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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehlt uns in der Erziehung die Disziplin?



BRIGITTE Community-Team
16.05.2014, 14:25
Liebe Userinnen, liebe User,

Comedian Anke Engelke spricht mit BRIGITTE-Redakteurin Anne Petersen über gute Erziehung, Grenzen und die Rolle der Eltern (BRIGITTE Nr. 12, ab 21. Mai am Kiosk). "Es geht immer um Disziplin bei mir", sagt der Fernsehstar und meint damit auch ihre Rolle als Mutter.
Für die dreifache, berufstätige Mutter ist Organisation das A und O für ein gutes Familienleben. "Wer mir sagt: Ich bin damit überfordert, ich habe so einen harten Job – der hat sich vielleicht nicht jeden Tag die zehn Minuten Zeit genommen, die man einfach braucht, um zu organisieren", sagt Anke Engelke.
Sie appelliert auch an die Vorbild-Funktion der Eltern. Sie habe kein Verständnis dafür, wenn kleine Kinder schon mit iPads oder Handys in Berührung kämen. Fernsehen sollte man nur zusammen mit den Kindern und das Gesehene besprechen. Für sie ist der hohe Konsum vieler Kinder von TV und mobilen Geräten einen Zeichen für die Trägheit von Erziehungsberechtigten.

Wie sehen Sie das? Fehlt uns in der Erziehung die Disziplin? Sind wir oft zu faul, gute Vorbilder für unsere Kinder zu sein?

Freundliche Grüße
aus BRIGITTE Redaktion

Inaktiver User
16.05.2014, 14:53
Auch da wimmelt es wieder von Allgemeinplätzen :smile:

Man kann nunmal nicht eigene Erfahrungen und Ansichten den Status von Allgemeingültigkeit geben.

Weil hier, liegt sicher auch daran, dass Frau Engelke diskutiert hat, und sie, weil selber in der Medienbranche tätig, und so sicherlich dadurch annimmt, aussergewöhnlich kompetent dazu sprechen zu können, gerade der Medienkonsum und die entsprechenden Geräte angeführt wurden:

ja ... bei Kindern, die dazu neigen in mancherlei Hinsicht (hier Medienkonsum) schnell zum "Junkie" zu mutieren, muss man natürlich unablässlich eine Auge dabei auf sie haben, und den Zugang zu einzelnen oder auch mehreren Medien stark einschränken (z.B. Fon ok, Pad nope)
Bei Kindern die von sich aus da erstmal nur ihre Neugier befriedigen und soviel rumprobieren um einigermassen mitreden zu können, anschliessend aber iPhone oder iPad als eines unter vielen Beschäftigungsmöglichkeiten (sprichwörtlich) ablegen, kann man eben (in DER Hinsicht) eher locker bleiben.

Kurz gesagt: man muss das ganze, wie immer, individuell behandeln. Also nicht gucken, was Paul von nebenan alles erlaubt oder verboten bekommt, sondern drauf achten was für die eigene Klara am besten ist :smile:

KHelga
16.05.2014, 15:01
Für die dreifache, berufstätige Mutter ist Organisation das A und O für ein gutes Familienleben. "Wer mir sagt: Ich bin damit überfordert, ich habe so einen harten Job – der hat sich vielleicht nicht jeden Tag die zehn Minuten Zeit genommen, die man einfach braucht, um zu organisieren", sagt Anke Engelke.

Bei dem harten Job der Frau Engelke ist doch zu vermuten, dass sie eine Haushaltshilfe und evtl. sogar ein Kindermädchen hat.

In DEM Fall hätte man ja wesentlich mehr Zeit für Kinder-Erziehung, oder?

walkabout
16.05.2014, 16:41
Dass Menschen, Menschen quasi massregelned beurteilen, ohne sich jemals in einer ähnlichen Lebenslage befunden zu haben, finde ich ehrlich gesagt entbehrlich. In meiner Kindheit/ Jugend hat Frau Engelke das Ferienprogramm für Kinder, das täglich vermutlich auch als Ersatz für aktive Freizeitbeschäftigung gesendet wurde, um für die Kinder einfacher Werktätiger eine Art Babysitterersatz zu sein, dauermoderiert.
Menschen wie Frau Engelke leben von der Medienüberflutung nicht schlecht und sollten allein schon deshalb den Ball ein wenig flach halten.
Auf verbale Ohrfeigen von überdisziplinierten Supermuttis, können Muttis wie ich getrost verzichten, zumal ich den Anspruch an Gewaltlosigkeit, den ich für den allerwichtigsten
in Erziehungsfragen halte, auch in Hinblick auf verbalisierte Pauschal-Abwertungen vertrete.

FrauE
16.05.2014, 19:14
Dass Menschen, Menschen quasi massregelned beurteilen, ohne sich jemals in einer ähnlichen Lebenslage befunden zu haben, finde ich ehrlich gesagt entbehrlich. In meiner Kindheit/ Jugend hat Frau Engelke das Ferienprogramm für Kinder, das täglich vermutlich auch als Ersatz für aktive Freizeitbeschäftigung gesendet wurde, um für die Kinder einfacher Werktätiger eine Art Babysitterersatz zu sein, dauermoderiert.
Menschen wie Frau Engelke leben von der Medienüberflutung nicht schlecht und sollten allein schon deshalb den Ball ein wenig flach halten.
Auf verbale Ohrfeigen von überdisziplinierten Supermuttis, können Muttis wie ich getrost verzichten, zumal ich den Anspruch an Gewaltlosigkeit, den ich für den allerwichtigsten
in Erziehungsfragen halte, auch in Hinblick auf verbalisierte Pauschal-Abwertungen vertrete.


:allesok: Dem ist nicht mehr hinzuzufügen!!! :blumengabe:

Kroeltop
16.05.2014, 21:49
Ich kann mich den Vorrednerinnen nur vollumfänglich anschließen:

Ich habe zwar weder Kinder, noch werde ich wohl jemals welche haben.

Aber ich beneide keine Mutter in der heutigen Zeit, die sich von allen Seiten mit den klugen Kommentaren von Supermüttern der vermeintlichen Prominenz oder aus dem Modelbusiness konfrontiert sehen, die aus einer vollkommen irrealen Lebenswelt glauben, alle Welt mit ihren Weisheiten beglücken zu müssen....:gegen die wand:

In diesem Sinne:

Hut ab vor jeder Mutter, die es schafft, in dieser irren Welt noch auf die eigene Intuition und sich nicht von dem Gequatsche von mitteilsamen Nichtwissern irritieren lassen!

ilazumgeier
16.05.2014, 21:55
Auch da wimmelt es wieder von Allgemeinplätzen :smile:

Man kann nunmal nicht eigene Erfahrungen und Ansichten den Status von Allgemeingültigkeit geben.



:wangenkuss::wangenkuss::wangenkuss: (deine Damen mögen mirs nachsehen, hier sitze ich + kann nicht anders. Frau Engelke, die Schöne, helfe mir bitte nicht)

Inaktiver User
17.05.2014, 11:00
Ich kann nur sagen: Wem immer sei Dank, dass meine Tochter schon lange erwachsen ist! Und auch schon ein Kind hat :liebe:
Wenn ich mir dieses Chaos antun müsste, was heutzutage in der "Erziehung" herrscht, schwirrt mir der Kopf!

Tomsten hat es sehr gut ausgedrückt! Das sind doch kleine Pflanzen! Die passen in kein Schema und in kein Gewächshaus!!

Mein "Job" als Mutter bestand und besteht darin, meine Lieblingsmenschen anzuleiten, ja, manchmal auch mit dem "dudu!!" Zeigefinger, NIEMALS mit verbaler oder körperlicher Gewalt, und zu sehen, dass es UNS ALLEN dabei gut geht.
Klar ist das nicht einfach! Und klar bin ich nicht perfekt!

Aber sich selbst und seinen Stress öfters mal zurückzunehmen, einen großen Schritt zurückzutreten, und die Situation IN DEM MOMENT aus den Augen des Kindes zu sehen, das man/frau schließlich selbst einmal war, ist eigentlich das ganze Geheimnis.

Komisch...so Sachen wie "Erziehungsratgeber" etc. haben wir in meiner Familie nie gebraucht...
Und nö, meine Tochter spielt keine Geige, ist auch keine Turnerin, oder was man immer diesen kleinen Menschen heutzutage aufzwingt! Aber sie ist ein wundervoller Mensch. Und darauf bin ich stolz! Verdammt stolz!

Und wenn sie lacht oder singt, geht mir das Herz über. :Sonne::liebe:
UND sie weiß, dass sie egal was sie "angestellt" hat, immer zu mir kommen kann.

Lasst die kleinen Menschen doch einfach wachsen und gedeihen! Das meiste finden sie selbst raus...

My 2 Cents,

die Wurlitzer

Inaktiver User
17.05.2014, 13:37
Diese ständige Mütter-Olympiade mit der A-Note für das beste pädagogische Konzept aller Zeiten (und seine oft impertinente Verkündung / Rechtfertigung) und der B-Note dafür, allen, die dieses Konzept anzweifeln, Kompetenz abzusprechen und ein schlechtes Gewissen einzureden, geht mir mehr und mehr auf die Eierstöcke.

