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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Wunder von Sofia



Mausilikatze
23.11.2006, 07:54
Info aus einer Mail von "Aerzte fuer Tiere"
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Seslavzi/Sofia war das größte Tötungslager für Strassentiere in Bulgarien. Am Donnerstag, dem 7. September um 8:45 Uhr, 15 Minuten vor dem Beginn der geplanten, routinemäßen Euthanasien, ist es uns gelungen, die Tötungen noch während eines Gesprächs mit Dr. Naidenov, dem Direktor des städtischen Unternehmens Ecoravnovesie, dem das Lager unterstellt ist, zu stoppen.

Das Glück kommt meistens vom Himmel, in diesem Fall aber eher von Brüssel. Dr. Ingo Friedrich, der Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, hat unsere Arbeit mit seinem Brief vom 22. August kräftig unterstützt. Dort heißt es unmissverständlich: "Bulgarien braucht als zukünftiges Mitglied der Europäischen Gemeinschaft ein Tierschutzgesetz, das mit den Forderungen der WHO und den ethischen Standards der EU übereinstimmt. Ein Tierschutzgesetz in Bulgarien ist wichtig und ein entsprechender Entwurf, der den europäischen Maßstäben und Werten gerecht wird, sollte noch vor dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union verabschiedet und umgesetzt werden."

In Sofia wird nicht mehr getötet, sondern kastriert. Es geht um die von der WHO empfohlene und erprobte Strategie CCR (Fangen, kastrieren und an den angestammten Plätzen wieder freilassen). Das ehemalige Lager Seslavzi wird in ein Kastrationszentrum umgewandelt. Kein einfaches Unterfangen in einem unfreundlichen Gebäude, das nur auf Töten ausgerichtet ist. Dort gab es nicht einmal chirurgisches Besteck. AFT gibt die initiale finanzielle Unterstützung. Die Arbeit kann beginnen.

Das schon längst fällige Tierschutzgesetz wird aus "ungeklärten" Gründen vom Parlament nicht verabschiedet. Die Koalitionsregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Stanischev mit der Partei der türkischen Minderheit DSP lässt sich damit Zeit. Das noch geltende Gesetz zur veterinärmedizinischen Tätigkeit sieht nur Tötungen, aber keine Kastrationen vor. Das ist das stärkste Argument der Gegner. Im Klartext: die Befürworter des Kastrationsprogramms handeln gesetzeswidrig.

Wir suchen Hilfe bei dem "starken Mann" der Stadt Sofia, dem Oberbürgermeister Boiko Borisov - und finden sie. Mit einem Brief an den Agrarminister Nihad Kabil bekennt sich der Oberbürgermeister zum ersten Mal öffentlich zu dem Kastrationsprogramm.


DIE WELPENBRÜCKE

Unsere größte Sorge sind die in Seslavzi gefangenen Welpen. Sie können nicht freigelassen werden, weil sie keine Überlebenschancen auf der Strasse haben. Sie können aber auch nicht in den dunklen Käfigen auf dem Zementboden bleiben. Der Winter in Sofia ist hart und er kommt sehr bald. Viele dieser Kleinen sind unterernährt, manche krank. Wir besorgen Medikamente, bringen sie in improvisierten Hütten unter und entscheiden uns für die Aktion WELPENBRÜCKE.

Wir wollen 50 Welpen nach Deutschland bringen.

Diese Aktion beinhaltet die medizinische Untersuchung der Welpen, Tests, um infektiöse Krankheiten auszuschließen sowie die notwendigen Impfungen durch die ärztlichen Mitglieder unseres Vereins in Sofia. Dazu kommt die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung mit Chip, Erledigung der Ausreiseformalitäten, Flug von Sofia nach Frankfurt, Transfer der Welpen zu den Pflegestellen und die Versorgung bis zur erfolgreichen Vermittlung.

Für die WELPENBRÜCKE suchen wir kurzfristig noch Pflegeeltern, Paten, freiwillige Helfer und Spenden

http://www.aerztefuertiere.de/content/view/122/98/lang,de/ (http://www.aerztefuertiere.de/content/view/122/98/lang,de/)

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Es gibt tatsaechlich noch Lichtblicke :yeah:

Liebe Gruesse - Mausi :wangenkuss: ++

Noodie
23.11.2006, 18:25
Wow, das ist ja toll! Ich hab Traenen in den Augen!

Wer sind die Personen die dort "wir" schreiben? Ich wuensch ihnen Glueck und Unterstuetzung.

Noodie
23.11.2006, 18:31
Hab mir gerade mal die Seite angeschaut. Die machen tolle Sachen da! Haben auch viele Erfolge zu vermelden. Toll!

Fuer die oben beschriebene Welpenbruecke werden noch Helfer und Fahrer etc benoetigt. Leute, guckt euch mal den Link an, vielleicht hat jemand Zeit zu helfen.

Mausilikatze
25.12.2006, 09:43
Hallo, gestern kam eine ergaenzende Mail an:

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"Stiiiii-hille Naaaaaaaacht - Heiiiiiiiiiiii - lige Nacht"

Die Wauzi-Band von AFT wünscht Allen das Allerbeste zum Feste

Liebe Freunde,

ohne Ihre Hilfe hätten wir es nicht geschafft: das größte Tötungslager Bulgariens, Seslavzi, zu schließen und die Kontinuität der Welpenbrücke zu sichern.

Ein wichtiges Ziel, das wir seit zwei Jahren verfolgen, steht noch aus: die Verabschiedung eines humanen Tierschutzgesetzes für Bulgarien. Bedeutende Signale, die wir bei unserem letzten Besuch im November in Sofia erhalten haben, sprechen dafür, das der Widerstand der ewig gestrigen sozialistischen Regierung gegen dieses Tierschutzgesetz nur noch ein Rückzugsgefecht ist. Viele Menschen in ganz Europa erkennen die aussergewöhnliche Bedeutung eines humanen Tierschutzgesetzes für den neuen EU-Partner Bulgarien.

Denn es geht um mehr als "nur" um die Verabschiedung eines Gesetzes, dessen Anpassung an die EU-Gesetzgebung gar keinen Einfluß auf den EU-Beitritt hat. Es geht um den Sieg der menschliche Ethik, auf der unsere Gesellschaft basiert. Es geht um den Respekt vor dem Leben und den Schutz aller Lebewesen. Bleiben Sie wach. Ihre Stimme ist mächtig.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung, ein gesegnetes Fest und ein gesundes Neues Jahr wünschen Ihnen Ihre

Ärzte für Tiere e.V.
Dr. med. Rumi Becker
1. Vorsitzende

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Ich bin der Schubert, der von der WELPENBRÜCKE. Ihr wißt ja, das ist die Luftbrücke für uns bulgarische Welpen, die von Sofia zu einem weichen Körbchen führt. Meins steht jetzt neben dem Klavier von Frauchens und wahrscheinlich deswegen heisse ich jetzt Schubert. Was soll es, ich schlafe auch gut, wenn Frauchen Musik macht. Insgesamt habe ich keine Beschwerden - nur die Tannenbaum-kugeln darf ich nicht runterreissen..... mach ich aber glatt, wenn sie nicht hinschaut. Aber:

SCHAUEN SIE BITTE NICHT WEG!

Meine Brüder und Schwestern in Sofia warten auf ihre Menschen.

Ein frohes Fest wünscht, zusammen mit meinen beiden Freunden aus Sofia, die noch ein Zuhause suchen,

Ihr Schubert.

PS: noch etwas - über mich hat der Bayrische Rundfunk einen Film gedreht. Ich bin der Star eines Beitrags zur WELPENBRÜCKE in der Sendung "Zeit für Tiere", die am 3. Januar 2007 um 12:30 im dritten Programm ausgestrahlt wird.

Da guckscht, gell........

Fanpost und Knabberknochen bitte an mich:

Herrn Schubert, info@aerztefuertiere.de (info@aerztefuertiere.de)

HELFEN SIE EINEM FREUND
IHRE SPENDE KANN SEIN LEBEN RETTEN

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In diese Sinne, liebe Tierfreunde - Mausi :wangenkuss: ++

Lukulla
25.12.2006, 16:15
Es geht um den Sieg der menschlichen Ethik, auf der unsere Gesellschaft basiert. Es geht um den Respekt vor dem Leben und den Schutz aller Lebewesen.

Das sind ja hoffnungsvolle Nachrichten. Kastrationen sichern den Hunden zwar nur ein Leben auf der Strasse, aber wenigstens ein Leben. Eine wirklich gute Perspektive für Bulgarien. Ob die Bevölkerung mitzieht?

Wenn alle wüssten, dass Strassenhunde erst möglich wurden unter dem totalitären Regime von Ceausescu, der Dorfgemeinschaften mit gewachsenen Strukturen und entsprechenden Haustieren zwangsumgesiedelt hat in gesichtslose Plattenbauten am Rande der Städte, wo Tierhaltung auf das Strengste verboten war? Viele, vor allem ältere Bulgaren haben sich damit beholfen, ihrer Tierliebe mit der Fütterung der Strassenhunden und Katzen nachzukommen.

Die jüngeren, die nichts anderes als Platte ohne Tiere kennen, verfluchen die zum Teil aggressivenTiere, die auf der Strasse und vom Müll leben.

PS: Ich möchte mich mal bei Dir, Mausilikatze, bedanken, dass Du uns hier oft und regelmässig mit Infos aus dem Tierschutz versorgst, auf wichtige Petitionen oder auf Notfälle aufmerksam machst. Das ist klasse.

Noodie
26.12.2006, 20:17
Ich möchte mich mal bei Dir, Mausilikatze, bedanken, dass Du uns hier oft und regelmässig mit Infos aus dem Tierschutz versorgst, auf wichtige Petitionen oder auf Notfälle aufmerksam machst. Das ist klasse.

Da moecht ich mich anschliessen! Ein :kuss: an Mausi!

Freu mich sehr ueber die Welpenbruecke und die gute Arbeit die dort geleistet wird!

In einem Strang in einem Indischen Forum wird auch gerade ueber die Strassenhunde hier in Indien und Kastrationskliniken diskutiert. Leider gibt es soviel ich weiss in Indien noch gar keine - oder kaum - Gesetze zum Schutz der Tiere ...

braunbaerin
27.12.2006, 10:07
Lukulla, entschuldige, wenn ich korrigiere: Das durch Ceausescu entstandene Straßenhundeproblem gibt es in Rumänien, in Bulgarien muss es andere Ursachen haben.
Ich war übrigens im Sommer in Varna/Bulgarien und war dort positiv überrascht, dass die Straßenhunde Markierungen im Ohr hatten, d. h. wohl kastriert waren, und völlig in Ruhe gelassen, ungestört und gut genährt herumlagen.

Aus Ankara erhielt ich vor kurzem eine Mail, dass dort jetzt auch Kastrationsaktionen anlaufen. Leider werden die Tiere dort nach der OP noch halb narkotisiert und irgendwo, d. h. nicht in ihrem "Stammviertel", einfach wieder auf die Straße geschmissen, so dass sie völlig verstört durch die Gegend irren. Die Bevölkerung hält sie dann für krank und verjagt sie grob :gegen die wand:
Und in Rumänien sind nicht nur die städtischen Tierfänger hinter den Hunden her, sondern auch private, die vor allem um Weihnachten herum unterwegs sind, wenn das Fell schön dick ist - manche suchen nur rote Hunde, andere nur dunkle...
Es bleibt noch so schrecklich viel zu tun für Tierschützer, auch in der EU. Allen, die dabei aktiv sind, vielen Dank und toi toi!

Noodie
27.12.2006, 12:01
Leider werden die Tiere dort nach der OP noch halb narkotisiert und irgendwo, d. h. nicht in ihrem "Stammviertel", einfach wieder auf die Straße geschmissen, so dass sie völlig verstört durch die Gegend irren. Die Bevölkerung hält sie dann für krank und verjagt sie grob :gegen die wand:

Ja, das passiert hier in Indien auch. Das Blue Cross macht zwar einen tollen Job die Hunde zu kastrieren, aber dann lassen sie sie in ihnen voellig fremden Gegenden mit noch nicht verheilten Wunden wieder laufen. Dann sieht man Hunde die voellig versteort durch die Gegend laufen, koerperlich nicht auf der Hoehe sind und sich gleichzeitig gegen die angestammte Population verteidigen muessen.

Lukulla
27.12.2006, 12:52
Lukulla, entschuldige, wenn ich korrigiere: Das durch Ceausescu entstandene Straßenhundeproblem gibt es in Rumänien, in Bulgarien muss es andere Ursachen haben.

Du hast natürlich Recht, ich habe das durcheinander geworfen.