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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aber das wäre doch nicht nöööötig gewesen...



Sugarnova
16.11.2006, 18:19
Hallo Ihr Lieben,

gibt es eigentlich ne Knigge-Regel, die besagt, man solle sich über ein Geschenk nicht freuen oder einfach nur Danke sagen, sondern nur flöööten:

"Das wäre doch nicht nööötig gewesen!"

Hab den Eindruck, als ob das gerade reihum geht.

Ich schenke gerne und mache mir eigentlich auch wirklich die Mühe, etwas auszusuchen, was zur Person passend sein könnte. Ist mir auch schon mehrfach so gesagt worden. Ich hätte aber auch z.B. überhaupt kein Problem damit, wenn jemand sagen würde: "Danke für das Geschenk, aber Rotwein ist leider überhaupt nicht mein Geschmack!"

Was ist eine adäquate Antwort auf "Nicht nööötig sein"?
- Das hab ich mir doch nur für dich ausgesucht.
- Doch, is nötig.
- Najut, dann nehm ich es wieder mit.

Und: Bin ich ein Geschenketölpel, wenn ich mich über Präsente einfach nur freue und solche Spirenzien nicht anstelle?

fragt sich
Sugarnova

Atis
16.11.2006, 18:52
Hallo Sugarnova,

nö, Du bist kein Geschenketölpel.

Mich nervt dieses "Wäre doch nicht nötig gewesen" auch. Ich muss aber zugeben, dass es mir früher auch schon mal 'rausgerutscht ist, man übernimmt eben manchmal solche oft gehörten Phrasen.

Manchmal muss ich innerlich auch sehr grinsen, wenn jemand mal wieder "Wäre doch nicht nötig gewesen" sagt und gleichzeitig schon gierig mit den Geschenkpapierfetzen um sich schmeißt.:freches grinsen:

Ich freue mich riesig, wenn ich etwas Schönes geschenkt bekomme und teile das auch mit.

Eine adäquate Antwort auf "Wäre doch nicht usw." ? Dein "Dann halt nich', nehm' ich's halt wieder mit" ist doch schon mal gar nicht schlecht:freches grinsen: !

LG, Atis.

Sugarnova
16.11.2006, 20:18
Hey Atis,

mir ist aus Versehen mal rausgerutscht:

"Der würde mir eh nicht schmecken!" Allerdings war ich etwas verdutzt und wollte EIGENTLICH sagen: "Ich trinke eh keinen Rotwein! Und hab den extra für Dich eingekauft, weil ich weiß, dass Du den magst!"... Beschenkte war tödlich beleidigt und ih peinlich, peinlich berührt.

Atis
16.11.2006, 20:55
:freches grinsen: :freches grinsen:

Hast Du auch den Eindruck, dass dieses "Wäre doch nicht nötig gewesen" eher von älteren Menschen kommt? Ich erlebe es so, dass v.a. Leute der Generation meiner Eltern und Schwiegereltern(Mitte 60 - Anfang 70) diesen Spruch bringen, so als sei es fast etwas Beschämendes, ein schönes Geschenk zu bekommen, als könnten sie das gar nicht genießen.

Kann man natürlich nicht völlig verallgemeinern, aber ich erlebe ein einfaches "Danke" oder richtige Freude eher bei etwas jüngeren Leuten. Oder hab' ich da Vorurteile??

Allgemein habe ich den Eindruck, dass ältere Menschen Schwierigkeiten haben, etwas einfach anzunehmen, ob es sich nun um Geschenke oder Hilfe in irgendeiner Form handelt. Habe es dann auch schon öfters erlebt, dass man umgehend ein Gegengeschenk aufgedrängt bekam.

AnnaM
16.11.2006, 21:35
Ich sag dann immer: Stimmt, aber ich wollte es Dir/Ihnen gerne schenken!

Und bei guten Freunden kommt von mir manchmal: Ach, das wäre jetzt aber doch nicht unnötig gewesen! (Merkt fast nie einer!)

Gruß
Anne

Inaktiver User
16.11.2006, 21:35
Hallo Atis,

also wenn "ältere Menschen" schon so ab 48 los geht, dann kommt das von älteren Menschen, ja. :freches grinsen: Eine enge Freundin von mir kann das, aber sie macht das auf eine ganz charmante, nette Art und Weise. Ihr blitzt dabei die Neugier aus den Augen. Ich knuddel sie dann und sage tatsächlich, wie Sugarnova als Option schrieb: Doch, das war jetzt nötig. :-))

LG,
Zuza

Inaktiver User
17.11.2006, 07:24
Ich verstehe diesen Spruch eher so, dass man wirklich nicht jede Gefälligkeit die einem erwiesen wurde bzw. man selbst erweist, mit irgendeinem Geschenk vergelten muss.