Melosine30
17.05.2014, 13:49
Ich habe nicht den Eindruck, dass Anke Engelke das meint. Wenn man vom Eingangsbeitrag ausgeht, kritisiert sie vor allen Dingen den frühen TV-Konsum und das benutzen mobiler Geräte. Weil sie der Meinung ist, das geschieht aus Trägheit der Eltern, die sich nicht alternativ mit den Kindern beschäftigen. Von Olympiade oder extremer Frühförderung lese ich da nichts.

Ich gebe ihr in diesem Punkt recht. Wenn ich meine Kinder vor den TV setze, dann mache ich das in der Regel aus so etwas wie "Trägheit" heraus. Ehrlich gesagt, wenn ich müde von der Arbeit komme und zwei fitte und ausgeschlafene Kleinkinder abhole, dann bin ich nach einem Nachmittag dankbar für die abendliche erlaubte Sendung im Kika, etwa zehn bis zwanzig Minuten, die ich mal für mich habe. Andererseits kann ich manchmal auch nur dann dringende Telefonate erledigen und bin froh, mal ein kleines Zeitfenster zu haben.
Ich WEISS, dass es Kleinkinder gibt, die viel mehr TV konsumieren, und nicht deswegen, weil die Eltern in der Zeit immer Dringendes zu erledigen haben, sondern weil sie einfach mal "Auszeit" wollen, und zwar nicht nur zwanzig Minuten. Ich glaube, DAS kritisiert Anke Engelke. Dass sie sich als Erziehungsratgeber aufspielt, lese ich oben überhaupt nicht heraus.

Inaktiver User
17.05.2014, 17:20
Liebe Frau Engelke, nein, im meinem Leben geht es nicht nur um Disziplin und Organisation, das fände ich auch ziemlich armselig.

Es tut mir auch von Herzen leid dass sie so einen harten Job haben, wirklich, aber immerhin ist das Schmerzensgeld wohl ganz angenehm?

Ich hab als alleinerziehende berufstätige Mutter mit drei Kindern auch gut organisieren gelernt - blöd nur, dass sich die Welt selten nach meinen Organisationsplänen gerichtet hat. :knatsch:

Sorry, liebe Redaktion: auf so Beiträge kann ich sehr sehr gut verzichten. Wenn ich nur dran denke was das jahrelang für ein Stress war, morgens vor dem Job alle Kinder aus dem Haus zu kriegen und rechtzeitig bei Aldi zu sein wo grad mal wieder Kinderjeans im Angebot waren, weil ich mir alle anderen nicht leisten konnte (und das Second Hand Angebot auch nicht immer da war) - und danach schnell ins Büro um dann mittags den Kleinsten pünktlich aus der Krippe zu holen und nicht zu spät im Kindergarten aufzuschlagen, damit die Erzieherinnen des Mittleren nicht warten mussten - und das alles ohne Unterhalt und mit wenig Geld und null Pausen - aber wahrscheinlich ist das nix gegen die Belastung von Frau Engelke gewesen, und ich hätt mich einfach nur mehr disziplinieren und organieren müssen. Hab ich gar nicht dran gedacht, wär ja so simpel gewesen. :erleuchtung:

ilazumgeier
17.05.2014, 17:24
:allesok: (déjà vu:smirksmile:). Du hättest dir eben die zehn Minuten zum Organisieren nehmen sollen

Inaktiver User
17.05.2014, 17:25
:allesok: (déjà vu:smirksmile:). Du hättest dir eben die zehn Minuten zum Organisieren nehmen sollen

:pc kaputt:

Melosine30
17.05.2014, 17:25
Es tut mir auch von Herzen leid dass sie so einen harten Job haben, wirklich, aber immerhin ist das Schmerzensgeld wohl ganz angenehm?


WO steht das oben, dass sie das gesagt hat?!? Was hat dein Beitrag mit dem Eröffnungsbeitrag zu tun?!?

ilazumgeier
17.05.2014, 17:26
:wie?:

Melosine30
17.05.2014, 17:29
:wie?:

Sie zitiert andere, die sagen, sie haben einen harten Job, sie sagt das nicht über sich selbst. Sie redet von TV-Konsum und ähnlichem.
Was hat das mit Stress zu tun, drei Kinder zu handeln und beim Aldi die Angebote holen zu müssen- darüber sagt sie doch gar nichts, vielleicht geht es ihr ja zum Teil ähnlich?

Inaktiver User
17.05.2014, 17:33
Sie zitiert andere, die sagen, sie haben einen harten Job, sie sagt das nicht über sich selbst. Sie redet von TV-Konsum und ähnlichem.
Was hat das mit Stress zu tun, drei Kinder zu handeln und beim Aldi die Angebote holen zu müssen- darüber sagt sie doch gar nichts, vielleicht geht es ihr ja zum Teil ähnlich?

!. Wenn Frau Engelke keinen harten Job hat, dann soll sie einfach froh sein darüber - und sich überlegen, ob es nicht doch vielleicht Berufstätige gibt, die richtig malochen müssen für wenig Geld, egal wie sie sich organisieren. Und ganz berechtigterweise überfordert sind. Ihre Ratschläge kann sie da stecken lassen.

2. Es geht um das unsäglich blöde Geschwätz über Disziplin und Organisation. Wenn ich drei Kinder mit Brechdurchfall habe, dann kann ich organisieren wie ich will und ich komm nicht weiter - und hab Stress im Büro weil ich wieder ausfalle etc pp. Da hilft einzig und allein Kohle für Personal, und die hat nun leider nicht jeder.

Und dass Frau Engelke ein Problem hat, wenn sie keine ALDI Jeans ergattern kann - das glaubst du ja wohl selbst nicht.

Melosine30
17.05.2014, 17:40
Es werden FETZEN aus einem Interview zitiert, als Aufhänger für die Frage "fehlt uns in der Erziehung die Disziplin". Für sie ist Organisation das A und O- das ist es bei euch allen auch. Dass das nicht immer was bringt, steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

Man kann doch nicht aufgrund dieser Ausschnitte so argumentieren, darum geht es dem Brigitteteam als Fragestellung auch gar nicht.
Und, fehlt uns die Disziplin manchmal? Mir ja, gebe ich offen zu. Und da ist es mir auch egal, ob die Disziplin Anke Engelke nicht fehlt. Das hilft mir nämlich nicht, dass ich abends manchmal einfach müde und genervt bin und etwas TV erlaube.

Inaktiver User
17.05.2014, 17:43
Wenn in meinem Leben Disziplin das oberste Prinzip wäre, dann wär ich zur Bundeswehr gegangen. Für mein Familienleben sind mir tatsächlich andere Dinge wichtiger als diszipliniert, organsiert und sehr streng zu sein...

xanidae
17.05.2014, 20:39
Weil sie der Meinung ist, das geschieht aus Trägheit der Eltern, die sich nicht alternativ mit den Kindern beschäftigen..

Ich finde die Idee, Medien und alternative Angebote schließen sich gegenseitig aus und lassen auf träge Eltern schließen ziemlich absurd.

Nur weil andere Menschen Dinge anders handhaben als man selbst, muss man ihm doch nicht gleich die Kompetenz absprechen?

Die meisten Eltern tun jeden Tag ihr Bestes. Doch die Lebenswirklichkeiten unterscheiden sich nun mal in Deutschland ziemlich krass.

Frau Engelke bietet in ihrer Biographie selbst genügend Angriffspunkte, wenn man diese konservativ betrachtet. Ich denke mir halt, dass ihre Lebenswirklichkeit auch von ihrem Beruf geprägt ist, so wie die meine durch unsere Arbeit/Wohngegend/eigene Sozialisation.

Mein Sohn hat gerade 40 Minuten Perlen aufgefädelt und darf nun einen Film schauen. Der andere Sohn guckt mit dem Opa Fußball. Davor hat er dem Opa vorgelesen. Die Mama sitzt am PC nach dem sie Wäsche sortiert hat. Unsere Lebenswirklichkeit.

ilazumgeier
17.05.2014, 21:29
medienlastig. du solltest dir zehn Minuten Zeit für den Opa nehmen!

Inaktiver User
18.05.2014, 12:23
Es werden FETZEN aus einem Interview zitiert, als Aufhänger für die Frage "fehlt uns in der Erziehung die Disziplin". Für sie ist Organisation das A und O- das ist es bei euch allen auch. Dass das nicht immer was bringt, steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

Man kann doch nicht aufgrund dieser Ausschnitte so argumentieren, darum geht es dem Brigitteteam als Fragestellung auch gar nicht.
Und, fehlt uns die Disziplin manchmal? Mir ja, gebe ich offen zu. Und da ist es mir auch egal, ob die Disziplin Anke Engelke nicht fehlt. Das hilft mir nämlich nicht, dass ich abends manchmal einfach müde und genervt bin und etwas TV erlaube.
:blume:
komisch,dass das immer hier wieder auf der neid und emotionalschiene landen muß?ich denke auch ,dass man als eine alleinerziehende mit 3 kindern gar keine andere chance als disziplin hat ,wenn man das ganze geregelt haben möchte..und nichts anderes ist gemeint.

