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murmeltier
20.11.2006, 01:17
Aus einem anderen Forum:

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Es war einmal…, NEIN, liebe Leser, dies ist kein Märchen, sondern die volle Wahrheit.

Eines Tages meldete sich ein netter Mann bei mir per Telefon und teilte mit, dass er gerne Elsa ein Zuhause geben würde. Nach einem langen Gespräch mit Uli und nachdem er noch unseren Fragebogen für Interessenten ausgefüllt hatte, besuchte ihn jemand Zuhause, um zu sehen, wo Elsa dann künftig leben würde. Alles schien perfekt.

Sein bester Freund Ralf, genannt Heini, welcher in der Einliegerwohnung bei ihm im Haus lebt und sich immer mit um seine vorherige Hündin gekümmert hatte, kamen zu Besuch, um Elsa kennen zu lernen.

Um kurz etwas über Elsa zu erwähnen:

Sie zog bei uns am 11.11.05 in die Pension und war eine der Bremer Stadtamthunde. Gleich nach dem Eintreffen bekam sie eine Pyometra (Gebärmuttervereiterung) und hatte, wie sie kam, schon zwei kleine Tumore im Gesäuge. Sie wurde notoperiert, in weiteren Abständen wurden ihr die beiden Milchleisten entfernt. Es waren keine erkennbaren Lungenmetastasen (Mammatumore können in die Lunge streuen) bei den Röntgenaufnahmen zu entdecken, wäre auch sehr unwahrscheinlich gewesen, da die Tumore in der Leiste noch sehr klein waren und wir sofort reagiert hatten.

Sie erholte sich blendend, ihre Liegeschwielen, welche sie mitbrachte, gingen weg und sie tobte bei uns mit den Rüden. Einer hatte es ihr besonders angetan: der Lucky! Lucky hat eine schwere HD und beginnende Coxarthrose. So lebten beide in einem Zwinger, kuschelten und spielten, schwammen mit viel Spaß in unserem Pool um die Wette. Soviel zu Elsa und auch Lucky.

Also, beide kamen und lernten auch Lucky kennen. Schnell merkten sie, wie innig die Beiden miteinander waren. So kamen Zweifel auf, Zweifel, ob man sie überhaupt trennen könne.

Zwei Hunde wären zuviel, ob man lieber eine andere Hündin nimmt? Ich bat, sich trotzdem für Elsa zu entscheiden, es kann ihr doch nicht zum Nachteil werden, wenn sie jetzt den Platz bei ihm nicht bekäme, nur weil wir sie mit Lucky zusammengestellt haben. Der Junge ist sehr nett und wir fänden bestimmt bald eine andere Hundedame für ihn.

Gut, man stimmte mir zu und es sollte Elsa sein. Ein lang gebuchter Wochenurlaub, ein paar Tage später, stand nun noch zwischen ihrem Auszug und ihrem neuen Zuhause.

Wie immer bei Hunden, welche ernsthafte Erkrankungen bei uns hatten, machten wir einen Termin bei der Ultraschallspezialistin für eine Abschlussuntersuchung.

Dienstag flog Uli mit Heini ins Ausland und am Donnerstag darauf hatten wir den Untersuchungstermin.

Ich kann Ihnen nicht beschreiben, welcher Schock, welche Gefühle, welche Angst folgten:

Als Zufallsbefund stellte sich heraus, dass Elsa einen Herzbasistumor hatte!

Dazu schon einen Thoraxerguss (Flüssigkeit in der Lunge).

Lebenserwartung geschätzt von einem Tag bis höchstens drei Monate!

Wohlgemerkt: Elsa zeigte keine Symptome, kein Husten, kein Hecheln, schwamm und spielte stundenlang ohne Erschöpfungsanzeichen.

Wir fingen sofort an mit Tabletten sie zu entwässern.

Die große Zeit des Wartens, bis Uli aus dem Urlaub kam und sie sofort abholen wollte, begann, fünf Tage, vier Tage, drei Tage,…was soll ich ihnen sagen? Wie soll ich es sagen? Was passiert? Wie reagieren sie?

Ich wartete auf den Anruf mit der ständigen Qual, wie wählst du deine Worte, liegt es an dir, wie sie entscheiden werden?

Oder steht die Entscheidung schon längst irgendwo geschrieben, in einem Buch, dass keiner von uns kennt?

Ich kann nicht alles mehr von dem Gespräch wiedergeben, es waren Sätze der Trauer, der Hilflosigkeit, immer wieder lange Sekunden des Schweigens.

Irgendwann fielen bei mir die Worte und Sätze: Schicksal, Vorbestimmung, vielleicht solltest gerade Du jetzt für Elsa kommen, bevor es ihr schlecht ginge und wir es erst festgestellt hätten, wenn es für sie zu spät ist. Ich weiß nicht, was noch alles.

Uli hat unter den Tod seiner Hündin sehr gelitten und trauerte noch immer. Er könnte das nicht schon wieder verkraften, muss verdauen, was er nun gerade erfahren hat, muss mit Heini darüber sprechen. Er hatte sich so auf Elsa gefreut…

Wir hörten nach Ewigkeiten auf zu telefonieren und sagten, dass wir morgen noch mal sprechen. Es war gegen 23 Uhr am 27.09.2006. Ich schickte ihm noch eine SMS, dass es mir so leid täte, für ihn und Elsa, ich könne es aber auch nicht ändern und ihm auch keine Entscheidung abnehmen.

Am 27. September 2006 um 23 Uhr 52 Minuten und 21 Sekunden kam eine SMS zurück:

Mach Lucky mit fertig, ich möchte die Beiden nicht trennen, vielleicht lebt Elsa dadurch länger. Ich rufe Dich morgen früh an.

Am liebsten würde ich hier enden.

Sie, liebe Leser, hier verlassen, alleine lassen mit Ihren Gedanken, aber das wäre zu einfach. Wieso? Fragen Sie sich nicht, warum ich Ihnen dies hier alles niederschreibe?


MENSCHEN WIE DIESE!

Wie oft finden wir sie?

Wären Sie einer von ihnen?

Wie hätten Sie entschieden?

Ist es nicht nur unser eigener Egoismus, wenn wir uns gegen einen todkranken Hund entscheiden?

Unserem seelischen Schmerz Vorrang geben, den wir nicht erleben wollen?

Wie egoistisch sind wir, lassen lieber alte oder auch jüngere schwer kranke Hunde in einem Tierheimzwinger sterben, als ihnen einen Platz, nicht nur auf unserer Couch, sondern auch in unserem Herzen, für die kurze Zeit zu geben?

Der Hund lebt im Jetzt, nicht in der Zukunft.

Für ihn zählt das heute, er weiß nicht, wie viel Zeit er bei ihnen verbringen durfte.

Für ihn zählt, dass er sie verbringen durfte.

Was zählt für Sie, wenn Sie mal tief in Ihre Seele schauen?

Wenn viele Menschen, welche ihr Leben mit Hunden verbringen, sich entschließen, davon nur einen einzigen todkranken Hund zu begleiten, würde es niemals einen Hund geben, der in einem Tierheim alleine sterben müsste!

Nur einen Einzigen!

Was leisten wir im Leben? Ich meine nicht Erfolg im Beruf usw., Spenden für gemeinnützige Zwecke, ich meine was tun wir wirklich selber ohne Rücksicht auf uns selbst?

Es tut uns im Herzen weh, aber es gibt unserem Herzen, unserer Seele, etwas, was wir nicht kaufen, nicht bezahlen können: Menschlichkeit!


MENSCHEN WIE DIESE!

Sind SIE einer davon?

Wenn ja, melden Sie sich bitte bei mir. Ich werde mit Ihnen Ihren Hund, den EINEN, finden.

Egal, welche Rasse!

Ich lasse Sie jetzt allein….

c.prochnow@staffordshire-hilfe.de oder unter 030-796 13 07

Elsa hat ihren Uli, ihren Heini und nicht zu vergessen ihren Lucky noch nicht allein gelassen. Es geht ihr erstaunlich gut und sie genießt das, was ihr so lange verwehrt war:

Die Liebe, das Herz von Menschen

Wir hoffen, dass sie noch lange ihren Menschen durch feuchte Hundeküsse danken kann.

Meinen Dank und Respekt an Uli und Heini!

Christine Prochnow
www.staffordshire-hilfe.de


Dieser Text darf und soll gerne weiterverbreitet werden!
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murmeltier
20.11.2006, 01:23
Das gilt natürlich auch für Katzen, Kaninchen und andere Tiere - sie alle sterben zu Tausenden alt und/oder krank in Tierheimen.

Ich kann das Argument: "Aber ich kann ja eh nicht allen helfen, dann kann ich auch direkt einen Welpen/ein Kätzchen vom Züchter/Vermehrer/Zoogeschäft nehmen" nicht mehr hören!

Immer wieder das selbe: "Ja mir tun die Tiere im TH auch so leid, ich kann da gar nicht hingehen ohne zu weinen, darum schau ichs gar nicht erst an, Man kann ja eh nicht alle retten - was macht es für einen Unterschied?".

JA, aber was wäre, wenn das alle sagen würden??? Was dann?
Jeder einzelne zählt doch. Der eine Hund, die eine Katze, die durch euch NICHT im TH stirbt, für den MACHT es einen Unterschied!

Ich habe vor über einem Jahr eine 20-jährige Notfalkatze aufgenommen, noch heute ist sie fit und munter!

Ich habe 2 älte, schon fraue Notfalldegus aufgenommen - sie blieben nicht lange bei mir - aber sie hatten schöne letzte Wochen in einer großen Voliere, größer als sie es je vorher kennen gelernt hatten. Das zählt.

Eine kranke Katze habe ich genommen. Ich wusste nur, sie ist krank - WIE krank wusste ich nicht. Meine geliebte Turtle - sie blieb nur 5 Monate bei mir. Ich vermisse sie noch heute - es war ein ganz schwerer Verlust!
Ich habe mich danach gefragt, ob ich sie auch genommen hätte, wenn ich gewusst hätte, was ich mit ihr durchmachen werde. Dieses ständige Kämpfen ums Überleben, den baldigen schweren Abschied - JA! Hätte ich! Es sollte so sein, meine Prinziessin sollte nicht im TH sterben, Sie hat es verdient, dass jemand um sie trauert und dass jemand sie vermisst und dass sie in den letzten Wochen geliebt wird und ein Zuhause hat.

Ich kenn es nur immer wieder sagan - ich würde das jederzeit wieder tun. So schwer ein Verlust ist, so sehr man weint und trauert... Das Gefühl, dass es für das Tier das richtige war, das Wissen, dem Tier den Lebensabend verschönert und ihm einen einsamen Tod im kalten Zwinger erspart zu haben, tröstet ungemein... Und Tierheimtiere sind unwahrscheinlich "dankbar".

Im Übrigen, erinnert sich noch jemand an den Fall von Sheila? Die Staff-Hündin mit Knochenkrebs im TH Wiesbaden, die dann einen Sterbeplatz suchte? Nach 6 Jahren im TH und weil der Tumor wuchs und sie auch immer mehr abbaute? Sie lebt noch heute - glücklich und ohne Zeichen einer Krankheit. Der Tumor ist nicht mehr tastbar - udn die Ärzte hatten ihr noch wenige Wochen gegeben.

Spontanheilung aufgrund der verbesserten Lebenssituation - ist mir schon häufiger untergekommen. U.A. auch bei Bonnie, einer Staff-Boxer-Hündin, die einen Mastzellentumor hatte und auch noch Jahre lebte.

Oder einem Rüden, dem man maximal 3 Monate gab und der jetzt - 2 Jahre später - noch immer lebt...

Im Tierheim wären sie alle längst tot!

So viele von ihnen, suchen ein Zuhause - entweder um hoffentlich doch wieder gesund zu werden oder als Sterbebegleitung, um einen würdigen Abschied in Frieden zu haben...

Vielleicht denkt ja mal jemand darüber nach...

"Don`t breed oder buy, while others die"...

Wenn sich diesen Spruch jeder nur bei EINEM EINZIGEN Tier zu Herzen nähme, sähe es in den Tierheimen anders aus...

Didibo
20.11.2006, 11:31
Ich würde eher ein altes und/oder krankes / behindertes und somit "nicht perfektes" Tier aufnehmen als ein junges gesundes. Ich würde ihm zeigen wollen, das es auch für ihn/sie Liebe und Zuneigung gibt. Das wäre mein Anliegen.

Auf der anderen Seite muss man auch mal die persönliche Situation eines jeden bedenken und zwar in finanzieller Hinsicht. Kranke Tiere bereiten (je nach Krankheit) eine Menge an Kosten und ich kann nicht mich selbst in den Ruin treiben, um ein krankes Tier aufzunehmen.
Ich bin ganz sicher dafür, alles nur erdenkliche für ein Tier zu tun, auch und grad in Punkto Heilung. Und ja, auch ein gesundes Tier verursacht Kosten. Doch die kann ich nicht vergleichen mit einem Tier, welches zB lebenslang Herzmedikamente benötigt. Auf die Dauer sind das ne Menge Kosten. Wenn dann jemand nein sagt, muss man das auch verstehen können. Ich hab mal eine Reportage aus England (?) gesehen, dort musste ein Hund immer wieder operiert werden, damit die Beinverletzung in den Griff zu bekommen war. Es klappte nie völlig, das Fleisch heilte einfach sehr sehr schlecht, aber er konnte damit leben. Die OP´s und Untersuchungen haben insgesamt 18.000 Euro gekostet und das innerhalb kürzester Zeit.
Sorry, wäre es mein Hund gewesen, ich weiß nicht, wie es ausgegangen wäre, denn soviel Geld hätte ich nie im Leben aufbringen können.

Niemals würde ich ein Tier nur wg seiner Krankheit und Behinderung nicht nehmen, aber trotzdem müssen alle Punkte sorgfältig abgewogen werden.

Sicher, dem obigen Texten stimm ich zu, natürlich wäre es super, wenn viel viel mehr Menschen so denken würden. Aber auch die anderen darf man nicht ganz verurteilen. Es kommt immer auf die individuelle Situation an. Tierliebe bringt niemanden etwas, wenn man dabei selbst zu Grunde geht. Wäre das anders, ich hätte tausende von Tieren zu Hause, auch Kranke/Behinderte.

ReginaM
20.11.2006, 11:43
Wenn sich diesen Spruch jeder nur bei EINEM EINZIGEN Tier zu Herzen nähme, sähe es in den Tierheimen anders aus...

Dort sähe es aber auch anders aus, wenn Menschen mehr nachdenken würden, bevor sie sich ein Tier zulegen!

Inaktiver User
20.11.2006, 11:52
Die Kosten sind der Knackpunkt; ein Tier, das regelmäßig höhere Kosten durch Krankheit und nötige Behandlung verursacht, könnte ich nicht aufnehmen. Kommt diese Krankheit im Lauf der Zeit, wenn das Tier eh schon bei mir lebt, dann werden Mittel und Wege gefunden oder Konsequenzen gezogen werden (müssen), aber ich würde mich nicht im Vorfeld darauf einlassen.

Von daher käme für mich kein bereits krankes Tier aus dem Tierheim in Betracht, ich könnte ihm nicht gerecht werden. Ein wirklich altes Tier (voraussichtlich nur noch kurze Lebensdauer) auch eher nicht, denn es wäre bereits absehbar, dass aufgrund des Alters erhöhte Kosten anfallen würden.

Ich bin derzeit am überlegen, mir ein drittes Kaninchen dazu zu holen, einerseits um meiner geruhsamen Lady ein wenig Ruhe vorm mitunter albernen und polternden Herrn (5 J.) zu gewähren, andererseits um letzterem bessere Beschäftigung bieten zu können. Ein älteres Tier scheidet auch aus diesem Grund aus, denn ich würde es mir im Hinblick auf die bereits bei mir lebenden Tiere holen, auch deren Interessen gilt es zu berücksichtigen; die Altersstruktur muss passen.

Allerdings ist das Tierheim für mich ohne Auto extrem ungünstig zu erreichen, da außerhalb gelegen. Von daher bin ich nicht abgeneigt, ein inseriertes Kaninchen (mit passendem Alter) zu nehmen, denn auch dieses würde früher oder später im Tierheim landen, wenn sich niemand auf eine Annonce hin meldet.

Ein altes / kranken Tier nicht aus dem Tierheim zu nehmen ist nicht immer Egoismus.

murmeltier
20.11.2006, 14:47
Hallo Regina, da hast du absolut zweifellos Recht!
Das Problem ist aber: Auf das eine haben wir selbst keinen Einfluss - auf das andere eben schon.
Wir können nicht die Einstellung aller Menschen verändern, wir können nicht verhindern, dass wieder Kaninchen zu Ostern an Kinder verschenkt werden, die schon nach Pfingsten uninteressant werden...
Wir können nicht verhindern, dass sich 80-jährige Frauen Babykatzen anschaffen, in dem Wisen, dass sie sie eh bald "verwaist" zurück lassen.
Oder dass sich jemand, für besonders klug hält und einen Stafford/Pit-Welpen zulegt und einfach mal als Boxermix meldet, was natürlich nur so lange gut geht, bis er das erste mal vom Ordnungsamt kontrolliert und das Tier beschlagnahmt wird...
All das sind so Dinge, die wir kaum bis gar nicht beeinflussen können. Im kleinen Rahmen - vorallem auch in anderen Foren - kann man natürlich versuchen Aufklärung zu betreiben und das tue ich auch, aber wenn jemand so einen Unsinn partout machen will und der sich auch nicht von mir dadurch abbringen lässt, kann ich halt auch nix machen!
Ich KANN aber eben sehr wohl die Situation aktiv verbessern, indem ich meine Tiere aus dem Tierheim bzw. aus Pflegestellen zu mir nehme. DAS liegt in meiner Hand und so kann ich versuchen wenigstens ein Teil des Elends, was durch verantwortungslose Menschen verursacht wird, aufzufangen.
Ich kann die Menschen nicht zure Vernunft zwingen! Aber wenn auf jeden Menschen, der sich unüberlegt ein Tier anschafft und es wieder hergibt, auch ein Mensch käme, der bereit ist, das aufzufangen, hätten wir all das Elend auch nicht...

Hallo Poison und Dibido, die Kosten - ja! Das verstehe ich absolut. Es gibt jedoch wirklich oft - gerade bei kranken und totgeweihten Tieren - die Option, als Pflegestelle zu fungieren, oder eben gleich als Sterbestelle, alsp Pflegestelle bis zum Schluss. Das bedeutet, dass man nicht alle Kosten selbst tragen muss. Je nach Tierheim oder Tierschutzorga sind die Bedingungen verschieden - manche Pflegestellen zahlen gar nichts, bekommen also sogar Futter usw. vom TH/Orga bezahlt. Andere bekommen einfach kostenlos die benötigten Medikamente bzw. Untersuchungen werden bezahlt.

Im Fall Sheila ist das z.B. so, dass die neue Besitzer eine Pflegestelle ist und vom TH bis ans Lebensende die nötigen Medikamente zugeschickt bekommt und daher nur ganz normal für Futter usw.aufkommt.

Das ist natürlich vorallem bei Hunden so, ob es sowas auch bei kleineren Tieren gibt, müsste man in Erfahrung bringen. Sowas macht auch nicht jedes TH und jede Orga, aber manche eben schon.

Und natürlich muss man immer im Sinne der bereits vorhandenen Tiere entscheiden und auch andere Dinge berücksichtigen, das steht ja außer Frage! Bevor ich Lilou übernahm, hatte ich mich als Sterbestelle für 2 Pitbulls angeboten. Beide litten an Krebs und sind inzwischen auch schon verstorben :niedergeschmettert: Leider vertrugen sich beide nicht mit Katzen bzw. man wusste es nicht, von daher konnte ich sie natürlich nicht nehmen, weil ich meine eigenen Tiere nicht gefährden wollte...
Aber nun habe ich eine Hündin aufgenommen, die eben auch ein Notfall war, und sie ist ja auch schon 9 Jahre alt - bei einer Lebeserwartung von 11-12 Jahren ist das auch schon ein stolzes Alter...

Liebe Grüße

Natalie

Atis
20.11.2006, 19:15
Stimmt, Murmeltier, es gibt Organisationen, die die Kosten für OPs und / oder Medikamente übernehmen, wenn man ein krankes / altes Tier aufnimmt. Wir sind z.B. Mitglieder im BMT e.V. (=Bund gegen den Missbrauch der Tiere, denen gehört auch das Tierheim in Köln-Dellbrück, in welchem die WDR-Doku-Reihe "Ein Heim für alle Felle" gedreht wurde, vielleicht erinnert sich der eine oder andere), und diese machen das auch bei einigen Tieren, wenn das neue Herrchen/Frauchen sich diese Kosten nicht leisten kann.

Wir selbst können im Moment leider auch keine weiteren Tiere aufnehmen, obwohl wir GERNE zu unseren Tieren noch welche dazu holen würden. Aber im Moment ist unsere finanzielle Situation zu schlecht :niedergeschmettert:, selbst für weitere Futterkosten würde es dann eng. (Drückt uns die Daumen, dass es bald mal besser wird.) Das Kostenproblem haben hier ja schon einige angesprochen.

Wir haben aber schon oft alte Tiere aus dem Tierheim geholt. Insbesondere bei Hamstern, die ja ohnehin leider ein recht kurzes Leben haben, guckt die Verwandtschaft dann gerne schon mal so: :ooooh: und fragt, warum wir das denn machen. Naja, aus den Gründen, die Du schon genannt hast: Weil gerade diese Tiere doch noch eine Zeit erleben sollen, in der sie geliebt und umsorgt werden.

Und es ist eines der schönsten Dinge, die es auf der Welt gibt, wenn man sieht, wie diese teilweise völlig verschüchterten Tiere (ob nun Hamster oder andere) langsam ihre Angst verlieren, Vertrauen bekommen, sich streicheln lassen, selbstbewußt werden...

Inaktiver User
20.11.2006, 20:09
Hmhmm, an die Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht, dass evtl. Tierarzt- und Medikamentenkosten für Nottiere ja übernommen werden könnten - Futterkosten wären nicht problematisch, ob ich nun 2 oder 3 Grünzeugvernichter durchfüttere, das macht keinen wirklichen Unterschied.

Ich überdenk meine Meinung nochmals, sobald meine neue Kaninchenvilla steht.

Gilgit
21.11.2006, 14:30
Wir hatten auch im Sommer eine todkranke, ältere Fundhündin, die schon eingeschläfert werden sollte im Tierheim aufgenommen.

Aber ihr ungeheurer Lebenswille liess sie kämpfen. Wir fanden dann nach einiger Zeit (einfach war es nicht) eine Endpflegestelle und sie lebt seit 2 Monaten mit zwei anderen Hunden in einem traumhaften Umfeld zusammen. Sie ist richtig aufgeblüht !!

Ich habe höchsten Respekt vor Menschen, die ein todkrankes oder auch "nur" älteres Tier aufnehmen. In diesem Falle hat das Tierheim die Kosten für Medikamente und TA übernommen.

