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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Verhältnis zu Euren Müttern..



Agapimou
28.06.2014, 11:35
Hallo!!
Schon lange frage ich mich was die Frauen in meinem Alter(jetzt 60) zu ihren Müttern für ein Verhältnis haben..das würde mich echt mal brennend interessieren..
Ist das alles immer so Friede,Freude ,Eierkuchen oder gibts auch schlechte Verhältnise zueinander..
Also bei mir ist es seit längerem sehr gespannt ..meine Mutter ist jetzt 82 und ich habe so den Verdacht und diesen nicht erst seit jetzt..nur fällt mir das extrem auf..das ich für die Fehltritte die sich mein Vater da früher in ihrer Ehe geleistet hat das ich da schon etwas büßen muss..zumal ich sehr meinem Vater ähnlich bin vom Wesen ,Charakter und Aussehen her..
Manchmal glaube ich echt im bin im falschen Film..ich habe und würde wirklich alles für meine Mutter tun..nur blockt sie das oft ab oder verliert keine Wort darüber ob das was ich für sie gemacht habe nun gut oder schlecht war..kein Wort
Nagut man muss mir keine Dankesreden halten ..möchte ich auch nicht..
Dann habe ich eine 11 jahre jüngere Halbschwester was eigentlich nie für mich ein Thema war..sie ist meine Schwester..basta..
Bei ihr sieht das dann natürlich alles anderst aus..bei ihr ist immer alles das gelbe vom Ei und sie macht auch alles richtig..selbst ihre 3 Kinder sind das non plus ultra..bei ihr ruft sie täglich 3x an bei mir ist es so wenn ich nicht anrufe dann rührt sich nix..

Ich frage mich jetzt allen Ernstes..wie kann ich als Mutter solche Unterschiede zwischen meinen Kindern machen?? So etwas würde es bei mir und meinen 2 Kerlen nie geben..das geht einfach nicht..
Und jetzt habe ich einfach keinen Bock mehr auf so einen Firlefanz..
Also wer hat mit seiner Mutter auch solche Erfahrungen gemacht??

Inaktiver User
28.06.2014, 11:44
Ich verdanke meiner Mutter, dass ich mit einem sehr modernen Frauenbild aufgewachsen bin. Als in den siebziger Jahren die Frauenbewegung begann habe ich mich gefragt, was die eigentlich wollten - ihre Forderungen waren aus meiner Sicht ohnehin Selbstverständlichkeiten. Das war natürlich naiv und nur mit jugendlichem Egozentrismus erklärbar.:smile:
Ansonsten gab es, seit ich erwachsen bin, eigentlich kaum positive Gefühle von meiner Seite - bestenfalls Sachlichkeit. Sie ist jetzt seit über 10 Jahren tot, gefehlt hat sie mir seitdem nie.

Agapimou
28.06.2014, 11:54
Das sagt aber auch schon
Viel aus
Eigentlich dachte ich immer das man vor den Eltern Respekt haben sollte ..deswegen habe ich ihr selten widersprochen um Streit aus dem Wege zu gehen. .nur so langsam beschleicht mich das Gefühl das ich das jetzt nicht mehr haben muss und vor allem nicht mehr wil..

Opelius
28.06.2014, 12:17
ich kann die Situation nur aus dem Verhältnis unserer erwachsenen Tochter zu meiner Frau beschreiben. Während der Pubertät war es die andauernde Revolution mit wüsten Beschimpfungen. Jetzt mit selbst pubertierenden Kindern sind die beiden sich so etwas von ähnlich geworden und damit das Verhältnis nicht sonderlich besser. Unsere Tochter wollte nie so werden wie ihre Mutter. Ist sie aber!
Wie soll sich erwachsene Frau von der Mutter abgrenzen?

Inaktiver User
28.06.2014, 12:42
Wie soll sich erwachsene Frau von der Mutter abgrenzen?

Das fand nich nun wieder nicht sooo schwierig, obwohl man gegen meine Mutter nicht rebelllieren konnte, weil sie mir nie Grenzen gesetzt hat. Wer Grenzen setzt übernimmt Verantwortung, und das wollte sie lieber nicht.
Ich war dafür bei meinen Kindern sehr gut im Grenzensetzen.:freches grinsen:

Inaktiver User
28.06.2014, 12:50
Das sagt aber auch schon
Viel aus.