Fyona
18.05.2014, 13:44
In meiner Kindheit und Jugend waren "Disziplin und Gehorsam" ganz groß geschrieben und von Lebensfreude für Kinder oder mit Kindern war nie die Rede!
Kinder sollte man sehen und nicht hören, das war ein gängiger Spruch! Sie hatten keine eigenen Ansichten zu haben, durften niemals die Eltern kritisieren und sich nicht schmutzig machen.
Dann kam so gut wie übergangslos die Ära der antiautoritären Erziehung, in der alles in Frage und auf den Kopf gestellt und Kinder in den Mittelpunkt des gesamten Lebens gestellt wurden.
Dann hat sich über die Jahre hinweg alles beruhigt, zumindest ist das mein Eindruck.
Im großen und ganzen gehen IMO heutige Eltern ziemlich vernünftig mit den Kindern um und ich habe Hochachtung vor denen, die einen Ganztagsarbeitsplatz inne haben, wie das heute üblich ist.
Da ist in der Tat Organisation sehr wichtig, aber hat das nicht eher mit Vernunft statt mit Disziplin zu tun?

Strunzhuhn
18.05.2014, 15:06
Ich sehe gerade, dass der Begriff "Disziplin" ziemlich unterschiedlich ausgelegt wird. Ich denke nämlich, dass es Frau Engelke eher um den Begriff "Selbstdisziplin" geht. Also weder um Strenge in der Erziehung noch um straffe Terminpläne oder um durchgeplante Bespaßungs- und Freizeitpläne. Es geht um reine Faulheit aus Eigennutz, übrigens der größte Vorwurf, den ich meinen Eltern heute regelmäßig mache, weil wir noch viele Hühnchen zu rupfen haben. Faulheit im Sinne von Inkonsequenz nämlich. Faulheit im Sinne von Denkfaulheit und Bequemlichkeit.

Dazu zählt beispielsweise, den Kiddies von klein auf zur Unterhaltung das iPhone in die Hand zu drücken, um sie später, wenn sie größer sind, wegen ihres Medienkonsums zu kritisieren.

Mich hat früher genervt, dass meine Eltern unzählige Versprechen nicht eingehalten haben. Versprechen, die aus Bequemlichkeit gegeben wurden, um momentan Ruhe zu haben. Diese Inkonsequenz und Unverlässlichkeit ist mir schon als kleinster Zwerg aufgefallen. Da fehlt die Stabilität, die sich ein Mini wünscht. Und das Vertrauen in die Erwachsenen, die heute "hüh" und morgen "hott" sagen.

Melosine30
18.05.2014, 15:31
Ich sehe gerade, dass der Begriff "Disziplin" ziemlich unterschiedlich ausgelegt wird. Ich denke nämlich, dass es Frau Engelke eher um den Begriff "Selbstdisziplin" geht. Also weder um Strenge in der Erziehung noch um straffe Terminpläne oder um durchgeplante Bespaßungs- und Freizeitpläne. Es geht um reine Faulheit aus Eigennutz, übrigens der größte Vorwurf, den ich meinen Eltern heute regelmäßig mache, weil wir noch viele Hühnchen zu rupfen haben. Faulheit im Sinne von Inkonsequenz nämlich. Faulheit im Sinne von Denkfaulheit und Bequemlichkeit.

Dazu zählt beispielsweise, den Kiddies von klein auf zur Unterhaltung das iPhone in die Hand zu drücken, um sie später, wenn sie größer sind, wegen ihres Medienkonsums zu kritisieren.


Ich denke, es geht aus den wenigen Sätzen, die zitiert werden, genau das hervor. Es geht ihr um Disziplin IN der Erziehung, nicht um Disziplin als Ziel der Erziehung. Das bezieht sie auf das Medienbeispiel: Wenn ich mein Kind vor die Glotze setze oder ihm ein Smartphone/Tablet in die Hand drücke, habe ich meine Ruhe, und ich finde, da kann man ihr schon recht geben. Nur sieht es eben nicht jeder so eng.

Wir kennen das Interview (noch) nicht. Kann sein, dass Anke Engelke Ansichten vertritt, die man nicht auf die Allgemeinheit anwenden kann. Nur diese wenigen Sätze geben das nicht her und sind teilweise aus dem Zusammenhang zitiert, um einen Aufhänger für eine Fragestellung zu haben.

ilazumgeier
18.05.2014, 15:47
..und was sollte das dann? die Gemeinde aufmischen?

Inaktiver User
18.05.2014, 15:55
in der regel ist jemand ,der selbstdiszipliniert ist ,durchaus auch bemüht den kindern ähnliches mitzugeben,denn er lebt es auch vor.

Amelie63
18.05.2014, 16:02
Konsequenz würde schon völlig reichen. Da müssen wir gar nicht mehr in die Extremen von "Disziplin und Gehorsam" reichen.

Wenn ich das sehe, was Eltern so im alltäglichen Leben ihren Kindern alles androhen und wie die schon in sehr jungen Jahren drüber lachen, und wenn ich sehe, wie Eltern von den Kindern was fordern, was sie selbst nicht beherzigen (z.B. blöd auf der Straße rumstehen und auf nix und niemanden achten), dann finde ich, dass Konsequenz völlig ausreichen würde. Hätten wir davon mehr, dann wäre das schon mindestens die halbe Miete.

Inaktiver User
18.05.2014, 16:16
wenn man den begriff disziplin mit gehorsam verbindet bekommt er einen negativen beigeschmack und ich denke das ist vielleicht auch das problem bei einigen,dass sie es so empfinden.
disziplin oder vielleicht besser sogar selbstdisziplin ist aber eigentlich etwas gutes,es hilft einem strukturiert dinge zu bewältigen ,die man gern machen möchte und das muss jeder ,der nicht in einer festen struktur wie arbeitszeit usw. lebt, beherrschen ,sonst hat er es schwer(ich glaube ,das kennt jeder ,der frei arbeitet und vielleicht noch unregelmässig dazu).
so verstehe ich auch die aussage von anke engelke.disziplinlosigkeit führt eben zur strukturlosigkeit,was ja mal in ordnung ist ,aber als lebenskonzept eher unproduktiv ist (in welcher form auch immer) und auch unzufrieden macht.
kinder müssen das erst lernen und haben es als erwachsene schwerer ,wenn sie das nicht mitbekommen haben.
also wenn es darum geht ,den kindern altersgerechten medienumgang zu geben,dann wird sie sicher nicht mit dem knüppel neben dem was auch immer stehen sondern vielleicht eher zeitgrenzen setzen und den kindern damit erlebbar machen,dass wenn man nur 30 minuten das pc-spiel spielt, dann eben noch ganz viel andere möglichkeiten hat, den tag zu geniessen.
nicht disziplinierte eltern(hier auch eben konsequente eltern)lassen die kinder dann eher laufen...

Amelie63
18.05.2014, 16:50
Disziplin ist aber nunmal nicht jedem Menschen im gleichen Maße gegeben (genauso wenig wie z.B. Pünktlichkeit oder Ordentlichkeit) und unter Struktur versteht wohl auch jeder was anderes.

Deshalb fände ich Authentiziät das passendere Wort, und eben auch Konsequenz. Dann wäre alles in sich überzeugend und das würde weiter reichen als Selbstdisziplin.

Selbstdisziplin beinhaltet leider auch so was wie "Perfektion", keine Fehler machen, ständige Korrektheit usw. Ein zu hohes Ideal vorzuleben kann für Kinder aber auch belastend werden, vor allem, wenn sie vll eher von der kreativ-chaotischen Sorte sind u.ä. (was eine Entwicklungsstufe sein kann, aber eben auch das "Naturell") und es kann natürlich auch das Rebellentum so richtig schön rauskitzeln.

Mir war es wichtiger, selbst authentisch zu werden und mein Kind auch darin zu ermutigen. So konnte auch ich zu meinen Fehlern stehen, indem ich die Konsequenzen getragen habe. Und sie hat das übernommen, würde ich sagen. So werden Fehler auch nicht zur Katastrophe - und schon gar nicht ein Grund zur Selbstkasteiung, sondern sie helfen, einen Kurs zu korrigieren.

Inaktiver User
18.05.2014, 16:56
@Amelie.:blumengabe:

Inaktiver User
18.05.2014, 17:12
Disziplin ist aber nunmal nicht jedem Menschen im gleichen Maße gegeben (genauso wenig wie z.B. Pünktlichkeit oder Ordentlichkeit) und unter Struktur versteht wohl auch jeder was anderes.


Eben, ich finde das nicht uneingeschränkt erstrebenswert positiv, es hat für mich schon was Rigides, wenig lustbetontes, leistungsorientiertes.

Konsequenz dagegen finde ich viel positiver.

Amelie63
18.05.2014, 17:15
Disziplin ist erstmal neutral, wie es jeder besetzt, ist eine subjektive Sache. Für mich wars herkunftsbedingt auch lange negativ besetzt, da ich aber inzwischen meine eigene Disziplin entwickelt habe, die mir viel Halt gibt und mich weitergebracht hat, ist diese Art der Disziplin für mich positiv. Es ist eben alles eine Frage der Ausprägung und der Ausgeglichenheit. Alles was in die Extreme geht, wirkt i.d.R. destruktiv.

Disziplin wäre mir mit meinem Kind auch öfter im Weg gestanden. Ich fand es viel hilfreicher, einen flexiblen Geist zu besitzen, der es auch mal schafft, Konzepte über den Haufen zu werfen und zu improvisieren. Und hier kommts viel mehr auf die Komunikationsfähigkeit an, die wiederum aus der Authentizität entspringt und Konsequenzen verlangt.

Disziplin ist einfach nur ein Teil des ganzen.

Inaktiver User
18.05.2014, 17:23
Ich denke dabei halt gleich an die "Tigermamas" - mit Selbstdisziplin und eisernem Willen zum Erfolg... :knatsch:

Nö, dann lieber undiszipliniert und ganz versöhnt mit seinen Fehlern das Leben genießen... :lachen:

Inaktiver User
18.05.2014, 17:27
Disziplin ist erstmal neutral, wie es jeder besetzt, ist eine subjektive Sache. Für mich wars herkunftsbedingt auch lange negativ besetzt, da ich aber inzwischen meine eigene Disziplin entwickelt habe, die mir viel Halt gibt und mich weitergebracht hat, ist diese Art der Disziplin für mich positiv. Es ist eben alles eine Frage der Ausprägung und der Ausgeglichenheit. Alles was in die Extreme geht, wirkt i.d.R. destruktiv....

Disziplin ist einfach nur ein Teil des ganzen.

aber genau das ist gemeint,insofern hast du doch selbst die erfahrung gemacht ,dass disziplin dich weitergebracht hat..übrigens gerade für chaotische kreative geister ist das wirklich wichtig zu lernen.denn nur so finden sie den weg sich erfolgreich auszudrücken und nicht in ihrem eigenem chaos unterzugehen,was widerum auch an erfolgserlebnisse gekoppelt ist.
disziplin oder wie man das auch nennen mag ist aber auch nichts ,was gegeben wird sondern das muss man lernen...
@schnellschnell
pünktlichkeit kann man auch lernen...:smile:

Inaktiver User
18.05.2014, 17:30
ach und das eine schliesst das andere nicht aus ,man kann trotzdem flexibel sein ,das leben geniessen und auch mal eine ausnahme machen...

Inaktiver User
18.05.2014, 17:31
@schnellschnell
pünktlichkeit kann man auch lernen...:smile:

Oh, ich finde Pünktlichkeit wichtig, das ist für mich eine Frage von Höflichkeit und Zuverlässigkeit.

Aber Selbstdisziplin, hmmmmm. Man muss doch immer fragen, warum und wieso. Und ob nicht Genußfähigkeit und Lebensfreude auch was wichtiges sind, wichtiger als Leistung und Sich-Zusammenreissen um jeden Preis???

Sasapi
18.05.2014, 17:37
Selbstdisziplin bedeutet, Dinge zu tun, die man machen muß, obwohl man überhaupt keine Lust dazu hat. Jedenfalls in diesem Moment nicht.

Und - spätestens in der Schule hat das Lustprinzip "Du musst das nicht tun, wenn Du es nicht willst!" auch für die Kinder ein Ende. Im Teenageralter sollte ein Kind schon gelernt haben, daß nicht alles, was man so tut, unglaublich toll, spannend und aufregend sein kann und muß.

Und diese Selbstdisziplin vermittelt man durchaus als Vorbild- aber auch, in dem man sagt- mir egal, ob Du keine Lust zum Aufräumen hast. Tus von mir aus lustlos, aber mach es.

Inaktiver User
18.05.2014, 17:40
also ich bin bestimmt ein supersinnenfreudiger mensch ,dennoch verfüge ich über ein hohes mass an selbstdisziplin(auch nicht auf jeder ebene),einfach weil ich frei und künstlerisch arbeite ,was in meinen augen die höchste sinnenfreude überhaupt ist.aber um davon leben zu können muss ich mich disziplinieren.das muss vielleicht jemand nicht ,der einen geregelten job hat,dennoch ist es gut ,es zu können,denn es schafft mehr raum...man muss es ja nicht zur ständigen selbstkasteiiung benutzen.

Amelie63
18.05.2014, 17:43
aber genau das ist gemeint,insofern hast du doch selbst die erfahrung gemacht ,dass disziplin dich weitergebracht hat.

in meiner eigenen Entwicklung hats mich weitergebracht bzw es stand nicht am Anfang von dieser, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Genau genommen habe ich Disziplin im Laufe meiner eigenen Entwicklung erst entdeckt. Denn eigentlich war das, was ich als Disziplin bis dahin kennengelernt hatte, nichts anderes als Dressur.

Daher sehe ich Disziplin auch nur als Teil des ganzen an und nicht als "die Lösung" schlechthin.

Außerdem finde ich Disziplin im Zusammenhang mit Erziehung eher irreführend. Disziplin ist etwas, das mit der intellektuellen Entwicklung einher geht. Wenn ich Kinder auf Disziplin trimme, dann wird da ganz schnell Dresur draus. Ich betrachte Disziplin bzw Selbstdisziplin daher nur in Verbindung mit der Eigententwicklung. Was daraus dann entsteht im Umgang mit dem Umfeld und vor allem mit den Kindern, das ist eben das, was ich wiederum unter Authentizität und Konsequenz verstehe. Die Selbstdisziplin sehe ich eher als Input und nicht als Output, schon gar nicht Kindern gegenüber.

Amelie63
18.05.2014, 17:47
also ich bin bestimmt ein supersinnenfreudiger mensch ,dennoch verfüge ich über ein hohes mass an selbstdisziplin(auch nicht auf jeder ebene),einfach weil ich frei und künstlerisch arbeite ,was in meinen augen die höchste sinnenfreude überhaupt ist.aber um davon leben zu können muss ich mich disziplinieren.das muss vielleicht jemand nicht ,der einen geregelten job hat,dennoch ist es gut ,es zu können,denn es schafft mehr raum...man muss es ja nicht zur ständigen selbstkasteiiung benutzen.

Darum gehts doch gar nicht. Es geht um die Erziehung. So wie du das schilderst, kenne ich es auch. Hier ist Disziplin aber nichts anderes als Teil der eigenen Persönlichkeit und des Entwicklungsprozesses. Aber eben nur ein Teil davon.

Inaktiver User
18.05.2014, 17:47
@sasapi exakt und wenn man manchmal über die lustlosigkeit hinaus geht ,dann kann sich sogar eine höherere stufe des könnens oder der erkenntnis einstellen,die widerum auch ein erfolgserlebnis für einen bringt,insofern ist das gar nicht so lustlos wie man meint...vielleicht nun nicht beim zimmer aufräumen,aber bei anderen tätigkeiten...

Melosine30
18.05.2014, 17:50
Darum gehts doch gar nicht.

Ich finde schon, dass es darum geht. Ein Künstler diszipliniert sich selbst, weil er keine festen Vorgaben und Rahmenbedingungen hat, in denen er sich bewegen "darf". Wer weiß, vielleicht meint A.E. das ja im gleichen Kontext, sie hat ja auch keinen 9-5 Job. A.E. diszipliniert sich als Mutter, um ihre Kinder nicht sich selbst zu überlassen.

Inaktiver User
18.05.2014, 17:50
Darum gehts doch gar nicht. Es geht um die Erziehung. So wie du das schilderst, kenne ich es auch. Hier ist Disziplin aber nichts anderes als Teil der eigenen Persönlichkeit und des Entwicklungsprozesses. Aber eben nur ein Teil davon.
versteh ich als symbiose...anke engelke ist selbst künstlerisch tätig und braucht das wahrscheinlich auch selbst und natürlich lebt sie das auch ihren kindern vor...das ist doch ganz normal,mich wundert ehrlich ,das das überhaupt thematisiert wird...?

Amelie63
18.05.2014, 17:51
Und - spätestens in der Schule hat das Lustprinzip "Du musst das nicht tun, wenn Du es nicht willst!" auch für die Kinder ein Ende. Im Teenageralter sollte ein Kind schon gelernt haben, daß nicht alles, was man so tut, unglaublich toll, spannend und aufregend sein kann und muß.

Und ausserdem ist das Quatsch mit der "Null-Linie". Von wegen, jetzt gehst du in die Schule, jetzt weht ein anderer Wind. Genauso blöd wie der Spruch "so lange du deine Füße unter meinen Tisch streckst...". Entweder ich hab ne Linie, die ich altersgerecht entsprechend vermitteln kann, oder meine Aktionen sind unglaubwürdig, nicht nachvollziehbar und entsprechend fruchtlos. Und diese Linie, die kommt durch die Authentiziät.


das hat es dann gelernt, wenn es sich darauf verlassen kann, dass sein (Nicht-)Handeln Konsequenzen nach sich zieht. Und genau da hapert es. Eltern merken es selbst meist nicht, wieviel unkonsequentes Zeugs sie so am Tag vor sich hinprabbeln.



Und diese Selbstdisziplin vermittelt man durchaus als Vorbild- aber auch, in dem man sagt- mir egal, ob Du keine Lust zum Aufräumen hast. Tus von mir aus lustlos, aber mach es.

Ich hab da mit ihr Absprachen getroffen und je nach Entwicklungsstand ihr geholfen oder halt gesagt: bis wann machst du es? Weil sonst räum ich alles in den Sack und wech ist es. Das ist einmal passiert und danach ging das mit den Absprachen prima. Sie bekam aber auch Hilfe, wenn sie überfordert war. Das mit dem Sack mag grausam erscheinen und es ist sicher eine Frage des Alters, aber meine Tochter und ich haben uns sicher in unseren Aussagen immer für voll genommen. Das hat vieles erleichtert.

