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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und plötzlich hört die Welt auf, sich zu drehen...



Inaktiver User
12.11.2006, 00:32
Ich schreibe mir meine Geschichte von der Seele, bevor sie mich noch erdrückt. Ich bin gerade mal fast 29 Jahre alt, und fühle mich leer und ausgelaugt wie eine 100jährige. Meine Kindheit war als Tochter eines Alkoholikers nicht wirklich schön, zudem war meine Mutter stark depressiv. Als Kind habe ich diese Krankheit nicht verstanden und die Schuld bei mir gesucht. Im Alter von 22 Jahren habe ich geheiratet. Alle hatten mich vor dieser Ehe gewarnt. Ich will hier keine Vorurteile bestätigen, da ich meine dass man nie alle Menschen in einen Topf schmeissen kann. Mein Ex-Mann war Ausländer und Moslem, hat sich vor der Ehe allerdings ganz normal verhalten. Erst in der Ehe hat er sein wahres Gesicht gezeigt. Schliesslich war auch mir das Glück mal hold. Ich lernte einen Menschen kennen, der mein ganzes Leben auf den Kopf stellte. Herbert. Mit ihm war alles so wunderbar, wir waren schlicht und ergreifend für uns gemacht. Topf und dazu passender Deckel mit 100prozentigen Spaltmaßen. Ich wusste wieder, warum und wofür ich lebe. Egal, was es für Probleme gab (unter anderem mit meinem Ex), Herbert hat mir soviel Kraft gegeben, dass ich das alles überstanden habe. Mit ihm an meiner Seite hatte ich vor gar nichts mehr Angst. Und dann geschah etwas, das ich bis heute nicht begreifen kann. Mein Gehirn weigert sich kontinuierlich, es als real anzusehen. Am 31. August 2006 ging es ihm sehr schlecht. Ich muss dazu sagen, dass er an der chronischen Krankheit COPD litt. Das ist eine Lungenerkrankung, mit der man theoretisch relativ gut leben kann, allerdings darf man absolut nicht rauchen. Nicht nur ich, auch Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte haben sich den Mund fusselig geredet, aber in der Hinsicht war er stur und hat weitergeraucht. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und von unserem Wohnort in ein weiter entferntes Krankenhaus gebracht, da es dort Lungenspezialisten gab. Als der Arzt mit mir geredet hat, ging irgendwie alles an mir vorbei. Ich habe gar nicht wahrgenommen, dass er sich in Lebensgefahr befand und es praktisch in letzter Minute noch ins Krankenhaus geschafft hatte. Ich war jeden Tag bei ihm. Er lag im künstlichen Koma, aber ich hoffe, dass er meine Anwesenheit trotzdem bemerkt hat. Ich habe seine Hand gehalten, ihm über den Kopf gestreichelt, mit ihm geredet. Die Tage waren alle gleich. Es gab keine Woche und kein Wochenende. Da ich einen sehr verständnisvollen Chef habe, war ich von der Arbeit freigestellt. Jeden Tag voller Hoffnung am Hinweg ins Krankenhaus, und eine wirkliche Besserung wollte sich einfach nicht einstellen. Am 8. September rief das Krankenhaus mich morgens an. Ich sollte sofort kommen, sie wollten einen Luftröhrenschnitt machen, da es langsam gefährlich wurde, durch den Mund zu beatmen. Der Chefarzt meinte, das würde ihn entlasten und zu seiner Genesung beitragen. Ich habe für diese OP unterschrieben und sie ist auch gut verlaufen. Einen Tag später war noch keine wirkliche Besserung zu erkennen, aber am 2. Tag nach der OP kam ich ins Zimmer herein und traute meinen Augen nicht. Mein Schatz war bei Bewusstsein und schaute mich mit seinen wunderschönen blauen Augen an. Mir wurde vor Freude schwindelig, die Krankenschwester hat mich auf einen Stuhl gepackt und mir Kaffee gebracht, da ich mich nicht auf den Beinen halten konnte. Ab da ging es Tag für Tag bergauf. Am Mittwoch, dem 13. September, machte der Chefarzt persönlich Visite und meinte, dass er am nächsten Tag auf die normale Station verlegt werden könne, da alles gut sei. An diesem Tag war ich der glücklichste Mensch der Welt. Ich habe auf dem Heimweg im Auto laut gesungen, wieder halbwegs normal gegessen und bin zu unserer Arbeitsstelle gefahren, um den Kollegen vor Freude um den Hals zu fallen. Am nächsten Morgen kam der Schock. Das Krankenhaus rief an und bat mich, sofort zu kommen, da sich alles sehr verschlechtert hätte. Sie haben mir am Telefon aber keine genaue Auskunft gegeben, was eigentlich passiert war. Als ich dort war, erklärte mir der Arzt, dass Herbert in der Nacht eine Thrombose und anschliessend eine Lungenembolie erlitten hatte und nun erneut in Lebensgefahr sei. Ich habe gedacht, nein, bitte nicht noch einmal so etwas durchmachen. Zu ihm durfte ich noch nicht, bin stattdessen rausgerannt und habe meine Familie angerufen und informiert. Als ich endlich zu ihm ins Zimmer durfte, hat er mich definitiv noch gespürt. Als ich seine Hand in meine nahm, drückte er leicht zu und drehte seinen Kopf in meine Richtung. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er kämpfen soll und dass er es schafft. Der Arzt machte mir die Hoffnung wieder zunichte, da er meinte, dass er ihm noch 2 bis 3 Stunden gäbe. Diese Aussage war ein Schock, aber ich habe die Hoffnung trotzdem nicht aufgegeben. Aus den 2 bis 3 Stunden wurden noch über 24, aber dann hat sein Körper es nicht mehr geschafft. Der Kreislauf brach zusammen, es folgte ein Herzstillstand und die Ärzte konnten nichts mehr machen. An diesem Tag lief bei mir alles ab wie im Film. Ich schaffte es, nachdem ich mich von ihm verabschiedet hatte, ein Beerdigungsinstitut anzurufen und einen Termin auszumachen und ich schaffte es, unsere Freunde und Bekannten zu informieren. Seit diesem verdammten 15. September ist nichts mehr, wie es war. Ich verstehe den Sinn von diesem Tod einfach nicht. Wir beide hatten uns gesucht und gefunden, hatten noch so viele Pläne, und dann so etwas!? Ich weiss, dass mir keiner die Antwort auf die Frage "Warum?" geben kann, aber ich kann nicht aufhören, sie zu stellen. Warum hat der liebe Gott mich gerade dann verlassen, als ich ihn am nötigsten gebraucht habe? Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass er nicht mehr bei mir ist. Mein Leben hat sich um 180 Grad ins Negative gedreht. Arbeitsunfähig, unfähig, überhaupt etwas vernünftig auf die Reihe zu bekommen. Das einzige, was ich jeden Tag schaffe, ist zum Friedhof zu fahren und ihm für einige Zeit lang so nahe wie möglich zu sein. Er hat gekämpft, er wollte doch leben, nur hat der Körper es nicht geschafft... Es ist so ungerecht, so unfair, ich finde da überhaupt keine Worte für. Dieser Mensch war mein Ein und Alles, er war meine Luft zum Atmen, und jetzt ist er nicht mehr da. Wie gerne würde ich ihn wieder in den Arm nehmen, ihn berühren, seinen Duft riechen und ihn küssen. Warum musste das passieren? Es tut so unbeschreiblich weh, WARUM???