Wohlgemerkt, das mit der Dankbarkeit war nicht ironisch gemeint sondern echt. Ich bin nicht nur ihr aber auch ihr wirklich dankbar, weil sie mir vermittelt hat, das Frauen keineswegs die traditionelle Frauenrolle übernehmen müssen und dass sie genauso klug und stark sind wie Männer (pauschal gesagt). Sie hat mir durchaus auch vermittelt, dass Frauen es u.U. Schwere haben, aber das sich der Kampf lohnt und keineswegs hoffnungslos ist. Sie wäre, lebte sie noch, eher "not amused", dass selbst heute nach viele Frauen selbstverständlich die Hauptverantwortung für die Familie übernehmen.
Und mir wurde nie vermittelt, dass man als Kind Erwachsenen nicht widersprechen darf, das galt auch für Eltern und Lehrer.

Inaktiver User
29.06.2014, 16:45
Meine Mutter ist 93 Jahre alt und hat viel erlebt.
Krieg und Vertreibung.
Wir sind 3 Töchter zu Hause und hatten kein gutes Elternhaus.
Mein Mutter war nie gut zu uns, hat uns ausgespielt und macht es heute noch, wenn sie mal einen demenzfreien Tag hat.
Mein Mutter hat sich immer rausgenommen, uns alles an den Kopf zu klatschen, was ihr gerade so in den Kopf kam.
Mit dem Erfolg, dass sich meine ältere Schwester voll von ihr abgewandt hat.
Sie ist selbst sehr krank und konnte das alles nicht mehr ertragen.
Meine jüngere Schwester war der Liebling.
Ich bin in der Mitte und hatte den Absprung nicht geschafft und nun hänge ich noch an meiner Mutter.
Mutter eben.
Ertrage Woche für Woche ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben oder was weiß ich.
Ich kann nicht anders, bin krank dadurch geworden. War zur Therapie, abgebrochen, die Therapeutin half mir nicht wirklich.
Manch einer fragt sich, was ist denn da so schlimm ? Auch oftmals im Bekanntenkreis, wenn diejenigen eine liebe Mutter haben/hatten. Ich spreche mit niemanden mehr drüber, außer mit meinem Mann und Sohn.
Weil, sie haben ja genug mitgemacht.
Man ist zu unrecht beschuldigt worden,
an mir wurden Launen ausgelassen,
bin mit Vorwürfen überhäuft worden und, und, und.
Und das geht immer so weiter, bis man selbst am Ende ist.

Viele sagen: so spricht man nicht über seine Mutter !
Deshalb erzähle ich es niemanden, nur hier bin ich jetzt mal aus dem Rahmen gefallen.

Ich denke mal, das hat auch alles was mit der Generation zu tun.
Denn ich bin ja eine andere Mutter.

Inaktiver User
29.06.2014, 17:04
Meine Mutter ist lieb, aber manchmal einfach nicht zu
ertragen. Dann sage ich ihr das_ und danach muckelt
sie etwas. Aber anschließend ist sie wieder ganz normal.
Vielleicht braucht sie ab und an einen Spiegel? :beleidigt::kuss:

zio
29.06.2014, 17:29
Meine Mutter...ich weiß nicht, ob ich ein normales oder abnormales Verhältnis zu ihr habe, ich habe meins, das auf mich zugeschnitten ist.

Sie ist nun 80 und mir kommt vor, als wäre sie immer gleich geblieben. Nicht ganz, sie ist heute wärmer und herzlicher, als sie es früher war.

Ich habe meine Kindheit in keiner guten Erinnerung - aber ich liebe meine Eltern. Immer wieder entdeckte ich an mir Seiten, die meinen Eltern gleichen, mal eine des Vaters, mal eine der Mutter.

Ich könnte sie gar nicht ablehnen - das hieße für mich, auch mich selbst abzulehnen. Und mich selbst mag ich ja auch.:cool:

Unser Verhältnis ist so ein Zwischending, auf der einen Seite haben wir nicht permanenten Kontakt, was mir ok erscheint - auf der anderen Seite wird mir das schmerzlich bewusst, wenn meine Eltern krank sind, dann mache ich mir Sorgen und hänge ständig am Telefon. Solange, bis es ihnen wieder besser geht, dann wird der Kontakt wieder weniger.

Liebe Grüße
Zio

Inaktiver User
30.06.2014, 01:34
Bei mir ist das eher so ein Anhängigkeitsverhältnis.
Kann das schlecht beschreiben.
Und das ist nicht gut.

Inaktiver User
30.06.2014, 08:40
Bei mir ist das eher so ein Anhängigkeitsverhältnis.
Kann das schlecht beschreiben.
Und das ist nicht gut.

Magst Du das etwas genauer schildern?
Worin äußert sich dieses Abhängigkeitsverhältnis? Gibt es dafür konkrete Gründe?

Inaktiver User
30.06.2014, 20:02
Nö,
ganz einfach meine Erziehung.
Ich bin die mittlere von 3 Töchtern.
Meine Mutter ist böse und zickig aber ich kann nicht von ihr lassen.
Will ihr helfen,
will ihr gefallen,
will, will, will

das wird aber nichts mehr im Leben :freches grinsen:
Ich weiß das auch alles, kann aber nicht anders.

Inaktiver User
30.06.2014, 22:14
Nö,
ganz einfach meine Erziehung.
Ich bin die mittlere von 3 Töchtern.
Meine Mutter ist böse und zickig aber ich kann nicht von ihr lassen.
Will ihr helfen,
will ihr gefallen,
will, will, will

das wird aber nichts mehr im Leben :freches grinsen:
Ich weiß das auch alles, kann aber nicht anders.

Hast du's mal probiert? Zum Beispiel über eine Therapie?
Du wärst nocht die Erste, die so ihre Mutter "aufarbeiten" muss.

Inaktiver User
01.07.2014, 00:45
Therapie war ich, hat mir nicht geholfen.

Wattwanderin
01.07.2014, 07:48
...im reifen Alter sollten Frauen sich auf Augenhöhe respektieren und diese Mama-kind-ebene lange verlassen haben.

Wer immer noch erwartungsvoll hofft, speziell von der Mutter die Liebe und Anerkennung zu bekommen, der sie schon ihr leben lang hinterher laufen, der hat noch nicht gemerkt, dass es Millionen Menschen gibt, unter denen viele seelenverwandte leben, die einem genau das geben können - und gerne - wozu manche nicht fähig sind aufgrund ihrer eignen Biographie - auch Mutter - und so ist das.

Wer sein leben lang dauernd misst und vergleicht, wer mehr hat, der wird nie zur Ruhe kommen.
Nur wir selbst können unser leben für uns so ausrichten und Wahlen, mit wem und von wem wir was mochten, vertane Energie, die Mutter so auf einpodest zu stellen, wenn die mama neunmal die angepasste brave Art der Schwester total toll findet, sollte man nicht versuchen, dieser nachzueifern, diejenigen, die IHREN eigenen weg gehen, der nicht der Vorstellung der mama entspricht, sind oft die sog. Schwarzen Schafe und Bösewichte in de Schule, weil sie sich schon sehr früh "erlauben" zu fühlen, was für sie der richtige weg ist, gut so...

Inaktiver User
01.07.2014, 11:13
@wattwanderin, da sprichst Du wahre Worte.
danke Dir dafür.

Ravina
05.07.2014, 12:07
Meine Mutter ist 93 Jahre alt und hat viel erlebt.
Krieg und Vertreibung.
Wir sind 3 Töchter zu Hause
Ertrage Woche für Woche ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben oder was weiß ich.
Ich kann nicht anders, bin krank dadurch geworden. War zur Therapie, abgebrochen, die Therapeutin half mir nicht wirklich.
Manch einer fragt sich, was ist denn da so schlimm ? Auch oftmals im Bekanntenkreis, wenn diejenigen eine liebe Mutter haben/hatten. Ich spreche mit niemanden mehr drüber, außer mit meinem Mann und Sohn.
Weil, sie haben ja genug mitgemacht.
Man ist zu unrecht beschuldigt worden,
an mir wurden Launen ausgelassen,
bin mit Vorwürfen überhäuft worden und, und, und.
Und das geht immer so weiter, bis man selbst am Ende ist.

Viele sagen: so spricht man nicht über seine Mutter !
Deshalb erzähle ich es niemanden, nur hier bin ich jetzt mal aus dem Rahmen gefallen.

Ich denke mal, das hat auch alles was mit der Generation zu tun.
Denn ich bin ja eine andere Mutter.

Meine liebe lindis
kennst du schon das Buch "die geprügelte Generation " von Ingrid Müller-Münch
schau mal auf die Homepage und les die Kommentare, dann relativiert sich alles. Du bist nicht allein.

Inaktiver User
05.07.2014, 22:47
@ravina,

oh DANKE für den Tipp.
Super Leseprobe :smirksmile:
Ich dachte: ich erzähle meine Geschichte.

gumsle
06.07.2014, 11:59
.....Nagut man muss mir keine Dankesreden halten ..möchte ich auch nicht..
Dann habe ich eine 11 jahre jüngere Halbschwester was eigentlich nie für mich ein Thema war..sie ist meine Schwester..basta..
Bei ihr sieht das dann natürlich alles anderst aus..bei ihr ist immer alles das gelbe vom Ei und sie macht auch alles richtig..selbst ihre 3 Kinder sind das non plus ultra..bei ihr ruft sie täglich 3x an bei mir ist es so wenn ich nicht anrufe dann rührt sich nix..

Ich frage mich jetzt allen Ernstes..wie kann ich als Mutter solche Unterschiede zwischen meinen Kindern machen?? So etwas würde es bei mir und meinen 2 Kerlen nie geben..das geht einfach nicht..
Und jetzt habe ich einfach keinen Bock mehr auf so einen Firlefanz..
Also wer hat mit seiner Mutter auch solche Erfahrungen gemacht??

Liebe Agapimu (übrigens: Dein Nickname gefällt mir ausserordentlich; bist Du Hellada-Fan?)

Da Deine Frage und Deine Situationsbeschreibung mich sehr ansprichen erlaube ich mir, mich einzunklinken, obwohl ü50ig bin...

Meine Mutter ist vor knapp einem Jahr verstorben. Ich bin nicht der Meinung, dass nur über Menschen gesprochen werden darf, die noch leben, deshalb beschreibe ich meine Beziehung zu meiner Mutter ohne Glorienschein postmortem...

Ich hatte eine ambivalente Beziehung zu meiner Mutter die letzten Jahre. Einerseits konnten wir uns gegenseitig unsere Dankbarkeit und auch Liebe offen zeigen, was sehr schön war - und andererseits lebte meine Mutter dieses "andere sind besser als Du", da sie zeitlebens gemacht hat, immer prägnanter aus. Sogar auf dem Sterbebett ergab sich eine diesbezügliche Situation (die Krankenschwester hatte eine eiskalte Bettpfanne untergeschoben - und ich war Schuld).

Ich beschreibe dies so drastisch - da mir seither klar ist: Damit hätte ich bereits zu Lebzeiten meiner Mutter viel souveräner umgehen lernen sollen. Davon ausgehen: Meine Mutter lebt dieses Verhalten weiterhin aus - und dies nicht mehr persönlich nehmen. Da unsere Eltern die letzten Jahre sehr betreuungsaufwändig waren kamen wir 6 Kinder wenig dazu, auszutauschen. Erst nach dem Tod erzählte sogar die Lieblingstochter, dass unsere Mutter auch sie abwertend behandelt hat, sehr abschätzige Worte ihr gegenüber geäussert.

Kurz, mein Fazit: Als erwachsene Frau ist wohl meine Aufgabe, alle Menschen mit ihren Haken und Ösen so zu nehmen, wie sie sind - da sie sich nicht meinem Wünschen und Erwartungen gemäss verändern werden. Auch unsere Mütter tun dies nicht. Wenn eine Mutter ein Leben lang andere bevorzugt hat bzw. uns "minderwertiger behandelt" - dann wird sie dies leider wohl kaum im Alter ändern können.

Wir jedoch können unsere Erwartungen und Wünsche an unsere Mütter ändern. Meine Mutter war die letzten Wochen vor ihrem Tod ein Häufchen Elend, voller Ängste und körperlich schwer leidend. Es ging gar nicht mehr anders als jede Minute so zu nehmen, wie sie war - Erwartungen kamen in mir keine mehr auf. Alles Liebe von ihr, dass zwischen uns wie gesagt auch vorhanden war, war ein Geschenk - alle Despektierlichkeiten, die auch weiterhin vorkamen gehörten halt irgendwie auch zu dieser Frau, die meine Mutter war.

Ich fühle mich seit ihrem Tod jedoch sehr befreit, ich gehe davon aus, dass ich diese verbalen "Schwerthiebe" nie total souvän hätte ertragen lernen können.

Galo chimona, agapimu

Ravina
06.07.2014, 16:34
@ravina,

oh DANKE für den Tipp.
Super Leseprobe :smirksmile:
Ich dachte: ich erzähle meine Geschichte.

Meine Liebe Lindis , das freut mich.
Ich dachte es mir doch!

Rede doch ruhig offen mit deinen Freunden darüber! Vergebe nur dir, sonst niemandem! Du musst damit zurecht kommen, sonst niemand.
Alles andere macht DICH krank. Nicht die anderen!

Inaktiver User
07.07.2014, 19:15
ich bin ende 50 und würde sagen, dass das verhältnis zu meiner mutter eigentlich das beste war, was ich mir so vorstellen kann. in erster linie sehr liebevoll.

leider weiss ich aber, weil jetzt selbst mutter und oma, an was es alles gefehlt hat.
meiner schwester und mir.

ich kann ihr trotzdem nicht böse sein, obwohl ich immer mehr aus völlig anderer sicht sehe und noch X fragen hätte.
es war eine andere zeit, vor allem ein sehr harte zeit, besonders für frauen.
meine mutter ging gerne den weg des geringsten widerstandes. war eben so.

auf mich bezogen frage ich mich manchmal, ob nicht genau diese sehr passive art meiner mutter, mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin?!
selbstbewusst, unabhängig und vor allem, nichts nachtrauernd, oder gar nachtragend.
eben weil mir so viel abverlangt wurde, was ich garnicht wollte.

man weiss es nicht.
fazit: war schon alles richtig so!

Wattwanderin
08.07.2014, 09:16
Eigentlich dachte ich immer das man vor den Eltern Respekt haben sollte ..deswegen habe ich ihr selten widersprochen um Streit aus dem Wege zu gehen. .nur so langsam beschleicht mich das Gefühl das ich das jetzt nicht mehr haben muss und vor allem nicht mehr wil..
.... der Schnittpunkt für Respekt und Achtung wird scheinbar bei. Vielen immer noch vom Respekt vor den Eltern über lagert - Konflikte, die im Alter noch immer sind oder wieder "aufflackern", haben das Auf blicken zu den Respektspersonen nie verlassen und keine Achtung auf Augenhöhe wachsen lassen ...

Ravina
08.07.2014, 09:48
Es gibt ein Gebot:
Du sollst deine Eltern ehren!

Wir brauchten dringend noch eines:
Du sollst deine Kinder respektieren, nicht demütigen, nicht körperlich züchtigen und seelisch grausam behandeln.

Inaktiver User
08.07.2014, 11:14
.... der Schnittpunkt für Respekt und Achtung wird scheinbar bei. Vielen immer noch vom Respekt vor den Eltern über lagert - Konflikte, die im Alter noch immer sind oder wieder "aufflackern", haben das Auf blicken zu den Respektspersonen nie verlassen und keine Achtung auf Augenhöhe wachsen lassen ...

genau,
zwischenzeitlich oder als ich jung an Jahren war und eine junge Familie hatte,
hatte ich diese Probleme nicht.
Sind wieder aufgeflackert.

@ravina, das sind diese Dinge, die ich respektiere, sonst würde ich............................
Aber da habe ich doch eine gute Erziehung mitbekommen.:freches grinsen:

Renate-Alice
09.07.2014, 19:40
TOSCA;
ich kann ihr trotzdem nicht böse sein, obwohl ich immer mehr aus völlig anderer sicht sehe und noch X fragen hätte.
es war eine andere zeit, vor allem ein sehr harte zeit, besonders für frauen.
meine mutter ging gerne den weg des geringsten widerstandes. war eben so.

Das sehe ich auch so!
Als Kind und Jugendliche kam mir meine Mutter sehr streng und strikt vor, als junge Frau fand ich sie zu angepasst, zu ängstlich, zu sehr bedacht, was " die anderen" sagen.
Und jetzt: Da kommen doch plötzlich immer wieder " ihre" Sätze und Statements aus meinem Mund!
Ich verstehe jetzt auch so Manches besser - leider kann ich es ihr nicht mehr sagen, denn nach 5 Jahren Pflegebedürftigkeit und Leiden ist sie vor zwei Jahren gestorben!

Didi50
11.07.2014, 13:45
Meine Mutter ist vor 15 Jahren mit 75 gestorben und ich bin immer noch sehr traurig. Sie war eine liebe Frau, die sich nicht eingemischt hat. Ich bin mit 18 schon von zuhause ausgezogen, weil ich unabhängig sein wollte und sie hat mit ab dann als erwachsen behandelt. Meine Schwestern sind der gleichen Meinung.

Das einzige Problem war ihr Modetick. Sie hatte Kleidung ohne Ende und wollte immer, dass ihre naturwissenschaftlich ausgebildeten und etwas nachlässig gekleideten Töchter sich besser anziehen.

Fyona
15.08.2014, 11:28
Es gibt ein Gebot:
Du sollst deine Eltern ehren!

Wir brauchten dringend noch eines:
Du sollst deine Kinder respektieren, nicht demütigen, nicht körperlich züchtigen und seelisch grausam behandeln.
Das kann ich nur unterstreichen!
Eltern haben sich zwar ihre Kinder nicht ausgesucht, aber die Kinder ihre Eltern ebenso wenig.
Kinder lieben zunächst mal die Eltern, sie müssen das, weil es überlebenswichtig ist.
Leider entwickelt sich oft Antipathie auf der Elternseite, auch die Ungleichbehandlung von Kindern, obwohl fast alle Eltern das vehement abstreiten.
Bei uns war meiner Bruder der vergötterte Liebling, er konnte nichts falsch machen!
Meine Schwester lief so mit, erfuhr größtenteils Gleichgültigkeit, und ich Ablehnung.
Wie verheerend das für einen heranwachsenden Menschen ist, wissen nur diejenigen, die es selber erlebt haben.

Fyona
15.08.2014, 11:35
Ich möchte noch dazu sagen, dass es oft unvermeidlich ist, unterschiedlich für eigene Kinder zu empfinden, aber wenn dem so ist, haben Eltern die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, das erstens nicht zum Ausdruck kommen zu lassen und zweitens es auszugleichen.
Mein jüngster Sohn ist auch mein Liebling, ich kann nicht dagegen an, aber ich war mir der Tatsache immer bewusst und habe alles daran gesetzt, es seinen Bruder nicht spüren zu lassen.
Ob dieser es trotz allem gemerkt hat, weiß ich nicht, ich scheue davor zurück, es anzusprechen, denn Schuldgefühle habe ich bis auf den heutigen Tag deshalb.
Ich kann aber sagen, dass ich es mir nicht ausgesucht habe!
Manchmal habe ich Mütter mit nur einem Kind beneidet, weil dieses spezielle Problem nicht auftreten kann.

Wattwanderin
17.08.2014, 08:47
Ich möchte noch dazu sagen, dass es oft unvermeidlich ist, unterschiedlich für eigene Kinder zu empfinden, aber wenn dem so ist, haben Eltern die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, das erstens nicht zum Ausdruck kommen zu lassen und zweitens es auszugleichen.
.

