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abeille
03.03.2014, 16:10
Eine Frage in die Runde:

kennt jemand die Methode des Hypnobirthing? Hat das jemand angewandt? Das Buch gelesen Kurse gemacht?

Ich bin mit dem zweiten Kind schwanger, worüber ich mcih seeeehr freue - allerdings merke ich, dass mir der Gedanke, dass das in einer Geburt 'endet' etwas Grauen bereitet:unterwerf:. Die erste Geburt war nicht ganz so entspannt und easy wie ich mir das ausgemalt hatte:beleidigt::unterwerf:... ich war wohl a) etwas naiv und b) wars dann halt einfach eine schwierigere Geburt denn durchschnittlich...

Soweit es geht habe ich das Erlebnis aber nun ad acta legen können - 'Frieden damit geschlossen', d.h. ich brech bei Erinnerungen daran nicht mehr gleich in Tränen aus, aber das Wissen, dass da nochmals so etwas in der Art auf mich hinzukommt, fällt mir nicht ganz soooo leicht. Jetzt hab ich mich etwas informiert und bin auf die Hypnonirthingmethode gestossen! Soweit ich es via I-Net-Infos abschätzen kann, könnte das eine Lösung für mich sein... darum würde ich gerne Berichte, Erfahrungen dazu hören/lesen...:blumengabe:

Vielen Dank und ich bin gespannt!!!

nike79
03.03.2014, 16:46
Hallo!
Also speziell mit Hypnobirthing kenn ich mich jetzt nicht aus, habe aber schon davon gehört. Ich habe mich vor der zweiten Geburt mit dem Thema Mindfullness als Instrument unter der Geburt beschäftigt, und das scheint ungefähr in die gleiche Richtung zu gehen, wenn ich das recht verstehe, deshalb berichte ich einfahc auch mal :smile:.
Bei Mindfullness geht es ja darum, dass man den Wehenschmerz annimmt, sich nicht dagegen wehrt, nicht verkrampft sondern bewusst entspannt, also bewusst Schultern senken, gesicht entspannen, sich "schwer machen", sich das Mantra "schweeeer, schweeer" oder "runter, runter" oder eben sowas in die Richtung vorsagen. Will man dann "tönen" sollen es tiefe Töne sein, kein "helles" Kreischen und auch kein "neeeeiiin" sondern ein "jaaaa". Da gibt es noch etliche andere "tipps", das nur mal eben auf die Schnelle.

Klar. Das klingt alles etwas "eso" und so leicht dahergesagt und eingentlich binich gar nicht auf dieser Schiene sonst zu finden:smile:, aaaber:
Es hat mir total geholfen! Wirklich wahr! Sicher gab es auch Momente, in denen das entspannen schwer fiel oder auch nicht ging, aber letztlich kam ich sehr gut durch die Wehen, sogar so gut, dass ich die Eröffnungsphase noch gar nicht so richtig als solche wahrnahm und erst auf Drängen meines Mannes im KH anrief um zu fragen, ob wir kommen sollen. Wir sollten, und als wir da waren, ging kurz darauf schon das Pressen los und Töchterchen war da!

Das lag sicher nicht ganz allein an der Entspannungstechnik, aber ich bin sicher, dass das auch viel dazu beigetragen hat, das alles so positiv lief!
Und ich hatte auch eine unschöne erste Geburt und Angst, sowas nochmal erleben zu müssen.

Ich denke, es ist wert, darauf zu setzen!

Lg und alles Gute!!
Nike:blume:

MuddyWaters
03.03.2014, 17:22
Hallo abeille,

ich hatte mir eine CD gekauft, weil ich nach dem 1. Kind (KS) gerne eine natürliche Geburt gehabt hätte. Ich hatte allerdings nur abends Zeit, mir die CD anzuhören & bin regelmäßig dabei eingeschlafen (Entspannungsmusik... :zwinker:). Mit der natürlichen Geburt wurde es dann auch nichts, aber das hatte andere Gründe.

Eine Bekannte hingegen hat nach Kind 1 aufgrund von Hypnobirthing ein viel schöneres Geburtserlebnis bei Kind 2 gehabt und sich bei Kind 3 dann sogar an eine Hausgeburt gewagt.

happinez81
03.03.2014, 18:56
Kann ich nur empfehlen. Das Buch ist gut, allerdings fand ich die CD im Buch nicht so toll, sondern es gibt noch eine Weitere. Ich war nicht zu einem Kurs, aber beim Coaching. Hab aber auch Hypnoseerfahrung. Man muss sich halt Zeit zum Üben nehmen, gerade die Musik sollte in Fleisch und Blut übergehen. Es ist kein Allheilmittel, aber in Kombination mit PDA hatte ich ein gutes Geburtserlebnis. Das wünsche ich dir auch.

Treibholz
03.03.2014, 20:41
Ich habe nichts zum Thema zu sagen, gratuliere dir aber von Herzen zur Schwangerschaft liebe Abeille. ❤️

Alles Gute für dich!

Historia02
04.03.2014, 12:17
Ich habe das Buch gelesen und mich zusammen mit meinem Mann in einem Hypnobirthing-Kurs auf die Geburt vorbereitet.
Die traumhafte, schmerzlose Geburt war es leider/trotzdem nicht ... aber es war okay (ingesamt nur 2 Stunden schmerzhafte Wehen, keine PDA, keine Geburtsverletzungen).

Nach der Geburt hatte ich trotzdem lange am Gefühl zu knabbern, a) versagt zu haben und b) auf eine Illusion reingefallen zu sein.

Ich lasse dir mal diesen Artikel da:
Hypnobirthing aus Kliniksicht ? Wunsch vs. Wirklichkeit - Hebammenblog.de (http://www.hebammenblog.de/hypnobirthing-aus-kliniksicht-wunsch-vs-wirklichkeit/)

nike79
04.03.2014, 12:52
Historia, gut, dass du darauf hinweist, dass man keine falschen bzw zu hohen Erwartungen an diese Techniken stellen sollte. Ich habe den Artikel nicht ganz gelesen, aber das, was ich bislang rausgelesen habe, stimmt schon: man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass eine Geburt komplett ohne Schmerzen abläuft.

Aber man kann lernen, mit dem Schmerz umzugehen, und dabei können bestimmte Techniken helfen, so eben meine Erfahrung. Und wichtig ist denke ich auch, dass man flexibel bleibt und einen somit AÄnderungen im Geburtsverlauf nicht komplett aus der Bahn werfen.

Ich kann auch nicht behaupten, dass die Geburt von Nr 2 schmerzfrei war, aber ich denke, es ist mir gut gelungen, mithilfe von Mindfullness wirklich gut durch die Wehen zu kommen, und im Vergleich zur Geburt von Nr1 war es wirklich eine Traumgeburt (was, wie oben erwähnt, sicher auch noch an ganz vielen anderen Umständen lag).

Lg, Nike

abeille
10.03.2014, 13:17
vielen dank für eure erfahrungen und berichte!!!
mir ist schon klar, dass es auch trotzdem schmerzhaft sein kann, das liegt wohl an der geburt an sich bzw. der anatomie der frau und des kindes..., aber ich erhoffe mir zumindest eine schmerzerleichterung! wobei es ja beim zweiten kind ansich eh schneller gehen sollte...wobei ich da eben auch zwei arbeitskolleginnen hab die mir das gegenteil erzählten.

was ich mich noch frage, bzw. halt beim kursveranstalter nachfragen werde: wenn die hebamme sich nicht mit hypnobirthing auskennt und einem anders anleitet unter der geburt, stört das bzw. kann man das hypnobirthing trotzdem anwenden...


was denkt ihr denn

LeniM
10.03.2014, 14:35
Hallo abeille,

ich/wir haben uns für die 2.Geburt mit einem Hypnobirthingkurs vorbereitet.
Mir war es einfach wichtig, nicht noch mal so ein Geburtserlebnis wie beim ersten Kind zu erleben (Einleitung,PDA und Saugglocke). Da ich in manchen Situationen mit Unruhe und teils auch Panik reagiere, habe ich etwas für mich gesucht, was mir Ruhe und Sicherheit gibt.
Wir haben uns also bei dem Kurs angemeldet, ich wußte vorher noch nicht viel darüber und waren sehr begeistert.
Erstmal war die Kursleiterin (auch Hebamme) wirklich super, sehr einfühlsam und konnte das Ganze einem wirklich gut vermitteln. Wir haben uns viel ausgetauscht und auch verschiedenste Entspannungs- und Selbsthypnoseübungen gemacht. Das war auch gut so, weil es für mich teilweise sehr schwierig war, mich selbst in Hypnose zu versetzen. Außerdem war bei uns der Kurs recht knapp vor dem Entbindungstermin (8Wochen), aber es hat mit fleissigem Üben daheim ausgereicht. Ich bin aber auch regelmässig bei der Entspannung eingeschlafen, aber es wirkt ja auch im Unterbewusstsein:smile:.

Da sich kurz vor dem Entbindungstermin noch Ängste in bezug auf den Verlauf der Geburt gezeigt haben, habe ich mir noch eine Einzelsitzung bei ihr gegönnt. Und die war sehr hilfreich und konnte die aufkommende Angst gut entkräften.
Ich habe dann kurz vor dem VET im KH angerufen und dort mitgeteilt, dass wir eine natürliche Geburt wünschen. Den Fragebogen habe ich hingeschickt und als wir dann zur Geburt dort hinkamen, wusste die Hebamme gleich Bescheid. Wir wurden die meiste Zeit alleine gelassen und sie hat dann praktisch nur zur Geburt mitgeholfen. Das war super! Ich konnte mich gut entspannen,weil nicht ständig Arzt oder Hebamme rumgewuselt sind. Mein Mädchen kam nach guten 3 Std im KH zur Welt. Klar, nicht ohne Schmerzen, wie es in manchen Geburtsvideos von HP-geburten scheint, aber doch entspannter.
Ich habe mich während der Geburt nicht komplett an das Erlernte gehalten. Was mir geholfen hat, war die Entspannungsmeditation anzuhören, die Atemtechnik war für mich sehr gut umsetzbar, aber mit der Anleitung durch den Partner in die Hypnose zu finden, das war für mich nicht nützlich. Da bin ich einfach zu eigen und versuche meine Sache alleine durchzuziehen.

Ich habe praktisch eine Kombination aus Hypnobirthing und Yoga in der Geburt angewendet und das hat für mich super geklappt.

abeille
10.03.2014, 16:14
Liebe LeniM
vielen dank für deinen ausführlichen Bericht!!! Das klingt doch ganz vielversprechend:smile:!
Wenn ich dich recht verstanden habe, hätte dein mann den hypnokurs gar nicht mitmachen müssen, weil du es dann doch besser oder lieber alleine durchgezogen hast?
da bin ich mir eben auch noch nicht so sicher, ob ich mich von ihm wirklich leiten lassen könnt, nicht wegen ihm, sondern eher, ob ich aufnahmefähig genug wäre etwas ausserhalb mir wahrzunehemn u zu reagieren....