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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zu den Artikenl "Alles gut, danke!" und "Bitte aufstehen!", Brigitte 05/14



Inaktiver User
19.04.2014, 19:40
Brigitte Woman 05/14 Dank an die Verfasserin Julia Karnick! Beim Lesen dieser treffenden Homage an die Zufriedenheit und Normalität habe ich an vielen Stellen zustimmend genickt. Sie haben ja so recht! Aus mir wird auch nie eine Sportskanone. Ich bewege mich halbwegs regelmäßig, weil ich vernünftig bin, nicht weil es mir ein übergroßes Bedürfnis ist.
Vorher hatte ich den Gesundheitsbericht "Bitte aufstehen!" gelesen und der hat mich gewurmt.

Wie geht es euch damit? Ich habe es manchmal so satt zu hören, was man alles tun muss, um jung zu bleiben und hundert zu werden. Ich gehöre zu der Generation, die schon verschiedenste Stationen mitgemacht hat: In den 70ern hat das mit dem Sport angefangen. Dann Joggingwahn, alle ließen Lactatmessungen vornehmen, um zu erfahren, in welchem Pulsbereich die optimale Bewegung stattzufinden hat, aerober Bereich oder anaerober, 7 km täglich gehen, 300 Minuten Sport pro Woche Minimum, das darfst du essen, das nicht.......

Dauernd wurden Erkenntnisse wieder über den Haufen geworfen, Untersuchungen widerlegt. UND JETZT dürfen wir nicht mehr sitzen. Sport muss gar nicht sein! Ich musste beim Lesen des Berichtes an all die armen Frauen denken, die leider nicht im Stehen oder Gehen arbeiten können und sich kein Laufband unter den Schreibtisch stellen können. 40% erhöhtes Risiko innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben. - Die können gleich aufgeben!
Der vorgeschlagene Tagesablauf klingt für mich furchtbar. Eine Gesellschaft der Getriebenen, kann ich dazu nur sagen. Ich lese gerne und das lieber im Sitzen als im Gehen. Oje!

marylin
22.04.2014, 08:06
Ich musste beim Lesen des Berichtes an all die armen Frauen denken, die leider nicht im Stehen oder Gehen arbeiten können und sich kein Laufband unter den Schreibtisch stellen können. 40% erhöhtes Risiko innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben. - Die können gleich aufgeben!


Habe den Artikel nicht gelesen, bezweifle aber die Aussage stark. Wer will denn das herausgefunden haben? Wie wurde denn das "Risiko" berechnet? Wie hoch ist denn das "normale" Risiko, in den nächsten 15 Jahren zu sterben?

Durch unser reichliches Nahrungsangebot und immer bessere Medizin steigt unsere Lebenserwartung doch stetig? Oder stimmt das nun auch nicht mehr?

Inaktiver User
24.04.2014, 11:11
Ich habe den Artikel nicht gelesen, aber mal als Idee: Sport kann auch Spaß machen! :jubel:

Ich bin seit meiner Geburt sportlich unterwegs und probiere mich immer wieder gerne in neuen Sachen aus. Ich mag das Gefühl das Treppenhaus hoch zu fliegen. Ich mag das Gefühl nach einem langen Lauf die Beine hochzulegen und gemütlich auf der Couch meine Glykogenspeicher mit Haribos aufzufüllen. Ich mag das Gefühl beim Krafttraining alle Muskel leer gepumpt zu haben und komatös zu schlafen. Und ich mag meinen cellulitisfreien, muskulösen Körper - ich bin auch eitel.

Was ich nicht mag ist dieses ewige Rumgehackte von dicken, faulen, unsportlichen Menschen. Mir ist doch egal, wie andere ihre Freizeit gestalten - sportliche Menschen, als ewig getriebene vom Gesundheitswahnbesessene zu betiteln finde ich fragwürdig. Wozu braucht ihr immer wieder Ausreden für eure Bequemlichkeit. Warum stehen faule Menschen nicht einfach dazu? Warum muss immer wieder Sportler-Bashing betreiben werden. Wozu bedarf es solchen Artikeln, die die Unsinnigkeit von Sport "beweisen"? Oder noch besser: Sportler als Wahnsinnige bezeichnen?

Inaktiver User
24.04.2014, 12:19
Ich habe den Artikel nicht gelesen, aber mal als Idee: Sport kann auch Spaß machen! :jubel:

Mir nicht.

Wozu braucht ihr immer wieder Ausreden für eure Bequemlichkeit. Warum stehen faule Menschen nicht einfach dazu?
Tu ich.

Btw: Nicht-Sportler per se als "dick, faul, unsportlich" zu bezeichnen ist für Dich ok, anders herum dürfen diese aber nicht auf Sportlern "rumhacken".... ?

Inaktiver User
24.04.2014, 12:29
Menschen, die keinen Sport machen sind nunmal unsportlich - das sagt doch schon das Wort. Ursache ist oft Faulheit. Wo ist da das Rumhacken? In letzter Konsequenz sind die Meisten am Ende dick.

Und das ist komplett wertfrei.

Meine Freundin ist auch faul und dick. Und ich hab sie trotzdem lieb :liebe: Unsere gemeinsamen Aktivitäten beschränken sich auf Essen - das mögen wir beide gern. Man muss nur den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. :lachen:

Inaktiver User
24.04.2014, 13:23
Ich bin zu faul für Sport. Dies als allgemeingültiges Attribut für mich bzw. meine Persönlichkeit empfinde ich als beleidigend.
Ich bin nicht unsportlich, ich habe nur keine Lust auf Sport (habe keine Probleme, einen 8 Stunden Tag lang auf den Beinen zu sein, Treppen auf und ab bis in den vierten Stock laufe ich ohne Probleme und gehe täglich mindestens zwei Stunden mit meinen Hunden raus).
Und - auch wenn es Dir vielleicht unverständlich ist: Ich bin auch nicht dick.

Valium
24.04.2014, 15:45
Ich mache auch keinen Sport: 1. habe noch keine sportliche Ertüchtigung gefunden, die mir Spaß macht :grmpf:
2.ja, ich bin auch ein wenig faul und lese am Feierabend lieber ein schönes Buch und mampfe was Süßes :freches grinsen: 3. ich bin aber gar nicht dick :peinlich:
Bewegung ja - nehme immer die Treppen, fahre am Wochenende kein Auto, sondern mache alles zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad und gehe mit meinem Hundi spazieren. Sicherlich ein wenig gezielter Sport würde mir oder meinem Körper gut tun, glaube ich schon bzw. wird ja immer gesagt. Nö, so richtig überzeugen tut mich das nicht. Ich denke es gab schon immer die Sportler unter uns und die, die das nicht so mögen. Nichtsdestotrotz muss ich auch feststellen, dass es mittlerweile schon enorme Ausmaße angenommen hat, diese ganze Laufmanie (die Zahl der Laufhungrigen hat enorm zugenommen in den lezten Jahren, der Wald ist voll davon ::niedergeschmettert:
Da frage ich mich schon, ist das noch "normal" oder gehört es mittlerweile zum guten Ton "Ja, ich laufe auch bzw. mache Pilates oder Yoga oder sonst irgendeine hippe Sportart". Ich bin nicht durchtrainiert und schon gar nicht fit und mir geht es gut damit! Juchuuu! Ich liebe es nach der Arbeit nichts zu tun. :jubel::jubel::entspann:
Ich esse worauf ich Lust habe und trinke auch Alkohol und jaaaa in und wieder rauche ich auch mal ein Zigarettchen. Will ich ewig leben, :schild nein: Definitiv nicht. Ich will nicht mal uralt werden - Gott behüte mich davor. Jedem das seine. Akzeptieren wir uns doch wie wir sind, die Sportler und die Nicht-Sportler. Wichtig ist nur, dass man beides aus Überzeugung macht, dass es das Richtige für einen ist :allesok:

In diesem Sinne Hals und Beinbruch!

Alles Liebe Valium

katelbach
25.04.2014, 10:49
Ich habe den Artikel nicht als Sportler-Bashing verstanden, sondern als Kommentar zu den wahnhaften quasireligösen mehrmals jährlich wechselnden Lebensverlängerungsdogmen.

Sport zu mögen und zu machen ist doch etwas vollkommen anderes, als alle halbe Jahre mit einer neuen Sportart anzufangen, nur weil in irgendeiner "Studie" (öfter aber in einem marktabhängigen Presserzeugnis) geschrieben wird, dass - im Gegensatz zur Meinung vom letzten Jahr - der Dreifingerstand, aber nur der linksseitige! - das Leben um 6,35 Minuten verlängert. Statistisch gesehen. Und weil es nahezu zu einem gesellschaftlichen Zwang geworden ist, "Sport zu machen".

Ich bin bekennende Sportverweigerin: ich hasse Joggen, Radfahren um Kilometer zu sammeln, niemand kann mir irgendwelche modischen Hupf-, Renn- und sonstige Schwirtzspielchen nahebringen. Ich trainiere lieber mein Gehirn und lese, übe Klavier, diskutiere.

Ich bin aber auch bekennende Bewegungsfreundin und liebe es, flotte Märsche mit dem Hund (mit dem jungen, mit dem Opa stehe ich rum) oder Erledigungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu machen (niemals in bunten Pellen!). Rolltreppen, Aufzüge: nein. Wenn es die Temperaturen zulassen, schwimme ich abends flott über den See und zurück. Und ich gehe gern mal auf einen Berg, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Das alles würde ich jedoch nie als Sport im Sinne des aktuellen Sport-Hypes bezeichnen. Ich mache es nicht, weil ich gesund leben will oder gar uralt werden. Bloß nicht. Sonst dürfte ich ja auch nicht schlemmen und feinen Rotwein trinken. :freches grinsen:

Schrägerweise werde ich immer der Sportlichkeit verdächtigt, weil ich sehr schlank und langgliedrig bin.

BikewomanOne
25.04.2014, 13:40
Hallo Ullatrulla,
du sprichst mir aus der Seele..... ich mache ebenfalls gerne Sport (immer schon, auch als Kind) und finde meinen trainierten Körper gut! Ich bin schlank, aber nicht "hager" oder "austrainiert" wie manche meiner weiblichen Trainingspartnerinnen und ich habe einen gesunden Appetit! Die meisten meiner Freundinnen ( wir sind mittlerweile alle 50+ ) sind total unsportlich, übergewichtig, unzufrieden und ständig auf Diät. Wenn ich mal anmerke dass dauerhafte Gewichtsreduktion nur in Verbindung mit mehr Bewegung möglich ist, werde ich angemotzt. Natürlich macht mir mein Training auch nicht immer Spass, aber - wie du es treffend beschreibst - alleine das gute Gefühl nach einer intensiven Trainingseinheit auf dem Sofa abzuhängen und der fast komatöse Nachtschlaf sind den Aufwand mehr als wert! Ich mache auch nicht jeden "Modesport", sondern nur das, was mir die Umgebung bietet - und das ist viel! Skifahren, Skitouren, Langlauf im Winter...und bergwandern, mountainbiken, rennradeln und laufen im Sommer, dazu noch Schwimmen in diversen Seen in meiner Umgebung, da bin ich sehr dankbar, dass quasi alles "vor meiner Haustüre" ist. Ich habe auch noch andere unsportliche Freunde, die total mit sich zufrieden sind! Mit denen mache ich "ihre Sachen" und keiner macht den Anderen schlecht. Aber ich merke dass vor allem von Menschen die mit sich selbst nicht zufrieden sind, gerne verbal die sportlicheren Frauen angreifen und ihnen sowieso nur '"Körper-Optimierungs-Wahn" und "übertriebenes Ego" unterstellen. Dass die meisten das aus purer Freude an der Bewegung machen, glaubt man ihnen nicht.
Natürlich gibt es auch die "übersportlichen" Menschen, die ohne Bewegung nicht sein können und bei denen alles dem Sport untergeordnet wird. Ich kenne auch ein paar dieser "getriebenen" die nie Ruhe haben und auch bei Krankheit oder Verletzung weitermachen....aber das sind nur wenige Ausnahmen. Der Rest hat einfach "Spass an der Freud" ....

Inaktiver User
25.04.2014, 13:50
Dass die meisten das aus purer Freude an der Bewegung machen, glaubt man ihnen nicht.
.
Vielleicht, weil kaum einer so aussieht... die meisten laufen/schwimmen/radeln mit verbissenem Gesichtsausdruck vor sich hin, dass da mal einer lächelt, sieht man selten - nach reiner Freude an der Bewegung sieht das für mich nicht aus.

BikewomanOne
25.04.2014, 14:14
Hallo Wolkentier,
....ja da hast du sicher Recht! Vielleicht hast du eine Gruppe "getriebener" Sportler mit dem Drang nach täglicher Höchstleistung gesehen.....und auch das Rennradeln in der Gruppe erfordert höchste Konzentration! Meistens ist es aber nur die körperliche Anstrengung, die einem "ins Gesicht geschrieben ist" ( vor allem beim Mountainbiken ). Das große Glücksgefühl stellt sich dann am "Ziel" ( nach Erreichen des Gipfels ) ein. Aber vor allem beim Bergsteigen ist die Bewegung in grandioser Natur im Vordergrund...und ich werde jedesmal richtig demütig, wenn ich auf einem Gipfel stehe und die Landschaft rundherum sehe...Und dieses großartige Erlebnis kann ich nur richtig genießen, wenn ich mich nicht ZU verausgabt habe. Und das setzt vorheriges, regelmässiges Training voraus. Ich will niemandem seine "Faulheit" schlecht machen - im Gegenteil, auch ich bin manchmal gerne faul. Aber was ich nicht mag ist ständiges Jammern über das Gewicht, die Trägheit des Körpers, die unendliche "Anstrengung" selbst bei kleinen Bewegungseinheiten
(=gemütliches Radeln um einen See ). Am Liebsten würde "man" sich Kondition und einen schönen, straffen Körper kaufen ( am besten noch über das Internet, da muss man sich nicht mal vor die Türe bewegen ) und diese Einstellung finde ich nicht in Ordnung. Wie meine Großmutter schon zu sagen pflegte: ohne Schweiß kein Preis!