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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kritik am Radikalfeminismus der 70er



_Farmelli
14.04.2014, 21:03
Deutschlands Feminismus ist geprägt von zwei radikalen Gegenspielerinnen

Basha Mika (TAZ, links): sexpositiv
Alice Schwarzer (Emma, konservativ): PorNO

Die auch beide einen erbitterten Kampf führten und führen und wie es so ist, da sie radikalfeministinnen sind auch seit 40 jahren sich nicht fortentwickeln.

...für alle Kritik an diesen radikalfeministischen Positionen der zweiten Welle des Feminismus hier gern der Strang…

haut rein….auch gern in meinem Namen.
Mich interessiert die zweite Welle nicht ich kenne sie nicht…bis kaum.
Fände es allerdings sehr schön, wenn neue Positionen nicht immer von der Kritik der 70er Radikalfeministinnen überschattet und gehijackt würden, da man es wirklich nicht mehr hören kann.

zu weiteren Strömungen des Feminismus, siehe wiki da sind die 7 Hauptströmungen erklärt.

_Farmelli
14.04.2014, 21:40
Hier nimmt die wunderbare Antje Schrupp Position ein zum sogenannten radikalen Gleichheitsfeminismus der Alice Schwarzer und deutet auf Differenzen hin...

Antje Schrupp im Netz : Schwarzer Die Antwort (http://www.antjeschrupp.de/rez-schwarzer-die-antwort)

Karla48
14.04.2014, 21:50
Interessanter Artikel, vielen Dank für den Link!

Ich denke, statt zu fragen "Wie kann Frau es schaffen, wie ein Mann zu leben" (vereinfacht gesagt), müßte die Welt sich erstmal neu fragen: Was wollen wir als Ganzes denn überhaupt? Welche Art von Umgang miteinander. Denn ehrlich gesagt, wie ein Mann leben zu müssen, ist das allerletzte, was ich mir wünsche.

Im Hier und Jetzt geht es um Macht, Einfluß, Geld. Mafia.
Niemals um etwas anderes.
Auch in wunderbaren sozialen Gruppen geht es immer wieder nur um - Macht. Ich muss heute noch herzlich über meine Naivität lachen, dass ich mal glaubte, in kirchlichen Gruppenarbeiten wäre das anders. Ha-ha-ha. Vereinzelt ja, mehrheitlich - nein.

Wer will daran etwas ändern...

Es sollte darum gehen, die Lebensbedingungen für alle Menschen zu verbessern.
Wir hier haben ja einen unerhört hohen Standard.

Zurück zur frühgermanischen Kleingruppe? Die hatte viele Vorteile!

Meine Gedanken für den Moment.

Inaktiver User
14.04.2014, 22:48
Der Feminismus Schwarzers ist für weiße, mittelständige, nicht"behinderte" Frauen mit guten Berufen - und genau so hat sich der Mainstream-Feminismus entwickelt.

Die Diskussionen armer, nichtweißer oder "behinderter" Frauen finden sich in diesem Feminismus genauso wie "das Andere" wie dass dieser Feminismus die Situation der Frauen im vorindustriellen Patriarchat beschreibt. Insofern sind nichtweiße, "behinderte" und arme Frauen gewissermaßen die Frauen der Schwarzerschen Analyse.

Gut, dass es nicht einen umfassenden, allein selig machenden Feminismus gibt :-)

Inaktiver User
14.04.2014, 22:49
Interessanter Artikel, vielen Dank für den Link!

Ich denke, statt zu fragen "Wie kann Frau es schaffen, wie ein Mann zu leben" (vereinfacht gesagt), müßte die Welt sich erstmal neu fragen: Was wollen wir als Ganzes denn überhaupt? Welche Art von Umgang miteinander. Denn ehrlich gesagt, wie ein Mann leben zu müssen, ist das allerletzte, was ich mir wünsche.

