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Timeless
14.11.2006, 19:36
Hallo an alle anderen Tierfreundinnen,

vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben?
Ich überlege, zu meinem Kater ein zweites Pelzgesicht zu holen, habe auch schon 2 in Auge, zwischen denen ich mich noch entscheiden muss.

Vorab-Info: Mein Kater ist noch jung, jedoch ausgewachsen, er ist ein Wohnungskater. Als er in der Katzenpension war, wurde mir gesagt, er sei recht dominant und brauche "eine starke Pfote".
Ich sah beim Kontakt zu einer anderen (älteren) Katze, dass er mehrfach versuchte, Kontakt aufzunehmen, und sich auch durch ihr Fauchen nicht abschrecken ließ.
Ich erlebe ihn als verspielt & lebensfroh und bin sicher, dass er Gesellschaft schätzen würde.

Die Kätzin -so wurde mir gesagt- toleriert andere Katzen, schien mir jedoch, als ich sie beobachtete, aufmerksam und lehnte 2-3 Kontaktaufnahmen durch andere Katzen ab.
Der Kater saß, während ich im Tierheim war, weitgehend auf dem selben Platz und schaute sich das Geschehen an. Er sei "eher stoisch" und "verschmust". Ihn könne man 2x versehentlich schubsen, da würde er beim 3ten Mal immer noch gelassen bleiben.

Meine Frage: Wie sind eure Erfahrungen mit einer -später dazugeholten- Zweitkatze?
Wie sind eure Erfahrungen mit Pärchen / 2 Katern?
Wie lange dauerten bei euch die Eingewöhnungsphasen, das beschnuppern, Grenzen abstecken, annehmen?
Was mache ich, wenn sich die 2 nicht verstehen?
Was kann ich tun, DAMIT die 2 sich verstehen? Letzteres ist mir sehr wichtig, denn ich arbeite (na klar), und die Katzen werden einen Großteil des Tages ohne meine Aufsicht miteinander verbringen müssen.
Ihr merkt, ich bin ziemlich unsicher. Ich bin mit Katzen aufgewachsen, doch die Erfahrung, die mir bevorsteht, ist Neuland für mich.

Danke im Voraus für eure Antworten!

Tierische Grüße an alle SamtpfotenfreundInnen,
timeless.

junia
14.11.2006, 20:58
Hallo erstmal,

ich finde deine Entscheidung prima und habe selbst die Erfahrung gemacht, das eine zweite Katze das Leben der ersten sehr bereichern kann.
Welche Katze zu welcher passt lässt sich leider schwer sagen - auf Anhieb würde ich nach deiner Beschreibung zum Kater tendieren, denn gerade der Gegensatz ist nicht schlecht. Wenn einer wild und ungestüm ist sollte der andere das stoisch nehmen können, wenn eine Katze eher unabhängig die andere kuschlig ist gibt es kein Gerangel um deinen Schoss. Anderseits können die beiden von einander profitieren. Katzen und Kater (so meine Erfahrung) spielen auch etwas unterschiedlich - Katzen spielen gerne mit Dingen, kicken Mäuse und jagen Katzenangeln hinterher. Kater raufen auch ganz gerne mal ohne es gleich böse zu meinen, was viele Katzen nervt.

Ich selbst habe damals zu meinem ca. 5 jährigen Kater ein kleines Kätzchen dazu genommen und zwar vom Tierschutz. Da ich garnicht wusste wie mein Kater auf andere Katzen reagiert (da übernommen) habe ich mit dem Tierschutz ein Rückgaberecht vereinbart. Ich hatte 14 Tage Zeit um zu gucken, ob die beiden sich verstehen. Das mag sich sicher erstmal blöd anhören - allerdings macht man sonst zwei Tieren das Leben zur Hölle und das wollten wir nicht. Von ähnlichen Vereinbarungen habe ich schon öfter gehört - ev. geht das auch in deinem Fall?

Wie lange eine Zusammenführung dauert ist unterschiedlich - nach 14 Tagen ist meist das gröbste Überstanden. Bei uns hat es zwischen 2 und 4 Tagen gedauert (wir haben mittlerweile drei Katzen).

Um die Zusammenführung zu erleichtern kannst du schonmal Decken austauschen - du bringst eine Decke (o.ä.) der fremden Katze mit und gibst eine deines Katers weg (es gehen auch Stoffspielzeuge oder andere Dingen an denen Gerüche hängen bleiben). Ich selbst bin ein Freund des kurzen Prozess. Also Katzenkennel mit neuer Katze in die Wohnung bringen, Türchen auf, gemütlichen Sitz suchen und aufpassen was passiert. Meist kommt die *neue* Katze vorsichtig raus, die andere kommt schnuppern und es wird erstmal gefaucht. Je nach Temprament wird die neue unter den nächst besten Schrank huschen oder die einheimische Katze ein wenig Abstand nehmen und das ganze aus der Entfernung beobachten.
Es hilft ein möglichst normaler Umgang mit der Situation, viel Spielen (baut Aggressionen ab und fördert das Selbstbewusstsein). An besonderer Eifersucht bei Katzen glaube ich nicht, man sollte sich ganz normal mit beiden beschäfftigen.

Gruß Junia

Inaktiver User
15.11.2006, 09:54
Wie sind eure Erfahrungen mit Pärchen / 2 Katern?
Wie lange dauerten bei euch die Eingewöhnungsphasen, das beschnuppern, Grenzen abstecken, annehmen?
Was mache ich, wenn sich die 2 nicht verstehen?
Was kann ich tun, DAMIT die 2 sich verstehen? Letzteres ist mir sehr wichtig, denn ich arbeite (na klar), und die Katzen werden einen Großteil des Tages ohne meine Aufsicht miteinander verbringen müssen.
Ihr merkt, ich bin ziemlich unsicher. Ich bin mit Katzen aufgewachsen, doch die Erfahrung, die mir bevorsteht, ist Neuland für mich.

Danke im Voraus für eure Antworten!

Tierische Grüße an alle SamtpfotenfreundInnen,
timeless.

Junia hat ja schon viele Fragen beantwortet.
Decken austauschen zum kennenlernen der unterschiedlichen Gerüche ist ein sehr guter Gedanke.
Was ich aber auch immer wieder vorschlage ist, ein Haushaltstuch o.ä. durch den vom Hauskater benutzten Kaklo und damit den Neuzugang abreiben. Das überträgt den "Stallgeruch" etwas schneller und intensiver als Decken etc.

Ich plädiere immer für 2 Katern und kann mich auch nur wiederholen: Kastrierte Kater gelten als toleranter und weniger zickig gegenüber Neuzugängen. Vor allem ist es schon so, wie Junia schreibt, dass Kater durchaus beim spielen deftiger miteinander umgehen als Katzen. Wenn ich das hier bei unseren beiden oft erlebe, wie sie übereinander herfallen, das sieht manchmal schon heftig aus. :smile:

Viel Erfolg bei der Zusammenführung
LG Delenn

Nachtrag: Am besten den Neuen an einem Freitag abholen, damit du mindestens am WE dabei bleiben kannst. Günstiger ist eigentlich immer, wenn man ein paar Tage Urlaub einplant, um zu sehen, wie die beiden miteinander klarkommen ehe man sie alleine lässt.

Inaktiver User
15.11.2006, 13:52
ungestüm ist sollte der andere das stoisch nehmen können, wenn eine Katze eher unabhängig die andere kuschlig ist gibt es kein Gerangel um deinen Schoss.

DA kann man auch Überraschungen erleben ... Ich habe die Zweitkatze geholt, weil die 1. überhaupt nicht schmusen wollte und nur zu mir kuscheln kam, wenn ich schlief ... :knatsch: Kaum war die schmusige Zweitkatze da, sah das gaaannz anders aus und die - uralte ! - Erstkatze mutierte zur Schoßkatze ... :unterwerf:


Kater raufen auch ganz gerne mal ohne es gleich böse zu meinen, was viele Katzen nervt.

Also - bei uns möchte die 5 jahre ältere Katze raufen - und Kater, obwohl ansonsten ein Rabauke, springt maunzend weg ... :freches grinsen:

Ich denke, wenn man einen kastrierten Kater hat, kann man sowohl einen anderen kastrierten Kater als auch eine Katze dazunehmen.

Nur die Kombi Altkatze plus weiblicher Neuzugang würde ich nicht mehr machen, daß ist Zickenkrieg pur ... :unterwerf:

Islabonita
15.11.2006, 17:00
Nur die Kombi Altkatze plus weiblicher Neuzugang würde ich nicht mehr machen, daß ist Zickenkrieg pur ... :unterwerf:

Ja, kann ich auch bestätigen. Onkel und Tante haben das mal ausprobiert und es gab Zickereien und ernsthafte Beißereien! Mein Onkel wollte die Kämpfenden trennen und ist mit dem Fuß dazwischen gegangen. Er war 2 Wochen krank geschrieben.....

Gruß

Timeless
20.11.2006, 22:39
Hallo ihr,

danke für eure Antworten; mein Mut ist etwas gestiegen. ;)
Zur aktuellen Lage: Seit dem 17.11. haben mein Kater und ich ein neues Familienmitglied: Einen sehr jung wirkenden Kater (im Alter des anderen ~), der, wie mein "Älterer" kastriert ist.

Den Anfang habe ich gemacht mit dem rauslassen des Neuen in begrenztem Raum (Küche & Flur), habe die Zwei beobachtet & allmählich den Raum erweitert, alles, ohne mich in das Beschnuppern groß einzumischen. Ich war eher die wachsame Beobachterin. :)
Die ersten Stunden gab es Gefauche (vom Älteren), abwehrende Ohrfeigen (auch heute noch) und zwischendurch grelles Maunzen & grummelndes Knurren. Erbitterte Keilereien habe ich noch nicht beobachten können, auch keine losen Fellbüschel in der Wohnung.

Mein "Kater1" scheint misstrauisch, geht dem "Kater2" entweder aus dem Weg, knurrt, oder haut ihm -wenn der Kleine zu nah kommt, manchmal auch ohne für mich ersichtlichen Grund, welche runter.

K2 wirkt eher gelassen & stoisch, nach dem Motto "Erst mal schauen, nicht aus der Ruhe bringen lassen".
Sind wir zu dritt im Raum, wirkt der Kleine eher auf mich fixiert, als auf seinen Genossen, schmust & ist sehr kontaktfreudig (zu mir). Mit K2 scheint er noch in der Phase des Einschätzens zu sein (klar...). K1 hält sich dann noch bedeckter als sonst, was seinen Kontakt zu mir betrifft; da muss schon ich auf ihn zugehen.

Es kommt vor, dass sie vorsichtig aufeinander zugehen und gegenseitig an ihren Nasen riechen; danach gehen sie entweder neutral auseinander, oder K1 tappt K2 welche mit den Pfoten ins Gesicht (wird von K2 dann schon mal erwidert).

Ich spiele mit beiden - bisher klappt es nur getrennt, denn K1 geht, wenn K2 kommt.

Was haltet ihr davon, wie schätzt ihr diese geschilderte Situation ein?
Wisst ihr Dinge, die ich tun kann, um den beiden zu "helfen"?

Danke noch- / schonmal!

Schönen Wochenanfang für euch und die Pelzgesichter,
timeless.

Inaktiver User
21.11.2006, 10:33
Was haltet ihr davon, wie schätzt ihr diese geschilderte Situation ein?
Wisst ihr Dinge, die ich tun kann, um den beiden zu "helfen"?


Alles bestens und normal, laß die Tierchen einfach in Rúhe ! :smirksmile: