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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anfängerfragen zur freiberuflichen Dozententätigkeit



Inaktiver User
26.11.2006, 12:49
Hallo,

ich habe ein paar grundsätzliche Fragen zu einer freiberuflichen Anstellung:

Ich habe mich bei einem Bildungsinstitut als Dozentin beworben. Dieses teilte mir dann mit, dass alle ihre Dozenten freiberuflich und auf Rechnung arbeiten würden. Da habe ich zuerst gedacht: ist ja egal, als was die dich anstellen, aber jetzt blicke ich nicht mehr durch.

Woher weiß ich denn, wieviel Euro ich die Stunde nehmen muss, um auf welchen Nettoverdienst zu kommen?

Das Institut teilte mir mit, sie würden Anfängern i.d.R. 20 Euro die 45Min. Zahlen und ich dachte mir, das sich das ganz gut anhört. Eine freiberuflich arbeitende Feundin meinte allerdings, dass das nach allen Abzügen ein Hungerlohn wäre.

Sie sagte aber auch, dass es bei den Abgaben aber auch einen Unterschied machen würde, als was man freiberuflich arbeitet, also das es bei mir auch wieder anders sein könnte, als bei ihr (Architektin). Jetzt bin ich völlig verwirrt.

Eine weitere Frage: Gibt es denn bei einer freiberuflichen Tätigkeit auch eine steuefreie Grenze, vergleichbar mit einem 400 Euro-Job?

Und zuletzt: In meinem Vertrag musste ich gesondert unterschreiben, dass ich neben dieser Tätigkeit noch andere Tätigkeiten ausübe. So weit so gut, aber mache ich mich strafbar, wenn ich schlichtweg keinen anderen Auftraggeber zusätzlich finde, bzw., gibt es eine zeitliche Vorgabe, also ein Limit, ab dem man mindestens eine weitere Anstellung vorweisen muss?

LG

Didi50
26.11.2006, 13:17
20 EUR je Schulstunde sind wirklich ein Hungerlohn. Du musst davon alles bestreiten:

- Vorbereitung
- evt. Kopien
- deine Fahrtkosten
- deinen Arbeitsplatz zuhause
- Telefon
- evt. Literatur


- deine Krankenversicherung
- Altersvorsorge
- bezahlten Urlaub und Krankheit????

Rechne mal aus:

Du unterrichtest 25h/Woche, dann sind das ca. EUR 2.000 im Monat an Einnahmen und dann ziehe die obigen Kosten ab. Wenn du das 10 Monate im Jahr machst, hast du grad mal EUR 20.000 an Einnahmen.

Ein verbeamteter Lehrer bekommt ca. das Vierfache!

erdbeereis
26.11.2006, 13:58
Eine Architektin hat beispielsweise ganz andere Risiken, z.B. Gewährleistung über Jahre etc.
Wenn das Haus hinterher zusammenfällt haftet sie! Dafür muss sie sicherlich Versicherungen abschließen etc.
Hinzu kommt meist teure Software.
Architektenpreise sind ausserdem festgelegt in der HOAI. Darunter sollte man als Architekt auch nicht arbeiten. Hat schon alles so seine Richtigkeit.

20 Euro hört sich erstmal wenig an. Schwierig wird es eben, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, später dann den Satz zu erhöhen. Die Frage ist aber wirklich, ob dir das reicht? Bist du evtl. bei deinem Mann krankenversichert, dann fällt dieser hohe Posten ja erstmal weg, solange er mehr verdient (z.B.).

Naturkosmetik
26.11.2006, 17:01
Hallo,


Das Institut teilte mir mit, sie würden Anfängern i.d.R. 20 Euro die 45Min. Zahlen und ich dachte mir, das sich das ganz gut anhört. Eine freiberuflich arbeitende Feundin meinte allerdings, dass das nach allen Abzügen ein Hungerlohn wäre.

Sie sagte aber auch, dass es bei den Abgaben aber auch einen Unterschied machen würde, als was man freiberuflich arbeitet, also das es bei mir auch wieder anders sein könnte, als bei ihr (Architektin). Jetzt bin ich völlig verwirrt.

Eine weitere Frage: Gibt es denn bei einer freiberuflichen Tätigkeit auch eine steuefreie Grenze, vergleichbar mit einem 400 Euro-Job?

LG

Also grundsätzlich 400 Euro sind immer Steuerfrei, egal ob Du selbständig, freiberuflich oder angestellt arbeitest. Wenn Du bereits irgendwo angestellt bist und auch ein steuerpflichtiges Einkommen hast, dann kannst Du 400 Euro Steuerfrei hinzuverdienen. Ganz sicher!

Aber warum fragst Du nicht einmal einen Steuerberater? Die Erstberatung ist fast immer kostenlos.

Igel224
26.11.2006, 20:01
Also grundsätzlich 400 Euro sind immer Steuerfrei, egal ob Du selbständig, freiberuflich oder angestellt arbeitest. Wenn Du bereits irgendwo angestellt bist und auch ein steuerpflichtiges Einkommen hast, dann kannst Du 400 Euro Steuerfrei hinzuverdienen. Ganz sicher!
Leider nicht ganz sicher, siehe unten unter mehrere Nebenjobs
und als 400 Euro-Jober bist du Arbeitnehmer und nicht selbständig.

Bei den unteren Mini-Jobs wird die Einkommensgrenze zum 1. April 2003 wird von 325 auf 400 Euro erhöht. Liegt der Verdienst in diesem Bereich, fallen für den Arbeitnehmer weder Steuern noch Sozialabgaben an. Der Verdienst ist dann also Brutto für Netto. Wichtig ist, dass eine derartige Tätigkeit als Nebenbeschäftigung auch für einen Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.
Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 25%, die sich wie folgt aufteilt:
12% für Rentenversicherung,
11% für Krankenversicherung und
2% Steuern. Für den Arbeitnehmer besteht die Möglichkeit, den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 12% aus eigenen Mitteln aufzustocken und auf diese Weise weitere Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben.
Hat der Arbeitnehmer einen rentenversicherungspflichtigen Hauptberuf und übt nur eine einzige derart geringfügige Beschäftigung aus, erfolgt keine Zusammenrechnung der Verdienste aus dem Hauptberuf und der Nebenbeschäftigung.
Anders verhält es sich, wenn mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt werden und dadurch die 400-Euro-Grenze überschritten wird. Dann erfolgt eine Zusammenrechnung der Verdienste. Die Nebenbeschäftigung ist dann voll sozialversicherungspflichtig.
Ist der Hauptberuf sozialversicherungsfrei (z. B. als Beamter oder Selbstständiger), erfolgt keine Zusammenrechnung der Einnahmen aus diesen Tätigkeiten.

Kappuziner
26.11.2006, 20:50
Also ich habe vor 10 Jahren freiberuflich so was gemacht, als Aushilfe zum Anfängerlohn, das waren damals schon 80 DM.
Das ist vielleicht inzwischen nicht sonderlich gestiegen, aber 40 Euro musst du schon verlangen (zumal die Freiberufler ja auch aus juristischen Gründen (Scheinselbständigkeit) nicht 40 Stunden die Woche durchgehend unterrichten dürfen.

Inaktiver User
26.11.2006, 21:13
Und zuletzt: In meinem Vertrag musste ich gesondert unterschreiben, dass ich neben dieser Tätigkeit noch andere Tätigkeiten ausübe. So weit so gut, aber mache ich mich strafbar, wenn ich schlichtweg keinen anderen Auftraggeber zusätzlich finde?

Wenn Du nur für einen Auftraggeber freiberuflich arbeitest, bist Du scheinselbständig. Sozialversicherungsrechtlich gesehen giltst Du dann als Arbeitnehmer und bist sozialversicherungspflichtig (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil). Im Prinzip betrügen Du und Dein Auftraggeber also die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenkasse. Also Vorsicht! Einen solchen Vertrag würde ich nur unterschreiben, wenn Du auch tatsächlich mehrere Auftraggeber haben wirst. Ansonsten wälzt der Arbeitgeber nur seine Verantwortung auf Dich ab.

Inaktiver User
27.11.2006, 11:47
Vielen Dank für eure Antworten. Das hört sich ja in der Tat alles nicht so gut an.


Die Frage ist aber wirklich, ob dir das reicht? Bist du evtl. bei deinem Mann krankenversichert, dann fällt dieser hohe Posten ja erstmal weg, solange er mehr verdient (z.B.).

Tja, Erdbeereis, die Frage ist eher, ob jemand wie ich überhaupt danach fragen darf. Ich bin seit über 4 Jahren zu Hause, habe 4 Kinder, davon 2 Pflegekinder, was bedeutet, dass das Jugendamt im Zweifelsfall auch schnell sagen könnte, dass die mütterliche Arbeit den Kindern zu sehr schade und ich wieder aufhören müsste. Mein erstes Kind habe ich im Studium bekommen, das zweite im Referendariat. Ich habe zwar während des Studiums viel gearbeitet, aber niemals in Jobs, die karrieretechnisch interessant gewesen wären, sondern immer nur soziale Jobs gemacht, die ich für sinnvoll erachtet habe. Dabei habe ich weniger verdient, als das, was heute als gesetzlicher Mindestlohn diskutiert wird.

Sind wir doch mal ehrlich: Es ist ein Wunder, dass es überhaupt jemanden gibt, der mir einen Job anbietet, oder meinst du, ich sehe das zu schwarz.




Also ich habe vor 10 Jahren freiberuflich so was gemacht, als Aushilfe zum Anfängerlohn, das waren damals schon 80 DM.

Du hattest auch sicherlich einen anderen Lebenslauf....


Zusammenfassend würde es sich also wenn überhaupt nur lohnen, wenn es auf 400 Euro Basis bleibt. Mehr würde ich mir zur Zeit ohnehin nicht zutrauen. Stimmt denn die Rechnung von Igel? Müsste ich dann diese 25 % noch abziehen? Ich bin allerdings schon privat krankenversichert. Eigentlich ist die Beitragshöhe doch unabhängig von Einkommen, oder habe ich das falsch verstanden.

Inaktiver User
27.11.2006, 11:52
Ach, da fällt mir noch was ein wegen den Anmerkungen zur Scheinselbstständigkeit. Reicht das dann, wenn ich 2 Mal im Jahr einen Artikel für die Tageszeitung schreiben würde, um diesen Verdacht auszumärzen, oder gibt es da auch bestimmte Mindestvorgaben?

LG und vielen Dank

Kappuziner
27.11.2006, 12:09
Scarlete, das mit der Klausel in dem Vertrag ist zum Schutz deines AG, damit du ihn nicht hinterher auf Sozialabgaben verklagen kannst. Die können dann immer sagen "aber wir haben ihnen doch gleich gesagt, dass Sie von unserem Honorar nicht leben können, dass es nur eine Nebentätigkeit ist". Die facto sind die natürlich froh um jede Stunde, die du dort unterrichtest, zumal zu diesem Lohn (und nein, ich war keine ausgebildete Dozentin oder so was, ich bin eingesprungen und habe das Gehalt der anderen Person bekommen)

Wassertropfen
27.11.2006, 15:50
Hallo Scarlete,

ok, Dein Lebenslauf mag vielleicht nicht idealtypisch sein. Aber es gibt viele erfolgreiche Menschen, die trotzdem super als Dozent sind.
Fakt ist, dass ein Bildungsinstitut Interesse an Dir hat.
Du kannst Dir sicherlich überlegen, ob Du zu dem angegebenen "Hungerlohn" dort arbeitest. Du hast ja schließlich auch die Chance (hoffe ich jedenfalls) schnell wieder aus dem Vertrag auszusteigen.
Solange Du nicht zu 100% ausgelastet bist und somit theoretisch auch noch an anderen Instituten arbeiten könntest, ist es mit der Scheinselbständigkeit für einen überschaubaren Zeitraum kein Problem. Aber es ist keine Dauerlösung.
Ich empfehle Dir aber, entweder einen Vertrag mit einem Staffelpreis zu vereinbaren (d.h. eine Erhöhung nach 3 Monaten beispielsweise), oder Dich nach einer kurzen Zeit bei anderen Instituten zu bewerben.

Was mir aber besonders auffiel ist, dass Du ruhig etwas selbstbewusster bzgl. Deinem Können auftreten solltest. Wenn Du irgendwo eine Dozententätigkeit annimmst, dann traut es Dir jemand anderes somit auch zu. Wenn die SeminarteilnehmerInnen mit Deinem Seminar nicht zufrieden sein sollten, dann ist es egal, ob Du "Anfängerin" oder "Profi mit lahrejanger Erfahrung" bist. Ausserdem wissen die Teilnehmer sowieso i.d.R. nicht, wieviel Du pro Stunden bekommst. Die Teilnehmer entscheiden nur nach ihrem eigenen Gefühl, losgelöst von Deinem Background. Und somit solltest Du zukünftig auch entsprechende Stundensätze verlangen und entsprechend auftreten.
Eine Preiserhöhung ist immer schwerer durchzusetzen, als gleich mit einem höheren Preis anzufangen. Ggf. gibt es auch die Möglichkeit zu sagen: "OK, Sie sind sich nicht sicher. Dann biete ich Ihnen an 2 Wochen lang zu dem Stundensatz X zu arbeiten und danach zu dem Preis Y."
Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.

Viel Erfolg
Wassertropfen

Mathilde
27.11.2006, 15:56
Informiere Dich über die gesetzlichen Regelungen, die gelten, google einfach ein bißchen!

Und: soweit ich weiß, bist Du als Dozentin auf alle Fälle rentenversicherungspflichtig, egal ob angestellt oder freiberuflich!

Mathilde

Didi50
27.11.2006, 17:33
Soweit ich weiss, ist die Scheinselbständigkeit praktisch wieder abgeschafft worden, da sie viel zu strikt war.

Aber frag einfach mal beim Arbeitsamt nach.

erdbeereis
28.11.2006, 08:50
Also zum Arbeitsamt brauchst du deswegen nicht gleich rennen.
Du bekommst ja sämtliche Infos viel informativer über das Internet.
Wer viel fragt, bekommt 'viel' Antwort. Auf den Ämtern aber oftmals eben unvollständige bis falsche Auskünfte und was die Scheinselbstständigkeit betrifft, muss man nun wirklich nicht noch schlafende Hunde wecken.

Wegen der Scheinselbstständigkeit wird mehr geredet, als gehandelt. Inzwischen ist das wirklich so gut wie vom Tisch und in der Anfangsphase einer Selbstständigkeit ist es eh garkein Problem, denn man fängt meistens für einen Auftraggeber an und manchmal reicht das erstmal vollkommen aus.

Bei dem Stundensatz würde ich nochmal nachverhandeln bzw. staffeln, wie hier schon jemand vorschlug.

Mathilde
28.11.2006, 10:09
http://www.erwin-denzler.de/sv-dozenten/

So viel zum Thema "Notwendigkeit zur Information"!!

Mathilde

Inaktiver User
28.11.2006, 14:20
Danke für die Antworten und Links. Nach anfänglichem Optimismus muss ich wohl einsehen, dass es sich tatsächlich um ein schlechtes Angebot handelt.

Wassertropfen: deine aufmunternden Worte sind sehr lieb gemeint, aber doch auch ein wenig zu optimistisch. Selbstbewusstsein muss auch auf irgendetwas basieren und da habe ich ja nun nicht gerade viel zu bieten.
Kapuziner wird Recht haben. Sie haben sich für mich entschieden, weil ich für so wenig Geld arbeiten würde.

Die Chancen meines beruflichen Wiedereinstiegs stehen tatsächlich noch schlechter, als ich es erwartet hatte.
Ich habe trotzdem angenommen, einfach um mal zu gucken, wie es überhaupt klappt mit den Kindern. Für mein Selbstbewusstsein ist es allerdings eine Farce. Ich werde bei den angepeilten 30 Stunden im Monat, also 600 Euro minus 25% sind 450 Euro minus die Kosten für die Ersatzoma (40 mal 9 Euro, also 360 Euro), genau 90 Euro verdienen. Wenn ich dann noch Spritkosten dazu rechnen würde...
Das darf ich ja gar keinem erzählen.

Aber was hilft das Jammern. Meinen Lebenslauf habe ich mir selbstbestimmt so ausgesucht und jetzt muss ich auch mit den Konsequenzen leben...

LG

Reffre
28.11.2006, 16:26
Danke für die Antworten und Links. Nach anfänglichem Optimismus muss ich wohl einsehen, dass es sich tatsächlich um ein schlechtes Angebot handelt.

Ich bin nicht davon überzeugt, dass das Angebot schlecht ist. Es kommt darauf an, in welcher Region Deutschland du lebst, ob es der Schule eher gut oder eher schlecht geht und letztendlich kommt es auch auf deine Referenzen an. Und da sollte man schon realistisch bleiben, da hast du leider nichts in diesem Bereich vorzuweisen.

Ich würde das ganze mal etwas optimistischer sehen. Immerhin ist es ein Anfang! Wenn du jetzt auch nur paar Monate durchhälst, stehst du danach bei weiteren Bewerbungen um ein Vielfaches besser da! Und nach einem halben Jahr würde ich auch versuchen mehr zu fordern.

Solche Rechnungen, wie das von dem Geld gerade mal die Tagesmutter bezahlt wird, sind Quatsch. Die Arbeit mag sich zwar JETZT finanziell nicht lohnen, bringt dir aber für die Zukunft und deinen weiteren „Marktwert“ auf jeden Fall was.

Inaktiver User
02.12.2006, 10:41
Die 25 % bezogen sich doch auf einen Minijob, also auf eine Anstellung, das gilt so nicht für Selbständige!!!
Wenn du 30 Stunden im Monat arbeitest, bekommst du 600 €. Wenn du ohnehin privat versichert bist, geht der Betrag ab (wie jetzt ja auch schon) und die Rentenversicherung, und dann ziehst du deine Werbungskosten ab und den Rest müsstest du versteuern.
Da aber 600 € im Monat im Jahr 7200 € ergeben, zahlst du ohnehin keine Steuern, weil das unter dem Existenzminimum liegt (es sei denn, du bist verheiratet und ihr macht vom Ehegattensplitting Gebrauch).
Wegen der Rente würde ich einfach mal bei der BFA anrufen, da kannst du dich auch beraten lassen. 2 Artikel im Jahr genügen nicht, um die Scheinselbständigkeit auszuräumen, du musst ein Sechstel deines Umsatzes von anderen Auftraggebern beziehen, aber in den ersten Jahren als Selbständige kannst du dich irgendwie befreien lassen oder so. Ansonsten: Vielleicht kannst du ja noch ein bisschen woanders arbeiten, z.B. VHS, um dein Sechstel dazuzuverdienen?
Ich wäre jedenfalls vorsichtig und würde nicht darauf bauen, dass dich die Rentenversicherung nicht erwischt, du musst sonst evtl. nach Jahren noch nachzahlen.

Ich arbeite übrigens auch als freie Mitarbeiterin für 20 € pro Stunde, allerdings für 60 Minuten. Bei 3 Tagen pro Woche komme ich auf ca. 2000 € Umsatz im Monat, wovon zugegebenermaßen nicht viel übrig bleibt, aber es ist sehr schwierig, in meiner Branche etwas anderes zu finden, und deshalb sehe ich es einfach als Investition in meinen Lebenslauf.

s_epia
07.12.2006, 16:25
Es ist nicht wenig Geld. An Universitäten im Osten (Deutschlands, z.Bsp. in Leipzig) liegen die Honorare für Lehrbeauftragte bei 15 Euro für die 45 Min-Std. Wir arbeiten hier eigentlich nur, um irgendwann einmal - wenn die Kinder uns nicht mehr brauchen, sich die Männer für jüngere Frauen entschieden haben.... - irgendwo anders richtiges Geld zu verdienen. Wohlgemerkt: Ich rede von einer staatlichen Universität!
Also Kopf hoch, es könnte schlimmer kommen,
s_epia

Glitter
09.12.2006, 19:05
Hallo Scarlete,

Nein, allzu üppig ist Dein Gehalt nicht - aber vielleicht kannst Du es ja als "Praktikum" sehen und mit den ersten Kursen Dich weiter bewerben und so nach und nach bessere Konditionen aushandeln.
Aller Anfang ist schwer, aber mit einem Haushalt mit vier Kindern, bist Du sicher einiges gewohnt ;-)

Zu den Uni-Gehältern - naja, solche Engagements sind natürlich als Referenz im Lebenslauf besser als bei irgendeinem Fortbidlungsinsitut, und da an der Uni unterrichten eine Ehre ist, hat man ja noch Glück, dass man dafür nichts bezahlen muss *gg*

Alles Gute für den Einstieg,
Glitter

Inaktiver User
09.12.2006, 23:33
Hallo,

danke für die Antworten. Ein paar Dinge sind mir zwar immernoch unklar, aber ich weiß schon mal mehr als vorher.

Aber ich muss noch kurz klar stellen: es handelt sich nicht um eine Dozentenstelle an der Uni, sondern nur um ein privates Bildungsinstitut.

LG

Inaktiver User
14.12.2006, 21:02
Hallo,
ich arbeite neben meiner Teilzeittätigkeit in der Gleitzone freiberuflich als Dozentin auf Honorarbasis. Da ich mit der Teilzeittätigkeit über 400,00 € verdiene, bin ich da bereits Sozialversichert. Ich unterrichte bei einem gemeinnützigen Bildungsträger (e.V.) und darf deshalb 1848,00/Jahr (übungsleiterpauschale) steuerfrei hinzuverdienen. Wenn es mehr wird, kann ich über die GSE-Anlage zur Steuererklärung meine Aufwendungen steuerlich geltend machen. Wenn ich nur die Honorartätigkeit ausüben würde, dürfte ich nicht über 340,00 € verdienen (lt. meiner Krankenkasse) sonst wäre ich nicht mehr familienversichert, und ich müsste mich freiwillig auf der untersten Stufe (bis 800,00/Monat) versichern. Vielleicht hilft dir diese Auskunft weiter?