Im Hier und Jetzt geht es um Macht, Einfluß, Geld. Mafia.
Niemals um etwas anderes.
Auch in wunderbaren sozialen Gruppen geht es immer wieder nur um - Macht. Ich muss heute noch herzlich über meine Naivität lachen, dass ich mal glaubte, in kirchlichen Gruppenarbeiten wäre das anders. Ha-ha-ha. Vereinzelt ja, mehrheitlich - nein.

Wer will daran etwas ändern...



Vermutlich wollen die meisten Männer auch nicht "wie ein Mann" leben, sondern einfach nur leben.

@_Farmelli
Bascha Mika als Radikalfeministin zu bezeichen, ist zu viel der Ehre.
Nach meiner Auffassung konnte und kann sie Schwarzer nicht das Wasser reichen, auch wenn sie ein Buch über Letztere geschrieben hat.
Und ihre derzeitigen Klagen über die Probleme des Älterwerdens der Frauen im Vergleich zu den Freuden, die Männer mit dem eigenen Älterwerden haben, sind weit entfernt von dem, was eine Alice Schwarzer jemals von sich geben würde.

_Farmelli
14.04.2014, 23:26
Bascha Mika als Radikalfeministin zu bezeichen, ist zu viel der Ehre.
Nach meiner Auffassung konnte und kann sie Schwarzer nicht das Wasser reichen, auch wenn sie ein Buch über Letztere geschrieben hat.
Und ihre derzeitigen Klagen über die Probleme des Älterwerdens der Frauen im Vergleich zu den Freuden, die Männer mit dem eigenen Älterwerden haben, sind weit entfernt von dem, was eine Alice Schwarzer jemals von sich geben würde.

Das kann total gut sein, ich bin mit keinen der beiden wirklich aufgewachsen oder habe mich mit ihnen beschäftigt. Ich bin nach D. gekommen und wundere mich hier über recht merkwürdige nicht vorhandene Positionen aus den 80er und 90ern oder des Netzfeminismus, die ich aus den USA kenne, die es hier ja auch gibt in verschiedenen Ansätzen, die auch nicht aus der intellektuellen Szene kamen sondern aus dem Popkulturellen Kontext riotgirrls oder dem aktivismus oder etwa einer Judith Butler und dem Queer...

Ständig wird hier radikalisiert, ich kann dir nicht sagen woran das liegt, mir sind die radikalfeministischen Theorien der 70er die hier scheinbar immer noch dominieren (nach 40 jahren!) fremd. Mir war nur wichtig, dass sie nicht mit der Standard verwechselt werden und wollte die Debatte um radikalfeminismus aus dem anderen Strang rausziehen, damit der nicht durch das ewige scheinbare s/w der 70er blockiert wird.

sozusagen raumschaffen…
hier will ich mich gar nicht so viel einmischen…dafür hab ich von den beiden zu wenig Ahnung…außer dass sie sich ständig Frankfurter Rundschau/Emma Emma/Taz batteln…was eher ermüdend langweilig ist…weil scheinbar jahrzehnte alt und auch vor meiner Zeit :blumengabe:

Inaktiver User
15.04.2014, 09:05
Das kann total gut sein, ich bin mit keinen der beiden wirklich aufgewachsen oder habe mich mit ihnen beschäftigt. Ich bin nach D. gekommen und wundere mich hier über recht merkwürdige nicht vorhandene Positionen aus den 80er und 90ern oder des Netzfeminismus, die ich aus den USA kenne, die es hier ja auch gibt in verschiedenen Ansätzen, die auch nicht aus der intellektuellen Szene kamen sondern aus dem Popkulturellen Kontext riotgirrls oder dem aktivismus oder etwa einer Judith Butler und dem Queer...

