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katlyn
15.12.2013, 15:56
Unter Müttern - Das kleine Fernsehspiel - ZDFmediathek - ZDF Mediathek (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1993540/Unter-Muettern#/beitrag/video/1993540/Unter-Muettern)

Schöne Doku! :smile:

katlyn
15.12.2013, 16:07
Beschreibung dazu:
"Alle sind bestens ausgebildet, versuchen – in unterschiedlichen Konstellationen – Beruf und Familie zu vereinbaren. Sie leben das vor, was Ministerin von der Leyen mit ihrer Familienpolitik erreichen wollte. Denn, so der politische Konsens, Deutschland braucht mehr Kinder und besonders Akademikerinnen sollen nach einer Babypause schnell wieder in den Beruf zurückkehren können, also dafür sorgen, dass sowohl die Geburtenrate wie das Bruttosozialprodukt steigen.
Soweit die Theorie. Und die Praxis? Kinderbekommen ist, das zeigt der Film in seinen eindrücklichen Frauenporträts, etwas sehr Individuelles, und jede Partnerschaft reagiert anders darauf. Das Switchen zwischen Beruf und Kindern gelingt den einen besser als den anderen. Oft bleiben Wünsche und Vorsätze dabei auf der Strecke und die Belastbarkeit hat Grenzen. Doch es wächst auch die Kraft."

Mamatanzt
15.12.2013, 17:27
Liebe Katlyn,

in der "Mama-Blogger-Szene" ist zur Sendung gerade eine rege Diskussion im Gang. Meinen Eindruck habe ich auf meinem Blog folgendermaßen beschrieben:

„Unter Müttern“ hieß eine Dokumentation im ZDF, die in der Nacht zum 11.12. ausgestrahlt wurde. Tenor der Sendung: Arbeitende Mütter sind oft müde.

Schade. Ich hatte mir mehr erhofft.

Ja, vielleicht ist es hilfreich, sich zu vergewissern, dass man nicht allein ist, wenn das Leben Kopf steht, weil Kind und Job koordiniert werden müssen. In dieser Hinsicht mag die Dokumentation helfen. Auf der anderen Seite: Brauchen Frauen diese Rückversicherung? Wir wissen doch, wie der Hase läuft. Wenn mir eine Mutter, ob mit oder ohne Job, verkaufen wollte, dass ihr Leben ein einziger Ponyhof wäre, würde ich diesen Ponyhof wirklich gerne besuchen. Zu Anschauungszwecken.

Aber: Ich kenne keine solche Mutter.

Auch hat mich noch niemand mit der Aufforderung herausgefordert, das sei doch alles ganz easy zu stemmen, und bitte schön in High Heels. Hatte ich diesbezüglich bisher einfach Glück und ein ehrliches Umfeld von Müttern, die Tacheles reden? Woher kommt der vielzitierte Druck, alles mit links managen zu müssen? Wer hat das je ernsthaft von einer Mutter gefordert? Das interessiert mich wirklich sehr.

Ist der vermeintliche Anspruch nach der perfekten „Working Mum“, der oft allgemein der Gesellschaft angelastet wird, nicht möglicherweise selbstgebraut im eigenen Stübchen? Weil man als Frau nach Ausbildung oder Studium von sich selbst erwartet, sein Zeugnis nicht ungenutzt über der Wickelkommode gerahmt zu sehen?

Kommt der Druck gar nicht von aussen, sondern von innen?

Dann ist gut beraten, wer nachsichtig mit sich sein kann. Nichts ist perfekt. Leider. Und zum Glück.

Was denkt Ihr? Katlyn, was hat Dir besonders gut gefallen? Ich freue mich über Austausch.

Herzliche Grüße von

Anne

Inaktiver User
16.12.2013, 06:35
Unter Müttern - Das kleine Fernsehspiel - ZDFmediathek - ZDF Mediathek (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1993540/Unter-Muettern#/beitrag/video/1993540/Unter-Muettern)

Schöne Doku! :smile:

Dankeschön, ich hab schon mal kurz reingeschaut.
fängt mit total süßen Kindern an und dann mit tollen Frauen....
ist glaube ich sehr, sehr sehenswert.

Ich schaue mir die Doku zu gegebener Zeit ganz an.

katlyn
16.12.2013, 13:53
Hallo "Mamatanzt",

ich hatte den Link von dieser Doku von einer Freundin erhalten und mir persönlich hat beim Anschauen einfach sehr gefallen zu sehen, wie andere Mütter ihr Leben mit Kindern und Beruf vereinbaren bzw. ihr Leben gestalten. Offen und ehrlich und ohne Dinge zu beschönigen. Ich habe mich selbst in vielem, was dort erzählt wurde, wiedergefunden und fühle mich dadurch verstanden und gestärkt.

Klar, wissen wir Mütter, deren Kinder schon einige Jahre alt sind, grundsätzlich wie der Hase läuft. Ich finde es dennoch immer wieder beruhigend zu sehen oder zu hören, dass die ganzen Problemfelder, die mit Kindern so entstehen und entstehen können, "normal" sind und in so ziemlich jeder Familie irgendwann Thema werden. Es macht einem einfach nochmal Mut!

Und hier im Forum sind ja nicht nur Mütter, sondern auch (Noch-)Nichtmütter. Ich denke schon, dass so eine Doku grundsätzlich dazu beitragen kann aufzuzeigen, wo die Probleme junger Familien mit Kindern heute liegen. Gerade für Bald-Mütter und -Väter kann es sehr hilfreich sein zu wissen, was so alles auf sie zukommen kann und dass das alles weitestgehend normale Probleme und Schwierigkeiten sind. Das hilft, meiner Meinung nach, ungemein, denn ich empfinde es schon so, dass die meisten Mütter und Väter über diese Probleme, wenn sie in der eigenen Familie auftreten, oft nicht wirklich offen sprechen. Mit der besten Freundin vielleicht gerade noch, aber ansonsten breitet man solche Probleme ja nicht wirklich gerne öffentlich vor allen aus.
Und auch im Vorfeld, bevor man ein Kind bekommt, wird man so gut wie gar nicht auf die Veränderungen und Dinge vorbereitet, die da auf einen zukommen könnten. Zur Vorbereitung auf ein Leben mit Kind ist die Doku daher wirklich gut und hilfreich.

Außerdem denke ich auch und gerade für diejenigen, die selbst keine Kinder haben und darum vielleicht vieles nicht so hundertprozentig nachempfinden können, wäre diese Doku sehenswert. Denn ich finde, sie zeigt sehr schön die Probleme von Familien mit Kindern auf - insbesondere bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - und könnte so bestenfalls auch für mehr Verständnis untereinander sorgen.
Gut, die Frage ist natürlich, ob so eine Doku für diesen Personenkreis überhaupt interessant erscheint und angeschaut wird, aber... wünschenswert wäre es halt. :smile:

Mamatanzt
16.12.2013, 15:22
Liebe Katlyn,

ja, natürlich hast Du recht, die Doku spricht sicher auch Frauen mit Kinderwunsch an. Die Frage, die sich mir stellt, ist dabei aber: Wie hilfreich ist sie? Das Bild, das sie von einem Leben mit Kind und Karriere zeichnet, ist nicht unbedingt optimistisch. Alle Frauen, die portraitiert werden, stoßen belastungsmäßig an ihre Grenzen. Ja, das mag dem Alltag der meisten berufstätiger Mütter entsprechen. Ja, darauf sollte man vorbereitet sein. Wie aber könnte die Situation verbessert werden - welche Szenarien sind denk-, welche Wege gangbar? Wo ist die Politik endlich in die Pflicht zu nehmen? Diese Frage zu stellen und damit weiter in die Tiefe zu gehen, versäumt Bettina Timm. Als Portrait einer Generation arbeitender Mütter ist die Sendung sicher ganz gut gemacht. Meinem Eindruck nach bringt sie das Thema aber nicht voran, das ist mein Kritikpunkt. Eine noch kinderlose Freundin, die voll im Arbeitsleben steht, sagte, nachdem sie die Sendung geschaut hatte: "So richtig Lust auf Familie hat das Ganze nicht gemacht." Soll das der Eindruck sein, den die Zuschauerinnen mitnehmen? Das wäre wirklich schade.

Herzliche Grüße
Anne

Historia02
16.12.2013, 19:52
Ich habe mir die Doku auch angeschauen und konnte mich lustigerweise mit der Frau am meisten identifizieren, bei der ich im Abspann gelesen hat, dass sie und ihr Mann ähnliche Berufe wie ich und mein Mann haben.

Positiv fand ich, dass ich sehr oft genickt habe, weil ich dachte: Ja, so ist das bei uns auch. Im Grunde übergeben auch wir uns die Kinder nur gegenseitig und haben nur sehr wenig Zeit gemeinsam.

Ansonsten fand ich, dass die Doku irgendwie so dahingeplätschert ist.

Alemanita
16.12.2013, 23:00
Danke für den Link. Habe es mir auch angesehen und mich auch in vielem wieder gefunden. Es zeigt mir, dass es wohl vielen so geht. Ich empfinde es gar nicht als so negativ. Vielleicht schreckt es ab, aber ich bin trotzdem glücklich und würde nicht tauschen wollen....plätschern tut es, das stimmt...Wo es hingehen sollen, sagt der Film ja nicht, will er auch nicht, was auch nicht nötig ist, aber dann hätte man den Anfang mit dem Glücklichsein weglassen können, da fällt mir die Konklusion dazu.