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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst vor Weihnachten



Inaktiver User
12.11.2006, 17:28
Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich habe panische Angst vor Weihnachten. Das "Fest der Liebe", das klingt für mich einfach nur höhnisch. Wie kann man so ein Fest feiern, wenn man das Allerliebste verloren hat? Leider habe ich auch noch im Dezember Geburtstag. Ein Geburtstag, an dem mein Schatz nicht bei mir sein wird. Eine einzige Horrorvorstellung, sowohl mein Geburtstag als auch Weihnachten. Meine Mutter hat mich vor kurzem gefragt, was ich mir denn wünschen würde. Ich hätte sie am liebsten angeschrien, dass ich nur Herbert zurück haben will, stattdessen habe ich gesagt nichts. Ich brauche nichts. So ist es doch auch, ausser meinem Liebsten brauche ich doch nichts! Je näher der Dezember rückt, desto größer wird meine Angst...

:schild nein: :heul:

Inaktiver User
12.11.2006, 17:47
Liebe Kathi,
ich habe meinem Mann letztes Jahr auch vor Weihnachten verloren. Genauso so, wie Du jetzt, konnte ich mir nicht vorstellen, wie ich den Geburtstag, der Hochzeitstag und schließlich Weihnachten überstehen sollte.
Mein Eintrag lautete am 25.12.schlicht: ich habe überlebt.

Mehr geht jetzt nicht.
Es geht darum, jeden einzelnen Tag zu überstehen. So gut, wie Du es eben schaffst. Bleib ein bißchen hier. Wir wissen, was Du durchmachst.
Alles Liebe für Dich

swimmi
12.11.2006, 20:43
Liebe Kathi,

ich weiß genau wie du dich fählst. Ich habe deinen Beitrag gelsen und es tut mir total leid.
Ich bin 21 Jahre altund habe im August meine Mama an den verdammten Krebs verloren. Es ist total schwer, ein Leben ohne sie zu leben und momentan versucht man einfach nur, jeden Tag zu überstehen, man lebt einfach nicht mehr richtig. Meine Eltern waren geschieden und meine Mama und ich hatten vor 3 Jahren eine eigentumswohnung gekauft, sodass meine Schwester (24) jetzt zu mir in diese Wohnung gezogen ist.Es ist wahnsinnig schwer, vor allen Dingen, weil man diese schrecklichen Bilder von Mama kurze Zeit vor dem Tod auch immer wieder sieht.
Am 19.Dezember habe ich Geburtstag. Ich hätte letztes Jahr nicht gedacht, dass es der letzte Geburtstag mit ihr sein würde, vielleicht hätte ich diesen Tag auch ganz anders vorbereitet und vielleicht mit ihr ganz alleine was unternommen. Aber da bestand auch noch Hoffnung...
Ich habe schreckliche Angst vor meinem Geburtstag und auch schreckliche Angst vor Weihnachten, das ist einfach auch gar nicht zu beschreiben. Ich habe mir an meinem geburtstag frei genommen und werde mit meiner Schwester auf einen weihnachtsmarkt fahren. Abends wollte meine Schwester unbedingt feiern, aber danach ist mir gar nicht. Wir haben uns jetzt dazu netshclossen, auf den geburtstag ihrer Freundin zu gehen, die ich auch sehr gut kenne... Sie wird 25 und das ist ja auch noch was besonderes... Gott sei dank komme ich schonmal um meinen Geburtstag drumherum.
Weihnachten macht mir auch totale Angst. Bei mir an der Arbeit reden auch schon alle über Weihnachten. "WAs gibts denn zu Weihnachten bei euch zu essen? Wann feiertihr denn bei euren Verwandten?" Es ist total schrecklich, weil man sich dann auh nicht beteiligen möchte und dann gehe ich auch meistens weg.Es ist mir dann auch total unangenehm.
Ich weiß auch noch nicht, wie ich diese schrecklichen Monate noch überstehen soll....

Fühl dich gedrückt!!
swimmi

Inaktiver User
12.11.2006, 23:07
Liebe Sontagskatze, liebe Swimmi,

Danke für Eure lieben Antworten. Sontagskatze, Du hast Recht. Es geht im Moment wirklich nur darum, jeden einzelnen Tag und jede einzelne Nacht irgendwie rumzukriegen... Und trotzdem, glaube ich, werden diese "besonderen" Tage noch schlimmer sein als die restlichen.
Swimmi, es tut mir wahnsinnig leid mit Deiner Mutter. Warum muss es so viele verdammte Krankheiten auf der Welt geben und warum ist dieser Gott so ungerecht, es heißt doch er sei gütig und gerecht. Mittlerweile bezweifle ich das ganz mächtig... Ich hasse es sogar, einkaufen zu gehen, denn überall in den Geschäften stehen Weihnachtsartikel, um die ich einen Riesenbogen mache, und langsam geht das Schmücken los. Als ich vorher zum Friedhof gefahren bin, habe ich das erste hellerleuchtete Fenster gesehen. Sorry, aber ich fand es zum ersten Mal in meinem Leben grässlich...

Drücke Euch beide ganz lieb und alle Trauernden, die die Sehnsucht nach den geliebten Menschen den Schlaf raubt...

Nanne54
15.11.2006, 23:41
Liebe Taxikathi, Sontagskatze, liebe Swimmi,
seit erstmal ganz lieb gedrückt von mir.
Es gibt so einen Spruch, der heißt:
Gottes Wille fragt nicht nach dem Warum!
Ich weiß, daß hilft euch momentan nicht weiter, aber vieleicht ist unseren geliebten Verstorbenen auch viel erspart geblieben?

Liebe Swimmi ich war so alt wie Du als mein Papa mit 47 Jahren sterben mußte,mein kleiner Bruder war erst neun,4 Wochen vor seiner Erstkommunion, ohne Papa, Geburtstage kommen und gehen, ohne Papa, Weihnachten, Sylvester ohne Papa.Dann kam der erste Todestag und von da an wurde es immer ein bischen besser.Mein Papa war 25 Jahre tot, da hat sich mein anderer Bruder, 3 Jahre jünger als ich, das Leben genommen, wir waren in so einer Erstarrung, die Zeit ist regelrecht stehengeblieben, und auch da die Geburtstage kamen und gingen, seiner war auch noch kurz vor Weihnachten,wir haben kein Weihnachten in dem Sinn gefeiert wie wir es sonst getan hätten, es hat mich alles nur noch angek...., kein Baum, nur mit Tanne ein bischen dekoriert,es war das schlimmste Weihnachren,das ich je in meinem Leben erlebt habe, ich hatte für ihn eine Sterbekerze, nur für ihn, die hat gebrannt, für Papa und die anderen hatte ich eine separate,und auch dieses verdammte Weihnachten ging vorbei und auch der Sylvester und dann war auch bald sein Todestag, und was soll ich euch sagen, von da an wurde es besser.Mein Bruder ist jetzt 5 Jahre tot.
Ich glaube man spricht nicht umsonst vom Trauerjahr, das ist die Zeit die man braucht um Trauer so einigermaßen verarbeiten zu können und die Angst ist doch auch ganz normal, es ist doch alles ganz anders geworden, das ganze Leben muß doch auch ganz neu erlebt werden
Übrigens feiern wir auch wieder Weihnachten, aber viel besinnlicher und die Todeskerze meines Bruders gibt es auch nicht mehr, ich zünde für alle unsere Lieben, die uns schon vorgegangen sind eine gemeinsame Kerze an und lasse sie so bei uns sein und sie sind auch bei uns, nur in einem anderen Zimmer, wir wissen nur nicht wo der Schlüssel dazu ist.
Und ihr werdet es auch schaffen, so wie Sonntagskatze es auch geschafft hat, ihr werdet auch nur das ertragen müßen ,was ihr könnt, die Seele hat sowas wie einen Selbstschutz und wenn ihr meint es geht nicht, es sind ganz viele liebe Leute hier, die wissen was es heißt, jemanden verloren zu haben, ihr seid nicht alleine.


Ganz liebe Grüße Nanne

Lillian2207
16.11.2006, 14:56
Hallo Ihr Lieben,

ich habe auch ganz furchtbare Angst vor Weihnachten. Mit Weihnachten verbinde ich so viel Glück, Geborgenheit und Gemeinschaft, dass ich mir ein solches Fest ohne meinen Schatz nicht vorstellen kann! Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich noch gesagt bekommen, ich wäre Seine große Liebe, er könnte nicht mehr ohne mich sein, und es war das schönste Fest für mich. Dieses Jahr ist er einfach weg!!! Einfach aus unserem Leben geschieden. Wie soll ich diesen Tag bloß überstehen? Wie soll das gehen?

Traurige Grüße
Lillian

Nina1201
18.11.2006, 01:21
Hallo ihr Lieben,
Ich habe auch sehr Angst vor Weihnachten da mein Papa dieses Jahr Verstorben ist und das auch noch neun Tage vor mein 18 Geburtstag:unterwerf: Ich lieben ihn so sehr und nur die vorstellung das er nicht da sein wird zerreist mir das Herz dazu kommt noch das unsere Familie zerstritten ist und das Fest dann noch um so schlimmer wird mann womit hat man das nur verdient:wie?:

Gruß Nina

www.nina1201.de.vu

Inaktiver User
18.11.2006, 13:17
bei mir ist es ja "schon" 4 Jahre her, und Angst vor Weihnachten habe ich nicht mehr, letztes Jahr auch nicht

aber obwohl ich keine Angst verspürte und sogar Vorfreude hatte und den Baum ganz allein zurechtfeilte und bohrte und aufstellte, dennoch "erwischte es mich" - da hat eine dumme Bemerkung meines Mannes gereicht und ich habe extrem empfindlich reagiert und habe das halbe Weihnachten elend im Bett verbracht

wie seltsam, dass ich im Vorfeld gar nicht merke, dass ich am Seelen-Abgrund stehe

hoffentlich wird es dieses Jahr besser
ich wäre so gerne wieder "seelenfelsenfest"


liebe Grüße,
Lavendelmond

Conny62
20.11.2006, 13:22
Auch ich habe wahnsinnige Angst vor Weihnachten. Mein Papa ist unheilbar in Lungenkrebs erkrankt (Tumor war im August 12cm groß). Er hat Metastasen in Leber und Bauchspeicheldrüse. Im August/ September ging es ihm schon mal schlecht. Er hat sich dann aber wieder erholt, so daß wir Hoffnung hatten es wäre doch nicht ganz so schlimm. In den letzten vier Wochen tritt allerdings jeden Tag eine verschlechterung ein. Er kann keine 20 Meter mehr gehen ohne das die Beine total wegknicken, es ist keine Kraft mehr da. Die Morphintabletten die er jetzt nimmt sind auch nicht mehr stark genug, er muß zwischen den Einnahmen noch Tropfen zu sich nehmen. Zwischenzeitlich waren wir nochmal weg zum röntgen der Schulter. Der Tumor hat sich schon bis unter das Schulterblatt vorgekämpft. Es ist alles nur schlimm. Allerdings damit noch nicht genug. Mein Göttergatte hatte im Januar einen Unfall und sich das Schienbein gebrochen. Erst brauchten die Ärzte 6 (s e c h s ) Wochen um den Bruch zu erkennen und dann haben die im Mai festgestellt, das er sich das Aussenband im rechten Knie auch noch abgerissen hat. Dummerweise ist da ein künstliches Kniegelenk drin- sprich das muß nach nur vier Jahren auch schon ausgetauscht werden. Damit noch nicht genug zieht Anfang des Jahres auch noch unser Sohn aus. Er hat eine Wohnung bei seiner Arbeitsstelle gefunden. Ich kann unseren Junior wirklich verstehen, das er die Fahrerei jeden Tag hasst (er arbeitet im Rettungsdienst, daher Wechseschicht), im Moment wächst mir jedoch alles über den Kopf.
Ob ich einen Weihnachtsbaum aufstellen werde bezweifle ich im Moment noch. Weihnachtsmusik kann ich auch keine hören und vor jeder Weihnachtsdeko laufe ich weg. Wir hoffen sehr, das Papa diese Weihnachten noch lebt; wir wissen allerdings auch das es sein letztes Weihnachtsfest sein wird. DAS TUT ALLES SO VERDAMMT WEH. Man sieht den Menschen den man liebt so furchtbar leiden und kann doch gar nichts tun. Man kann versuchen alles ein wenig erträglicher zu machen, das ist aber auch alles.
Sorry, das ich Euch so vollgetextet habe.
Gruß
Conny62

hildchen
01.12.2006, 00:03
Hallo taxikathi!Ich kann dich nur zu gut verstehen.Ich habe vor drei Tagen meine Freundin verloren.
Und deshalb graust mir vor weihnachten dies Jahr ganz besonders.Ausserdem liegt mein Onkel im sterbehospiz.Und dann soll man noch durch die Buntgeschmückten Geschäfte gehen, und sich mit weihnachtsgeschenken befassen.Dass geht garnicht.Aber irgendwie muss es gehen, weil ich 2 Kinder habe die natürlich nicht viel davon mitbekommen.Aber mit meinen gedanken bin ich nicht auf weihnachten eingestellt.Ich muss immer an meine freundin denken, wir wollten noch zusammen auf den weihnachtsmarkt gehen und wie jedes jahr ein Glühwein trinken.
Den werde ich dieses Jahr bestimmt nicht trinken.Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, das sie nicht mehr dasein soll.
Es hilft nichts, es muss weiter gehen.
Viele sagen es ist doch nur die Freundin, und das ich sie nächstes Jahr vergessen habe.Aber das wird nicht so sein.Dazu habe ich sie viel zulange gekannt.
Auch wenn es keiner verstehen will.

Loisa10
01.12.2006, 08:47
Ich lese hier gerade mit und könnte laut heulen.... es muss so furchtbar für euch sein. Aber mir hilft das Weinen sehr. Es beruhigt mich sogar. Aber alles ist noch so "frisch"
Meine beste Freundin hat vor einigen Monaten ihren Mann durch einen furchtbaren Unfall verloren. Ich bin so hilflos und weiß gar nicht wie ich ihr helfen kann. Gerade vor Weihnachten.... sie möchte mit ihren Kindern (2 minderjährige Knaben) ganz allein bleiben über die Feiertage. Dann kommt noch Silvester. Ich würde meine Freundin am liebsten in den Arm nehmen und nicht mehr loslassen, bis die ganzen "Feiertage" vorbei sind. Ich hätte nie gedacht, dass man so hilflos sein kann. Man hat Angst etwas Falsches zu sagen.... will nicht zu aufdringlich sein... und doch möchte man immer für die beste Freundin da sein. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass meine Freundin irgendwann wieder am "normalem Leben" teilnimmt. Sie geht im Auenblick nirgends mit uns Freunden hin. Das tut auch irgendwie weh... Aber ich glaube, in der Trauerphase muss man einfach ganz viel Verständnis haben.

Ich wünsche euch allen hier im Forum alles, alles Liebe, Kraft und den Glauben an eine "wieder schöne Zukunft". Hinter jeder dunklen Wolke scheint ein kleiner Sonnenstrahl. Nehmt dieser Zeit der Trauer auch etwas Positives ab. Euer Selbstbewusstsein wird auf euren Weg der Trauer sehr stark gefestigt.

Ich drück euch alle ganz fest und wünsche euch eine ruhige, aber auch stimmungsvolle Adventszeit (haltet euch immer das schöne, gemeinsam erlebte mit den lieben Verstorbenen vor Augen. Vielleicht kann man dann sogar ein wenig lächeln...)

Alles Liebe
Loisa

Inaktiver User
01.12.2006, 18:44
Danke schön, Luisa

Miriam68
02.12.2006, 00:35
Hallo Taxikathi und alle andern,

Kann ich nachvollziehen ... geht mir auch so. Ich habe im September meine Schwester verloren, und der Schatten wirkt immer noch nach. Würd mich eigentlich am liebsten in Winterschlaf begeben, hab aber im Zusammenhang mit dem Tod meiner Schwester auch jetzt noch zu tun ... ist der Endspurt und ich kriech emotional und auch körperlich aufm Zahnfleisch.
Ab er so geht's mir nicht allein ... bei Euch klingt's ähnlich ...

Ich arbeite mitten in der Stadt, überall ist's schön geschmückt. Ich gehe nach der Arbeit durch die Strassen. Mein Gehirn registriert, wie schön das alles ist, aber im Herzen kommt keine Wärme auf.

Mir graut's vor Weihnachten, vor Neujahr und vorm Januar (da hätte meine Schwester ihren 45. Geburtstag gefeiert).

Ich würd mich am liebsten in ne Zeitmaschine setzen und ungefähr auf nächsten Sommer stellen , in der Hoffnung, dass dann alles wieder ein bisschen einfacher ist.

Liebe Grüsse & passt auf Euch auf

Miriam68

Inaktiver User
04.12.2006, 12:50
Hallo ihr Lieben,
danke für Euer Verständnis. Es ist schrecklich zu hören, wie viele traurige Schicksale es gibt, und trotzdem bin ich froh, dass es dieses Forum gibt, in denen man versteht und auch verstanden wird.
Leider habe ich das Gefühl, was Weihnachten betrifft, bei meiner Familie auf weniger Verständnis zu stoßen. Sie (meine Eltern und meine Schwester mit ihrem Mann und zwei Kindern) wollen Weihnachten feiern wie immer, als ob nichts gewesen wäre. An Heiligabend wird zusammen gegessen, dann werden Geschenke verteilt, und man sitzt noch gemütlich zusammen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich den Heiligabend am liebsten alleine bei mir zu Hause verbringen würde. Nichts in meiner Wohnung erinnert mich an Weihnachten, dieses Jahr bleibt der Schmuck im Keller. Ich könnte mich ablenken mit DVDs, die absolut gar nichts mit Weihnachten zu tun haben. Den ganzen Tag lang. Und alle Gefühle versuchen auszuschalten. Leider meinen die anderen mal wieder am besten zu wissen, was gut für mich ist, und sind mit meinem Vorschlag überhaupt nicht einverstanden. Auch meine Freundin meint, ich sollte das tun, was meiner Meinung nach richtig ist und meine Familie muss das letztlich akzeptieren. Eigentlich will ich niemanden vor den Kopf stoßen, aber vor so einem gedeckten Tisch und dem weihnachtlich geschmückten Haus und dem ganzen dazugehörigen Trallala habe ich einfach Angst... Was soll ich Eurer Meinung nach tun?
Liebe Grüsse, Kathi

Miriam68
04.12.2006, 18:54
Hallo Taxikathi,

Meine Meinung:
Lass Weihnachten für dieses Jahr sausen. Weihnachten läuft nicht davon, und ein Fest zu feiern, ohne richtig mit dem Herzen dabei sein zu können, kann nicht der Sinn der Sache sein. Vielleicht geht's Dir ja nächstes Jahr schon besser, und Du magst Weihnachtsbaum & Co wieder sehen!

Eine spontane Idee: Sende allen Beteiligten eine schöne Weihnachtskarte, in der Du ev nochmals erklärst, WARUM Du das Weihnachtsfest dieses Jahr meiden willst. Manchmal klappt schriftliches Formulieren einfach besser als mündliches ...

Liebe Grüsse

Miriam68

PS Ich verbringe Weihnachten mehr oder weniger mit meiner Mutter. Auch sie will weder Schmuck noch das Grosse Fressen, daher sind wir uns einig. Wir können auch so zusammensitzen, ohne einen Zwang zu verspüren, Freude und Heiterkeit versprühen zu müssen.

silu
04.12.2006, 19:01
Hallo Taxikathi,
ich glaube schon, dass man selber am besten weiß, was einem gut tut. Doch manchmal muss man sich wohl auch von anderen "führen" lassen. Ich glaube nicht, dass deine Freunde und Verwandten es böse meinen, wenn sie "normal" WEihnachten feiern wollen. Ich glaube, sie haben nur große Bedenken dich Weihnachten alleine in deiner Wohnung sitzen zu wissen.
Ich kann mich auch nicht so richtig auf Weihnachten einlassen dieses Jahr aber ich versuche es so gut es geht zu überstehen. Heiligabend feier ich mit meinen Eltern und noch einigen Verwandten zusammen - das gab es so bisher noch nicht.
Ich habe eher Magenschmerzen, wenn ich an den Jahreswechsel denke. Möchte nicht ohne meinen Mann in ein neues Jahr starten. Ein Jahr, das er nicht erleben kann. Das macht mir schwer zu schaffen... Ich möchte nicht, dass dieses Jahr, in dem wir noch zusammen so viel erlebt haben vorbei geht!!! Und mein Mann mit wachsendem Zeitabstand dann für alle anderen auch in weite Ferne rückt und der Verlust "wohl nicht mehr so schlimm". Da habe ich wirklich Angst vor.
Mmh, weiß nicht ob ich dir nun mit meinem Eintrag hier geholfen habe. Also wie gesagt, wenn dir wirklich danach ist die Feiertage zu ignorieren und alleine zu verbringen und dich abzulenken, dann
mach das. Es gibt kein richtiges oder falsches Verhalten. Aber wenn dir vielleicht doch danach ist, dann begib dich unter Menschen und verbringe die Feiertage so normal es eben dann geht.
Ich werde Weihnachten auf den Friedhof gehen und eine Kerze für meinen Mann anzünden - wahrscheinlich sogar mehrere. Einfach, damit es warm und festlich aussieht. Ich weiß auch nicht, aber Kerzen oder Blumen sind ja nun das einzige, was man seinem Lieben nun noch "schenken" kann.
Die Idee mit dem Stern finde ich übrigens sehr schön. Warum nicht jetzt doch noch den Stern kaufen und ihn deinem Schatz widmen? Dann gehst du Heiligabend auf den Friedhof und sagst ihm das und versuchst den Stern zu entdecken. UNd das ist dann sein bzw euer Stern. Finde ich irgendwie tröstlich...
Sei gedrückt!
Silu

Lillian2207
05.12.2006, 10:09
Liebe Taxikathi,

ich habe auch lange überlegt, wie und ob ich Weihnachten feiern werde. Es macht mir furchtbar Angst wenn ich bedenke, dass die ganze Familie sich trifft, guter Dinge ist und ganz normal Weihnachten feiert, obwohl so was unglaublich schlimmes passiert ist. Meine Mutter hat mich gebeten dabei zu sein, denn dieses Jahr wird auch mein Bruder nicht da sein, und es wäre für Sie sehr schlimm, keins Ihrer Kinder an Weihnachten um sich zu haben. Trotzdem habe ich mir ein "Türchen" offen gehalten und habe mit Vorbehalt zugesagt. Wenn mir gar nicht danach ist, dann werde ich ganz sicher zu Hause bleiben.

Wenn Dir nicht nach Weihnachten ist, dann mach das wonach Dir ist. Man muß sich zu nichts zwingen. Und wie Miriam68 schon sagt: Weihnachten läuft nicht weg und ist nächstes Jahr auch wieder da. Das müssen Deine Lieben akzeptieren. Trauer ist nicht vorhersehbar, nichts kann man voraussagen aber eins sollte man machen, nämlich immer das bei dem man glaubt, es tue einem gut. Und wenn Dir an dem Abend doch die Decke auf den Kopf fällt, kannst Du immer noch zu Deiner Familie fahren.

Ich hatte übrigens letzte Woche richtig Lust gehabt, mein Wohnzimmer mit Lichterketten zu schmücken. Zwei Tage hatte ich sie Abends an, dann habe ich sie alle wieder abgehangen und in den Keller zurückgebracht. Ich habs versucht, und es hat nicht funktioniert. Es wird einfach noch dauern.....

LG Lillian

Overflyer
06.12.2006, 15:56
Hallo, darf ich mich bei euch einklinken?

Ich habe vor 2 Monaten meinen Mann verloren und auch mir wird ganz übel, wenn ich an Weihnachten denke, das ich mit meinem Sohn, Eltern und Schwiegereltern verbringen werde.
Und wie Silu schreibt, vor Sylvester graut mir noch mehr. Das war vor 23 Jahren unser Kennenlerntag.

Nun gab mir ein guter Freund einen Tipp, den ich an dieser Stelle weitergeben will: So schlimm das Trauern und alles ist, wir müssen ja weiterleben. Lasst uns doch den Start in ein neues Jahr als Start in ein neues Leben sehen. Sicher ein Leben, in dem noch sehr viel Schmerz und Trauer sein wird, aber es ist nun UNSER Leben und wir müssen versuchen, das Beste draus zu machen.

Einen lieben Gruß in die Runde
Overflyer :blumengabe:

Inaktiver User
07.12.2006, 13:44
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Ratschläge. Ich war gestern bei meiner Psychotherapie und habe mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Sie ist ebenfalls (wie einige von Euch) der Meinung, wenn es mir am sinnvollsten erscheint, Heiligabend alleine vor dem Fernseher zu verbringen, dann sollte ich das tun. Auch wenn meine Familie es nicht versteht, sie werden es akzeptieren müssen. Für meine Eltern wäre es der erste Heiligabend, an dem keine von ihren Töchtern dabei ist. Meine Schwester wohnt in einer anderen Stadt und hat die Ausrede, dass sie abends arbeiten muss. Es würde sich also nicht lohnen, zu meinen Eltern zu kommen. Ich hatte nur deswegen ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Eltern eigentlich nicht alleine lassen wollte, aber meine Therapeutin hat mir klar gemacht, dass ich nicht dafür verantwortlich bin, dass meine Eltern einen "schönen" Heiligabend verbringen. Somit habe ich mich entschieden, in dem Fall an mich zu denken und daran, was mir gut tut. Und falls mir doch die Decke auf den Kopf fallen sollte, komme ich ins Forum, wo ich mich am besten aufgehoben und verstanden fühle.
Liebe Grüsse, Kathi

hildchen
07.12.2006, 22:39
Hallo conny62!Auch für mich ist weihnachten dies jahr der Absolute Horror.Erst habe ich meine Freundin verloren.Ganz plötzlich und unerwartet. Und dann Meinen Onkel.der Hatte Lympfdrüsenkrebs.Es war bei ihm so änlich wie bei deinem Vater.es wurde Knapp nach Ostern festgestellt und er hat dann auch iemlich schnell eine Chemo gemacht.Danach ging es ihm auch wieder recht gut.Im Sommer haben wir ihn noch gesehen.Dann hat er auf einmal eine Lungenentzündung bekommen und konnte daher die 2. Chemo nicht mehr machen, weil er einfach zu geschwächt war.Es fing dann auch an das er sich nur noch eingeschrängt bewegen konnte.Und von da an ging es nur noch Berg ab.Er ist dann in ein Sterbehospiz gekommen.

er wollte auch keinen Besuch mehr haben, ausser natürlich von meiner Tante und meiner Cousine und Cousin.

Donnertag kamm die nachricht das er verstorben ist.Nach dem verlust meiner Freundin kam dann das noch dazu.

Wie soll ein vernümftiger Mensch da boch weihnachten feiern?Wenn ich nicht zwei kleine Kinder hätte, würde es erst kein Weihnachtsbaum geben.

Das ist richtig schwer, so zu tun als ob.Und innerlich hat man echt angst vor diesen ganzen Tagen.

Es hört nicht auf.Jedenfalls die nächsten Jahre wird man an diese Verluste immer wieder errinnert.

Ich hoffe das man irgendwann vielleicht wieder etwas weniger frust zu weihnachten hat.Und das dann nicht wieder irgendwas passiert.

Farinabina
07.12.2006, 22:42
wer ist schon seelenfelsenfest ?