silu
12.11.2006, 03:37
Hallo Taxikathi,
ich fühle ehrlich mit dir!
Ich weiß, es ist unbegreiflich und dann doch wieder so wahr, dass es schmerzt.
Gerade wenn man gehofft, gekämpft und dann leider doch verloren hat, kommt einem die Frage nach dem "Warum" ständig in den Sinn. Ich kenne das. Doch es gibt keine Antwort darauf. Und auch das schmerzt. Das Schicksal akzeptieren lernen ist schwer, ich habe es selbst glaub ich noch nicht geschafft (der Tod meines Mannes [28J.] liegt noch nicht mal 3 Monate zurück).
Ach man, die Welt ist einfach nicht "gerecht"...
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Stärke und vor allem auch ganz liebe und verständnisvolle Menschen an deiner Seite!
Silu

Inaktiver User
12.11.2006, 12:48
Hallo Taxikathi,
hier befindest Du Dich in einer Umgebung, in der fast alle die traurige Erfahrung machen mußten, die Du gerade auch gemacht hast. Hier bist Du sicherlich mit jedem Aufschrei - aus Schmerz, weil die Trauer so weh tut, oder aus Wut, weil das Alles so ungerecht erscheint - wilkommen.

Die Meisten von uns wissen auch, dass es am Anfang - kurz nach dem Tod - nur darum geht, irgendwie die Zeit, jeden einzelnen Tag und die Nacht, hinter sich zu bringen. Nichts und niemand kann helfen, nur Du empfindest ja diese unendlich Hoffnungslosigkeit. Um so wichtiger ist es aber, dass Du Dir alles von der Seele schreist, sprichst oder auch schreibst. Es wird unendlich oft immer wieder das gleiche Thema sein, über das Du Dich äußern möchtest. Tue es hier - Du wirst immer, bald 24 Stunden, jemanden finden, der Dich versteht und der Dir antwortet. Wende Dich an Freunde, Bekannte, Verwandte. Rede mit Ihnen, lass die Tränen fließen und versuche Dich nicht in Deiner Trauer zu vergraben und alleine damit fertig zu werden.

Kranich

Inaktiver User
12.11.2006, 15:01
Liebe Silu, lieber Kranich,

vielen Dank für eure lieben Antworten. Ich bin wirklich heilfroh, dass ich dieses Forum eigentlich mehr durch Zufall entdeckt habe.
Vor einiger Zeit habe ich einen Alptraum gehabt. Alpträume hatte ich sehr viele, aber dieser eine lässt mich einfach nicht los, ich habe ihn ständig vor Augen. Ich war mit Herbert in dem Krankenhaus, in dem er lag (und schliesslich auch gestorben ist), allerdings lag er nicht auf der Intensivstation, sondern auf einem normalen Zimmer. Er hatte allerdings dieses weisse "Hemdchen" an, wie auf der Intensiv. Ich sah, dass es ihm immer schlechter ging und wollte helfen. Ich bin dann zur Intensivstation gegangen und habe mit einem Arzt geredet, den es dort in Wirklichkeit gar nicht gegeben hat. Der Arzt meinte, Herbert könne nicht auf die Intensivstation, da diese voll belegt wäre. Ich habe ihn angeschrien das könne doch nicht wahr sein, er war doch letztens erst so schwer krank und ist dem Tod gerade nochmal von der Schippe gesprungen. In diesem Moment kam es mir vor, als ob ich im Halbschlaf wäre, denn ich habe zu mir selber gesagt "Das stimmt doch gar nicht, er ist doch tot. Aber nein, er ist nicht tot, er ist doch in dem anderen Krankenzimmer...". Zu dem Arzt habe ich in diesem Traum noch gesagt, wenn er nicht sofort einen Platz für Herbert auf der Intensivstation fertig macht, stehe ich gleich mit einer Schar Anwälten hier. Daraufhin hat der Arzt mürrisch zugestimmt, ein Bett fertig zu machen. Ich bin dann von der Intensiv weggegangen, aber bevor ich bei meinem Schatz in dem anderen Zimmer angekommen bin, wachte ich auf. Ich war total durcheinander und habe sofort nach dem Telefon gegriffen und eine Freundin angerufen. Ich musste ihr diesen Traum einfach erzählen, besonders die Stelle, an der mir selber nicht wirklich klar war, ob er jetzt tot ist oder nicht. Ich habe ewig lange mit ihr telefoniert und geweint bis zum geht-nicht-mehr. Sie konnte mir auch nicht wirklich weiterhelfen, meinte halt nur, dass das Gehirn halt lange bräuchte, um so einen Verlust zu verarbeiten.

In der vorletzten Nacht hatte ich seit langer Zeit mal wieder einen schönen Traum. Mein Schatz und ich waren auf irgendeiner Party. Er saß auf einem Sofa und ich saß auf seinem Schoß. Ich habe ich durch die Haare gestrichen, seinen Nacken massiert, ihn geküsst... es war so real, ich hatte beim Aufwachen das Gefühl, seine Haare und seine Haut auf meiner Hand zu spüren und seinen Duft zu riechen und auch sein Kuss - alles schien so real zu sein. Als mir klar war, dass es nur ein Traum war, kam der Zusammenbruch. Ich habe mal wieder geweint ohne Ende und mich nur gefragt: Warum konnte ich nicht in diesem Traum bleiben, es war doch so schön, warum musste ich unbedingt aufwachen?

Mein geliebter Schatz, vergiss bitte nie, dass ich Dich unendlich liebe und jede Minute und jede Sekunde an Dich denke - ich kann es nicht in Worte fassen, wie sehr Du mir fehlst...

We´ll see us in heaven - I´m counting the days...

Inaktiver User
12.11.2006, 15:22
Ich finde Deinen Traum sehr wohltuend - den mit den Krankenzimmern. Ich interpretiere ihn so, dass Du Dir im Traum selbst versuchst klarzumachen, dass Dein Schatz " in ein anderes Zimmer" gehört oder gegangen ist. Du hast versucht, mit einer "höheren Instanz" zu diskutieren, dass er in das Zimmer gehört, das Dir am für ihn sichersten erscheint. Aber leider geht es da eben nicht mehr drum. Wenn Du das Wort "Intensivstation" mit "Welt" tauschst, "normales Zimmer" mit "Himmel" und "Arzt" mit "dem Tod" dann wird es jedenfalls für mich klarer.

