sport ganz toll, und alles, was Ablenkung verspricht, aber eben auch:

ICH mit mir selber und einer Tafel Schokolade und einem schönen Film, um mich selbst dafür zu belohnen, daß ich so tapfer bin, wie ich eben bin ;)

Und wenn das nicht reicht, werde ich notfalls einen Monat oder zwei pausieren mit dem Kinderwunsch und in der Zeit ggf. auch ein Antidepressivum nehmen - allein zu wissen, daß ich mir diesen "Notausgang" offen halte, um seelisch gesund zu bleiben, hilft mir schon.

Auch die Infos zu Coaching und Beratung habe ich abgespeichert, es ist gut, wenn man weiß, daß es Hilfe gibt.

von Ebayfan

Deshalb an alle Betroffenen: passt besser auf euch auf. Haltet die Werte im Auge. Vor allem auch später, ob mit oder ohne Kind!
Dankeschön :blume:

@Minablue:
Danke auch Dir für Deinen Beitrag!
Loslassen und Entspannen ist immens wichtig, und ich glaube schon auch, daß es den Körper, die Hormone und auch eine Schwangerschaft positiv beeinflussen kann.

Natürlich gibts auch die Fälle, bei denen die schönste Entspannung einfach nichts bewirken kann, aber das habt Ihr ja schon geklärt.

Das Loslassen an sich ist mir aber schon wichtig, um der besseren Lebensqualität willen, und wenn dann das Sahnehäubchen kommt, so wie bei Dir - ja fein!
Und es ist toll, daß Du Dich trotz solcher fiesen Sprüche
"Du bekommst ja sowieso keine Kinder!" mit hämischem Lächeln von Verwandten wieder aufrappeln konntest!

von Jaspis

Die Entspannungsratschläge gehörten übrigens auch zu den tollen Tips von Außestehenden, die mir zudem noch Schuld- und Versagensgefühle gemacht haben. Quasi nach dem Motto, ich bin doch selbst schuld - bin einfach nicht entspannt genug . Zu blöde, um mal endlich zu entspannen (während Monat um Monat verstreicht).
Erstmal, ich habe zum Glück solche unerwünschten Ratschläge noch nicht oder nicht oft bekommen.
Mir hat schon gereicht, daß mich neulich mal eine WILDFREMDE ältere Frau an der Supermarktkasse gefragt hat, wann denn das "kleine Butzerl" kommt.
Ich hatte ein Kleid mit hoher Taille an.
Sage ihr also, nee, nix schwanger, sagt sie, achjeh, das tut ihr aber leid, sie wollte auch damit nicht gesagt haben, daß ich dick wäre, aber es würd halt auch passen, also rein vom Alter.....

Brauch ich jetzt nicht sagen, wie ich mich da gefühlt hab, ne?

Aber nochmal jetzt zu den Schuldgefühlen.
Mir gehts ja auch so. Ich denk dann, was mach ich falsch, warum hab ich so lange gewartet, warum nicht beizeiten meinen Freund massiv unter Druck gesetzt/verlassen, warum hab ich jemals geraucht, warum bin ich nicht längst in drei KiWu-Kliniken gewesen, warum hab ich nicht mehr Geld für die Behandlungen angespart.................................schuldig wegen mangelnder Entspannung hab ich mich bis jetzt noch nicht gefühlt, aber das kann ich ja noch mit in die Liste aufnehmen.

Aber da bin ich wieder am Anfang: WARUM zur Hölle denn überhaupt Schuldgefühle?
Warum so streng mit sich umspringen?

Ebayfan
21.10.2014, 13:00
Das passiert mir auch immer wieder! Und dann bin ich total angepisst. Was denken sich die Leute eigentlich dabei? Einfach zu fragen, ob man schwanger ist!

Das passiert mir heute noch. Mit 49! Ok., meine Plautze könnte flacher sein, aber das ist doch meine Sache, oder? Mit wäre ein Waschbrettbauch statt Waschbärbauch auch lieber, aber es ist mir zuviel Arbeit.

Camaine
21.10.2014, 13:17
Ich schwanke zwischen Lachen und Tränchen verdrücken und es bleibt ein Gefühl des Verstandenwerdens.
Dafür danke ich euch allen!! So viele tolle, unterschiedliche Geschichten von so vielen starken Frauen, die ihren Weg gehen, auch wenn man mal stolpert und nicht weiß wohin der Weg führt.

Geht mir auch so! Dieser Strang ist super, schon fast ne Therapie. :knicks:



Ich nochmal,
ich bin grad so wütend, ich weiß gar nicht, warum.

Dank Eurer Hilfe!

Gemme: :in den arm nehmen:Man darf auch mal wütend oder traurig sein. Auch wenn man sich vornimmt fröhlich und zuversichtlich zu sein. Schrei mal sch***, heul ne Runde - danach geht es meist wieder besser und man kann "Krone richten und weitermachen". Geht mir jedenfalls so.




Hallo Ihr,
Und daß es - theoretisch!!!-unzählige Methoden und Behandlungen gibt, die man versuchen könnte, macht es glaube ich auch nicht einfacher, unter das Ganze einen Punkt zu setzen.

Habt Ihr da für Euch klare Grenzen gesetzt?

Nein, wir haben uns keine Grenze gesetzt. Ich dachte, wir schauen erstmal wie wir mit der ersten ICSI zurecht kommen.
Ich kann mir aber (im Moment!) nicht vorstellen mehr als die 3 von der Kasse gezahlten Versuche zu machen. Apropos Krankenkasse: Wir wechseln zu Knappschaft weil die die Kosten zu 100% übernehmen, wenn man verheiratet ist und beide dort versichert sind. Nicht übernommen werden Zusatzleistungen wie z.B. EmbryoGlue oder die Kyrokonservierung.




Die KiWu-Zeit war kein Zuckerschlecken, keine Frage. Aber sooo schlimm war sie rückblickend auch wieder nicht. Die Zeit des normalen Übens war mindestens genauso belastend für die Psyche wie die Zeit der Hormonspritzen und OPs. Vielleicht sogar belastender. Ich hab den ICSI-Start irgendwie befreiend erlebt. Endlich was tun, endlich geht’s los! So ein Gefühl der Aufbruchstimmung.

Hier im Strang fällt mir auf, dass es gerade ständig um die Auseinandersetzung mit der eventuellen Kinderlosigkeit geht. Hm, vielleicht hat hier auch jeder eine andere Form der Stressbewältigung. Bei mir war das Thema Kinderlosigkeit während der Behandlungszeit ganz weit weg. Ich hab mir zwar bei jedem Behandlungszyklus gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es diesmal klappt, ja nur bei 30 % liegt, also lieber erst mal von einem Negativ ausgehen. Aber trotzdem hatte ich die Gewissheit, dass es schon irgendwann klappen wird!
Ok, ich hatte auch leicht reden, da ich für zwei Schwangerschaften nur drei Versuche gebraucht habe. Ich kenne Frauen, die fünf erfolglose ICSIs hinter sich haben und seit Jahren kämpfen. Dann sieht die Situation anders aus und dann ist es wohl auch an der Zeit und hilfreich, sich mit dem Thema Kinderlosigkeit aktiv auseinanderzusetzen. Aber gleich ganz am Anfang? Wie gesagt, da hat wohl jeder andere Strategien, die als hilfreich empfunden werden.

Zunächst mal, super, dass es bei dir so gut geklappt hat! Das ist mal ne Erfolgsgeschichte. :ostersmiley:

Auseinandersetzung mit evtl. Kinderlosigkeit: Naja, die Möglichkeit besteht, man kann ja nicht den Kopf in den Sand stecken. Andererseits weigere ich mich im Moment aber auch konkrete B-Pläne zu machen, das erscheint mir als schlechtes Omen für die anstehende ICSI.
Das war das, was ich mit mentalem Salto mortale gemeint habe: Wie kriegt man denn Hoffen, Bangen und Realismus unter einen Hut?:unterwerf:





@Camaine und fritzi: Ich war das mit dem Liebeskummervergleich. Für mich war das die "light version". :smirksmile: Da der Strang der Aufmunterung dienen sollte, habe ich es dabei belassen und bin bewusst nicht auf die Trauer eingegangen. Aber genauso so ist es und so habe ich es empfunden. Als große Trauer, immer dann, wenn ich Angst hatte, dass ich kinderlos bleiben sollte. Es gibt Studien dazu, dass ein unerfüllter Kinderwunsch wie der Verlust durch Tod eines geliebten Menschen ist. Das Kuriose war die Trauer um einen Menschen, der ja noch nichtmal existierte, den ich da betrauerte. So als hätte er gelebt. Und dann betrauert man einen Lebenstraum und einen Lebensplan, mit dem man zu scheitern droht bzw gescheitert ist. Ja, das ist dann richtige Trauer und kein simpler Kummer mehr.

Den Liebeskummer, den sehe ich auch mehr in Zusammenhang mit der starken Sehnsucht.
Und wie jemand geschrieben hatte, eine noch so traurige Liebesgeschichte überwindet man irgendwann. Es wird dann trotzdem auch Jahre später noch ein vielleicht melancholisches Gefühl beim Zurückdenken übrigbleiben. Beim Kinderwunsch, der unerfüllt bleibt, ist es sicher nochmal etwas anderes.

Ups, sorry, wenn ich euch die Trauer da als „Vollversion“ vor den Latz geknallt habe.:peinlich: Ich hoffe, ich hab niemanden verschreckt. Aber ich bin allgemein nicht so fürs „weichspülen“ und es musste gesagt werden. Das Gefühl hat mich in dieser Situation so überrumpelt, wirklich wie ein Holzhammer, mir war bis dahin nicht klar, wie groß mein Wunsch ist. Glücklicherweise ist es nicht wieder so schlimm geworden, es besteht ja Hoffnung, dank ICSI.



Aktuell zwinge ich mich zu den Dingen, die mir gut tun. Musik und Fotografie. Das was in mir ist, nach außen zu bringen, bringt mir sehr viel. Ich muss mich aber dazu zwingen, weil ich am Liebsten zu Hause auf der Couch heulend und an die Ungerechtigkeit der Welt appelierend rumliegen würde. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass es mir dadurch nicht besser geht.
Was tut dir denn gut, so aus der bisherigen Erfahrung?

Also, zunächst mal nerve ich mich selbst, wenn ich so viel rumheule. Wie ich Gemme schon geschrieben habe, darf man auch mal heulen und schreien. Das ist glaub ich auch ganz wichtig, irgendwie muss es ja mal raus. Aber danach sage ich mir: „So, jetzt muss auch wieder gut sein mit dem Geheule. Kein Mensch hat was davon, wenn du Weltschmerz schiebst, weder du selbst, noch dein Mann, noch deine Freunde oder sonst wer. Also, steh auf, stell dich unter die Dusche, zieh was hübsches an und dann schau mal, was die Welt heute zu bieten hat.“
Konkret gut tun: Eher die Kleinigkeiten im Alltag, die man sich selbst schön machen kann. Klar ist ne Reise ne tolle Sache und alles, aber wer kann schon ständig unterwegs sein?
Was schönes kochen zum Beispiel, da freut sich auch mein Mann. Eine Extra-Runde Sport – oder den Sport ausfallen lasse, je nach dem. Die Mittagspause ein paar Minuten überziehen weil man so schön in der Sonne sitzt. Sich nicht ärgern, weil die S-Bahn mal wieder Verspätung hat, sondern derweil den Sonnenaufgang schauen. Einen schönen Film anschauen. Im Bri-Forum schreiben.:zwinker:

Inaktiver User
21.10.2014, 13:48
Liebe Minablue,

deine Reaktion hat mich gefreut. Ich glaube, viele sind hier sehr empfindlich gegenüber den (oftmals belehrenden) "Loslassen"-Ratschlägen. Du meinst es aber anscheinend eher so, wie ich den Umgang auch begreife.

Danke auch für die Klarstellung, dass deine Aussage für "körperlich gesunde" Paare gilt. Hier schreiben allerdings viele Frauen, die körperlich eben nicht gesund sind oder deren Partner Probleme hat. Das erklärt vermutlich auch die starke Reaktion - meine eingeschlossen.

Viele GRüße
sunset

Danke auch dir ;) Ja unbedingt - ich wollte das klar stellen, wenn man aus gesundheitlicheen Gründen nicht vorwärts kommt, das ist nochmal eine ganz andere Nummer.
Ich wollte von mir berichten - und auch einen Hoffnungsfunken setzen - es kann klappen, wenn man gar nicht mebr daran denkt. sogar Paaren, die aus diesem Grund adoptieren wird gesagt, "Wundern Sie sich nicht, wenn es dann auch mit einem eigenen Kind klappt"! Wie gesagt nur, wenn der Körper blockiert ist aber ansonsten gesund.


Mina, ich hab das nicht als Angriff verstanden :blumengabe:, es ist nur einfach so, dass einem die Entspannungstips in der KiWu-Zeit unheimlich nerven können, weil es gerade bei "Langzeit-Übenden" daran einfach nicht liegt.

Während unserer ICSI war ich übrigens alles andere als entspannt, hab´ mir die Finger wund gegoogelt, Statistiken bemüht, meinen Körper belauert etc. - geklappt hat es also nicht, weil ich wunder wie entspannt war, sondern weil ich mir Hormonbomben ´reingejagt hab, ...

Es tut mir leid, dass Deine Ehe zerbrochen ist. Hing das denn unmittelbar mit dem Kinderwunsch, der Schwangerschaft zusammen?

Der KiWu hat unsere Beziehung in dem Sinne belastet, dass ich so oft traurig war und sich mein Mann dadurch hilflos gefühlt hat. Meine Trauer und Panik konnte er gar nicht richtig nachvollziehen, hat zum Glück aber alles mitgetragen.

Danke Jaspis. Ich kann nachvollziehen, wie es frustrieren kann und das man alles versucht und dann wieder enttäuscht ist.

Und per Gießkanne - Entspannen verteilen - ist auch Unsinn. Ich war damals auch nicht entspannt und wusste nicht, das der Körper auch einfach blockieren kann. Das war mein Fazit danach.

Er war einfach der Falsche, sowieso, ich war noch zu jung um es rechtzeitig zu erkennen. Um unser Kind hat er sich nie wirklich gekümmert, obwohl es ein "Wunschkind" war.
Gut wenn du einen Mann hast, der alles mitträgt und dich unterstützt, der mitfühlend ist.



Ja ja, die Entspannungsratschläge ;-)
Wenn normale Freunde und Bekannte zu Entspannung geraten haben, hat mich das nicht gestört. Geärgert habe ich mich allerdings jedes Mal über diverse Frauenärzte und Ärztinnen. Die waren nämlich auch fast allesamt Anhänger der Entspannungsphilosophie und scheinen in Kinderwunschbehandlungen nur reine Panikmache und Geldmacherei zu sehen. Die Ärzte habe ich dann auch immer gefragt, wie denn bitte meine entspannte Haltung dazu beitragen soll, die Spermienqualität meines Freundes zu verbessern. Tststs.

Und zum Thema Loslassen allgemein: Ja klar wäre das am besten, gerade auch für einen selber. Nur ist die Empfehlung nun mal loszulassen so wie "Sei doch mal spontan" oder "Du darfst an alles denken, nur nicht an einen rosa Elefanten!" Klappt in der Praxis einfach nicht, zumindest nicht durch bewusstes Herbeiführen.

Irgendwie muss sich wie von selbst ein Schalter umdrehen, und das lässt sich eben kaum steuern.

Ebayfan sprach von einem genetischen Programm. Nun, ob es die Gene sind oder die Hormone. Da ist schon was dran. Der Wunsch nach Kindern kommt, nicht bei allen, aber bei manchen Frauen, ganz plötzlich vulkanartig aus dem ganz ganz tiefen Inneren und lässt sich durch nichts aufhalten und zurückdrängen!

Nen Schalter einfach umlegen, wenn es so einfach wäre. ;) Es gibt halt auch so viele Ursachen, wenn es nicht einfach so klappt mit dem Baby.

Wie gesagt, ich habe ab einem gewissen Punkt für mich entschieden, nicht um jeden Preis und mit X Eingriffen, dann soll es eben nicht sein. Ich wollte nicht mehr leiden und hoffen und meinem Körper wer weiß was antun. Für mich war es genau richtig! Verallgemeinern kann man nichts und ich will das auch nicht.

Wer keinen Kiwu hat - auch das hat seine Berechtigung finde ich, da muss jede Frau in sich rein hören und soll danach leben.

Felicitas80
21.10.2014, 14:16
Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du kürzlich eine unschöne Nachricht bekommen und es wird schwierig bei Euch? Da sitzt sicher auch einfach noch der Schrecken in Deinen Knochen :in den arm nehmen:


Genau, ich habe erst vor wenigen Wochen eine KiWu-Klinik von innen gesehen. Aber gerade deswegen hilft mir der Strang schon sehr. Auch zur eigenen Grenzentwicklung, ich weiß, dass ich nicht mein/unser komplettes Leben/Zeit/Geld für den KiWu aufbringen will.



Ja, also was mir halt gut tut - das habe ich gerade, bei meinem kleinen Ausbruch, sehr stark bemerkt -
ist mich wirklich bewußt verwöhnen. Also wirklich ein bißchen puscheln, wie man es mit einem Baby auch machen würde. Natürlich ist auch Sport ganz toll, und alles, was Ablenkung verspricht, aber eben auch:

ICH mit mir selber und einer Tafel Schokolade und einem schönen Film, um mich selbst dafür zu belohnen, daß ich so tapfer bin, wie ich eben bin ;)





Konkret gut tun: Eher die Kleinigkeiten im Alltag, die man sich selbst schön machen kann. Klar ist ne Reise ne tolle Sache und alles, aber wer kann schon ständig unterwegs sein?
Was schönes kochen zum Beispiel, da freut sich auch mein Mann. Eine Extra-Runde Sport – oder den Sport ausfallen lasse, je nach dem. Die Mittagspause ein paar Minuten überziehen weil man so schön in der Sonne sitzt. Sich nicht ärgern, weil die S-Bahn mal wieder Verspätung hat, sondern derweil den Sonnenaufgang schauen. Einen schönen Film anschauen. Im Bri-Forum schreiben.:zwinker:

Die kleinen Dinge finde ich auch wichtig und eben auch dieses Bewusstsein.
Kleine Alltagsoasen :Sonne:

Gemme
21.10.2014, 16:30
Hallo Feli,
da bist Du aber schon ganz schön weit, finde ich.
Ich schwanke teilweise schon noch zwischen "der Natur ihren Lauf lassen, wird schon werden" und "ich würde ALLES für ein Kind tun".
Wir sind ja z.B. nicht verheiratet, eigentlich wollte ich auch nie heiraten-aber finanziell betrachtet wärs halt hilfreich...

Camaine
21.10.2014, 18:12
Ich schwanke teilweise schon noch zwischen "der Natur ihren Lauf lassen, wird schon werden" und "ich würde ALLES für ein Kind tun".
Wir sind ja z.B. nicht verheiratet, eigentlich wollte ich auch nie heiraten-aber finanziell betrachtet wärs halt hilfreich...

Gemme, das schwanken ist glaube ich ganz normal. Bei mir hat es auch gedauert, bis ich mich mit IVF/ICSI anfreunden konnte. Wir haben nicht das vernichtende SG bekommen und am nächsten Tag beschlossen in die Klinik zu gehen. Da lagen ein paar Monate Entscheidungsfindung dazwischen. Hatte das drüben im Hoffungsstrang gepostet und viel liebe Antworten bekommen.

Heiraten: ich weiß ja nicht, warum du nicht heiraten magst, aber es wäre finanziell eine Erleichterung. Klingt vielleicht unromantisch, aber es gibt schlechtere Gründe als KiWu für eine Hochzeit.

Schuldgefühle: hab ich glücklicherweise nicht. Klar, ich wäre froh, wenn wir früher mal zu nem vernünftigen Arzt gegangen wären, der Ursachenforschung betreibt und nicht nur GvnP verordnet, aber dafür geb ich mir nicht die Schuld. Wusste es halt nicht besser. Meinem Mann kann ich auch keine Schuld geben, er kann ja auch nix dafür dass da wohl auch alle Ärzte gepennt haben... Das ist einfach Pech.

Inaktiver User
21.10.2014, 18:39
Ich hatte lange Zeit schau vor der IVF vor allem da wir keine eindeutige Diagnose hatten

Aber im nachhinen muss ich sagen dass es für uns danach besser wurde

Fürs Liebesleben war es besser Sex und Fortpflanzung zu entkoppeln und in den Pausenzyklen konnte man normal Leben essen und trinken was man wollte und ich konnte das Problem sogar zeitweise ganz gut ausblenden und mich auf anderes konzentrieren

Felicitas80
21.10.2014, 18:54
Hallo Feli,
da bist Du aber schon ganz schön weit, finde ich.
Ich schwanke teilweise schon noch zwischen "der Natur ihren Lauf lassen, wird schon werden" und "ich würde ALLES für ein Kind tun".
Wir sind ja z.B. nicht verheiratet, eigentlich wollte ich auch nie heiraten-aber finanziell betrachtet wärs halt hilfreich...

naja, schlechte Tage habe ich schon auch und Schuldgefühle ebenso! Vorallem wollte ich nicht in 2013 heiraten wegen der Zahl 13 und ich wollte nicht schwanger heiraten und auch kein uneheliches Kind. Ich habe mich mit Pille wohlgefühlt, dass ich sie bis Dezember 2013 genommen habe. Der Plan war: Hochzeit im Mai und dann zügig schwanger werden.
Im April war ich dann beim FA, weil ich noch keine Periode hatte (die kam dann das erste Mal im Juni), der hat einen Hormonstatus gemacht und mich zur KiWu überwiesen.
Und nun haben wir die Diagnose "Wechseljahre" und meine Zeit läuft ab, mit 34. Ich kann natürlich drauf hoffen, dass es nur eine vorübergehende Erscheinung ist (wie mir natürlich google erzählt :peinlich:), aber realistisch ist das nicht. Nächste Woche entscheiden wir, wie es weitergeht, wahrscheinlich eine einmalige Stimulation und wenn das nichts bringt, müssen wir uns mit den Alternativen Eizellspende, Adoption oder Kinderlosigkeit auseinander setzen. Da fängt es bei uns dann an, mit den Grenzen, soweit sind wir noch nicht.
Von daher fehlt die Möglichkeit "wir probieren IVF / ICSI /... und das mehrmals und irgendwann klappts schon". Und daher vertraue ich den Ärzten (es wurde nun 3x Hormonstatus von verschiedenen Ärzten gemacht, weil ichs nicht glauben wollte :beleidigt:), die sagen "viele Möglichkeiten gibt es nicht".

Mein Mann holt mich da schon immer wieder zurück, wenn bei mir ein "aber vielleicht ist nächstes Jahr ist alles wieder gut" überhand nimmt (was ich mir dennoch behalten will, es gibt ja die dollsten Geschichten).

Mailine
21.10.2014, 21:06
Aber nochmal jetzt zu den Schuldgefühlen.
Mir gehts ja auch so. Ich denk dann, was mach ich falsch, warum hab ich so lange gewartet, warum nicht beizeiten meinen Freund massiv unter Druck gesetzt/verlassen, warum hab ich jemals geraucht, warum bin ich nicht längst in drei KiWu-Kliniken gewesen, warum hab ich nicht mehr Geld für die Behandlungen angespart.................................schuldig wegen mangelnder Entspannung hab ich mich bis jetzt noch nicht gefühlt, aber das kann ich ja noch mit in die Liste aufnehmen.

Aber da bin ich wieder am Anfang: WARUM zur Hölle denn überhaupt Schuldgefühle?
Warum so streng mit sich umspringen?

Liebe Gemme, ja, warum zur Hölle Schuldgefühle... ich hatte das damals schon auch und denke, es liegt daran, dass wir heute vermeintlich alles unter Kontrolle haben. Wir glauben, alles im Leben kontrollieren, planen und erreichen zu können. Wenn dann sowas wie der unerfüllte Kinderwunsch passiert, kommen wir an unsere Grenzen und quälen uns mit hätte ich jenes und wäre doch dieses anders gewesen.
Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Entscheidungen oder Unterlassungen zum damaligen Zeitpunkt plausibel und stimmig für uns waren. Selbst die frühere Unfähigkeit, eine (aus heutiger Sicht) bessere Entscheidung getroffen zu haben, war damals für uns das, was wir selbst, wie man so sagt nach bestem Wissen und Gewissen, waren. Das war unsere ureigene Entscheidung, gut mal mit mehr Glück oder mehr Pech. Wie auch immer, früher war es stimmig und passend für uns.

Ich hatte mich intensiv damit auseinander gesetzt, wieso die Schuldgefühle überhaupt auftauchten.
Es wurd mir klar, dass ich mir meine früheren Entscheidungen verzeihen musste.
Ich hatte nämlich keine Lust, mich den Rest meines Lebens selbst zu zerfleischen.
Ein falscher Partner, zu lange gewartet auf den Richtigen, ähnlich wie Glueck es erzählt....
all das sind Handlungen aus unserer Vergangenheit, die bis heut noch nachwirken. Als mir das klar wurde nach der 2. IVF, die negativ war, wär ich fast dran erstickt. :knatsch:
Mir hat verzeihen geholfen. Wenn es dann mit der letzten IVF nicht geklappt hätte, wie das dann weitergegangen wär... ob ich mit mir ins Reine gekommen wär, kann ich heut nicht sagen. Es wär eine Herausforderung geworden.
Wie jemand sagte, das Loslassen kann man nur fühlen. Das kann man sich selbst nicht verordnen und dann funktioniert es. Das kommt tief aus dem Innern heraus, wenn man nicht mehr kann, keine Kraft mehr hat, müde geworden ist .... dann mag man auch nicht mehr. Ähnlich wie beim Einschlafen. Man ist todmüde, und dann will man irgendwann bloss noch schlafen. Ähnlich bei zermürbenden Krankheiten, bei chronischen Schmerzen, es kann gut sein wenn man seine Grenzen erreicht hat, dass man nur noch Ruhe haben und schlafen möchte. So wollte ich zuletzt bloss noch den drängenden Wunsch nicht mehr spüren. ich war unglaublich müde und kraftlos geworden. An so einem Punkt kann man sich entscheiden, reibt man sich weiter auf oder versucht man, den Wunsch loszulassen dh sich mit der Situation abzufinden und sie zu akzeptieren. Ja, ich glaube das Wichtigste ist, dass man akzeptieren lernt. :blume:

Mailine
21.10.2014, 21:25
Wenn du entspannt bist, lernst du vielleicht einen Mann mit besseren Spermien kennen, hast eine Affäre und schwupps ...^^



Ebayfan, *lach* Na, Du bist ja Eine! :freches grinsen: Das ist empörend, das ist ein Klischee oder Tatsache? Man hört das - Paar jahrelang ungewollt kinderlos, verliebt sich einer der beiden fremd, schwupps ist das Paar schwanger. Hormone? Weiss nicht ... hats mal jemand probiert? Hm Schwanger von der Affäre und bleiben beim Partner, soll es auch geben.


Fremde Spermien hätte ich auch nicht gewollt. Fremde Eizellen schon eher.

Gemme
21.10.2014, 22:04
Hallo Ihr Lieben, jetzt schaff ichs doch nicht mehr, nochmal allen in Ruhe zu antworten-Mist, da werde ich wohl morgen nachsitzen müssen :)

Felicitas, Dir las ich erstmal einen festen Drücker da. Du hast, wie Maline das so schön beschrieben hat, völlig normal, überlegt und begründet gehandelt.

Du magst zwar hormonell in Richtung Wechsel gehen, aber ansonsten bist Du körperlich ein junger Hüpfer-und das wird Dir bei allem, was kommt, ein großer Nutzen sein.

Und mach Dich nicht fertig,
niemand, aber wirklich KEINE einzige von uns wunderbaren Frauen sollte auf sich rumhacken!

Gemme
21.10.2014, 22:07
Mailine,
das hat mich sehr bewegt, was Du beschreibt.

Danke dafür!

lou79
21.10.2014, 22:38
Ich nochmal,
ich bin grad so wütend, ich weiß gar nicht, warum.

Wieso zur Hölle nehme ich nicht einfach diese Liebe und gebe sie mir?
Ich bin mir doch achsosicher, das ich ein Baby bedingungslos lieben würde, sogar ein krankes, eins mit Macken, ein nicht perfektes (und wenn wir mal ehrlich sind, schreien und stinken tun alle Babies-ich nicht!).

Bin ich nicht niedlich genug? Bin ich nicht schutzlos genug? Aber viel hilfloser als in der letzten Zeit kann ich mich kaum mehr fühlen, wie bedürftig muß ich denn werden, bis ich zu mir sagen kann, ach Schätzchen, Du machst das ganz toll?

Und eine Frau, die diese Liebe kennt und die Hoffnung und erst recht den Schmerz um ein Verlorenes, ein Ungeborenes, ein Niegehabtes-mehr Frau kann man doch kaum mehr sein!

Warum tue ich mir das an, mich so unganz zu fühlen? Ich merke, ich komme gerade an einen für mich sehr wichtigen Punkt.

Dank Eurer Hilfe!

:in den arm nehmen: :blumengabe: Ich denke, DAS ist der Kern der Sache. Empathie, Mitgefühl, bedingungslose Liebe für DICH zu entwickeln und Dich selbst genau so zu behandeln wie Du Dein Kind behandeln möchtest/wirst :smirksmile: (was wir am Ende ja meist tun. Es/sie so behandeln, wie wir mit uns selbst umgehen...) Und ich glaube, ein Kind, das so eine Mami hat, ist das aller, aller glücklichste :smile:

Ebayfan
21.10.2014, 23:41
Ebayfan, *lach* Na, Du bist ja Eine! :freches grinsen: Das ist empörend, das ist ein Klischee oder Tatsache? Man hört das - Paar jahrelang ungewollt kinderlos, verliebt sich einer der beiden fremd, schwupps ist das Paar schwanger. Hormone? Weiss nicht ... hats mal jemand probiert? Hm Schwanger von der Affäre und bleiben beim Partner, soll es auch geben.

In Wahrheit bin ich treu wie Gold. Wirklich, kein Scherz.
Aber vor den Zeiten der Kinderwunschbehandlungen oft der einzige Weg, seinen Traum zu verwirklichen und sogar oft auch noch, Ärger aus dem Weg zu gehen. Wie oft wurden Frauen verstoßen, wenn der Hausherr mit ihr kein Kind zeugen konnte? Da war das doch eine gute Lösung.


Fremde Spermien hätte ich auch nicht gewollt. Fremde Eizellen schon eher.

Also DAS sehe ich ja völlig anders! Niemals, niemals würde ich eine fremde Eizelle austragen! Eher noch nähme ich mir eine Leihmutter, denn allein die Vorstellung, schwanger zu sein, macht mir Angst. (So ein kleiner Schmarotzer im Bauch, der Energie frisst und einen am Ende auch noch verletzt und dann das Leben völlig auf den Kopf stellt). Ich könnte mir noch am ehesten vorstellen, Eizellen zu spenden. Eine Schwangerschaft war jahrelang für mich der reine Horror.

Aber hätte ich einen Kinderwunsch gehabt und mein Mann kann es nicht oder sollte es lieber nicht (Erbkrankheit), dann hätte ich wohl zur Samenspende gegriffen. Warum denn auch nicht? Es wäre so oder so mein Kind.

Aber mal ganz ehrlich gesagt, nüchtern betrachtet halte ich meine Erbanlagen nicht für so wertvoll, als dass ich sie unbedingt weiter geben müsste. Es gibt da so kleinere Krankheiten, die mich selbst zwar anscheinend nicht beeinträchtigen, die aber eine Generation später wieder durchkommen könnten. Probleme mit der Hüfte bei Mädchen, die Sache mit der Stoffwechselstörung und noch so ein paar kleinere Unannehmlichkeiten. Sowas muss ich doch keinem Kind antun, oder?

Marta-Agata
21.10.2014, 23:49
..., warum hab ich so lange gewartet, ...
Ich möchte keinem "Schuldgefühle" machen - das nützt wirklich keinem.

Aber allgemeiner betrachtet finde ich schon, dass besser bekannt und verbreitet werden sollte, dass die Fruchtbarkeit schon relativ früh abnimmt - zumindest statistisch, und keiner weiß ja, zu welchen Frauen er gehört (und Erbanlagen, etwa dass die Mutter mit 40 noch problemlos schwanger wurde, sagen da nicht viel).

Wir bringen den Jugendlichen alles über Verhütung bei und suggerieren, dass sie ganz bestimmt Drillinge bekommen, wenn sie da ein einziges Mal nachlässig sind. Aber nicht das Gegenstück davon, dass Kinder nicht wie bei Otto bestellt kommen und dass das mit dem Alter zu tun hat. Irgendwie scheint auch die Meinung verbreitet zu sein, bis 40 habe man da allemal Zeit - und da hält auch keiner so wirklich dagegen.

Ebayfan
21.10.2014, 23:53
Ja, das mit der Verhütung hat bei mir so gut funktioniert, dass ich bestimmt 20 Jahre lang eine Schwangerschaft wie einen Super-GAU betrachtet habe. Das ist bis heute nicht ganz weg.

Wer keine Enkel will, klärt seine Tochter gründlich auf.^^

Marta-Agata
21.10.2014, 23:57
Es spricht ja nichts gegen sichere Verhütung.

Aber man/frau sollte schon wissen, dass man nicht erst sonstwann umschalten sollte.
Auf die Idee, dass es bei ihnen nicht klappen könnte, kommen die meisten doch gar nicht.

Gemme
22.10.2014, 08:41
Hallo Camaine,

Gemme, das schwanken ist glaube ich ganz normal. Bei mir hat es auch gedauert, bis ich mich mit IVF/ICSI anfreunden konnte. Wir haben nicht das vernichtende SG bekommen und am nächsten Tag beschlossen in die Klinik zu gehen. Da lagen ein paar Monate Entscheidungsfindung dazwischen.
Ah gut, dann bin ich da nicht die Einzige :smirksmile:

Wie gehts Euch jetzt damit, seelisch? :blume:

von lou 79

Ich denke, DAS ist der Kern der Sache. Empathie, Mitgefühl, bedingungslose Liebe für DICH zu entwickeln und Dich selbst genau so zu behandeln wie Du Dein Kind behandeln möchtest/wirst (was wir am Ende ja meist tun. Es/sie so behandeln, wie wir mit uns selbst umgehen...)
Ganz, ganz, ganz lieben Dank!
Für mich war das sehr wichtig, an diesen Punkt zu kommen.

Ich hätte übrigens nie gedacht, daß ich in meinem Inneren mal so Gedanken finden würde wie "ich bin weniger wert, weniger Frau"....etc.
Aber so eine kleine dunkle Ecke gibts/gabs da zu meiner Überaschung schon.

Ich meine, es ist wohl eine schwierige Sache, sich selbst wirklich ganz und gar anzunehmen und andererseits das eigene Leben als unvollständig zu empfinden, oder? Da beißt sich für mein Gefühl die Katz in den Schwanz.

@Ebayfan: einfach erfrischend, danke für die Lacher :freches grinsen:

Ich muß übrigens gestehen, daß ich zwar noch nicht ernsthaft an das amouröse Anlocken fremder Spermien gedacht habe, aber daß ich schon eine Zeitlang meinen Schatz mehr als potentiellen Vater denn als Mann, Partner, Menschen gesehen habe. Das ist mir gestern mal so richtig klargeworden.

von Marta-Agatha

Aber allgemeiner betrachtet finde ich schon, dass besser bekannt und verbreitet werden sollte, dass die Fruchtbarkeit schon relativ früh abnimmt - zumindest statistisch, und keiner weiß ja, zu welchen Frauen er gehört (und Erbanlagen, etwa dass die Mutter mit 40 noch problemlos schwanger wurde, sagen da nicht viel).
DA hast Du allerdings recht.
Ich kenn schon auch ein paar Leute, die mich überhaupt nicht verstehen mit meiner Panik, weil grad wieder irgendeine Schauspielerin mit 48 schwanger geworden ist.

Ich selber war mir übrigens durchaus bewußt, daß das nicht so einfach ist, aber mein Freund hat ein sehr, sehr großes (berufliches/finanzielles) Sicherheitsbedürfnis und wollte einfach noch warten.

Vielleicht bin ich deshalb nervlich ein bißchen auf dem Zahnfleisch - ich beschäftige mich halt schon sehr lange mit dem Thema.

Ebayfan
22.10.2014, 08:55
Ach wer weiß schon so genau, wie die schwanger geworden sind? Ein geplatztes Gummi wird da kaum ausgereicht haben.^^ Ich tippe da eher auf fremde Eizellen. Alles Schummelei, das sind doch gar keine eigenen Kinder! Bei Schauspielern wundert mich da sowieso nichts. Es ist schließlich ihr Job, etwas vorzuspielen. Dass sie es im RL auch tun, ist dann wohl Gewohnheit.

Ich finde es sehr bedenklich, den Partner nur noch als Erzeuger zu betrachten. In meinem Leben hat und hatte mein Partner immer oberste Priorität, direkt nach mir selbst. Mit viel Abstand kam der Rest der Welt. Ich finde, er verdient das.

Inaktiver User
22.10.2014, 09:07
Ich möchte keinem "Schuldgefühle" machen - das nützt wirklich keinem.

Aber allgemeiner betrachtet finde ich schon, dass besser bekannt und verbreitet werden sollte, dass die Fruchtbarkeit schon relativ früh abnimmt - zumindest statistisch, und keiner weiß ja, zu welchen Frauen er gehört (und Erbanlagen, etwa dass die Mutter mit 40 noch problemlos schwanger wurde, sagen da nicht viel).

Wir bringen den Jugendlichen alles über Verhütung bei und suggerieren, dass sie ganz bestimmt Drillinge bekommen, wenn sie da ein einziges Mal nachlässig sind. Aber nicht das Gegenstück davon, dass Kinder nicht wie bei Otto bestellt kommen und dass das mit dem Alter zu tun hat. Irgendwie scheint auch die Meinung verbreitet zu sein, bis 40 habe man da allemal Zeit - und da hält auch keiner so wirklich dagegen.

Tja, ich habe mit 29 angefangen, in die Familienplanung zu gehen. War das auch zu spät?
Generell finden es ja die wenigsten toll, mit 40 in der Kinderwunschklinik zu landen. Aber wenn Du mal in die Hoffnungsfrauen-Geschichten reinliest, war das doch in den allerseltensten Fällen völlig naiv verschuldet. Da gab es keinen passenden Partner oder sonstige Hindernisse. Davon abgesehen dauern solche Behandlungen jahrelang, bis sie zum Erfolg führen (bei mir fast vier Jahre). In der Zeit wird man leider nicht jünger.

Ebayfan und Mailine, hinsichtlich dem kreativen Organisieren von Fremdspermien, tja, diverse Frauen in meiner Familie haben mir glaubhaft versichert, dass dies vor einigen Generationen durch alle Schichten hinweg der gängige Weg war, zumindest einen Teil der Unfruchtbarkeitsfälle auf kurzem Dienstweg zu lösen. :freches grinsen: Da merkt man mal wieder, wie spießig und brav unsere ach so wilden und hedonistischen Zeiten sind. Für die allermeisten von uns ja wirklich undenkbar.

sascha99
22.10.2014, 09:20
Gehts Euch auch manchmal so, daß Ihr nicht mehr ein noch aus wißt und Euch andauernd mit Themen, Tipps und Tricks rund um eine Schwangerschaft befaßt, obwohl Euch das vielleicht gar nicht weiter hilft? So nach dem Motto: heute schon nach einem Wundermittel gegoogelt? ;)

Ich möchte SO nicht weitermachen.

Den Kinderwunsch weiter verfolgen, auch mit medizinischer Hilfe - ja, aber Krampf im Herzen und Weh in der Seele - NEIN!
Hallo Gemma, da hüpfe ich jetzt mal rein - seit über einem Jahr in der Kinderwunsch-Klinik, bisher leider erfolglos. Ich bin auch nicht mehr taufrisch, jetzt 39 Jahre alt. Was es für mich so schwer macht, ist, dass ich aufgrund meines Alters und unserer schlechten Werte nicht weiß, ob unser Wunsch sich trotz medizinischer Hilfe in Erfüllung gehen würdet. Das macht die ganze Prozedur, das ganze "aushalten" nochmal schwieriger. Es wäre um vieles leichter, wenn man wüsste zu Termin x ist man dann schwanger. So muss man neben dem ganzen medizinischen Trara (Hormone einnehmen und aushalten), dem Terminstress vor allem die Unsicherheit aushalten, ob und wann es denn noch klappt. Weißt Du, ich bin jemand, der ein Fan von "Kontrolle" ist. Und alles Mögliche machen für - mit dann eigentlich immer einem guten Ergebnis. Ich stecke viel Energie in meine Ausbildung, bei mir Studium - tja und dann habe ich auch ein gutes Ergebnis. Aber hier, beim Kinderwunsch, kann es sein, dass trotz aller Bemühungen, aller Anstrengungen es sein kann, dass das gewünschte Ergebnis nicht eintritt. DAS macht mich so verrückt. Und treibt auch mich dazu an, das Maximale im Bereich des Machbaren zu machen. Ich möchte die "Rahmenbedingungen" maximieren: Bestmögliche Klinik mit der bestmöglichen Behandlung. Auch wenn das viel Gedöhns bedeutet und ich nicht weiß, ob das (noch) "reicht". Aber ich möchte mir hinterher nicht den Vorwurf machen müssen, nicht alles getan zu haben. Wobei das "alles" ja auch wieder so ein schwieriges Thema ist. Denn wann soll man denn aufhören...? In einem Nachbarforum las ich von einer Frau, die mit 42 nach vielen Jahren Kinderwunsch jetzt doch schwanger wurde. Ich hatte mir 40 +x als Endpunkt gesetzt. Eigentlich. Und bis dahin heißt es hoffen und machen und dazwischen immer wieder AUCH leben. Auch wenn mir das manchmal genauso schwer fällt wie Dir, glaub es mir. Aber Aktionismus, was Mailine schrieb, hilft auch mir. Sport, Sprachkurse, alles, was geht.


Aber allgemeiner betrachtet finde ich schon, dass besser bekannt und verbreitet werden sollte, dass die Fruchtbarkeit schon relativ früh abnimmt - zumindest statistisch, und keiner weiß ja, zu welchen Frauen er gehört (und Erbanlagen, etwa dass die Mutter mit 40 noch problemlos schwanger wurde, sagen da nicht viel).
An dem Punkt will ich auch mal einsteigen - keine Angst, weitere folgen.:zwinker: Einfach auch, weil selbst anscheinend "kompetente" Ratgeber (so der eigene Frauenarzt) bei dem Thema völlig fahrlässig zur Gelassenheit raten. So geschehen bei mir mit 37 und einem AMH-Wert damals (das war vor 2 Jahren) der schon relativ niedrig war. Blöd nur, dass sich der Frauenarzt nicht so wirklich damit auskonnte und mir - uns - zur Gelassenheit riet. Und noch nicht mal auf die Idee kam, sich die Spermien meines Mannes mal näher "anzuschauen". Das hat uns ca. 1,5 wertvolle Jahre gekostet. Und ich ging davon aus, dass er Fachmann ist. Aufklärung muss also her - ja. Und warum nicht das Ganze schon im Sexualkundeunterrricht erklären? Dass die Fruchtbarkeit der Frau ab 35 Jahren absolut einknickt und je nach genetischer Veranlagung dann eben nicht mehr viel oder nur noch schwer was zu machen ist.


Tja, ich habe mit 29 angefangen, in die Familienplanung zu gehen. War das auch zu spät? Generell finden es ja die wenigsten toll, mit 40 in der Kinderwunschklinik zu landen. Aber wenn Du mal in die Hoffnungsfrauen-Geschichten reinliest, war das doch in den allerseltensten Fällen völlig naiv verschuldet. Da gab es keinen passenden Partner oder sonstige Hindernisse. Davon abgesehen dauern solche Behandlungen jahrelang, bis sie zum Erfolg führen (bei mir fast vier Jahre). In der Zeit wird man leider nicht jünger.
Mit 29 warst Du sehr früh dran Coralie.:zwinker: Bei mir war "damals" mit 30 (:freches grinsen:) gerade die letzte Beziehung aus, daran hatte ich dann erstmal zu knabbern. Mit 31 die erste feste Anstellung endlich - aber kein Mann in Sicht. Meinen habe ich dann mit 34 "wiedergefunden" und auch da führten wir erstmal fast 3 Jahre lang eine Fernbeziehung. Bei meinem Mann war es damals beruflich sehr unsicher - daher konnte ich erst mit 37 und zusammenwohnend endlich die Kinderplanung aktiv angehen. Dann "verplemperten" wir ja aufgrund meines wenig kompetenten inzwischen Ex-Frauenarztes nochmal 1,5 Jahre und inzwischen sind wir ca. 1 Jahr in Kinderwunschbehandlung - bisher leider erfolglos.

Davon abgesehen dauern solche Behandlungen jahrelang, bis sie zum Erfolg führen (bei mir fast vier Jahre). In der Zeit wird man leider nicht jünger.
Eben. Bei mir, bei uns war es ja so, dass dann mal jener Zyklus nicht günstig ist. Dann ist der Kiwu-Arzt in Urlaub. Dann ein negativer Versuch, dann Pause wegen Stimulation vorher. Dann Zyste. Dann selber Urlaub. Zwischendurch wird viel Zeit "verplempert" und auch die gilt es, einigermaßen gut zu überstehen. Das richtige "Rezept" dafür habe ich allerdings auch noch nicht gefunden.

Ja, also was mir halt gut tut - das habe ich gerade, bei meinem kleinen Ausbruch, sehr stark bemerkt - ist mich wirklich bewußt verwöhnen. Also wirklich ein bißchen puscheln, wie man es mit einem Baby auch machen würde. Natürlich ist auch Sport ganz toll, und alles, was Ablenkung verspricht, aber eben auch:
Die Kunst während dem ganzen Kinderwunsch-Zirkus ist es wirklich die Nerven zu behalten und sich trotzdem noch Gutes zu tun. Bei mir ist das z.B. auch Sport und gemeinsame Wellness-Wochenenden haben sich bei meinem Mann und mir auch als sehr gut erwiesen zur Regeneration und zum Auftanken. :freches grinsen:

Felicitas80
22.10.2014, 09:21
@Marta-Agata

Ich war mir schon bewusst, dass es zu spät sein kann (im Vorhibbel-Strang nachzulesen), aber dennoch hat der Glaube überwogen, dass Anfang/Mitte 30 noch im Rahmen ist und ich nicht-mal-eben-nebenbei-lieber-früher-als-gar-nicht schwanger werden will.

Ebayfan
22.10.2014, 09:21
Früher flog man damit ja auch kaum auf, wenn der Liebhaber nicht gerade rothaarig war. Heute ist das Risiko größer.

Auf der anderen Seite war es früher nicht so einfach, als kinderlose, verheiratete Frau durchs Leben zu gehen. Die Erwartungen waren einfach anders.

Da drängt sich eine solche Lösung förmlich auf. Was hätte man sonst tun sollen?

Inaktiver User
22.10.2014, 09:56
Ich verurteile das ja auch nicht, Ebayfan. Und bin grundsätzlich großer Fan pragmatischer Lösungen. Heute wäre diese Herangehensweise jedoch, aus verschiedensten Gründen (Gefahr, aufzufliegen, größere soziale Kontrolle durch das Internet, bzw. auch schlicht und einfach Liebe zum Partner), wohl wenig pragmatisch.

Sascha, das ist es ja, was ich meine. Wer Anfang 30 verlassen wird, hat erstmal schlechte Karten. Da muss dann schon sehr viel Glück im Spiel sein, um innerhalb weniger Monate einen neuen, zeugungsbereiten Partner zu finden.

Lustigerweise hatten die Frauen in meinem Umfeld, die wirklich total naiv an die Sache herangegangen sind (fester Partner war vorhanden, Beruf und Reisen waren aber wichtiger), wirklich mit über 40 problemlos innerhalb kürzester Zeit (mehrfach) Erfolg gehabt. Das Leben ist halt nicht fair. :smirksmile:

Gemme
22.10.2014, 10:04
"Kurzer Dienstweg" finde ich gut ;)

Ja, so ist das eben, es kommen ganz viele Umstände zusammen, die dazu führen, das es später wird mit dem Kinder kriegen, und die wenigsten dieser Umstände hat man selber im Griff.
Danke, das Ihr mich da nochmal dran erinnert!

Bei mir war es ähnlich wie bei Sascha, nach langer Jobsuche die erste Festanstellung mit Anfang 32, dann Fernbeziehung....

Und zum Thema Ärzte: einer Freundin von mir, zu dem Zeitpunkt 31, hat ihre Gyn im Brustton der Überzeugung gesagt, bis Mitte 40 wär das garantiert ÜBERHAUPT kein Problem bei ihr.
Wenn sogar Ärzte sowas erzählen,
wundert mich doch nix mehr.

@Ebayfan: das hat sich wirklich so eingeschlichen bei mir. Ich bin auch gar nicht stolz drauf, aber irgendwie hab ich phasenweise nur noch meinen Kinderwunsch wahrgenommen.

Mailine
22.10.2014, 10:13
Die Frauen früher waren, weil sie es mussten, pragmatischer und realistischer (?).

Coralie, ebendiese Gespräche führte ich lustigerweise mit älteren Tanten in meiner Verwandtschaft. Die sagten ebensolches wie die Frauen aus Deiner Familie. Heute geht dies aus verschiedenen Gründen nun wirklich nicht.
Aus Respekt und Liebe zum Partner, aber auch aus rein egoistischen Motiven ...ich meine, rechtfertige diese egoistischen Gründe mal vor Dir selbst. Man hat heute die Freiheit, Prinzipien und Werte zu leben und sich für diese frei zu entscheiden. Früher ging es schlicht ums eigene Überleben und da musste man eben eiskalt sein.
Ich könnte das nicht, mir Fremdspermien auf natürlichem Wege zu organisieren, und so tun, als wär das Kuckucksei dann das Kind meines Partners.:peinlich: Aber, was ich rückblickend gekonnt hätte: als klar war, das wird nix mehr mit Schwangerwerden (wir hatten großes unglaubliches Glück), da hab ich mich geärgert, dass ich meinem Ex nicht einfach wider Willen eins untergejubelt hatte. Ja, total verwerflich und normalerweise bin ich strikt gegen sowas, aber in dem Moment, in dem ein Lebenstraum zu scheitern droht, erschien es mir logisch und normal. Wäre ich egoistisch gewesen, hätte ich einfach mal die Pille "vergessen". Egal was dann gewesen wäre (die Beziehung wär eh in die Brüche gegangen): ich hätte mein Kind gehabt.
Sagen wir so: nur zum Spass jahrelang Sex haben, penibel ne Schwangerschaft verhüten und dann wenn man schwanger werden möchte, erkennt man, das geht nicht mehr. Da wird jedes frühere Just for Fun Nümmerchen zum nachträglichen Schlag ins Gesicht. Und jede Pille danach wegen geplatzter Gummis wird zum Molotov Cocktail.

Ich denke, wer die Courage hat, um jeden Preis schwanger zu werden, den könnte ich schlussendlich auch verstehen. Nein, nicht ganz verstehen, aber ich könnte die Gründe nachvollziehen.


Und eben, heute haben wir unsere Werte und die leben wir.
Der frühere Weg war eben die "Kinderwunschbehandlung" die notwendig war. Heute gibt es die Mediziner, die diesen Part weitestgehend getreu der heutigen Werte und Normen "übernehmen". :zwinker:

Mailine
22.10.2014, 10:17
@Ebayfan: Vieles, das Du schreibst, wird jetzt verständlicher! :blume: Danke für Deine Offenheit. Es ist nachvollziehbar, dass man Erbkrankheiten keinem Kind aufbürden möchte. Ich denke, da kommt es auch auf die Wahrscheinlichkeiten drauf an. Es gibt Paare, die trotz hoher Wahrscheinlichkeit, trotzdem Kinder bekommen möchten. Was ich sagen möchte: Ich find es nachvollziehbar, was Du für Dich entschieden hast.
So kommst Du nun viel sympathischer rüber. :blume:

Ebayfan
22.10.2014, 10:18
Ja, manchmal verrennt man sich in ein Thema und Jahre später versteht man sich selbst nicht mehr so ganz.

Auf der anderen Seite wundere ich mich dann über meinen Freund, der sich bei so gar nichts so richtig festbeißen mag. Bei anderen Leuten beobachte ich das auch. Alles bleibt oberflächlich, leidenschaftslos und führt bestenfalls zu mittelmäßigen Ergebnissen. Dafür erleben diese Leute selten richtigen Frust. Das ist ja auch ein Vorteil.

Wir sind halt alle verschieden.

Mailine
22.10.2014, 10:20
Noch kurz zum Fremdspermium (auf medizinischem Weg :smirksmile:) versus Eizellen:



Eine Fremde Eizelle hätte in mir wachsen können und wäre so ein Teil von mir geworden. Wie vielleicht ein transplantiertes Organ... versteht Ihr? Das hätte ich mir vorstellen können.
Fremdspermium: Wenn bei mir alles ok gewesen wär und nur bei meinem Partner nicht: ok, schlussendlich, ich weiss nicht, ob das eine Option gewesen wäre. Mein Partner hätte das nicht gewollt. Wenn doch, ja, dann wär das für mich gangbar gewesen.

Klar ist aber auch, die Frage nach Fremdspermium oder fremde Eizelle ist auch ne Frage der medizinischen Gründe die vorliegen. Die sucht man sich nicht aus und da muss man gucken, welche Möglichkeiten man hat.


:blume:

Felicitas80
22.10.2014, 10:28
Ich könnte das nicht, mir Fremdspermien auf natürlichem Wege zu organisieren, und so tun, als wär das Kuckucksei dann das Kind meines Partners.:peinlich: Aber, was ich rückblickend gekonnt hätte: als klar war, das wird nix mehr mit Schwangerwerden (wir hatten großes unglaubliches Glück), da hab ich mich geärgert, dass ich meinem Ex nicht einfach wider Willen eins untergejubelt hatte. Ja, total verwerflich und normalerweise bin ich strikt gegen sowas, aber in dem Moment, in dem ein Lebenstraum zu scheitern droht, erschien es mir logisch und normal. Wäre ich egoistisch gewesen, hätte ich einfach mal die Pille "vergessen". Egal was dann gewesen wäre (die Beziehung wär eh in die Brüche gegangen): ich hätte mein Kind gehabt.


Den Gedanken habe ich nicht. Ich hatte schon immer den Traum einer Familie und nicht den, "nur" Mutter zu werden (wobei eine Ehe ja keine Garantie für eine glückliche Familie ist). Insofern sind mein Mann und ich uns da schon einig, nur wie weit wir gehen werden für diesen Traum, das wissen wir noch nicht.


Mal zum Thema "heile Seele":
Es ist unfair und ich fühle mich ganz schlecht dabei, aber ich maße mir an, auf der Straße beurteilen zu können, dass eine wildfremde, übergewichtige, rauchende Frau keine zwei Kinder im Geschwisterkinderwagen verdient hat. Kann man dagegen was tun?

Ebayfan
22.10.2014, 10:31
Ich glaube, Männer haben oft eine andere Sicht auf solche Dinge. Eine Sicht, die ich gut teilen kann. Weswegen ich für mich ja auch eine fremde Eizelle nicht akzeptieren würde.

Wenn man schon den Aufwand mit einem Kind anfängt, muss es ein eigenes sein.

Vivi23
22.10.2014, 10:37
Ich glaube ja, dass das alles normale Gedanken sind, die letztlich nur die Intensität des Wunsches ausdrücken. Und die eigene Hilflosigkeit des Umgangs damit.

sascha99
22.10.2014, 10:38
Sascha, das ist es ja, was ich meine. Wer Anfang 30 verlassen wird, hat erstmal schlechte Karten. Da muss dann schon sehr viel Glück im Spiel sein, um innerhalb weniger Monate einen neuen, zeugungsbereiten Partner zu finden.
Deshalb finde ich persönlich es ja gerade "in der 30ern" absolute Zeitverschwendung, wenn Frauen, die eigentlich Kinder wollen, an Männern "festhalten", die definitiv keine wollen oder die es auch definitiv nicht "sind". Eine gute Freundin von mir hat von 34-36 ganze 2 Jahre mit einem Mann "verplempert", von dem ich ihr schon nach 5 Minuten hätte sagen können, dass das nur Zeitverschwendung ist.:zwinker: Danach musste sie sich erstmal 1 Jahr von eben diesem Mann "erholen", in Kürze wird sie 39. Immer noch partnerlos.

Lustigerweise hatten die Frauen in meinem Umfeld, die wirklich total naiv an die Sache herangegangen sind (fester Partner war vorhanden, Beruf und Reisen waren aber wichtiger), wirklich mit über 40 problemlos innerhalb kürzester Zeit (mehrfach) Erfolg gehabt. Das Leben ist halt nicht fair. :smirksmile:
Ja das ärgert mich auch oft. Gerade die Frauen, die früh heiraten und "eigentlich" mit Anfang/ Mitte 30 Mutter werden könnten - die dann aber bewusst noch warten. Oder, wie ich sagen würde, "pokern". Dass ausgerechnet die oft Glück haben. Nun ist das Leben ja allgemein nicht gerecht - das sind ja auch keine News leider. :zwinker:

Gemme
22.10.2014, 10:57
@Felicitas: das werden bestimmt mal besonders nervige Blagen, glaub mir, die wollen wir gar nicht ;)

Ebayfan
22.10.2014, 11:05
Was ist schon gerecht?

Die Regel ist aber, dass Frauen spontan, oft auch ungewollt, schwanger werden. Manche sogar trotz Pille. Wäre es anders, wären wir ausgestorben.

Ist es gerecht, trotz Verhütung mit 16 oder 18 schwanger zu werden?

Mein Freund hat so ein Kind. Die Kindsmutter hat inzwischen 4 Kinder von 2 Männern, aber keine Ausbildung, keinen Job und wenig Geld. Das mit noch nicht mal 30. Wirklich gewünscht war wohl das 2. Kind.

Ist das vielleicht gerecht?

Sie stammt aus einer kinderreichen Familie. Vermutlich vererbt sich auch Fruchtbarkeit. Mein Freund hat auch Geschwister.

Ich würde warten nicht mit pokern gleichsetzen. Man beginnt halt mit dem, was einem am meisten am Herzen liegt und der Rest ist später dran. So stellt man sicher, dass man das, was einem am wichtigsten ist, auch geschafft kriegt. Zweitrangiges kann warten, evtl. bis St. Nimmerlein. Es hat auch was mit dem Druck aus der Familie zu tun. Nicht jeder sagt den Eltern gern ins Gesicht, dass er kein Kind will. Also später und irgendwann hat es "leider, leider" nicht geklappt.^^

Nicht alle sehen Kinder als Segen.

Eins müssen wir im Leben einsehen: was dem einen das höchste Ziel ist, kann dem anderen völlig egal sein. Es ist komisch, aber es ist so. Zum Glück! Sonst säßen wir alle im Sommer gleichzeitig am selben Strand.

Was wirklich ungerecht ist, ist dass man immer das am heißesten wünscht, was am schwersten zu bekommen ist. Wie gern wäre ich Olympiasiegerin! Völlig absurd, dieser Wunsch. Dabei sein wäre schon schön. Auch absurd. Nichts zu machen. Also Landesmeisterschaften, die sind machbar, aber längst nicht dasselbe.

Irgendwie müssen wir alle mir unseren unerfüllten Träumen leben.

sascha99
22.10.2014, 11:06
Mal zum Thema "heile Seele":
Es ist unfair und ich fühle mich ganz schlecht dabei, aber ich maße mir an, auf der Straße beurteilen zu können, dass eine wildfremde, übergewichtige, rauchende Frau keine zwei Kinder im Geschwisterkinderwagen verdient hat. Kann man dagegen was tun?
Ja, sich sagen, dass bei "der" auch nicht zwangsläufig alles "gut" ist. Es ist - so meine Erfahrung - oft mehr Schein als Sein hier wie da. Vielleicht hat diese Frau "zuhause" einen undynamischen nörgelnden Ehemann. Und die Kinder sind alles andere als süß und nett. Sondern schreien und nerven nur. Und die Frau hat wegen eben dieser zwei Kleinen ihren eigentlich geliebten Job aufgeben müssen. Sie ist jetzt ziemlich unzufrieden. Aus Frust isst sie zuviel. Und seit Neuestem raucht sie auch zuviel. Auch, damit sie nicht noch mehr ist. Sie würde am Liebsten aus ihrer ganzen Situation ausbrechen. Aber mit 2 kleinen Kindern, ohne Arbeit gerade...? Schwieriger wird es bei mir z.B. bei "Vorzeigefamilien", die ich kenne und wo ich sehe, dass da wirklich viel "gut" ist. Bestes Beispiel: Die älteste Freundin meines Mannes. Hat einen total netten charmanten Ehemann. Und ebenso nette und intelligente und "besondere" Kinder. Und einen tollen Beruf, den sie - wie auch ihr Mann - immer noch ausüben kann, da selbstständig von zu Hause arbeitend. Da die Beiden viel Geld verdienen, gibt's dazu auch ein Kindermädchen und eine Köchin. Doch, da passt auch objektiv viel. Glück gehabt.

Ebayfan
22.10.2014, 11:13
Natürlich ist bei der nichts gut. Ich finde sie bedauernswert. Fett, unfrei und auch noch süchtig (nach den Zigaretten), wer wünscht sich denn sowas?

sascha99
22.10.2014, 11:17
Ich würde warten nicht mit pokern gleichsetzen. Man beginnt halt mit dem, was einem am meisten am Herzen liegt und der Rest ist später dran.
Die Frage ist halt, ob man das auch machen müsste, wenn einem klar(er) werde, dass soviel Zeit nach "hinten" dann oft doch nicht mehr ist.

So stellt man sicher, dass man das, was einem am wichtigsten ist, auch geschafft kriegt.
Naja, aber Karriere kann ich durchaus auch später noch machen - ein Kind kriegen eben leider meist nicht mehr so einfach. Daher finde ich es riskant, den Lebenstraum Kind zu weit nach hinten zu schieben. Was aber - wie beschrieben - auch oft aus Unwissenheit geschieht.

Es hat auch was mit dem Druck aus der Familie zu tun. Nicht jeder sagt den Eltern gern ins Gesicht, dass er kein Kind will. Also später und irgendwann hat es "leider, leider" nicht geklappt.^^
Da muss ich Dir Recht geben. Bei "uns" waren es jetzt nicht die Eltern. Aber ich habe 2 gute alleinerziehende Freundinnen, die aus eben diesem Umstand immer schon ein "Programm" machten.:zwinker: Von denen dürfte ich mir schon vor zig Jahren anhören, wie toll Kinder sind, dass Frau unbedingt welche haben sollte, usw. Solche Reden empfinde ich als extrem übergriffig. Wie ich es immer noch als seltsam und ungut für alle Parteien empfinde, wenn sich eine Frau nur über ihr Kind/ ihre Kinder definiert. Ich habe mich bei meinem Kinderwunsch auch ehrlich gefragt, warum ich ein Kind will. Und ich war mir irgendwann sehr sicher, dass es NICHTS mit dem zu tun hat, was meine Umwelt will, verlangt, denkt,etc.

Nicht alle sehen Kinder als Segen.
Ja - und das ist ja auch völlig o.k. Jede(r) soll die Möglichkeit haben, so zu leben, wie er/sie es will. Nur ist es eben leider deutlich einfacher, sich bewusst gegen ein Kind zu entscheiden, als für eines.:knatsch:

Felicitas80
22.10.2014, 11:18
@ Gemme / Sascha / Ebayfan: Danke :blume: Ich werde üben, das so differenziert zu sehen!

Ebayfan
22.10.2014, 11:22
Das sagst du so. Meine Mutter fand es gar nicht lustig. Wäre sie nicht so früh gestorben (ich war 32), hätte sie noch ganz schön nervig werden können.

Dabei hatte ich ihr schon mit 12, als sie mich zur Röteln-Impfung schleppte, mitgeteilt, dass ich keine Kinder wollte. Zumindest nicht vor meinem 50. Lebensjahr.^^ Sie hat das nie akzeptiert.

Mein Vater fand es auch blöd, aber der sagte nicht viel.

sascha99
22.10.2014, 11:24
Natürlich ist bei der nichts gut. Ich finde sie bedauernswert. Fett, unfrei und auch noch süchtig (nach den Zigaretten), wer wünscht sich denn sowas?
Ja - wie gesagt, bei "der" wäre ich sicher auch nicht geknickt. Aber bei Frauen, die tolle Kinder haben, trotzdem ihrem Beruf noch nachgehen wollen und können (weil das nötige Kleingeld zur Betreuung/ Bekochung der Kleinen da ist), eine gute Beziehung führen. Doch doch, ich kenne schon Fälle, wo es insgesamt gut "passt". Wobei: Auch bei genannter Freundin mit den 3 Kindern - es ist und bleibt für sie auch viel Stress. Weil zu Elternsprechtagen musst Du z.B. schon selber hin - und die Geburtstage Deiner Kinder organisieren sollte man auch schon selber. Und für Sport bleibt auch weniger Zeit. Ich beobachte aber, dass es meist die Frauen sind, die das gut "wuppen", die wohl auch ohne Kinder ähnlich gut organsiert sind.

sascha99
22.10.2014, 11:34
Das sagst du so. Meine Mutter fand es gar nicht lustig. Wäre sie nicht so früh gestorben (ich war 32), hätte sie noch ganz schön nervig werden können.

Dabei hatte ich ihr schon mit 12, als sie mich zur Röteln-Impfung schleppte, mitgeteilt, dass ich keine Kinder wollte. Zumindest nicht vor meinem 50. Lebensjahr.^^ Sie hat das nie akzeptiert.

Mein Vater fand es auch blöd, aber der sagte nicht viel.
Ich finde es auch von Eltern extrem übergriffig, eindeutige Forderungen diesbezüglich an die Kinder zu stellen. Da mein Kinderwunsch erst relativ spät kam, eben als der Richtige auftauchte und ich früher nicht unbedingt Kinder wollte, konnte ich mir ergo anfangs auch das "Geknatsche" anhören. Das war aber das "Maximalpaket" dann: Warum keinen Mann, dann auch keine Kinder. Ich habe immer recht resolut gesagt, dass ich sehr gut alleine klar komme. Und daher auch Kinder erstmal kein Thema sind. Da kam dann wieder Geknatsche. Und ich habe zeitweise so gut wie keinen Kontakt zu "zuhause" gehabt. Als mein Mann dann auf der Bildfläche auftauchte, hab ich anfangs auch noch gesagt, dass Kinder erstmal kein Thema sind. Und seit meine Mutter JETZT sieht, wie anstrengend und nervenaufreibend bei mir das Thema jetzt ist, ist sie auch erstaunlich ruhig geworden...:freches grinsen:

Ebayfan
22.10.2014, 11:40
Meine Nachbarn sind eine Rama-Familie. Im Sommer, wenn ich auf der Terrasse sitze, kriege ich (leider) hautnah mit, was dort abgeht. Auch den genervten Unterton, wenn Papa von Töchterchens Eskapaden so langsam die Nase voll hat. Ich kriege mit, was los ist, wenn es Zank gibt, was kaputt geht, wenn Besuch mit Kleinkindern kommt, wenn sie am Rad drehen wegen der Grillparty. Das Mama-Taxi, aber auch die Tennisbälle in der Einfahrt und vor mein Fenster, weil es wohl für den Tennisclub nicht reicht. Tischtennis mit Mama, aber nach 10 Minuten Unlust. Das Trampolin flog im Sturm durch die Gegend. Will ich so ein Leben? Bloß nicht!

Ich glaube, die sind jünger als ich, aber das sieht man nicht. Immer nur Kinder, Familie und Arbeit.

Bald kommt der Junge in die Pubertät. Ich kann mich noch auf einiges gefasst machen.

Mit den Töchtern meines Freundes ist es nicht besser. Wie gut, dass es nicht meine sind! Gehen mir alle auf die Nerven, setze ich mich ins Auto und suche mir ein ruhiges Plätzchen.

Mailine
22.10.2014, 11:42
Sich gegen Kinder zu entscheiden ist auch nicht einfach.

Ich glaube, in den wenigsten Fällen ist es simpel.


Sich für Kinder zu entscheiden bedeutet gleichzeitig, sich gegen die Möglichkeit sich gegen Kinder entscheiden zu können, zu entscheiden.

Ist der Wunsch erstmal draussen, wird man ihn so leicht nicht wieder los.

Beide Entscheodungen haben weitreichende Konsequenzen für das weitere Leben.

Ebayfan
22.10.2014, 11:49
Das schwerste an der Entscheidung gegen Kinder, war die Vorstellung, die Familiengeschichte abzuschneiden. Ich bin Einzelkind, mein Vater war es auch. Bei meinem damaligen Freund war es ähnlich. Wenige Kinder lagen schon in der Familie, aber ich mache endgültig Schluss.

Das Leben ohne Kinder im Haushalt finde ich super.

Deshalb, wie ich schon schrieb, meine Gene können mich mal und so gut sind sie auch wieder nicht.

sascha99
22.10.2014, 11:58
Sich gegen Kinder zu entscheiden ist auch nicht einfach.
Kommt auf die Frau an.:zwinker: Ich kenne Frauen und Männer, die haben diese Entscheidung für sich relativ klar und gut gezogen. Die kommen dann auch gut damit klar. Gewollt kinderlos und ungewollt kinderlos ist eben ein riesiger Unterschied leider.

Sich für Kinder zu entscheiden bedeutet gleichzeitig, sich gegen die Möglichkeit sich gegen Kinder entscheiden zu können, zu entscheiden.

Ist der Wunsch erstmal draussen, wird man ihn so leicht nicht wieder los.
Klar. Und das "Blöde" am Kinderkriegen dann, ist ja auch, dass man nicht weiß, was man "kriegt". Deshalb - und das ist jetzt durchaus etwas privater - konnte ich mir auch lange gut vorstellen, kinderlos zu bleiben. Wegen meiner eigenen Ursprungsfamilie. Bzw. wegen meines schwer erziehbaren, drogenabhängigen Bruders, der seit Jahren von Hartz 4 lebt. Ich kann mich gut erinnern, dass mein Vater einmal zu mir sagte: "Noch so ein Kind und ich hätte mich umgebracht!":niedergeschmettert: Ich habe auch in meiner Jugend sehr unter meinem Bruder gelitten. Und ich habe meine Eltern unter meinem Bruder leiden sehen. Und da gab es viele Momente, wo ich gesagt habe, ich will mir auch nur die Möglichkeit einer solchen Katastrophe wie mit meinem Bruder eher nicht antun. Mein Bruder ist der lebende Beweis dafür, dass man sich mit Kindern u.U. das Leben ganz schön erschweren kann. Da ist viel Kummer - gerade bei meinen Eltern. Und wer sagt mir, dass ich nicht auch "so ein Kind" kriege. Keiner. Ich will aber trotzdem Eines. Ich würde alles gerne nehmen. Der Kinderwunsch ist nichts Rationales. Aus rationalen Gründen würde kaum einer heute ein Kind kriegen. Kinder kosten Geld, Zeit und Kraft. Als ich meinem Mann erklären musste/wollte, warum ich unbedingt ein Kind haben will, habe ich ihm ehrlich gesagt, dass es keine rationalen Gründe dafür gibt. Es ist einfach dieser Wunsch, der in mir drin ist. Dieser Wunsch, etwas von mir weiterzugeben. Der ist tief in mir drin verankert. Und so richtig kann man das letztlich auch nicht erklären.


Beide Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen für das weitere Leben.
Ja, siehe die "Geschichte" mit meinem Bruder. Meine Eltern müssen wohl lebenslang für ihn sorgen. Andersrum müssen Kinderlose immer damit klarkommen, keine Kinder zu haben. Wenn ich "gehe", hätte ich gerne etwas, das "bleibt". Aber das ist eine sehr individuelle Entscheidung und Einstellung.

sascha99
22.10.2014, 12:04
Das schwerste an der Entscheidung gegen Kinder, war die Vorstellung, die Familiengeschichte abzuschneiden. Ich bin Einzelkind, mein Vater war es auch. Bei meinem damaligen Freund war es ähnlich. Wenige Kinder lagen schon in der Familie, aber ich mache endgültig Schluss.
Ja, würde es bei uns nicht klappen, würde mich auch das für meine Eltern irgendwie traurig machen. Denn mein Bruder wird wohl kaum "unsere Linie" weiterführen...Und doch, das würde mir schon leid tun. Ich habe gerade zu meiner Großmutter eine sehr innige Beziehung gehabt, das war auch objektiv eine ganz tolle Frau. Da wäre es schon schön, Nachwuchs zu kriegen, der vielleicht von ihr oder von meinem geliebten Vater was hat...

Gemme
22.10.2014, 12:04
Hallo Sascha,
ja, so eine wirklich glückliche Familie kenne ich auch. Zum Kotzen, das.

Aber da darf man natürlich auch die Frage stellen: kam das Glück durch die Kinder, oder waren die Eltern vorher schon happy?

@Felicitas,
mir gehts doch auch oft so wie Dir.
Es tut mir aber auch gut, diesem Gefühl von Ungerechtigkeit mal nachzugehen, weil ich dann für mich wieder an den Punkt komme: wenn ich mich benachteiligt o.ä. fühle, dann ist bei mir Herzen was nicht heile.

DARUM kann ich mich kümmern, da kann ich-selber und ganz alleine-was bewirken.

@Ebayfan: es ist wohl immer das Unerreichbare, das wir uns am Schmerzlichsten wünschen.
Ist denke ich auch sehr wichtig, sich ab und an mal klarzumachen, daß, wenn mans dann doch endlich erreicht hat,
doch irgendwann wieder der (emotionale) Alltag einkehrt.

Ebayfan
22.10.2014, 12:11
Den Gedanken verstehe ich gut. Aber dann sage ich mir, irgendwann geht sowieso diese Welt unter und gar nichts bleibt. Nur ein paar Moleküle.

Oder schaffen es die Nachfahren der Menschheit bis dahin, neue Welten zu erschließen? Irgendwo im Weltall? Und ist es dann nicht irgendwie unser aller Erbe, egal, ob wir als Individuum ein Kind hatten? Soll man so kleingeistig alles nur auf sich beziehen oder zählt die Menschheit als Ganzes?

Deshalb bin ich zu dem Schluss gekommen, dass jeder ruhig das machen soll, was ihn glücklich macht. Ohne auf das Große Ganze zu achten. Denn das wird seinen Weg finden. So oder so.

Ich habe auch einen früheren Klassenkameraden mit einem tollen Kind und einem Versager. Manchmal meint er, er hätte besser nach dem ersten Kind aufgehört. Man weiß nie, was man kriegt, das ist wie bei den Bonbons bei Harry Potter. Im Verein habe ich soviele Kinder und Jugendliche kennen gelernt. Auch Kinder, deren Eltern die Welt nicht mehr verstanden, aber auch echte Prachtexemplare. Da schaut man sich die Kinder und ihre Mütter an und wundert sich. Es ist wie eine Lotterie. Manche sind soooo süß, andere hochbegabt und manche könnte man den ganzen Tag an die Wand klatschen. Mein Kind wäre sicher eins von denen. Bei meinem Glück!

Gemme
22.10.2014, 12:12
P.s.: Sascha, da hat sich was über schnitten sich meinte nicht Deine Familiengeschichte, sondern wirklich die Familien, bei denen alles paßt.

Das mit Deinem Bruder tut mit leid. Einen suchtkranken Angehörigen zu haben, gehört zu den größten seelischen Herausforderungen, finde ich.

sascha99
22.10.2014, 12:54
P.s.: Sascha, da hat sich was über schnitten sich meinte nicht Deine Familiengeschichte, sondern wirklich die Familien, bei denen alles paßt.
Das hatte ich verstanden.:zwinker: Aber in dem von mir beschriebenen Fall der Familie, wo alles passte, da denke ich auch, dass die vorher schon glücklich waren. Und es wohl auch ohne Kinder wären. Eben weil sie sich nicht nur über die Familie definieren. Die haben interessante sie ausfüllende Jobs, einen großen Freundeskreis, interessante Hobbys ... und eine glückliche Zweierbeziehung.

Das mit Deinem Bruder tut mit leid. Einen suchtkranken Angehörigen zu haben, gehört zu den größten seelischen Herausforderungen, finde ich.
Ja, das stimmt. Wobei ich inzwischen nicht mehr so sehr darunter leide. Ich bin ja auch deshalb bewusst aus meiner Heimatstadt weggezogen. Ich hatte keine Lust mehr, auf sämtlichen Festen und in sämtlichen Kneipen, meinem Bruder über den Weg zu laufen. Der sich fast immer völlig daneben benahm.

Man weiß nie, was man kriegt, das ist wie bei den Bonbons bei Harry Potter. Im Verein habe ich soviele Kinder und Jugendliche kennen gelernt. Auch Kinder, deren Eltern die Welt nicht mehr verstanden, aber auch echte Prachtexemplare. Da schaut man sich die Kinder und ihre Mütter an und wundert sich. Es ist wie eine Lotterie. Manche sind soooo süß, andere hochbegabt und manche könnte man den ganzen Tag an die Wand klatschen. Mein Kind wäre sicher eins von denen. Bei meinem Glück!
Naja, ich bin ja auch immer noch der Meinung, dass vieles AUCH von der Erziehung abhängt. Nun haben meine Eltern meinen Bruder und mich sicher gleich erzogen. Das jedoch kann m.E. nach völlig kontraproduktiv sein bei Kindern mit völlig unterschiedlichen Bedürfnissen. Während man für mich sicher nicht genug hätte machen können (:freches grinsen:) und ich dafür auch dankbar war und das immer zu schätzen wusste, hat es meinem Bruder alles andere als gut getan, dass alles für ihn möglich war. Mein Bruder wurde sukzessive mehr verwöhnt, je mehr, je weniger er leistete und gut machte.:knatsch: Ich habe - als ältere Schwester - relativ früh gesehen, "wohin die Reise geht" mit ihm und meinen Eltern endlose Vorträge gehalten. Ich war bei sämtlichen Drogenberatungsstellen, bei Pro Familia. Bringt ja aber alles nichts, wenn die Eltern sich an nichts halten...Was ich sagen will: Man kann schon auch mit Erziehung viel machen. Andererseits ist sicher vieles auch irgendwo angeboren. Mein Bruder war schon als Kleinkind sehr sehr schwierig.

Felicitas80
22.10.2014, 13:26
Die haben interessante sie ausfüllende Jobs, einen großen Freundeskreis, interessante Hobbys ... und eine glückliche Zweierbeziehung.

Ich habe nochmal drüber nachgedacht und bei mir ist es so, dass ich solchen Paaren auch von ganzem Herzen das i-Tüpfelchen "Kind" gönnen kann. Es passt in dieses Leben.
Wohingegen ich bei anderen, denen es eben nicht gut geht das Gefühl habe, ein Kind bringt der Familie mehr Stress als Freude und - noch wichtiger - dem Kind ginge es woanders besser, z.B. bei uns.
(ob dieser Gedanke ausreicht um eine Adoption in Angriff zu nehmen, sei mal dahin gestellt, aktuell habe ich die Hoffnung eines eigenen Kindes mit meinem Mann noch nicht ganz aufgegeben)

Feeodora
22.10.2014, 14:36
Uff soviele Posts, spannend und wirklich interessant wie unterschiedlich teilweise doch die Ansätze sind.

Ich für mich kann ja noch nicht von einer abgeschlossenen Kinderwunschzeit sprechen, da ja noch mittendrin. Ich kann nur sagen, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit heiler Seele durch diese Zeit gehe, wie das mal nach Abschluss, mit welchem Ergbnis auch immer, aussieht kann ich nur erahnen. Ein paar Frauen haben hier ja geschrieben wie es bei ihnen war, "hängengeblieben" ist bei mir auf jedenfall Beweme, sicher kein einfacher Weg:blume:. Allerdings bin ich auch überzeugt, das in irgendeiner Form diese Zeit sicher in gewisser Weise "heilsam" ist.

Ich war am Anfang naiv und voller Vorfreude, hätte niemals damit gerechnet, dass der Weg länger und steiniger als gedacht wird. Sicher ein großer Unterschied bei der Verarbeitung und beim Rückblick auf diesen Weg. Jeder tickt da auch anders. Mir wird auf diesem Weg sehr schmerzhaft bewusst was mir fehlt, dass ich mein Leben zur Zeit nicht geniesse, ja das ich zur Zeit wenig achtsam mir selbst gegenüber bin. Eine Frau die Glück hatte und vielleicht nur 1-2 Versuche brauchte und dann ihr Baby in den Armen hält, wird es wohl anders empfinden als eine Frau die 5-6 Versuche braucht und vielleicht dann kinderlos bleibt.

Für mich beginnt jetzt schon eine Form des Loslassens, nämlich vom Kinderwunsch, das heißt nicht, dass wir jetzt aufhören mit den Behandlungen, aber ich schaue nach Alternativen, den berühmten Plan B, es ist sehr schmerzhaft, aber so ist es nun mal in der Heilung, Wunden heilen oft nur langsam, und manchmal nie.

Übrigens ist in der aktuellen Brigitte ein Dossier über gewollte Kinderlosigkeit, interessant, ich hab noch nicht alles gelesen, muss aber auch sagen, dass ich diese Frauen doch meist nicht verstehe. Bewusst auf Kinder zu verzichten, ich lese da irgendwie vorgeschobene Gründe. Eben den Zeitpunkt verpasst zu haben, und doch auch eine Art Schmerz. Von daher finde ich auch die Sichtweisen der gewollt Kinderlosen wirklich interssant, es macht mir deutlich warum ich so an dem Kinderwunsch festhalte. An dieser Stelle auch noch mal Danke an Ebayfan für die Gedanken, mir hilft das tatsächlich sehr.

sascha99
22.10.2014, 14:56
Übrigens ist in der aktuellen Brigitte ein Dossier über gewollte Kinderlosigkeit, interessant, ich hab noch nicht alles gelesen, muss aber auch sagen, dass ich diese Frauen doch meist nicht verstehe. Bewusst auf Kinder zu verzichten, ich lese da irgendwie vorgeschobene Gründe. Eben den Zeitpunkt verpasst zu haben, und doch auch eine Art Schmerz.
Bin ich, wenn ich den Zeitpunkt verpasst habe, gewollt kinderlos? Eigentlich doch eher nicht. Wäre für mich eine Form der ungewollten Kinderlosigkeit ("Ich wollte eigentlich Kinder, aber ich habe den Zeitpunkt verpasst.") Aber ich glaube schon, dass es Frauen gibt, die wirklich keine Kinder wollen. Und ich bewerte das auch nicht. Man sollte im Jahr 2014 in diesem Land als Frau machen dürfen, was man will und dafür nicht von der Gesellschaft kritisiert werden. Wer also fünf Kinder kriegen will, bitte. Wer keins will, auch o.k. Aber weißt Du, ich denke AUCH, dass diejenigen Frauen, die eigentlich doch Kinder wollten, wo es sich aber leider nicht ergab (aus den unterschiedlichsten Gründen) natürlich dann versuchen, sich bestmöglich mit der Kinderlosigkeit auszusöhnen. Was bringt's Dir auch, wenn Du mit Mitte 40 kinderlos geblieben bist und dann jahrelang nur zeterst und lamentierst, warum Du nicht doch lieber dieses und jenes gemacht hättest und dann vielleicht doch Kinder gekriegt hättest, wenn..? Gar nüscht. Pragmatischer ist es da schon, so schnell wie eben möglich, sich auszusöhnen mit der Kinderlosigkeit und bewusst die Vorteile zu sehen. Weil ändern kannst Du's ja ohnehin nicht. Aber klar, natürlich ist es auch dann noch schwer. Und ich glaube auch, es wird Einen immer etwas "anteasern", wenn Du Familien siehst. Vielleicht ist es aber eben dann auch gut, sich vor Augen zu halten, dass bei "denen" auch nicht alles Gold ist, was glänzt.


Wohingegen ich bei anderen, denen es eben nicht gut geht das Gefühl habe, ein Kind bringt der Familie mehr Stress als Freude und - noch wichtiger - dem Kind ginge es woanders besser, z.B. bei uns.
Ja das Gefühl, bzw. die hochkeimende Wut in mir kenne ich hingegen auch total gut. Wenn ich z.B. eine völlig überforderte und genervte Mutter sehe, die ihr Kind anschreit und auch dessen Weinen beharrlich ignoriert. Da möchte ich oft hingehen, die Frau schütteln und sie anschreien: "Sind Sie doch glücklich, dass Sie ein Kind haben, was fällt Ihnen ein, so mit dem Kind umzugehen?" Da bin ich mir oft sicher, diese Frauen wären bestimmt in anderen Rollen besser gewesen als in denen als Mutter. Und in den Familien ist es ja auch oft eine Wechselwirkung: Das Kind ist so genervt, weil es die Genervtheit der Mutter spürt, usw.
Und da sind wir wieder an dem Punkt: Die Welt ist ungerecht.:zwinker:

Feeodora
22.10.2014, 15:06
Bin ich, wenn ich den Zeitpunkt verpasst habe, gewollt kinderlos? Eigentlich doch eher nicht. Wäre für mich eine Form der ungewollten Kinderlosigkeit ("Ich wollte eigentlich Kinder, aber ich habe den Zeitpunkt verpasst.") Aber ich glaube schon, dass es Frauen gibt, die wirklich keine Kinder wollen. Und ich bewerte das auch nicht.Eben deshalb bin ich mir oft nicht sicher ob diese Frauen wirklich keine Kinder wollten. Das meine ich mit vorgeschobenen Gründen, wie gesagt ich bin noch nicht ganz durch, bin aber schon sehr fasziniert, dass es das auch gibt. Frauen die keine Kinder wollen, im engen Umfeld kenn ich nämlich keine. Klar kenn ich Frauen die keine Kinder haben, aber die sind kinderlos weil sie keinen passenden Partner haben.

Bewerten tu ich das auch überhaupt nicht. Manchmal denk ich halt für mich, es wäre so viel einfacher keinen Kinderwunsch zu haben:niedergeschmettert:. Es soll natürlich jede Frau so handhaben wie sie das möchte, dass auf beide Seiten oft mit dem Finger gezeigt wird ist ja ein gesellschaftlicher Problem, leider.

sascha99
22.10.2014, 15:26
, dass auf beide Seiten oft mit dem Finger gezeigt wird ist ja ein gesellschaftlicher Problem, leider.
Ja, das denke ich auch. Wie gesagt, mich hat es auch belastet jahrelang, dass meine eine Freundin, alleinerziehend, ständig das Programm "Kinder sind ja soooooo toll" runterspielte. Wie sie damit Frauen wirklich treffen kann, die ungewollt noch kinderlos sind, war ihr wohl auch manchmal nicht klar.

Meagan
22.10.2014, 15:34
Ich stolpere die ganze Zeit über diese Überschrift und habe mich jetzt mal ein wenig eingelesen. Wichtig wären sicher Beiträge von Frauen, die mit heiler Seele da raus gekommen sind. Es ist sicher sehr schwer immer wieder zu hoffen und zu bangen - und dann: man hat seine Mens. :niedergeschmettert: Das heißt, man ist praktisch jeden Monat auf's neue niedergeschmettert und evtl. über Jahre hinweg. Das stelle ich mir wirklich schlimm vor und es tut mir sehr leid für Euch .

Dann kommen noch Berichte in im TV über Babie's die in der Mülltonne oder im Park entsorgt werden. Ich denke da immer, Mensch - wie gerne hätte jemand das Baby adoptiert. :niedergeschmettert: Ich weiß wie schwer es ist ein Kind zu adoptieren - ja sogar Pflegekinder sind schwer zu bekommen.

Gebt nicht auf !! Irgendwann macht's bumm und ihr seid schwanger !! :blume:

Inaktiver User
22.10.2014, 15:37
Oh, was wäre ich heute froh - also relativ gesehen -, wenn ich diesen Wunsch nicht mehr hätte. Oder das Loslassen schon geschafft hätte und die folgenden Schritte so nehmen könnte, wie sie sind. Entweder klappt es oder nicht. Das Leben geht in jedem Fall weiter. Aber das funktioniert bislang leider nicht. Verdrängen ist auch schwierig, wenn du weißt, bald ist wieder Ultraschall, wovon abhängt, wann es weitergeht bzw. ob da nicht eine fiese Zyste sich breit gemacht hat. Und wenn wir es wieder mit IUI versuchen, werde ich (zur Sicherheit, auch wenn es vielleicht übertrieben ist) wieder auf Wein und meinen geliebten Rohmilchkäse verzichten. Und wieder furchtbar Lust auf Zwiebelmettwurst haben. Aber da muss ich durch, wenn ich mir nichts vorwerfen will (darin bin ich gut). Vielleicht schaffe ich ja diesmal eine entspannte Haltung, aber wenn dann wieder ein "negativ" erscheint, ist es sicher vorbei.

Felicitas80
22.10.2014, 16:22
Und da sind wir wieder an dem Punkt: Die Welt ist ungerecht.:zwinker:

:schild genau:

@sunsetsunrise / Feeodora: :in den arm nehmen:

Gemme
22.10.2014, 16:45
Hallo miteinander,

Feodora,

Mir wird auf diesem Weg sehr schmerzhaft bewusst was mir fehlt, dass ich mein Leben zur Zeit nicht geniesse, ja das ich zur Zeit wenig achtsam mir selbst gegenüber bin
Bitte, bitte sei wieder gut mit Dir selber.
Du kannst nicht alles ändern, aber DAS schon.

Und Du hast, nach allem, was schon hinter Dir und noch vor Dir liegt, Deinen allergrößten Repekt verdient! :blume:

von Sunsetsunrise

Verdrängen ist auch schwierig, wenn du weißt, bald ist wieder Ultraschall, wovon abhängt, wann es weitergeht bzw. ob da nicht eine fiese Zyste sich breit gemacht hat. Und wenn wir es wieder mit IUI versuchen, werde ich (zur Sicherheit, auch wenn es vielleicht übertrieben ist) wieder auf Wein und meinen geliebten Rohmilchkäse verzichten.
Ich verstehe das, man hat zum Einen Angst, daß man sich sonst hinterher selber fertig macht (da hätten wirs mal wieder :grmpf:, warum machen wir uns so gerne fertig ?), und zum Anderen will man ja wenigstens ein bißchen Einfluß nehmen können.

Ladies,
ich glaube, was wir brauchen, ist etwas, das wir bewirken können.
Was, das ganz in unseren Händen liegt.
Das kann Gardinenhäkeln sein oder ne neue Sportart oder ein Computerspiel, hauptsache, man kann sich auf die Art mal wieder ein Erfolgserlebnis verschaffen.

Ich meine, wenn man tut und macht und es scheint nichts "Meßbares" dabei rumzukommen,
ist es doch logisch, daß man frustriert ist. Ganz natürlich, finde ich.

von Sascha

Ja, das denke ich auch. Wie gesagt, mich hat es auch belastet jahrelang, dass meine eine Freundin, alleinerziehend, ständig das Programm "Kinder sind ja soooooo toll" runterspielte. Wie sie damit Frauen wirklich treffen kann, die ungewollt noch kinderlos sind, war ihr wohl auch manchmal nicht klar.
Ich hab da ja an sich Glück mit meinem Umfeld.

Aber einmal hatte ich ein richtig fieses Erlebnis, als ich mit ein paar Damen und einer an sich guten Freundin unterwegs war (die von meinem Kinderwunsch weiß, aber an dem Abend mies gelaunt und zickig war) und mir eine der Mädels ein Handyfoto von ihrer Katze gezeigt hat.

Ich war gleich hin und weg und wollte das Handy meiner Freundin weiter reichen, aber die schnappte nur, nee danke, für sie wären Katzen nur Haustiere und kein Ersatzkind.

Treffer und versenkt.

Und sie hatte es gar nicht als Anspielung gemeint, sie war einfach nur schnappig - aber trotzdem.
Danach saß ich zuhause und hab "die war ja sooo gemein" gestammelt.

Mailine
22.10.2014, 17:23
Ja, manchmal verrennt man sich in ein Thema und Jahre später versteht man sich selbst nicht mehr so ganz.

Auf der anderen Seite wundere ich mich dann über meinen Freund, der sich bei so gar nichts so richtig festbeißen mag. Bei anderen Leuten beobachte ich das auch. Alles bleibt oberflächlich, leidenschaftslos und führt bestenfalls zu mittelmäßigen Ergebnissen. Dafür erleben diese Leute selten richtigen Frust. Das ist ja auch ein Vorteil.

Wir sind halt alle verschieden.

Das beobachte ich öfter. Es gibt Leute, die können sich stundenlang über ihr Smartphone austauschen und bringen keinen Satz drüber hinaus. Ist für mich eine Frage der Tiefgründigkeit. Wenn man wenig macht und entscheidet, kann man auch wenig Fehler machen bzw. sich das dann sagen. :smirksmile:
Wenig Frust erleben ist schon ein Vorteil. ;-) Man schützt sich selbst, plätschert aber vor sich hin.
Persönlich geh ich lieber in die Tiefe, auch wenn man sich dadurch Schrammen oder Beinbrüche holt. Egal. Nur nicht zu seicht soll es sein.
Wie Du sagst, alle sind verschieden.

Ebayfan, Du wirst mir immer sympathischer. :zwinker: Ich muss schon sagen, Dein Blick auf das eigentliche Thema hier gefällt mir. Da kommen nochmal neue Aspekte und Anregungen, über die man nachdenken kann. :blume:

lou79
22.10.2014, 18:48
von lou 79

Ganz, ganz, ganz lieben Dank!
Für mich war das sehr wichtig, an diesen Punkt zu kommen.

Ich hätte übrigens nie gedacht, daß ich in meinem Inneren mal so Gedanken finden würde wie "ich bin weniger wert, weniger Frau"....etc.
Aber so eine kleine dunkle Ecke gibts/gabs da zu meiner Überaschung schon.

Ich meine, es ist wohl eine schwierige Sache, sich selbst wirklich ganz und gar anzunehmen und andererseits das eigene Leben als unvollständig zu empfinden, oder? Da beißt sich für mein Gefühl die Katz in den Schwanz.

Es ist bestimmt nicht leicht. Ganz bestimmt nicht. Ich denke, die Selbstakzeptanz ist eine unserer größten Lebensaufgaben. Auch, immer wieder und wieder zu sich selbst zu finden. Aber, egal was Du "machst, produzierst, kannst" etc. Du BIST absolut und bedingungslos liebenswürdig und wundervoll. Du musst dafür nichts "tun" :blume: Häufig nagt an uns ja, was wir nicht "können". Ich denke das oft bei meinen Kindern. Ich will sie nicht ständig für etwas loben was sie so toll können sondern sie anerkennen und lieben für das was sie sind.

Bist Du denn im Gedanken im Modus "ich werde Mama" oder "ich werde eher keine Mama sein"? Welche Haltung herrscht da vor? Zweifelst Du sehr stark?
Mir kommt da gerade eine Bekannte in den Sinn. Eine Kinderärztin, die es 10 Jahre versucht hat, selbst schwanger zu werden. Sie hatte immer die Überzeugung "Ich werde Mutter". Ohne jeden Zweifel. Ihr ganzes Wesen hat diese Sicherheit ausgestrahlt und sie sagte, sie sei da so zielstrebig wie ein Bock den Berg hoch gestiefelt. Ach wenn ihre Kollegen sagten, mit dem Körper wird das nix. Nicht in diesem Leben. Innerhalb von 2 Jahren hat sie 3 Töchter bekommen. Per Leihmutter und Adoptionen. Mir geht es jetzt überhaupt nicht darum ob das eine Option ist oder nicht und ich will darüber auch keine Diskussion entfachen. Aber ich fand diese sichere Haltung immer bemerkenswert. Wenn nicht so, dann eben so. Aber ich werde Mutter. Sehr coole Frau :smile:

lou79
22.10.2014, 18:53
So ähnlich war es übrigens bei der Cousine meines Mannes. Fast 10 Jäher probiert. Dann Zwillinge aus Haiti adoptieren dürfen. Beim Abholen sind alle dann noch fast dabei drauf gegangen. Das schwere Erdbeben damals. Und genau dort ist sie dann schwanger geworden. Genau 38 Wochen später kam das eigene Kind auf die Welt. Sie wollte immer drei Kinder :smile:

lou79
22.10.2014, 19:22
Meine Nachbarn sind eine Rama-Familie. Im Sommer, wenn ich auf der Terrasse sitze, kriege ich (leider) hautnah mit, was dort abgeht. Auch den genervten Unterton, wenn Papa von Töchterchens Eskapaden so langsam die Nase voll hat. Ich kriege mit, was los ist, wenn es Zank gibt, was kaputt geht, wenn Besuch mit Kleinkindern kommt, wenn sie am Rad drehen wegen der Grillparty. Das Mama-Taxi, aber auch die Tennisbälle in der Einfahrt und vor mein Fenster, weil es wohl für den Tennisclub nicht reicht. Tischtennis mit Mama, aber nach 10 Minuten Unlust. Das Trampolin flog im Sturm durch die Gegend. Will ich so ein Leben? Bloß nicht!

Ich glaube, die sind jünger als ich, aber das sieht man nicht. Immer nur Kinder, Familie und Arbeit.

Bald kommt der Junge in die Pubertät. Ich kann mich noch auf einiges gefasst machen.

Mit den Töchtern meines Freundes ist es nicht besser. Wie gut, dass es nicht meine sind! Gehen mir alle auf die Nerven, setze ich mich ins Auto und suche mir ein ruhiges Plätzchen.

:lachen: Da sprichst Du etwas sehr wichtiges an: NIEMAND kann sich vorher vorstellen, was Kinder haben WIRKLICH bedeutet. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.

Ich habe erst vor einiger Zeit begriffen, was meine Kinder für mich und mein Leben, meine Entwicklung, meinen Lebenssinn WIRKLICH bedeuten und ausmachen. Ohne sie hätte ich das somit auch nie erfahren. Oder das Leben hätte mir wohl andere "Steine" (sorry, kids) in den Weg gelegt um was draus zu lernen und daran zu wachsen. Das ist zumindest mein fester Glaube. Und ob es gut gelingt, Eltern zu sein und damit auch glücklich zu leben, liegt ganz alleine an uns, unseren Einstellungen, Haltungen und Glaubenssätzen zusammen. (Und nicht, ob man ein "tolles oder wenige tolles Kind" erwischt) Die sich dann auch gerne mal um 180g Grad drehen, wenn so ein Zwerg erstmal auf der Welt ist :ooooh: Da wird man mal ganz schnell von Ms. "Geht schon alles" zu Mrs. "Ein alter Sch*** geht! Gib mir Alkohol damit ich das aushalten kann!" :freches grinsen: Spaß. na ja, so halb. Zum Glück weiß man vorher ja nicht was auf einen zukommt :zwinker: Mit den eigenen Kindern rollt man ja auch gleichzeitig nochmal seine eigene Kindheit und somit das Thema "eigener Selbstwert" auf. Die Rama-Familie existiert ja tatsächlichen den wenigsten Fällen und wo immer mehr als ein Mensch im Raum ist, gibt's in absehbarer Zeit Konflikte. Besonders wenn es kleine Menschen sind :freches grinsen: Und das muss man auch erst mal können. Damit gut zu leben. Ich kenne viele Mütter und Väter, die sich mit den Händen überm Kopf fragen "Wir hatten sooo ein schönes Leben...was haben wir bloß getan :unterwerf:" :lachen:... Mr. und Mrs. Lou zum Beispiel...:pfeifend: ... Sorry, wenn ich jetzt etwas wirr schreibe. Muss mal die Jungs ins Bett bringen :lachen:

madamexx
22.10.2014, 19:45
Hallo,
vielen Dank Euch allen für den schönen Strang. Es ging jetzt so schnell, dass ich gar nicht hinterherkam, aber einige Posts beschäftigen mich sehr, daher wollte ich mich auch zu Wort melden.

Zum Thema "Gene weitergeben": ich habe, bevor es deutlich wurde, wie schwierig es für uns werden würde, gemeinsam Kinder zu bekommen, gedacht, dass es mir leicht fallen würde, ein biologisch nicht eigenes Kind zu bekommen. Tatsächlich kann ich mir das immer noch vorstellen, aber mir ist klar, dass es vorher einen Prozess der Trauer und der intensiven Auseinandersetzung damit geben muss. Mir ist eigentlich die Idee von Genen suspekt, ich bin theoretisch immer davon ausgegangen, dass die Prägung das wichtigste ist. Die Idee, einem Kind in Not Liebe und ein Zuhause zu geben finde ich trotzdem immer noch wunderschön. Und ich glaube auch nicht, dass es bei mir so stark darum geht, biologisch etwas von mir weiterleben zu lassen. Es hat eher mit der Idee der Verschmelzung zu tun: ein Lebewesen zu lieben und wachsen zu lassen, das aus meinem Mann und aus mir entsteht. Daher finde ich im Moment die Idee von Samenspende auch schwierig. Zum Thema Adoption mache ich mir viele Gedanken, aber das sprengt vielleicht den Rahmen. (Ich kenne einfach so viele Fälle, wo die Adoption sehr schwierig war, wo Eltern und Kind sich sehr verschieden fühlen, wo Alkohol während der Schwangerschaft zu Behinderungen geführt hat, wo die Kinder immer ein Loch fühlen...) Festhalten möchte ich auf jeden Fall, dass sich tatsächlich die Gefühle bei mir gegenüber Adoption, Samenspende u.a. stark verändert haben, seit wir uns mit dem Gedanken beschäftigen müssen, selbst keine Kinder bekommen zu können. Es ist schön, wenn es möglich ist, aber es ändert nichts daran, dass man gemeinsam kein Kind bekommen kann.

Zum Thema "heil durch die Kinderwunschzeit": bei mir hat sich der Schalter irgendwie umgelegt. Die ersten 8 Monate, in denen wir versucht haben, schwanger zu werden, waren unheimlich geprägt vom Kinderwunsch. Ständig hatte ich irgendwelche Anzeichen. Erst Ovutests, wann denn der Eisprung endlich kommt, dann Schwangerschaftstests, Anzeichen lesen ect. pp. - beruflich hätte ich mich am liebsten sofort in die Elternzeit verabschiedet, ständig habe ich geplant (wo kommt das Kinderzimmer hin; da können wir nicht dies und jenes nicht machen, denn da bin ich ja bestimmt schon schwanger). Dann, auf dem Weg zur ICSI, über mehrere Monate die immer negativeren Diagnosen. Einerseits hat es mich entspannt, nicht mehr ständig auf den eigenen Zyklus und Körper fixiert zu sein, andrerseits kamen nun Ängste dazu, dass es vielleicht nicht klappen könnte. Einige Schockmomente, wo man nach einer schlechten Nachricht richtig betäubt war. Und nach der ersten ICSI, die erfolglos war und auch die Prognosen nochmal verschlechtert hat, kam dann zum ersten mal auch Trauer. Ich habe zum Glück - hoffentlich bleibt das so - immer noch Freude am Kontakt zu Kindern + kann mich mit schwangernden Paaren freuen, habe aber bei einem Kindergeburtstag völlig unkontrolliert in großem Kreis eine Heulattacke bekommen. Aber ich habe begonnen, mich auf die Momente zu konzentrieren, in der ich Kraft und Stärke gefühlt habe, auch mit diesen Tiefschlägen umgehen zu können...

Im Laufe der zweiten, erfolglosen ICSI habe ich gemerkt, wie belastet mein Mann ist. Und mir ist bewusst geworden, dass es wichtiger ist, dass es uns beiden gut geht, als das wir eigene Kinder bekommen. Die Hoffnung darauf habe ich noch nicht aufgegeben und ich weiss, dass das eine extreme Herausforderung für uns beide wäre, mit viel Schmerz, Frust und Trauer. Aber wir haben es eben nicht in der Hand. Und ich kann tatsächlich ein bisschen Genugtuung daran finden, auch an dieser Aufgabe zu wachsen. Einen Weg zu finden - sei es Samenspende, Adoption, Pflegekind... oder ein aufregendes, wildes Leben mit langen Auslandsaufenthalten und einem intensiven Arbeitsleben. Lustigerweise war das ein bisschen ein Rollentausch - meinen Kinderwunsch gibt es schon so lange, daher stand meine Trauer zunächst im Mittelpunkt. Seit es meinem Mann schlecht geht, versuche ich, mehr loszulassen. Und ich fühle mich im Moment weniger fixiert auf den Kinderwunsch. Ich rechne nicht mehr damit, jeden Moment schwanger zu werden, genieße berufliche Herausforderungen und plane für die Zukunft. Natürlich denke ich noch viel daran, mir kommen auch schnell die Tränen, wenn es um das Thema geht. Außerdem lese ich täglich im Forum. Aber es gibt sogar Momente, wo ich es ganz vergesse, weil ich mich inhaltlich mit etwas Inspirierendem beschäftige.

Und zu dem "entspannen, dann klappt es auch mit der Schwangerschaft": hier wurde die Diskussion ja vielschichtig geführt und ich habe schon verstanden, wie die Empfehlung gemeint ist. Tatsächlich geht es mir zur Zeit besser und mein Mann ist in einem "Unentspanntheits-Kreislauf", was auch wirklich sehr blockierend und frustrierend ist. Und sich ja vielleicht sogar auf das Spermiogramm auswirkt. Aber tatsächlich höre ich den Satz auch sehr, sehr oft - sonst kann ich sagen, dass ich ein sehr einfühlsames Umfeld habe und mir da überhaupt keine blöden Sprüche anhören muss. Und auch bei der Empfehlung werde ich nicht sauer oder so, aber mir leuchtet das einfach wirklich überhaupt nicht ein. Kinder werden auch in Hungerzeiten und Kriegen geboren. Frauen werden betrunken bei einem One-Night-Stand schwanger in Zeiten, in denen nichts stimmt in ihrem Leben. Menschen ohne Jobs oder in extrem herausfordernden Karrierejobs bekommen Kinder. Und andrerseits gibt es eben in vielen Fällen - so auch in unserem - medizinische Indikationen. Und die haben in den wenigsten Fällen etwas mit Entspannung oder Angespanntheit zu tun. Ich bin ja durchaus für einen ganzheitlichen Ansatz, aber ich würde ja auch eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Blinddarmentzündung nicht mit Entspannung heilen. Und das es so viele Erzählungen gibt, in denen ein Paar sich gerade vom Kinderwunsch verabschiedet hat (oder gerade adoptiert hat) und plötzlich wurde sie schwanger, das hat meiner Meinung nach viel damit zu tun, dass bei medizinischen Komplikationen (z.B. bei langsamen Spermien, wenn viele deformiert sind oder wenn die Frau selten Eisprünge hat) die Chancen einfach schlechter stehen, dass es also mehr Versuche braucht, bis es einmal klappt... und da ist die Wahrscheinlichkeit nach 10 Jahren eben höher als nach 2. Und bei so langen Verläufen gibt es eben Phasen, in denen man entspannter ist oder angespannter. Und mal klappt es, mal nicht - vermutlich erzählt man es nur dazu, wenn es eben so war, dass man gerade entspannt war und losgelassen hatte...

Nun ja, ich freue mich auf jeden Fall auf weiteren Austausch zum Thema. Könnte gerade noch viel mehr schreiben, aber es ist ja schon ein halber Roman geworden...

Madame

Glueck2014
22.10.2014, 20:37
Ich finde Ebayfan auch erfrischend! Zumal ich wirklich neidisch auf Ihre Einstellung bzgl. Kinderwunsch bin :freches grinsen:

Ernsthaft, können nicht DIE, DIE NICHT WOLLEN-auch KEINE BEKOMMEN, die anderen dafür aber schon?

Meine Freundin kann meinen Kinderwunsch auch nicht nachvollziehen. Sie mag Kinder gar nicht, findet sie mal zwischendurch ganz süß, so für eine Stunde und dann ist auch wieder gut. Sie ist ansonsten wirklich eine gute Seele, aber mit Kindern kann sie rein gar nicht. Ich finde ihre Art dann zwischendurch auch irgendwo gut für mich ;-) bringt mich dann immer runter und ich muß lachen. :freches grinsen:

Gemme, Du hattest mal gefragt was man gegen den Frust machen kann:

Also,

schaue einfach hier mal im Forum nicht unbedingt in die Bärchen, Mäuschen 2014/15/26 Strangs, sondern schaue auch mal in die wo eigentlich eher über Kids gemeckert wird. Hilft mir manchmal, weil ich mir dann denke "mei, hast es doch schön".

Denke daran, jederzeit das machen zu können, was DU willst, so ganz spontan ohne vorher groß etwas organisieren zu müssen. Du kannst SOFORT und JETZT entscheiden. Buche die Fernreise (inkl. guter Versicherung) tu genau das, was mit Kind schwierig ist.

DU kannst Dich mit Deinem Mann/Freund spontan sinnlos betrinken und übereinander herfallen :freches grinsen: ohne schlechtes Gewissen zu haben. Du darfst auch unvernünftig sein, die Kontrolle verlieren, da DU nur für Dich allein Verantwortung trägst.

DU darfst ausschlafen, musst auf niemanden Rücksicht nehmen, im Bett frühstücken, danach beschließen für einen Kurztripp schnell die Sachen ins Auto zu laden-UND TSCHÜSS!

Kauf Dir Schuhe ohne Ende und verbuche das mit Kinderarztrechnungen etc...tu Dir was Gutes. Ein Kind kostet auch Geld, also egal...Glückshormone ankurbeln.

Ein tolles Buch, entspannt auf dem Sofa liegen und schlafen und relaxen. Beauty Abende und spontane Kinobesuche...:freches grinsen:


etc. etc. etc...

(natürlich wird das sofort wieder gleichgesetzt mit "Schön-Reden") aber na und oder? Irgendwo muss man ja klar kommen. Und den Müttern, die super verstrahlt durch die Gegend laufen, und mir suggerieren wollen, das sie NUR mit Kind ihre Vollendung gefunden haben, denen glaube ich zum Glück auch nicht mehr jedes Wort ;-)

lou79
22.10.2014, 20:39
So, weiter geht's. Was ich auf jeden Fall noch schreiben wollte, zum Thema Wie da heil durch kommen, war die Frage:
"Was/welche Gefühle erwarte, erhoffe ich mir von einem Leben mit Kind bzw. als Mutter/Vater" und wo/wie kann ich mir diese erzeugen solange (noch) kein Kind da ist?

Glueck2014
22.10.2014, 20:44
So, weiter geht's. Was ich auf jeden Fall noch schreiben wollte, zum Thema Wie da heil durch kommen, war die Frage:
"Was/welche Gefühle erwarte, erhoffe ich mir von einem Leben mit Kind bzw. als Mutter/Vater" und wo/wie kann ich mir diese erzeugen solange (noch) kein Kind da ist?

Vielleicht nicht nur in der Vorstellung leben, sondern das Leben Tag für Tag so annehmen wie es kommt! Es bleibt einem ja irgendwo auch nichts anderes übrig. Ich denke es liegt dann an einem selbst, ob er sein Leben lang leiden möchte und im Mangel leben, oder erst Recht die Beine in die Hand nimmt und glücklich wird.

lou79
22.10.2014, 20:48
...Und den Müttern, die super verstrahlt durch die Gegend laufen, und mir suggerieren wollen, das sie NUR mit Kind ihre Vollendung gefunden haben, denen glaube ich zum Glück auch nicht mehr jedes Wort ;-)

:allesok:
Mr. Lou sagt immer "das sind Psychos" :lachen: Wo er recht hat...:zwinker:

Ebayfan
22.10.2014, 21:41
Ich finde Ebayfan auch erfrischend! Zumal ich wirklich neidisch auf Ihre Einstellung bzgl. Kinderwunsch bin :freches grinsen:

Danke!

Schließlich setze ich mich mit dem Thema schon seit meinem 13. Lebensjahr auseinander. Einfach weil meine Mutter und ich in dem Punkt völlig verschiedener Meinung waren.

Sehr aufschlussreich fand ich in dem Zusammenhang Bücher über die Entstehung des Menschen. Woher kommen wir eigentlich? Wie verlief die Entwicklung und wer blieb auf der Strecke. Welchen Sinn hat das? Gibt es überhaupt ein Sinn oder sind wir auch nicht anders als der lästige Schimmel auf den Lebensmitteln? Lebt der Neandertaler in uns weiter oder ist er restlos verschwunden? Welche Rolle spiele ich und meine potentiellen Kinder?

Ich bin ja sowas von unbedeutend! Es ist so egal, es spielt nicht die geringste Rolle für das große Ganze. Ich kann also machen was mir gefällt.


(natürlich wird das sofort wieder gleichgesetzt mit "Schön-Reden") aber na und oder? Irgendwo muss man ja klar kommen. Und den Müttern, die super verstrahlt durch die Gegend laufen, und mir suggerieren wollen, das sie NUR mit Kind ihre Vollendung gefunden haben, denen glaube ich zum Glück auch nicht mehr jedes Wort ;-)

Schön-Reden ist eine ganz tolle Sache. Es ist erstaunlich, was man sich alles schön reden kann. Und es hilft wirklich. Mein berufliches Versagen habe ich mir erfolgreich schön geredet. Das klappt super, kann ich nur empfehlen.

Wer sich über die Nachteile des Kinder habens weiter informieren möchte, guckt euch mal die Stränge des gebrauchten Mannes an. Da geht es um Patchwürg-Kinder. Die sind ja noch vieeel unangenehmer, als die im Erziehungsforum.

Und als Ablenkung kann ich zum Golf spielen raten. Das packt einen viel mehr, als es Reisen oder Wellness schaffen könnten. Wenn man denn anfällig dafür ist. Hat einen der Golf-Virus erwischt, schafft man sogar die Haustiere ab, denn man braucht die Zeit. ^^ Natürlich bringt man sie nicht um, aber man schafft keine mehr an, wenn sie versterben.

Und wenn es dann doch klappt: Golf ist in der Schwangerschaft nicht schädlich und für Kinder sehr preiswert. Außerdem schließen Golf und Sex sich gegenseitig nicht aus, auch wenn es in der Hinsicht Gerüchte gibt. Sie sind unwahr! :-)

Gemme
23.10.2014, 08:50
Guten Morgen Ihr Lieben,

und danke für die vielen tollen Denkanstöße und den einen oder anderen Lacher :freches grinsen:

von Lou 79

Es ist bestimmt nicht leicht. Ganz bestimmt nicht. Ich denke, die Selbstakzeptanz ist eine unserer größten Lebensaufgaben. Auch, immer wieder und wieder zu sich selbst zu finden. Aber, egal was Du "machst, produzierst, kannst" etc. Du BIST absolut und bedingungslos liebenswürdig und wundervoll. Du musst dafür nichts "tun" Häufig nagt an uns ja, was wir nicht "können"

Genau DAS ist es! :blume::blume:

Mir ist es wichtig, zu einer Haltung zu gelangen, die mir erlaubt, zu sagen:
ein Kind wäre toll, aber ohne Kind is´ auch gut.
Die letzten Tage ist es mir wenigstens seit langem mal gelungen, einfach nicht groß an die Zukunft zu denken und morgens mit guter Laune aus dem Haus zu gehen, ohne Grübelkopf!



Bist Du denn im Gedanken im Modus "ich werde Mama" oder "ich werde eher keine Mama sein"? Welche Haltung herrscht da vor? Zweifelst Du sehr stark?

HM. Gute Frage! Im Augenblick: weder noch, ich habe beschlossen, für ein paar Wochen einfach beim Ichsein zu bleiben. Ich glaube, grundsätzlich schwankt das ein bißchen, den Mut, bockstur zu sagen, "ich werde auf jeden Fall Mutter, so oder so", den hatte ich wohl noch nicht.

Huhu Glueck,

Denke daran, jederzeit das machen zu können, was DU willst, so ganz spontan ohne vorher groß etwas organisieren zu müssen. Du kannst SOFORT und JETZT entscheiden. Buche die Fernreise (inkl. guter Versicherung) tu genau das, was mit Kind schwierig ist.
danke Dir auch für Deine Wellnesstipps!
Und recht hast Du.
Gestern abend dachte ich mir, hach, schön, ich kann jetzt nach Hause gehen, die Badewanne besetzen und faulstmöglich mit meinem Schatz auf dem Sofa rumhängen - ist das COOL! ;)

Huhu Madamexx,


Nun ja, ich freue mich auf jeden Fall auf weiteren Austausch zum Thema. Könnte gerade noch viel mehr schreiben, aber es ist ja schon ein halber Roman geworden...
Nur raus damit, schön, daß Du mitschreibst :blume:

von Ebayfan

Schön-Reden ist eine ganz tolle Sache. Es ist erstaunlich, was man sich alles schön reden kann. Und es hilft wirklich. Mein berufliches Versagen habe ich mir erfolgreich schön geredet. Das klappt super, kann ich nur empfehlen.
.......
Und wenn es dann doch klappt: Golf ist in der Schwangerschaft nicht schädlich und für Kinder sehr preiswert. Außerdem schließen Golf und Sex sich gegenseitig nicht aus, auch wenn es in der Hinsicht Gerüchte gibt. Sie sind unwahr! :-)
Genial :freches grinsen: Einfach nur genial :prost:


Ich habe übrigens auch einen neuen Wellnesstipp.

Ich habe mir, als Hörbuch, "Lieben was ist" von Byron Katie gekauft.
In dem Buch wird im Prinzip eine Methode vorgestellt, die eigenen Glaubenssätze zu überprüfen
(z.B. "bei mir wird das nix mehr mit der Schwangerschaft" oder aber auch "ich kann ohne Kind nicht glücklich sein".) und sich mit dem Leben so, wie es gerade ist, anzufreunden.

Ohne Druck, ohne, daß man seinen Geist mit der Erdmutter/dem Universum/undsoweiter verbinden soll,
man muß sich auch kein wie auch immer geartetes Licht vorstellen oder so.

Kann ich wirklich sehr, sehr empfehlen, um aus der Grübelfalle mal auszusteigen, und ich bin sonst jetzt nicht so der Esobuchfan :grmpf:
Mir tut es gerade unheimlich gut.

Camaine
23.10.2014, 10:00
[QUOTE=Gemme;25995752]Hallo Camaine,

Ah gut, dann bin ich da nicht die Einzige :smirksmile:

Wie gehts Euch jetzt damit, seelisch? :blume:[QUOTE]

Guten Morgen,

ich komme gar nicht mehr mit... muss gleich erstmal die vielen Beiträge lesen, aber ich antworte mal auf deine Frage, Gemme. (Sorry dass es so lang geworden ist, eigentlich wollte ich nicht meine Memoieren schreiben, aber jetzt ist es so rausgepurzelt und wenn ich es kürze wird es unverständlich.)


Mittlerweile ganz gut. Prima wäre übertrieben, aber ich habe akzeptiert, dass es für uns die einzige Möglichkeit ist.

Wir haben vor 5 Jahren gedacht, dass wir mal die Familienplanung in Angriff nehmen könnten. Wir wollten aber gerne vorher heiraten (einfach weil wir Lust drauf hatten, wir haben nicht groß über uneheliche Kinder, Steuern, rechtliche Situation etc. nachgedacht). Und schwanger wollte ich auch nicht heiraten, also haben wir bis dahin verhütet. Und dann das Ganze mal locker auf uns zukommen lassen: Schauen wir halt mal wann es klappt. Passiert ist nichts, das war aber auch nicht so schlimm, wir hatten es ja nicht direkt eilig. Dann war mein Mann länger krank (Rücken) und GV mit oder ohne Plan schwierig. Dann war ich länger krank (nicht schlimm, aber lästig), jedenfalls so, dass ich mich nicht gewundert habe, dass da nix passiert – ich hätte es auch gar nicht gebrauchen können in dieser Zeit. Naja. Dann waren wir beide wieder fit, aber passiert ist immer noch nix. Da wurde dann jede Periode zur Belastung, mit dauerndem aufs Klo rennen usw, wie einige hier schon geschrieben haben. Dann bin ich zum FA gegangen. Der riet zu Entspannung, Zyklustage zählen und GVnP. Naaaaaa gut, man denkt ja, man wäre bei einem Fachmann. Kein Erfolg. Periode steigerte sich zur Katastrophe, ich habe meinen Mann dann immer vorgewarnt, damit er rechtzeitig in Deckung gehen kann.
:smirksmile:
Dann bin ich (endlich, ich weiß nicht, warum ich so lange dazu gebraucht habe?) zu einem anderen FA gewechselt. Der hat erstmal Ultraschall gemacht und meine Hormone zu verschiedenen Zyklustagen geprüft. Alles in Ordnung. Dann hat er meinen Mann zum SG geschickt und das fiel wie gesagt unterirdisch aus. Die Ergebnisse kamen übrigens mit der Post – das ganze Fachchinesisch aus dem Labor mit 3 erläuternden Sätzen des Andrologen, die wenig hilfreich waren. WTF? :ooooh:Wie kann man denn so was ohne richtige Erklärung mit der Post schicken? Wir haben ewig gebraucht um alles zu ergooglen, bis dato hatte ich keine Ahnung was WHOa-Spermien sind etc. Dann war uns klar, dass das SG nicht gut aussieht, aber nicht, was genau das bedeutet. Also bin ich mit dem ganzen Gedöns wieder zum FA gelatscht und der hat mir dann etwas zu IVF/ICSI erzählt und Infomaterial in die Hand gedrückt. Also habe ich mich schlau gemacht und dachte mir dann: „Oh, Sch***. Ich soll mich mit Hormonen vollpumpen und zur Legehenne mutieren und dann wollen die mir mit einer langen Spritze durch die Scheidenwand stechen und dann liegen die Erfolgschancen wenn alles gut geht bei 30%? Nee, ich bin doch nicht verrückt!!!“ (Man muss wissen, dass ich Spritzen hasse. Irrational, aber ist so. Ich bin sogar Ersthelferin in der Arbeit, Blut, Kotze, epileptische Anfälle – hab da einen stabilen Magen. Nur wenn mir jemand mit einer Spritze zu nahe kommt....:unterwerf:)
Dazu kommt, dass ich Schwierigkeiten habe, Ärzten zu vertrauen. Ich gerate anscheinend meistens an die dämlichen Vertreter dieses Berufsstandes. Es hat mir zwar noch keiner ernsthaft was getan, aber geholfen auch äußerst selten. Mein best-of ist ein Orthopäde, ich „habe ja Rücken“. Der diagnostizierte, ohne mich näher anzuschauen, dass ich zu wenig Muskeln habe und außerdem mein Gleichgewicht schlecht ist. Zu dieser Zeit habe ich 3x die Woche Ballett getanzt und konnte auf Zehenspitzen auf einem Bein stehen... Und so geht’s mir ständig. :gegen die wand:
Oder jetzt aktuell: Ich habe mich vor 5 Jahren, als der KiWu aufkam gegen Röteln impfen lassen. Leider hat der Hausarzt vergessen mir zu sagen, dass man Röteln eigentlich zwei Mal impfen muss, bzw. nach der ersten Impfung den Titer überprüfen muss. Wußte ich nicht, habe ich also auch nicht gemacht. Jetzt kann es sein, dass ich noch mal nachimpfen muss – und das heißt noch mal 3 zusätzliche Monate warten. Warum gehe ich eigentlich zum Arzt? Sowas muss der mir doch sagen! Jetzt versuche ich seit 5 Jahren schwanger zu werden und bin möglicherweise nicht ausreichend gegen Röteln geschützt. Und ich habe ihm extra gesagt, dass es um KiWu geht!:nudelholz:

Davon abgesehen wusste ich erstmal nicht, ob ich unter diesen kalten, medizinisch-technischen Bedingungen ein Kind bekommen wollte. Ich habe mir die Zeugung doch etwas romantischer vorgestellt.:liebe:

Ich bin erstmal in Schockstarre verfallen und wusste gar nicht was ich tun soll.
Dann wurden aber andere Dinge besser. Zum Beispiel der Sex. Ganz ungeplant, egal wann und wo... :zwinker:
Und die Periode. Wenn man weiß, dass eh nix passiert sein kann ist man auch nicht mehr enttäuscht. Wir haben zwei Kurzreisen unternommen. Uns Zeit als Paar genommen und mal überlegt, wie wichtig uns Kinder sind.
Und so langsam, langsam konnte ich mich mit der ICSI anfreunden. Die medizinische Prozedur scheint nun nicht schön, aber machbar. Von der romantischen Zeugung habe ich mich verabschiedet – wenn es halt nur so geht, hilft ja nix. Und die Chancen, naja, sind jedenfalls besser als wenn man es gar nicht erst probiert!

Was ich eigentlich sagen wollte: Alles relativiert sich. Etwas, was am Anfang unmöglich/unmachbar erscheint wird mit der Zeit gar nicht mehr so schlimm. Oder jedenfalls weniger schlimm als die Alternative.

lou79
23.10.2014, 10:02
von Lou 79

Genau DAS ist es! :blume::blume:

Mir ist es wichtig, zu einer Haltung zu gelangen, die mir erlaubt, zu sagen:
ein Kind wäre toll, aber ohne Kind is´ auch gut.
Die letzten Tage ist es mir wenigstens seit langem mal gelungen, einfach nicht groß an die Zukunft zu denken und morgens mit guter Laune aus dem Haus zu gehen, ohne Grübelkopf!


HM. Gute Frage! Im Augenblick: weder noch, ich habe beschlossen, für ein paar Wochen einfach beim Ichsein zu bleiben. Ich glaube, grundsätzlich schwankt das ein bißchen, den Mut, bockstur zu sagen, "ich werde auf jeden Fall Mutter, so oder so", den hatte ich wohl noch nicht.


Wenn ich mich mit Frauen unterhalte, die schon lange in der Kinderwunschbehandlung sind, höre ich oft Angst heraus. Angst, einen Verlust zu erleiden wenn man kein Kind bekommt. Und Verlust erleiden viele dann schon dadurch dass sie ganz viel Lebensqualitat einbüßen. Das ist ähnlich wie bei einem Süchtigen, der an kaum etwas anderes denkt als sein Verlangen zu stillen. Es ist irgendwann nicht einmal mehr etwas schönes, wonach er sich sehnt, sondern lediglich danach dass das Verlangen aufhört. Man ist fremdgesteuert und nicht mehr "bei sich". Und das macht einen so fertig. Das Gegenteil von Angst ist Vertrauen. Und Mut. Und diese Gefühle gilt es in sich zu aktivieren. Egal wie am Ende das Ergebnis ausfallen wird.

Ein kleines Beispiel aus meinem Leben. Ich lebte vier Jahre in New York. Hatte mir dort selbständig ein sehr schönes Leben aufgebaut. Nach langen Überlegungen und Reflexion ging ich zurück nach Deutschland. Um dort ziemlich schnell festzustellen, dass ich unbedingt und auf jeden Fall zurück wollte. Ich war todunglücklich. Nichts schien hier gut für mich zu laufen. Ich kam mit vielem hier nicht zurecht, konnte Teile meiner Persönlichkeit hier nicht leben und vermisste schmerzlich alles was ich zurück gelassen hatte. Eines Tages rief mich ein Heahunter an und bot mir den scheinbar unglaublichsten und "perfektesten" Job für mich an. Pendeln zwischen New York und meiner Heimatstadt in Deutschland. Ich hatte 4 Runden Stressinterviews mit Videokonferenzen überstanden und war mir der letzten Kandidatin im Rennen. Native Speaker und sie hat den Job letztendlich bekommen. Riesensch****, Mega Frust, Depristimmung . Aber am End fühlte ich: Das soll so sein. Alles passiert zu meinem Besten. Diese feste Überzeugung, diesen Glaubenssatz habe ich. Und er wurde bestätigt. Schon einige Wochen später. Der Job hätte am 01. September 2001 begonnen. Im World Trade Center... Alles passiert zu meinem besten. Auch wenn ich es erstmal nicht verstehe.

Ich wünsche Euch allen Vertrauen und Mut.

Ebayfan
23.10.2014, 10:06
Aber eigentlich brauchst du bloß einen Samenspender?

Und dann dafür der ganze Aufwand? Wow! Würde ich nicht machen.

Camaine
23.10.2014, 10:23
Aber eigentlich brauchst du bloß einen Samenspender?

Und dann dafür der ganze Aufwand? Wow! Würde ich nicht machen.

Da war ich gemeint, oder?

Öhm, ja, meine rationale Seite gibt dir da völlig recht. Der ganze Aufwand für etwas was über Jahre viel Arbeit macht und Rückgabe- oder Umtauschrecht gibt es auch nicht!

Aber ich werde nie niemalsnicht behaupten, dass der Kinderwunsch rational ist. Oder erklärbar. Er IST einfach. Ob man will oder nicht.

Ich habe mich eine zeitlang selbst nicht mehr wiedererkannt. Ich bin eigentlich ein rationaler Mensch. Ich versuche, Dinge logisch anzugehen. Ich breche normalerweise nicht in Tränen aus wenn in einem Film ein Baby ausgesetzt wird. Eigentlich ist mir wurschtegal ob Kate schwanger ist oder nicht und wie es ihr dabei geht. Wenn jemand ungewollt schwanger geworden ist habe ich früher gesagt: Hat die denn die Bravo nicht gelesen; statt wie jetzt: Warum die und ich nicht? Welcher Depp im Himmel ist eigentlich für die Verteilung von Babys zuständig?

Samenspender: Wäre natürlich ne Möglichkeit, aber eigentlich hätte ich schon gerne ein Kind von meinem Mann. :liebe:

Ebayfan
23.10.2014, 10:41
Bei aller Liebe - vielleicht hat so ein Samenspender aber bessere Gene?

Das Kind soll doch auch gesund und fit sein. Ein Mann, der ein toller Partner ist, muss nicht unbedingt der optimale biologische Vater sein.

Ich hatte mal einen Freund mit einer vererblichen Hautkrankheit, der mit mir Kinder wollte. Besonders sein Bruder hat sich nachts ständig aufgekratzt. Angeblich! überspringt die Anlage jede 2. Generation (wers glaubt ...). Mal abgesehen von meinem fehlenden Kinderwunsch - sowas tue ich meinen Nachkommen doch nicht sehenden Auges an. Es gibt woanders besseres Erbmaterial. Da will ich mit seiner Nase gar nicht erst anfangen. Die brauchte jetzt auch kein Kind!

Wir haben uns übrigens aus dem Grund getrennt.

Ich lehne fremd gehen unter normalen Umständen wirklich total ab, aber in so einer Situation käme ich dann wirklich in Versuchung. Überall laufen genug potente, gesunde Männer herum und da willst du dich allen Ernstes von Ärzten malträtieren lassen und Nebenwirkungen erdulden?

In jeder SB gibt es haufenweise junge Männer, die was Lockeres suchen. Für ein bisschen Sex. Die merken doch gar nichts, wenn du sie nicht drauf hinweist.

Inaktiver User
23.10.2014, 10:51
Ich kann Camaine verstehen. Immerhin kennst du bei deinem Mann seinen Charakter. Bei einer Samenbank ist der völlig unbekannt. Da kannst du nur ausschließen, dass der biologische Vater sehr klein oder rothaarig gelockt ist. (Zumindest bei den deutschen SB, die ich kennen). Charakterlich ist jeder einzigartig, aber ein paar Dinge werden sich da schon vererben...

Ebayfan
23.10.2014, 11:11
Das verstehe ich ja alles auch. Solange es auf dem natürlichen Weg funktioniert, ist ja auch alles gut. Aber auf Biegen und Brechen einen Mann zum Vater machen, der das eigentlich nicht kann, obwohl es genug Alternativen gibt, finde ich etwas übers Ziel hinausgeschossen.

So billig ist es ja nun auch nicht.

Wenn er der letzte Mann auf der Welt wäre, ok..

sascha99
23.10.2014, 11:17
Bei aller Liebe - vielleicht hat so ein Samenspender aber bessere Gene?

Das Kind soll doch auch gesund und fit sein. Ein Mann, der ein toller Partner ist, muss nicht unbedingt der optimale biologische Vater sein.
Woher weiß man denn, dass die Männer mit den "Superspermien" die besseren Gene haben? Würde ich glatt verneinen. Mein Mann und ich müssen die ICSI machen, da mein Mann sehr wenige Spermien hat. Aber ein einziges gutes Spermien "reicht" ja aus. Und wenn ich den Biologen aus unserem KiWu-Zentrum richtig verstanden habe, dann ist das Spermium, das das letzte Mal in meine Eizelle injiziert wurde, ebenso gut oder schlecht "optisch" und somit auch genetisch (die Genetik hängt schon auch mit der Optik zusammen, aber jetzt wird's sehr medizinisch.:zwinker:) wie das eine Spermium des Mannes mit den "Superspermien", das es dann "schafft" zu der einen Eizelle. Deshalb sind ja die ICSI-Kinder genauso gesund wie normale Kinder, wenn das alles schlechte Gene wären, dann wäre die Mehrzahl der ICSI-Kinder ja behindert..dem ist aber nicht so. Gott sei Dank!


Es gibt woanders besseres Erbmaterial.
Ich will aber kein besseres Erbmaterial. Ich will das meines Mannes. So gut oder schlecht es eben ist.

Überall laufen genug potente, gesunde Männer herum und da willst du dich allen Ernstes von Ärzten malträtieren lassen und Nebenwirkungen erdulden?
Ja - weil es mir eben darum geht, mit MEINEM Mann, dem Menschen, den ich unendlich liebe, ein Kind zu bekommen. Mit seinen spezifischen Genen. Die Natur selektiert da im Übrigen selbst bei einer ICSI ja auch noch und entscheidet, ob die Gene gut genug sind. Sind Eizelle und Spermium nicht "gut" genug im biologischen Sinne, kommt es weder zu Einnistung noch zu einem Embryo. Das entscheidet die Natur durchaus auch noch. "Erzwingen" kann man ja mit einer ICSI auch nichts. Man kann die Wahrscheinlichkeit signifikant erhöhen, mehr nicht. Den Rest macht immer noch die Natur. Oder auch nicht.


In jeder SB gibt es haufenweise junge Männer, die was Lockeres suchen. Für ein bisschen Sex. Die merken doch gar nichts, wenn du sie nicht drauf hinweist.
Es soll auch Männer geben, die aus Schutz vor Aids z.B. auf Kondomen bestehen..:zwinker:

Ebayfan
23.10.2014, 11:22
Und was machen sie danach mit den Kondomen?^^

Aber gut, wenn es unbedingt dieser Mann sein soll und die Prozedur einem nichts ausmacht ...

Ich mag Ärzte ja auch nicht besonders. Und Spritzen. Aber jeder wie er mag.

sascha99
23.10.2014, 11:22
Das verstehe ich ja alles auch. Solange es auf dem natürlichen Weg funktioniert, ist ja auch alles gut. Aber auf Biegen und Brechen einen Mann zum Vater machen, der das eigentlich nicht kann, obwohl es genug Alternativen gibt, finde ich etwas übers Ziel hinausgeschossen.
Siehe oben. Die ICSI z.B. ist schon eine gute Möglichkeit, Männer zu biologischen Vätern zu machen, die das mit Sicherheit vor 50 Jahren nicht geworden wären.

So billig ist es ja nun auch nicht.
Daran scheitert es ja dann auch oft irgendwann leider...


Wenn er der letzte Mann auf der Welt wäre, ok..
Wie gesagt, mir geht es um das Erbgut MEINES Mannes. Um seine Intelligenz (die wird zu 50% weitergegeben,z.B.), um seine Herzlichkeit, seine Warmherzigkeit, sein Aussehen (:freches grinsen:). Ein Kind von meinem Mann ist mit Sicherheit ein anderes Kind als das Kind eines anderen Mannes. Und ich rede nicht in Dimensionen von besser oder schlechter, sondern wertfrei von "anders". Ich formuliere es auch nochmal anders etwas überspitzt: Ein biologisch guter "Samenspender" kann dumm sein, asozial sein, keine menschliche Wärme besitzen, er kann ein schlechter Mensch sein. Das weiß ich ja alles nicht. Mir wäre das Risiko zu groß, dass dessen Erbgut doch nicht so toll ist...

Ebayfan
23.10.2014, 11:27
Das kann klappen, muss aber nicht. Mein Freund hat zwei Töchter. Die große ist wie die Mutter, die Kleine ist wie er.

luna83
23.10.2014, 11:27
Ich hüpf mal rein....find den Strang durch die Vielseitigkeit der Geschichten ja auch total spannend...

Den Gedanken mal ernsthaft weitergesponnen, was nützt es einem denn, wenn man dann am Ende allein mit dem Kind dasteht. Einmal fremd gehen wird in den allermeisten Fällen nicht reichen, also mehrere Eisprünge hintereinander (ein skurriler Gedanke...). Also mal angenommen, Frau wird tatsächlich schwanger, wird der Mann, dem ja eindeutig gesagt wurde, dass er natürlich keine Kinder zeugen kann, eins und eins zusammen zählen. Und sich dann möglicherweise trennen....
Im Allgemeinen ist es ja so, dass, wenn dieser starke Kinderwunsch besteht, dieser mit dem bestimmten Partner aufkommt. Wie hier schon jemand geschrieben hat, schon auch die romantische Vorstellung, dass es eine Verschmelzung der beiden ist, die sich so sehr lieben und sich dieses Kind wünschen. Wenn ich für mich spreche, ich möchte ein Kind mit meinem Mann und nicht um jeden Preis. So wie ich es von den anderen Hoffnungsfrauen erlebe, sind das alles sehr stabile und glückliche Partnerschaften, da kommt man doch nicht auf die Idee, den anderen dermaßen zu hintergehen und zu verletzen, bloß weil er nicht so gut kann wie viell ein anderer. Mit dem Gewissen könnt ich nicht leben.... und es würde rauskommen, super, Beziehung zumindest arg geschädigt, wenn nciht gar kaputt.
Was anderes ist es, wenn sich beide für ne Samenspende entscheiden.

sascha99
23.10.2014, 11:29
Und was machen sie danach mit den Kondomen?^^
Off Topic jetzt etwas: Es gibt ja durchaus auch in Beziehungen, wo Männer eigentlich keine Kinder wollen, dieses "Phänomen", dass Frauen angeblich die Pille "vergessen" haben. Meist sind es dieselben, die kurz vorher noch einen riesigen Streit wegen des Kinderwunsches, der nicht auf beiden Seiten bestand, vom Zaun gebrochen haben. ICH verstehe die Männer, die sich anschließend von ihren Frauen trennten und trennen. Und ich würde auch einen Mann verstehen, der unfreiwillig zum Vater gemacht würde, obwohl er ein Kondom benutzt hat, wenn er anschließend nichts mit dem Kind zu tun haben wollte. Ich finde nicht, dass das ein guter Weg ist, zum Kind zu kommen.

Aber gut, wenn es unbedingt dieser Mann sein soll und die Prozedur einem nichts ausmacht ...

Ich mag Ärzte ja auch nicht besonders. Und Spritzen. Aber jeder wie er mag.
Du die Prozedur ist nicht schön. Und nervig. Ebenso wie die Nebenwirkungen. Aber wenn das der Preis ist, um ein Kind zu bekommen von meinem Mann - dann nehme ich das auf mich. Man, bzw. Frau muss natürlich wissen, wann Schluss ist. Sich jahrelang um jegliche Lebensqualität zu bringen wäre sicher auch nicht mein Weg. Da würde dann auch ICH dann sagen: "Hat nach x Versuchen nicht geklappt - dann soll es wohl nicht sein." Ich habe für mich eine "Deadline", wann Schluss ist mit den Behandlungen. Mit oder ohne Kind.

Ebayfan
23.10.2014, 11:30
Man kann das mit dem Mann auch besprechen.

Ist er nicht ein Egoist, wenn er von seiner Partnerin eine solche Behandlung verlangt, obwohl sich das Problem viel leichter lösen ließe?

Gemme
23.10.2014, 11:35
Meine Güte,
Lou, was für ein Riesenglück, das Du diesen Job nicht bekommen hast!

Im übrigen hast Du völlig recht, was diesen "Suchtgedanken" angeht. Vieles von dem, was Du sagst, geht übrigens in die selbe Richtung wie "Lieben was ist".

@Camaine und Ebayfan:
ich mus gestehen, mir ging es lange so, das mir der potentielle Vater gar nicht so wichtig war, Hauptsache Kind.

Irgendwie habe ich mich in meiner Phantasie immer alleinerziehend gesehen, auch wenn das gar nicht beabsichtigt war!

Wir sind als Paar erst langsam zusammengewachsen, und das Gefühl, in einem Kind etwas von meinem Schatz wieder finden zu können, ist für mich noch relativ neu.

Aber es ist ein schönes, starkes Gefühl.

Ich kann Camaine verstehen, das sie es erstmal so versuchen will, mit ihrem Mann.
Weiterführende Gedanken kann man sich dann immer noch machen, aber ich glaube, jeder neue Schritt ist immer einer, der in Ruhe bedacht werden will.

Camaine, das tut mir leid, das das mit den Ärzten bei Euch so doof gelaufen ist! Mein Freund musste beim Arzt anrufen, und der hat ihm dann ales erklärt.
Was allerdings hilfreich gewesen wäre:
wenn der Arzt mal vorher gesagt hätte, das er fürs SG keinen eigenen Raum hat. Der Ärmste musste auf der Toilette...

Fürs zweite SG ging er dann zu einem anderen Arzt, hat aber vor lauter Aufregung nix hervorbringen können, und ich will ihm da grad keinen Druck machen.

sascha99
23.10.2014, 11:35
Was anderes ist es, wenn sich beide für ne Samenspende entscheiden.
Und auch DANN, ist ähnlich wie bei der Eizellspende, die Frage, ob man es Einen nicht doch noch "einholt". Wer sagt einem denn, dass der Mann nicht mal, wenn es mal schlechter in der Beziehung läuft, sagt, man solle sich doch selber um das eigene Kind kümmern? Oder dasselbe bei der Eizellspende: Ehrlich, ich bin mir NICHT sicher, ob mir nicht irgendwann im Streit mal rausrutschen würde, meinem Mann gegenüber, dass dieses "ungezogene" Kind ja eigentlich gar nicht meines ist...? Oder das Kind selber, mit fremdem Samen oder fremder Eizelle. Diesem Kind muss man ja irgendwann sagen, dass die Mama oder der Papa nicht die biologische Mama oder der biologische Papa ist. Und dann kommt das Kind in die Pubertät. Und hat Dauerstress mit der Mama. Und sagt -wenn auch nur im Streit und aus erstem Impuls - dass ich als nicht biologische Mama ihm gar nichts zu sagen habe...Nee nee, da kommt ein Ungleichgewicht in ALLE Beziehungen rein, das möchte ich für mich/ uns nicht. Dann eher Embryonenspende...aber das ist jetzt sehr off topic.

luna83
23.10.2014, 11:36
Ich würde mal behaupten, dass die allermeisten Männer das nicht von seiner Partnerin "verlangt", in der Regel entscheiden wir uns freiwillig dafür :smile:

sascha99
23.10.2014, 11:37
Ist er nicht ein Egoist, wenn er von seiner Partnerin eine solche Behandlung verlangt, obwohl sich das Problem viel leichter lösen ließe?
Mein Partner z.B. verlangt gar nichts von mir. Und ICH bin es auch, die alleine entscheiden darf, wann Schluss ist. Weil ich auch diejenige bin, die die "Behandlung" in erster Linie "aushalten" muss. ICH bin mir sehr sicher, dass ich das will. Skuril und ungut wird es und da bin ich bei Dir, wenn ich von Frauen herauslese, dass sie nicht mehr wollen und können nach Jahren und der Partner dann auf sie einredet, weiterzumachen. Da würde ICH mir überlegen, ob das grundsätzlich der richtige Mann für mich ist. Mit oder ohne Kind.

sascha99
23.10.2014, 11:38
Ich würde mal behaupten, dass die allermeisten Männer das nicht von seiner Partnerin "verlangt", in der Regel entscheiden wir uns freiwillig dafür :smile:
Genau das hätte ich jetzt auch geschrieben.:zwinker:

Camaine
23.10.2014, 11:40
Bei aller Liebe - vielleicht hat so ein Samenspender aber bessere Gene?

Das Kind soll doch auch gesund und fit sein. Ein Mann, der ein toller Partner ist, muss nicht unbedingt der optimale biologische Vater sein.

Wir haben kein genetisches Problem, nur ein anatomisches. Mein Mann hatte einen Hodenhochstand, das ist aber nicht rechtzeitig erkannt worden und daher viel zu spät behandelt worden. Wenn man das nicht innerhalb des ersten Lebensjahres behandelt ist es um die Spermien geschehen... Also, alle Mamis von Söhnen: Fragt mal bei den U-Vorsorge-Untersuchungen ab nem halben Jahr nach, ob das kontrolliert wurde!



Ich hatte mal einen Freund mit einer vererblichen Hautkrankheit, der mit mir Kinder wollte. Besonders sein Bruder hat sich nachts ständig aufgekratzt. Angeblich! überspringt die Anlage jede 2. Generation (wers glaubt ...). Mal abgesehen von meinem fehlenden Kinderwunsch - sowas tue ich meinen Nachkommen doch nicht sehenden Auges an. Es gibt woanders besseres Erbmaterial. Da will ich mit seiner Nase gar nicht erst anfangen. Die brauchte jetzt auch kein Kind!

Wir haben uns übrigens aus dem Grund getrennt.

Hier hab ich jetzt mal geschluckt. Ich habe selbst leichte Schuppenflechte. Und kratze (auch wenn ich nicht sollte). Bin aber nie auf die Idee gekommen, dass ich mich deshalb nicht fortpflanzen sollte. Ich finde mein Leben trotzdem ganz lebenswert.



Ich lehne fremd gehen unter normalen Umständen wirklich total ab, aber in so einer Situation käme ich dann wirklich in Versuchung. Überall laufen genug potente, gesunde Männer herum und da willst du dich allen Ernstes von Ärzten malträtieren lassen und Nebenwirkungen erdulden?

In jeder SB gibt es haufenweise junge Männer, die was Lockeres suchen. Für ein bisschen Sex. Die merken doch gar nichts, wenn du sie nicht drauf hinweist.

Ich will aber nicht haufenweise junge Männer. Ich will meinen. Weil:


Woher weiß man denn, dass die Männer mit den "Superspermien" die besseren Gene haben? Würde ich glatt verneinen. Mein Mann und ich müssen die ICSI machen, da mein Mann sehr wenige Spermien hat. Aber ein einziges gutes Spermien "reicht" ja aus. Und wenn ich den Biologen aus unserem KiWu-Zentrum richtig verstanden habe, dann ist das Spermium, das das letzte Mal in meine Eizelle injiziert wurde, ebenso gut oder schlecht "optisch" und somit auch genetisch (die Genetik hängt schon auch mit der Optik zusammen, aber jetzt wird's sehr medizinisch.:zwinker:) wie das eine Spermium des Mannes mit den "Superspermien", das es dann "schafft" zu der einen Eizelle. Deshalb sind ja die ICSI-Kinder genauso gesund wie normale Kinder, wenn das alles schlechte Gene wären, dann wäre die Mehrzahl der ICSI-Kinder ja behindert..dem ist aber nicht so. Gott sei Dank!


Ich will aber kein besseres Erbmaterial. Ich will das meines Mannes. So gut oder schlecht es eben ist.

Ja - weil es mir eben darum geht, mit MEINEM Mann, dem Menschen, den ich unendlich liebe, ein Kind zu bekommen. Mit seinen spezifischen Genen. Die Natur selektiert da im Übrigen selbst bei einer ICSI ja auch noch und entscheidet, ob die Gene gut genug sind. Sind Eizelle und Spermium nicht "gut" genug im biologischen Sinne, kommt es weder zu Einnistung noch zu einem Embryo. Das entscheidet die Natur durchaus auch noch. "Erzwingen" kann man ja mit einer ICSI auch nichts. Man kann die Wahrscheinlichkeit signifikant erhöhen, mehr nicht. Den Rest macht immer noch die Natur. Oder auch nicht.




Wie gesagt, mir geht es um das Erbgut MEINES Mannes. Um seine Intelligenz (die wird zu 50% weitergegeben,z.B.), um seine Herzlichkeit, seine Warmherzigkeit, sein Aussehen (:freches grinsen:). Ein Kind von meinem Mann ist mit Sicherheit ein anderes Kind als das Kind eines anderen Mannes. Und ich rede nicht in Dimensionen von besser oder schlechter, sondern wertfrei von "anders". Ich formuliere es auch nochmal anders etwas überspitzt: Ein biologisch guter "Samenspender" kann dumm sein, asozial sein, keine menschliche Wärme besitzen, er kann ein schlechter Mensch sein. Das weiß ich ja alles nicht. Mir wäre das Risiko zu groß, dass dessen Erbgut doch nicht so toll ist...


I
Den Gedanken mal ernsthaft weitergesponnen, was nützt es einem denn, wenn man dann am Ende allein mit dem Kind dasteht. Einmal fremd gehen wird in den allermeisten Fällen nicht reichen, also mehrere Eisprünge hintereinander (ein skurriler Gedanke...). Also mal angenommen, Frau wird tatsächlich schwanger, wird der Mann, dem ja eindeutig gesagt wurde, dass er natürlich keine Kinder zeugen kann, eins und eins zusammen zählen. Und sich dann möglicherweise trennen....
Im Allgemeinen ist es ja so, dass, wenn dieser starke Kinderwunsch besteht, dieser mit dem bestimmten Partner aufkommt. Wie hier schon jemand geschrieben hat, schon auch die romantische Vorstellung, dass es eine Verschmelzung der beiden ist, die sich so sehr lieben und sich dieses Kind wünschen. Wenn ich für mich spreche, ich möchte ein Kind mit meinem Mann und nicht um jeden Preis. So wie ich es von den anderen Hoffnungsfrauen erlebe, sind das alles sehr stabile und glückliche Partnerschaften, da kommt man doch nicht auf die Idee, den anderen dermaßen zu hintergehen und zu verletzen, bloß weil er nicht so gut kann wie viell ein anderer. Mit dem Gewissen könnt ich nicht leben.... und es würde rauskommen, super, Beziehung zumindest arg geschädigt, wenn nciht gar kaputt.
Was anderes ist es, wenn sich beide für ne Samenspende entscheiden.

Danke, dass ihr so schön formuliert habt.:blume:

luna83
23.10.2014, 11:40
Sascha du hast völlig recht, ich kann mir das auch schwer vorstellen, für uns wäre es keine Option gewesen. Aber ich kann verstehen, wenn sich jemand dafür entscheidet. Ich meinte auch nur, auf diesem Weg hintergeht man den anderen nicht von vornherein.

Gemme
23.10.2014, 11:49
Hmmmm...also jetzt mal unabhängig vom geliebten Partner:
man müßte halt auch hinterher seinem Kind
erklären, wo es denn nun herkommt,
das stell ich mir nicht ganz einfach vor.

sascha99
23.10.2014, 11:50
Sascha du hast völlig recht, ich kann mir das auch schwer vorstellen, für uns wäre es keine Option gewesen. Aber ich kann verstehen, wenn sich jemand dafür entscheidet. Ich meinte auch nur, auf diesem Weg hintergeht man den anderen nicht von vornherein.
Ja klar. Das ist dann ein beidseitiger Entschluss. Zunächst. Aber ich finde eben, es kann durchaus trotzdem eine ungute "Eigendynamik" (wie beschrieben) bekommen irgendwann. Zunächst dachten mein Mann und ich beim Thema Eizellspende nicht darüber nach, was das AUCH bedeuten kann. Aber dann habe ich mich "tiefer" damit beschäftigt in den gängigen Foren. Und bin für mich/ für uns zu den dargestellten Überlegungen bei Eizell- oder Samenspende gekommen. Und zum Ergebnis, dass es deshalb für uns nicht ginge..

Chris85
23.10.2014, 14:46
Hallo :ahoi:

ich habe mich zwar schon vor ein paar Tagen dafür entschieden hier zu schreiben (vor allem weil ich selbst schon öfter überlegt hatte, einen ähnlichen Strang zu eröffnen, nur der Mut fehlte :smile:), aber dann kam wieder was dazwischen und schwupps waren wieder zig Nachrichten nachzulesen, sodass ich es wieder verschieben musste :freches grinsen: Hier kommt man nicht wirklich nach, daher habe ich mich erstmal dazu entschlossen zu schreiben und dann nachzulesen :smirksmile:

Ich bin seit Mitte Oktober 29 Jahre alt und hab mir im November 2013 die Spirale entfernen lassen. Seit dieser Zeit ist bei mir ein ständiges Hoch und Tief... Ich habe sehr unregelmäßige Zyklen und bin mittlerweile im längsten Zyklus und warte und warte auf meine Periode (letzte 19. Mai).
Zu der Zeit als ich die Spirale gezogen bekam, war ich wohl sehr naiv zu glauben, dass es sicher sehr schnell mit der Schwangerschaft klappen würde :gegen die wand:. Daher konnte ich meinen Geburtstag leider nicht so genießen, da ich damals glaubte bis dahin noch schwanger zu sein oder sogar schon das Würmchen im Arm zu halten.
Leider wurde ich eines besseren belehrt... Im April wurde bei mir PCO festgestellt und zur Regulierung der Zyklen Mönchspfeffer verschrieben. Gebracht hat es rein gar nichts.

Und ja ich habe auch sehr sehr lange bei Google nachgelesen und versucht, das zu finden was ich lesen wollte :unterwerf:

Dazu kommt, dass ich unter Angstzuständen leide, sprich mir es schwer fällt zum Arzt, einkaufen etc. zu gehen. Ich bekomme dann immer Durchfall :peinlich:. Mittlerweile ist es etwas besser, aber natürlich frage ich mich immer ob der Kinderwunsch so eine gute Idee ist. Ich muss dann ja zum Arzt...
Soll ich mein Leben von diesen blöden Ängsten abhängig machen und auf meinen Kinderwunsch verzichten? Vielleicht würden sich meine Ängste verbessern bzw. ganz verschwinden, wenn die Glücksgefühle "verrückt" spielen?!

Mittlerweile ist der Kinderwunsch zwar auch noch da, aber es hat irgendwann nachgelassen mit dem ständigen Drang alles nachzulesen, Ovu-Tests zu machen etc. Mein Mann und ich herzeln nach Lust und Laune und zum Glück ist der Gedanke nicht mehr so im Vordergrund, dass da unbedingt was klappen muss...

Es tut mir Leid zu lesen, was viele schon für einen schweren Gang hinter sich haben.
Ich habe mich in diese ganzen Kinderwunschbehandlungen noch nicht reingelesen, was es alles für Möglichkeiten gibt etc. Meine Frauenärztin hat mir nur mal angeboten, ich könne eine Spritze bekommen um den Eisprung auszulösen... allerdings bin ich mir nicht sicher ob ich das möchte. Ich bin denke hier noch eine unter den jüngeren (hoffe es hört sich nicht blöd an und möchte niemandem zu nahe treten) und wollte der Natur freien Lauf lassen... Tja die Launen der Natur :beleidigt:

Ich sollte wohl lieber damit anfangen es mehr zu schätzen zu wissen, mit 20 Jahren (zum Glück) ungewollt schwanger geworden zu sein. Mein Sohn wird jetzt im November 8 Jahre und wünscht sich (ohne das wir irgendwas gesagt oder getan haben) nun auch ein Geschwisterchen :ooooh: nur erklär mal einem noch 7-Jährigen warum das nicht so einfach klappt :smirksmile:

Ich finde es auf jeden Fall toll, dass dieser Strang eröffnet wurde und es ist erstaunlich wie viele Gleichgesinnte es gibt.

Lasst euch alle mal :in den arm nehmen:

chris

lagiri
23.10.2014, 14:57
Puh, es gab so viele Beiträge auf die ich gerne eingehen würde. Aber irgendwie überrollt mich gerade die Flut an Ideen, Meinungen und Infos. Und mein Kind lässt mir gerade keine Zeit für einen langen ausschweifenden Beitrag, daher nur ein paar Gedanken:

Es ging um Samenspende. Und dann wurde von einigen gesagt, dass sie das nicht wollen AUS LIEBE ZUM EIGENEN MANN.

Das ist natürlich ein Argument und das sehe ich ganz genauso. Aber ich würde noch eins draufsetzen und sagen: In allererster Linie auch AUS LIEBE ZUM (noch ungeborenen) Kind!

Ich kenne ein befreundetes Paar, die tatsächlich keine gemeinsamen Kinder bekommen können. Keine Spermien vorhanden (auch wegen Hodenhochstand im Kindesalter), auch nicht durch eine TESE-Operation, daher keine ICSI möglich.

Für die beiden war das ein ganz ganz harter Schlag als klar war: Es geht definitiv nicht. Nach langem hin und her haben sie sich dann für Samenspende entschieden und sie wurde bei der zweiten Insemination schwanger.

Früher hätte ich noch gedacht, alles ganz easy, warum nicht. Aber jetzt, seitdem ich selbst ein eigenes Kind habe, sehe ich das anders. Wie dem Kind erklären, dass der Vater gar nicht der Vater ist? Dass der leibliche Vater nur in Form eines "Spermiums" existiert?

Und wie selbst damit umgehen? Fast täglich erlebe ich, wie Menschen unser Kind mit mir und meinem Partner vergleichen. Ah, ganz der Papa, nein, doch eher die Mama, hm, die Nase vom Papa, die Augen von der Mama usw. Klar kann man sagen, mir doch egal, hör ich eben weg. Aber ganz ehrlich: Wenn ich mir vorstelle, mein Freund müsste sich das tagtäglich anhören MIT DEM WISSEN, dass es eben NICHT SEIN LEIBLICHES Kind ist. Puh, sehr sehr hart. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich das nicht negativ sowohl auf die Vater-Kind-Bindung als auch auf der Paarebene auswirkt.

Als bei uns anfangs nicht klar war, ob eine ICSI klappen würde, wäre für mich wenn, dann nur Embryonenspende in Frage gekommen. Da wären wir dann eben BEIDE NICHT die leiblichen Eltern. Aber auch hier im Nachhinein betrachtet: Wie später dem Kind erklären? Ich bin sooooo dankbar, dass mir eine solche Entscheidung erspart geblieben ist.

Und nochmal zu den ICSI-Behandlungen, den Spritzen: Mein Gott, soooo schlimm ist das nun auch nicht, dass eine solche Prozedur nicht um ein tausendfaches durch die Geburt eines eigenen Kindes aufgewogen würde, WENN man denn einen starken Kinderwunsch hat. Wenn nicht, dann natürlich nicht. Dann kann man das einfach nicht nachvollziehen.

Also ich würde es jederzeit wieder tun und auch jedem dazu raten, der noch unschlüssig ist. Was sind denn schon ein paar Tage spritzen (in die Bauchdecke, das tut überhaupt nicht weh!) und eine kurze Mini-OP, dazwischen noch ein paar Arzttermine FÜR EINE ERFOLGREICHE SCHWANGERSCHAFT?

Ok, das war jetzt natürlich absichtlich etwas schön geredet. Klar ist es psychisch belastend, klar klappt es nicht immer sofort und zieht sich oft über einen längeren Zeitraum, klar kostet es, wenn man nicht verheiratet ist (so wie wir) oder mehr als drei Versuche braucht viel Geld. Aber trotzdem bleibe ich dabei: Es lohnt sich. In den allerallermeisten Fällen, die ich kenne, und das sind ziemlich viele in der Zwischenzeit, hat es geklappt nach ein paar Versuchen.

lagiri
23.10.2014, 14:58
Hmmmm...also jetzt mal unabhängig vom geliebten Partner:
man müßte halt auch hinterher seinem Kind
erklären, wo es denn nun herkommt,
das stell ich mir nicht ganz einfach vor.

Hatte deinen Beitrag gerade nicht gelesen. Ja, genau das meinte ich in meiner Antwort eben.

Felicitas80
23.10.2014, 15:34
Als wir von den Alternativen Eizellspende oder Adoption gehört haben, war unsere erste Reaktion "Eizellspende nein, Adoption vielleicht", inzwischen denke ich "bei Eizellspende hättest du wenigstens die Schwangerschaft um es zu 'deinem' Kind zu machen". Von einer Entscheidung sind wir aber weit entfernt, erstmal ein Schritt nach dem anderen, ich danke euch jedenfalls sehr, dass ihr eure Gedanken dazu hier teilt :blume:

Ebayfan
23.10.2014, 16:05
Wir haben kein genetisches Problem, nur ein anatomisches. Mein Mann hatte einen Hodenhochstand, das ist aber nicht rechtzeitig erkannt worden und daher viel zu spät behandelt worden. Wenn man das nicht innerhalb des ersten Lebensjahres behandelt ist es um die Spermien geschehen... Also, alle Mamis von Söhnen: Fragt mal bei den U-Vorsorge-Untersuchungen ab nem halben Jahr nach, ob das kontrolliert wurde!


So krass ist das? Dann hätte ich den Ex besser mal zum Arzt geschickt, bevor ich jahrzehntelang die Pille genommen habe. Ich glaube, er hatte das auch.



Hier hab ich jetzt mal geschluckt. Ich habe selbst leichte Schuppenflechte. Und kratze (auch wenn ich nicht sollte). Bin aber nie auf die Idee gekommen, dass ich mich deshalb nicht fortpflanzen sollte. Ich finde mein Leben trotzdem ganz lebenswert.

Für dich ist das ja auch völlig ok., aber warum sollte sich eine junge Frau von 19 an einen Mann mit solchen Erbanlagen binden, der unbedingt ein Kind will und ansonsten jetzt nicht gerade ein Traummann ist? Da findet sich doch bestimmt noch besseres.^^

Ich sehe das mal so: hat frau keinen Kinderwunsch, kann sie herumtrödeln, mit unpassenden Männern zusammensein, egal, ob die gute Väter wären oder gute Ehemänner. Will ich aber Kinder, muss was Solides her. Beruflich, gesundheitlich, charakterlich, dann ist Schluss mit Lustig.

Mein Vater hat übrigens bei der Partnerwahl ganz ähnlich gedacht. Man handelt sich nur unnötige Probleme ein, wenn man das nicht beachtet.

Gemme
23.10.2014, 17:02
Huhu Ihr Lieben,

und herzlich willkommen, Chris 85 :blume:

@Lagiri und Felicitas:
Ich glaube, daß man in so einer Situation, also falls man sich für Samen- oder Eizellspende entscheidet,
ganz offen damit umgehen sollte, zumindest was Familie und Freunde angeht.

Wenn man die Angelegenheit von Anfang an so betrachtet, als hätte man eine "halbe" Adoption vorgenommen, denke ich schon, daß es klappen könnte.

Ich selber würde eine Eizell- oder Samenspende für mich nicht kategorisch ausschließen,
man muß sich denke ich nur vorab einen Kopf machen, wie man dann hinterher damit umgehen will.

Damit man dann eben nicht heulend zusammenbricht, wenn einem ein bockiges Pubertier
"Ihr seid ja gar nicht meine RICHTIGEN Eltern" entgegenschleudert, sondern ganz locker sagen kann, doch, sind wir, und jetzt räum Dein Zimmer auf.


Als wir von den Alternativen Eizellspende oder Adoption gehört haben, war unsere erste Reaktion "Eizellspende nein, Adoption vielleicht", inzwischen denke ich "bei Eizellspende hättest du wenigstens die Schwangerschaft um es zu 'deinem' Kind zu machen". Von einer Entscheidung sind wir aber weit entfernt, erstmal ein Schritt nach dem anderen, ich danke euch jedenfalls sehr, dass ihr eure Gedanken dazu hier teilt
Felicitas,
laß auch ruhig erstmal alles sacken.
Ich denke, die Option "Eizellspende" ist sicher eine, die man ins Auge faßt, wenn die anderen Methoden nicht klappen sollten, also sprich, es wäre für mich sozusagen die "nächsthöhere" Stufe.

Ihr könntet Euch ja in Sachen Adoption schon mal ein bißchen kundig machen, damit Ihr beizeiten alle Informationen habt, die Ihr benötigt.
In dem Fall, daß die Behandlung zunächst nicht anschlägt, habt Ihr dann schon was im Hinterkopf,
das Euch bei der weiteren Entscheidungsfindung helfen könnte.

Ich selber hätte übrigens nix gegen eine Adoption, ich hab mich da aber noch nicht rangetraut.
Irgendwie denke ich, daß wir mit 37 und 45 den Behörden schon zu alt sind.

Gemme
23.10.2014, 17:11
@Ebayfan:

Für dich ist das ja auch völlig ok., aber warum sollte sich eine junge Frau von 19 an einen Mann mit solchen Erbanlagen binden, der unbedingt ein Kind will und ansonsten jetzt nicht gerade ein Traummann ist? Da findet sich doch bestimmt noch besseres.^^
Wenn man eh weder diesen Mann, noch ein Kind mit ihm will, dann fällt die Entscheidung wohl auch ohne Erbkrankheiten leicht :smirksmile:

Ich jedenfalls hab eine chronische Darmentzündung und habe noch keinen Moment meines Lebens mit der Überlegung verbracht, ob die nun vererbbar sein könnte oder nicht.

Krankheit gehört zum Leben, für die einen früher, für die anderen erst spät im Leben.
Das kann man einem Kind beibringen, da kann man helfen.
Und die besten Erbanlagen können nicht verhindern, daß einem Menschen ein Unfall passiert und er danach fürs Leben gezeichnet ist.

Ausschlußkriterium für mich wäre eine schwere, fortschreitende Krankheit,
die zu einem frühen Tod des Kindes führen würde - wenn ich mit so etwas rechnen müßte,
würde ich es lieber bleiben lassen.

LillyMarlena
23.10.2014, 17:37
"Gene" beziehen sich ja auch nicht nur auf das äußerlich sichtbare oder körperliche Vor- und Nachteile, sondern auch auf Wesenszüge, die NICHT anerzogen sind. Und es ist auch schön, zu sehen, wie einem das leibliche Kind doch im Charakter gleicht, oder eben dem Partner, jedenfalls in Zügen. Wie oft denke ich: "Ich war genauso früher..." oder mein Mann denkt das. Ich hätte nie einen anderen "Samen" gewollt als den meines Mannes, wenn man es denn so platt sagen muss.

Gemme, ehrlich, ich denke, bei dir ist noch alles möglich....

Ebayfan
23.10.2014, 17:42
Sowas auf jeden Fall. Deswegen hat meine Nachbarin kein Kind. Ihr Mann ist daran inzwischen auch verstorben.

Hätte ich aber einen Kinderwunsch gehabt, wäre ich bei der Männerauswahl wohl noch pingeliger gewesen. Ist man selbst als Frau betroffen, bleibt nur eine fremde Eizelle als Alternative. Aber was soll aus dem Kind werden, wenn man damit rechnen muss, früh zu sterben? Dann besser kein Kind.

kimberland
23.10.2014, 18:03
Wow, toller Strang :allesok: Gemme, das war eine sehr gute Idee :blume::blume::blume:



Für dich ist das ja auch völlig ok., aber warum sollte sich eine junge Frau von 19 an einen Mann mit solchen Erbanlagen binden, der unbedingt ein Kind will und ansonsten jetzt nicht gerade ein Traummann ist? Da findet sich doch bestimmt noch besseres.^^

Ich sehe das mal so: hat frau keinen Kinderwunsch, kann sie herumtrödeln, mit unpassenden Männern zusammensein, egal, ob die gute Väter wären oder gute Ehemänner. Will ich aber Kinder, muss was Solides her. Beruflich, gesundheitlich, charakterlich, dann ist Schluss mit Lustig.

Ebayfan, das sehe ich ganz genauso. Ich bin auch jetzt - mit 38 und nach mehrjähriger Erfahrung mit unerfülltem Kinderwunsch - immer noch froh, dass ich mit meinen früheren Partnern keine Kinder gezeugt habe. Das passte einfach hinten und vorne nicht, und mir wäre es sicher vor und nach der Trennung schwer gefallen, mich dem Kind zuliebe mit den charakterlichen Defiziten und einem die Lebensqualität verleidenden Schrullen (Geiz! Besserwisserei! Unzuverlässigkeit!) des leiblichen Vaters abzufinden. Wenn ich nur daran denke, wenn ich jetzt immer noch mit denen zu tun hätte, schüttelt es mich - aber ich war in Punkto Männer einfach lange sehr blauäugig und unerfahren :unterwerf: So sind die Typen einfach sang- und klanglos aus meinem Leben verschwunden und ich konnte relativ unbeschwert noch den passenden Mann kennenlernen (hat ein paar Jährchen gedauert, aber die Suche hat sich schwer gelohnt). Und wo ich doch aus schmerzhafter Erfahrung weiss, dass gute Männer nicht zuhauf an der Strasse stehen, und die wirklich guten sicher Besseres zu tun haben, als ihr Sperma an die SB zu verchecken, warum sollte ich nicht den Aufwand auf mich nehmen, lieber mit dem für mich besten und geliebten Partner ein Kind zu bekommen?

Die Leute nehmen so vieles auf sich, um genau das zu bekommen, was sie sich wünschen: vom beruflichen Voll-Einsatz bis zur Schönheits-OP. Nicht immer tut es die "einfachere" Möglichkeit.

Wir haben schliesslich eine ICSI machen lassen, wobei ich die Behandlung an sich überhaupt nicht schlimm fand. Verglichen mit den OPs und Behandlungen, die einige Sportler aus meinem Bekanntenkreis schon über sich ergehen lassen mussten, waren das Peanuts. Die seelische Belastung, wenn es nicht klappt, ist natürlich eine andere Hausnummer, das will ich nicht kleinreden.

Bezüglich der schlechten Spermien: mein Mann hatte als Schulkind Mumps und im Teeniealter Masern mit schwerem Verlauf. Beides steht unter dem Verdacht, dass es die Spermienproduktion nachhaltig schädigen kann. Sicher kann man die Ursache im Nachhinein nicht mehr genau feststellen, aber irgendetwas muss zwischendurch mal dumm gelaufen sein. Für eine genetische Ursache gibt es dagegen keinen Anhaltspunkt. Er kommt sogar aus einer sehr kinderreichen und langlebigen Familie, weshalb für ihn die Diagnose ebenso hart wie unerwartet war. Die ICSI-Behandlung hätte er in tausend Jahren nicht von mir verlangt und hatte ein schlechtes Gewissen dabei, was ich alles "durchmachen" musste.

Aber ehrlich, ich habe das gern gemacht. Der Einsatz (der sich körperlich gesehen wirklich im Rahmen hielt) war ja auch für mich, für mein Wunschkind. Ich habe vielmehr stur wie ein Bock auf die ICSI gedrängt, weil eben alles andere gesehen realistisch gesehen nichts gebracht hätte. Samenspende wäre für mich nicht in Frage gekommen (meinen Partner habe ich nie danach gefragt, ob das für ihn eine Option wäre, aber ich meine, seine Gefühle dazu einschätzen zu können), dazu sehe ich mich und meinen Partner zu sehr als Einheit, als Familie, die zur Not auch ohne Kind funktioniert hätte und in der ein dritter "Vater" (auch wenn er unbekannt ist) einfach nichts verloren hat. Dann schon eher Adoption oder Embryonenspende, die für mich gefühlsmässig auch in Richtung Adoption geht.

Felicitas80
23.10.2014, 19:28
@Gemme :blumengabe:
Soweit ich weiß, soll bei einer Adoption der Alterabstand zwischen Kind und Eltern nicht größer sein als 40 Jahre. Mein Mann ist 36, also wir haben noch etwas Zeit.

Embryonenspende hat mir bisher gar nichts gesagt und ich habe nun ein paar Berichte / Artikel gelesen, kommt zumindest auf die Alternativen-Liste, die wir noch bereden müssen.



Das Wochenende steht vor der Tür, habt ihr was besonderes fürs Wohlbefinden vor?
Wir werden den Balkon winterfest und anschließend einen schönen Herbstspaziergang (solange es das Wetter einigermaßen zulässt) machen, mit der Fotokamera im Gepäck :halloween:

Gemme
23.10.2014, 20:46
Huhu,
Felicitas, achso ist das mit der Adoption. Dann müssen wir einen Durchschnittalterswert errechnen ;)
Den Balkon winterfest machen ist ein guter Plan fürs WE - wir hatten eigentlich mit Besuch gerechnet, aber der kann jetzt doch nicht.

Ich werd mich auf jeden Fall noch ein bißchen mit meinem Byron-Katie-Hörbuch beschäftigen!

lou79
23.10.2014, 21:38
Hallo lou,

ich habe eben erst deinen Beitrag 51 im Strang gelesen.
Du bist so was von übertrieben überemotional, dass es schon fast weh tut dich zu lesen.

Ich hab doch nur zum Ausdruck gebracht, dass es den Frauen hier nicht um ein Kind geht, das sie in ihre Familie einbinden wollen und auf seinem Weg ins Erwachsenensein begleiten wollen. Es geht nicht um EIN Kind, sondern um die Befriedigung des Egos selbst ein Kind gebären zu wollen.

Sonst hätte keine der Frauen ein Problem, dann könnte jede sagen, gut ists, wenns klappt, wenn nicht ists auch gut und wenns unbedingt ein Kind sein soll, dann hole ich mir ein fremdes, das mich braucht,

Karla

Und warum musst Du Dich gerade bei mir rechtfertigen? Wie schön, dass Du alle hier anwesenden Frauen mit samt ihren Intentionen so gut kennest und Dir anmaßt, sie alle auch be- und verurteilen zu können. Wenn wir Dich nicht hätten...

Inaktiver User
23.10.2014, 23:25
Ich hab doch nur zum Ausdruck gebracht, dass es den Frauen hier nicht um ein Kind geht, das sie in ihre Familie einbinden wollen und auf seinem Weg ins Erwachsenensein begleiten wollen. Es geht nicht um EIN Kind, sondern um die Befriedigung des Egos selbst ein Kind gebären zu wollen.

Sonst hätte keine der Frauen ein Problem, dann könnte jede sagen, gut ists, wenns klappt, wenn nicht ists auch gut und wenns unbedingt ein Kind sein soll, dann hole ich mir ein fremdes, das mich braucht,



Ja und dann ist es eben egoistisch
Wird notmalreproduzieren jemals vorgeworfen, ein eigens Kind zu wollen und kein Pflegekind?

Ich wollte eine stinknormale Familie und nicht Sozialarbeit leisten, was nun mal die Aufnahme eines Pflegekindes bedeuten.
Ich nehme mir denselben Egoismus heraus wie eine Frau, die keine Probleme hat schwanger zu werden und ganz selbstverständlich ein eigenes Kind möchte.

Ich war sogar richtig egoistisch
Auf das schwanger sein und gebären hätte ich gut und gerne verzichten können, aber ich wollte ein leibliches Kind von meinem Mann und mir

Es ging mir wirklich nicht um EIN Kind sondern um UNSER Kind

Ebayfan
23.10.2014, 23:35
Wir sind alle egoistisch. Das ist kein Grund für Schuldgefühle. Es ist normal.

Wir haben alle das Recht, so zu leben, wie es uns gefällt, solange wir niemanden damit beeinträchtigen.

Was spricht also dagegen, dazu zu stehen und ehrlich zu sein?

Ich habe auch keine Lust auf Sozialarbeit!

Inaktiver User
23.10.2014, 23:41
Wir sind alle egoistisch. Das ist kein Grund für Schuldgefühle. Es ist normal.

Wir haben alle das Recht, so zu leben, wie es uns gefällt, solange wir niemanden damit beeinträchtigen.

Was spricht also dagegen, dazu zu stehen und ehrlich zu sein?

Ich habe auch keine Lust auf Sozialarbeit!

Eben
Ich war übrigens recht lange gewollt kinderlos mit zweifeln, d.h. Ich war mir lange nicht sicher ob ich Kinder will oder nicht
Mit 34 habe ich beschlossen es doch zu versuchen

Aber eines weiß ich aus dieser Zeit ein Kinderwunsch ist genauso egoistisch wie ein nichtkindewunsch

Gemme
24.10.2014, 06:36
Huhu Wolkenschaf,
das hast Du gut gesagt!

Im Übrigen kann man ja, z.B. in Karlas Fall,
immer noch hoffen, daß sich nicht ALLE Charaktereigenschaften der Eltern auf die Kinder vererben.
Schließlich war Karla so egoistisch, selbst zwei Mal zu gebären.

kimberland
24.10.2014, 06:58
...

Chris85
24.10.2014, 09:45
Ich finde jeder darf einen gesunden Egoismus haben! Und es ist doch ein total verständlicher Egoismus, wenn ein Pärchen (gerade die, die noch kein eigenes haben) sich ein Baby wünschen, das aus dem eigenen Fleisch und Blut ist. Man ist gespannt darauf von wem es die Nase hat und von wem die Augen etc. Ich finde es auch immer wieder schön zu hören wenn die Leute sagen, mein Sohn ist ein hübscher und er hätte ja die tollen langen Wimpern von der Mama geerbt... etc. Man findet es spannend gewisse Grundzüge im eigenen Kind wieder zuerkennen.

Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die sich sozial engagieren und z. B. Pflegekinder bei sich aufnehmen... Aber dafür muss man auch erstmal den Mut und die Kraft haben.
Wer einen Kinderwunsch hat versucht es doch in der Regel erstmal selbst ein Kind zu bekommen (bestimmt verschuldet das Mutter-Natur). Und wenn das nicht klappt, sind diese Menschen sicher schon sehr am Boden zerstört. Wie sollen die ein Pflegekind aufnehmen, mit der Unsicherheit ob es für immer bei ihnen ist oder doch wieder "abgegeben" werden muss. Das würde mich wahrscheinlich komplett zerstören... wenn ich dann endlich ein Kind im Arm hätte, auch wenns nicht das eigene wäre, man gewöhnt sich und liebt es sicher auch wie ein eigenes und dann wirds einem wieder weggenomnen... Das stell ich mir furchtbar vor.
Und Adoption... scheint ja auch nicht so leicht zu sein, sowohl finanziell als auch das ganze drum herum. Es gibt zwar sicher genug Kinder im Heim, aber die Behörden etc. machen es einem auch nicht gerade leicht was "Gutes" zu tun. Ich könnte mir evtl. schon vorstellen zu adoptieren, würden aber sicher an den Lebensumständen, dem finanziellen etc. scheitern.
Natürlich ist klar, nur um das Kind zu schützen, aber wie soll denn da eine "normale" Familie (keine Schauspieler-Familie mit unbegrenzten finanziellen Mitteln) eine Chance haben?!?

Karla, wenn du in dem Bereich arbeitest, kannst du ja mal ein paar Vorzüge einer Pflegschaft/Adoption aufzählen, vielleicht ist der ein oder andere dabei, der sich doch dafür erwärmen lässt. Das ist sicher sinnvoller, es mit Fakten anderen ans Herz zu legen darüber nachzudenken, als ihnen Vorwürfe zu machen wie egoistisch man sei ein eigenes Kind zu wollen, was ja aber das normalster der Welt ist.

Mailine
24.10.2014, 10:49
abgesehen davon, wie äusserst unsensibel und verletzend der Vorschlag Pflegekinder gemacht wurde, Karla:

Du kannst Dich auf den Kopf stellen:

Als ungewollt Kinderlose hätte ich kein Pflegekind gewollt. Aus völlig egoistischen Gründen.

Und nun? Bin ich jetzt böse?

Und wenn schon.

Gemme
24.10.2014, 11:16
Hallo,

ärgert Euch bitte nicht zu sehr, es braucht sich doch hier niemand rechtfertigen.

Mir hilft es in Panikmomenten, mich mit Pflegeeltern schaft oder Adoption zu beschäftigen, aber da darf jeder anders sein.

Glaubt Ihr übrigens, das dieser starke Kinderwunsch auch irgendwie körperlich gesteuert ist? Durch Hormone oder so?

LillyMarlena
24.10.2014, 11:18
Auf das schwanger sein und gebären hätte ich gut und gerne verzichten können,

Ich finde sogar, dass frau so "egoistisch" sein darf, diese beiden Dinge erleben zu wollen. Ich fand die Schwangerschaften auch nicht so prickelnd- aber eine interessante Erfahrung war es irgendwie schon :zwinker:. Und die Geburt- wow. Das ist schon eine ganz große Nummer. Und ich gehöre nicht zu Frauen, die das idealistisch verklären. So was darf man erleben wollen. Natürlich nicht als Selbstzweck, aber vor dem Hintergrund, dass man gerne mit Kindern leben möchte.

LillyMarlena
24.10.2014, 11:21
Glaubt Ihr übrigens, das dieser starke Kinderwunsch auch irgendwie körperlich gesteuert ist? Durch Hormone oder so?

Ja, ich bin davon überzeugt. Ob Hormone oder sonstwas- ich empfinde das so, dass da auch eine große Prise Instinkt dabei ist. Aber die Kenntnis davon verringert den Wunsch nicht :zwinker: Ich denke, auch für den Menschen gibt es einen "Urfortpflanzungstrieb", und es ist eine zivile Errungenschaft, den auch nicht haben zu können.

emma_ha
24.10.2014, 11:24
Glaubt Ihr übrigens, das dieser starke Kinderwunsch auch irgendwie körperlich gesteuert ist? Durch Hormone oder so?

Ich hüpfe nur kurz rein, da ich von dem Thema selbst nicht betroffen bin und daher auch eher denke, ich halte mich zurück, eben weil es für die Betroffenen schon schwer genug ist (auch wenn ich an dieser Stelle zugebe, dass ich manchmal ein bisschen mitlese und auch Anteil nehme).
Aber zu dieser Frage: Defintiv ja. Ich hätte vor meinem ersten Kind zu keinem Zeitpunkt einen wirklich triftigen "vernünftigen" Grund nennen können, warum ich ein Kind will. Und ich kann das auch jetzt für meine Zweitkindwunsch nicht. Natürlich gibt es Argumente. Aber keinen Grund, außer dem, dass ich es eben will. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch nicht einfach so sagen könnte, "ein eigenes klappt nicht, nehm ich halt ein Pflegekind". Ein Kinderwunsch ist nicht rational und kann nicht so behandelt werden. Und dem hier von Wolkenschaf:
"ein Kinderwunsch ist genauso egoistisch wie ein nichtkindewunsch"
gibt's eigentlich gar nichts hinzuzufügen.
Ich wünsch euch allen Hoffnungsfrauen, dass es ganz bald klappt.

Inaktiver User
24.10.2014, 11:29
Auch bei Adoptionen gibt es eine mehrwöchige Phase, in denen noch eine "Rückführung" zustande kommen kann. Das ist nicht selten. Was es seelisch bei den neuen Eltern, die "ihr" Baby zu diesen Zeitpunkt bereits vollständig in die Familie aufgenommen haben, auswirkt, brauche ich niemanden zu erklären, der selbst Kinder hat oder sich welche wünscht.

Ein befreundetes Paar von uns wurde jüngst vom Jugendamt als Adoptiveltern abgelehnt. Begründung: Dadurch, dass sie von Anfang an keine eigenen Kinder wollen und nur Adoptivkinder, zeigten sie, dass sie unrealistische Erwartungen an das Zusammenleben mit adoptierten Kindern haben. Das "wir retten die Welt"-Argument mögen die Jugendämter nämlich gar nicht leiden. Zu Recht. Da lastet dann eine riesige Bürde auf den Kindern.

Karla, ich will Dich gar nicht bashen, aber ich denke, dass Du sehr veraltete Vorstellungen hast, über alles, was Adoptionen und Pflegschaften angeht. In den 80ern war die Welt noch anders. Es gab noch wenig Sozialhilfe, vieles war verpönt. Farbige uneheliche Kinder wurden damals z.B. gerne zur Adoption freigegeben (meine Eltern lebten in der Nähe einer Army-Base, das war nichts ungewöhnliches). Das waren gesunde Kinder, bei denen sich das Trauma in Grenzen hielt, sofern sie gut aufgenommen wurden. Heute sieht das anders aus. Gott sei Dank haben wir eine Grundsicherung und keine Vorbehalte mehr gegenüber alleinerziehenden. Daher wird heute ein anderes Klientel zur Adoption freigegeben. Diese Kinder brauchen auch Eltern, dringend sogar! Aber von ihren neuen Eltern wird eine andere Herangehensweise erwartet. Psychologische und sozialpädagogische Kenntnisse. Viele Adoptionswillige kommen aus diesem Bereich und wenn nicht, müssen sie sich schulen lassen. Das können und wollen nicht alle leisten. Und es ist wichtig für die Kinder, dass sie zu Eltern kommen, die kompetent mit ihrer Situation umgehen und sich nicht nur dringend ihren eigenen Kinderwunsch erfüllen wollen.

Ich fände es schade, wenn man hier übers Ziel hinausschießt und Adoptionen irgendwie in einem komischen Licht erscheinen lässt. Ich kenne einige glückliche Adoeltern und Kinder, die sonst keine Chance gehabt hätten. Aber dieses larifari adoptiert halt ist einfach ärgerlich. Gerade, wenn es von einer Frau kommt, die es selbst nicht gemacht hat.

Felicitas80
24.10.2014, 11:35
Glaubt Ihr übrigens, das dieser starke Kinderwunsch auch irgendwie körperlich gesteuert ist? Durch Hormone oder so?

Ich glaube auch, ja!

Und es ist ein anderes Gefühl als die Entscheidung Studium ja oder nein, Hochzeit ja oder nein, Eigenheim ja oder nein. Ist auch alles keine Garantie für ein glückliches Leben, kann auch Stress/Streit bringen, kostet Geld und Zeit (wobei der Vergleich natürlich hinkt, das ist mir schon klar).
Die Aussicht auf ein Pflege-/Adoptionskind ist auch kein "gleichwertiger" Ersatz.

Ich will jetzt ein Kind mit meinem Mann. Punkt. Ausrufezeichen!

Inaktiver User
24.10.2014, 11:53
Ich glaube auch, dass es irgendwas mit Instinkt oder Hormonen zu tun hat, dieser große Kinderwunsch. Interessanterweise ja auch bei Männern. Er lässt sich ja auch nicht wirklich hinterfragen, der Wunsch. Er ist einfach da.

Ansonsten kann ich verstehen, wenn ihr ein Kind von EUREM Mann und von keinem anderen haben möchtet, wobei ich es interessant finde, dass sich einige von euch eher eine Eizell- als eine Samenspende vorstellen können. Bei uns stellt sich die Frage ja nicht - entweder Kind von einem anderen Vater oder gar nicht. Zwar finde ich es schwierig, eben nicht auf bestimmte, mögliche Charakterzüge vorbereitet zu sein, andererseits - wie gesagt - gibt es keine Alternative. Und ein ganz furchtbares Kind kann man auch so bekommen. (Ich kann mir zwar vom Kopf nur schwer vorstellen, dass ich es lieben kann, weiß aber, dass es das Herz auf jeden Fall tun wird).

Eine Eizellspende können wir uns für uns nicht vorstellen. Dass es die Möglichkeit im Ausland gibt, finde ich hingegen gut. Auch die Embryonenspende in Deutschland. Allerdings frage ich mich - sollten wir mal in die Situation kommen - ob wir mitmachen würden und unsere Embryos spenden würden. Ich habe doch irgendwie eine Verantwortung für meine Zellen/potentiellen Kinder. Ich würde wissen wollen, ob es ihnen gut geht - und hätte keine Chance, es jemals zu erfahren. Mir wäre wichtig, dass das Kind erfahren kann, von wem es abstammt, aber dafür müssten die Eltern ihm ja die Entstehungsgeschichte erzählen. Und darauf kann ich mich nicht verlassen. Und dann stelle ich mir - siehe oben - das ganz komplizierte Kind (was weiß ich, drogenabhängig oder schwer bedürftig) vor, dass eines Tages vor meiner Haustür steht. Muss ich mich dann darum kümmern, weil es mein Fleisch und Blut ist? Bin ich moralisch verpflichtet? Was sagt das Herz? (Und die Hormone?)

Entschuldigt, das hört sich gerade sehr verkopft und analytisch an, aber so in etwa treibt es mich um.

beste grüße
sunset

Gemme
24.10.2014, 12:14
Hallo Ihr Lieben,

danke Coralie für den Beitrag zum Thema Adoption!
Ja, so sehe ich das halt auch.
Die Vorstellung, man würde quadi ein Kind von der Straße auflesen und es bei sich aufnehmen können, ist zwar schön, aber völlig letztlich völlig unrealistische
Sozialromantik.

@sunsetsunrise:
Also Ihr probiert es mit Spendersamen?
Wie steht Dein Mann dazu, hat er da irgendwelche Vorbehalte?

Gemme
24.10.2014, 12:18
Huch, zu früh abgeschickt!

Sunsetsunrise, ich finde das gar nicht verkopft. Ich hätte die selben Überlegungen, was so eine Eizellspende angeht. Nochmal zur Spermaspende: ich denke schon, das das Umfeld eine sehr, sehr wichtige Rolle spielt und es gut passieren kann, das man im Kind Charakterzüge des Partners entdecken kann, auch wenn dieser nicht der leibliche Vater ist.

LillyMarlena
24.10.2014, 12:18
Sunset,
ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Kinderhaben und Muttersein sind eben ganz komplexe, vielschichtige Themen. Eine Eizellen oder Embyronenspende geben- geht das vielleicht eher, wenn man noch keine eigenen Kinder hat? Für mich wäre das unvorstellbar, dass ein Geschwisterkind meiner Kinder, also ein Kind, das genauso gut bei uns leben könnte, außerhalb meines Kontrolleinflusses aufwächst. Dass man GAR nicht weiß, wie es ihm geht, ihm im Notfall nicht helfen kann- das wäre vielleicht anders, wenn ich keine Kinder hätte und keine konkrete Vorstellung von ihnen hätte.

Apropos leiblich, andersherum denke ich immer, wenn ich plötzlich die Nachricht bekommen hätte, eins meiner Kinder sei vertauscht und nicht meines, ich würde es NIE, NIE, NIEMALS hergeben wollen. NIEMALS.

lagiri
24.10.2014, 12:23
Ich glaube auch, dass es irgendwas mit Instinkt oder Hormonen zu tun hat, dieser große Kinderwunsch. Interessanterweise ja auch bei Männern. Er lässt sich ja auch nicht wirklich hinterfragen, der Wunsch. Er ist einfach da.

Ansonsten kann ich verstehen, wenn ihr ein Kind von EUREM Mann und von keinem anderen haben möchtet, wobei ich es interessant finde, dass sich einige von euch eher eine Eizell- als eine Samenspende vorstellen können. Bei uns stellt sich die Frage ja nicht - entweder Kind von einem anderen Vater oder gar nicht. Zwar finde ich es schwierig, eben nicht auf bestimmte, mögliche Charakterzüge vorbereitet zu sein, andererseits - wie gesagt - gibt es keine Alternative. Und ein ganz furchtbares Kind kann man auch so bekommen. (Ich kann mir zwar vom Kopf nur schwer vorstellen, dass ich es lieben kann, weiß aber, dass es das Herz auf jeden Fall tun wird).

Eine Eizellspende können wir uns für uns nicht vorstellen. Dass es die Möglichkeit im Ausland gibt, finde ich hingegen gut. Auch die Embryonenspende in Deutschland. Allerdings frage ich mich - sollten wir mal in die Situation kommen - ob wir mitmachen würden und unsere Embryos spenden würden. Ich habe doch irgendwie eine Verantwortung für meine Zellen/potentiellen Kinder. Ich würde wissen wollen, ob es ihnen gut geht - und hätte keine Chance, es jemals zu erfahren. Mir wäre wichtig, dass das Kind erfahren kann, von wem es abstammt, aber dafür müssten die Eltern ihm ja die Entstehungsgeschichte erzählen. Und darauf kann ich mich nicht verlassen. Und dann stelle ich mir - siehe oben - das ganz komplizierte Kind (was weiß ich, drogenabhängig oder schwer bedürftig) vor, dass eines Tages vor meiner Haustür steht. Muss ich mich dann darum kümmern, weil es mein Fleisch und Blut ist? Bin ich moralisch verpflichtet? Was sagt das Herz? (Und die Hormone?)

Entschuldigt, das hört sich gerade sehr verkopft und analytisch an, aber so in etwa treibt es mich um.

beste grüße
sunset

Liebe Sunset,

ich finde deine Gedanken gar nicht verkopft, sondern absolut nachvollziehbar.

Zur Frage ob Samen- oder Eizellspende: Ganz ehrlich wäre Eizellspende für mich aus ganz egoistischen Motiven nie eine Option gewesen. Zu wissen, dass das Kind zwar von meinem Partner ist und ganz viele seiner körperlichen und psychischen Eigenschaften vererbt bekommen hat und in sich trägt, aber nicht von mir, sondern von einer anderen Frau, wäre für mich ganz ganz schlimm. Und ehrlich, ich glaube, ich könnte das Kind nicht genauso lieben wie mein eigenes.

Daher sagte ich wenn schon, dann lieber Embryonenspende, dann sind wir eben beide nicht die leiblichen Eltern. Aber auch hier, ein biologisch fremdes Kind bewusst auf die Welt bringen? Im Gegensatz zu adoptierten Kindern, die eben schon auf der Welt sind und deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen (sind ja nicht nur Eltern aus dem Drogenmilieu, sondern auch kranke oder plötzlich verstorbene Eltern) nicht mehr um ihr Kind kümmern können, bringe ja erst ich das Embryonenspende-Kind durch meine bewusste Entscheidung zum Leben.

Ist das gut? Gut für mich? Gut fürs Kind? Mit 18 darf es ja erfahren, wer seine leiblichen Eltern sind. Und dann? Kann ein Mensch mit einer solchen Situation umgehen? ALs Kind? Als Erwachsener? Zu wissen, dass er aus einen gespendeten Spermium und einer gespendeten Eizelle entstanden ist und die Eltern gar keine leiblichen Eltern sind? Zerbricht ein (junger) Mensch nicht daran? Kann ich das als angehende Mutter verantworten?

Und dann frage ich mich natürlich schon, wer seine eigenen Eizellen und Spermien spendet. Ich selbst könnte nicht mit dem Gefühl leben, dass irgendwo da draußen vielleicht ein Kind existiert, dass biologisch gesehen mein eigenes Fleisch und Blut ist (klingt vielleicht blöd, ist aber so).

Also: Was sind das für Typen, die ihre Spermien spenden? Typen, die aufs Geld scharf sind? Typen, die sich für soooo toll halten, dass sie ihre Nachkommen möglichst überall auf der Welt verstreuen würden? Oder aber verantwortungsbewusste Männer, die anderen helfen wollen? Hm, ich weiß es nicht.

Camaine
24.10.2014, 13:08
Und dann frage ich mich natürlich schon, wer seine eigenen Eizellen und Spermien spendet. Ich selbst könnte nicht mit dem Gefühl leben, dass irgendwo da draußen vielleicht ein Kind existiert, dass biologisch gesehen mein eigenes Fleisch und Blut ist (klingt vielleicht blöd, ist aber so).

Also: Was sind das für Typen, die ihre Spermien spenden? Typen, die aufs Geld scharf sind? Typen, die sich für soooo toll halten, dass sie ihre Nachkommen möglichst überall auf der Welt verstreuen würden? Oder aber verantwortungsbewusste Männer, die anderen helfen wollen? Hm, ich weiß es nicht.

Ich kann nur was zu Embryonenspende sagen, da habe ich nämlich schon mal drüber nachgedacht.

Embryos können ja im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung "übrig" bleiben. Angenommen jemand hat sehr viele befruchtete Eizellen, von denen ja nur max. 3 in die Gebärmutter eingesetzt werden, wird der Rest eingefroren. Wenn der Versuch nicht klappt kann man auf diese Eisbärchen zurückgreifen und muss nicht nochmal neu stimulieren. Oder wenn es klappt noch ein (oder mehr) Geschwisterkinder machen. Aber was, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und man immer noch ein paar Eisbärchen übrig hat?
Man hat sie ja so mühsam produziert, will man sie jetzt wirklich "entsorgen"? Oder gibt man sie lieber zur Spende frei, damit andere Paare, die sich auch sehr ein Kind wünschen aber nur so eins bekommen können auch eine Chance haben? Und weiß dann aber, dass man irgendwo ein Kind hat, dass man nicht kennt?

Gemme
24.10.2014, 13:20
Ich habe mal ein Interview mit einem KiWu-Arzt gelesen, der meinte, er würde sich freuen, wenn EZ-Spende bei uns legal wäre, weil man in der KiWu-Behandlung manchmal mehr EZs gewinnt als nötig, und es wäre schön, diese weiter geben zu können. Unter solchen Umständen...wenn ich mir vorstellen, damit einer Frau zu helfen, die ähnlich verzweifelt ist wie ich, da hätte ich schon ein besseres Gefühl.

Was die Samenspender angeht: ich glaub, Männer haben da oft einen viel pragmatischeren Umgang mit. Ein Exfreund von mir meinte mal, wenn mit so bißchen Selbstbefriedigung jemandem zu helfen ist und er kriegt noch etwas Geld dafür-warum nicht?

Für ihn war das wie Blut spenden, und
er war ein durchaus (sozial) intelligenter Mann.

Inaktiver User
24.10.2014, 13:24
Hallo,

Danke für eure Antworten.

@gemme: Ja, wir versuchen es mit Spendersamen. Eine andere Möglichkeit gibt es für uns nicht. Insofern hat mein Mann da vielleicht seine Gedanken zu, aber es ist einfach klar, dass wenn wir ein Kind haben wollen - und das hätten wir gerne - es nur mit der sozialen Vaterschaft seinerseits geht. Punkt. Klar haben wir beide da irgendwie Manschetten, aber eben keine Alternative. Das ist eine Kopfentscheidung, nachdem das Herz gesprochen hat. Klar ist für uns, dass wir von Anfang an offen damit umgehen wollen - dem Alter entsprechend.
Sollte es dann doch noch klappen, bevor meine Nerven aufgebraucht sind, bin ich schon sehr gespannt darauf, wann ich zu ihm sagen werde: Ganz der Papa...

@LilyMarlena: Ich verstehe dich. Da wir aber neben der Samenbankentscheidung auch beschlossen haben, ausschließlich in Deutschland zu bleiben und nicht ins Ausland zu gehen, trotz Selbstzahler und dann geringeren Kosten und auch die Medikamente hier zu kaufen (ich habe jetzt so viel Mist mitgenommen, dass ich einfach die kleine Chance, dass die Klinik im Ausland vielleicht doch nicht so toll ist oder die Medikamente kein wirksames Präparat [ist noch nie vorgekommen, sagt meine Ärztin, aber ich will nicht die erste sein]) mitd er Folge, dass wir dadurch eine IVF weniger bezahlen können und finanziell bald ausgelutscht sind, da wir also in Deutschland bleiben, können wir die Embryonen wenn, erst dann spenden, wenn wir ein Kind haben. Und ich nehme fast an, dass wir es, wenn wir dasd Glück erleben dürfen, es nicht machen werden wg. der von dir genannten Gründe.

@lagiri: Ich nehme an, die Menschen halten sich für toll und/oder brauchen das Geld. Wir haben angegeben, dass unser Spender mindestens einen Realschulabschluss haben soll - wie mein Mann. Mehr kann ich nicht verlangen. Ich finde es schwierig, dass ich weder weiß, ob er eine Riesennase hat, noch ob er menschlich zugewandt ist. Aber: Mit der besten Erziehung und Zuwendung kann man manche Charakterzüge nicht ändern und mit dem miesesten Verhalten auch die tollsten Kinder klein kriegen. Wir würden unser Bestes tun!

Viele Grüße
sunset