...wenn dir das gelingt, dann bist du der erste Mensch, der fähig ist, seiner Seele klarzumachen, dass sie ihre Empfindungen für zwei - oder mehrere - Mitmenschen gleichschalten soll!

Die zwischenmenschliche Wechselwirkung beruht auf Interaktion und nicht auf von ratio gesteuertem befehl...

Inaktiver User
17.08.2014, 10:11
Es gibt auch sicher nicht selten Kinder, die ihren Müttern deutlich mehr verbunden sind als ihren Vätern und umgekehrt. Dasselbe gilt zwischen Großeltern und Enkeln. Das ist völlig normal und an sich noch kein Grund für Schuldgefühle.

ilazumgeier
17.08.2014, 11:00
Wie soll sich erwachsene Frau von der Mutter abgrenzen?

indem sie es tut. nicht einfach, aber möglich; ich glaube, ich habe es irgendwann in den Vierzigern geschafft :lachen:. spät genug, aber wenn ich es früher gekonnt hätte, hätte es ja das Problem gar nicht gegeben.
je autonomer ich wurde, desto nachsichtiger wurde ich auch. Das mütterliche Kontrollverhalten, der Perfektionismus usw resultieren aus eigener (mütterlicher) Unsicherheit und Gefühlen von Unzulänglichkeit. Zudem haben sie viel gegeben, zwar meist nicht das, was wir uns gewünscht hätten, aber sie wussten und konnten es nicht besser. Wenn die Beziehung nicht gehalten hat oder nicht das, was sie sich versprochen haben (und wieviele tun das schon?), hatten sie nur selten Möglichkeiten, das zu kompensieren. Das Alter rückt näher und näher, die Attraktivität schwindet, die Kernkompetenzen (Familienarbeit) sind nicht mehr gefragt. Fazit: wo bleibt der Lebensinhalt, welche Perspektiven gibt es noch für alternde, alte Mütter?
Ich höre mir Einwände und Belehrungen an (sie meint es ja gut), sag ab+zu "ja" oder "da hast du Recht, mach ich" oder auch: du hast Recht, aber ich mach das jetzt nach meinem Plan und frag sie nach irgendwas aus ihrer Sphäre. Hör mir das auch zum x. male an (wg s.o.), schlag vor, ins Café zu gehen oder in eine Bar oder einen Ausflug zu machen und überleg mir ein Thema, das mich interessieren könnte. Durchaus was aus ihrer Jugend oder einem Bereich, wo sie sich auskennt.

Inaktiver User
17.08.2014, 12:56
Das Alter rückt näher und näher, die Attraktivität schwindet, die Kernkompetenzen (Familienarbeit) sind nicht mehr gefragt. Fazit: wo bleibt der Lebensinhalt, welche Perspektiven gibt es noch für alternde, alte Mütter?


Naja, es gibt durchaus Möglichkeiten, andere Lebensinhalte zu finden als die, sich um die erwachsenen Kinder "zu kümmern".
Außerdem sehe ich es so, dass das Altern und die Gestaltung dieses Prozesses zunächst mal in der eigenen Verantwortung liegen, nicht in der der Kinder.

Waage_2014
17.08.2014, 13:12
Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, dass man sich mit 60 Jahren noch immer mit seiner Kindheit auseinandersetzten kann... Zitat: "Irgendwann ist man zu alt für eine schlechte Kindheit". Meine Frage ist hier, was ist denn in der Zeit zwischen erwachsen werden und nun alt sein (mit sechzig ist man einfach nicht mehr jung!!!) passiert?! Gar nichts?
Vermutlich hat fast jeder eine anstrengende Kindheit hinter sich, aber ich bin mir sicher, dass meine Mutter nie was böses beabsichtigt hat und nun ist sie über 70 und ich würde mich sehr schämen, ihr irgendwas aus der Vergangenheit vorzuwerfen! So geht es deiner Mutter bestimmt auch. Sie weiß bestimmt nicht, was sie an dir falsch gemacht haben soll. Lass deinen Groll ruhen, du weißt doch selbst, dass sie nicht mehr lange zu leben hat!

ilazumgeier
17.08.2014, 14:03
Naja, es gibt durchaus Möglichkeiten, andere Lebensinhalte zu finden als die, sich um die erwachsenen Kinder "zu kümmern".
Außerdem sehe ich es so, dass das Altern und die Gestaltung dieses Prozesses zunächst mal in der eigenen Verantwortung liegen, nicht in der der Kinder.