Ich hatte nach dem Tod meines Lebensgefährten auch solche Träume und glaube fest daran, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, sondern dass unsere Lieben sozusagen über einen Brücke gehen in ein anderes Land. Ab und zu kommen Sie über diese Brücke in unsere Träume und helfen uns oder sind einfach nur da.

Kranich

Inaktiver User
12.11.2006, 17:43
Danke liebe(r)? Kranich, so habe ich es noch überhaupt nicht gesehen. Schade, dass einem Anwälte in einer solchen Situation nicht helfen können...



Mein lieber Schatz,
ich war gerade auf dem Friedhof bei Dir, stand dort an Deinem Grab und habe mich mal wieder dasselbe gefragt. Wie kann es sein, dass uns beide keine 2 Meter trennen, wenn ich neben Deinem Grab hocke, aber doch Welten dazwischen liegen? Ich würde manchmal am liebsten mit bloßen Händen die Erde wegschaufeln, nur um bei Dir zu sein. Ich vermisse Dich so sehr. Egal, was ich tue oder auch nicht tue, ich vermisse Dich unendlich und bin in Gedanken immer bei Dir. Als ich ein paar Schritte von Deinem Grab gegangen bin, fing es an zu regnen. Ja, habe ich gedacht, der Himmel weint mit mir. Er ist genauso traurig, denn wir beide wurden getrennt, und ich kann das einfach nicht akzeptieren. Erinnerst Du Dich an das alles, was wir noch vorhatten? Es sollte für uns beide die schönste Zeit unseres Lebens werden. Und jetzt wurde sie so schlagartig beendet. Ich habe eigentlich nicht so sehr an die wirklich große Liebe geglaubt, dafür wurde ich schon zu oft enttäuscht. Und dann kamst Du in mein Leben, und alles wurde so wunderschön, dass man es mit Worten gar nicht beschreiben kann. Für uns beide war nach relativ kurzer Zeit klar, dass diese Beziehung für immer sein würde. Und je intensiver sie wurde, desto mehr wurde das bestätigt. Wie oft habe ich gedacht, wenn ich Dich angesehen habe, wie wunderschön Du bist. Und Deine Traumaugen, wenn die mich anschauten, dann war meine Welt in Ordnung. Durch Dich und mit Dir war meine Welt in Ordnung. Wir haben soviel zusammen unternommen, aber wir wollten doch noch soviel machen. Warum hast Du mich alleingelassen? Nein, ich verstehe es nicht. So eine Liebe, so ein Verständnis unter 2 Menschen, ich glaube so etwas gibt es nur einmal im ganzen Leben. Du bist unersetzlich, ich kann mir niemand anderen an meiner Seite vorstellen. Das einzige, das mich zumindest ein ganz ganz klein wenig tröstet, ist, dass Du keine Schmerzen hattest, als Du gegangen bist. Aber die Tatsache, dass Du überhaupt gegangen bist, sie hat mir den Boden unter den Füssen weggerissen...

Ich liebe Dich, mein geliebter Schatz, und vermisse Dich unendlich...

Bloodyzicke
13.11.2006, 00:13
Liebe Taxikathi,

auch ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid aussprechen.
Egal wieviel Zeit man vorher hat sich damit abzufinden, wenn es dann passiert ist es trotzdem ein Schock. Man hofft schließlich immer auf das Happy-End.

Bis du es realisierst, wird es noch einiges dauern, aber es wird besser, versprochen!

Mein Schatz ist jetzt ein halbes Jahr tot und so ganz langsam fange ich endlich wieder an zu leben, klar gibt es immer noch Tiefen nach den Höhen, und manchmal habe ich das Gefühl, diese sind tiefer als am Anfang, auch wenn es wahrscheinlich nicht so ist. Aber es wird Tag für Tag leichter. Ich hab mir immer vor Augen gehalten: "Jeden Tag eine Träne weniger und ein Lächeln mehr" und es kam auch so, mittlerweile gibt es sogar Tage die von morgens bis abends schön sind ganz ohne Tränen.

Ich kann dir auch den Tipp geben, ein Tagebuch zu schreiben, aber so, als ob du an deinen Herbert schreibst.

Zwischenzeitlich habe ich es zwar verflucht, weil warum sollte ich schreiben? Ich wollte (und will es noch) ihm erzählen können.
Aber erstmal befreit es ungemein, seine Gedanken so aufzuschreiben und dann kann man seinen persönlichen Weg nachlesen und man siehtt dann schwarz auf weiß, dass es von Tag zu Tag wirklich besser wird.

Und das mit deinen Träumen, das kenn ich zu gut. Anfangs habe ich fast täglich von seinem Unfall geträumt obwohl ich nichtmal dabei war. Ich wollte ihm helfen und konnte es nicht war einfach nur gelähmt und habe zusehen müssen, wie er starb ohne etwas zu tun, ohne wenigstens seine Hand zu halten.

Mittlerweile habe ich wieder andere Träume, zwar immernoch von meinem Schatz aber eben schöne.

Ich wünsche dir dass es dir bald auch so gehen wird, dass du lernst, dein Leben wieder besser in den Griff zu bekommen, aber lass dir ruhig Zeit damit und mach das wonach DIR ist und nicht das, was andere meinen das du tun müsstest.

Ich schicke dir ganz viel von der Kraft die ich im Moment habe.

Fühl dich gedrückt.

Liebe Grüße

Bloody

Lillian2207
13.11.2006, 11:24
Liebe taxikathi,

es tut mir so unwahrscheinlich leid, es ist das schrecklichste was passieren konnte! Ich möchte Dich in die Arme schließen und dich ganz feste drücken, ich weiß doch so genau, was du gerade durchmachst!

Es ist wie ein deja vú für mich wenn ich Deine Berichte lese und ich mußte furchtbar weinen! Nichts kann das was passiert ist erklären, man will nichts hören und man ist wie in einem Schock gefangen, wie in einem Alptraum der nie endet!

Liebe taxikathi, es gibt so viel was ich Dir sagen möchte! Ich möchte Dir so gerne helfen wenn ich kann! Ich schreibe Dir eine PN! Bis gleich

Lillian

Inaktiver User
13.11.2006, 16:48
Hallo mein Schatz,
habe heute ein Lied von Silbermond gehört, das ist einfach auf Dich zugeschnitten. Was gäbe ich darum, wenn Du jetzt neben mir sitzen würdest und ich es Dir vorspielen könnte. Jetzt kann ich Dir nur noch den Text schreiben.