Inaktiver User
18.05.2014, 17:59
in meiner eigenen Entwicklung hats mich weitergebracht bzw es stand nicht am Anfang von dieser, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Genau genommen habe ich Disziplin im Laufe meiner eigenen Entwicklung erst entdeckt. Denn eigentlich war das, was ich als Disziplin bis dahin kennengelernt hatte, nichts anderes als Dressur.

Daher sehe ich Disziplin auch nur als Teil des ganzen an und nicht als "die Lösung" schlechthin.

Außerdem finde ich Disziplin im Zusammenhang mit Erziehung eher irreführend. Disziplin ist etwas, das mit der intellektuellen Entwicklung einher geht. Wenn ich Kinder auf Disziplin trimme, dann wird da ganz schnell Dresur draus. Ich betrachte Disziplin bzw Selbstdisziplin daher nur in Verbindung mit der Eigententwicklung. Was daraus dann entsteht im Umgang mit dem Umfeld und vor allem mit den Kindern, das ist eben das, was ich wiederum unter Authentizität und Konsequenz verstehe. Die Selbstdisziplin sehe ich eher als Input und nicht als Output, schon gar nicht Kindern gegenüber.
ich glaube ,du siehst ihre aussage als rigider an als sie gemeint ist.sie trimmt bestimmt niemanden,so schätze ich sie nicht ein.

Inaktiver User
18.05.2014, 18:05
Ob man das Ganze nun Disziplin, Konsequenz oder wie auch immer nennt ... man sollte Regeln, Erziehungsmuster, etc. nicht schon wegen pillepalle aufweichen. Aber eben auch nicht nach Schema F aufstellen ... :smirksmile:

Amelie63
18.05.2014, 18:19
ich glaube ,du siehst ihre aussage als rigider an als sie gemeint ist.sie trimmt bestimmt niemanden,so schätze ich sie nicht ein.

Ja ich bin gerne mal rigide, weil halt oft Dinge diskutiert werden, die in ihrer Konsequenz einfach nicht weiter- oder gar zuende gedacht werden.

In der Politik wird das oft zu RECHT kritisiert, aber im kleinsten Alltag ist das auch sehr weit verbreitet. Daher sry, wenn ich nerve, aber Begrifflichkeiten sind eben immer auch subjektiv besetzt und wir gehen oft allzuselbstverständlich davon aus, dass ja jeder das selbe drunter versteht wir wir selbst.

So passiert es dann, dass man immer wieder zwischen den selben Polen hin und her schwingt, die sich aufgrund ihrer Einseitigkeit schon in der Vergangenheit nicht bewährt haben (in dem Fall Disziplinierung und lassez faire - Stil). Muss ja nicht sein.

marylin
19.05.2014, 09:40
Sie appelliert auch an die Vorbild-Funktion der Eltern. Sie habe kein Verständnis dafür, wenn kleine Kinder schon mit iPads oder Handys in Berührung kämen. Fernsehen sollte man nur zusammen mit den Kindern und das Gesehene besprechen. Für sie ist der hohe Konsum vieler Kinder von TV und mobilen Geräten einen Zeichen für die Trägheit von Erziehungsberechtigten.

Diese Klugscheixxerei geht mir gehörig auf die Nerven. "Trägheit" von Eltern, soso...
Manche Eltern müssen nun mal den ganzen Tag arbeiten, abends noch Essen machen, waschen, putzen - oder einen Zweitjob erledigen. Und das alles OHNE Nanny und Putzfrau. Da sitzen die Kids halt mal vor der Glotze - na und?

Ach, im Grunde genpmmen finde ich die Aussage einfach nur frech und dumm. Was denkt die eigentlich, WELCHES Klientel u. a. sich ihre Sendungen anguckt? Ich meine, die gr0ße Kunst macht sie ja nun auch nicht...

FrauE
19.05.2014, 10:14
Ich kann mich den Vorrednerinnen nur vollumfänglich anschließen:

Ich habe zwar weder Kinder, noch werde ich wohl jemals welche haben.

Aber ich beneide keine Mutter in der heutigen Zeit, die sich von allen Seiten mit den klugen Kommentaren von Supermüttern der vermeintlichen Prominenz oder aus dem Modelbusiness konfrontiert sehen, die aus einer vollkommen irrealen Lebenswelt glauben, alle Welt mit ihren Weisheiten beglücken zu müssen....:gegen die wand:

In diesem Sinne:

Hut ab vor jeder Mutter, die es schafft, in dieser irren Welt noch auf die eigene Intuition und sich nicht von dem Gequatsche von mitteilsamen Nichtwissern irritieren lassen!

Dafür einen fetten Cyberknutscher von mir - so sieht es nämlich aus und danke für das Kompliment zum Schluss!!!

Inaktiver User
19.05.2014, 10:41
JA, es fehlt bei der erziehung oft an disziplin u n d konsequenz.

wie oft höre ich gerade an der supermarktkasse den satz:
"wenn du nicht brav bist, oder keine ruhe gibst, dann......!"

nix dann!
das weiss das kind.

wenn man schon verbote ausspricht, sollte man auch dazu stehen.

und selbst vorbild sein.
also nichts fordern, was man selbst nicht bereit ist vorzuleben.

FrauE
19.05.2014, 10:45
Diese Klugscheixxerei geht mir gehörig auf die Nerven. "Trägheit" von Eltern, soso...
Manche Eltern müssen nun mal den ganzen Tag arbeiten, abends noch Essen machen, waschen, putzen - oder einen Zweitjob erledigen. Und das alles OHNE Nanny und Putzfrau. Da sitzen die Kids halt mal vor der Glotze - na und?

Ach, im Grunde genpmmen fonde ich die Aussage einfach nur frech und dumm. Was denkt die eigentlich, WELCHES Klientel u. a. sich ihre Sendungen anguckt? Ich meine, die gr0ße Kunst macht sie ja nun auch nicht...

Der Untergang naht...:halloween:

Ich weiß z.B. auch nicht, was die Frau glaubt, was Eltern ihre Kinder gucken lassen, um es hinterher besprechen zu müssen. Ist die Sendung mit der Maus plötzlich Kindeswohlgefährdend? Oder waren es doch die Teletubbies, die den Untergang der Kinderkultur einleiteten? Löwenzahn etwa - Peter Lustig, der uns noch bespaßte, soll ja ein alter Kiffer gewesen sein, sein Nachfolger scheint mir aber doch sehr clean - OMG!

Das sind Sendungen, die ich als Kind tatsächlich auch alleine gucken durfte, genauso das Ferienprogramm, dass Frau Engelke, die damals noch in meinem Alter:zwinker: war moderierte. Ob ich deshalb so Medienunkritisch geworden bin ??? :fg engel:

Die meisten Eltern, die ich kenne, achten da drauf, auch was die Zeiten am Tag angeht. Manche dieser Eltern geben aber auch zu, dass das Kind am Wochenende morgens um 6 Uhr gerne mal vor der Glotze geparkt wird, damit man einfach nochmal eine Runde pennen kann und ich sehe darin nichts verwerfliches. Da die Geräte heute gut ausgestattet sind mit Sperren und Passwörtern, ist die Gefahr, dass ein Windelpfurz was Perverses zu sehen bekommt doch eigentlich gebannt...

Ich habe meinen Sohn altersgerechte Sendungen sehen oder Bücher lesen/anschauen lassen, ab einem gewissen Alter hat man das auch nicht mehr in der Hand und wenn er nicht grade mal los werden wollte, dass er sich beim Kumpel des Nachts was fieses angeguckt hat, hätten wir auch nix davon erfahren. Was wäre laut A.E. die Konsequenz gewesen? Das Kind nicht mehr zu Freunden lassen, die einen frei verfügbaren Fernseher hatten?

In einem Punkt bin ich aber ihrer Meinung: Ob Grundschüler wirklich schon mit Smartphones und Co. unterwegs sein müssen. In der Klasse meines Sohnes gab es damals ein Mädchen mit Handy und die musste ihre Mama anrufen, als sie das Schulgebäude verlassen hat und am Telefon bleiben, bis sie im Hort war. Dass das Kind den Straßenverkehr nicht sicher bewältigt hat, war anscheinend egal, ist ja zum Glück auch nix passiert, aber ich habe echt oft die Luft angehalten, wenn die Kleine einfach auf die Gasse gerannt ist, weil sie mit Mutti am Ohr keinen Blick mehr rundherum hatte...

Und ich finde auch das wettern gegen den eigenen PC im Zimmer immer wieder erstaunlich: Unsere Kinder werden nicht mehr ohne leben, das kann man vergessen. Ich finde, sie müssen sich mit dem Kram auseinander setzen, in kaum einem Beruf geht es heute noch ohne! Wir hatten einfach keine Lust, immer unser Gerät zur Verfügung zu stellen, also hat unser Sohn mit 11 einen eigenen Laptop bekommen und er lebt tatsächlich noch und ist kein Amokläufer oder Massenmörder geworden, trotz Egoshooter Spiele, die ich nicht lecker finde...