LG Gilgit

murmeltier
21.11.2006, 15:27
Übrigens, das sind Elsa und Lucky:
http://www.staffordshire-hilfe.de/wir_suchen/fotos/elsa_und_lucky_zuhause.jpg
http://www.staffordshire-hilfe.de/wir_suchen/fotos/menschen_wie_diese.jpg

Avocado
22.11.2006, 00:09
Ach wie schön! Das erste Foto ist soooo süß ... ich wünsche den beiden Mäusen und ihren lieben Besitzern noch eine gaaaaaanz lange schöne Zeit zusammen!!

Wenn meine olle Schnegge (die wir mit 11 Jahren aus dem Tierheim geholt haben) irgendwann mal nicht mehr bei mir ist (was hoffentlich noch SEEEEEEEEEEEHR lange dauert), möcht ich auch wieder einem Tierschutz-Seniorenhund ein schönes Zuhause geben.
Ich mag graue Schnäutzchen total gerne ... ältere Hunde haben einfach sooo viel Charme und was ganz besonderes!

Avocado
22.11.2006, 05:03
... *hah* ... hab ich noch vergessen: von wegen "alter Hund = vermehrte Krankheitskosten" - stimmt in unserem Fall (bis jetzt *toitoitoi*) überhaupt nicht.

Meine süße olle Hundemaus (letzte Woche wurde sie 13) ist von erstaunlicher Robustheit (viel mehr als unser junger Hund). Die hat NIX! Zu Anfang hat sie sich beim Toben eine Kralle angebrochen, die haben wir beim TA ziehen lassen, aber sonst ist die alte Dame fit wie ein Turnschuh.

Als wir sie geholt haben, hat sie schon ab und an Medikamente gekriegt wegen ihrer kaputten Gelenke und uns wurde auch gesagt, wir sollten ihr halt wenn sie Schmerzen hat XY geben.
Aber seit sie bei uns ist, einen warmen Schlafplatz hat, eine vernünftige Ernährung (frisch), regelmäßig Bewegung, Spiel und Spaß und eine Familie, die sie mag, ist sie absolut aufgeblüht und braucht keine Chemie mehr (tierärztlich bestätigt).
Wir sind heute 2 Stunden durch den Wald getrabt und hatten Spaß! *dreimalaufholzklopfdassessoweitergeht*

So Geschichten wie von Shiela oder Elsa rühren mich immer wieder. Ist doch klar, dass ein Hund, der wieder eine Familie hat, neuen Lebensmut entwickeln kann. Und Seele und Körper gehören zusammen, auch bei Hunden ...

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass ältere oder kranke Hunde zu sehr geschont und betüttelt werden oder zuwenig beachtet ... und zuwenig gefordert. Es sind immer noch Hunde, und sie möchten sicher als solche behandelt werden.
Wenn ich höre "ach der ist so alt. der lernt das nicht mehr", das tut mir richtig weh. Es ist einfach nicht wahr. Vielleicht tun sich ältere Hunde etwas schwerer oder brauchen andere Lernwege, aber sie sind doch nicht doof. Sie werden nur dazu gemacht!

Vielen Menschen, die mit einem überschäumenden hormongebeutelten Jungspundhund überfordert sind, würden eventuell mit einem ruhigeren, älteren Tier besser zurecht kommen. Wie schade, dass dieser Gedanke sich so selten durchsetzt ...

Gilgit
22.11.2006, 10:30
Murmeltier, das sind ja wirklich schöne Fotos, solche Glückspilze !!

@Avocado
Ja, das ist wirklich schade. Die meisten Hunde die im Tierheim sitzen sind entweder junge überschäumende Hunde (meist Rüden 1-2 Jahre) und dann wieder Jahrgang 1998 und älter..

Morgen wird einer unserer Notfälle ( 11 jährige Schäferhundmischlingsdame, Angstbeisser, krank (Bandscheibe, HD, Arthrose), zickig mit anderen Hunden, seit knapp 2 Jahren im TH) vermittelt. Wir drücken so die Daumen, dass es dieses Mal klappt. Sie war schon einmal vermittelt, vor 15 Monaten, kam dann aber zurück weil sie gebissen hatte. Hoffentlich "benimmt" sie sich dieses Mal.
LG Gilgit