Ich sehe darin auch eher eine Belastung. Die Geschenke stehen oft in keinem Verhältnis zur geleisteten Nachbarschaftshilfe und setzen einen selbst auch wieder unter Zugzwang.

Inaktiver User
17.11.2006, 08:13
Ich gehöre wohl auch zu der Generation, der man eingetrichtert hat, dass man sich selbst nicht wichtig nimmt. Aus dieser Haltung heraus kommt dieses heuchlerische "Wäre doch nicht nötig gewesen". Hab ich früher auch immer gesagt. Es dauert halt eine Weile, bis man solche Sachen hinterfragt und feststellt, dass man eigentlich gar nicht dazu stehen kann.

Wenn mir jemand etwas schenkt, freue ich mich grundsätzlich und tu das kund. Am meisten freue ich mich über Geschenke, die ohne einen bestimmten Anlass gemacht werden. Am wenigsten über Gutscheine zu Weihnachten. :knatsch:

@Delenn
Ich weiss, was Du meinst und ich bin mit dir einig. Wenn ich für jede kleine Gefälligkeit, vor allem im nachbarschaftlichen Miteinander, ein Geschenk bekomme........nein, das ist mir auch nicht recht. Viel lieber möchte ich die Gewissheit haben, dass ich mich auf die Nachbarn verlassen kann, wenn ich mal was brauche. Das Austauschen von Geschenken finde ich in diesem Fall belastend.

Und ausserdem: eigentlich hat ja jede(r) schon alles. Sogar einem Kind etwas zu schenken, erfordert intensive Denkarbeit. Darum lieber mal ein liebes Wort verschenken oder ein Lächeln oder eine warme Berührung........

In diesem Sinne: :kuss:
Brava :smile:

ReginaM
17.11.2006, 08:24
Ich sag das auch, aber nur, wenn ich das wirklich so meine, also wenn ich das Geschenk, Mitbringsel oder was auch immer, als unangemessen empfinde, mir ist das dann nämlich tatsächlich peinlich. Genauso sage ich aber auch, dass ich mich dennoch sehr freue. Meist mache ich dann auch noch einige Bemerkungen über dieses Geschenk, weil ich mich ja WIRKLICH freue.

Wenn ich selber diesen Satz höre, was ja auch vorkommt, dann zwinkere ich und sage: doch, schon ok so!:smile:

Inaktiver User
17.11.2006, 10:43
Darum lieber mal ein liebes Wort verschenken oder ein Lächeln oder eine warme Berührung........

In diesem Sinne: :kuss:
Brava :smile:

Bava!!! Bevor ich warme Berührungen in alle Richtungen austeile, schenke ich doch lieber was! :smirksmile: Ich mag nämlich nicht jeden berühren...

Den Satz "Das wäre doch nicht nötig gewesen" habe ich noch nie gesagt (Geschenke sind nie nötig, aber immer gern willkommen :freches grinsen: ). Mir fällt spontan auch nicht ein, daß in umgekehrter Weise mal jemand das zu mir gesagt hat beim Schenken. Aber als Beleidigung würde ich das nicht ansehen. Eher als verschämt-freudige Reaktion des Beschenkten.

Inaktiver User
17.11.2006, 13:48
Ich finde es schade, wenn sich jemand nicht über ein Geschenk von mir freuen kann oder will. Denn ich verknüpfe damit wirklich keinen Gedanken an eine Gegenleistung, sondern will einfach nur eine Freude machen. Meist ist es so, dass ich unterwegs bin, etwas sehe und denke: daran müsste XY seinen Spaß haben. Und YX eine Freude zu bereiten ist alles, was ich möchte, wenn ich das Ding dann kaufe, bastel, backe o.ä. Es ist der Ausdruck für: ich mag Dich, ich habe an Dich gedacht. Mehr nicht.

Allerdings weiß ich, dass es Menschen gibt, die damit nicht klar kommen und sich dann verpflichtet fühlen. Daran ist meiner Mutter schon mal eine Freundschaft zerbrochen- weil eine Freundin von ihr es ebenfalls als zu großen Druck empfand. Das finde ich schade.

Inzwischen antworte ich meistens, dass es nicht nötig ist, aber auch nicht dazu gedacht war, eine Not zu lindern sondern eine Freude zu bereiten.

Sugarnova
17.11.2006, 14:27
Hm, ich möchte aber selbst noch entscheiden können, ob ich was schenken "darf" oder nicht. Und ich möchte auch selbst über die "Angemessenheit" eines Geschenkes entscheiden. MEINE Entscheidung und MEIN Urteilsvermögen, etwas zu schenken, wird durch diesen Satz in Frage gestellt.

Und wenn es z.B. so ne Situation ist wie ein Geburtstag oder so, dann würde ich gerne mal die Gesichter sehen, wenn ich mit leeren Händen ankomme... Wobei ich das auch "bringen" würde, wenn ich z.B. einfach NICHTS finden würde. Dann würde ich z.B. auch mal einen Gutschein schenken, aber für etwas Besonderes, wie eine Wellnessbehandlung, Massage, Kurs oder so.

