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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Resümee nach langer Ehe



Petrella
27.02.2014, 04:09
Hier im Forum 60 plus finde ich bestimmt einige Frauen, die zu diesem Thema Erfahrungen haben und ich würde gerne eure Meinungen dazu lesen.

Ich habe relativ jung geheiratet und bin nun schon seit 43 Jahren verheiratet. Zur Information muss ich sagen, dass es eigentlich keine echte Liebesheirat war, aber ich mochte meinen Mann. Er war groß und stattlich, beliebt und brachte einen 7-jährigen Sohn mit, den ich vom ersten Moment ins Herz geschlossen habe. Da er 5 Jahre älter ist als ich, kam er mir lebenserfahrener und ich mich beschützt und gut aufgehoben vor.

Ich wünschte mir unbedingt gleich eine kleine Familie, da ich leider ohne Mutterliebe (meine starb als ich 6 Jahre alt war) aufwuchs. Ich bekam dann eine Stiefmutter, die eigentlich zwar den Mann aber keine Kinder mochte. Ich fühlte mich zu Hause nie angenommen und als Störenfried (mein Vater war zu schwach). Es gab nie Umarmungen bei uns und ich wurde auch nie getröstet oder verstanden.
Deshalb war es für mich wichtig eine richtige Familie zu haben.

Ich habe nun den Jungen großgezogen, er hat mich voll als seine Mutter akzeptiert und da ich so schlechte Erfahrung mit meiner Stiefmutter hatte, habe ich "mein" Kind geliebt. Es kam so viel zurück und wir haben noch heute, obwohl er auch schon verheiratet ist, ein inniges Verhältnis.

Nun zu meinem Mann:
Ich denke auch von seiner Seite war es nicht die große Liebe. Das war seine erste Frau, aber beide waren wahrscheinlich zu jung für eine längerfristige Beziehung. Besonders sie war sehr lebenshungrig und hatte Mann und Kind verlassen.
Mit mir hat er dann eine Partnerin gefunden, die verlässlich, verständisvoll und seinem Kind eine gute Mutter war.

Natürlich habe ich im laufe der Jahre auch Defizite und Eigenarten, die mir nicht so gut gefielen an ihm bemerkt, z.B. dass er aufbrausend und egoistischer wurde. Nun wie es so schön heißt - und guten wie an schlechten Tagen. Dass in der Ehe nicht immer alles so läuft wie man es sich vorstellt war mir schon klar.
Wir waren beide berufstätig und ich verdiente eigentlich immer besser als er, nicht wesentlich aber doch so viel, dass ich einiges sparen konnte. Von diesem Geld wurden dann meistens notwendige Anschaffungen für Wohnung und Haushalt bezahlt, da mein Mann ein begeisteter Motorradfahrer ist und noch heute sein übriges Geld dort geparkt wird. Ich hab das viele Jahre so hingenommen, da mir mein Nest immer wichtig war. Heute im Rückblick ärgert mich das aber.
Nun wie auch immer, unser Leben hatte keine besonderen Höhen und Tiefen, aber jetzt wo ich in Rente bin und mehr Zeit zum Nachdenken habe, auch über meine Ehe, frage ich mich immer öfter, ob ich es nun richtig gemacht habe. Mein Mann ist mir am Anfang unserer Ehe so groß vorgekommen, aber dann wurde er immer kleiner.

Inaktiver User
27.02.2014, 20:06
Was heißt "richtig gemacht"? Du hast es eben so gelebt, wie du es gelebt hast.
Ich stelle mir an solchen Punkten eher die Frage: warum habe ich es so gemacht? Was sagt mir das über mich selbst?

Inaktiver User
27.02.2014, 20:37
Es wird wohl schon so für dich gepasst haben, sonst hättest du es nicht so gemacht.
Ich würde mich fragen, was mich JETZT gerade unzufrieden macht und an dem Punkt ansetzen.
Habts ihr euch keine eigenen Kinder gewünscht?
Was wünscht du dir denn JETZT, was willst du verändern in deinem Leben bzw. in deiner Beziehung?

Karla

Petrella
02.03.2014, 02:26
Uuups, da hab ich wohl einen falschen Anfang gemacht. Eigentlich wollte ich nur am Beispiel meiner Ehe eine allgemeine Diskussion eröffnen und wollte wissen, ob es einigen hier ähnlich geht - dass man in einer langjährigen Beziehung sich sehr schwer tut, Änderungen oder gar eine Trennung zu vollziehen. Einige Freundinnen meines Alters haben auch Probleme wie ich, eingefahrene Fahrrinnen zu verlassen - man kann den Partner oder auch sich selbst schwer ändern. Meistens kommen noch Krankheiten des Partners dazu und man fühlt sich schlecht und will daher keinen Terror mehr machen.
Bei Gesprächen unter Betroffenen merke ich, dass je nach Temperament oder Charakter zwar unterschiedlich argumentiert wird, es aber letztlich darauf hinausläuft - da kann man nichts mehr machen, so ist eben das Leben.
Aber vielleicht hat ja jemand hier im Forum erfolgreich einen Umschwung erreicht oder kann hilfreiche Tipps abgebe.

Liebe Karla, ich habe leider keine eigenen Kinder bekommen, hat nicht geklappt.

Petrella

Anemone
02.03.2014, 12:50
Veränderungen durchläuft ja jeder Mensch im Lauf seines Lebens, und was anfangs einer langen Ehe vielleicht richtig gut und stimmig war, kann sich nach einigen Jahrzehnten gewaltig auseinanderdividieren. Muss nicht schlecht sein, wenn die Grundlage stimmt.
Und wer eigentlich weg will, aber die Kraft oder den Durchhaltewillen nicht hat, verständlich. Der Mensch ist ja in vielen Fällen auch ein Gewohnheitstier und da heißt es über große Hürden springen.

