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Yassi
15.11.2006, 13:14
Animals Asia Foundation rettet 12 Mondbären, für zwei kam jede Hilfe zu spät


Drei Bären kurz vor dem Abladen Jill Robinson mit einem blinden Bären

Moosburg, 14.11.2006 - Die Animals Asia Foundation (AAF) hat weitere 12 Mondbären gerettet, damit sind des insgesamt 217, die inzwischen aus den grausamen Bärenfarmen in China befreit werden konnten. Zwei dieser Bären, die auf die Rettungsstation von AAF in Chengdu, in der Provinz Sichuan, gebracht wurden, waren jedoch so abgemagert und in so schlechter Verfassung, dass sie nicht einmal ihren ersten Gesundheitscheck überlebten.

Aber, so Jill Robinson, Gründerin und CEO von AAF am 9. November 2006, diese beiden Bären sind nicht umsonst gestorben: „Sie haben ein Vermächtnis an entscheidenden Informationen hinterlassen, die für den Untergang dieser Industrie sorgen werden.“

Robinson, die im Laufe der Jahre unzählige Fälle schwerster Grausamkeiten gegenüber Tieren beobachtet hat, erklärte, sie sei entsetzt über den Zustand der 12 Bären bei ihrer Ankunft auf der Rettungsstation: „Alle waren in unbeschreiblich winzigen Käfigen, alle bis auf die Knochen abgemagert, vielfach verwundet und völlig verängstigt in Erwartung dessen, was wohl als nächstes auf sie wartet.“

„Zwei Bären sind blind, mit fehlenden Gliedmaßen, einige mit abgebrochenen Zähnen, etliche haben durch das Reiben an den Gitterstäben zerkratzte und vernarbte Köpfe und Körper, alle sind außer sich vor Angst“, erklärte Robinson.

Im Juli 2000 unterzeichnete AAF ein bahnbrechendes Abkommen mit den Behörden in Sichuan über die Rettung von 500 Bären in der Provinz und über das langfristige Ziel der Abschaffung der Bärenfarmen in China sowie über das Fördern der Verwendung pflanzlicher Alternativen zur Bärengalle. Die Farmer werden finanziell entschädigt, so dass sie sich entweder zur Ruhe setzen oder in eine andere Beschäftigung wechseln können, ihre Lizenzen müssen sie für immer abgeben.

Aber der lukrative Handel mit Bärengalle hat viele Unterstützer. Sie behaupten, dass eine neue katheterfreie und frei tropfende Methode des Galleabzapfens, bei der den Bären ein permanentes Loch in den Bauch operiert wird, für die Bären völlig schmerzfrei sei und die Bärenfarmindustrie damit als „human“ gelte.

Nach Meinung von Robinson bieten die gerade angekommenen, gequälten und verunstalteten Bären den lebenden Beweis, dass dieser Handel so brutal wie eh und je ist: „Wir sehen noch immer junge Bären, die Tatzen in Fallen verloren haben und viel jünger als 17 Jahre alt sind – das markiert den Zeitpunkt, an dem das Fangen von Bären in Fallen 1989 als illegal erklärt wurde.”

Weiter erklärte Robinson, dass „Twiglet“, einer der kurz nach der Ankunft in Chengdu verstorbenen Bären, gerade mal 40 Prozent des Gewichts hatte, das ein gesunder männlicher Mondbär haben sollte.

„Wir vermuten, dass seine frei tropfende Öffnung zuwachsen konnte – das geschieht öfter – und er dadurch für die Farm nutzlos wurde. Der Farmen hat darauf einfach aufgehört ihn zu füttern und ihn verhungern lassen“, so Robinson. „Sein Tod wurde verursacht durch eine Kombination aus Herz- und Nierenversagen. Und auch unser alter Feind, die Blutvergiftung, hat in den letzten einsamen Wochen seines Lebens ihren Teil beigetragen.“
„Message“, der zweite Bär, starb kurz nach ihrer Rettung an Leberkrebs, so wie bereits zehn andere gerettete Bären. Werden Bären nicht gemolken, erkranken sie normalerweise selten an Leberkrebs.

Nach ihrem Tod entdeckten die AAF-Tierärzte Eiter in ihrem Gallensekret – und um diese Galle zu konsumieren, wird viel Geld gezahlt. „Wenn wir sehen, was dies bei den Bären auslöst – was löst es dann bei Menschen aus?“, fragt Robinson.

Konsumenten in China, Japan und Korea stellen die höchste Nachfrage nach Bärengalle. Teile von Bären, Gallepuder und Galleprodukte findet man auch in Australien, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Singapur, den USA und Kanada. Der Export von Produkten aus Bären ist in China illegal, aber der Schwarzmarkthandel blüht. Die Galle wird in der Traditionellen Medizin bei einer Reihe von Beschwerden verwendet, z.B. bei Fieber, Lebererkrankungen oder Augenentzündungen. Synthetische und pflanzliche Alternativen sind längst verfügbar.

Vor zwölf Monaten hat das Europäische Parlament in Brüssel eine Kampagne gestartet, um die chinesische Regierung auf ein Ende der Bärenfarmen bis zum Jahr 2008 zu drängen – dann wird Peking Gastgeber der „Grünen“ Olympiade sein.

Mehr als 7.000 Bären sind noch immer in Farmen in ganz China gefangen. Einige von ihnen seit mehr als 20 Jahren.


Pressekontakt und Fotos:
Christa Filipowicz, Animals Asia Foundation e.V. Deutschland.
Tel.: 08761-725944
Fax: 08761-725865
E-Mail: cfilipowicz@animalsasia.de

Didibo
15.11.2006, 13:48
Vor zwölf Monaten hat das Europäische Parlament in Brüssel eine Kampagne gestartet, um die chinesische Regierung auf ein Ende der Bärenfarmen bis zum Jahr 2008 zu drängen – dann wird Peking Gastgeber der „Grünen“ Olympiade sein.
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Auch wenn es in meinen Augen absoluter Hohn ist, China als Veranstaltungsort hierfür überhaupt in Betracht zu ziehen (die Bärenfarmen sind ja nur eines der unsäglichen Probleme in China in Punkto Tierschutz) : Wenn dabei wenigstens rauskommt, das zumindest die Bärenfarmen ALLE abgeschafft und gestopt werden (und natürlich nicht anschließend wieder entstehen), dann ist wenigstens auf diesem Weg EIN Ziel erreicht, wenn auch über einen sehr widersprüchlichen Weg.

Yassi
16.11.2006, 08:39
Hallo Didibo, da geb ich dir voll und ganz recht. Animals Asia kümmert sich allerdings auch stark um das nicht minder unsägliche Hunde und Katzenschlachten dort. Schau mal auf die Homepage, ist sehr informativ. Ein toller Verein!!! Herzlichst, Yassi