DAS BESTE

Ich habe einen Schatz gefunden
und er trägt Deinen Namen
So wunderschön und wertvoll
Mit keinem Geld der Welt zu bezahlen
Du schläfst neben mir ein
Ich könnt´ Dich die ganze Nacht betrachten
Sehn wie Du schläfst, hören wie Du atmest
Mit Dir am Morgen erwachen
Hast es wieder mal geschafft, mir den Atem zu rauben
Wenn Du neben mir liegst, dann kann ich es kaum glauben
Dass jemand wie ich sowas Schönes wie Dich verdient hat

Du bist das Beste was mir je passiert ist
Es tut so gut wie Du mich liebst
Vergess den Rest der Welt, wenn Du bei mir bist
Du bist das Beste was mir je passiert ist
Es tut so gut wie Du mich liebst
Ich sags Dir viel zu selten, es ist schön dass es Dich gibt

Dein Lachen macht süchtig
fast so als wär es nicht von dieser Erde
Auch wenn Deine Nähe Gift wär
Ich würd bei Dir sein, solange bis ich sterbe
Dein Verlassen würde Welten zerstören
Doch daran will ich nicht denken
Viel zu schön ist es mit Dir
Wenn wir uns gegenseitig Liebe schenken
Betank mich mit Kraft, nimm mir Zweifel von den Augen
Erzähl mir tausend Lügen, ich würd sie Dir alle glauben
Doch ein Zweifel bleibt, dass ich jemand wie Dich verdient hab

Du bist das Beste was mir je passiert ist
Es tut so gut wie Du mich liebst
Vergess den Rest der Welt, wenn Du bei mir bist
Du bist das Beste was mir je passiert ist
Es tut so gut wie Du mich liebst
Ich sags Dir viel zu selten, es ist schön dass es Dich gibt

Wenn sich mein Leben überschlägt, bist Du die Ruhe und die Zuflucht
Weil alles was Du mir gibst, einfach so unendlich gut tut
Wenn ich rastlos bin, bist Du die Reise ohne Ende
Deshalb leg ich meine kleine große Welt in Deine schützenden Hände

Du bist das Beste was mir je passiert ist
Es tut so gut wie Du mich liebst
Vergess den Rest dr Welt, wenn Du bei mir bist
...
Ich sags Dir viel zu selten, es ist schön dass es Dich gibt


Deine Dich liebende Kathi

Inaktiver User
15.11.2006, 17:34
Hallo mein Traummann,

heute ist es genau 2 Monate her, dass Du mich verlassen hast. 2 Monate, die mir einerseits wie Jahre ohne Dich vorkommen, andererseits denk ich manchmal, es war doch erst gestern, als wir zusammen auf der Kirmes waren und dort einen wunderschönen Abend verbracht haben. Und immer wieder werde ich von den Vorwürfen verfolgt, die ich mir seit deinem Tod mache. Hätte ich es verhindern können, indem ich nicht auf Dich gehört hätte? Als ich einen Tag vorher mit Dir zum Arzt fahren wollte, Du jedoch meintest, es geht vorbei, Du brauchst nicht zum Arzt. Ich habe Dich doch gesehen, ich habe gesehen, dass es Dir schlecht ging. Ausserdem habe ich am Steuer gesessen, warum bin ich nicht einfach rechts abgebogen, sondern geradeaus nach Hause gefahren? Hätte dieser eine Tag über Dein Leben entschieden, wenn Du da schon ins Krankenhaus gekommen wärest? Ich vermute ja, und mein Verhalten werde ich mir wohl im Leben nicht verzeihen können... Du warst ein Sturkopf, aber wenn ich wollte, konnte ich drei mal so stur sein wie Du, das hast Du gewusst. Warum war ich an diesem Tag nicht so? Du weisst, dass ich Dir in jeglicher Hinsicht grenzenlos vertraut habe, hätte ich es in Hinsicht auf Deine Krankheit mal nicht getan, dann würdest Du heute wahrscheinlich noch LEBEN! Neben mir sitzen, einen Deiner Sprüche loslassen, Dich verwöhnen lassen und mich verwöhnen. Ich habe den ganzen gestrigen Abend diese Vorwürfe mir gegenüber nicht aus dem Kopf bekommen, sie haben mich regelrecht verfolgt. Ich kann manchmal nicht mehr, was soll ich nur tun ohne Dich???

In grenzenloser Liebe, Deine Maus

Inaktiver User
15.11.2006, 19:08
Oh Taxikathi,
diese Selbstvorwürfe sind aber bitter für Dich, und doch auch so notwendig. Notwendig, weil ich glaube, man verarbeitet den Tod nur, wenn man ihn auch von allen Seiten betrachtet. Und eine Seite ist eben auch die Frage, ob man selbst den Tod eines anderen Menschen verhindern kann.

Auf die Frage mag sich jeder eine eigene Antwort geben. Was wäre gewesen, wenn Du vor 2 Monaten zum Arzt gefahren wärest? Hätte dieser wirklich die Dramatik zu der Zeit schon erkennen können? Hätte er Euch nicht vielleicht nach Hause geschickt? Hätte er nicht sagen können, das ist eben das Krankheitsbild? Hätte, hätte, hätte....... Niemand wird diese Fragen mit der Wahrheit oder richtig beantworten können. Vielleicht ist ihm ja auch eine lange Leidenszeit erspart geblieben. Du hattest ja eingangs geschrieben, dass der der Krankheitsverlauf besonders für einen Raucher schwierig gewesen wäre.

Der Weg Deines Partners war eine Anderer. Ich glaube nicht, dass man die Schicksale der Menschen wesentlich beeinflussen kann. In meinem Denken gibt es - bildhaft gesprochen - irgendwo ein Buch, in dem steht das ganze Leben drin. Und so läuft es eben. Und wenn in dem Buch steht, dass ein Mensch früh sterben soll, kann ein anderer Mensch das auch nicht verhindern.

Und in Deinem/Euren Buch stand wohl, dass Ihr Euch begegnet, die große Liebe erlebt, Du aus einem Märtyrium befreit wirst, aber Ihr nur eine kurze Zeit zusammenhabt. Du hast mit dieser Begegnung, dieser Liebe schon viel mehr gehabt, als viele andere Menschen haben. Aber darüber zu schreiben, denken ist noch viel zu früh. Im Moment ist es für Dich wichtig zu trauern und -den Tod von allen Seiten zu betrachten.

Vielleicht sollte ich Dir dazu sagen, dass ich nach langen Selbstvorwürfen dazu gekommen bin, "meistens" so zu denken. Letzte Woche ist es 5 Jahre her, dass sich mein Partner das Leben genommen hat. Da habe ich mich lange gefragt, ob ich es hätte verhindern können.

Kranich

Lillian2207
16.11.2006, 15:11
Liebe taxikathi,

ich denke so sehr an Dich. Du bist nicht alleine! Wir alle sind für Dich da! Fühl dich umarmt und geherzt!