Ich hab meine erste Ehe nach fast 25 Jahren beendet und hab verdammt lange gebraucht, bis ich soweit war. Der vordergründige Grund war das dauernde Fremdgehen (Beziehungen nebenher, keine kurzen Affären) meines Mannes damals. Aber auch sonst haben wir uns gewaltig unterschiedlich entwickelt. Und für mich wars ein sehr langer Prozess. Ich war dann auch lange in einem Dilemma, leben mit und neben einem Menschen, mit dem man quasi keinen Kontakt mehr hat, oder sich in eine ungewisse Zukunft stürzen, zumal mit einem noch nicht mündigen Kind. Das hat mir damals Angst gemacht, viele andere Frauen waren und sind wohl viel mutiger/wagemutiger gewesen. Ich sehe daher auch die vielen Stränge zu dem Thema "gehen oder bleiben" hier in der Bricom zwiespältig. Was die eine Frau optimistisch, mit Kampfgeist und Aufbruchstimmung, ziemlich gut hinbekommt, ist für eine andere eine ganz schwer zu lösende Aufgabe. Die eigene Befindlichkeit muss reifen, sozusagen. Und wenns auf eine pragmatische Art WG hinausläuft und es nicht quält, so zu leben, jeder sein eigenes Ding macht ohne Bauchweh, warum nicht?

So fällt mein Resummee nach meiner ersten langen Ehe im Großteil negativ aus. Aber ich bereue da nicht, weil "et kütt, wie et kütt", ist im Nachhinein eh nicht rückgängig zu machen und ein paar schöne Erinnerungen gibts ja auch noch. Auch wenn ich jetzt oft die schönen Reiseziele von damals mit meinem jetzigen Mann unter ganz anderen Voraussetzungen nochmal erleben möchte.

Inaktiver User
02.03.2014, 13:29
Ich bin seit über 40 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir sind eigentlich sehr unterschiedliche Menschen. Es hat funktioniert, weil wir es mit Mühe und Beharrlichkeit irgendwie geschafft haben, uns aufeinander zu zu entwickeln. Das bedeutete für uns im Wesentlichen, die jeweilige Andersartigkeit zu akzeptieren und Strategien zu entwickeln, damit ohne großen Stress umzugehen. Wir sind jedenfalls mit unserem Zusammenleben jetzt sehr zufrieden.
Ein TRennungswunsch steht also bei uns überhaupt nicht im Raum. Im Gegenteil, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich, sollte ich meinen Mann überleben, überhaupt keine Lust auf eine neue Partnerschaft hätte, einfach weil ich keine Lust auf eine neue "Beziehungsarbeit" hätte. Wäre mir einfach zu anstrengend.:lachen: und würde zu viel Kraft abziehen von anderen Interessen.

frankeguben
02.03.2014, 16:20
2013 Goldene Hochzeit - 2 Töchter(52 + 43),3 Enkelkinder(31,12,10) + Enkelschwiegersohn und 2 Urenkel(4 +1),was braucht es da zu resümieren!!! :liebe:
Wir beide (je 72)sind bis auf die üblichen "Zipperlein" noch fit und besonders reiselustig. Ok, das wars und immer wieder. :allesok:

Spadina
02.03.2014, 17:38
Ich lese aus dem Anfangsthread doch gewisse Unzufriedenheiten heraus.

Ich habe vor 40 Jahren geheiratet. Der Mann war ein Choleriker, er machte mich klein. Hat auch mal zugeschlagen, bis ich einmal sagte, wenn das noch mal vorkommt, bringe ich dich um.

Der Ton, die Haltung, keine Ahnung - das hat er kapiert.

Dann ging es weiter, dass er mich psychisch unter Druck gesetzt hat, Suizid angedroht hat, um etwas zu erreichen. Psychische Asthmaanfälle bekommen, bis ich auch dort die Grenze gesetzt habe. Verlangt habe, dass er im Falle von Auto am Baum bitte vorher eine Versicherung abschließen möge. WEnn nicht, würde ich das tun, um es wenigstens dann richtig schön zu haben. Bin bei Asthmaanfällen türknallend aus dem Zimmer gegangen, mit der Bemerkung, es wäre genug Luft da für weitere 46 Menschen, ob ich die von der Straße hochholen solle.... Dies heilte seine Anfälle innerhalb von 1 Minute.

Na ja, solche Maßnahmen führten dazu, dass er während einer Reha auf die Frau seines Lebens traf, mit anderen Worten, die Frau, mit der noch heute verheiratet ist, eine ganz liebe, die oft mit Sonnenbrille rumläuft, damit das Veilchen weniger sichtbar ist.

Ich zog nach der Scheidung immer mal wieder einen Mann an. Anfangs auch noch nicht das Gelbe vom Ei, aber es wurde besser, geheiratet habe ich nie wieder. Ergab sich nicht und war auch nicht wirklich das Ziel.

Nach meiner Ehe war ich in einer Beziehung, die dauerte fast 2 Jahre. Das ging nicht böse auseinander, paßte nicht, wurde auch von mir beendet. Wir telefonieren jeweils an Geburtstagen miteinander, um festzustellen, was wir inzwischen für alte Knochen sind. Aber auch diese Trennung war gut so, die Beziehung hätte mir keinen Frieden geschenkt.


Ich traf auf meine große Liebe, für den Mann hätte ich Eiswürfel vom Nordpol geholt. Nie habe ich so geliebt. Aber der Mann war auch gerne mal in andere Frauen verliebt. Was ich nicht hinnehmen wollte. Ich habe ihn von einer Sekunde auf die andere verlassen, als ich etwas ahnte. Das ist auch schon 20 Jahre her. Rückblickend kann ich nur sagen, meine Zeit der Enttäuschung war lang, ich quälte mich, doch es war richtig, dass ich gegangen bin. An Liebeskummer stirbt man nicht, aber seine Fremdgeherei hätte mich mehr leiden lassen.

Vor meiner Ehe hatte ich auch so etwas wie eine Liebe auf den 1. Blick, es durchrieselte mich, ich bekam weiche Knie, ab und an sah ich ihn im Ort, wenn ich mal meine Eltern besuchte. Der war aber nie an mir interessiert. Vor einem Jahr fiel mir auf, dass ich ihm schon ewig, sogar Jahre nicht mehr begegnet war. Schaute ins Internet, um festzustellen, dass er schon 20 Jahre tot ist, gestorben mit 41 Jahren. Das hat mich total umgehauen, mit so etwas rechnet man nicht. Ich war richtig traurig, obwohl da nie etwas war, außer meiner flattrigen Kniee.

Dann traf ich vor 12 Jahren auf einen Mann, der mich abgöttisch liebte, der mir die Welt zu Füßen legte. Es war von meiner Seite so eine stille innere Liebe, aber kein Jauchzen in den Himmel, eine Verbundenheit, wo ich gelernt habe, was jemand, der liebt, wirklich zu geben vermag. Der Mann starb 3 Jahre später an Krebs, aber ich fühle mich immer noch mit ihm verbunden. Ich denke nicht ständig an ihn sondern in schönen Situationen rede ich mit ihm und sage ihm, gelle, das würdest Du auch toll finden, nicht? Ich teile mit ihm gedanklich das, was mir im Leben Spaß macht.

Was ich eigentlich sagen möchte: ich möchte nie mehr einen Partner haben, der nicht ebenso umsichtig mit mir umgeht. Ich will mich fallen lassen können, wer diese Qualitäten nicht vorweist, hat in meinem Leben mit über 60 nichts mehr verloren. Warum sich die verbleibende Zeit vermiesen?

Ich bin wieder allein, es hat sich einfach nichts ergeben. Um mich herum Freundinnen mit Männern, mit denen sie ewig verbandelt sind. Wenn man die so sieht, beide mit verkniffenen Mündern, die sich nichts mehr zu sagen haben - Himmel wie geht es mir doch allein da viel besser.

Ich bin jemand, der gut eintauchen kann in die Schönheiten dieser Welt, war gerade in der Karibik, in Spanien, ich habe das alles sehr genossen. Ich bin auf flitternde Menschen gestoßen, die glücklich schienen und wieder auf die, die genügend Geld zu haben schienen, die sich Urlaub gönnten, von was eigentlich? Sicherlich nicht von ihrem Selbst. Sie wechselten schlechtgelaunt nur den Ort.

Richtig angeregt und umsichtig miteinander Umgehende waren natürlich auch dabei, aber deutlich in der Minderheit.

Ich würde mir das nicht antun wollen, neben jemandem zu leben, nur aus irgendwelchen Gründen. Ich mag da radikal sein, aber mein Glück kann ich dann alleine besser gestalten als mit jemandem an meiner Seite, wo es nicht so richtig paßt.

Das habe nur ich in der Hand, dafür kann ich mich entscheiden. Und das tue ich auch. Wenn Mr. Right doch noch mal auftaucht, man kann ja nie wissen, dann ist er willkommen. Aber unter "right" funzt da nichts. GAr nichts.

Ich schaue auf mein Leben - und kann lächeln. Ich finde, es hat sich gut entwickelt.

bestregards
02.03.2014, 17:58
Mein Mann ist mir am Anfang unserer Ehe so groß vorgekommen, aber dann wurde er immer kleiner.
Ich auch 60+ (und dritte Ehe). Nur eine Anmerkung aus 35 Jahren Eheerfahrung:

Wenn einer zum anderen "aufblickt" (Du meintest mit "so groß" ja nicht seine körperliche Größe),
dann blickt der Andere zwangsläufig auf ihn/sie herab (ebenfalls nicht körperlich gemeint).
Ist das das Ziel?

Oder ist nicht die Nivellierung das Ziel, in der zwei Gleichwertige (wenn sich keiner der beiden überschätzt) miteinander leben?

Ich habe mich zweimal getrennt.
Einmal, weil ich ihr ständiges, offenes, unbestrittenes Fremdgehen nicht tolerieren wollte.
Einmal, weil ich nicht noch weitere 30 Jahre ihre ständigen Wutanfälle ertragen wollte.
Beides waren beruflich äußerst erfolgreiche Frauen.

Wenn das "alleine sein" mehr Glück verspricht, dann heißt es zu handeln. Wenn nicht, dann nicht.

Bestregards

gittifrau48
02.03.2014, 19:52
Ich bin seit über 40 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir sind eigentlich sehr unterschiedliche Menschen. Es hat funktioniert, weil wir es mit Mühe und Beharrlichkeit irgendwie geschafft haben, uns aufeinander zu zu entwickeln. Das bedeutete für uns im Wesentlichen, die jeweilige Andersartigkeit zu akzeptieren und Strategien zu entwickeln, damit ohne großen Stress umzugehen.

Jofi, das kann ich nach fast 47 Ehejahren auch so unterschreiben.

Allerdings gab es bei uns schon eine Zeit, in der ich über Trennung nachdachte und es auch aussprach.
Wie gut, dass wir dann wieder einen neuen Anfang schafften - eben, weil wir wussten, was wir trotz aller Gegensätze aneinander hatten.

