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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das machbar?



kathy-lynn
02.03.2014, 09:54
Mein Partner ist durch seinen Job nahezu ständig unterwegs. Im Moment kommt er einmal pro Monat heim, das wird bald aber noch wesentlich seltener sein. Es kann sich in ein paar Jahren ggf. ändern, aber absehbar ist das nicht. Diese Situation ist nicht zu ändern bzw. braucht nicht diskutiert zu werden. ;) Aufgrund meines Alters müssen wir uns nun entscheiden, ob wir in dieser Situation ein Kind möchten. Es sähe dann so aus, dass ich damit "alleinerziehend" wäre. Familiäre Unterstützung in Notfällen wäre da, aber nicht im Alltag.

Wie schätzt ihr es ein? Ist es physisch und psychisch zu schaffen? Ich weiß, dass es viele Alleinerziehende gibt, aber da ist ja eigentlich noch jemand da, der eben nur nicht mehr der Partner ist. Ich stelle es mir vor allem erst physisch anstrengend vor, da ich selbst nicht so robust bin und z.B. oft müde. Psychisch hätte ich ebenfalls wenig Unterstützung, da mein Partner wegen einer anderen Zeitzone einen komplett anderen Tagesrhythmus hat und in entlegenen Gegenden ist, wo es oft nicht mal Strom gibt. Ich schätze ihn sehr dafür, dass er diesen Job macht, aber für mich würde das bedeuten, dass ich komplett auf mich gestellt wäre.

Wo seht ihr die größten Probleme und wie seht ihr das alles?

Danke. :)

Cariad
02.03.2014, 10:15
Das allergrößte Problem sehe ich erstmal darin, wie das Kind überhaupt zustande kommen soll. :smirksmile:

Wenn du es wirklich willst, wirst du das Leben mit Kind hinkriegen. Bist du eine gute Netzwerkerin? Wenn du dich zb mit anderen alleinerziehenden Müttern zusammen tust, wirst du sowohl psychisch wie praktisch Unterstützung finden.

madamexx
02.03.2014, 10:31
wie ist denn deine situation, kathy-lynn? musst du arbeiten, willst du arbeiten, wenn ja: was für ein job?
viele grüße, madame

Federfrau
02.03.2014, 10:38
Ich lebe mit unserer Tochter seit über 6 Monaten so. Ein gut funktionierendes Netzwerk ist das A und O- das hat sich bei mir aber erst entwickelt seit das Kind da ist. Und es gibt hier zahlreiche Frauen,die komplett alleinerziehend sind, auch die schaffen das.
Kann dein Mann denn nach der Geburt auch länger frei nehmen? Elternzeit o.ä.?

Entchen
02.03.2014, 11:04
Hallo :-)

Meine meinung: es kann gutgehen, kann aber auch schiefgehen. Wenn du ein schreikind bekommst, wirds schwieriger als wenn du ein kind bekommst, das zwanzig stunden am tag pennt.

Hast du verwandte, mit denen du dich gut verstehst? Würdest du volle elternzeit nehmen? Besteht die möglichkeit, in die nähe der verwandten zu ziehen und von dort unterstützung zu bekommen? Oder für ein jahr volle elternzeit zu nehmen und mit deinem mann mitzugehen?

Ein kind großzuziehen ist harte arbeit. Es wacht oft genau dann auf, wenn du im tiefschlaf bist. Das schlaucht ziemlich. Auf der anderen seite ist ein kind großzuziehen auch die schönste aufgabe der welt, und alle körperlichen und finanziellen einschränkungen lohnen sich so sehr dafür :-)

Wie es werden wird, kann dir vorher keiner sagen. Aber möglich ist es. Unterstützung macht das leben leichter.

Alles gute!

kathy-lynn
02.03.2014, 11:27
danke für die ersten antworten.

ich muss nicht arbeiten, würde auch erst daheim bleiben und nach einem jahr etwa gerne wieder in den job zurück. da sind die bedingungen perfekt. er würde allerdings nicht daheim bleiben.

unterstützung von verwandten in der nähe habe ich. sie wären begeistert, aber ich würde es nicht wollen, sie im alltag heranzuziehen. in notsituationen gerne und auch, wenn ich vom job her mal verreise. aber das wäre ja auch erst in ein paar jahren so weit.

im moment grault es mir vor dingen wie wickelkursen oder später schwimmkursen usw., wenn dort alle mit partner sind. ich komme mir etwas verloren vor. auch frage ich mich, ob das kind etwas vermissen wird. vielleicht habt ihr aber recht und es ist weniger schlimm als gedacht und das kind lenkt dann später ab. :blume:

kathy-lynn
02.03.2014, 11:29
Ich lebe mit unserer Tochter seit über 6 Monaten so. Ein gut funktionierendes Netzwerk ist das A und O- das hat sich bei mir aber erst entwickelt seit das Kind da ist. Und es gibt hier zahlreiche Frauen,die komplett alleinerziehend sind, auch die schaffen das.
Kann dein Mann denn nach der Geburt auch länger frei nehmen? Elternzeit o.ä.?

magst du etwas mehr erzählen? was sind die größten probleme? würdest du es wieder so machen oder warten bis die situation idealer ist?

wie unterstützt ihr euch gegenseitig? hast du verwandte in der nähe?

er kann leider nicht länger daheim sein. da der heimweg recht weit ist, müsste ich mich sogar darauf einstellen, dass er die geburt verpasst.

Cariad
02.03.2014, 11:36
Ist sich dein Partner darüber im Klaren, dass er für das Kind praktisch ein Fremder sein wird? Ich sehe die Situation für ihn viel negativer als für dich. Das Kind vermisst nichts, was es nicht kennt - aber du solltest dir überlegen, welche weitere Bindungspersonen es bekommen kann. Gerade wenn du beruflich manchmal verreisen musst, braucht das Kind mindestens eine weitere Person, die es (am besten von Anfang an) gut kennt und der es vertraut. Diese Arten von Bindung entstehen in den ersten drei, vier Jahren - wenn der Vater da nicht präsent ist, wird er das nicht nachholen können.

Bei den Kursen, die ich bisher mitgemacht habe, war immer nur ein Elternteil dabei. Darüber würde ich mir keine Sorgen machen.

kleinereise
02.03.2014, 11:49
danke für die ersten antworten.

ich muss nicht arbeiten, würde auch erst daheim bleiben und nach einem jahr etwa gerne wieder in den job zurück. da sind die bedingungen perfekt. er würde allerdings nicht daheim bleiben.

unterstützung von verwandten in der nähe habe ich. sie wären begeistert, aber ich würde es nicht wollen, sie im alltag heranzuziehen. in notsituationen gerne und auch, wenn ich vom job her mal verreise. aber das wäre ja auch erst in ein paar jahren so weit.

im moment grault es mir vor dingen wie wickelkursen oder später schwimmkursen usw., wenn dort alle mit partner sind. ich komme mir etwas verloren vor. auch frage ich mich, ob das kind etwas vermissen wird. vielleicht habt ihr aber recht und es ist weniger schlimm als gedacht und das kind lenkt dann später ab. :blume:

Liebe Kathy,

in ca. 2,5 Wochen werde ich mein erstes Kind auf die Welt bringen und habe das alles, was du schreibst und was dir Angst macht (fett zitiert) durchgemacht. Bei mir hat sich der KV leider ganz früh verdrückt und aus uns wird kein Paar mehr werden- Eltern vielleicht irgendwann mal *Daumendrück* Dieses kleine Wesen, was bald auf die Welt kommen wird, hat sich völlig ungeplant und überraschend in unser Leben gestohlen. der KV wollte bie nie nicht Kinder haben, ich schon immer. Und nun gebkomme ich dieses ungeplante, aber sehr gewünschte Kind.
Nicht unter den idealsten Voraussetzungen, denn ich hatte mir immer gewünscht, mit fester Partnerschaft eine Familie gründen zu dürfen- nun ists aber so und es fühlt sich richtig so an!

Vielleicht bin ich gerade voll mit den letzten Reserven Schwangerschaftshormonen, aber ich hätte nie gedacht, wie ich das alles gut meistern kann! Ich war also die ganze Schwangerschaft über allein ohne Partner und mich gruselte vor dem geburtsvorbereitungskurs und ähnlichen veranstaltungen. Aber letztendlich kümmert sich jeder um sich und den anderen Paaren war es völlig piepwurscht egal, warum ich mit meiner Schwester als Unterstützung/Partner dabei saß. ja, es gibt kurse für Frauen alleine, wollte ich auch erst machen, aber der kam nicht zu Stande und so musste ich den Paarkurs nehmen. Und: es war toll! Was sehr an mir hängen blieb und irritierte, war eine Fragerunde, in der die Frauen und die Männer getrennt Geschlechterweise aufschreiben sollten, was sie erwarten. Nach der Geburt, vom Partner, vom Vater. Und die Frauen hatten super krasse Forderungen und Erwartungen (alles putzen, kochen, wicklen, Kind schunkeln...) an ihre Männer, dass mir fast übel wurde! das nur am Rande...

Wenn du für dich geklärt hast, dass du das alles anpackst und willst, nicht haderst und zauderst, sondern mutig dein Ding machst ist alles möglich!!! Nur Mut!
Und tatsächlich kann es auch einfacher sein. Keine unerfüllten Erwartungen, Frust auf den Partner, der nicht das macht, was du brauchst, willst, meinst zu wollen...
Ich muss mich nur auf mich verlassen im Moment, habe ein tolles Netzwerk um mich herum, viele Freunde und Familie die sich doll freuen und mich jederzeit unterstützen (du wirst Hilfe brauchen!!!)
Und dann gibt es noch die traurigen Tage, an denen man doch hadert und das so nie, nie wollte und doch auch nicht verdient hat, damit so allein zu sein... Diese Tage aber gehören auch dazu und den Partner/Vater darf und soll man meiner Meinung nach auch vermissen dürfen.

Soweit kann ich von mir berichten. Wie die nächsten Monate, Jahre werden, werden wir sehen. Wenn ich mir darüber zu sehr nen Kopf gemacht hätte, wäre ich verrückt geworden! Alles wird, wies werden soll und du hast es in der Hand! Dann geht ihr halt mit mit dem Vater und seid zusammen in fremden Ländern...

Alles Gute!

Inaktiver User
02.03.2014, 12:21
kathy-lynn,
ich denke, es hängt auch ein wenig davon ab, was für ein Baby du hast. Die Zeit mit einem Neugeborenen ist sowieso mal anstrengend, aber ein Schrei-Baby kann einen schnell an seine Grenzen bringen. Meiner war damals so einer, der tagsüber fast nur geschlafen hat, wenn er in Bewegung war und nachts ca. 4-5 mal wach. Nach einem halben Jahr habe ich Babygeschrei gehört, wo keins war!:ooooh: Schlafentzug ist nicht umsonst eine Foltermethode.. Da gibts nix zu beschönigen. Auf der anderen Seite war ich so verliebt in mein Baby (den Hormonen sei Dank:smile:) und es war so süß, daß ich das alles doch durchgestanden habe. Ich hab mich einfach ganz nach seinem Rhythmus gerichtet und wenn ich dann um 12 noch im Nachthemd rumgelaufen bin - was solls..
In Krabbelgruppen ist eigentlich immer nur ein Elternteil anwesend, da wirst du keine Ausnahme sein. Wickelkurs - wozu braucht man sowas? Deine Hebamme kann dir alles zeigen.
Nun ist "der Kleine" 20 und ich bin schon stolz drauf, das alles allein geschafft zu haben zumal er ein ganz toller junger Mann ist!
Lieber Gruß
Natural

kathy-lynn
02.03.2014, 13:27
vielen dank, besonders an kleinereise und natural für die erfahrungsberichte. :) das klingt alles machbar. :) kleinereise, ich wünsche dir auch alles gute.

natural, wie war es, als dein sohn größer wurde? hat er da etwas vermisst oder fehlte euch etwas? wie konntest du das ausgleichen? hat dein sohn dir mal vorwürfe gemacht, dass er nicht in eine bilderbuchfamilie geboren wurde?

kathy-lynn
02.03.2014, 13:29
Das allergrößte Problem sehe ich erstmal darin, wie das Kind überhaupt zustande kommen soll. :smirksmile:

Wenn du es wirklich willst, wirst du das Leben mit Kind hinkriegen. Bist du eine gute Netzwerkerin? Wenn du dich zb mit anderen alleinerziehenden Müttern zusammen tust, wirst du sowohl psychisch wie praktisch Unterstützung finden.

es könnte eine insemination werden. aber das ist noch ein anderes problem.

an welchen stellen seht ihr den meisten bedarf an hilfe? könnt ihr da ein paar beispielsituationen nennen?

lou79
02.03.2014, 13:49
Ich kann Dich nur ermutigen.
Machbar ist es auf jeden Fall. Und dass Du nicht arbeiten MUSST hilft schon Mal viel. Ich bin "quasi-Alleinerziehend mit Mann" da er eine 70+ Woche hat und phasenweise kaum zu Gesicht bekomme. im Sommer hatte ich ihn 4 Monate lang so gut wie gar nicht gesehen. Aber: Ich würde alles nochmal so machen. Weil das Abenteuer Kinder kriegen und haben einfach sensationell ist.

Was ich nicht außer acht lassen würde, ist meine Beziehung zum Partner. Und die braucht eben auch Zeit für einander. Man ist ja nicht nur Mama, will auch Frau sein und das vom anderen Geschlecht spüren...

Und: Welche Bedürnisse hast Du? Welcher Typ bist Du? Brauchst Du viel Zeit für Dich? Bist Du sehr unabhängig, selbständig? Emotional gefestigt? Brauchst den Austausch mit anderen?
Anfangs ist man schon sehr in seiner Freiheit eingeschränkt. Das wird dem (abwesenden) Partner nicht selten geneidet. Auch wenn das bisher kein Thema bei Euch war. Er kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, was Du leisten wirst. Wirst Du genug Wertschätzung bekommen? Wo und wie werden Deine Eneriereserven aufgetankt?

Und was nicht zu unterschätzen ist: Was man unbewusst vom Partner erwartet und dann doch nicht erfüllt werden kann. Ich weiß. Dir ist jetzt schon bewusst, dass er nicht oft da sein wird. Aber welche Bedürfnisse man als Mama haben wird (gerade wenn man so schön von den lieben Hormonen überflutet wird) kann man sich vorher kaum vorstellen. Ich hab mich teilweise in meiner Person kaum wieder gefunden. Ich bin echt alles andere als ne Heulsuse. Aber wenn ich schwanger ne Pampers-Werbung mit Hungernden schwarzen Babys gesehen habe, wollte ich schon mal gern im Arm gehalten, mich beschützt fühlen (was sonst nicht wirklich so mein Muster ist :freches grinsen: Içh bin ziemlich unabhängig, kann und will gerne mal alleine sein etc.) Und wenn dann keiner da ist... Man kann sich schon mal "alleingelassen" fühlen. Auch wenn man rational weiß, dass es nicht anders geht, dem anderen seine Karrie gönnt etc. Herz gegen Ratio...En Kind (und mehrere erstrecht) ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Da muss man durch. So oder so. Nur manchmal macht zusammen fahren mehr Spaß.

Louette
02.03.2014, 13:58
Situationen in denen Hilfe gut ist: vor allem in den ersten Wochen bei allem, was den Haushalt angeht. Unser Sohn hat die ersten Wochen auf mir gewohnt, ablegen ging nicht, Papa wurde allenfalls für die Zeit, die ich zum Duschen brauchte geduldet. Hätte mein Mann nicht den Haushalt geschmissen, wäre es echt schwierig geworden. Mögliche Lösungen: Putzfrau, die 2x/Woche kommt und ggf auch einkauft, sich von Freunden bekochen lassen, 1x/Woche übernimmt die Oma/Tante das Kind oder wäscht die Wäsche, kocht was schönes, je nachdem, was du brauchst. Wünsche dir Zeitgutscheine von deinen Freunden. Die Nächte habe ich alleine durchgestanden, da war mein Mann keine Hilfe. Das geht alles. Ich kam mir das erste Jahr teilweise vor wie alleinerziehend mit Haushaltshilfe.
Unterstützung ist auch notwendig, wenn du und/oder das Kind krank sind.
Es ist sicherlich machbar, aber es ist eine wunderschöne, hammerharte Zeit. Wenn du die Möglichkeit hast, dir auch Hilfe "einzukaufen" Babysitter, Putzfrau, dann ist das sicherlich eine Erleichterung.
Ich wünsche dir eine gute Entscheidung!

lou79
02.03.2014, 13:58
Die Kurse sind das letzte worum Du Dir Sorgen machen müsst. Geburtsvorbereitung gibt's auch ohne Papas. In allen anderen Kursen sehe ich auch immer nur ein Elternteil.

Was ich öfter auch bei Freundinnen sehe, die in ähnlicher Situation sind (ich habe so einige kennengelernt), ist dass sie sich z.B. auf Kindegartenfesten, sonntags auf dem Spielplatz oder ähnlichen Events komisch fühlen weil sie als "Single" da sind. Das ging mir auch schon mal so. Anfangs dachten gewisse Väter im Kiga, ich sei Single und haben sich dementsprechend verhalten ...:unterwerf:.... Kann aber auch amüsant und charmant sein :zwinker:

lou79
02.03.2014, 14:00
Situationen in denen Hilfe gut ist: vor allem in den ersten Wochen bei allem, was den Haushalt angeht. Unser Sohn hat die ersten Wochen auf mir gewohnt, ablegen ging nicht, Papa wurde allenfalls für die Zeit, die ich zum Duschen brauchte geduldet. Hätte mein Mann nicht den Haushalt geschmissen, wäre es echt schwierig geworden. Mögliche Lösungen: Putzfrau, die 2x/Woche kommt und ggf auch einkauft, sich von Freunden bekochen lassen, 1x/Woche übernimmt die Oma/Tante das Kind oder wäscht die Wäsche, kocht was schönes, je nachdem, was du brauchst. Wünsche dir Zeitgutscheine von deinen Freunden. Die Nächte habe ich alleine durchgestanden, da war mein Mann keine Hilfe. Das geht alles. Ich kam mir das erste Jahr teilweise vor wie alleinerziehend mit Haushaltshilfe.
Unterstützung ist auch notwendig, wenn du und/oder das Kind krank sind.
Es ist sicherlich machbar, aber es ist eine wunderschöne, hammerharte Zeit. Wenn du die Möglichkeit hast, dir auch Hilfe "einzukaufen" Babysitter, Putzfrau, dann ist das sicherlich eine Erleichterung.
Ich wünsche dir eine gute Entscheidung!

Kann ich nur unterschreiben! Kauf/nimm jede Hilfe die Du kriegen kannst :allesok:

Anni04
02.03.2014, 14:02
Mir hätte im ersten Jahr (eventuell sogar in den ersten 2 Jahren) ganz konkret abends und nachts die praktische Hilfe des Partners gefehlt, der das schreiende Kind nimmt, mit ihm auch Nachts um 2 Uhr einmal um den Block geht oder mit dem putzmunteren Quälgeist im Wohnzimmer eine runde Murmelbahn spielt.
Ich denke nach den ersten paar Wochen geht es tagsüber wirklich ganz gut (wenn nötig mit babysitter und anderem Netzwerk).
Nur hätten mich persönlich - das erste Kind war ein ziemlich extremes schreibaby und beide Kinder sind schlechte Schläfer - die abends- unf Nachtstunden völlig um den verstand gebracht. :knatsch:
(Ich war schon mit Partner völlig am Ende und teils nur noch am heulen :knatsch:)

Andrerseits entwickelt man ja wirklich ungeahnte stärken wenn man muss. Vorher hätte ich mir auch nie vorstellen können, daß ich es aushalte, wenn mein Baby monatelang jeden Abend ohne Pause 6 Stunden durchschreit. Partner oder nicht. Aber auch das steht man durch. :blume:
Und wir leben alle noch. :zwinker:

Wenn es möglich ist würde ich schon versuchen eventuell in der Elternzeit mehr zeit mit dem Partner zu verbringen (nicht nur wegen dir sondern auch für ihn und seine Beziehung zum Kind) - vielleicht wären ja doch 2-3Jahre drin?

Aber so entlegen wie sich seine Arbeitsplätze anhören ist das mit babys/kleinstkind (medizinische Versorgung?) vielleicht einfach nicht drin. :niedergeschmettert:

Ich denke wenn ihr es wagt, solltest du dir auch gut überlegen ob es unter Umständen möglich ist zB ein Au Pair ins Haus zu holen für die Zeit, wenn du wieder anfängst zu arbeiten. (Wenn du deine Familie normalerweise nicht im Alltag mit einbinden möchtest)

Je nachdem ob du Vollzeit oder Teilzeit zurückkommen willst, unterschätzt man (bzw ich jedenfalls :peinlich:) wie wenig "normalen Alltag" es gibt, in dem alle gesund sind, keine extra Termine (sei es Freizeit oder medizinische) anstehen, kein extra Stress auf der Arbeit besteht etc und alles wie am Schnürchen läuft, so daß man keine Hilfe von außen braucht.

Viel Glück und gutes gelingen für dich und deinen Partner! :blume:

Inaktiver User
02.03.2014, 14:10
Naja, ich hätte meinem Sohn einen liebevollen Vater gewünscht, aber den gabs leider nicht. Zwischen seinem 5. bis 7. Lebensjahr hatte ich mal einen Freund, der selber 2 Kinder hatte. Die Kinder untereinander haben sich super verstanden, aber auf die Versuche meines Freundes, ihn mitzuerziehen, hat er eher verstört reagiert. Dieser Freund war aber auch recht streng, auch wenn er viele tolle Dinge mit den Kindern unternommen hat. Aber er war halt nicht der Vater und hat meinen Sohn auch nicht so geliebt wie seine eigenen Kinder, was ich auch verstehen kann. Am Ende war ich froh, als die Beziehung zu Ende war und ich wieder mein eigenes Ding machen konnte. Meinem Sohn gings damit auch viel besser weil wir immer ein gutes Team waren. Vier Jahre später habe ich dann meinen jetzigen Freund kennengelernt und die beiden verstehen sich prima und verbünden sich manchmal gegen mich.:freches grinsen: Mein Freund hat sich aber auch nie in meine Erziehung eingemischt. In der Pubertät gabs ein paar Aufreger, aber im Nachhinein, alles harmlos und im Rahmen.
Zeitweise mußten wir auch mit recht wenig Geld auskommen, weil ich lange Teilzeit gearbeitet habe, aber ich denke, es hat uns trotzdem an nichts gemangelt. Ich bin nicht so ein Luxusmensch..
Vorwürfe gab es nie und gestern hat mein Sohn noch gesagt, daß er dankbar ist für das, was ich ihm alles ermöglicht habe.:lachen:
Und ich bin froh und dankbar, so ein Kind großgezogen zu haben.
Lieber Gruß
Natural

Cariad
02.03.2014, 14:38
Auch hier bei uns ist der Schlaf die größte Schwierigkeit. Anfangs haben wir uns nachts abgewechselt. Zur Zeit lässt sich der Kleine (17 Monate) nachts nicht vom Papa trösten - also übernimmt der die Frühschicht, wenn der Kleine um sechs munter ist und ich dringend noch eine Schlafphase brauche.
Gestern war ich krank, zu krank, um mich um ein quirliges Kleinkind zu kümmern. Da haben sich Papa und Oma die Betreuung geteilt. Für meine Mutter allein wäre das zuviel gewesen.

Mailine
02.03.2014, 17:52
Die Punkte, die Lou angesprochen hat, sind echt wichtig. Stichwort eigene Bedürfnisse. Wenn du hauptsächlich, also 24/7, für dein Kind verantwortlich bist, ist das eine wunderbare aber eben auch anstrengende Erfahrung.

Ich würde mir gerade auch für die Anfangszeit unbedingt Hilfe für den Haushalt/Kochen holen.

Zum Ende der Schwangerschaft würd ich kochen und fürs Wochenbett Essen einfrieren.

Bau dir am besten schon in der Schwangerschaft ein Netzwerk auf.

Erledige alles vor der Geburt, das erledigt werden muss/möchte/sollte. Du wirst erstmal wenig bis keine Zeit haben für ausmisten, renovieren etc.

Leg dir einen Vorat an Grundnahrungsmitteln an.


Um Kurse würde ich mir keine Sorgen machen. Vielleicht wirst du dazu keine Lust haben.

Ich wünsche dir ein "pflegeleichtes" Baby. Kein Schreibaby....

Dann sollte es zu schaffen sein.


Es ist wahr, man mobilisiert Kräfte und unglaubliche Energien, wenn man muss. Und wird tausendfach belohnt. :-)



Und ja, du wirst alleinerziehend sein. Bzw dich alleinerziehend fühlen.

Mir geht es oft so und der Papa ist vor Ort.

Die "soziale Isolation" würd ich nicht unterschätzen. Den ganzen Tag allein mit Kind, wenig eigene Bedürfniserfüllung, da kann schnell Frust aufkommen. Je geselliger man selbst ist, umso mehr.

An manchen Tagen ist die Bri mein fast einziger Ansprechpartner. ;-) ich hab zwar Kontakte zu anderen Mamis aber auch nicht jeden Tag.

LG

Inaktiver User
02.03.2014, 19:21
Hallo Kathy,
bei mir läuft es seit 9 Monaten so ab, dass der Vater meines Babys Abends erst spät kommt bzw. seit einigen Monaten, wenn überhaupt, nur am Wochenende da ist (und dann auch nur von Samstag früh bis Sonntag Mittag, Du kannst Dir also vorstellen, wie groß dann die Entlastung ist...).

Stelle es Dir bitte nicht einfach vor, es ist schon ganz schön happig. Erstmal musst Du Dich von jeglichem Perfektionismus verabschieden. Was nicht einfach ist, denn junge Mütter neigen hierzulande zum Perfektionismus und da ist man immer etwas außen vor, wenn es im eigenen Haushalt oftmals etwas provisorischer zu geht. Bei mir wird z.B. nicht fürs Kind gekocht und es gibt Gläschen, weil ich es logistisch mit Kind auf dem Arm nicht an den Herd schaffe. Ganz häufig kam in den letzten Monaten der Pizzadienst zum Zug und wenn es denn eben sein muss, landet mein Goldstück öfters mal im Laufstall, was ihm nicht immer schmeckt, aber wenn es klingelt oder ich duschen muss, dann müssen wir da eben beide durch. Hin und wieder läuft Abends der Fernseher, obwohl ich mein Kind niemals der Glotze aussetzen wollte, aber Abende können sehr lang werden, insbesondere, mit einem Kind, das nie vor Mitternacht ins Bett geht. Die Wohnung sieht aus wie Sau und wenn andere Mütter ihre Pforten für mich öffnen, staune ich immer Bauklötze darüber, wie arty und schick es bei ihnen aussieht. Aber es gibt eben bei mir niemanden, der mir um 18.00 Uhr das Kind vom Arm nimmt, während ich mich um den Haushalt oder mich selbst kümmere. Und wenn die anderen über Date Night erzählen und freie Abende mit Freundinnen oder Sportkurse, bin ich recht still.

Aber natürlich will ich mein Sea Monkey nicht missen, keine Sekunde. Er bringt mich so zum Lachen und macht mich so glücklich, dass es einfach die beste Zeit im Leben ist. Obwohl er anfangs ein Schreibaby war und mich sehr fordert. Was mir außerdem Kraft gibt, ist das Netzwerk zu anderen Müttern, mit denen ich mich mehrfach die Woche treffe, sei es auch nur ein Stündchen zum Spazierengehen und klönen. Man trifft auch immer mal wieder eine Mutter, die entweder "richtig" alleinerziehend ist, oder eine Fernbeziehung hat oder ähnliches und da ist die Solidarität natürlich groß. Hier in der Großstadt gibt es auch spezielle Geburtsvorbereitungskurse für Singles und Frauen, die größtenteils alleine erziehen. Meine Freundin hat so einen besucht und sehr nette Mädels getroffen.

Trotzdem darf man sich keine Illusionen machen: Die ersten Monate können hammerhart sein. Erst hatte ich Stillprobleme und landete ständig mit Mastitis und Abszessen im Krankenhaus. Einen musste ich mir ohne Betäubung ziehen lassen, da ich mangels Babysitter mein Kind auf der Liege im Arm halten musste. Auch mit Schüttelfrost und Fieber musste mein Baby bespasst und versorgt werden. In den ersten Wochen, als der Kontakt zu den anderen Müttern noch nicht so gut war, lag ich oftmals mit Baby den ganzen Tag im Bett, hörte Radio und surfte in der Bricom (wo ich einen ganz lieben Monatsstrang hatte, mit humorvollen und toleranten Mädels, die mich immer wieder aufgefangen haben, wenn ich mich mies fühlte).

Aber es wird besser! Nach einem halben Jahr hatte sich das Schlimmste gelegt und mein Baby wurde viel verträglicher. Wir konnten immer mehr raus. Mittlerweile herrscht hier teilweise eine richtige Sommerferien Studienzeit Atmosphäre, in der ich und meine Mädels uns jeden Morgen per Skype überlegen, was wir schönes unternehmen. Die Stadt hier ist aber auch sehr kinderfreundlich, Museen, Galerien, Cafés, ist alles mit Kinderwagen zugänglich. Bei schickeren Locations fragen wir nett, ob wir auch mit Kindern reindürfen und wurden bisher selten abgewiesen.
Wenn der Papa da ist, super, wenn nicht, dann packen wirs auch irgendwie. Das Kind kennt es ja nicht anders und es ist total süß, zu sehen, wie sehr er sich freut, wenn Papa an der Tür ist.

Also, wenn Du einen Kinderwunsch hast, geh dem nach, aber gehe nicht naiv an die Sache. Suche Dir rechtzeitig einen Babysitter und spanne die Verwandtschaft ein, auch wenn das momentan nicht Deine besten Buddys sind, Du wirst trotzdem froh sein, sie zu haben.

Viel Glück. :blume:

Federfrau
02.03.2014, 19:44
Du hattest gefragt ob ich bereue, dass wir "getrennt" leben.
Nein, denn es wäre finanziell nicht anders gegangen. Mein Mann musste weg aus unserer Heimatstadt, 900km zwar "nur", aber auch zu weit und zu teuer um jedes Wochenende heimzukommen. Ich wollte mit dem Kind nicht mit, die Gegend dort ist sehr provinziell, schlechte Kitabetreuungmöglichkeiten und kein Netzwerk. Mein Mann hat ca. 60% Reisetätigkeit und auch etwa eine 70 Stundenwoche- ich wäre also auch dort alleine. Bei uns hat das bereits kurz nach der Geburt angefangen: wir waren um 9:00 nach einer ambulaten Entbindung zu Hause- mein Mann musste ins Büro. Dann hatte er zwei Tage frei, dannach hat er wieder voll gearbeitet. Die Nächte habe ich komplett alleine machen müssen, er musste schlafen.
Jetzt wo er unter der Woche gar nicht mehr da ist, finde ich viele Dinge leichter. Ich kann mir meinen Alltag so planen wie er uns passt. Das ist zwar egozentrisch, aber im mitunter anstrengenden Alltag mit Kind sehr angenehm. Keiner der sich vernachlässigt fühlt, weil ich nachts beim Kind schlafe um nicht aufstehen zu müssen, ich kann kochen und einkaufen und putzen wann und wie ich will. Die Kurse fand ich auch nicht problematisch- da die Männer arbeiten sind da eh immer nur die Frauen mit den Babies. Sonntage sind mit unter ziemlich Scheiße- aber ich treffe mich häufig mit anderen Familien mit Kindern um was zu unternehmen, da fühlt man sich dann gar nicht mehr so einsam.

Inaktiver User
02.03.2014, 19:59
Warum will Dein Mann ein Kind?

emma_ha
02.03.2014, 20:09
Wir hatten ein extremes Schreibaby, und ich bin mir nicht sicher, was passiert wäre, wenn ich allein gewesen wäre... Ehrlich gesagt mag ich es mir gar nicht vorstellen. (Coralie: Meine ganz große Hochachtung! :blume: Wäre ich in den ersten acht Monaten praktisch allein gewesen, bin ich mir nicht sicher, ob ich jetzt aus vollem Herzen sagen könnte, dass ich mein Kind liebe.)
Aber das ist natürlich ein Spezialfall, ist eher nicht häufig, und man soll auch nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Dennoch kann man es halt nicht ausschließen und sollte sich auch mit dieser Möglichkeit auseinandersetzen.

emma_ha
02.03.2014, 20:11
im moment grault es mir vor dingen wie wickelkursen oder später schwimmkursen usw., wenn dort alle mit partner sind. ich komme mir etwas verloren vor. auch frage ich mich, ob das kind etwas vermissen wird. vielleicht habt ihr aber recht und es ist weniger schlimm als gedacht und das kind lenkt dann später ab. :blume:

Das ist echt nicht das Problem. Meistens ist da nur ein Elternteil mit Kind unterwegs.

emma_ha
02.03.2014, 20:16
Wie ist es denn mit dem Vater in der Zeit, wenn er denn greifbar ist? Ist er dann auch wirklich da und bereit zu entlasten? Selbst wenn es nicht viel ist, macht die prinzipielle Bereitschaft doch schon einen subjektiven Unterschied, finde ich.

Inaktiver User
02.03.2014, 20:38
Coralie: Meine ganz große Hochachtung! :blume: Wäre ich in den ersten acht Monaten praktisch allein gewesen, bin ich mir nicht sicher, ob ich jetzt aus vollem Herzen sagen könnte, dass ich mein Kind liebe.
Ehrlich gesagt, war mir mein Mann in solchen Situationen nie eine große Hilfe. Der war potentiell selbst überfordert und reagierte oft mit Vorwürfen und blöden Sprüchen. Es dauerte leider Monate, bis er sich endlich mal das Kind schnappte und mir ein paar Stunden für mich gönnte. Nun geht es aber in Punkto Hilfsbereitschaft von seiner Seite Gottseidank steil bergauf. :allesok: Aber ich denke, durch ist durch und ALLE Eltern von Schreibabys können richtig stolz auf sich sein, die anstrengende Zeit gemeistert zu haben. Das Indianergeheul geht ja nicht weniger an die Nieren, weil jemand daneben steht. :blume:


Wie ist es denn mit dem Vater in der Zeit, wenn er denn greifbar ist? Ist er dann auch wirklich da und bereit zu entlasten? Selbst wenn es nicht viel ist, macht die prinzipielle Bereitschaft doch schon einen subjektiven Unterschied, finde ich.
Das ist eine Schlüsselfrage. Ein Papa, der einmal im Monat richtig anpackt und hilft, sich den Kinderwagen schnappt und ums Viertel zieht, bzw. seiner Frau mal einen Abend "Freigang" gibt, ist mehr wert, als einer, der sich aus Unsicherheit und Bequemlichkeit allabendlich nur unter Anwesenheit der Mutter mit dem Baby beschäftigt. Hätte ich einen Cent für jedes Mal, an dem ich unter der Dusche oder auf der Toilette die Worte "Mach schnell" gehört hätte... :unterwerf:

xanidae
02.03.2014, 21:36
Wenn so wenig Zeit ist - wie lebt ihr eure Paarbeziehung? Wann ist Zeit für den Papa die Beziehung zum Kind aufzubauen, damit er Routine hat, wenn er im Notfall einspringen muss?

Sehenden Auges würde ich das nicht machen, schon alleine weil du dich als physisch nicht stabil beschreibst. Denn der Schlaf wird erst mal knapp sein. Ein gutes soziales Netz ist wichtig, damit du auch mal was für dich tun kannst.

Wir haben viele verschiedene Konzepte des Zusammenlebens durch, doch die Zeit wo mein Mann ein paar Monate zuhause blieb waren für ihn die schönsten. Dann kommen die Zeiten wo er Gleitzeit hatte und die morgendliche Kinderschicht übernahm.
Die Zeiten, wo er um 23 Uhr heim kam und um 6 Uhr wieder los musste vermissen wir beide nicht. Ohne die beiden Großeltern und Freunde hätte ich das nicht geschafft.
Machbar war es - klar, vieles ist machbar. Doch die Preise die man manchmal dafür zahlen muss, finde ich oft nicht fair.

Tinta80
02.03.2014, 22:02
Ist sich dein Partner darüber im Klaren, dass er für das Kind praktisch ein Fremder sein wird? Ich sehe die Situation für ihn viel negativer als für dich.

Da möchte ich mich anschließen. Will Dein Partner unter den gegebenen Bedingungen ein Kind bekommen?

Über das Alleinerziehend sein würde ich mir weniger Sorgen machen. Ich bin selbst von Anfang an alleine mit Zwillingen (und alleine heißt: es existiert kein Vater oder väterliche Verwandtschaft), auch das ist machbar.

Schwieriger finde ich die Frage, wie sich dann sowohl die Beziehung von Dir zu Deinem Partner entwickeln soll/wird, und wie Dein Partner eine Beziehung zum Kind aufbauen soll.

Alemanita
02.03.2014, 22:31
Ich würde mich als selbständige und starke Person bezeichnen, aber auch ich bin schon heulend durch die Wohnung gelaufen, in der Hoffnung, dass mein Baby endlich schläft und mich nicht zum 6. Mal aus dem TiefSchlaf reisst ;)...und ich bin manchmal über mich selbst erstaunt, wie sehr ich meinen Partner seit Kind da "brauche".
Meine einfachste Zeit war glaube ich aber ca. 3-7 Monate, ich finde es jetzt eher anstrengener.

Freiwillig würde ich das glaube ich nicht machen, andererseits wächst man glaube ich in seine Rolle rein. Ich habe zwar keinen abwesenden Partner, aber einen zeitversetztarbeitenden Vater, d.h. abends kommt auch niemand um 18 Uhr, der mir mein Kind abnimmt und ich mal schnell durchsaugen kann oder so, er ist eben da, wenn ich nicht da bin und umgekehrt. Das sind wir ja auch gewohnt und es geht....

Die Frage ist, ob sich die náchsten Jahre was ändern kann und du noch genug Zeit hast. Wenn ja, würde ich ehrlich warten, auch wegen der Rolle des Vaters gerechterweise wie schon einige meinten.

-Prinzessin-
03.03.2014, 00:05
Ui, das ist ja eine schwierige Situation... Hier wurden schon viele praktische und gute Tipps gegeben, dazu brauche ich gar nicht mehr hinzufügen.
Mich interessiert eher, wie ihr eure Beziehung führt bei soooo wenig Nähe und Kontakt (wenn ich es richtig verstehe, ist dein Partner oft auch gar nicht erreichbar)? Für wie lange ist er denn zu Hause, wenn er nicht unterwegs ist? Ist er Soldat oder weshalb ist er so lange und so oft unterwegs? Gibt es denn absolut keine Möglichkeit, sich einen anderen Job zu suchen? Ich finde es sehr bewundernswert, dass du auch jetzt ohne Kind offenbar damit klar kommst, für mich wäre das ehrlich gesagt überhaupt nichts... Mich würde die Sehnsucht und das Alleinsein (ohne Single zu sein) wahrscheinlich sehr sehr belasten. Sprich: ich würde mir dann wohl wünschen, dass sich an der Jobsituation bald etwas ändert. Klar, eine Durststrecke muss man in einer Partnerschaft aushalten können, aber für mich persönlich wären mehrere Jahre mit so extrem wenig Nähe nichts... Wie geht es dir denn damit? Und wie geht es ihm? Ob jetzt ein Kind eine so richtig gute Idee wäre? Ich weiß es nicht. Ihr würdet ja nie als Familie leben. Das genieße ich so und fände es sehr schade. Und zwar für ihn, für mich und das Kind... Andererseits: wer nicht wagt, der nicht gewinnt... Ich habe absolute Hochachtung vor Alleinerziehenden und kenne einige in meinem Umfeld, die damit gut klarkommen und glücklich sind, allerdings gibt es eben keinen Partner. Das finde ich glaube ich sogar leichter, wenn eben nicht die Erwartung bzw die Möglichkeit da ist, dass der Partner ja eigentlich unterstützen könnte. Mich würde es vor allem traurig machen, dass ich alle anstrengenden aber auch alle schönen Momente nicht mit dem Partner teilen könnte (und gerade für ihn muss es hart sein, wenn er nur aus deinen Erzählungen erfährt, dass sein Kind nun lächeln, krabbeln, sprechen etc kann). Wie steht er denn dazu? Und gibt es tatsächlich keine Möglichkeit für dich, während der Elternzeit mit ihm zu gehen?
Was du nicht unterschätzen solltest: durch ein Kind wird der Paarbeziehung viel weniger Zeit eingeräumt. Auch in unserer "normalen" Familiensituation müssen wir unsere Paar-Zeit immer wieder bewusst gestalten, was wegen Schlafmangel etc manchmal nicht ganz einfach ist. Das hätte bei eurer wenigen Zeit ja nochmal eine ganz andere Dimension.
Ich wünsche euch, dass ihr zu einer für alle Beteiligten tragbaren Entscheidung kommt! Alles Gute,
Prinzessin