Bei manchen Menschen wird der Satz wohl aus echter Verlegenheit verwendet, okay, damit kann ich leben. Bei vielen aber aufgrund einer "Affigkeit", sowas sagen zu MÜSSEN.

Und, wie gesagt, die perfekte Erwiderung hab ich drauf noch nicht gefunden...

Inaktiver User
17.11.2006, 14:46
Und wenn es z.B. so ne Situation ist wie ein Geburtstag oder so, dann würde ich gerne mal die Gesichter sehen, wenn ich mit leeren Händen ankomme... Wobei ich das auch "bringen" würde, wenn ich z.B. einfach NICHTS finden würde. Dann würde ich z.B. auch mal einen Gutschein schenken, aber für etwas Besonderes, wie eine Wellnessbehandlung, Massage, Kurs oder so.


Anlässe wie Geburtstag oder, wie von Sherry geschrieben, einfach einer Freundin eine Freude machen, sind doch ein anderer Anlass.
Da habe ich auch noch nie gehört, dass jemand sagte, dass es aber nicht nötig war.

Eigentlich kenne ich den Satz nur, wenn man sich mit einem Geschenk für eine erwiesene Gefälligkeit bedankt.

Tergenna
17.11.2006, 15:04
Ich habe heute morgen von einer Kundin, die sich halt immer gut beraten fühlt von mir, einen dicken, wunderschönen Herbststrauß geschenkt bekommen mit einem Kärtchen "vielen Dank für Ihre immer liebe Mühe". Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, denn was ich für sie getan habe, tue ich täglich für unsere Kunden - trotzdem oder gerade deswegen habe ich mich unheimlich darüber gefreut.
Er steht jetzt auf meinem Schreibtisch und erinnert mich daran, daß meine Arbeit wenigstens von den Kunden gewürdigt wird, und wird mich auch am Wochenende zuhause daran erinnern, und das macht einfach Spaß.
Aber deswegen würde ich diesen ominösen Satz trotzdem niemals über die Lippen bringen. :lachen:

Aareblitz
17.11.2006, 15:08
"Das wäre doch nicht nööötig gewesen!"

- Najut, dann nehm ich es wieder mit.

:schild genau: Dann muss man einfach aufpassen, dass man nur noch Dinge verschenkt, welche man gegebenenfalls auch gut gebrauchen könnte. :freches grinsen:

Inaktiver User
17.11.2006, 15:09
Ich habe heute morgen von einer Kundin, die sich halt immer gut beraten fühlt von mir, einen dicken, wunderschönen Herbststrauß geschenkt bekommen mit einem Kärtchen "vielen Dank für Ihre immer liebe Mühe". Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, denn was ich für sie getan habe, tue ich täglich für unsere Kunden - trotzdem oder gerade deswegen habe ich mich unheimlich darüber gefreut.
Er steht jetzt auf meinem Schreibtisch und erinnert mich daran, daß meine Arbeit wenigstens von den Kunden gewürdigt wird, und wird mich auch am Wochenende zuhause daran erinnern, und das macht einfach Spaß.
Aber deswegen würde ich diesen ominösen Satz trotzdem niemals über die Lippen bringen. :lachen:

Solche Kunden entschädigen für viele andere, die man manchmal durch den Fleischwolf drehen möchte, oder? :smirksmile:

Tergenna
17.11.2006, 15:55
Solche Kunden entschädigen für viele andere, die man manchmal durch den Fleischwolf drehen möchte, oder? :smirksmile:




:schild genau: :wangenkuss:

Sugarnova
17.11.2006, 17:55
Hm, ja, ich hab mal eine Pralinenschachtel geschenkt bekommen. Och, ich hab mich SO gefreut. NIEMALS wäre ich auf die Idee gekommen, selbigen Herren anzurufen und den ominösen Satz zu sagen.

Inaktiver User
17.11.2006, 18:26
Ich habe des Satz vor einiger Zeit auch gesagt, als unser Nachbar uns eine Flasche Wein schenkte, weil er unseren Dampfreiniger ausgeliehen hatte. Ich wollte damit überhaupt nicht kokettieren oder ausdrücken, dass ich mich nicht freue, sondern wirklich, wie hier auch angedeutet, sagen, dass diese Form von Einander-etwas-ausleihen für mich selbstverständlich ist. Ich denke, das ist dann auch so rübergekommen.

Völlig überrascht war ich am letzten Kindergeburtstag, dass ich gleich zwei Blumensträuße bekam. Hier wäre ich nicht auf die Idee gekommen, den Satz zu sagen, zumal ein Blumenstrauß ja auch noch viel unnötiger ist als eine Flasche Wein :freches grinsen:, so dass sich da jeder Kommentar erübrigt.