PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treu kann man sein, solange es interessant ist...



Onager
13.11.2006, 22:55
Wer sich die Scheidungsstatisken anschaut und die diversen Foren durchstöbert, wird sich der Einsicht nicht entziehen können, daß sich seit den Idealvorstellungen unserer Großeltern Einiges geändert hat. Die Affäre hat es immer gegeben, aber die Konsequenzen sind heute andere, deshalb wird heute offener darüber gequatscht. Früher haben es sich viele verkniffen oder äußerste Geheimaltung gewahrt, weil die repressive Moral das Individuum entweder in die Heuchelei oder in die Hyperreligiösität getrieben hat. Der Mensch, egal ob männlich oder weiblich, sonst würde es nicht funktionieren, ist in seiner Anlage promiskuitiv und die Treue ist eine Erfindung antiker und neuzeitlicher Unterdrückungsmechnasimen, deren Moralvorstellungen sich bis in die heutige Zeit rübergerettet haben. Die religiösen Moralvorstellungen von damals sind das Betriebssystem mit dem wir heute noch arbeiten, ob wir es akzeptieren oder nicht. Wer an der Oberfläche fundamentalistischer Ideologien kratzt, stellt schnell fest, daß da eine Menge Dampf durch Verneinung der menschlichen Matrix, nämlich der grundsätzlichen Bereitschaft zu außerpartnerschaftlichen Sex, aufgebaut wird und sich ungesunde Kanäle zur Entladung sucht. Ficken macht Spass und jemanden neu zu ficken nachdem man die Resettaste in der ausgelutschten Partnerschaft gedrückt hat, macht immer wieder neu Spass. Das ganze Gelaber drumherum kann man sich sparen. "Die Beziehung war sowieso zuende. Sie hat mich nicht mehr verstanden. Wir haben nur noch nebeneinander hergelebt." Bullshit!
Ich habe es so oft selbst erlebt. Ich bin ein gemütlicher Typ, der gerne auf dem Sofa vorm Fernseher einschläft. Ich kenne die Vorzüge eines ruhigen Lebens zu zweit und mache es phasenweise immer wieder gerne. gemeinsam in den Urlaub, durch den Regen spazieren gehen, lachen, Pläne schmieden, über andere Paare lästern usw. Die meisten Frauen, mit denen ich zusammengelebt habe, waren in Ordnung. Sie haben sich Mühe gegeben. Ein gemütliches Heim eingerichtet, meine Schulden bezahlt, guten Sex geschenkt, mir gesunde Kinder auf die Welt gebracht, gekocht, geputzt und den ganzen Laden geschmissen. Gut, ich habe mir immer die Richtigen ausgesucht und gottseidank bisher immer einen weiten Bogen um Chaosbräute geschlagen. Doch nach einer gewissen Zeit ist es gut, da lächelt Dich eine Hübsche mit kleinem Hintern an und plötzlich tippt Dir einer auf die Schulter und sagt: "da geht's lang!" Und auf einmal fängst du an, rumzunörgeln, Du pickst auf ihren Schwächen rum und bläst Kleinigkeiten zu großen Problemen auf. Und hinter Deiner Leichenbittermiene des Opfers wetzt Du die Haifischzähne. Der Neuen erzählst Du von deinen "Problemen" und sie macht große Augen dazu. Das ist aber nicht alles, denn irgendwann spreizt sie auch noch die Beine für Dich. Das ist kein männliches Monopol, spart Euch die Mühe, andersrum funktioniert es genauso. Klassischer Satz beim Schlußmachen:" Ich mache jetzt den größten Fehler meines Lebens, weil ich dich verlasse...." eine wirklich ekelhafte Mischung aus Selbstmitleid und gebremsten Jubel über die neue Lebensperspektive. Hört auf Leute, hört mit diesem pseudopsychologischen Unsinn auf, mit dem ihr das Jucken zwischen Euren Beinen begründen wollt. Hört mit dem hochgestochenen Quatsch auf mit dem ihr Euch selbst bescheißt.
Wenn es nämlich andersum läuft entdeckt ihr die Moral neu und beschwört die Wahrhaftigkeit und sonstwas. Ihr lauft rum erzählt jedem bis zum Erbrechen die Gemeinheiten Eures treulosen Partners. ihr lauft mit ausgedruckten Seiten erschnüffelter emails rum und schwört, daß das Ursprung des Bösen ist. irgendwann ist halt mal schluß, da hat man alle Sätze, die es zu sagen gibt, gesagt, alle Stellungen durchprobiert und alles aufgesaugt, was der andere zu geben hat und dann weiter......

Prijon
13.11.2006, 23:04
Und was willst Du uns damit nun wirklich sagen?

Rätselt
Prijon

Ninalina
13.11.2006, 23:07
du klingst wie ein sehr trauriger, unzufriedener mensch und tust mir nur leid.

Babygoo
13.11.2006, 23:13
Ich finde, er hat recht. Mein Liebster hat mich auch betrogen, weil er es vermutlich nicht mehr interessant genug fand mit mir. Die andere war in dem Moment aufregender. Aber wehe, ich tue dasselbe... dann ist die Hölle los, natürlich.

Onager
14.11.2006, 06:20
Die meisten von uns sind erfolgreiche Schmierenkomödianten in einem Stück, das wir selbst nicht geschrieben haben und scheuen uns vor unserem eigenen Abgrund und dem der anderen. Was ok ist, um Himmels willen. Ist ja auch nicht einfach das Ganze, aber ich will hier mal den advocatus diaboli geben und dazu anstoßen über den Kern der Dinge nachzudenken. Ist das alles so abwegig und abartig, was ich geschrieben habe? Bin ich so anders, als der Rest oder am Ende nur stinknormal? Ich fürchte, daß ich nur ein durchschnittliches Musterbeispiel abgebe bei allem was ich so höre und sehe. Nein, ich bin nicht total glücklich mit dieser Erkenntnis, aber ich kann nicht mehr an den Gott meiner Großmutter glauben. Ich kann dieses Schönwettergerede über eine Formel mit der eine dauerhafte und absolut erfüllte Beziehung in ewiger Treue möglich sein soll nicht ernst nehmen, wenn ich um mich herum jeden Tag das Gegenteil erlebe. Einer von uns beiden ist hier fehl am Platz, der Gott meiner Großmutter oder ich. Also sollte man sich langsam an den Gedanken gewöhnen, daß wir anders sind, als die Vorstellungen, die wir uns von uns selbst machen. Vorstellungen, die wir eingetrichtert bekommen haben von Leuten, die sicher keinen Masterplan in der Tasche hatten und selbst durchs Leben getaumelt sind. Und vielleicht sollten wir mal damit anfangen, statt ständig Nebelkerzen über die Motive unseres Handelns zu werfen, die Hosen runterzulassen. Wir fallen auf diese Vorstellungen rein, weil sie uns suggerieren etwas Besonderes und Einzigartiges zu sein. Wenn ich besonders gut und tapfer bin, dann muß ich jemand Besonderes sein. Ich verkneife mir viele Dinge, um mich selbst dafür belohnen zu können. Braves Kind. Diese Vorstellungen haben sich verselbstständigt und zerren uns in das Joch des Alltags. Da wirkt ein bißchen fremdgehen wie eine Befreiung. Wir gehen fremd oder verlassen unsere Partner, weil wir Druck ablassen müssen. Das hat eigentlich nicht viel mit dem Partner zu tun, der einfach nur ein Teil dieses Alltags geworden ist. Wir wollen neu durchstarten und landen wieder im selben Muster.
Wir da rauskommen? Ich weiß es nicht. Marx hat gesagt, wenn Du die Dinge, die Dich stören nicht ändern kannst, dann versuch sie möglichst genau und klar zu beschreiben. Also lasse ich hier mal die Hosen runter ohne Pseudobegründung und Selbsttäuschung.

espressa
14.11.2006, 08:35
uiuiui, is ja schon gut.
eine Frage: geht es dir jetzt besser?
ja? dann hat dieses Forum auch dir geholfen.

fremdgehen ist nicht ok.
Wir sind keine Neandertaler mehr.
Mein Ideal: Mit dem Partner fremdgehen können.


gruss Espressa

Schnurzelchen
14.11.2006, 09:26
"Die meisten Frauen, mit denen ich zusammengelebt habe, waren in Ordnung. Sie haben sich Mühe gegeben. Ein gemütliches Heim eingerichtet, meine Schulden bezahlt, guten Sex geschenkt, mir gesunde Kinder auf die Welt gebracht, gekocht, geputzt und den ganzen Laden geschmissen."
:ooooh: :erleuchtung: :gegen die wand:

Echtefuffzig
14.11.2006, 09:26
Lieber Onager (ist das nicht das lateinische Wort für "Esel"?),

Deine Ausführungen mögen ja auf manche Paare zutreffen - aber halt nicht auf alle. Nicht jeder möchte mit einem neuen Partner durchstarten bzw. ein neues Leben anfangen.

Nicht jeder ist sexuell oder anders betrachtet dermaßen unzufrieden, dass er oder sie es in der bestehenden Verbindung einfach nicht mehr aushält.

Seit Omas Zeiten hat sich in der Tat viel verändert - aber wirklich nur zum Guten? Ich weiß nicht, ich habe da so meine Zweifel.

Ein Mensch ist kein Spielzeug, das man einfach wegwirft, wenn man genug davon hat, weil der sogenannte "Kick" im Laufe der Zeit scheinbar verloren gegangen ist.

Es gibt einige Möglichkeiten, langjährige Beziehungen aufzupeppen - nicht nur in erotischer Hinsicht!

Voraussetzung ist allerdings, dass BEIDE das wollen - früher nannte man das unter anderem auch "Liebe".

Niemand zweifelt daran, dass eine Partnerschaft auch scheitern kann. Dann ist es vielleicht manchmal besser, wenn man sich trennt.

Aber einen Menschen aufzugeben, der jahrelang Geborgenheit, Zufriedenheit und Glück bedeutet hat, einfach für "etwas Neues" fallen zu lassen?

Nein, das kann es nicht sein.

Zumal der oder diejenige nach einiger Zeit auch nichts Neues mehr ist - was dann? Wieder muss etwas Neues her und so weiter und so weiter?

Eines noch: Egal welche Beziehung ich führe - ich nehme MICH immer mit.

Und werde durch einen neuen Partner noch lange kein NEUER Mensch - diesen Irrtum sehen mache Menschen anscheinend nicht.

Gruß

Echtefuffzig

baerli
14.11.2006, 09:31
Mir fällt dazu der Spruch ein:
Der Mohr hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan und kann nun gehen.
So kommt mir das bei Onager vor.

Echtefuffzig
14.11.2006, 09:40
Mir fällt dazu der Spruch ein:
Der Mohr hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan und kann nun gehen.
So kommt mir das bei Onager vor.

Da hätte ich auch noch einen :freches grinsen:

"Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er auf's Eis!"

Gruß

Echtefuffzig

Chrissiebabe234
14.11.2006, 09:47
ich verstehe echt nicht, wie man sich als frau für solch einen distanzierten, zynischen und offenbar liebesunfähigen jammerlappen wie dich die beine ausreissen kann.

respektive sie auch noch 'breit' macht. in jeder hinsicht klingt das nach HÄNGER.

Inaktiver User
14.11.2006, 10:39
Onager, ich bin ganz Deiner Meinung. Fast alle Menschen, die ich kenne und beobachte, sind so.

Ich nicht.

Ich bin treu, weil ich das will. Und das hängt nicht davon ab, ob meine Partnerin interessant oder eine andere Frau interessanter ist. Es ist die ganz grundlegende Frage, wie ich leben will: stabil oder unsicher; ruhig oder angstvoll; gebunden oder frei; intensive Nähe oder intensiver Kitzel; Vertrauen oder Fremdheit; usw.

Ich habe schon in meiner Jugend begriffen, dass ich ein sehr abenteuerlustiger Mensch bin, der sehr viel Neues, ständige Bewegung und häufige Wechsel in seinem Leben braucht. Im beruflichen Bereich. Ich ziehe alle häufig um, wechsle ständig meine Arbeit, lerne ohne Pause Neues, sehe fremde Länder, begegne unbekannten und aufregenden Menschen. Mein Berufsleben ist ein einziges Abenteuer.

In meiner Beziehung aber brauche ich Stabilität und Sicherheit. Ich bin meiner Frau treu - ohne die erotische Anziehungskraft anderer Frauen zu verdrängen: die genieße ich, wie ich die Sonne oder eine schöne Landschaft genieße, gehe ihr aber nicht nach. Ich spüre, wie schön und erregend diese fremde Frau ist - und das ist mir genug. Was ist ein Orgasmus mehr oder weniger?

So ist mein Leben aufregend und beständig zugleich. Ich breche, wie ein Kind, zuversichtlich aus der Geborgenheit der Familie, in die wilde Weite der Welt auf und kehre nach meinen Abenteuern voller Freude wieder in diese Wärme zurück.

---

Offenbar fühlst Du Dich selbst nicht mehr ganz wohl mit dem, was Du als normal beschreibst. Vielleicht ist das Dein erster Schritt in eine andere Lebenseinstellung und partnerschaftliche Praxis.

Ich kenne viele Menschen, die irgendwann müde wurden, von Deiner Lebensform und sich eine anderes Leben erfunden haben.

Kraaf
14.11.2006, 10:42
Ich bin meiner Frau treu - ohne die erotische Anziehungskraft anderer Frauen zu verdrängen: die genieße ich, wie ich die Sonne oder eine schöne Landschaft genieße, gehe ihr aber nicht nach. Ich spüre, wie schön und erregend diese fremde Frau ist - und das ist mir genug.

:allesok: Kraaf

Inaktiver User
14.11.2006, 11:18
Lieber Onager (ist das nicht das lateinische Wort für "Esel"?),


Bist Du FIIIIIEEEEESSSSSSS :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Das hilft aber jetzt nicht wirklich, oder? :zwinker: Oder Hast Du kein Helfersyndrom?

nathaliethor

Inaktiver User
14.11.2006, 11:21
Ich habe schon in meiner Jugend begriffen, dass ich ein sehr abenteuerlustiger Mensch bin, der sehr viel Neues, ständige Bewegung und häufige Wechsel in seinem Leben braucht. Im beruflichen Bereich. Ich ziehe alle häufig um, wechsle ständig meine Arbeit, lerne ohne Pause Neues, sehe fremde Länder, begegne unbekannten und aufregenden Menschen. Mein Berufsleben ist ein einziges Abenteuer.

In meiner Beziehung aber brauche ich Stabilität und Sicherheit. Ich bin meiner Frau treu - ohne die erotische Anziehungskraft anderer Frauen zu verdrängen: die genieße ich, wie ich die Sonne oder eine schöne Landschaft genieße, gehe ihr aber nicht nach. Ich spüre, wie schön und erregend diese fremde Frau ist - und das ist mir genug. Was ist ein Orgasmus mehr oder weniger?

So ist mein Leben aufregend und beständig zugleich. Ich breche, wie ein Kind, zuversichtlich aus der Geborgenheit der Familie, in die wilde Weite der Welt auf und kehre nach meinen Abenteuern voller Freude wieder in diese Wärme zurück.


Hi kjdksdlkj,
hierin stimme ich Dir total und absolut zu und es macht Dich mir sympathisch.
Das kopier ich mir raus!
nathaliethor

Ypnowoman2
14.11.2006, 11:24
Onager
vieles was du geschrieben hast kann ich nachvollziehen, und vieles doch nicht. Nehme meine Antwort an dir bitte nicht als Angriff, es ist nur meine Empfindung über dein Geschriebenes. Ich sehe eine Menge Langeweile bei dir. Furchtbare Langeweile, der du zu entkommen versuchst, in dem du dir einfach eine neue Maus suchst. Echtefuffzig hat richtig geschrieben - du nimmst DICH mit. Und du bist langweilig. Und kommst mir alles anderes als glücklich vor.
Du sprichst von wiederkehrenden Muster und wie man da raus kommt. Meine Antwort ist: wenn alles gesagt ist, sucht man sich gemeinsam etwas neues, worüber man reden kann.
Alle Stellungen sind ausprobiert? Na und? Bringe Variationen rein, schalte dein Hirn an und lass dir was einfallen.
Man macht sich selber interessant und spornt den anderen auch interessanter zu werden, in jeder Lebenslage. Das funktioniert aber nicht in dem man vor dem Fernsehen einschläft.
Man hört auf, sich einiges zu verkneifen um sich dafür loben zu können, weil das kein Verzicht aus Überzeugung ist sondern nur vorprogrammierter Frust. Und genau dieser Frust lässt dich andere Mäuse aufregend erscheinen - weil du sie mit dem Gefühl von Aufregung und "endlich lebendig sein" verwechselst. Ohne zu merken, dass sie - die Neue - dir dieses Gefühl nicht dauerhaft geben kann, weil es aus dir raus kommen muss, damit du mit dir glücklich sein kannst.

Echtefuffzig
14.11.2006, 11:29
Bist Du FIIIIIEEEEESSSSSSS :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Das hilft aber jetzt nicht wirklich, oder? :zwinker: Oder Hast Du kein Helfersyndrom?

nathaliethor

Nööö, Helfersyndrom ist aus :freches grinsen:

Schönen Tag wünscht

Echtefuffzig

Inaktiver User
14.11.2006, 11:37
Nööö, Helfersyndrom ist aus :freches grinsen:

Schönen Tag wünscht

Echtefuffzig


Kommt das nochmal nach? Brauche noch ein Kilo :smirksmile: Und dann hätte ich auch gerne noch Mitleid und Kopftätscheln sowie drei Schaufeln Hoffnungslosigkeit.

nathaliethor

Mitleser
14.11.2006, 11:44
Der Mensch, egal ob männlich oder weiblich, sonst würde es nicht funktionieren, ist in seiner Anlage promiskuitiv und die Treue ist eine Erfindung antiker und neuzeitlicher Unterdrückungsmechnasimen

Glaub ich nicht, grade in der Frühzeit der Menschen, vor jeglicher Zivilisation, war es umso wichtiger seine Ressourcen und Kraft für die Aufzucht der eignen Nachkommen zu nutzen um seine Erbanlagen weitergeben zu können.

Viele Forscher meinen auch das hierraus das Phenomen entspringt das Männer sexuelle Untreue mehr fürchten und Frauen emotionale. Sprich der Mann hat Angst ein Kukukskind großzuziehen (die Frau kann sich ja sicher sein das es ihr Kind ist), die Frau hat aber mehr Angst den Versorger zu verlieren.
Das wird sich heute alles etwas überlebt/verändert haben, ist eingeflossen in andere Verhaltensmusster. Aber das in vorzivilisatorischer Zeit jeder mit jedem gepoppt hat ist absoluter Blödsinn und ist auch bei unseren engesten Verwandten nicht so.

Echtefuffzig
14.11.2006, 11:57
Kommt das nochmal nach? Brauche noch ein Kilo :smirksmile: Und dann hätte ich auch gerne noch Mitleid und Kopftätscheln sowie drei Schaufeln Hoffnungslosigkeit.

nathaliethor

Helfersyndrom ist generell aus :cool:

Mitleid und Kopftätscheln gibt es nur in "Härtefällen" :smirksmile:

Hoffnungslosigkeit existiert nicht in meinem Sortiment - denn Hoffnung gibt es immer :zwinker:

Gruß

Echtefuffzig

Echtefuffzig
14.11.2006, 11:59
Onager, ich bin ganz Deiner Meinung. Fast alle Menschen, die ich kenne und beobachte, sind so.

Ich nicht.

Ich bin treu, weil ich das will. Und das hängt nicht davon ab, ob meine Partnerin interessant oder eine andere Frau interessanter ist. Es ist die ganz grundlegende Frage, wie ich leben will: stabil oder unsicher; ruhig oder angstvoll; gebunden oder frei; intensive Nähe oder intensiver Kitzel; Vertrauen oder Fremdheit; usw.

Ich habe schon in meiner Jugend begriffen, dass ich ein sehr abenteuerlustiger Mensch bin, der sehr viel Neues, ständige Bewegung und häufige Wechsel in seinem Leben braucht. Im beruflichen Bereich. Ich ziehe alle häufig um, wechsle ständig meine Arbeit, lerne ohne Pause Neues, sehe fremde Länder, begegne unbekannten und aufregenden Menschen. Mein Berufsleben ist ein einziges Abenteuer.

In meiner Beziehung aber brauche ich Stabilität und Sicherheit. Ich bin meiner Frau treu - ohne die erotische Anziehungskraft anderer Frauen zu verdrängen: die genieße ich, wie ich die Sonne oder eine schöne Landschaft genieße, gehe ihr aber nicht nach. Ich spüre, wie schön und erregend diese fremde Frau ist - und das ist mir genug. Was ist ein Orgasmus mehr oder weniger?

So ist mein Leben aufregend und beständig zugleich. Ich breche, wie ein Kind, zuversichtlich aus der Geborgenheit der Familie, in die wilde Weite der Welt auf und kehre nach meinen Abenteuern voller Freude wieder in diese Wärme zurück.

---

Offenbar fühlst Du Dich selbst nicht mehr ganz wohl mit dem, was Du als normal beschreibst. Vielleicht ist das Dein erster Schritt in eine andere Lebenseinstellung und partnerschaftliche Praxis.

Ich kenne viele Menschen, die irgendwann müde wurden, von Deiner Lebensform und sich eine anderes Leben erfunden haben.

So sieht das aus :Sonne:

Gruß

Echtefuffzig

Gollum
14.11.2006, 17:40
Ich finde den Text von Onager sehr beeindruckend, weil er so ehrlich und dabei sehr klar und gerade raus ist. Das weiß ich zu schätzen, Heuchler gibt es genug!

So und jetzt stehen wir wieder am klassischen Problem der in die Jahre gekommenen Punkx von damals: was alles Scheiße ist wissen wir nun- aber was wollen wir sonst???? :ooooh:

Inaktiver User
14.11.2006, 18:28
Hallo Gollum,
mich beeindruckt auch immer das am Meisten, was meinem Denken am ähnlichsten ist :erleuchtung: Bin immer wieder beeindruckt, wenn ich irgendwo etwas lese, wo ich denke: Hey, endlich mal jemand der in Worte fasst, was ich schon lange denke.

Hatte ich doch recht! :freches grinsen:

Endlich mal einer, der ehrlich ist. :knatsch:

Und ich bin froh, dass es für mich Texte sind, die Lebensfreude und Positivität ausdrücken. Die von Sinn schreiben, von Liebe und Verantwortung.

Und (ehrlich) ich finde es sehr resigniert wie der TE schreibt. Auch wenn es für ihn persönlich ehrlich ist, heißt das nicht, dass es die Wahrheit ist.

Grüße
nathaliethor

Gollum
14.11.2006, 19:04
Doch- wenn er ehrlich ist, ist es SEINE Wahrheit.

Nicht Deine, nicht meine und nicht die von 10 000 anderen Usern...

Inaktiver User
14.11.2006, 19:32
Hallo Gollum,
klar. Deswegen ist sein Leben ja auch so wie es ist. Er glaubt daran, was er oben beschrieben hat und deswegen hat er es so erschaffen. Ich glaube an eine andere Wahrheit und habe mir deshalb mein Leben so erschaffen wie es ist.
nathaliethor

Inaktiver User
14.11.2006, 19:36
Doch- wenn er ehrlich ist, ist es SEINE Wahrheit.



Und wenn ich Deinen Text nochmal lese, frage ich mich, wem hier im Forum Du wohl Unehrlichkeit unterstellst? Ich habe den Eindruck, dass hier sehr viele Menschen sehr ehrlich sind. Wozu also es herausstellen, dass es jemandes Wahrheit ist, Gollum?

(Sonst würde es hier nicht so gut funktionieren und keinen so regen Austausch geben. Wenn Menschen das Gefühl haben, belogen zu werden und das, was geraten wird, nicht funzt, dann wenden sie sich schnell mal wieder ab.)

nathaliethor

Onager
14.11.2006, 21:01
Hey, ich bin nicht hier, um eine bestimmte Lebensform zu propagieren und eine alleingültige Weisheit zum Besten zu geben. Mein Thema ist nahe am Thread angesiedelt. Wer hier mit breiter Brust sein perfektes Glück darstellt, hat meinen Ansatz nicht verstanden. Seid froh, wenn es gut geht! Glückwunsch! Ziel erreicht! Keine Fragen mehr dazu! Genießt es! Manchmal muß man sich über die allergischen Reaktionen wundern, wenn man einfach nur mal ehrlich ein Phänomen beschreibt.Ich habe nie behauptet glücklich damit zu sein. Stellt Euch vor, ich wäre ein Schwuler, der seine Freizeit in Darkrooms verbringt. Alle, die mich jetzt bemitleiden oder kritisieren, würden zurecht auf die Barrikaden gehen, wenn ein reaktionäres Arschloch diese Lebensform in Frage stellen würde. Mein Thema sind die Lügen in der Liebe. Mein Thema sind diejenigen, die damit umgehen müssen, egal ob Hammer oder Amboß. Meine Sympathie gilt denjenigen, die an stillen Novembernachmittagen den Eisblumen an ihrem Küchenfenster beim Wachsen zusehen. Meine Sympathie gilt denjenigen, die immer wieder auf ihr stummes Telefon starren. Meine Sympathie gilt denjenigen, die mit schlechtem Gewissen immer wieder um den Block schleichen und nicht wissen, wie sie es sagen sollen. Wie hilfreich ist solchen Menschen das stolze Gehabe derjenigen, die sich im Winter zusammenkuscheln in der behaglichen Gewißheit, daß da draußen ein paar arme Menschen einer traurigen Zeit entgegengehen? Die stereotypen Aufmunterungen einer selbstgerechten Menschheit, helfen die wirklich? Whoa, was für ein schönes Bild. Da läuft jemand rum und interpretiert alles Mögliche in das Verhalten seines treulosen Partners und läßt sich mit den immergleichen Floskeln abspeisen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber vorher pökeln wir seine Seele mit unseren Zielvorstellungen, die ihm so hilfreich sind, wie eine Schachtel Zigaretten für einen Lungenkranken. Scheiße! Da wäre es doch viel besser einen sauberen Schnitt zu machen und das Selbstbild zu beschädigen und mal wirklich die Hosen runterzulassen. Warum hängen soviele an ihrem aufgebauten Ideal, das längst durch ein neues Abenteuer entwertet wurde? Gebt den Verlassenen eine echte Chance auf einen Neustart. Zerstört das wertlose Bild von Euch, aber lasst niemanden unnötig leiden. Oberflächlich, zynisch, depressiv und langweilig? Gerne ziehe ich mir diesen Schuh an. Ich habe keine Lust mehr auf Rituale. Nehmt die Verachtung wertvoller Menschen in Kauf, wenn ihr weiterziehen müsst, aber versucht nicht gleichzeitig gut und böse zu sein. Ehrlichkeit hat einen hohen Wert. Für alle. Und hier schließt sich der Kreis. Moral ist kein wertloser Begriff. Nur man muß ihn am Leben definieren und nicht an irgendwelchen Wunschvorstellungen. Das Leben ist sehr hart und die Komplikationen sind vielfältig. Unbeherrschbar, unvorhersehbar und das Einzige, was wirklich weiterhilft ist eine schmerzvolle Analyse des Status Quo.

Inaktiver User
14.11.2006, 21:12
Ameeeeen

Kraaf
14.11.2006, 21:19
Okee, shit happens und wir sind alle nur Menschlein und nicht unfehlbar und nicht perfekt. Überhaupt nicht. Zugegeben, du drückst das wesentlich spannender und packender aus.

Aber ahnten wir das nicht alle bereits irgendwie? :smirksmile:

Achja, ich zumindest bin gut und böse. Mal mehr, mal weniger. Und ich bestehe darauf. :freches grinsen:

nettes Grüssle
Kraaf