Das zeigte sich besonders in schweren Zeiten bei Schwierigkeiten mit den Kindern, der Pflege von Eltern, Schwierigkeiten mit der Gesundheit u.a.
Solche schweren Zeiten schweißen zusammen, wenn man dann spürt, dass man sich aufeinander verlassen kann und einer den anderen auffängt.

So kann ich heute (ich hoffe, das bleibt so :smirksmile: ) sagen, dass ich nach wie vor gern mit dem Meinigen zusammen lebe; froh bin, dass ich ihn an der Seite habe und froh bin darüber, dass wir den Weg dafür gefunden haben, dass es sowohl viel Freiraum für jeden gibt wie auch viel Nähe.
Und wir hoffen beide, dass wir noch etliche gemeinsame Jahre haben werden.

Schwierig stelle ich es mir vor, wenn einer von uns Pflegefall werden sollte, denn in unserer Familie habe ich erlebt, dass dies noch mal eine schwere Bewährungsprobe für eine Partnerschaft ist und hoffe, dass wir auch dann einen Weg finden...:wie?: :allesok:

gezeitenfrau
02.03.2014, 20:49
Ich bin seit über 40 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir sind eigentlich sehr unterschiedliche Menschen. Es hat funktioniert, weil wir es mit Mühe und Beharrlichkeit irgendwie geschafft haben, uns aufeinander zu zu entwickeln. Das bedeutete für uns im Wesentlichen, die jeweilige Andersartigkeit zu akzeptieren und Strategien zu entwickeln, damit ohne großen Stress umzugehen. Wir sind jedenfalls mit unserem Zusammenleben jetzt sehr zufrieden.
Ein TRennungswunsch steht also bei uns überhaupt nicht im Raum. Im Gegenteil, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich, sollte ich meinen Mann überleben, überhaupt keine Lust auf eine neue Partnerschaft hätte, einfach weil ich keine Lust auf eine neue "Beziehungsarbeit" hätte. Wäre mir einfach zu anstrengend.:lachen: und würde zu viel Kraft abziehen von anderen Interessen.
Jofi:blumengabe: So wünsche ich es mir auch !

gezeitenfrau
02.03.2014, 20:52
2013 Goldene Hochzeit - 2 Töchter(52 + 43),3 Enkelkinder(31,12,10) + Enkelschwiegersohn und 2 Urenkel(4 +1),was braucht es da zu resümieren!!! :liebe:
Wir beide (je 72)sind bis auf die üblichen "Zipperlein" noch fit und besonders reiselustig. Ok, das wars und immer wieder. :allesok:
Schön !:liebe:
Meine, sozusagen Schwiegereltern, sind im Oktober 60 Jahre verheiratet und würden-laut Aussage beider,immer noch "ja" zueinander sagen.....

Wattwanderin
06.03.2014, 08:07
Mein Mann ist mir am Anfang unserer Ehe so groß vorgekommen, aber dann wurde er immer kleiner.

...carpe diem...

brighid
06.03.2014, 08:11
Heute im Rückblick ärgert mich das aber.
Nun wie auch immer, unser Leben hatte keine besonderen Höhen und Tiefen, aber jetzt wo ich in Rente bin und mehr Zeit zum Nachdenken habe, auch über meine Ehe, frage ich mich immer öfter, ob ich es nun richtig gemacht habe. Mein Mann ist mir am Anfang unserer Ehe so groß vorgekommen, aber dann wurde er immer kleiner.

das ist dein resümee.

und was sind deine pläne für die zukunft?

Petrella
07.03.2014, 00:06
Hi Brighid,
meine Pläne sind noch offen, ich verspüre jedoch in den letzten Jahren immer öfter den Wunsch für mich allein zu sein - gleichzeitig habe ich aber auch Angst vor einem Absprung.Bedenke, ich habe fast 2/3 meines Lebens mit meinem Mann verbracht, er ist die einzige Familie die ich habe, sonst keine Verwandten mehr. Er war schon immer sehr dominant, was mich anfangs nicht so gestört hat, jetzt jedoch machen mich seine verbalen Angriffe oft fertig. Diesbezüglich Gespräche gab es schon oft, jedoch haben sie leider nicht viel gebracht. Er ist auch nicht mehr gesund, (Diabetes, 1 Herzinfarkt und jetzt hat er einen Herzschrittmacher bekommen) und deshalb habe ich Skrupel.
Petrella

Marta-Agata
07.03.2014, 00:14
Petrella, ich meine, Weiterentwicklung ist in jedem Alter möglich. Und für sich einzustehen auch.

Was für Gespräche sind es denn - die dann doch nichts bringen? Sieht er dann ein, dass seine verbalen Angriffe so nicht gehen?
Vielleicht musst du da massiver werden, vielleicht helfen auch einige Stunden Eheberatung, vielleicht müsst ihr ein anderes Streitmuster entwickeln?

Und machst du auch Sachen alleine? Kannst du dir ein eigenes Zimmer einrichten?
Wovon träumst du - und was könnte dich in die Richtung bringen?

brighid
07.03.2014, 09:43
da bin ich völlig bei marta-agata--------------------- der anfang wäre innerhalb der beziehung ein eigenes zimmer. mit einer tür die wenn geschlossen bedeutet: ich möchte für mich sein.

das abgrenzen in kleinen schritten für dich in geschützem rahmen, in deinem gewohnten umfeld, anfangen.

es muss nicht sein, dass du die beziehung komplett weglegst- aber dir eigene freiräume und platz schaffen.

und zum thema: eheberatung-------------- er muss nicht mitgehen, wenn er meint er bräuchte sowas nicht (beliebte begründung). wenn du für dich etwas veränderst- verändert sich auch die beziehung.

warte mit deinem leben und deinen bedürfnissen nicht auf ihn. werde dir klarer, nimm sie in angriff und dann wirst du schon merken ob er mitzieht. vorab auf erkenntnis zu setzen- da glaube ich, ist die struktur euerer ehe nicht für.

Wattwanderin
07.04.2014, 07:23
Ich habe relativ jung geheiratet und bin nun schon seit 43 Jahren verheiratet. Zur Information muss ich sagen, dass es eigentlich keine echte Liebesheirat war, aber ich mochte meinen Mann. Da er 5 Jahre älter ist als ich, kam er mir lebenserfahrener und ich mich beschützt und gut aufgehoben vor.

Nun zu meinem Mann:
Ich denke auch von seiner Seite war es nicht die große Liebe.
Mit mir hat er dann eine Partnerin gefunden, die verlässlich, verständisvoll und seinem Kind eine gute Mutter war.

Natürlich habe ich im laufe der Jahre auch Defizite und Eigenarten, die mir nicht so gut gefielen an ihm bemerkt, z.B. dass er aufbrausend und egoistischer wurde.

Wir waren beide berufstätig und ich verdiente eigentlich immer besser als er, nicht wesentlich aber doch so viel, dass ich einiges sparen konnte.
Ich hab das viele Jahre so hingenommen, da mir mein Nest immer wichtig war. Heute im Rückblick ärgert mich das aber.

Nun wie auch immer, unser Leben hatte keine besonderen Höhen und Tiefen, aber jetzt wo ich in Rente bin und mehr Zeit zum Nachdenken habe, auch über meine Ehe, frage ich mich immer öfter, ob ich es nun richtig gemacht habe.

Mein Mann ist mir am Anfang unserer Ehe so groß vorgekommen, aber dann wurde er immer kleiner.

...ein Resümee eben - wie ihr euch entwickelt habt. Woran willst du jetzt messen, ob du ES richtig gemacht hast? Im Leben sucht die Natur immer das Gleichgewicht - die Harmonie. Wenn du dich selbst anschaust, findest du zum Ganzen das "mehr" und "größer" dazu - mal materiell oder persönlich....

katerignotus
07.04.2014, 20:14
Hallo!

Vielleicht rundet es das Bild, wenn ich als sehr lange verheirateter Mann meine Sichtweise beitrage.

Wenn ich mich in meiner Altersklasse umschaue, sehe ich ausschließlich Ehepaare, die zu Interessen- bzw. Wirtschaftsgemeinschaften "verkommen" sind. Da ist keine Liebe mehr. Aber man bleibt zusammen. Schön, wenn wenigstens etwas gegenseitige Achtung geblieben ist, man sich daran erinnert, dass man manche schwere Last gemeinsam getragen hat. Aber wer möchte Lebenszeit ohne (wirkliche) Liebe leben? Ist sie nicht vergeudet?

Warum keine Trennung? Weil man sich vor dem Prozedere und den Konsequenzen einer Trennung fürchtet? Was mögen die Kinder zur Trennung sagen, was "die Leute"? Ist etwas Besitz, zum Beispiel ein Haus vorhanden, möchte man es eigentlich nicht verlieren; vielleicht hat man es unter Entbehrungen geschaffen. Auch möchte man sich doch räumlich und finanziell nicht einschränken müssen. Und überhaupt, möchte man auf Dauer wirklich allein leben? Eine Auszeit, ja, aber auf Dauer?

Ich bin überzeugt, dass es ein Irrglaube ist, davon auszugehen, dass wirkliche Liebe ein Leben lang hält. Freilich gibt es Beispiele ewiger Liebe, aber sie sind nach meiner Erkenntnis extrem selten. Vielleicht haben diese Paare ihre Beziehung bewusst gepflegt, pflegen können, haben miteinander wachsen können. Doch wie viele machen bzw. schaffen das? Halten uns nicht Arbeits- und Lebensbedingungen oft so intensiv in Atem, dass wir für uns und unsere Bedürfnisse keine Kraft mehr haben? Vergessen wir uns und unsere Bedürnisse in einer Beziehung nicht allzu oft?

Wir alle verändern uns im Lauf unseres Lebens. Und eines Tages stellen wir vielleicht fest, dass wir uns mit unseren Bedürfnissen und Wünschen von unserem Partner/unserer Partnerin meilenweit entfernt haben. Nichts passt mehr wirklich zusammen. Wie soll Zusammenleben nun harmonisch vor sich gehen? Wird dann nicht aneinander gerieben, gestritten, wird nicht permanent verletzt? Oder soll jeder seinen eigenen Weg gehen? Hat dann das noch etwas mit Gemeinsamkeit, mit einer (liebevollen) Partnerschaft bzw. Ehe zu tun? Ist das dann ein Zufriedenheit schaffendes Leben?

Es ist ein großes Glück, wenn zwei Menschen nach einer langjährigen Eehe noch respeckt- und liebevoll miteinander umgehen (können).

Katerignotus

Marta-Agata
07.04.2014, 20:29
kater, ich gehe mal davon aus, dass es bei dir genauso ist, wie du es beschreibst.

Was sind denn deine Bedürfnisse - und warum kannst du das nicht innerhalb deiner Ehe zumindest ein ganzes Stückweit leben? Es muss ja keine Auszeit im Sinne von "3 Monate ausziehen" sein - aber vielleicht eine Reise ohne deine Frau?

Und kannst du deiner Frau nicht einfach respekt- und liebevoll begegnen?
Was fehlt dir denn für "wirkliche Liebe"?

Und ich meine, dass Aneinander-Reiben und Streiten in einer Ehe wichtig sind - aber das muss ja nicht zu Verletzungen führen. So manche Ehe, die "eingeschlafen" ist, ist das m.E., weil Streit vermieden wurde.

Ich kenne eine ganze Reihe von Ehepaaren, denen es nach über 40 oder über 50 Ehejahren noch richtig gut miteinander geht - manchen deutlich besser als "zwischendurch".
Aber vielleicht gibt es teils auch arg märchenhafte Vorstellungen - deshalb die Frage, was dir fehlt für "wirkliche Liebe".

Karinelisa40
07.04.2014, 21:02
"Ich habe relativ jung geheiratet und bin nun schon seit 43 Jahren verheiratet. Zur Information muss ich sagen, dass es eigentlich keine echte Liebesheirat war, aber ich mochte meinen Mann. Er war groß und stattlich, beliebt und brachte einen 7-jährigen Sohn mit, den ich vom ersten Moment ins Herz geschlossen habe. Da er 5 Jahre älter ist als ich, kam er mir lebenserfahrener und ich mich beschützt und ...



Nun zu meinem Mann:
Ich denke auch von seiner Seite war es nicht die große Liebe. "
(Sorry zitieren hat nicht geklappt)

Liebe Petrella,

Ist es jemals Liebe geworden ? Das schreibst du nicht , leider ...
Du hast dich beschützt gefühlt , er war älter lebenserfahrener , du hast seinen (euren ) Sohn geliebt und aufgezogen . Du hast dich nach Liebe und Geborgenheit gesehnt , etwas was du in deiner Kindheit sehr vermisst hast. Du wolltest Kinder , was leider nicht sein sollte.
Jetzt ist ein neuer Lebensabschnitt für dich , du hast zeit über dein Leben nachzudenken .... Was war, was wolltest du , ?
Was fühlst du ? Kraft und Energie für einen Neuanfang ? Für ein selbstbestimmtes Leben ?
Oder Trauer über das verlorene , nie da gewesene ?
Gefühle, Bedürfnisse die nicht erfüllt wurden ?
Was ist es , jetzt , was du brauchst , was du möchtest , was du dir wünschst , wenn du könntest .
Ohne Gedanken an deinen nicht ganz so fitten Mann ,ohne Gewissensbisse , ohne schlechtes Gewissen .?

Du schreibst du hast festgestellt , das er immer kleiner geworden ist - weil du größer geworden bist ? Stärker ? Selbstbestimmter ?
Was wünschst du dir jetzt ?
Welche Kraft ist in dir ?

Nur ein paar Fragen ein paar Gedanken von mir .
Ich wünsch dir alles gute , die Kraft und die Energie , neue Wege zu beschreiten , wenn es das denn ist .
Lg Karinelisa

katerignotus
09.04.2014, 19:45
Liebe Marta-Agata, schön, dass du mir geantwortet hast.

Wie gesagt, ich beobachte seit Jahren die "Partnerschaften" um mich herum, sehe in Restaurants schweigende Eheleute, die gelangweilt umherschauen, ihr Essen wortlos hineinschlingen. Kein gemeinsames Lachen, kein lebhaftes Gespräch, nichts bewegt sich mehr. Selbst dort, wo eine Beziehung auf den ersten Blick vermeintlich " noch richtig gut miteinander geht", wie du schreibst, ist das ein oft Trugschluss. Es sind, wie gesagt, "nur" Interessengemeinschaften. Man hat sich arrangiert. In meinem Berufsleben hatte ich mit sehr vielen Menschen zu tun und habe deswegen feine Antennen für Befindlichkeiten entwickelt. Deswegen bin ich absolut überzeugt, dass ich mich in meiner Umschau nicht irre. Ich sehe sehr genau hin. Meist sind es die kleinen Anmerkungen oder Betonungen in einer Aussage, die die wahre Befindlichkeiten einer Beziehung verraten. Nach außen hin wird eine intakte Beziehung vorgegaukelt. Übrigens werden meine Einschätzungen von vielen Psychologen grundsätzlich bestätigt.

Es ist zweifellos zutreffend, dass in manchen Beziehungen zu viel ver- bzw. geschwiegen wird. Für mich kann ich übrigens sagen, dass ich gern rede (allen Vorurteilen gegenüber Männern zum Trotz), mich gern austausche. Sehr gern sogar. Schweigen ist für mich Strafe. Aber, liebe Marta-Agata, kennst du "lautes Schweigen"? Das ist, wenn die/der Partnerin/Partner, dort wo sie/er ihre/seine Meinung sagen sollte, nur vorwurfsvoll schweigt? In meinem Leben sind mir relativ viele Personen begegnet, die sich so verhalten. Andere wiederum kritisieren den ganzen Tag und bei jeder Gelegenheit in aller Öffentlichkeit an ihrem Partner herum (dafür gibt es sogar einen medizinischen Begriff). Alles eine Frage des Niveaus? Keineswegs! Ich sehe das in allen Schichten (obwohl ich diese Abgrenzung eigentlich nicht mag).

Selbstverständlich begegnen sich manche Partner dennoch mit Respekt (doch das muss keine Liebe sein). Man ist in all den Jahren gemeinsam durch tiefe Täler gegangen, konnte sich aufeinander verlassen. Das verdient gegenseitigen Respekt. Vielleicht geht es diesen Menschen ja nach den Maßstäben jener, die sich in ihrer Beziehung arrangiert haben, sogar gut. Aber, wenn man innerlich jung und am Leben interessiert geblieben ist, brennt ganz tief drinnen vielleicht noch ein Feuer. Dann reicht das altersgemäße Arrangieren einem Partner vielleicht nicht. Vielfach hat sich der eine Partner altersgemäß emotional bereits zur Ruhe gesetzt, während der andere die Welt noch aus den Angeln heben möchte und könnte. Auch das meinte ich, als ich schrieb, dass sich viele Paare mit den Jahren auseinanderentwickeln.

Mit meiner Wortwahl "wirkliche Liebe" habe ich mich bewusst weit aus dem Fenster gelehnt. Schließlich stellt sich sofort die Frage was "Liebe" ist. Da wir Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Empfindungen haben, ist diese Frage nicht allgemeinverbindlich zu beantworten. Für mich, um mich persönlich einzubringen, ist wirkliche Liebe sehr lebendig, vielseitig interessiert, positiv emotional, mit viel geistiger und körperlicher Nähe, vor allem auch mit viel Lachen. Man sagt, wenn in einer Beziehungen nicht mehr gelacht wird, ist diese Beziehung bereits zuende.

kater

Inaktiver User
10.04.2014, 20:07
sorry, wenn ich das jetzt so sage, aber mir ist der Beitrag von kater zu sehr an der Oberfläche geblieben. Wir sind seit fast 40 Jahren verheiratet und ich bin ein eher ernster und stiller Mensch. Wenn wir also in einem Lokal sitzen und schweigend essen, dann weil wir beide zusammen zur ruhe kommen, das Essen genießen, nach einem langen Arbeitstag müde sind und uns ohne Worte gut verstehen. Wir müssen nicht dauernd quatschen, wir können uns auch zurücklehnen und voller Vertrauen eine ruhige Gemeinschaft genießen. Nur wer zusammen schweigen kann, kann auch miteinander sprechen, heißt es. Und so ist es bei uns. Zu einer anderen Zeit wieder haben wir uns dann viel zu sagen.

gittifrau48
11.04.2014, 03:31
Wenn wir also in einem Lokal sitzen und schweigend essen, dann weil wir beide zusammen zur ruhe kommen, das Essen genießen, nach einem langen Arbeitstag müde sind und uns ohne Worte gut verstehen. Wir müssen nicht dauernd quatschen, wir können uns auch zurücklehnen und voller Vertrauen eine ruhige Gemeinschaft genießen.

Smirna, das sehe ich auch so - es kann auch eine große Vertrautheit ausdrücken.

Für mich ist nach 47 Ehejahren wichtig, dass wir gelernt haben, mit den "Macken" des anderen zu leben - die eigenen stören einen ja nicht... :zwinker:

Und dass ich mich nach wie vor freue an gemeinsamer Zeit und wir auch immer wieder darüber sprechen, was sich jeder wünscht, wie wir diese Zeit gestalten wollen...:smirksmile:

Überhaupt ist für mich die Balance zwischen Gemeinsamkeit und eigenen Interessen ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung - besonders, wenn sie schon so lange dauert und beide im Rentenalter sind - also viel Zeit haben...:cool:

Für mich ist das Lied von den Puhdys "Lebenszeit" (http://www.youtube.com/watch?list=RD8X6Z0gWDmNk&v=8X6Z0gWDmNk) ein poetischer Ausdruck dafür, was eine langjährige Beziehung ausmacht (man achte auf den Text)...:smirksmile:

Inaktiver User
29.06.2014, 16:29
Ich bin ja noch neu hier aber beteilige mich mal bei diesem Thema :smile:

@gittifrau, ich stimme Dir voll zu.
Ich bin 46 Jahre verheiratet.
Wir haben aus Liebe geheiratet und es ist noch Liebe da.
Wir leben nicht so nebenher.

Nur, es ist ja klar, dass sich jeder im Laufe des Lebens verändert. Da muss man aufpassen, dass man nicht irgendwo auf der Strecke bleibt.
Wir haben uns jeder verändert im Laufe unseres Lebens.

Dazu kommt, man entwickelt eben Eigenschaften und wir können damit sehr gut umgehen.
manchmal knallts :freches grinsen: aber macht ja nichts, wenn weiter nichts ist bei uns ?
Frischt alles wieder auf und gut ist.
Wir reden noch miteinander und das pflegen wir auch.
Ob das alles noch so ist, wenn man ein Pflegefall ist ? Wer weiß das schon ?

Wenn ich meinen Mann überleben sollte, dann würde ich genauso, wie es eine Userin schrieb, auch nicht mehr heiraten wollen.
Alleinsein aber auch nicht,
an andere Macken aber auch nicht mehr Gewöhnen :ooooh:
Was will man dann ?
Kein Ahnung, wenn es soweit ist.

Inaktiver User
01.07.2014, 20:34
Nee, heiraten nicht mehr_ aber auch keinen anderen
Mann mehr. Nach so vielen Jahren muss man erst mal
wieder sich selber finden. Ist bestimmt auch spannend.
Und ich habe die Kinder. Auf alle Fälle sollte man sich
nicht in die Einsamkeit verkriechen. :niedergeschmettert::knatsch:

Aber wer weiss denn schon, wie es kommt?

Inaktiver User
02.07.2014, 11:48
genau @trulle,

das weiß niemand.

bittersweet0403
02.07.2014, 12:24
Grundsätzlich kann man nur Entscheidungen aus der jeweiligen Situation heraus fällen, mit Rücksichtnahme auf evtl. Einflüsse in der Zukunft. Nicht umsonst sagen viele, hätte ich damals gewußt was ich heute weiß, hätte ich niemals so entschieden.