Melosine30
19.05.2014, 11:02
Man muss eben seine persönliche Schmerzgrenze vertreten, dann braucht man sich auch nicht angegriffen fühlen. Ich finde es auch nicht unbedingt VERWERFLICH, ein Kind am Wochenende ab 6 vor den Kika zu setzen, aber könnte das absolut nicht vertreten. Es geht nicht darum, dass Kleinkinder ("Windelpfurze" sind ja in der Regel unter drei) was Falsches sehen, sondern dass ich ein Kleinkind nicht stundenlagen berieseln lassen möchte, NUR weil ich ausschlafen möchte- und JA, ich arbeite auch viel und bekomme in der Woche wenig Schlaf. DAS ist nämlich auch eine Form der Selbstdisziplin- und na gut, der eine stellt diesen Anspruch an sich und der andere nicht.

Bevor ich das Interview nicht ganz gelesen habe, möchte ich zu A.E. explizit nichts sagen, ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang sie das eine oder andere gesagt hat. Ob sie mit ihrem neunjährigen Sohn alle Sendungen bespricht, oder damit nur den Kleinsten meint, weiß ich auch nicht, wenn sie es macht, finde ich das aber gut, nur kann das eben nicht jeder leisten.
Und am frühen PC-Konsum etc. sehe ich nicht die Gefahr, dass Kinder Massenmörder werden, sondern dass sie ggfls. verlernen (ggfls.!), sich anderweitig zu beschäftigen, sich ohne viel Bilder und Reizüberflutung zu vergnügen, indem sie einfach mal etwas auf Papier Gedrucktes lesen. Da muss man zumindest die Kontrolle behalten.

Inaktiver User
19.05.2014, 12:43
Diese Klugscheixxerei geht mir gehörig auf die Nerven. "Trägheit" von Eltern, soso...
Manche Eltern müssen nun mal den ganzen Tag arbeiten, abends noch Essen machen, waschen, putzen - oder einen Zweitjob erledigen. Und das alles OHNE Nanny und Putzfrau. Da sitzen die Kids halt mal vor der Glotze - na und?

Ach, im Grunde genpmmen finde ich die Aussage einfach nur frech und dumm. Was denkt die eigentlich, WELCHES Klientel u. a. sich ihre Sendungen anguckt? Ich meine, die gr0ße Kunst macht sie ja nun auch nicht...
ich denke ,jemand hat sie gefragt und sie hat geantwortet,das ist ihr gutes recht ihre meinung zu sagen und das hat wenig mit dem zu tun ,was du ihr vorwirfst.hier in der bri-com sagen auch alle möglichen leute ständig zu irgendwas irgendwas.
du ja auch...also das ist in keiner form frech und dumm...
sie hat nicht mal dich persönlich angesprochen und schon gar nicht erwartet ,dass du demnächst etwas ändern musst...

marylin
19.05.2014, 12:56
sie hat nicht mal dich persönlich angesprochen und schon gar nicht erwartet ,dass du demnächst etwas ändern musst...

Na da fällt mir ja jetzt ein Stein vom Herzen :freches grinsen:

Inaktiver User
19.05.2014, 13:10
Na da fällt mir ja jetzt ein Stein vom Herzen :freches grinsen:
dachte ich mir.

Duffeline
19.05.2014, 18:47
Oh, ich finde Pünktlichkeit wichtig, das ist für mich eine Frage von Höflichkeit und Zuverlässigkeit.

Aber Selbstdisziplin, hmmmmm. Man muss doch immer fragen, warum und wieso. Und ob nicht Genußfähigkeit und Lebensfreude auch was wichtiges sind, wichtiger als Leistung und Sich-Zusammenreissen um jeden Preis???

Sagen wir mal, dass dein Kind sein Essverhalten nicht mehr im Griff hat. Es isst zu viel, ungesund und sein Taschengeld geht für Süßigkeiten drauf.
Bis zu welchem Grad würdest du gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen bevor du regulierend eingreifst?

Inaktiver User
19.05.2014, 19:02
Sagen wir mal, dass dein Kind sein Essverhalten nicht mehr im Griff hat. Es isst zu viel, ungesund und sein Taschengeld geht für Süßigkeiten drauf.
Bis zu welchem Grad würdest du gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen bevor du regulierend eingreifst?

Gesundheitliche Risiken: gar keine. Und ich bin auch keinen Meter Auto gefahren ohne angeschnallte Kinder.

Tatsächlich glaube ich aber, dass Eßstörungen seltener auftauchen, wenn Eltern gerne und mit Genuß essen, und dass gerade sowas wie Magersucht sehr mit Kontrollbedürfnis verbunden ist.

Sasapi
19.05.2014, 21:51
Es kommt ja drauf an, wieviel Taschengeld das Kind so bekommt- hier galt immer: einmal in der Woche darf sich jede Tochter eine Süßigkeit aussuchen ( als sie ewas größer waren, haben die Damen es oft so gemacht, daß sich die Eine eine Tüte Bonbons ausgesucht hat und die Andere eine Packung Fruchttiger oder so...das fiel hier nämlich auch unter Süßigkeiten, ebenso wie Kinderjoghurts) und sonst war schlichtweg nichts im Haus.

Da musste dann halt das Taschengeld dran glauben. Das war aber so bemessen, daß selbst ein Komplettumsatz beim Dorfkiosk keine gesundheitlichen Schäden eingebracht hätte ( meine Töchter haben dadurch schon im Grundschulalter festgestellt, daß Discounter kein tolles Einkaufserlebnis bieten, aber ihre Vorteile haben....)

Höheres Taschengeld bekommen die Damen erst seit dem Teenageralter- und da waren sie schon zu geizig, um alles in Süßigkeiten oder süße Getränke umzusetzen....

Inaktiver User
19.05.2014, 22:13
Wir fuhren die komplett andere Schiene und die führte bei unseren Diven ebenso zum Erfolg :smile:
Bei uns war nämlich von diversen Naschereien am entsprechenden Aufbewahrungsort immer so genug vorhanden, dass niemand das Gefühl haben musste, zu kurz zu kommen, wenn man nicht jedesmal reichlich dort abgreift :smirksmile:

Und wenn mal Besucher mitbekamen was da bei uns so vorhanden ist und meinten, daraufhin klugschieten zu müssen ... ging das bei uns zu einem Ohr rein und beim anderen wieder raus.

WIR wussten ja, dass unser System bei UNS funktioniert. Mag sein, bei anderen nicht, aber ...
so what?! :smile:

Inaktiver User
20.05.2014, 08:22
bei uns auch.
heute noch stehen diverse süssigkeiten frei rum.
mein enkel (3) muss mich vorher fragen, dann darf er davon was essen.
aber nur, wenn er vorher sein mittagessen gegessen hat.

das klappte bei meinen töchtern hervorragend und klappt nun bei ihm.
ich habe auch in unserem haus null kindgerecht umgestellt.
vasen mit blumen stehen da.
meine liebevoll aufgestellten dekos überall.

das weiss er, dass das nicht zum spielen ist und gut is.
darum sage ich, konsequenz.
klar hat er mind. 20 x versucht, damit zu spielen etc. und dann muss halt 20 x ein NEIN erfolgen.
er hat seine spielecke, da darf er alles.
er darf auch alles im wohnbereich verteilen, incl. couch, aber es wird auch wieder eingeräumt, wenn er geht.

klappt noch nicht so doll, aber da bin ich wieder grosszügig.
fakt ist jedenfalls, dass ich meine töchter und jetzt meinen enkel überall mit hinnehmen konnte und kann, ohne negativ aufzufallen. :smile:
spart jede menge nerven.

FrauE
20.05.2014, 10:22
Sagen wir mal, dass dein Kind sein Essverhalten nicht mehr im Griff hat. Es isst zu viel, ungesund und sein Taschengeld geht für Süßigkeiten drauf.
Bis zu welchem Grad würdest du gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen bevor du regulierend eingreifst?

Mich würde interessieren, wie dieses regulierende Eingreifen aussehen soll, da ich solch ein Kind kenne und außer "Iss nicht so viel" von der Mutter nichts kommt, weil sie sonst auch keine Idee hat.

FrauE
20.05.2014, 10:23
Gesundheitliche Risiken: gar keine. Und ich bin auch keinen Meter Auto gefahren ohne angeschnallte Kinder.

Tatsächlich glaube ich aber, dass Eßstörungen seltener auftauchen, wenn Eltern gerne und mit Genuß essen, und dass gerade sowas wie Magersucht sehr mit Kontrollbedürfnis verbunden ist.

:allesok: Das glaube ich auch, auch zu viel essen ist meiner Meinung nach eine Störung, die durch die Umstände herbei gerufen wird.

Inaktiver User
20.05.2014, 16:02
nachdem ich nun den ganzen artikel gelesen habe ,klingt es doch ein bißchen anders und ich finde, sehr bewusst und engagiert.
Mir sind da eher sätze wie

"Das Diktat der Alternativlosigkeit.Und dabei kann ich die Standards selbst festlegen"

ins auge gesprungen.und insofern hat sie schon recht,wenn es sich viele bequem machen.ehe man diskussionen oder sogar geschrei provoziert,geben eltern sehr häufig nach.auch aussagen wie bei marco ist das aber auch so und der darf das, wird heute eher klein beigegeben als noch vor 30 jahren.
nicht nur erwachsene müssen mithalten sondern kinder müssen das auch schon.das hat auch was mit statussymbolen und moden zu tun.
seht her, wir sind modern und immer auf dem neuesten stand, demonstriert man eben eher mit dem touchpad mit lernprogramm für den 3jährigem im restaurant als mit anke engelkes altem handy(umso sympathischer ,dass sie so erstaunlich "nicht mainstream" ist...)die aber sicher dafür wesentlich mehr fantasie an den tag legen wird ,kindern auch etwas zu vermitteln.das zeigt auch ,dass sie kindertouren im museum macht.
natürlich könnte man nun erwähnen,dass" nicht mainstream sein " das mainstream der künstler ist und das ist auch wahr ,aber ich halte es auch wirklich ab und zu für eine gute idee mal innezuhalten, und mich zu fragen,aus welchen gründen ich das jetzt mache,hinnehme oder billige und gegebenfalls auch mal die richtung zu ändern...denn in dem standard sollte man sich wiederfinden und nicht die anderen .