Ständig wird hier radikalisiert, ich kann dir nicht sagen woran das liegt, mir sind die radikalfeministischen Theorien der 70er die hier scheinbar immer noch dominieren (nach 40 jahren!) fremd. Mir war nur wichtig, dass sie nicht mit der Standard verwechselt werden und wollte die Debatte um radikalfeminismus aus dem anderen Strang rausziehen, damit der nicht durch das ewige scheinbare s/w der 70er blockiert wird.

sozusagen raumschaffen…
hier will ich mich gar nicht so viel einmischen…dafür hab ich von den beiden zu wenig Ahnung…außer dass sie sich ständig Frankfurter Rundschau/Emma Emma/Taz batteln…was eher ermüdend langweilig ist…weil scheinbar jahrzehnte alt und auch vor meiner Zeit :blumengabe:

Ganz verstehe ich nicht, worauf du hinauswillst.
Eine Diskussion über Feminismus, Radikalfeminismus, feministische Strömungen?
Dass die 1970er vorbei sind, ist ja nun hier und in einem anderen Strang bereits mehrmals angeklungen, insofern nicht mehr diskussionswürdig.
Obwohl du es ermüdend findest, wirfst du die Namen von Schwarzer und Mika in den Raum.
Keine Ahnung, weshalb.
Nur noch ein paar Anmerkungen von mir: ich denke, die meisten Frauen haben mit irgendwelchen Richtungen im Feminismus nichts am Hut, sie wollen einfach die gleichen Rechte haben wie Männer, das gleiche bei gleicher Arbeit verdienen, nicht alleine für die Kindererziehung abgestellt werden und abgesichert sein, sofern sie plötzlich als Aleinerzieherinnen dastehen.
Alles andere überlassen sie TheoretikerInnen.
Dass hier radikalisiert wird (falls du mit "hier" das BriForum meinst), ist mir noch nicht aufgefallen. Im Gegensatz, ich finde die Statements zu allem, was mit Frauenrechten und dem Dasein von Frauen gegenwärtig zu tun hat, ziemlich moderat und pragmatisch.

_Farmelli
15.04.2014, 09:30
Ganz verstehe ich nicht, worauf du hinauswillst.
Eine Diskussion über Feminismus, Radikalfeminismus, feministische Strömungen?
Dass die 1970er vorbei sind, ist ja nun hier und in einem anderen Strang bereits mehrmals angeklungen, insofern nicht mehr diskussionswürdig.
Obwohl du es ermüdend findest, wirfst du die Namen von Schwarzer und Mika in den Raum.
Keine Ahnung, weshalb.

Damit aufhört wird den anderen Strang über die Standard zu blockieren obwohl nie standard gelesen mit dem Radikalfeminismus und dem ganzen 70er Jahre Zeug, steht oben…

Habe ich mehrmals im anderen Strang gebeten, als es nur noch um Schwarzer Kritik und Basha Mika und Radikalpositionenkritik in D. ging…

steht alles in meinen Posts drin übrigens. :blumengabe:

Inaktiver User
15.04.2014, 11:09
Damit aufhört wird den anderen Strang über die Standard zu blockieren obwohl nie standard gelesen mit dem Radikalfeminismus und dem ganzen 70er Jahre Zeug, steht oben…

Habe ich mehrmals im anderen Strang gebeten, als es nur noch um Schwarzer Kritik und Basha Mika und Radikalpositionenkritik in D. ging…

steht alles in meinen Posts drin übrigens. :blumengabe:

:erleuchtung: Deshalb also. Zu viel der Mühe. Vermutlich wird der Strang "dieStandard" damit dem Aus geweiht, eine Diskussion darüber, was für Frauen heute ein Thema ist, nicht weitergeführt, obwohl das in direktem Zusammenhang mit dem Ende einer Frauenzeitung steht.

_Farmelli
15.04.2014, 16:23
:erleuchtung: Deshalb also. Zu viel der Mühe. Vermutlich wird der Strang "dieStandard" damit dem Aus geweiht, eine Diskussion darüber, was für Frauen heute ein Thema ist, nicht weitergeführt, obwohl das in direktem Zusammenhang mit dem Ende einer Frauenzeitung steht.

ich kann mit dem Ausdruck Frauenmagazins nichts anfangen…die Elle ist eins die Brigitte ist eine…
Das hat mit Feminismus nichts zu tun. Frauenmagazine gibts tausende.

Ihr hattet drüben viel Kritik am radikalfeminismus der schwarzer, das hat mit dem Feminismus der Standard wenig am Hut.

Inaktiver User
15.04.2014, 16:53
ich kann mit dem Ausdruck Frauenmagazins nichts anfangen…die Elle ist eins die Brigitte ist eine…
Das hat mit Feminismus nichts zu tun. Frauenmagazine gibts tausende.

Ihr hattet drüben viel Kritik am radikalfeminismus der schwarzer, das hat mit dem Feminismus der Standard wenig am Hut.

Ich habe Frauen"zeitung" geschrieben und "dieStandard" ist eine Zeitung für Frauen.
Was deinen letzten Satz betrifft: wer hat wo den "Radikalfeminismus" von Alice Schwarzer kritisiert? Ich nicht. Ich finde, sie hat Veränderung in eingefahrene Strukturen gebracht und hatte mit ihrer damals zeitgemäßen Krtik recht.
Wir stehen heute nicht mehr dort, wo wir damals standen, und das sehen vor allem jüngere Frauen so. Womit sie auch recht haben.
Das Thema aufzublähen, indem frau/man jeden Satz auf die Goldwaage legt und dreht und wendet, ist sinnlos und zeitaufwändig.

_Farmelli
15.04.2014, 17:12
Ich habe Frauen"zeitung" geschrieben und "dieStandard" ist eine Zeitung für Frauen.
Was deinen letzten Satz betrifft: wer hat wo den "Radikalfeminismus" von Alice Schwarzer kritisiert? Ich nicht. Ich finde, sie hat Veränderung in eingefahrene Strukturen gebracht und hatte mit ihrer damals zeitgemäßen Krtik recht.
Wir stehen heute nicht mehr dort, wo wir damals standen, und das sehen vor allem jüngere Frauen so. Womit sie auch recht haben.
Das Thema aufzublähen, indem frau/man jeden Satz auf die Goldwaage legt und dreht und wendet, ist sinnlos und zeitaufwändig.

Ich glaube du berstehst mich entweder miss oder wirfst den Standard mit der Emma zusammen.

Für mich sind Frauenzeitschriften eben nicht gleich Frauenzeitschriften. Die Brigitte ist eine und berichtet im Löwenanteil über Kleidung, Mode, minimal zum den NSU Prozess und bringt hie und da ziemlich gute wie ich finde und differenzierte Feminismusthemen, das aber marginal. 80% der Frauenzeitschriften berichten über Hochzeit, oder Kochen.

Feministische Zeitschriften sind politsch.
Natürlich muss man unterscheiden im Feminismus.

Frauen sind keine homogene Gruppe. Sie sind 51% der Menschheit und haben ebenso differenzierte Ansichten. Manche mögen den radikalen Feminismus andere nicht (wie die Standard), manche finden Prostitutionsansatz von Schwarzer gut andere nicht (Missy Magazin) alle haben ihre Gründe.

Das einzige, was den Feminismus als politsche Strömung eint, ist wohl, dass man gegen patriarchale Strukturen (die ebenso Männer benachteiligen) vorgeht, was Feminismus ja auch politisch positioniert, um Gesellschaftliche Teilhabe von von Stereotypen Betroffenen zu schaffen. ….das wäre allerdings jetzt schon wieder gerade kein schwarzerianer Feminismus, denn das ist eine direkte Kritik an ihrem Standpunkt, den auch chesirez schon erwähnt hat.

dann gibts noch so lustige Feminismen wie den einer Frau Kelle oder Frau Schröder.
Klar muss man über die Ansätze einzeln diskutieren, wie soll man sonst einen Standpunkt beziehen?

Schwarzer an sich finde ich übrigens super, ich find die Frau lustig.
Inhaltlich stimme ich ihr nicht so häufig zu. Den Radikalfeminismus in einen Topf mit allen anderen zu stecken halte ich für einen Fehler und auch teils die anderen Standpunkte plattmachend.