Dein 1. Fehler ist für mich eine Heirat ohne wirkliche Liebe dahinter. Sowas hätte ich niemals gemacht. Aber auch Liebe ist kein Garant für ein glückliches Leben vom Beginn der Ehe bis zum Tod. Zudem kann man nie wissen, wie sich beide Menschen weiter entwickeln. Das kann gut gehen, man wächst gemeinsam in dieselbe Richtung, dass kann auch schief gehen.

Ich bin geschieden, nach 22 Jahren Ehe und mittlerweile seit 1 Jahr wieder verheiratet. Habe 2 Kinder, die mittlerweile erwachsen sind und diesen Kindern zuliebe auch meine Ehesituation länger ertragen als für mich wirklich gut war. ich bin über meinen Entschluß zur Scheidung immer noch total glücklich, obwohl das schon einige Jahre jetzt her ist und mir das Leben meinen Weg nach der Ehe wirklich nicht einfach gemacht hat. Wäre ich in meiner Ehe geblieben, wäre ich finanziell abgesichert. Das bin ich jezt bei weitem nicht so sicher, wie das früher war. Aber das hat für jmich keine Eichtigkeit.

Ich habe verstanden, dass man seine Entscheidungen sehr wohl überlegen sollte, aber nicht alle eventualitäten berücksichtigen kann. Man muß zu seinen entscheidungen stehen, dass ist für mich das wichtigste.

Du sagst du hast jetzt Zeit zum Nachdenken. Das ist nunmal so wenn man in Rente ist. Du lebst 43 Jahre mit deinem Mann zusammen und hast viel geschluckt, eigentlich viel zuviel. Willst du wirklich jetzt eine Baustelle aufmachen, deren endergebnis sicher nicht befriedigend sein wird?

Dein Mann wird sich nicht ändern, du mußt dich ändern. Aus meiner Sicht ist es nicht der richtige Weg, sich jetzt mit deinem Mann ernsthaft auseinander zu setzen. Deine Probleme sind meiner Meinung nach viel tief greifender. Ich an deiner Stelle würde mir Gedanken darüber machen, ob ich überhaupt noch bereit wäre mit deinem Mann zusammenleben zu wollen. Das Fass, ws du gerne aufmachen möchtest, wird dich in der Zukufnt vermutlich sehr belasten. Willst du das?

Inaktiver User
02.07.2014, 16:47
@bittersweet0403 warum hast Du 22 Jahre Ehe "ausgehalten" ?

katerignotus
26.12.2014, 18:12
Hallo Smirna,

eigentlich hatte ich aus meiner Sicht zu dem Thema alles gesagt. Aber ehrlich, Deine Ansicht, dass ich bei meinen Betrachtungen wohl etwas zu oberflächlich geblieben sei, beschäftigte mich weiterhin. Vielleicht hattest Du recht und ich hatte trotz aller Ernsthaftigkeit etwas übersehen?

In diesen Tagen las ich in dem Buch des bekannten Schauspielers, Joachim Fuchsberger, mit dem Titel: "Altwerden ist nichts für Feiglinge". Auf der Seite 29 schreibt er über sich und seine Frau:

" Wenn wir aushäusig unterwegs sind, ist es für uns alte Ehehaudegen fast zu einem Sport geworden, Paare zu beobachten, die sich gegenübersitzen und kein Wort miteinander reden, sich einfach nur anöden. Im Restaurant zum Beispiel. Beim Frühstück, Mittagessen oder Abendessen: Sie sitzen da und schweigen sich an, vermeiden sich anzusehen, ihre Augen suchen verzweifelt in der Gegend herum, ob sich vielleicht etwas Sehenswerteres als der Partnber am Tisch im Raum aufhält. Einigen verhilft die Speisekarte gerade noch zu einem minimalen Gedankenaustausch über den augenblicklichen Gusto, die damit verbundenen Kosten und, wenn's hochkommt, auch noch die nicht einfach zu lösende Frage des unterschiedlichen Getränkewunsches. Danach herrscht Schweigen. Das war's dann."

Ob Herr Fuchsberger das auch zu oberflächlich gesehen hat? Ich glaube eher, dass er, wie ich, etwas anderes meinte, als jene Paare, die gemeinsame Stunden in der Öffentlichkeit, aus welchen Gründen auch immer, schweigend miteinander genießen. Aus Deiner Sicht stimme ich Dir völlig zu, dass man miteinander auch schweigen können, nicht ständig reden muss und sich dennoch lieben kann.

katerignotus

Inaktiver User
26.12.2014, 19:19
Ich glaube, ich lebe in einem anderen Universum. Seht ihr solche Paare wirklich oft? Ich nicht.

Inaktiver User
26.12.2014, 19:47
Ich sehe solche Paar auch kaum,

ist mir zwar schon aufgefallen, dass im Restaurante manche schweigend da gesessen sind,
aber man kann sich ja auch mal verstehen, wenn man nichts redet,

Karla

Inaktiver User
26.12.2014, 19:53
Karla_1963,

ich sehe das wie du. Man kann und muss/mag auch mal schweigen. In der Familie ist jemand gestorben und als wir dann nach Wochen zum ersten Mal wieder im Restaurant saßen, haben wir auch die meiste Zeit schweigend da gesessen. Interessant, dass dies manche Menschen als Zeichen einer schlechten Beziehung sehen. Es gibt sicherlich schlechte Beziehungen. Obwohl ich immer finde, niemand schaut dahinter. Aber ich kenne durchaus in meinem Umfeld auch noch viele intakte Ehen/Beziehungen. Natürlich ist es nie wieder so aufregend wie am Anfang. Das wäre aber immer so. Auch in folgenden Beziehungen. Jeder muss halt entscheiden, was für sie/ihn wichtig ist.