Tessa
24.05.2014, 16:23
Bisher mochte ich Frau Engelke sehr gern, aber nach diesem Interview nicht mehr. Ich habe selten einen selbstgerechteren Sermon gelesen. Wenn ich die Journalistin gewesen wäre, wäre ich aufgestanden und gegangen, nachdem Frau Engelke sie persönlich angegriffen hat, weil sie ihrem Sohn die Benutzung ihres tablets erlaubt. Meine Güte. Wie ich diese Mütter, die meinen, ihre Ansicht sei die allein seelig machende, gefressen habe.

Inaktiver User
20.11.2014, 07:31
Ich finde dass es heutzutage schon in der Schwangerschaft anfängt!
Was darf man und was nicht um seinem Kind nicht zu schaden, die ganze Schwangerschaft hindurch wird von allen Seiten( Familie/ Arzt/ Hebammen/ unbekannten) auf einen eingeredet und philosophiert was und wie man warum am BESTEN macht.
Und dabei wollte man doch einfach seinem" Bauchgefühl" folgen, was aber irgendwann sehr unsicher wurde.

Dann kommt der kleine Erdenbürger zur Welt und schon geht die Flut weiter.
Die neue ungewohnte Situation wird allerseits genutzt um Bücher, Zeitschriften, Medikamente , thetapieangebote USW. zu vermarkten.

Man selbst will alles richtig machen und irrt eigentlich nur noch rum.

Schwer dort sich selbst treu zu bleiben.

Bei meinem zweiten Kind hat das ganze von außen nicht mehr funktioniert und ich habe meinen Weg wieder gefunden.

Ich denke heutzutage wird viel gemacht, weils es einem suggeriert wurde, dass es so gehört.
Jeder versucht das richtige zu tun.
Aber da gibt es eben kein allgemeingültiges Rezept.

Was wir vorleben- bekommen wir zurück.

Lg, Troi

marylin
20.11.2014, 08:17
Ja, da hilft nur die stoische Wiederholung der Aussage "Es geht euch nix an.... es geht euch nix an...." :freches grinsen:

Wir wollen in allen anderen Bereichen des Lebens so selbstbestimmt agieren wie möglich, aber bei unseren Kindern lassen wir uns reinreden und verunsichern. Warum eigentlich?

Inaktiver User
20.11.2014, 10:48
Ich denke, weil man da nun nicht für sich selbstverantwortlich ist, sonder für seine Kinder u denen möchte man nur das Beste.
Aber grad deshalb sollte man seiner Linie treu bleiben, dann ist es ehrlich und hat Bestand.

Ich meine das Konsequenz nämlich wenn das ist, was zu Disziplin führt.
Wenn man das eine eben nun schon immer so macht, weils konsequent so vorgelebt worden ist, dann braucht man nicht viel erziehen.

Lg, Troi

marylin
20.11.2014, 12:34
Naja, bei Frau Engelke hat die Erziehung ja offensichtlich komplett versagt. Sonst wüsste sie ja, wie man sich zu benehmen hat...

Inaktiver User
20.11.2014, 20:51
Wobei was sie über fernsehen und computerspielen sagt, gebe ich ihr Recht.
Für mich gehören Kinder( besonders die Kleinen) nicht vor die Glotze.
Da finde ich auch- das wird gern von dem ein oder anderen als " Mama Pause" benutzt.

Fourthhandaccount
23.11.2014, 11:32
Naja, bei Frau Engelke hat die Erziehung ja offensichtlich komplett versagt. Sonst wüsste sie ja, wie man sich zu benehmen hat...

Warum benimmt sie sich daneben, weil sie ihre Meinung sagt und äußert, wie sie Erziehung sieht?

Fourthhandaccount
23.11.2014, 11:34
Manche dieser Eltern geben aber auch zu, dass das Kind am Wochenende morgens um 6 Uhr gerne mal vor der Glotze geparkt wird, damit man einfach nochmal eine Runde pennen kann und ich sehe darin nichts verwerfliches. Da die Geräte heute gut ausgestattet sind mit Sperren und Passwörtern, ist die Gefahr, dass ein Windelpfurz was Perverses zu sehen bekommt doch eigentlich gebannt...



Die Geräte mögen gut ausgestattet sein, ich bezweifel aber, dass dies konsequent (!) von Eltern eingesetzt wird. Und was spricht dagegen, dass das Kind sich im Kinderzimmer spielend betätigt? Oder liest?

FrauE
23.11.2014, 12:59
Die Geräte mögen gut ausgestattet sein, ich bezweifel aber, dass dies konsequent (!) von Eltern eingesetzt wird. Und was spricht dagegen, dass das Kind sich im Kinderzimmer spielend betätigt? Oder liest?

Ein 4-5 Jähriges, das sich mit Lesen beschäftigt? Ja dann habe ich in der Erziehung wirklich was falsch gemacht - meiner konnte das leider in dem Alter noch nicht...:freches grinsen:

Ich finde auch nicht, dass Dauer TV Beschallung das gelbe vom Ei ist, aber mal eine Runde Kinderprogramm am Wochenende, damit man Duschen gehen oder eben noch nicht um 6 Uhr Morgens Animatöse sein muss, finde ich nicht so verwerflich, wie es bei Frau Engelke ankommt. Sie soll einfach - wie viele andere KlugscheißerichweißallesMamas auch- vor ihrer eigenen Haustüre kehren, die macht und machte auch genug Sachen, die ich als Mutter nicht normal fand und finde. Den Ehemann bescheißen mit einem Anderen z.B.

Was die Tochter da gedacht hat, hat Frau Engelke wohl auch nicht groß interessiert könnte man den Eindruck gewinnen. Kind dann zurück lassen, um die neue Liebe zu feiern finde ich auch nicht soooo prickelnd usw...

Alles in Allem finde ich, sollte immer ein Mittelweg drin sein. Verbote und dieses "Ich bin eine gute Mutter, deswegen gibt es das und das nicht..." verkrampft die ganze Sache in meinen Augen nur und führt zu Druck und Unzufriedenheit. Ist aber nur meine Meinung, ich finde, es wird in vielen Bereichen einfach sehr übertrieben...

Fourthhandaccount
23.11.2014, 13:49
Ein 4-5 Jähriges, das sich mit Lesen beschäftigt?

Ich kenne auch Bilderbücher.

Inaktiver User
23.11.2014, 17:52
Sehe ich auch so- Bilderbücher oder was auch immer, Kinder müssen sich alleine beschäftigen können, oder es lernen.
Natürlich nicht den ganzen Tag, aber für ne Weile sollte das Klappen- ist auch wichtig für die Entwicklung.
Wenn das mit Gebrüll u Generve zum Ausdruck gebracht wird, dass man lieber animiert wird, tja da sollte man Wege finden dem Kind dabei zu helfen, selbst zu spielen.
Is immer anstrengend wenn man etwas erzieht und nicht nur durch vorleben mitgibt.
Wenn man aber nachgibt und vor die Glotze setzt um Ruhe zu haben , sehe ich da gleich zwei Probleme.
1. das Kind bekommt schnell heraus, dass wenn nur lang genug genervt wird gibts Fernsehen und
2. das Fernsehen zu einem Ventil wird.

Ich gebe es zu, ich bin ein Gegner von Fernsehen bei Kleinkindern.
Meine Tochter hat bis sie 4 Jahr nicht ferngesehen und jetzt ( fast 5) schaut sie ab und zu aber nur mit mir.
Und auch nicht wirklich fern, sondern ausgewählte Serien die dann eben aufgenommen wurden.
Das wird dann auch erklärt und ganz oft will sie es nachspielen , malt es dann USW.

Irgendwie gehört es ja in unsere Zeit, aber man kann es schon sinnvoll nutzen.
Denn dass auch eine Mami mal ne Tasse Kaffee in Ruhe trinken möchte oder ein wichtiges Telefont führen muss- dass kann auch ein Kleinkind schon verstehen.

marylin
24.11.2014, 09:20
Warum benimmt sie sich daneben, weil sie ihre Meinung sagt und äußert, wie sie Erziehung sieht?

Ich glaube mich zu erinnern, dass sie wohl die Interviewerin etwas zurecht gewiesen hat, oder irgendein dummer Spruch kam - ich weis es nicht mehr genau.

Wenn ich immer lese, dass die heutigen Kinder nur ausgewählte Sendungen sehen, dass danach darüber gesprochen wird und und und... da frage ich mich ernsthaft, wo die Eltern die Zeit und die Nerven dafür her nehmen?!

Fernsehen ist kein Teufelswerk - und auch Eltern brauchen Entspannung und mal ihre Ruhe. Und ich reagiere hochallergisch auf Leute, die anderen (ungefragt) erzählen wollen, wie es "richtig geht" und nur die eigene Meinung gelten lassen.. Das tut man nicht, das ist schlechtes Benehmen! Mit solchen Menschen gebe ich mich nicht ab, deren Meinung ist für mich nicht wichtig.

Inaktiver User
24.11.2014, 09:24
Wie haben eigentlich Eltern entspannt, als es noch nicht rund um die Uhr Kinderprogramm im Fernsehen gab?

Fourthhandaccount
24.11.2014, 09:29
Wenn ich immer lese, dass die heutigen Kinder nur ausgewählte Sendungen sehen, dass danach darüber gesprochen wird und und und... da frage ich mich ernsthaft, wo die Eltern die Zeit und die Nerven dafür her nehmen?!



Tiefschürfende Diskussionen über das Sandmännchen finde ich auch übertrieben.

Fourthhandaccount
24.11.2014, 09:30
Wie haben eigentlich Eltern entspannt, als es noch nicht rund um die Uhr Kinderprogramm im Fernsehen gab?

Wir hatten ein Kinderzimmer und wurden in dieses geschickt, wenn meine Eltern etwas Zeit für sich haben wollten. Dort hatten wir Spielzeug, Malbücher ... Oder wir gingen nach draußen. Spielen. Eigentlich ganz einfach.

Fourthhandaccount
24.11.2014, 09:34
Fernsehen ist kein Teufelswerk

Bei ungefiltertem Sehen hat Fernsehen durchaus das Potenzial zum Teufelswerk. Ich äußerte schon meine Ungläubigkeit darüber, dass Kinderfilter tatsächlich angewendet werden. Gerade bei gewissen Eltern halte ich das für extrem unwahrscheinlich. Die finden nur den Einschaltknopf auf der Fernbedienung. Und schaue ich mir die nicht vorhandenen Medienkompetenzen der gerade aufwachsenden Generation an, wird es noch schlimmer. Die Studie wurde letzte Woche veröffentlicht. Aua.

marylin
24.11.2014, 09:37
Wie haben eigentlich Eltern entspannt, als es noch nicht rund um die Uhr Kinderprogramm im Fernsehen gab?

Tja, wenn die Eltern ihre Ruhe wollten, schickten sie die Kinder raus oder in ihr Zimmer. Wenn sie nicht folgten, gab´s ein paar hinter die Löffel...

Inaktiver User
24.11.2014, 09:42
Tja, wenn die Eltern ihre Ruhe wollten, schickten sie die Kinder raus oder in ihr Zimmer. Wenn sie nicht folgten, gab´s ein paar hinter die Löffel...

Ah, und heute gibt es Fernsehen statt hinter die Löffel? Auch interessant.

Fourthhandaccount
24.11.2014, 09:49
Tja, wenn die Eltern ihre Ruhe wollten, schickten sie die Kinder raus oder in ihr Zimmer. Wenn sie nicht folgten, gab´s ein paar hinter die Löffel...

Was ist daran schlimm, wir fanden es toll, unsere Zimmer zu haben. Nicht alle Kinder hatten damals eigene Zimmer für sich alleine. Man "musste" uns auch nichts "hinter die Löffel" geben, es war selbstverständlich, dass Kinder und Eltern nicht 24 h aufeinander hockten. Ich konnte als Kind auch dankend darauf verzichten. Ich habe gelernt, mich mit mir selbst zu beschäftigen bzw. hatte Freunde in der Nachbarschaft.

Findest Du "Wenn Eltern ihre Ruhe wollen, parken sie die Kinder vor dem Fernseher" besser und wenn ja, was daran ist besser?

Fourthhandaccount
24.11.2014, 09:52
Ah, und heute gibt es Fernsehen statt hinter die Löffel? Auch interessant.

Fernsehen anstatt Kinderzimmer und Spielen. Wie gesagt, "hinter die Löffel" gab es nicht, wenn meine Eltern etwas gesagt haben, haben wir das (fast immer) getan. Zumal ins Zimmer gehen keine Strafe darstellte. Ganz im Gegenteil. Ich habe reichlich oft die Frage gestellt, ob ich ins Zimmer gehen darf - wenn mir das gemeinsame Abendessen zu lange dauerte.

Inaktiver User
24.11.2014, 09:55
Fernsehen anstatt Kinderzimmer und Spielen. Wie gesagt, "hinter die Löffel" gab es nicht, wenn meine Eltern etwas gesagt haben, haben wir das (fast immer) getan. Zumal ins Zimmer gehen keine Strafe darstellte. Ganz im Gegenteil. Ich habe reichlich oft die Frage gestellt, ob ich ins Zimmer gehen darf.

Ich bin da ja bei Dir. Ich kann mich eigentlich auch nicht an Zeiten erinnern, in denen ich von meinen Eltern gern bespaßt werden wollte. Vielleicht als Kleinkind, danach nicht mehr.

Brombeerkatze1
24.11.2014, 09:57
Tja, bei uns gibt es Kinderzimmer, Spielen, Bilderbücher und tatsächlich auch Fernsehen...

Und ich empfinde es wie marilyn: Leute, die anderen ständig erzählen wollen wie sie mit ihren Kindern umzugehen haben nerven einfach nur.
Wenn diese "Erziehungsweisheiten" sich dann außerdem aus den Erinnerungen an die eigene Kindheit speisen kann ich sie auch nicht ernst nehmen.

Fourthhandaccount
24.11.2014, 10:26
Wenn diese "Erziehungsweisheiten" sich dann außerdem aus den Erinnerungen an die eigene Kindheit speisen kann ich sie auch nicht ernst nehmen.

Das liegt vielleicht daran, wie man die eigene Erziehung durch die Eltern einschätzt. Wenn man sich "gut erzogen" fühlt, kann man der Erinnerung eventuell besser folgen.
Gegen Fernsehen habe ich nicht generell etwas, gegen Parken eines Kindes vor dem Fernseher definitiv und wenn z. B. die Frage kommt, was man sonst machen soll, dann bin ich irritiert und frage mich, warum im Kinderzimmer keine Spiele und (Bilder)Bücher sind.

AE hat ein Interview gegeben. Sie hat noch nicht einmal ungefragt ihre Meinung gesagt ...

Inaktiver User
24.11.2014, 11:45
Das hat eine Diskussion so an sich, dass jeder seine Meinung sagt.
Was aber nicht heißt, dass diese allgemeingültig u richtig sein muss.
Jeder stellt seine Ansicht da- und keiner sagt dadurch was andere zu tun haben oder falsch oder richtig machen.
Jeder wird für sich schon das Richtige gefunden haben.
Und dann kann man doch ohne nen dummen Spruch, auch seine Meinung vertreten.

Ausgewählte Sendungen sind für mich: NICHT einfach Glotze an und was grad läuft wird angeschaut .
Und ja ich rede danach mit meinem Kind darüber( nicht alles wird da verstanden in so nem Kinderhirn), es bietet dich immer Zeit, beim Essen, beim baden, beim spazieren usw.

Das ist meine Meinung u so mache ich es!

marylin
24.11.2014, 12:50
Findest Du "Wenn Eltern ihre Ruhe wollen, parken sie die Kinder vor dem Fernseher" besser und wenn ja, was daran ist besser?

Nein, es ist nicht besser, aber es ist auch nicht schlimm. Und Eltern, die den ganzen Tag arbeiten (also 8 h plus Fahrzeit, sind schnell mal 10 - 11 h außer Haus), haben eben nach Feierabend noch einen Haushalt zu versorgen und eben keine Kraft mehr, die Kinder stundenlang zu bespaßen oder endloss zu diskutieren. Irgendwann brauchen die auch mal Pause. Und wenn nun eben beim Kinderfernsehen Ruhe ist, dann ist das doch gut. Und wenn dann Frau Engelke von Bequemlichkeit spricht, geht mir eben der Hut hoch.

Inaktiver User
24.11.2014, 18:25
Naja aber ist doch in einer gewissen Weise die Bequemlichkeit aus der es dann gemacht wird.
Wenn man es macht um Ruhe zu bekommen...
Muss ja nicht verwerflich sein, wenn man das so für sich entschieden hat.

marylin
25.11.2014, 07:59
Nunja, Bequemlichkeit ist es auch, eine Waschmaschine zu benutzen oder den Geschirrspüler :smile:

Im Ernst, im Zusammenhang mit dem Interview klingt der Begriff "Bequemlichkei" für mich ein bißchen nach "Faulheit". Und das kann man den meisten berufstätigen Eltern sicher nicht vorwerfen.

Aber ich habe generell ein entspanntes Verhältnis im Umgang mit Medien - vielleicht liegt´s daran...

Fourthhandaccount
25.11.2014, 08:42
Nunja, Bequemlichkeit ist es auch, eine Waschmaschine zu benutzen oder den Geschirrspüler

Das würde ich eher als zeitgemäße technische Ausstattung bezeichnen, sprich Hilfe. Ich weiger mich aber, den Fernseher als Hilfe zu bezeichnen. Allerdings sehe ich berufstätige Eltern auch sicher nicht als bequem an. Das sind sie meistens wirklich nicht.