Ganz liebe Grüße an Dich
Lillian

Inaktiver User
16.11.2006, 17:33
Liebe Kranich,
ich habe den gestrigen Abend bei meiner sehr guten Freundin verbracht. Auch ihr habe ich von meinen Vorwürfen erzählt, und sie hat praktisch genauso darauf geantwortet wie Du. Dass das Leben vorbestimmt ist und es wahrscheinlich nichts geändert hätte, wenn er einen Tag früher beim Arzt gewesen wäre. Ich versuche, dieses anzunehmen, zu verstehen - aber ich kann es nicht. Egal wie schlecht mein Leben vor Herbert gewesen ist, letztendlich gab es irgendwie immer eine Lösung für alle Probleme. Und jetzt stehe ich da und dieses Problem ist UNLÖSBAR. Diese Unlösbarkeit ist für mich so unfassbar. Es ist vielleicht in einem klitzekleinen Teil meines Gehirns angekommen, dass es so sein sollte, aber der Großteil des Verstandes wehrt sich mit Händen und Füssen gegen diese Aussage und schreit "Du hättest es verhindern können!" Am schlimmsten habe ich mir die Vorwürfe direkt nach seinem Tod gemacht. Irgendwann ließen diese Gedanken nach, und dann kamen sie so plötzlich wieder und schwebten wie ein Damoklesschwert über mir. Warum auch immer. Ich danke Dir für Deine Antwort, bin für jeden der mich versteht und mir seine Sichtweise deutlich macht, dankbar. Und was Deinen Lebensgefährten angeht, ich bin ganz ehrlich, mir fehlen die Worte. Ich hoffe, dass Du die Stärke, die ich in Deinen Einträgen erkenne, weiterhin haben wirst. Danke!

Liebe Lillian,
danke, dass auch Du an mich denkst, ich freue mich immer sehr, wenn ich von Dir höre/lese. Fühl Dich ganz fest umarmt!

:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Vielen Dank für Euer Verständnis und Verstehen!

Inaktiver User
16.11.2006, 17:54
Liebe Taxikathi,
deine Geschichte hat mich sehr, sehr berührt und ich steh´auch hilflos vor deiner Frage nach dem "Warum", mir fehlen da wirklich die Worte und ich kann mir nicht richtig vorstellen, wie sich der Verlust einer großen Liebe durch den Tod tatsächlich anfühlen muss.......nein, das Leben ist nicht fair, sondern manchmal nur willkürlich, irrational und grausam....
Deshalb von mir nur folgendes für dich:

"Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem man nie vertrieben werden kann."
- Jean Paul -

Wünsche dir alles erdenklich Gute, ganz viel Stärke und ganz bald auch wieder sonnigere Zeiten! :blumengabe:
K.

Inaktiver User
17.11.2006, 12:41
Liebe Konstantina,

vielen lieben Dank für Deine tröstlichen Worte. Ich empfinde die Welt momentan wirklich nur als grausam und unfair. Aber wenigstens fühle ich mich hier in diesem Forum verstanden, das ist eine sehr schöne Erfahrung in dieser Situation. Ganz anders verläuft es teilweise in meinem Freundes- bzw. Bekanntenkreis. Gestern abend habe ich einen Bekannten besucht, da ich eine Frage zum Thema PC hatte und er dafür der absolute Spezialist ist. Im Verlauf unseres Gespräches fragte er mich doch tatsächlich, ob ich mir nicht langsam einen neuen Partner suchen wollte. Ich glaube in diesem Moment habe ich ihn angeschaut wie einen Marsmenschen und ihm dann meine Meinung gesagt. Wie können Menschen - die uns beide kannten - mir nach gerade mal zwei Monaten so eine Frage stellen und diese auch noch vollkommen ernst meinen? Etwas mehr Einfühlungsvermögen hätte ich da schon erwartet. Er konnte meine abwehrende Haltung noch nicht einmal nachvollziehen, "das Leben ginge ja weiter". Wenn ich diesen Satz schon höre! Ich habe ihm erklärt, dass das Leben zwar irgendwie weitergeht, dass jedoch ein grosses "aber" hinter dieser Aussage stünde. Er hat es nicht begriffen. Schade, ich habe so etwas von ihm nicht gedacht. Deswegen danke ich nochmal allen, die verstehen, was in mir vorgeht.
Wünsche allen ein nicht zu trauriges Wochenende, Kathi

Inaktiver User
24.11.2006, 17:44
Ich habe in den letzten Tagen unheimlich abgebaut. Den ganzen Tag nur auf der Couch gelegen, keine Motivation, um irgendetwas zu tun. Es gab keinen bestimmten Grund, kein Datum mit dem Erinnerungen zusammenhängen oder so etwas. Plötzlich kam dieses Scheiss-egal Gefühl und hat mir das bisschen Kraft geraubt, das ich noch habe. Gestern abend fing ich mit einem Mal an zu zittern und der Schweiss stand mir auf der Stirn. Das habe ich noch nie gehabt. Nach einer Viertelstunde wurde es besser. Keine Ahnung, wieso oder weshalb. Das Zittern ist am Tag ebenfalls da, meine Hände zittern manchmal wie die einer 80jährigen. Irgendwie gerät mein Leben total aus den Fugen. Dinge, die früher selbstverständlich waren und auch Spaß gemacht haben, wie zum Beispiel in die Stadt zu fahren, sind momentan schon Erfolgserlebnisse. Das habe ich geschafft, war aber nach 15 Minuten schon wieder auf dem Nach-Hause-Weg. Du Gott da oben, warum hast Du mir das angetan? Warum lässt Du auf der Welt soviel Leid zu? Warum müssen so viele Menschen leiden? Entschuldigt, wenn der Text etwas wirr ist, aber meine Gedanken sind es ebenfalls...


An meinen Schatz: Ich bin kein Dichter und kein Philosoph, doch ohne Dich ist alles DOOF!!!
Ich liebe Dich

Ninchen1
25.11.2006, 02:12
Was Du geschrieben hast berührt mich sehr, den geliebeten Partner zu verlieren..ich drücke Dich vertuell..und wünsche Dir so sehr, daß Du wieder Kraft findest um weiter Dein Leben zu führen..möge die Erinnerung an Deinen Schatz irgendwann den Schmerz zu all den schönen Erinnerungen werden lassen, die euch für immer und ewig mit einander verbinden..

Ich trauere um meine über alles geliebte Oma und finde Trost darin, daß es für sie eine Erlösung war und sie dort wo sie hoffentlich ist unbeschwerter an unserer Seite sein kann..ich weiß nicht, mir fällt es momentan auch schwer mich zu trösten und ich weine ständig, es ist sehr frisch und ich hatte es nicht erwartet. Allerdings hatte sie ein Alter erreicht, daß Dein Freund leider nicht vergönnt war, ich kann verstehen, daß dich das unbeschreiblich wütend und traurig macht..euch hätte, falls die Vorbestimmung nicht immer schon da war, noch so vieles bevor stehen können, meine Oma hatte schon viele dieser schönen Erfahrungen gemacht, trotzdem ist es auch bei ihr so, daß ich immer wieder denke, was sie noch alles hätte schönes erleben können mit uns, ihrer Familie, ich hoffe sie kann an unserem Leben noch weiterhin teil haben als ein Ebgel, der sie auf Erden schon war mit ihrer ruhigen und bescheidenen Art..ich bin dankbar, daß es so ein Forum wie dieses hier gibt. Liebe Grüße

Inaktiver User
04.12.2006, 13:04
Liebe Ninchen,
auch ich möchte Dich ganz herzlich drücken, und ich hoffe auch, dass es Deiner Oma jetzt als Engel gut geht. Wir hoffen alle für unsere Verstorbenen das Beste, aber keiner weiss etwas, und ein kleiner Zweifel bleibt zumindest bei mir immer, ob es ihnen wirklich gut geht...