Karla48
15.04.2014, 17:59
Vermutlich wollen die meisten Männer auch nicht "wie ein Mann" leben, sondern einfach nur leben.

Eben, eben! Deshalb schrieb ich auch "Was wollen wir als Ganzes". Welchen Lebensstil. Welche Faktoren sollen von wem bestimmt werden. Und so weiter.

Den Streit Mika/Schwarzer halte ich für elendig überholt und langweilig. Sorry.

Farmelli was meinst du mit "Frau Schwarzer finde ich lustig"?

_Farmelli
15.04.2014, 18:08
Farmelli was meinst du mit "Frau Schwarzer finde ich lustig"?

Ich mag ihren Humor. Der ist gewitzt, schlau und gewieft.

_Farmelli
15.04.2014, 18:11
"Was wollen wir als Ganzes". Welchen Lebensstil.

Genau das halte ich für genau den Fehler, den der Radikalfeminismus beging…alle sollen das gleiche wollen "big sisterhood".
Das schließt Unterschiede und eben auch Unterschiede in Diskriminierungen aus, die so wichtig sind aus. ChezKatz hat das schon erwähnt, der Radikalfeminismus hat Behinderte vergessen, Schwarzers Haltung zum Islam halte ich für sehr kritisch, in den USA hat man schwarze Frauen ausversehen systematisch ausgeschlossen, hier passiert das selbe mit Muslimischen Frauen, weil diskriminierung an sich nicht differenziert wurde.

Klar früher hat man auch die eckigen markigen Parolen gebraucht. Das will ich gar nicht kleinreden.

Frauen sind so verschieden wie Automarken, da gibts Opels, Ferrari, Volkswagen, Smarts…warum sollen denn alle das selbe wollen?

Karla48
15.04.2014, 19:23
Mit "WIR" meine ich wir Menschen. Als Ganzes. Nicht - wir Frauen!

_Farmelli
15.04.2014, 20:18
Mit "WIR" meine ich wir Menschen. Als Ganzes. Nicht - wir Frauen!

Ah ok, danke fürs richtigstellen. Hab leider gerade keine Zeit mehr :blumengabe:
Vielleicht fällt ja den anderen was ein...

Ethik an sich ist super.
Allerdings denke ich schon, dass man durchaus spezifische Lobbyarbeit betreiben muss um festgefahrene Strukturen zu ändern. Nicht weil ich Lobbies gut finde, sondern weil: alle anderen (die vom Status Quo profitieren) haben sehr einflussreiche Lobbies bzw. sitzen halt da wo man die Hebel in Gang setzt.

Dafür - so denke ich - muss man eben erstmal die Kritikpunkte am Status Quo rausschälen und konkrete Änderungsvorschläge machen. Das wäre jetzt so mein Vorschlag auf die schnelle…

Was wäre denn so ein Kritikpunkt von dir?

_Farmelli
15.04.2014, 21:16
ich habs noch nicht gesehen…aber hier ist die originalsendung von 1975 aus dem WDR, ein Streigespräch von Alice Schwarzer und Esther Vilar…


https://www.youtube.com/watch?v=y24CRiaOly8

40 Jahre her.

edit: hab jetzt beim Abspülen 10 Min zugehört, heiliges Blechle ...

Karla48
15.04.2014, 21:31
Ach lass mal, der alte Kram... :gähnen:

Ich finde es gibt viele wichtige Kritikpunkte.
Engagiere mich da in "Campact" (bitte gugeln darf ich glaube ich nicht verlinken), einer Bürgerinitiative und auch ansonsten politisch. Links.

_Farmelli
15.04.2014, 22:17
Ach lass mal, der alte Kram... :gähnen:


mhmm…geht ja um den alten Kram hier. Ich kenn den nicht wurde nicht hier sozialisiert und bin auch jünger. Mir ist das erstmal fremd. Finds allerdings lustig & erstaunlich, dass originalgetreu die Worte von Vilar heute noch benutzt werden…auch originalgetreu ihre Argumentation.



Ich finde es gibt viele wichtige Kritikpunkte.
Engagiere mich da in "Campact" (bitte gugeln darf ich glaube ich nicht verlinken), einer Bürgerinitiative und auch ansonsten politisch. Links.

Kenn ich ist super…aber welche Kritikpunkte meinst du denn in Bezug auf das von dir erwähnte Machtdings...

Caramon
16.04.2014, 14:54
Genau das halte ich für genau den Fehler, den der Radikalfeminismus beging…alle sollen das gleiche wollen "big sisterhood".Ein weiterer war auch das Fehlen von Alternativen, wie es "danach" weitergehen soll. Mit einer der Gründe weshalb "Feminismus" u.a keine allzu positive Konnotation hat.
Von den Unstimmigkeiten im Gedanken- und Argumentationsgebäude zu schweigen.
Allerdings hat da eine Evolution und Entwicklung des Feminismus eingesetzt, die natürlich den Altvorderen Gralshüterinnen der reinen Lehre nicht gefällt ;)
Ob man das dann Feminismus nennen kann weiß ich nicht.


Das schließt Unterschiede und eben auch Unterschiede in Diskriminierungen aus, die so wichtig sind aus.
Ausschlüsse werden nun ausgeschlossen? (merkwürdiger Satzbau, ich zumindest verstehe nicht was Du damit meinst)


ChezKatz hat das schon erwähnt, der Radikalfeminismus hat Behinderte vergessen, Schwarzers Haltung zum Islam halte ich für sehr kritisch, in den USA hat man schwarze Frauen ausversehen systematisch ausgeschlossen, hier passiert das selbe mit Muslimischen Frauen, weil diskriminierung an sich nicht differenziert wurde. Meinst Du das wirklich *ernst*, das bestimmte Frauen vergessen oder aus Versehen(!) ausgeschlossen wurden??? Dies geschah mit voller Absicht!
"Huch, das sind doch auch(!) Frauen(!!) und wir diskriminieren sie genauso wie die -Männer- aber bei denen kritisieren wir doch genau dieses Verhalten, shitte aber auch!"
Effektiver als mit diesem Fehler kann sich kaum eine Bewegung permanent diskreditieren...

Fairness halber kann man das aber nicht intrinsisch vorwerfen. Wenn die Gesellschaft (und damit auch _Frauen_) bestimmte Gruppen negativ diskriminieren und negieren wird es schwer dies abzuschütteln. Da wird das mitunter nahtlos ins Gedankengebäude eingebaut und galant ausgeblendet.
Bei meiner Mutter konnte ich diesen Prozeß der "Frauwerdung" live miterleben. Es war echt faszinierend.
Dabei hatte sie keine Behinderung oder eine falsche Hautfarbe.
Sie hatte bloß keinen deutschen Paß...

Andererseits war der Feminismus nie für *alle* Frauen gedacht sondern nur für eine kleine bestimmte Minderheit als Machtmittel. Die anderen Frauen wurden als dankbares Kanonenfutter und Manövermasse ge- und verbraucht. Männer wurden ja als Feindbild benötigt. Da hat der Feminismus wie er allgemein wahrgenommen wird noch einiges an Entwicklung und Evolution nötig (falls die Bewegung es noch schafft und nicht vorher verreckt).

Das größte "Unglück" ist das sich Mann und Frau zusammen schliessen und gegenseitig achten und nicht gegenseitig ausspielen lassen.


Klar früher hat man auch die eckigen markigen Parolen gebraucht. Das will ich gar nicht kleinreden. Leider wissen die Lautsprecherinnen dieser Parolen nicht wann es genug ist und wann es lächerlich wird. eine gewisse Realitäts- und Lebensferne ist durchaus ok aber ab einem gewissem Maß verkehrt sich das ins Gegenteil und schadet sowohl dem Anliegen als auch den Betreibern. Bliebe die ketzerische Frage: Wann ist der Feminismus überflüssig?


Frauen sind so verschieden wie Automarken, da gibts Opels, Ferrari, Volkswagen, Smarts…warum sollen denn alle das selbe wollen? Dürfen sie auch das Selbe wollen? ;) (Wenn ich da an die unseeligen Diskussionen zwischen Hausfrauen (Volvo) und Berufstätigen (VW, Ferrari) denke, *hust*).

Menschen haben Gemeinsamkeiten *und* Unterschiede, beides koexistiert nebeneinander.
Was der Feminismus (bzw. das, was der Begriff so subsummiert) nie schaffte war Integration.
Vielleicht wollte er das auch nie.

_Farmelli
16.04.2014, 15:13
Ausschlüsse werden nun ausgeschlossen? (merkwürdiger Satzbau, ich zumindest verstehe nicht was Du damit meinst)

Der Satzbau ist tatsächlich merkwürdig - ist allerdings meine spezialität nicht so wirklich deutschen Satzbau zu verwenden. Passiert nicht absichtlich. Sollte heißen:

Unterschiede werden ausgeschlossen es wird davon ausgegangen, dass alle homogen sind…



Meinst Du das wirklich *ernst*, das bestimmte Frauen vergessen oder aus Versehen(!) ausgeschlossen wurden??? Dies geschah mit voller Absicht!
"Huch, das sind doch auch(!) Frauen(!!) und wir diskriminieren sie genauso wie die -Männer- aber bei denen kritisieren wir doch genau dieses Verhalten, shitte aber auch!"
Effektiver als mit diesem Fehler kann sich kaum eine Bewegung permanent diskreditieren...

Ich habe keine Ahnung, ob das absichtlich passierte oder nicht, ich denke auch nicht, dass unbedingt die Arbeitswelt absichtlich die Lebenswege der Frauen nicht inkorporiert. Gleiches sucht halt gleiches. Darauf muss man drauf aufmerksam machen. Es passiert ja…und wurde in den 90ern ja auch netter Weise aufgearbeitet inzwischen ist Intersektionalität (ich mag ja die ganzen Fremdwörter nicht, aber da weiß ich echt nicht, wie man das auf Deutsch nennt) hoffentlich bei vielen - bzw. bei denen die ich kenne, Bestandteil.



Sie hatte bloß keinen deutschen Paß...

Ja, das Problem gabs in den USA auch. Hispanics und farbige Frauen…komplett vergessen in den 70ern. Die Farbigen hatten allerdings gerade viel Wucht aus der Rassismus und Gleichstellungsdebatte und haben überholt. Ich denke mal, weil "drüben" ein viel größerer Bestandteil der Bevölkerung "nicht weiss" war, haben sich die Diskrepanzen zeitlich früher aufgeklärt. Bzw. es gab automatisch mehr Gegenwind von innerhalb der Bevölkerung.



Andererseits war der Feminismus nie für *alle* Frauen gedacht sondern nur für eine kleine bestimmte Minderheit als Machtmittel.

mhmm…meinst du. Woraus schließt du das?



Das größte "Unglück" ist das sich Mann und Frau zusammen schliessen und gegenseitig achten und nicht gegenseitig ausspielen lassen.

Du meinst den Radikalfeminismus, oder?
Von dem heutigen würde ich das nicht behaupten, dafür war die Bewegung der 90er zu stark (von der ich ja glaube, dass die hier gar nie stattgefunden hat…bzw. finde ich nichts dazu…alle gehen hier vom Radikal Feminismus als dem Feminismus aus, scheints mir).


Wann ist der Feminismus überflüssig?

…meinst du den Radikal Feminismus, der das - wie sie es damals nannten - "Patriachat" als Feindbild formulierten?



Menschen haben Gemeinsamkeiten *und* Unterschiede, beides koexistiert nebeneinander.
Was der Feminismus (bzw. das, was der Begriff so subsummiert) nie schaffte war Integration.
Vielleicht wollte er das auch nie.

Noch mal meine Frage, beziehst du das auf Radikal Feminismus der 70er?
Oder auch auf Queerfeminismus, Differenzfeminismus? Dritte Welle Feminismus?

Ansonsten würde ich jetzt … nicht negativ gemeint :blumengabe: ebenfalls denken, dass du selbst nicht differenzierst zwischen der Bewegung früher vor 40 Jahren und der Bewegung heute.

Karla48
16.04.2014, 17:42
Z.B. dass Leistung anders definiert würde.
Nicht nur "in Geld" meßbare Aktionen.

NiLaterne
07.08.2014, 15:34
Ich habe da noch immer das selbe Problem, wie vor über 30 Jahren.
Wer erzieht den Mann?
Das macht die Frau.
In Kindergärten, Grundschulen, Realschulen gibt fast nur Frauen, die Gymnasien werden auch schon mehrheitlich von Frauen unterrichtet.
Wo hat der Mann als Junge noch ein männliches Vorbild an dem er sich messen könnte?
Klar, auf dem Fußballplatz noch, aber mein Sohn spielt kein Fußball.
Und dann stehst du als Frau da, weißt dass es nicht gut ist, und doch ist er beinahe nur von Frauen umgeben.
Ich habe letztlich Glück, weil sein Vater (noch immer:smile:)mit mir verheiratet ist:smile::smile:
Und er seine Erziehungspflichten ernst nahm. Sohn ist erwachsen.Beide keine Fussballspieler.
Beide Häuslich, kochen, kaufen ein, putzen soviel wie ich und da ist alles gut.
Aber ich sehe das ganze Heer von allein erziehenden Frauen und den Mann der daraus entsteht, bzw. wie schwierig manches für ihn ist.
Und dann macht es der Mann immer noch nicht für die Frauen perfekt?
Und was ist Radikalfeminismus überhaupt?
Vor zig Jahren erzählte mir so eine Feminismusfrau mal tatsächlich, dass selbst die Stellung beim Beischlaf etwas mit Vergewaltigung zu tun hätte und zwar dann wenn Mann und Frau die Hundstellung hätten.Das wäre auch eigendlich das normale, weil die weibliche Becken darauf ausgerichtet seien. Ich schaffte es nicht dagegen zu argumentieren. Eigentlich hätte ich lachen können, wenn es der Frau nicht so ernst gewesen wäre.
Oder, es kamen Frauen auf mich zu: beide hätten das gleiche Hirn und unterschiedliche Verhaltensweisen wären nur anerzogen.(also Hormone zählen nicht, Muskeln zählen nicht...)...
Uff, durfte ich im Kindergarten dann noch Jungs mit dem Auto spielen lassen, wenn sie doch wollten und Mädchen mit Puppen?
Vor kurzem dachte ich dann, das sei jetzt Geschichte, da sagt Alice Schwarzer zu einer Frau, die im falschen Körper steckt, sie solle erst mal schauen ob es nicht reiche nur andere Kleidung zutragen, vieles sei anerzogen...Und es postete eine Frau dazu, bei einem bestimmten Indianervolk wäre die Periode mit Blut in einer Schweinsblase nachgestellt worden, bei den Männern die damals als Frau hätten leben wollen und es wäre auch gegangen.
Uff, da war sie wieder, die Ohrfeige für mich.
Wir führen zwar zu hause ein emanzipiertes Leben(Männer müssen das ja auch machen, das Emanzipazieren, nur wie nennt man es da)
aber anscheinend denken wir doch alle falsch. Jemand er sich im falschen Körper fühlt braucht keine Op, die blutgefüllte Schweineblase reicht für angehende Frauen und angehende Männer können sich ja was umschnallen.
Ich meine, es wird ja endlich mehr über Gender gesprochen, das kann doch wirklich dieses Radikale aus dem Feminismus nehmen.
Und wäre ich als Mann geboren geboren und hätte eine Frau sein wollen, dann aber nicht mit..das hatte ich jetzt schon.
Im Grunde finde ich an diesem Punkt, ich habe Wechseljahre und die Mensis kommt nicht mehr, zum Glück.