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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie pflege und trainiere ich meinen Arm?



matschi
25.11.2006, 20:33
Bei einer Routine Krebsvorsorge ist ein Knoten in der Brust festgestellt worden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass er böse ist, ein zweiter Knoten wurde gefunden, der sich nach der OP auch als böse herausgestellt hat, sowie ein dritter, der während der OP gefunden wurde. Vorsichtshalber wurden die Lymphknoten entfernt, ( die sich gottseidank als nicht befallen herausgestellt haben ) sowie in einer zweiten OP die gesamte Brust. Ich plane, dass ganze zu überleben und wieder ein lebenswertes Leben zu führen, nach der noch zu überstehenden aber schon angekündigten wahrscheinlichen Chemo. Als Marathonläuferin ist mein Ziel natürlich NY2008. Bei allem Optimismus kann ich jedoch nicht verleugnen, dass mein Körper schon jetzt nicht mehr das ist, was er mal war. Mein Arm macht mir zu schaffen, da brauch ich eure Tipps. Bei den Übungen, die mir die KG gezeigt hat, spannt die Narbe der jetzt amputierten Brust, und alle Sehnen auf der Innerseite des Armes. Ich versuche den Spagat zwischen Arm trainieren, bewegen, und schonen. Dieser Spagat erscheint mir als sehr schwierig. schon im Krankenhaus wurde mir immer wieder gesagt. ich hab den zuviel bewegt, oder zuwenig. Gibt es da insider tipps? Wieviel Armgymnasik, Armdehnung muss ich machen? Hilft Sportlersalbe bei ich glaube Muskelkater vom Training?
Ich freue mich auf eure Tipps

Gruß
Matschi

Erieping
26.11.2006, 18:02
Hallo Matschi,
ich vermute die Härte in den Narben kommt, weil das nur Bindegewebe und keine richtige Haut ist, die beide Seiten der Narbe verbindet.

Das könnte daran liegen, dass der Zug auf die Narbenseiten zu gross ist.

Wenn es nicht besser wird, kann man das Bindegewebe herausschneiden und die Narbe dann wieder schließen.

Ansonsten sind die Tipps von kjdksdlkj wirklich gut. Und ich würde nur noch mal an die Narbe gehen, wenn Du damit nicht leben kannst.

Wenn mal was reisst ist das eigentlich nicht schlimm. Man kann es wieder nähen. Die Beweglichkeit ist wichtiger. Viel Glück und viel Erfolg beim Laufen Elisabeth

Inaktiver User
26.11.2006, 18:15
Mit Deiner spezifischen Situation habe ich keine Erfahrung, aber (was die Narbe betrifft) etwas ähnliches: Ich hatte einen Leistenbruch (von Überlastung beim Sport), mir wurde ein künstliches Netz unter den Muskelriss gelegt, und jetzt spannt, zieht und schmerzt machmal die Stelle, und wenn ich das ganze mit dem Verstand angehe, weiß ich nicht so recht: schade ich mir, wenn ich Sport mache, oder tue ich mir gut.

Meine Erfahrung ist die, und die lässt sich sicher auf Deine Situation übertragen:

Kopf ausschalten und fühlen. Wenn es weh tut, ist es zu viel; wenn es zieht, ist es gut.

Anfangs habe ich mich sehr geschont und jedes unangenehme Ziehen zu vermeiden gesucht. Dabei bin ich immer steifer und empfindlicher an der verletzten Stelle geworden. Irgendwann habe ich aber den Mut gefunden, gegen das Ziehen und Zwicken zu arbeiten, habe mich vorsichtig dagegengedehnt, habe langsam die beschädigten Muskeln aufgebaut - und jetzt fühle ich mich meistens so wie zuvor.

Du musst auf jeden Fall das beschädigte Gewebe (die Narbe usw.) bewegen und belasten, damit Deine Beweglichkeit sich nicht dauerhaft einschränkt und der betroffene Bereich nicht verkümmert. Andererseits solltest Du die Wunde natürlich nicht wieder aufreissen.

Aber der richtige Weg, der Mittelweg, ist eigentlich ganz leicht zu finden: Du fühlst selbst, wieviel Dir gut tut und wann es zu viel wird.

Du bist ja offenbar eine erfahrene Sportlerin und hast vermutlich eine einigermassen ausgeprägte Körperwahrnehmung. Verlass Dich einfach auf Dich selbst. Vorsichtig, aber zielstrebig voran. Vielleicht würde ich 2008 nur locker ins Auge fassen und den nächsten Maraton auf unbestimmte Zeit verschieben. Mach Dir keinen Druck, das ist gefährlich, sondern setze Dir erstmal als Ziel, dass Dich Deine Verletzung nicht mehr behindert. Dann kommt der nächste Schritt.

Viel Glück und alles Gute!

Und Respekt vor Deiner Haltung und Deinem Mut!

matschi
27.11.2006, 18:54
danke für eure Tipps. Hab heute vom Arzt Lymphdränagen verschrieben bekommen, ich hoffe, das hilft auch. Am schwierigsten ist es tatsächlich, den Mut zu haben und die Narbe zu dehnen ohne Angst, dass da was reißt. Werd weiterhin den Mittelweg versuchen zu fühlen und den dann gehen.

:lachen:

Optimistisch muss man immer bleiben, anders geht's garnicht.