Mein geliebter Schatz,
am Wochenende hat es hier geknallt. Ich habe mich mit Gaby (meiner Schwester) und meiner Mutter furchtbar gestritten. Dabei ging es um Weihnachten, mit dem ich dieses Jahr absolut nichts zu tun haben will. Leider meint meine Familie, den Heiligabend verbringen zu müssen wie jedes Jahr, und mich wollen sie unbedingt dabei haben. Ich will aber nicht. Ich will an Heiligabend meine Ruhe haben, bloss nicht daran denken, welches Datum es ist und den Tag so schnell wie möglich rumkriegen. Allerdings ohne das jährliche "Ritual". Dafür haben sie kein Verständnis. Sie sagen, dass sie es nicht böse mit mir meinen. Das weiss ich doch selber, aber warum können sie meine Entscheidung nicht einfach akzeptieren? Wie schön wäre Weihnachten mit Dir geworden. Ich hätte mich chic angezogen, wir wären alle zusammen gewesen und ich hätte Dir einen Stern geschenkt. Einen Stern mit Deinem Namen. Wie lange habe ich im Internet gesucht, bis ich die Seite gefunden habe. Habe mir schon alles ausgesucht und aufgeschrieben, ich hätte nur noch bestellen müssen... Ich hätte so gerne Dein Gesicht gesehen beim Geschenke auspacken. Aber leider wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht. Mit Dir sind auch viele schöne Gefühle in mir gestorben. Ich kann mich an erleuchteten Gärten, Straßen und Fenstern nicht erfreuen, im Gegenteil, sie erinnern mich schmerzhaft daran, wie schön es hätte sein können, und wie grausam die Realität ist. Ich weiss nicht, wie es weitergehen soll. Meine Tabletten lassen mich zwar etwas besser schlafen, aber den Schmerz können sie mir auch nicht nehmen. Du bist durch nichts und niemanden zu ersetzen. Du hast mir soviel gegeben, für uns beide war unsere Zeit doch der Himmel auf Erden, und jetzt ist mir nur noch die Hölle geblieben. Wenn ich am Friedhof an deinem Grab hocke und mit Dir spreche, hoffe ich so sehr, dass Du mich hörst, dass Du die Gedanken liest, die ich Dir schicke, dass sie Dich irgendwie erreichen...
Mein Schatz, in meinem Herzen bist Du immer bei mir, und trotzdem vermisse ich Dich so sehr.
In Liebe, Deine Kathi

Vemi
04.12.2006, 13:29
Liebe Kathi,

kauf diesen Stern trotzdem.Es wird euer Stern sein!Du kannst ihn am Himmel suchen und dein Schatz wird dort sein.

Ich umarm dich mal ganz vorsichtig.

Vemi

Inaktiver User
12.12.2006, 14:43
Liebe Vemi,
das habe ich mir auch schon überlegt. Da ich aber krankgeschrieben bin und mittlerweile von Hartz 4 lebe, ist das allein schon aus finanziellen Gründen unmöglich. Es ist schon komisch, wenn ich Herbert etwas schenken wollte, habe ich gearbeitet ohne Ende. Jede Überstunde war es mir wert, jeder Euro wurde zur Seite gelegt, nur um ihm eine Freude zu machen. Er war so ein bescheidener Mensch. Er hat mir mal gesagt, dass er es nicht gewohnt sei, Geschenke zu bekommen. Daraufhin habe ich ihm gesagt, wenn ich sehe dass er sich freut, dann freue ich mich dreimal soviel. Genauso war es auch. Es gab nichts schöneres als den geliebten Menschen glücklich zu machen. Aber wie soll ich das jetzt noch tun?
Liebe Grüsse, Kathi

Inaktiver User
12.12.2006, 14:56
Mein geliebter Schatz,
heute ist der Tag, an dem ich so gerne mit Dir gefeiert hätte. Wir hätten es uns den ganzen Tag lang gemütlich gemacht und wären abends schön essen gegangen. Vielleicht werde ich mit Janine und Ute essen gehen. Es wird bestimmt schön, aber niemand kann Deine Gesellschaft ersetzen. Ist das schöne Wetter vielleicht Dein Geschenk an mich? Nachdem es hier in den letzten Tagen in Strömen geregnet hat, lacht heute die Sonne und der Himmel ist strahlend blau. Und ich sitze hier und vermisse Dich... vermisse Dich so unendlich. Ich wäre am liebsten den ganzen Tag an Deinem Grab sitzengeblieben. Was würde ich darum geben, noch einen Tag mit Dir verbringen zu können...Alles. Dich im Arm halten zu können, Dich zu küssen, zu spüren und zu riechen. Aber ich sehe Dich nur noch auf Fotos und in meinen Gedanken, rieche Deinen Duft nur noch in Deinen Anziehsachen, die ich behalten habe. Ich hoffe, das Gesteck, das ich mit meinen zwei linken Händen gebastelt habe, gefällt Dir ein wenig. Ich wollte keins kaufen. So hast Du etwas ganz individuelles auf Deinem Grab liegen. Ich hoffe Du kannst es sehen. Ich denke jede Minute an Dich, mein Sonnenschein, und liebe Dich über alles.
Ich küss Dich tausendmal, Deine Kathi

Inaktiver User
18.12.2006, 21:50
Mein Geliebter,
ich möchte Dir auf diesem Wege von ganzem Herzen dafür danken, dass Du heute dagewesen bist, auch wenn es Dir sehr schwergefallen ist, wie die Dame es sagte. Ich wäre auch 1000km gefahren, nur um etwas von Dir zu hören, ein paar kleine Zeichen, eine Nachricht, dass es Dir mehr oder weniger gut geht. Ich habe keine Ahnung, wie es in meiner Zukunft weitergehen wird, laut ihr wirst Du mich leiten und mir helfen? Ich will so gerne daran glauben, aber im Moment fällt mir das noch so schwer, weil der Schmerz alle anderen Gedanken überwiegt. Doch es ist sehr tröstlich, dass Du bei mir bist, auch wenn ich Dich nicht sehen kann...
Ich liebe Dich so sehr, warum kann ich es Dir nicht zeigen, es Dir sagen und auch eine Antwort von Dir bekommen?
Ich vermisse Dich, Deine Kathi

Inaktiver User
24.12.2006, 15:44
Mein lieber Schatz,
heute ist der Tag, auf den ich mich mit Dir so sehr gefreut habe. Jetzt bin ich alleine und es tut einfach nur weh. Ich werde gleich noch zu Deinem Grab gehen und versuchen, Dir dort so nahe wie möglich zu sein, aber das will ich doch eigentlich so überhaupt nicht! Ich will mit Dir zu Abend essen, Geschenke austauschen und Dein verblüfftes Gesicht sehen, wenn Du meine Geschenke ausgepackt hast! Aber es geht nicht ... Ich hoffe, dass Du auf der anderen Seite auch eine schöne Zeit hast. Ich vermisse Dich von ganzem Herzen und denke pausenlos an Dich. Wir werden uns wiedersehen, das ist der einzige Trost, der mir noch geblieben ist.

ICH LIEBE DICH ÜBER ALLES, Deine Kathi
:kerze: :kerze: :kerze: :kerze:

Inaktiver User
24.12.2006, 15:46
An alle lieben Menschen:
Ich möchte Euch allen ein friedvolles Weihnachtsfest wünschen. Dass ihr die Tage übersteht, Euch vielleicht sogar über das eine oder andere freuen könnt. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen bedanken, die mich getröstet haben, mit mir geweint haben und mir immer wieder Mut zugesprochen haben. Vielen Dank von ganzem Herzen!
Eure Kathi

Bloodyzicke
25.12.2006, 12:33
Liebe Kathi,

ich hoffe sehr, dass Du den gestrigen Tag nicht alleine verbringen musstest, sondern dass du Menschen um Dich hattest, die dich unterstützt haben und die einfach nur da waren.

Und ich wünsche Dir ganz viel Kraft, diese Tage zu überstehen. Vielleicht auch einmal aus der Trauer ausbrechen kannst.

Liebe Grüße

Yasmin

Inaktiver User
25.12.2006, 22:50
Liebe Taxikathi,
trösten hilft nicht viel. Ich wünsche Dir, dass Du diese Tage irgendwie hinter Dich bringst mit Menschen, die Dich in Deinem Traurig sein begleiten. Ich streichel Dich mal ganz vorsichtig.
Kranich

Lillian2207
02.01.2007, 16:40
Liebe Kathi,

auf diesen Weg möchte ich Dir schon mal Mut, Kraft und Stärke für das neue Jahr wünschen! Ich hoffe Du warst nicht alleine und Deine Freundinnen haben Dich aufgefangen! Ich werde Dich die Tage wieder anrufen, wieder Deine Stimme hören! Ich wünsche Dir auch ein klein bisschen Glück auf Deinen Weg durch die Trauer, das ein kleiner Funke Hoffnung auftaucht! Irgendwann, irgendwo!

Ich drück Dich! Habe viel an Dich gedacht!!!
Lieben Gruß
Lillian

Inaktiver User
03.01.2007, 13:30
Liebe, Bloodyzicke, Kranich und Lillian,
als erstes möchte ich Euch und allen anderen in diesem Forum ein gutes Jahr 2007 wünschen.
Weihnachten ist zum Glück vorbei. Der Heiligabend war schrecklich. Es ist mir gelungen, während des Tages den Gedanken an Weihnachten auszublenden, aber als es dunkel wurde bin ich eigentlich gegen meinen eigenen Willen doch zu meinen Eltern gegangen, ich wollte meine Mutter einfach nicht enttäuschen. Dort habe ich sofort angefangen zu weinen. Sie hatte den Tisch extra nicht festlich, sondern ganz schlicht gedeckt. Aber der Platz, an dem Herbert sitzen sollte, war leer. Sie fing auch an zu weinen, ich habe eine Kleinigkeit gegessen, danach wurden schnell Geschenke ausgetauscht und ich bin sofort wieder zu mir gegangen. Am Abend habe ich mich bei einer Nachbarin mit 3 Bekannten getroffen. Wir haben uns in den Keller gesetzt und zusammen getrunken. Diese Leute, die ich schon seit Jahren kenne und bis vor kurzem noch als "Bekannte" bezeichnet habe, sind mittlerweile wirkliche Freunde geworden. Sie sind immer für mich da, kannten Herbert auch alle und wir sind mittlerweile zu einer eingeschworenen Gruppe geworden. Wir treffen uns zwar nur unregelmäßig, aber es ist schön, bei ihnen zu sein.
An Silvester war ich mit meiner Freundin Ute bei ihren Nachbarn eingeladen. Es war zum Glück keine richtige "Fete", sondern einfach Zusammensitzen, Fondue essen und sich unterhalten. Ein Gast, den ich dort kennengelernt habe, hat mich im Laufe des Abends auf einen Arbeitskollegen von mir angesprochen, der vor ca. 2 Jahren tödlich verunglückt ist. Er erzählte mir von seiner Frau, der es wieder sehr schlecht geht, obwohl es ihr eigentlich wieder ziemlich gut ging - in diesem Moment war das zuviel für mich und ich bin nach draussen gegangen. Habe dort eine Zigarette geraucht und die frische Luft eingeatmet. Ich wollte alleine sein, zumindest für ein paar Minuten. Mit meinen Gedanken bei Herbert, nur wir zwei. Ich habe mich wieder beruhigt und bin hinein gegangen.
Als es Mitternacht wurde, sind wir alle raus gegangen, haben Sekt getrunken und ein wenig geböllert. Ich habe das Feuerwerk gesehen, wildfremde Menschen liefen über die Straße und riefen uns "Frohes neues Jahr" zu und ich wollte zurückrufen: "Das ist kein frohes Jahr, nein, es ist schrecklich, denn es ist ein Jahr ohne den Menschen, den ich über alles liebe!" Stattdessen bin ich in Tränen ausgebrochen. Ute kam zu mir und hat mich im Arm gehalten, bis ich mich wieder etwas beruhigt hatte. Das war der schlimmste Moment, dieser Jahreswechsel.
Ein Gast, der mit dem Auto da war, brachte mich nachher nach Hause, ich bin allerdings wieder zu der Nachbarin gegangen, wo die drei Freunde, die ich weiter oben schon erwähnt habe, zusammensaßen und habe den Rest der Nacht mit ihnen verbracht. Ich weiss nicht, was ich in diesen Tagen ohne meine Freundinnen und Freunde gemacht hätte. Sie haben mir unheimlich geholfen. Keiner von ihnen verlangt, dass ich mich zusammenreissen muss, weil es doch "schon" 3 1/2 Monate her ist. Ich kann weinen, wenn mir danach zumute ist und bekomme Verständnis. Das ist nicht selbstverständlich.
Ich danke hiermit sowohl meinen persönlichen Freunden als auch allen in diesem Forum und hoffe, dass dieses Jahr für uns alle ein paar positive Überraschungen bereit hält.
Liebe Grüsse, Kathi

Bloodyzicke
03.01.2007, 14:19
Liebe Kathi,

Was du beschreibst, das kenne ich zu gut. Ich kann mir so gut vorstellen, wie Du Dich gefühlt hast und ich habe Tränen in den Augen.

Mir ging es nicht anders...

Viel haben versucht mich zu trösten, aber nur eine Freundin hat es geschafft.

Sie sagte: "Mit jedem Licht am Himmel, stell ich mir vor, dass Stefan runterguckt und uns grüßt."

Ich weiß nicht warum das so gewirkt hat, aber ich meine es kamen ja von überall Raketen und ich bekam ein warmes Gefühl, weil ich meinen Schatz überall um mich hatte in diesem Moment.

Und ich verspreche Dir, das neue Jahr wird uns positives bringen, denn es muss jetzt ausgleichen, was 2006 verbockt hat...!


Fühl Dich von mir gedrückt liebe Kathi!

Liebe Grüße

Yasmin

Inaktiver User
04.01.2007, 13:34
Liebe Yasmin,

eigentlich hatte ich vor Silvester gar nicht soviel Angst. Meine Angst galt vor allem Weihnachten. Als ich Ute davon erzählte, dass ich vorhabe, Silvester einfach zu verschlafen, war sie damit aber nicht einverstanden. Sie meinte, ich sollte da nicht alleine sein und hat mich schon fast gezwungen, mit zu ihren Nachbarn zu gehen.
Jetzt bin ich ihr sehr dankbar dafür. Ich hätte allein wegen der Knallerei um Mitternacht bestimmt nicht geschlafen, und als ich draussen stand und die Raketen in die Luft gingen, fühlte es sich für mich an, als ob man mir Messer in den ganzen Körper rammen würde. Der Schmerz war wieder da, und zwar mit voller Wucht. Sie hat mich in den Arm genommen und damit das Beste getan, was sie hätte tun können. Für mich da sein ohne große Worte.
Beim Anblick des Feuerwerks habe ich nur gedacht: Warum steht Herbert jetzt nicht bei mir und stößt mit mir an? Das wäre so schön gewesen...
Freundinnen wissen wohl in den meisten Fällen, was sie tun sollen. Es ist gut, solche Menschen an seiner Seite zu haben. Und genauso gut ist es, Euch hier in diesem Forum zu haben. Dafür ein riesengroßes DANKE!!!
Kathi

Inaktiver User
17.01.2007, 14:32
Mein Schatz,

die letzten Tage waren einfach die Hölle. Von jetzt auf gleich bin ich ohne erkennbaren Auslöser in ein tiefes Loch gefallen und nicht wieder herausgekommen. Ich wollte niemanden sehen, mit niemandem reden und die Wohnung am besten überhaupt nicht verlassen. Janine hat heute angerufen und sich bei mir beschwert, dass ich mich überhaupt nicht melde. Sie hat recht, ich habe mich bei niemandem gemeldet. Meine Psychotherapeutin meinte, an diesem Loch könnte ich sehen, dass es mir vorher schon etwas besser gegangen ist. Ich frage mich nur, ob es wirklich besser war oder ob ich einfach nur besser verdrängt habe? Momentan habe ich das Gefühl, dass alle vier Zimmerwände gleichzeitig auf mich zukommen um mich zu zerquetschen. Alle Dinge, vor allem die selbstverständlichsten, sind zur Qual geworden. Ich habe mich tagelang nicht mal mehr in der Lage gefühlt, mich an den Computer zu setzen und zu schreiben. Wie soll das Leben weitergehen? Oder sagen wir mal das, was vom Leben noch übriggeblieben ist. Freundinnen, die kaputte Beziehungen hinter sich haben, beneiden mich um das große Glück, das ich mit Dir erleben durfte. Ja, Du warst und bist die Liebe meines Lebens und das macht alles noch unverständlicher. Warum musste diese Thrombose kommen, nachdem Du die Infektion überstanden hattest? Ich erinnere mich genau an den Tag, an dem der Chefarzt sagte, Du könntest von der Intensiv runter auf die normale Station. Ich habe Freudentänze aufgeführt, im Auto auf dem Rückweg lauthals gesungen, und dann dieser niederschmetternde Anruf am nächsten Morgen... Ich hoffe, dass es Dir gut geht. In der letzten Nacht hast Du mich seit langem wieder einmal im Traum besucht. Und es war so ein schöner Traum, Du hast zu mir gesagt, dass wir unsere Beziehung etwas vernachlässigt hätten und wieder mehr Zeit miteinander verbringen sollten. Und ich habe Dir geantwortet, dass ich immer an Dich denke, auch wenn wir nicht zusammen sind, meine Gedanken sind immer bei Dir. Wir waren uns so nah, es war so ein unbeschreiblich schönes Gefühl, aber leider bin ich irgendwann aufgewacht und befinde mich wieder in der trostlosen, beschissenen Realität.

Ich liebe Dich, mein Schatz, Deine Kathi

lisa10
29.01.2007, 20:09
Hallo Kathi,deine Briefe haben mich sehr berührt.Ich bin seit dem 22.9.06 Witwe und fühle wie du.Mir wurde der Boden unter den Füssen weggerissen.Ich weiss nicht wie das Leben weitergehen soll und und wie es je wieder schön werden soll. Es ist alles so öde geworden so trübe.Ich vermisse meinen Mann am meisten bei den täglichen kleinen Gesprächen am Nachmittag nach der Arbeit.
ich habe auch Freunde, aber ich glaube nicht, dass sie verstehen wie es mir geht. Lg Lusita

Inaktiver User
30.01.2007, 15:20
Hallo Taxikathi,

das erste Jahr ist das schwerste, finde ich.
Und gleichzeitig nötig.
Das muss so sein. Alle Jahreszeiten einmal durch. Alle Feste.


In der letzten Nacht hast Du mich seit langem wieder einmal im Traum besucht. Und es war so ein schöner Traum, Du hast zu mir gesagt, dass wir unsere Beziehung etwas vernachlässigt hätten und wieder mehr Zeit miteinander verbringen sollten.

Das mag sein, dass er dich jetzt noch braucht. Vielleicht ist die Zeit für Abschied noch nicht gekommen.

Inaktiver User
30.01.2007, 21:07
Liebe Lisa10,

es tut mir leid, dass Du Deinen Mann verloren hast. Es ist für mich immer wieder unverständlich, wieviel Leid passiert und wie sich das ganze Leben durch so einen Verlust verändert.
Meine Freunde haben mir gegenüber ehrlich zugegeben, dass sie sich nicht ganz in meine Lage versetzen können, schließlich haben sie so etwas noch nie erlebt. Aber trotz allem waren und sind sie für mich da. Und ich denke, dass auch Deine Freunde, wenn es gute sind, immer für Dich da sein werden. Ich weiss selber, wie schwierig es ist, wieder Boden unter den Füßen zu fassen. Mir geht es momentan etwas besser, ich bin endlich aus diesem Loch raus. Wir müssen in kleinen Schritten denken, ich versuche mich über jeden kleinsten Erfolg zu freuen. Auch wenn das Leid uns immer wieder einholen wird. Ich wünsche Dir und allen, die ihre Lieben vermissen, ganz viel Kraft und vor allem Menschen, die für sie da sind. Denn bei mir waren es vor allem bestimmte Menschen, die mir Kraft gegeben haben.

Fühl Dich gedrückt, Kathi :blumengabe: