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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zuschüsse für professionelles Coaching :)



Dienstreise
02.12.2006, 10:17
Hallo in die Runde.
Seit längerem ist mir wieder ein Thema untergekommen, dass euch interessieren könnte. Die Kurzform lautet: Es gibt Geld für Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit kommen und ein professionelles Coaching in Anspruch nehmen wollen, um nicht auf die Nase zu fallen.
Der Artikel endet eigentlich mit einer Telefon-Nummer, die hier natürlich nicht stehen bleiben kann. Ich denke aber, dass Google hilft - und euer Arbeitsamt weiß gewiß auch einen Rat. Hier also die Langfassung. Gute Wuensche aus Pirmasens

Cornelius

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Mehr Chancen durch Coaching

Existenzgründer sollten professionelle Unterstützung wahrnehmen
Fördergelder für Hilfe vom Fachmann

Von Cornelius Bischoff

Für immer mehr Erwerbslose bietet das eigene Unternehmen einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Im Bereich der Arbeitsagentur Pirmasens haben - seit 2004 und bis zum 31. Juli diesen Jahres - 1.541 Arbeitslose diesen Weg beschritten. Doch ohne professionelle Unterstützung während der Startphase hat eine Gründung oft nur geringe Zukunft.

„Wir erleben es häufig, dass Jungunternehmer zu Beginn ihrer Selbstständigkeit mit der Situation überfordert sind“, berichtet Gabriele Westerkamp. Nach Auskunft der Leiterin des Geschäftsbereiches „Starthilfe und Unternehmensförderung“ beim IHK-Dienstleistungszentrum in Pirmasens, haben Jungunternehmer auch dann Probleme, wenn sie fachlich hoch qualifiziert sind. Zu den oft unterschätzten Schwierigkeiten gehören nicht nur organisatorische Aufgaben wie Buchführung und Finanzplanung, auch eine notwendige Umstellung im Kopf der jungen Unternehmer ist für zahlreiche Gründer mit Schwierigkeiten verbunden. Gabriele Westerkamp: „Selbstständig zu sein bedeutet, selbst und ständig zu arbeiten“. Die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren, und auch in schwierigen Situationen gleich bleibend freundlich mit Kunden und Lieferanten umzugehen, diese Anforderungen finden sich auf keinem Lehrplan der üblichen Ausbildungswege. An genau dieser Stelle setzt eine professionelle Beratung durch Fachleute ein. Das so genannte Coaching ist ein Angebot, das IHK und die Agentur für Arbeit gleichermaßen empfehlen.

„Um das Scheitern von Existenzgründungen zu verhindern, unterstützt die Agentur für Arbeit Jungunternehmer, die professionelle Coaching-Angebote wahrnehmen wollen, auch in finanzieller Hinsicht“, sagt Hans-Jürgen Sponhauer, Pressesprecher der Pirmasenser Agentur, die auch für Zweibrücken und den Landkreis Südwestpfalz zuständig ist. Eine wesentliche Voraussetzung, um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, ist es, wenigstens einen Tag als Bezieher von Arbeitslosengeld anerkannt gewesen zu sein. Um die Qualität der Beratung sicherzustellen, führen Arbeitsagentur und IHK Listen von Beratern, die Interessenten qualifizierte Hilfe anbieten. Eine dieser so genannten Coaches ist Alexandra Stöhr. die von den Arbeitsagenturen Pirmasens, Zweibrücken, Dahn, Kaiserslautern und Saarbrücken als Begleiterin auf dem Weg in die Selbstständigkeit anerkannt ist. Neben einem betriebswirtschaftlichen Studium und Berufserfahrung in Steuerberatung und Finanzmanagement sind es vor allem Erfahrungen in der psychosozialen Beratung, die den Klienten der 41-Jährigen zugute kommen. Vor ihrer Coaching-Tätigkeit hatte Stöhr über neun Jahre schwer vermittelbare Klienten auf dem Arbeitsmarkt betreut.

„Angestellte Arbeitnehmer haben meist feste Arbeitszeiten und definierte Aufgaben, die sie in einer bestimmten Zeit erledigen müssen“ erklärt die Beraterin. Diese vorgegebene Struktur entfällt bei dem Schritt in die Selbstständigkeit. Ein Existenzgründer muss in der Lage sein, notwendige Schwerpunkte täglich neu zu setzen, eigene Ziele zu definieren und seine Zeit entsprechend einzuteilen. „Dafür werden besondere Fähigkeiten gebraucht, die ein professionelles Coaching vermittelt“, beschreibt Stöhr. Hilfe bietet ein Coaching auch im Umgang mit Konflikten, die in dem persönlichen Umfeld des Jungunternehmers entstehen können, etwa wenn sich der Gründer nur noch in seinem Unternehmen engagiert und die Zeit für Familie und Freunde fehlt. „Der Schritt in die Selbstständigkeit hat viele Facetten,“ sagt Stöhr. Ein professionelles Coaching muss deshalb mehr leisten, als das bloße Vermitteln von betriebswirtschaftlichem Fachwissen.

Für eine qualifizierte Beratung übernimmt das Land einen Teil der Kosten. In Pirmasens, Zweibrücken und Dahn gibt es Fördermittel bis zu 2.000 Euro, in Kaiserslautern und Saarbrücken werden bis zu 700 Euro übernommen. Die anfallende Umsatzsteuer muss der Jungunternehmer selbst entrichten, eine Investition, die aber steuerlich absetzbar ist. Wer mehr wissen will, bekommt weiterführende Informationen bei der Agentur für Arbeit oder bei Alexandra Stöhr.