Natürlich gibt es die, wird ja niemand ernsthaft bezweifeln. Aber wer es nicht kann, braucht eben Unterstützung (meine Mutter kann es zum Glück, meine Tante nicht). Es hilft nicht, von den eigenen Fähigkeiten auszugehen und diese von anderen zu verlangen

Fyona
17.08.2014, 21:05
...wenn dir das gelingt, dann bist du der erste Mensch, der fähig ist, seiner Seele klarzumachen, dass sie ihre Empfindungen für zwei - oder mehrere - Mitmenschen gleichschalten soll!

Die zwischenmenschliche Wechselwirkung beruht auf Interaktion und nicht auf von ratio gesteuertem befehl...
Das meine ich doch gar nicht.
Es geht nicht um "Gleichschaltung" der Gefühle für zwei Menschen, erst recht nicht "auf Befehl", sondern darum, sich ihrer bewusst zu sein und die Geschwister gleich zu behandeln, sie z.B. gleich oft in den Arm zu nehmen, einfach, im Umgang mit ihnen keine Unterschiede aufkommen zu lassen.
Dass man unterschiedlich fühlt, muss man die Kinder nicht stets und ständig empfinden lassen, obwohl sie es sicher unterschwellig mitkriegen.
Eben deshalb habe ich schon Schuldgefühle, was ja nun nicht gleich bedeuten muss, dass ich mir ständig Asche aufs Haupt streue!
Aber um auf das Verhältnis der erwachsenen Kinder zu den Müttern zurück zu kommen, so stelle ich immer wieder fest, dass Menschen, die liebevolle Eltern haben oder hatten, nicht die geringste Ahnung davon haben, was für ein Geschenk man ihnen damit machte.

Fyona
17.08.2014, 21:16
Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, dass man sich mit 60 Jahren noch immer mit seiner Kindheit auseinandersetzten kann... Zitat: "Irgendwann ist man zu alt für eine schlechte Kindheit".
Das sollte man meinen, aber dem ist nicht so!
Die Hypothek "schlechte Kindheit" trägt jeder unterschiedlich und auch unterschiedlich lange, weil wir alle verschieden sind.
Das sollte dabei vielleicht bedacht werden.

Inaktiver User
18.08.2014, 12:40
Meine Mutter ist schon seit 26 Jahren tot. Sie wäre inzwischen über hundert, denn sie bekam ihre Kinder erst um das vierzigste Lebensjahr herum.

Ich habe sie als sehr humor- und liebevolle Frau in Erinnerung, wirklich eine tolle Mutter. Sie brachte es sogar fertig, mich gehen zu lassen und mir meine Freiheit zu gönnen, als ich mit 21 ins Ausland zog. Meine Erinnerungen an sie sind uneingeschränkt positiv. Ein Sechser im Lotto, obwohl sie auch viel krank war.

ilazumgeier
18.08.2014, 14:03
wie schön!:smile:

Ravina
18.08.2014, 16:08
Aber um auf das Verhältnis der erwachsenen Kinder zu den Müttern zurück zu kommen, so stelle ich immer wieder fest, dass Menschen, die liebevolle Eltern haben oder hatten, nicht die geringste Ahnung davon haben, was für ein Geschenk man ihnen damit machte.

Wie wahr.
Mit diesen Menschen kann man darüber auch sehr schlecht reden, eben weil sie das schlechte Gewissen,
welches man hat, immer wieder anfeuern!
Da reichen oft Aussagen wie:
Aber es ist doch deine " Mutter" mit Augenrollen nach oben kommentiert.

liebeWaage

Es gibt auch Mütter, die ein ganzes gelebtes Leben der Kinder mit ihren Familien ständig bombardieren. Und das 60 Jahre lang.
So kann solch ein Mensch, seine Kinderzeit niemals vergessen, abstreifen oder abgrenzen.