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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht sie eigentlich so einzigartig- die Affäre?



Inaktiver User
11.11.2006, 17:52
Hi, war lange nicht mehr hier.
Ich habe gestern einen Freund getroffen. Lange nicht gesehen. Er: 45, verheiratet, Kinder, eigentlich glückliche Ehe.
Erzählt mir von seiner Affäre, die er seit über einem Jahr hat.
Was mich bei seinen Erzählungen schon wieder mal erstaunt hat ist die unglaubliche Einzigartigkeit, die er dieser Affäre zuschreibt: Wunderschöne Frau, Seelenverwandtschaft, unglaublich guter Sex, nie erlebte Sehnsucht, nie erlebtes Begehren....usw.
Er erzählte mir u.a. dass er seiner Feundin viele Geschenke macht z.B. Dessous die sie für ihn trägt, hochhackige Pumps ... und sie die Erfüllung aller bisher gehegten sexuellen Wünsche verkörpert.

Ist das jetzt die Frau auf die er immer gewartet hat, die aber leider zu spät kommt, da er ja schon vergeben ist? Ja, wohl kaum! Aber er schildert es so... oder ist es einfach nur das Verbotene dass ihn so empfinden lässt. Der Kick , weil es heimlich sein muss?
Ist diese Frau nicht ersetzbar?
Wieso schenkt er seiner Frau (die ich auch sehr erotisch finde) keine Dessous? Wieso lebt er seine Wünsche nicht mit ihr aus.
Warum ist das Andere so viel spannender und lässt zu Hochformen auflaufen?
Während zuhause der alte Trott weiterläuft?:wie?:

Schönes WE HELECHO

Prijon
11.11.2006, 18:38
Hallo Helecho,

spannende Fragen. Hast Du sie Ihm mal gestellt?

Und hast Du ihn (natürlich) mit dem Klassiker konfrontiert, warum er dann noch bei seiner Frau bleibt, wenn alles woanders so toll ist?

Meine Theorie zu dem Seelenverwandten ist ja: Das ist Selbstaufgabe. Das hält man dauerhaft nicht aus. Seelenverwandte sind für ein paar schöne Stunden in der Woche - alltagstauglich sind sie nicht. Weil man sich dann selbst verliert.

Prijon

Murkami
11.11.2006, 19:20
Immer wieder stolpere ich über diesen Begriff hier im Forum und mir ist klar, dass er gerne als "Deckmäntelchen" für Affären verwendet wird.
Mich interessiert, Prijon, warum Du denkst, dass man sich darin selbst verliert?
Weitere Frage: Wie definierst Du Seelenverwandtschaft?

Interessierte Grüsse
Murkami

Prijon
11.11.2006, 20:15
Hallo Murkami,

ich glaube nicht, dass das ein Deckmäntelchen ist. Ich glaube schon, dass es so etwas gibt. Die Frage ist: Taugt das als Grundlage für eine Beziehung?

Es hat hier in den letzten Tagen auf meine Frage hin eine schöne Definition für Seelenverwandtschaft gegeben. Sie stammt von Mrs. Smith:


Man empfindet gleich!
Denkt gleich!
Liebt dieselben Dinge!
Teilt dieselben Phantasien!
Versteht sich ohne Worte!

Meine Frau hatte so einen für ihre Affäre, es war offenbar gigantisch. Aber eben nur temporär auszuhalten. Sie habe sich in den Begegnungen mit ihm völlig verloren, sei nicht mehr sie selbst gewesen - ihre Worte. BEIDE hätten sich ständig gegenseitig aufgesogen. Ich habe das alles nie verstanden, ihr aber die Worte von Mrs. Smith zum Lesen gegeben. Genau SO sei das gewesen, hat sie gesagt.

Uns beiden fiel dann zeitgleich unser "Therapiespruch" ein:

Ich bin ich
und Du bist Du.

Ich und Du
und Du und ich

Das sind WIR.

Diese Freiheit gibt es in der Seelenverwandtschaft irgendwie nicht.

Prijon

Murkami
11.11.2006, 20:32
Hallo Helecho,


Er: 45, verheiratet, Kinder, eigentlich glückliche Ehe.

seiner Frau (die ich auch sehr erotisch finde)

Klingt nach nach dem viel zitierten "Musterehepaar" in einem anderen Strang.:smirksmile:


Ist diese Frau nicht ersetzbar?
Wieso schenkt er seiner Frau (die ich auch sehr erotisch finde) keine Dessous? Wieso lebt er seine Wünsche nicht mit ihr aus.
Warum ist das Andere so viel spannender und lässt zu Hochformen auflaufen?
Während zuhause der alte Trott weiterläuft?:wie?:


Verstehe ich Dich richtig: Du fragst Dich, warum seine Frau nicht das für ihn verkörpert, das seine Geliebte für ihn ist und warum, er sich so sehr um sie kümmert und daheim alles schleifen lässt?


Ich glaube, er empfindet das, was er mit seiner Geliebten erlebt, als so einzigartig, weil er mit ihr eine besondere Verbundenheit und natürlich auch erotische Anziehungskraft fühlt, die er noch nie vorher erlebt hat. Das beantwortet für mich auch die Frage, dass seine Frau wohl nie ihren Platz einnehmen kann.
Mag sein, dass er tief in seinem Innnern ganz lang gehegte Wünsche in sich birgt, von denen er fühlte, dass er sie eben nicht mit seiner Frau ausleben kann. Vielleicht hat er erst durch seine Geliebte erkannt, wieviel ihm in seiner Beziehung fehlte?


Wieso schenkt er seiner Frau (die ich auch sehr erotisch finde) keine Dessous? Wieso lebt er seine Wünsche nicht mit ihr aus.



Ich finde es auch nicht gut, dass er seine Frau nicht gleich behandelt. Seine Geliebte scheint ihm momentan mehr zu bedeuten, als seine Frau und er will ihr in Form von Geschenken zeigen, wie wichtig sie ihm ist. Darüber scheint er seine Frau zu vergessen:wie?:

Die Frage nach den Wünschen:

Mag sein, dass er instinktiv spürt, er könnte sie nie mit ihr ausleben?
Mag sein, dass er sich nicht traut, mit seiner Frau über seine (für sie ja ganz neuen) Wünsche zu sprechen?


Liebe Grüsse

Murkami:smile:

Rose1
11.11.2006, 23:28
Ich komme noch mal auf die Seelenverwandtschaft zu sprechen.

Danke Prijon für Deinen Beitrag, ich denke, dass ich mit meinem Mann darüber reden werde. Das klingt auch ein wenig nach seiner Affäre, zumindest klingen seine Beschreibungen und Erklärungsversuche danach.
Ich suche immer noch nach einer Erklärung, die ich verstehen kann. Ich werde alleine bestimmt keine Antwort finden, weil das kann mir eigentlich nur mein Mann sagen.
Wenn die Affäre so einzigartig ist, warum ist er doch wieder zu mir zurückgekommen?
Nur weil es ihn beeindruckt hat, dass ich um ihn gekämpft habe? (das hat er mir vor ein paar Monaten mal gesagt).
Das kann es eigentlich nicht sein, das würde nicht gutgehen.
Und, es reicht mir nicht, ich möchte alles verstehen. Nur wie soll er es mir erklären, wenn er es selbst nicht versteht?

Wo kann man den der Beitrag von Mrs. Smith nachlesen?

Liebe Grüsse
Rose

Prijon
11.11.2006, 23:42
Hallo. Rose1

ich hatte den Beitrag von Mrs. Smith in einem anderen Strang (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=42312&page=4) komplett zitiert.

Gruß,
Prijon

carlie26
12.11.2006, 12:21
Hallo Helecho ,

Bis vor einigen Monaten habe ich mir in meinem Leben nicht viele Gedanken über das Thema "Affären" gemacht. Affären waren für mich etwas, das andere Leute haben, etwas, was nciht zu meinem Leben gehörte. Bis ich auf die Initative meines besten Freundes eine Affäre mit ihm anfing( ich habe dazu einen sehr detaillierten Bericht geschrieben : Geliebte des besten Freundes ). Ich hätte nicht gedacht, dass das MIR passieren könnte. Doch es ist passiert, und es stellt sich die Frage weshalb.

Nun eine Antwort auf deine Frage: Für mich persönlich sind Affären nichts Einzigartiges. Es kann sein, dass bei jeder Affäre EINE der beiden Seiten eine solche Einzigartigkeit verspürt. Meistens ist es jedoch so, dass die andere Seite leidet. Versteh mich nicht falsch - beide Seiten machen meiner Ansicht nach Fehler und sind gleich verantwortlich. Keine Seite kann als armes Opfer angesehen werden, denn um eine Affäre anzufangen, muss man immer zu zweit sein.

Doch meiner Erfahrung nach - und auch den meisten Berichten in diesem Forum nach zu schliessen- ist es auf lange Dauer gesehen, meistens nur eine Seite, die von der Affäre fasziniert bleibt und das Ganze auch noch nach einer gewissen Zeit geniessen kann. Meist ist das die Seite, die keine höheren Ansprüche an die heimliche Beziehung stellt, diese nicht weiterentwickeln will und mit dem Status der Affäre sehr gut leben kann, egal welche Beweggründe auch dahinterstecken mögen.

Die andere Seite ist jene, die nach mehr fordert, nach Konsequenzen, nach einer gemeinsamen Zukunft, nach Ehrlichkeit und nach einer Weiterentwicklung. Diese Seite empfindet Affären wohl kaum über lange Zeit als einzigartig und faszinierend.

Auch ich habe meine Affäre aufgrund der sehr intensiven, neuen Gefühle, der Bewschwipstheit vor Liebe kurze Zeit als einzigartig und faszinierend empfunden. Bis ich auf den Boden der Realität zurückgekommen bin. Und erkennen musste, dass seine Beweggründe, eine Affäre mit mir anzufangen ( welche das genau waren, weiss und verstehe ich leider bis heute nicht eindeutig ) andere als meine ( eindeutig Liebe, und das schon seit langer Zeit heimlich ) waren.

Bestimmt gibt es auch Affären, bei denen beide Seiten sich einig sind, dass Affären einzigartig und faszinierend sind, bei denen keiner der beiden leidet und mehr will. Ich bin jedoch der Meinung, dass diese Affären viel seltener als die anderen sind.

Der Schmerz, den man anderen Betroffen mit Affären zufügen kann, überwiegt deutlich die Einzigartigkeit einer Affäre. Leider kommt diese Einsicht bei vielen Menschen zu spät ( wie zum Beispiel bei mir ) oder überhaupt nicht.

Lg, Carlie

viadora
12.11.2006, 12:28
Hallo Murkami,

ich glaube nicht, dass das ein Deckmäntelchen ist. Ich glaube schon, dass es so etwas gibt. Die Frage ist: Taugt das als Grundlage für eine Beziehung?

Es hat hier in den letzten Tagen auf meine Frage hin eine schöne Definition für Seelenverwandtschaft gegeben. Sie stammt von Mrs. Smith:




Diese Freiheit gibt es in der Seelenverwandtschaft irgendwie nicht.

Prijon

Doch das funktioniert
Wer sagt denn das man sich dabei selbst aufgeben muß?
Ich hatte vor meinem Mann einige Beziehungen in denen es nicht immer harmonisch lief, nebenher hatte ich immer einen "besten Freund" da mir meine Partner halt nicht alles geben konnten, ich dachte damals immer : na so alles zusammen , kanns einfach nicht geben.
Ich kannte meinen Mann schon Jahre bevor wir zusammen gekommen sind, wir waren gute freunde und es war immer irgendwie harmonisch egal wie lange man sich nicht gesehen hatte. In meinen vorrangegangenen Partnerschaften habe ich halt gelernt was ich vom Leben will und was auf keinem Fall. Und irgenwann hat es bei uns dann klick gemacht. Und es ist wie oben beschrieben.
Man empfindet gleich!
Denkt gleich!
Liebt dieselben Dinge!
Teilt dieselben Phantasien!
Versteht sich ohne Worte!
Aber darum engt man sich gegenseitig auf keiner Weise ein, denn man empfindet ja gleich.
Natürlich gibt es auch unterschiede und in den Unterschieden ergänzen wir uns dann wieder, das was ich nicht kann dort hilft er mir und umgekehrt.
Es ist auch nicht langweilig mit so jemanden zusammen zu sein, ganz im gegenteil man hat sich immer was zu erzählen, tauscht sich aus .... Aber die Beziehung ist auch nicht anstrengend, es ist leicht mit so jemanden zusammen zu sein . Es ist auch nicht anstrengend mal kompomisse einzugehen oder zurückzutreten weil etwas das man machen wollte den anderen verletzen könnte, man will den anderen erst gar nicht verletzen und macht es einfach nicht und das fühlt sich dann nicht einengend an, weil der andere wie ein Spiegel ist und das was ich nicht möchte das er mir antut das kann ich nicht vom Partner erwarten. Es ist wie der Topf auf dem Deckel, es passt einfach. Dadurch hat man viel mehr Freiheit als ohne den Partner. Andere Männer in meinem Leben gibt es nicht mehr, denn ich brauche niemanden anderen all das was ich mir von verschiedenen Männern in den Beziehungen vorher "geholt" hatte, gibt mir dieser eine Partner, das macht das Leben um einiges einfacher. Ich kann ja über alles mit ihm sprechen, ihn anvertrauen, mit ihm teilen.

Prijon
12.11.2006, 16:38
Hallo Viadora,

Wer sagt denn das man sich dabei selbst aufgeben muß?

Ich weiß es nur aus zweiter Hand - meine Frau hatte so eine Seelenverwandtschaft-Affäre und schildert das so. Ihr Seelenverwandter interessanterweise auch.

Hat es vielleicht was mit Stärke zu tun, sich in so einer Seelenverwandtschaft nicht zu verlieren?

Prijon

Inaktiver User
12.11.2006, 16:58
Hallo Prijon!

Ich weiß es nur aus zweiter Hand - meine Frau hatte so eine Seelenverwandtschaft-Affäre und schildert das so. Ihr Seelenverwandter interessanterweise auch.

Hattest Du mit ihm Kontakt, oder weißt Du das von Ihr?

Gruß

Fipsi

Prijon
12.11.2006, 17:01
Hallo fipsi,

Wir hatten mal einen sehr interessanten "Männerspaziergang" zusammen.

Prijon

Inaktiver User
12.11.2006, 17:26
Hallo Prijon!

War das geplant?
Hat Dich das weitergebracht?

Ja, ich überlege immer noch Kontakt zu Ihr aufzunehmen.
Meine Therapeutin hält davon gar nichts.

gruß

Fipsi

viadora
12.11.2006, 17:55
Hallo Viadora,

Wer sagt denn das man sich dabei selbst aufgeben muß?

Ich weiß es nur aus zweiter Hand - meine Frau hatte so eine Seelenverwandtschaft-Affäre und schildert das so. Ihr Seelenverwandter interessanterweise auch.

Hat es vielleicht was mit Stärke zu tun, sich in so einer Seelenverwandtschaft nicht zu verlieren?

Prijon
Vielleicht hat es was mit Stärke zu tun, ich weiß es nicht, aber das dingen ist ja man hat dabei überhaubt nicht das gefühl sich oder irgendwas aufgeben zu müssen, also bei mir ist es so únd das ist es ja auch was es einem so leicht macht nicht etwas zu tun was den anderen verletzen würde ( andersrum würde mich die gleiche sache ja auch verletzen). Und das Dingen bei mir ist da ich ja einige nicht so schön laufende Partnerschaften hatte, hatte ich mir igendwann geschworen mich bloß nicht wieder mit allem auf eine Beziehung einzulassen, noch ein weiteres Kind, oh gott bewahre , Heiraten ? Mit den erfahrungen die ich gemacht hatte vieleicht noch eine ähnliche Ehe wie die meiner Eltern: nie und nimmer, ich hatte meine Affähren falls man so immer wiederkehrende ONS nennen könnte und das war es und wenn meinerseits zu viele Gefühle aufkamen dann habe ich mir einen neuen gesucht. Und dann machte es bei uns klick und alles war anders, ich bin ,da er 200 km weiter weg wohnte ,nach 3 Monaten mit Kind ( auf seinem Wunsch hin) zu ihm gezogen nach einem dreiviertel Jahr haben wir geheiratet und noch ein Kind bekommen. Und nie gab es einen Zweifel oder ungute Gefühle, jeder riet mir es nicht zu tun , wir währen nach einem Jahr geschieden, und nun sind wir 9 Jahre verheiratet :freches grinsen: meine ganzen Ängste die ich vorher hatte waren mit diesem Mann auf einem schlag verschwunden.
Und auch wir sind nicht immer ( aber meistens) einer Meinung dann wird drüber gesprochen bis das Problem aus der Welt ist, aber ich habe auch das Glück das mein Mann gerne und viel redet.

carlie26
12.11.2006, 18:05
Ich hatte vor meinem Mann einige Beziehungen in denen es nicht immer harmonisch lief, nebenher hatte ich immer einen "besten Freund" da mir meine Partner halt nicht alles geben konnten, ich dachte damals immer : na so alles zusammen , kanns einfach nicht geben.
Ich kannte meinen Mann schon Jahre bevor wir zusammen gekommen sind, wir waren gute freunde und es war immer irgendwie harmonisch egal wie lange man sich nicht gesehen hatte.

Liebe Viadora,

Darf ich dich fragen, wie es dazu kam, dass du und dein heutioer Mann nach Jahren gemeinsamer Freundschaft doch noch zusammengekommen seid ? Hast du vor Beginn der Beziehung nur Freundschaft für ihn gefühlt, oder war dir diese tiefe Verbundenheit schon immer bewusst ? Fand euer Zusammenkommen in einer einfachen Situation statt, oder war es eher kompliziert ?

Lg, Carlie

Prijon
12.11.2006, 22:21
Hallo Prijon!

War das geplant?
Hat Dich das weitergebracht?

Ja, ich überlege immer noch Kontakt zu Ihr aufzunehmen.
Meine Therapeutin hält davon gar nichts.

gruß

Fipsi

Hallo Fipsi,
ich habe Dir per PN geantwortet.

Prijon

Inaktiver User
12.11.2006, 22:44
Hallo,
ich habe mir die geschichte meines Freund angehört. Sie hat mich zunächst an mich aber auch an viele andere hier im Forum erinnert. Und mein Gedanke war: das hört sich alles so ähnlich an. die selben Empfindungen. Die selben Worte. Das kam mir plötzlich so austauschbar vor und ich dachte, wer weiß ob es das nicht wirklich ist. Empfindet man so intensiv auch in einer Partnerschaft in der es irgendwann auch einen Alltag gibt?
Prijon:
es stimmt. wahrscheinlich sind solche Seelenverwandtschaften nicht alltagstauglich, aber man wird es ja nie in Erfahrung bringen. Somit bleibt es das was es ist. Eben nur diese einzigartige Gefühl. Ich habe z.B. geglaubt dass ich meinen Affärenmann über alles liebe, dabei haben wir es nie wirklich unter Beweis stellen können. Es gab nie Situationen in denen wir "durch dick und dünn" gegangen sind.
Vielleicht sind die Gefühle nur ein Trugschluß.

Zu meinen Freund: ICH fand dass es eine Vorzeigeehe war. jetzt finde ich es irgendwie nicht mehr. Er hat mir schon auch die gründe genannt, warum er sich woanders "verloren " hat.
Schon das Vokabular ist sich immer ähnlich. In dem Ehepartner "verliert" man sich nie, man gibt sich auch nicht auf.
Während wir Selbstaufgabe beim Partner als negativ empfinden, löst es innerhalb der Affäre das einzigartige Glücksgefühl aus.
Offensichtlich erlebt man in einer Affäre Dinge, die nur dieser besonderen Konstellation eigen sind. Vielleicht auch deshalb ist es so, dass die die es einmal erlebt haben schon viel Verständnis für die gefühlswelt der "Fremdgeher" haben.

helecho

Prijon
12.11.2006, 22:52
Hallo Helecho,

wegen dem, was Du hier beschreibst, wünsche ich mir oft, dass die Betrogenen endlich handeln. Dabei geht es mir nicht um Rache, sondern darum, die "Ausreißer" endlich mal wieder auf den Boden der Tatsachen zu befördern.

Ich habe sie noch im Ohr, die Worte meiner Frau, als ich ihr (ausgerechnet Heiligabend) meinen Trennungsentschluss mitteilte: "Gotteseidank, endlich passiert was".

Prijon

Inaktiver User
12.11.2006, 23:02
Prijon:
Mir ging es damals auch so wie deiner Frau. Und meinen Affärenmann auch. Es war wie verhext. Wie eine Droge. Aber ich glaube eben dass im Alltag dieser Mann seinen Reiz für mich verloren hätte. Aber definitiv weiß ich es eben nicht..... vielleicht rede ich es mir auch nur ein: das wäre sowieso nie gutgegangen.
Da man es nie in Erfahrung bringt behält es eben ewig seine Einzigartigkeit.
Und ich frage mich auch schon woran man diese angebliche Seelenverwandtschaft festmacht. Meist geht es doch primär um gemeinsame sexuelle Erlebnisse ... ohne das läuft es zumindest nicht ab. Wie auch? Oft darf man sich ja nicht zusammen blicken lassen.
Ja: der Boden der tatsachen fehlt hier. da hast du Recht.

helecho

Prijon
12.11.2006, 23:43
Hallo Helecho,

Wie eine Droge. Aber ich glaube eben dass im Alltag dieser Mann seinen Reiz für mich verloren hätte. Aber definitiv weiß ich es eben nicht.....

Bei "meinen beiden" ab es wohl einen Moment, wo "Alltag" erschreckend nahe kam - als nämlich meine Frau meinte, schwanger zu sein (ich konnte es nicht gewesen sein). Das war Panik angesagt. Das war nicht vorgesehen, nicht vorstellbar, nicht händelbar. Hatte sofort eine Wahnsinnsdistanz zur Folge.

Und ich frage mich auch schon woran man diese angebliche Seelenverwandtschaft festmacht. Meist geht es doch primär um gemeinsame sexuelle Erlebnisse ... ohne das läuft es zumindest nicht ab.

Wie gesagt: Alles mein Erleben und deshalb nicht repräsentativ. "Meine beiden" sind zwei Jahre lang miteinander spazieren gegangen, sonst nichts. Dann waren sie zusammen schwimmen, später dann in der Sauna (das war die erste Heimlichkeit, alles andere wusste ich). Und dann gehörte eben auch Sex zum Gesamtpaket. Erst einmal. Dann ein Jahr Pause. Dann wieder und öfter. O-Ton sie: "Im Grunde Prostitution".

Seitdem weiß ich: Affären sind nicht einfach.

Prijon

Garfield_3k
13.11.2006, 00:19
Seelenverwandschaft :freches grinsen:

dazu müsste man erstmal definieren, was man unter "Seele" versteht :erleuchtung:
Aber wenn es (mal wieder) darauf hinausläuft auf dieselbe Art und Weise einen an der Klatsche zu haben :freches grinsen: kann man sich natürlich sehr ähnlich sein. Allerdings sollte man dann besser eine Selbsthilfegruppe gründen und keine sexuelle Beziehung beginnen :smirksmile:

Die Beschreibungen bzgl. Erotik usw. deuten vielmehr auf die sog. "femme fatale" hin, besonders im Bezug auf das Ruinieren seiner Ehe.

Oh ja, der böse Alltag...buh! :ooooh: :freches grinsen:

Prijon
13.11.2006, 00:28
Aber wenn es (mal wieder) darauf hinausläuft auf dieselbe Art und Weise einen an der Klatsche zu haben kann man sich natürlich sehr ähnlich sein. Allerdings sollte man dann besser eine Selbsthilfegruppe gründen und keine sexuelle Beziehung beginnen


Bingo.

Prijon

Trilana
13.11.2006, 00:35
Ich hab lange überlegt ob ich hier mitschreiben soll, weil es ein sehr komplexes Thema ist. Einige hier kennen ja meine Geschichte*zu Prijon schau* :blumengabe:

Die Affäre mit meinem Freund fing genauso an, es war wie eine Sellenverwandtschaft, es hatte uns beide getroffen wie ein Blitz und ich habe mich noch nie von jemandem so verstanden gefühlt, wie von ihm, und wir konnten wunderbar reden, gleiche Interessen, gleiche Gedanken, aber eben doch nicht alles gleich, noch genug Unterschied um sich auch wirklich austauschen zu können. Aber es war auch eine fürchterliche Zeit und ich möchte sie nicht zurück haben.

Ich bin nun mit meiner Affäre zusammen, er hat sich nach einem Jahr Kampf und Krampf getrennt. Aber trotz all den ups an downs, die wir hatten, ist unsere Beziehung immer noch etwas ganz besonderes, an den Gefühlen hat sich nichts geändert, und auch an dem Gefühl einen Seelenverwandten gefunden zu haben hat sich auch nichts geändert. Ich habe einfach trotz aller Probleme das Gefühl in ihm den Richtigen gefunden zu haben und er denkt genauso und es lebt sich prima damit. Wir haben uns auf jeden Fall dieses Gefühl, das ja anscheinend nur in Affären zu bestehen scheint, auch in den Alltag geholt.

Ich denke allerdings, dass viele die Affäre eben als etwas so besonders ansehen, weil sie eben nie die Möglichkeit bekommen, auszutesten, ob sich dieses Gefühl der Affäre auch im Alltag behaupten wird, weil dies eben für die meisten Affären ein unerreichbares Ziel ist. Ausserdem kann man sich in einer Affäre alles schön träumen und denken, und dass es immer wie im Urlaub sein wird.

Liebe Grüße
Trilana

viadora
13.11.2006, 09:02
Liebe Viadora,

Darf ich dich fragen, wie es dazu kam, dass du und dein heutioer Mann nach Jahren gemeinsamer Freundschaft doch noch zusammengekommen seid ? Hast du vor Beginn der Beziehung nur Freundschaft für ihn gefühlt, oder war dir diese tiefe Verbundenheit schon immer bewusst ? Fand euer Zusammenkommen in einer einfachen Situation statt, oder war es eher kompliziert ?

Lg, Carlie
Ja darfst du:kuss:
Er war ein sehr schüchterner Mensch und als wir uns kennenlernten steckte ich noch in einer meiner verkorksten Beziehungen, ich habe ich durch meine Schwester und unseren Musikgeschmack kennengelernt, das heißt wir sind an den Wochenende zusammen in eine " bestimmte" Diskotek gefahren, mein damaliger Freund teilte den Musikgeschmack nicht unbedingt.
Ja es war von anfang an so das wir uns sehr gut verstanden hatten, ich war es aber die voller Probleme steckte und noch gewisse vorstellungen hatte wie "Mann" auszusehen hatte : groß ( mein Mann ist genauso groß wie ich), am besten noch lange schwarze Haare ( mein Mann hat na ja aschbraune bis keine,lol) usw aber die geistige wellenlänge war von anfang an da. Mit der Zeit habe ich mich dann in ihn verliebt, währe aber nie darauf gekommen mit ihn eine Beziehung einzugehen . Wir haben uns dann eine Zeit lang gar nicht gesehen da er 600 km weiter weg arbeitete. Irgendwann haben wir uns zufällig zu Weihnachten auf einer Party getroffen , ich sah ihn und es hat klick gemacht, alles war auf einmal anders, mir waren gewisse sachen nicht mehr wichtig oder sie haben sich geändert, keine Ahnung. Er meinte er hätte nie den Anfang gemacht er wollte sich nie in die schlange meiner Verehrer anstellen und hatte sich auch nie chancen ausgemalt und hatte schon genug körbe eingesammelt so das er Angst hatte von mir nicht nur einen Korb zu bekommen sondern auch unsere Freundschaft auf spiel zu setzen. Den satz: wir können ja nur gute Freunde sein hatte er zu oft gehört. Aber ich glaube wenn wir schon früher so zusammen gekommen währen , währe es vielleicht nicht so gelaufen oder wir hätten mehr an der Beziehung arbeiten müssen als so ,wer weiß? Das heißt nicht das wir uns nie miteinander auseinander setzen. Wir schauen halt immer wieder ob alles Ok ist und wie es den anderen geht. Ich denke es war oder ist so einfach weil jeder von uns beiden wußte was er will und was er auf keinen Fall will, das schöne dabei war und ist ja das diese Punkte stimmig sind, und wir uns diese Punkte gleich am ersten Abend irgendwie unbewußt mitteilten.
Ah und nicht das man mich falsch versteht: Mein Mann ist für mich der schönste Kerl der Welt :freches grinsen: und wenn er in seinen Laufklamöttchen an mit vorbei geht könnt ich gleich wieder über ihn herfallen... .

Sadness
13.11.2006, 09:27
Ich könnte mir vorstellen, das Affären genau das so einzigartig macht, was jede neue Liebe einzigartig macht...begehren, begehrt werden, zu hören, das man etwas ganz besonderes ist, das man überschwänglich geliebt wird, zu spüren, wie jemand Sehnsucht nach einem hat, diese Sehnsucht auch wieder zu spüren...die Treffen, die man herbeiwünscht, weil sie eher zur Ausnahme denn zur Regel gehören...das ist wie Gehirnwäsche, wie eine Droge, die einem ein unglaubiches Glücksgefühl beschert.

Ist man ungebunden, kann man sich diesem Hochgefühl ohne Gewissenbisse hingeben und es genießen...auf Wolke sieben schweben, man ist einfach verliebt, ein relativ häfig vorkommendes Phänomen.

Ist man gebunden, braucht man einen Grund, eine Rechtfertigung, das man das was man in einer Beziehung erreicht hat, für diesen, niemals dauerhaften, Rausch aufs Spiel setzt...darum dieses unselige Seelenverwandtschafts-Gerede
Im Grunde weiß man nämlich genau, das man dieses Gefühl auch mal mit dem jetzigen Dauerpartner kannte und es sich kontinuierlich geändert hat, in eine andere Form der Liebe

Wie also soll man sonst die Affäre für sich selber akzeptierbar machen, wenn man sie nicht zu etwas einzigartigem, mit keiner jemals erlebten Liebe vergleichbarem, hochlobt.

carlie26
13.11.2006, 09:48
Ist man gebunden, braucht man einen Grund, eine Rechtfertigung, das man das was man in einer Beziehung erreicht hat, für diesen, niemals dauerhaften, Rausch aufs Spiel setzt...darum dieses unselige Seelenverwandtschafts-Gerede
Im Grunde weiß man nämlich genau, das man dieses Gefühl auch mal mit dem jetzigen Dauerpartner kannte und es sich kontinuierlich geändert hat, in eine andere Form der Liebe

Wie also soll man sonst die Affäre für sich selber akzeptierbar machen, wenn man sie nicht zu etwas einzigartigem, mit keiner jemals erlebten Liebe vergleichbarem, hochlobt.

Und was ist, wenn man genau DAS am Anfang seiner eigentlichen Beziehung nie so stark und intensiv empfunden hat? Liegt das dann daran, dass es sich bei diesem Anfang um eine "erlaubte" Liebe handelte, die nicht heimlich stattfinden musste? Ist es das Heimliche und Verbotene, dass einem diese Intensität vermittelt? Oder kann das nicht auch "Zufall" sein, und bedeuten, dass man wirklich tiefer und intensiver für jenen Menschen fühlt, mit dem man sich auf eine Affäre eingelassen hat ?

Auch wenn ich meine Affäre zu etwas Unvergleichbarem hochlobe, bringe ich es nicht fertig, mir selbst mein eigenes Verhalten als wirklich akzptierbar einzureden. Ich weiss dass es nicht akzeptierbar ist und dies auch nicht durch die einzigartigkeit wird.

Trilana
13.11.2006, 10:04
Und was ist, wenn man genau DAS am Anfang seiner eigentlichen Beziehung nie so stark und intensiv empfunden hat?

Genau diese Frage wollte ich auch stellen. Denn bei mir war es definitiv so, mit meinem Ex habe ich mich nie so verbunden gefühlt, mit ihm habe ich auch nie so offen über alles reden können, wie mit meinem jetzigen Freund. Lag oder liegt das wirklich nur daran das unsere Beziehung als Affäre began? Ich glaube es eigentlich nicht, weil sich das jetzt ja auch fortsetzt.

allerdings denke ich auch, das man nicht jede Affäre vergleichen kann, da gibt es wohl auch gewlatige Unterschiede dazwischen. Erstens kann es sein, dass dieses einzigartige Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, zweitens kann es sein, dass beide nie mehr als eine Affäre wollen und so weiter, da gibt es genauso wie in normalen Beziehungen sicher die unterschiedlichsten Modelle. Und welches dann gerade auf einen selber zutrifft, wenn man in einer Affäre steckt, ist wohl schwer festzustellen, weil da genauso wie in jeder anderen Beziehung, die normal beginnt, die rosa Brille auf der Nase schwebt.

Ob sich die rosa Brille durch die Affäre länger hält, weiss ich nicht, meine Liebe hat sich eigentlich nicht geändert in der Zeit, sie ist gleich geblieben oder eher noch stärker geworden und auch jetzt ist sie ganz anders und weitaus intensiver, als sie es bei meinem Ex je war. Es kribbelt nach über zwei Jahren immer noch, wenn ich ihn nur sehe, seine Stimme höre. Und was ich am wichtigsten finde und was mir in der alten Beziehung immer gefehlt hat, ist das Verstehen, er versteht mich und meine Gefühle, ebenso wie es anders herum ist, und das hatte ich in meiner alten Beziehung so nie, aber das hat nichts mit der Affäre zu tun, das hätte ich bei meinem jetzigen Partner wohl genauso empfunden, wenn ich ihn solo kennen gelernt hätte.

Liebe Grüße
Trilana

Sadness
13.11.2006, 11:22
Ich konnte jetzt nur von mir sprechen und ich habe dieses verliebte Gefühl auch nicht in jeder Beziehung gleich stark empfunden..in der einen, die ich jetzt habe, allerdings schon...von Anfang an und immer wieder, auch in schlechten Zeiten waren solche Momente da...

...wenn ich in meine Dauerbeziehung eher so reingerutscht wäre, dieses Gefühl dort nicht gehabt hätte, ich glaube, ich würde denken, das war nicht der Richtige

das hätte ich bei meinem jetzigen Partner wohl genauso empfunden, wenn ich ihn solo kennen gelernt hätte.

Und darum macht das die Liebe einzigartig, aber nicht die Affäre, oder?

Trilana
13.11.2006, 12:14
Und darum macht das die Liebe einzigartig, aber nicht die Affäre, oder?

ja genau das wollte ich damit sagen. Das unsere Beziehung als Affäre begonnen hat, steht dabei auf einem anderen Blatt.
Ich glaube auch nicht das jede Affäre so ist, wie ich oben schonmal beschrieben hab. Es gibt da genug Affären, wo nur die Frau, oder der Mann, diese Gefühle entwickelt. Es gibt die notorischen Fremdgeher, von denen da wohl keine solche Gefühle im Spiel sind.

Aber hätte ich nicht diese starken Gefühle für den Mann gehabt, hätte ich mich wohl nie in die Affäre verwickelt, das wäre es mir dann nicht wert gewesen.

Ich hatte auch vor meiner Affäre mehrere Männer die an mir interessiert waren, die ich auch sympatisch fand, aber da war eben nicht diese Liebe, die ich für meinen jetzigen Freund empfinde, und deshalb habe ich mit den anderen Herren auch nie was angefangen, obwohl es ein leichtes gewesen wäre.


.in der einen, die ich jetzt habe, allerdings schon...von Anfang an und immer wieder, auch in schlechten Zeiten waren solche Momente da...
Genau das ist es, dass selbst wenn man sich streitet, trotzdem das Gefühl da ist, vom anderen Verständnis für die eigene Position entgegen gebracht zu bekommen. Etwas was ich bei meinem Ex nie gefühlt hab, da hab ich immer gedacht, der versteht einfach nicht worauf ich hinaus will. Bei meinem jetzigen Partner ist das anders, wir streiten, zoffen und wenn dann alles geklärt ist, haben wir einen Kompromiss gefunden, mit dem beide glücklich sind, und wo beide wissen, der andere versteht die Gefühle des anderen in der Situation und wir müssne uns nicht böse sein, nur weil wir anders ticken, bei meinem Ex hatte ich immer das Gefühl überfahren zu werden. Selbst wenn ich mit meinem jetzigen Freund streite, läuft alles respektvoll ab, eben weil wir uns lieben und auch gegenseitig achten. aber das hat rein gar nichts damit zu tun, dass unsere Liebe als Affäre begann.

Liebe Grüße
Trilana

Inaktiver User
13.11.2006, 12:28
hallo helecho

interessantes thema.
ich habe mal einen thread eröffnet, ob man als paar zusammenziehen oder doch lieber in 2 getrennte wohnungen bleiben sollte (finde den gerade nicht). wir sind auch nach 4 jahren immernoch in getrennte wohnungen und das was du hier beschrieben hast, ist einer meiner gründe, eben nicht zusammen zu wohnen. ich habe tatsächlich angst, dass ich oder mein freund eben das alltägliche plötzlich zu alltäglich empfinden und dass dann einer von uns fremd springt..

m

viadora
13.11.2006, 15:05
was ich mich aber frage ist, warum schafft der eine Partner es nicht erst seine Beziehung zu beenden um dann neu Anzufangen, warum muß es eine Affäre sein ? Grade wenn er meint die neue Frau währe so toll, einzigartig... . Oder ist es nicht die Frau an sich die er so toll, einzigartig , genial findet, ist es nicht eher das Gefühl das er sich durch diese Frau gibt ? Ich meine nicht das Gefühl was er meint das die Frau ihm vieleicht gibt sondern das Gefühl der Sehnsucht nach dem "noch mal verliebt sein" . ?

Inaktiver User
13.11.2006, 15:18
@Prijon
Warum hat deine Frau von Prostitution gesprochen. Das kann ich überhaupt nicht nachempfinden.
@viadora
weil man manchmal nicht aufhört den einen zu lieben nur weil es plötzlich auch noch einen anderen gibt......

Trilana
13.11.2006, 15:28
was ich mich aber frage ist, warum schafft der eine Partner es nicht erst seine Beziehung zu beenden um dann neu Anzufangen, warum muß es eine Affäre sein ? Grade wenn er meint die neue Frau währe so toll, einzigartig... . Oder ist es nicht die Frau an sich die er so toll, einzigartig , genial findet, ist es nicht eher das Gefühl das er sich durch diese Frau gibt ? Ich meine nicht das Gefühl was er meint das die Frau ihm vieleicht gibt sondern das Gefühl der Sehnsucht nach dem "noch mal verliebt sein" . ?

Weil an einer schon lange bestehenden Beziehung ausser Gefühlen eben auch noch ganz viele andere Dinge hängen. Weil man sich unschlüssig ist, ob mein nur weil man sich plötzlich verliebt hat alles andere aufgeben darf/soll/ muss.
Weil es eine Lebenseinschneidende entscheidung ist, die das ganze bisherige Leben komplett auf dne Kopf stellt. Man sich seiner eigenen Gefühle nicht sicher ist, aber das Gefühl das einem der Neue gibt auch nicht missen möchte, weil einem genau dieses Gefühl Jahre (?) gefehlt hat.
Weil man seinen eigentlichen Partner nicht verletzen möchte, es aber trotz allem egal wie man es dreht und wendet wird tun müssen, weil man Angst hat, angst vor sich selber, der neuen möglichen Zukunft, weil man Angst hat vor dem Streit und einer nervenaufreibenden Trennung. Weil man Angst hat der Böse zu sein, das Arschloch, dass den Partner nicht mehr liebt.

Ich könnte die Liste nnoch weiter führen. Ich kann nur sagen, es herrscht Gefühlschaos und auch Kopfchaos und das muss man ordnen, will aber auch, das Gefühl nicht missen, dass einem der neue Partner gibt. Man dreht sich ständig im Kreis und findet keinen Schalter um das ganze Ding anzuhalten.

Liebe Grüße
Trilana

Sadness
13.11.2006, 16:15
Oder ist es nicht die Frau an sich die er so toll, einzigartig , genial findet, ist es nicht eher das Gefühl das er sich durch diese Frau gibt ?

Kann ich in meinem Fall so bestätigen...das Gefühl hat mein mann gesucht und wollte es eigentlich mit mir, aber ich hab abgeblockt und darum hat er jemand anderen gefunden

Mariano
13.11.2006, 16:38
Hallo,
ein spannendes Thema, das mich auch schon lange beschäftigt.
Ich glaube, für mich eine Antwort gefunden zu haben:

Es ist wie mit dem Unterschied von LIEBE und "VERLIEBTSEIN"!

Das sind zwei sehr verschiedene Gefühlszustände, die wenig miteinander zu tun haben.

Verlieben ist - wie Jede(r) weiß, jenes einmalige rauschartige Gefühl, das die (oft graue) Realität in einen goldenen Schimmer taucht, man fühlt sich Eins mit der Welt, mit dem "Liebesobjekt", ist quasi gedoped, unter "Drogen". Dabei hat das Gefühl von Verliebtsein im Gerunde recht wenig mit der anderen Person zu tun, sondern besteht fast nur aus Projektionen...

Das Gefühl von Liebe wiederum ist m.M. nach ein Gefühl von Verbundenheit in Tiefen, das erst nach geraumer Zeit des Zusammenseins entstehen kann - und das oft auf Kosten des Verliebtheitggefühls und/oder des Begehrens.

Ich glaube, dass jeder Mensch die Sehnsucht nach dem Verliebtheitsgefühl, nach diesem rauschähnlichen Symbiosezustand hat.
Und die AFFAIRE beinhaltet Einiges von diesem Gefühl: Sie ist aufregend, weil heimlich/verboten, sie hat diesen goldenen Schimmer, weil sie nicht durch den Alltag belastet ist, und sie knüpft wieder an das Begehren an, dass oft eingeschlafen ist, und das im Stadium von Verliebtsein so bedeutend und mächtig wirkt. Sie bläht das Ego für eine Weile künstlich auf, Hormone wirken positiv, es fühlt sich an wie ein Jungbrunnen, und nicht nur Männer sondern auch Frauen in der sog. Midlifecrisis (d.h. Selbstwerteinbruch, Angst vor dem Altern) sind dafür sehr empfänglich.
Wir Alle brauchen doch Fluchten vor dem Alltäglichen im Sinn von Psychohygiene - oft in Form von Hobbys, für Manche(n) in Form einer Affaire...
Nur ist der Preis für eine Affaire für die Meisten mit einem hohen Preis bezahlt, nämlich mit dem Aufgeben oder Riskieren einer Liebesbeziehung, wenn sie auffliegt! Und dieser Preis kostet fast alle Beteiligten viele Schmerzen und Tränen...
wie ich ja leider selbst die letzten Monate er"leiden" mußte.

Deshalb sollte Jede(r) selbst abwägen, was ihm/ihr wichtiger ist:

Künstliche und nicht beständige Ego-steigerung durch eine Affaire

oder

Loyalität, Geborgenheit, Zufriedenheit und Sinnlichkeit (?) in einer Liebesbeziehung, die manchmal auch grau und fad sein darf...

Mariano

Inaktiver User
13.11.2006, 16:53
Hallo!

Liegt es dann nicht an einem selber wieder Schwung in die Beziehung zu bringen, wenn einem was fehlt?

Kann man dann nicht auch sagen was einem gefehlt hat?

Gruß

Fipsi

Trilana
13.11.2006, 17:02
Liegt es dann nicht an einem selber wieder Schwung in die Beziehung zu bringen, wenn einem was fehlt?

Kann man dann nicht auch sagen was einem gefehlt hat?

Klar kann man das, und das habe ich in meinem Fall schon bevor ich meine Affäre kennen gelernt habe versucht, fast 4 Jahre lang und es hat nicht geklappt, weil mein Ex es blockiert hat, da für IHN alls in Ordnung war. Was soll man da noch machen, Natürlich sich sofort trennen eigentlich, weil es nicht funzt, aber dann kommen eben die Kinder, das gemeinsame Geschäft, das gemeinsame Haus, das Vernatwortungsgefühl etc. und man bleibt eben doch, und dnan läuft einem plötzlich das über den Weg, was man Jahre vermisst hat und es macht Zoom. Dann folgt das was ich oben schonmal beschrieben habe.

Allerdings muss ich bei mir dazu sagen, ich hätte mich auch ohne Affäre von meinem Ex getrennt, das wäre zwangsläufig wohl beim nächsten grossen Krach oder so geschehen. Aber die Affäre hat mir die Trennung "leichter" gemacht.

Trilana

Inaktiver User
13.11.2006, 17:04
Deshalb sollte Jede(r) selbst abwägen, was ihm/ihr wichtiger ist:

Künstliche und nicht beständige Ego-steigerung durch eine Affaire

oder

Loyalität, Geborgenheit, Zufriedenheit und Sinnlichkeit (?) in einer Liebesbeziehung, die manchmal auch grau und fad sein darf...

Mariano
Hi Mariano,

ich kann ja zum Teil deinen Ausführungen folgen aber diese Schlußfolgerung??????

Eine Affäre ist schon auch an innige Gefühle geknüpft (oder zumindest kann es so sein). Wenn ich über Jahre eine Beziehung in Rahmen einer Affäre führe, dann entwickelt sich auch so etwas wie Liebe und Geborgenheit und es ist alles andere als künstliche "Ego-steigerung".
Was sagst du zu der Geliebten, die unter ihrem verheirateten Liebhaber allles andere als künstliche EGo-steigerung erfährt?
Es gibt schon auch echte Liebesbeziehungen und eine Trennung gestaltet sich extrem schwierig.

Ne, also mit dieser Theorie bin ich nicht einverstanden.....
helecho

Inaktiver User
13.11.2006, 17:07
Hallo!

Liegt es dann nicht an einem selber wieder Schwung in die Beziehung zu bringen, wenn einem was fehlt?

Kann man dann nicht auch sagen was einem gefehlt hat?

Gruß

Fipsi

Manchmal weiß man ja erst was fehlt wenn man es mit einem anderen erlebt.....
Und Menschen sind auch unterschiedlich. Nicht jeder kann alle Bedürfnisse abdecken.
helecho

Inaktiver User
13.11.2006, 17:21
Hallo!

Ja, kein Mensch ist volkommen. Das ist mir völlig klar.
Doch ich denke schon in dem Moment wenn amn den anderen braucht, daß man weiß warum man dort hinfahren möchte. Warum man seinen Partner den Schmerz antut......

Kann man in dem Moment nicht mehr stoppen und schauen wie man das in der eigenen Partnerschaft umsetzen kann?
Oder ist es dann schon zu spät und man braucht den Neuen?

Ich stelle Fragen um verstehen zu können.
Möchte damit auch keinen angreifen?

Gruß

Fipsi

Trilana
13.11.2006, 17:37
Kann man in dem Moment nicht mehr stoppen und schauen wie man das in der eigenen Partnerschaft umsetzen kann?
Oder ist es dann schon zu spät und man braucht den Neuen?

einigen gelingt das, aber ich für meinen Teil denke,d ass dann die alte Partnerschaft doch nicht so schlimm war und die Affäre nur ein Ausrutscher und vielleicht ein Hilfeschrei.

Bei mri war es einfach schon zu spät um meine alte Beziehung zu retten und mein ex ist einfach zu spät aufgewacht, da war einfach shcon zuviel kaputt.

Bei meinem Freund lag es da wieder anders. Er hat seine Freundin nicht mehr geliebt, aber da waren noch viele andere Gefühle für sie da, die man vielelicht mit freundschaftlich, oder brüderlich umschreiben könnte, und genau diese Gefühle und das andere was ich oben erwähnt habe, haben es ihm unheimlich schwer gemacht eine Entscheidung zu treffen.

Heute sagt er , er hätte uns allen dreien viel erspart, hätte er sich früher entscheiden können und das er froh ist, es endlich getan zu haben und sich nun weitaus besser fühlt und auch weiss es war die richtige Entscheidung.

Liebe Grüße
Trilana

Mariano
13.11.2006, 18:08
@ Helecho,
ich gebe Dir in einem Recht: Affairen "nur" als künstliche Egosteigerung zu deuten greift zu kurz, es gibt sicherlich Affairen, die in eine Liebesbeziehung münden.

Allerdings halten Affairen meist nur so lange, wie die Schmetterlinge im Bauch herumflattern, und gehen meistens beim Einzug des Alltäglichen zu Ende (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Eine Affaire ist nicht nur negativ zu bewerten, sondern kann durchaus neuen Schwung in eine bestehende Beziehung bringen, und alle Drei im Beziehungsdreieck letztendlich bereichern...

Und dennoch halte ich daran fest:
Der Preis, den man zahlen muß, um eine Affaire neben einer Beziehung zu führen ist meist höher als der Gewinn...
oder anders ausgedrückt:
Einer der Drei bleibt "auf der Strecke", manchmal auch alle Beteiligten...

Gruß

Mariano
(der alle drei Rollen kennt)

carlie26
14.11.2006, 00:53
Liebe Trilana,

Auf die Frage, weshalb man nicht einfach zuerst die eigentliche Beziehung beendet, bevor man etwas mit einer anderen Person anfängt, hast du geantwortet :


Weil an einer schon lange bestehenden Beziehung ausser Gefühlen eben auch noch ganz viele andere Dinge hängen. Weil man sich unschlüssig ist, ob mein nur weil man sich plötzlich verliebt hat alles andere aufgeben darf/soll/ muss.
Weil es eine Lebenseinschneidende entscheidung ist, die das ganze bisherige Leben komplett auf dne Kopf stellt. Man sich seiner eigenen Gefühle nicht sicher ist, aber das Gefühl das einem der Neue gibt auch nicht missen möchte, weil einem genau dieses Gefühl Jahre (?) gefehlt hat.
Weil man seinen eigentlichen Partner nicht verletzen möchte, es aber trotz allem egal wie man es dreht und wendet wird tun müssen, weil man Angst hat, angst vor sich selber, der neuen möglichen Zukunft, weil man Angst hat vor dem Streit und einer nervenaufreibenden Trennung. Weil man Angst hat der Böse zu sein, das Arschloch, dass den Partner nicht mehr liebt.

Ich könnte die Liste nnoch weiter führen. Ich kann nur sagen, es herrscht Gefühlschaos und auch Kopfchaos und das muss man ordnen, will aber auch, das Gefühl nicht missen, dass einem der neue Partner gibt. Man dreht sich ständig im Kreis und findet keinen Schalter um das ganze Ding anzuhalten.



Diese Antwort hat mich überaus beeindruckt, weil sie genau jene Aspekte wiederspiegelt, die der Mann, mit dem ich seit einigen Monaten eine Affäre habe, mir immer wieder in unseren Gesprächen zu verdeutlichen versucht und die ich bei ihm deutlich spüren und fühlen kann.

Genau dieses Gefühlschaos spielt sich auch in seinem Kopf ab, und er hat sich vorläufig entschieden, bei IHR zu bleiben, weil er sich nicht zu einer solchen Entscheidung gegen sein aktuelles Leben bereit fühlt ...

Was ICH damit anfangen soll, daraus schliessen soll und wie ich daraufhin weiter machen soll, das ist momentan mein grösstes Problem. Sollte ich ihm einfach Zeit geben, mich zurückziehen, ihn nachdenken lassen ber weiterhin "da sein, oder sollte ich die ganze Affäre einfach abrupt beenden, um weitere Schäden zu vermeiden, um nicht noch mehr Menschen zu verletzen und ihn direkt mit seiner Entscheidung zu konfrontieren?

Du schreibst weiter, dass du heute mit deinem damaligen Geliebten zusammen bist - mein Glückwunsch:smile:, dass das von seiner Seite her aber erst nach einem Jahr Zerrissenheit und Unsicherheit möglich gemacht wurde.

Was war denn schliesslich der ausschlaggebende Punkt, der ihn dazu brachte, sich trotzdem für dich zu entscheiden? Hat sich diese Entscheidung nach und nach deutlich angebahnt, oder ist sie ihm plötzlich aufgrund einer konkreten Situation, eines konkreten Ereignisses bewusst geworden?

Hattet ihr die ganze Zeit des "Wartens" über intensiven Kontakt miteinander oder gab es in eurer damaligen Beziehung "Rückzug"- Phasen?

Lg, Carlie

Inaktiver User
14.11.2006, 07:51
Hallo!

Fällen die Betrüger überhaupt eine Entscheidung? Wird sie denen nicht eher angenommen?

Ich frage mich auch warum mein Mann hier ist?
Ich habe ihn geholt und geholt und geholt und dann wurde der Affäre es einfach zu blöd.
Nun gibt es nur noch mich.Wie lange?

Ich ärgere mich schon selber genug wie blöd ich war ihn immer zu holen. Er hätte sich von sich aus für mich entscheiden müssen.
Daraus habe ich gelernt.

Gruß

Fipsi

Sadness
14.11.2006, 08:26
@fipsi

du kannst nur für dich entscheiden und darfst nicht darauf warten, was er tut

willst du ihn weiterhin als partner, dann wird das hart, es ist viel passiert und das muss erst aufgearbeitet werden...ausgang ungewiss

willst du das nicht auf dich nehmen,musst du dich trennen

Unser Therapeut hat immer gesagt, in der ganzen Zeit als mein Mann sich nicht für eine Beziehung entscheiden konnte, sich ncht zu entschiiden ist auch eine Entscheidung...es nämlich nicht zu tun, weil man einfach nicht weiß was man machen soll.
Ich habe mich entschieden das mitzumachen, bis es nicht mehr ging...dann habe ich beschlossen, entweder sie oder ich, beides geht nicht mehr...ich habe den eindruck er ist froh, das eine(r) den Mumm hatte was zu verändern.

@carlie26

Für dich gilt eigentlich das gleiche, tue was du für dich für richtig hältst.
Willst du auf ihn warten, dann mach das und kalkulier ein, das du vielleicht umsonst wartest.

Wenn sich in einer Beziehung wie sie dein Freund hat, noch solche Gefühle befinden, wie sie Trilana beschrieben hat, dann kann man das nämlich auch nochmal hinkriegen und die Geliebte bleibt auf der Strecke.


@alle

künstliche Egosteigerung ist ein sehr abwertender Ausdruck für das was in solchen Affären passiert, die notorischen Fremdgänger mal ausgnommen, die haben ein echtes Problem.

Natürlich tut sowas dem Ego gut, wie jedes Verliebtsein....und offensichtlich hat man das gebraucht, weil es in der Beziehung
nicht gestimmt hat oder man selber Probleme mit sich hat, älter wird, Angst vor der Zukunft hat und so vieles andere.
Und leider ist es oft so das solche Dinge in einer längeren Beziehung unter den tisch fallen, so viel anderes wichtig ist, Haus, Job, Kinder, Hobby, Freunde...da kocht jeder sein eigenes Süppchen und interessiert sich nicht mehr für die Wünsche und Träume des anderen...nicht weil die Liebe fehlt, sondern die Antennen eingefahren sind. Oft nimmt man nicht mal die eigenen Wünsche war, fühlt sich nur irgendwie unzufrieden.
Und anstatt das man sagt, hallo, mein Schatz, ich würde gerne mit dir reden oder dieses oder jenes machen oder mir gehts grad nicht so gut, kannst du mich ein bißchen unterstützen, bleibt man im alten Trott...da kann die beziehung sonst ganz harmonisch und gut sein.
Das man daran arbeiten muss, glücklich zu bleiben, alleine und als Paar, hat nicht mehr oberste Dringlichkeitsstufe...der Rasen der gemäht werden muss, kommt vorher...

...und dann kommt jemand für den man das wichtigste auf der Welt ist, weil ja frisch verliebt, der zuhört, über schon tausendmal erzählte Witze lacht, weil er sie noch nicht kennt, dem man soviel zu erzählen hat, was sonst keinen mehr interessiert, weil jeder es schon gehört hat...der einfach nur liebt und noch nichts fordert...
...wer mir erzählt, das ihm das nicht guttun würde, dem glaub ich nicht

Trilana
14.11.2006, 10:38
@carlie

Was war denn schliesslich der ausschlaggebende Punkt, der ihn dazu brachte, sich trotzdem für dich zu entscheiden? Hat sich diese Entscheidung nach und nach deutlich angebahnt, oder ist sie ihm plötzlich aufgrund einer konkreten Situation, eines konkreten Ereignisses bewusst geworden?

Hattet ihr die ganze Zeit des "Wartens" über intensiven Kontakt miteinander oder gab es in eurer damaligen Beziehung "Rückzug"- Phasen?

einen Teil meiner Geschichte findest du im Board "der gebrauchte Mann" und dort unter "eine lange Geschichte, ist aber sicher schon auf die 7 Seite oder so gerutscht.
Es war ein ständiges Auf und AB und wir hatten mehrere Kontkatabbrüche, die aber nie lange hielten, ich hatte mehrfach Schluss gemahct, es dann aber auch wieder revidiert und os weiter. Was war entscheidend für seine Entshceidung. wohl dass ich endgültig Schluss gemacht hatte, wir den Kontakt aber nicht abgebrochen haben, sondern eine Feundschaft haben weiter bestehen lassen, denn er ist und bleibt einfach auch mein bester Freund mit dme ich über alles reden kann. Allerdings hab ich ihm klipp und klar gesgat, was diese Freundschaft bedeutet und wir haben in einem langen Gespräch klare Linien erstellt, die keiner übertreten durfte. Ausserdem bin ich wieder auf die Piste gegangen und hab neue Leute ud auch neue Männer kenenn gelernt. Und bei ihm zu Hause wurde es eben trotz aller Anstrengungen einfach nicht besser. Und dann hat er einfach einen Tag bei mir vor der Tür gestanden, mit gepackten Koffern und mich gefragt, ob ich ihn noch will. Die Liebe zu mir war dann wohl doch stärker und die Angst mich endgültig zu verlieren.

@ Fipsi
Irgendwer muss eine Entscheidung fällen in einer Dreiecksbeziehung und derjenige, der als erster die Entscheidung fällt, kommt am Besten da raus. Wer das nun ist, ist von Fall zu Fall vershcieden, mal entscheidet sich die Ehefrau dne Mann rauszuschmeissen, mal entscheidet sich tatsächlich der Betrüger, oder eben die Geliebte sagt stopp.
Für mich war es eben ganz wichtig, dass mein jetziger Partner sich von sich aus dafür entschieden hat zu mir zu kommen, wo er isch nicht sicher sein konnte, dass ich ihn noch will. Weil es dann seine freie Entshceidung war, diesen Schritt zu gehen und nicht weil seine Freundin ihn rausgeschmissen hat, da hätte ich wohl auch ein komishces Gefühl gehabt ala. Er ist doch nurbei mir weil sie ihn nicht mehr wollte.


...und dann kommt jemand für den man das wichtigste auf der Welt ist, weil ja frisch verliebt, der zuhört, über schon tausendmal erzählte Witze lacht, weil er sie noch nicht kennt, dem man soviel zu erzählen hat, was sonst keinen mehr interessiert, weil jeder es schon gehört hat...der einfach nur liebt und noch nichts fordert...
...wer mir erzählt, das ihm das nicht guttun würde, dem glaub ich nicht
Dem shcliess ich mich voll und ganz an und das hat nichts mit Egosteigerung zu tun in dem Sinne wie das Wort hier gebraucht wurde.

Liebe Grüße
Trilana

carlie26
14.11.2006, 14:05
Liebe Trilana,

Als ich jetzt eben deine Antwort auf meine Frage gelesen habe, da war mein erster Gedanke: Genau DAS ist es, was ich mir sehnlichst wünsche! Nicht durch Bedrängen erreichen, dass er sich doch noch vorübergehend oder definitiv für mich entscheidet, sondern aus Liebe, freien Stücken und Überzeugung.

Ich wäre soooo gerne so stark, ihm einfach konsequent widerstehen zu können, um ihm zu zeigen, dass auch ich Entscheidungen treffen kann, und das Ganze so nicht mehr akzeptieren kann und will. Doch ich habe damit enorme Schwierigkeiten, weil ich momentan noch immer wieder schwach werde, inkonsequent handele, mich bei ihm melde....

Ich hoffe jedoch, dass ich es so bald wie möglich schaffen werde, viel mehr auf Distanz zu gehen, um mir und ihm eine Chance zu geben, zu erkennen, was dann passiert. Das habe ich nämlich bis jetzt noch nie getan : Ich war immer da und erreichbar.

Und irgendwie habe ich natürlich auch Angst davor... Angst davor zu erkennen, dass er sich meinem Rückzug anpasst und meine Entscheidung einfach so hinnimmt. Das also genau das passiert, was auch Sadness schreibt: Dass er das mit ihr wieder hinkriegt, eben grade weil so widersprüchliche Gefühle da sind.

Lg, Carlie

Sadness
14.11.2006, 14:13
@carlie


wenn er das mit seiner frau nur wieder hinkriegt, weil er deine entscheidung hinnimmt, dann schaffen die beiden das nicht...

...sie schaffen das nur weil genug liebe da ist, die sagt, wir versuchen einen neuanfang und dabei spielt es dann eine untegeordnete rolle ob die geliebte geduldig wartet oder nicht allzeit bereit ist...

mach doch dein verhalten nicht davon abhängig, ob es dir chancen verschaftt, damit er sich für dich entscheidet...mache was für dich richtig ist, sonst bleibst du komplett auf der strecke

Inaktiver User
14.11.2006, 14:15
Hallo!

Zitat:
Für mich war es eben ganz wichtig, dass mein jetziger Partner sich von sich aus dafür entschieden hat zu mir zu kommen, wo er isch nicht sicher sein konnte, dass ich ihn noch will. Weil es dann seine freie Entshceidung war, diesen Schritt zu gehen und nicht weil seine Freundin ihn rausgeschmissen hat, da hätte ich wohl auch ein komishces Gefühl gehabt ala. Er ist doch nurbei mir weil sie ihn nicht mehr wollte.

Genau so ist es und das er mir nicht genau sagen kann wozu er die Affäre brauchte?
Was ihn belastet hat, oder noch belastet.....


Gruß

Fipsi

Trilana
14.11.2006, 14:16
@ Carlie

Glaub mir auch ich habe ein ganzes Jahr, viele Diskussionen hier im Forum, viele Gespräche mit Freundinnen und viele gescheiterte Trennungsversuche von ihm gebaucht und letzendlich eine reaktive Depression, ehe ich soweit war Nein sagen zu können. Mein Herz hat immer wieder gesiegt und der Kontakt ist ja nie abgebrochen, aber ich habe ihn irgendwann einfach nicht mehr als meinen Partner gesehen, was er ja nie war, sondern einfach nur als guten Freund. Was allerdings nicht heisst, dass ich nicht insgeheim immer noch darauf gehofft habe, er schafft es doch noch irgendwann, aber ich habe einfach mein Leben nicht mehr danach gerichtet. Ich war oft nicht da, war oft nicht erreichbar und so weiter, ob es das nun wirklich war, was seine Trennung dann bewirkt hat, ich weiss es nicht, es hätte genauso sein können, dass er aufgegeben hätte und sich seiner Freundin zugewandt hätte, aber dann wäre ich auch von ihm los gekommen, weil ich ihn ja so auch nicht mehr wollte.

Irgendwann kommt auch bei dir der Punkt, wo du sagst, nein so nicht mehr, dass kann ICH einfach nicht mehr, ICH will nicht mehr so leben und dann kannst du alles tun. Das ist ein Reifungsprozess den man wohl durchmacht und einige brauchen länger und andere kürzer dafür.

Liebe Grüße
Trilana

Trilana
14.11.2006, 14:22
wenn er das mit seiner frau nur wieder hinkriegt, weil er deine entscheidung hinnimmt, dann schaffen die beiden das nicht...

genauso ist es, wenn sein Wille nicht da ist, wirklich an der alten Beziehung zu arbeiten, wird das auch nichts mehr werden. Ich denke das war bei meinem so, auch als ich dann weg war, konnte er sich nicht wirklich wieder auf die alte Beziehung konzentrieren, wohl weil er diese auch nicht mehr wirklich wollte, vom Herzen her.

Und nochwas, viele Geliebte meinen ja er würde sie sofort vegessen, wenn sie gehen...das ist ganz sicher ein Trugschluß, es sei denn er ist ein notorischer Fremdgänger und hat die Geliebte nur als Sexobjekt gesehen, was austauschbar ist, aber waren Gefühle im Spiel und dazu noch sehr intensive, wird die Geliebte auch wenn sie weg ist, noch lange ein Bestandteil seiner Gefühlswelt sein. Um die alte Beziehung zu retten, ist dann sehr viel Kraft notwendig und das schafft man meiner Ansicht auch kaum ohne fremde Hilfe, denn die Geliebte wird immer ein Bestandteil sein, egal ob sie noch existent ist oder nicht. Sie ist und bleibt ein Stück seines Lebens.

Liebe Grüße
Trilana

carlie26
14.11.2006, 14:43
Hallo!

Doch ich denke schon in dem Moment wenn amn den anderen braucht, daß man weiß warum man dort hinfahren möchte. Warum man seinen Partner den Schmerz antut......

Kann man in dem Moment nicht mehr stoppen und schauen wie man das in der eigenen Partnerschaft umsetzen kann?
Oder ist es dann schon zu spät und man braucht den Neuen?



Liebe Fipsi,

Ich denke, dass das sicherlich von Affäre zu Affäre variiert und sicherlich auch viel mit der Vorgeschichte der Affäre zusammenhänkt : Wie lange und wie gut kennen sich die Beiden, wie war ihr Kontakt vorher, oder haben sie sich gerade erst kennengelernt ... ?

Ich für meinen Teil wusste, warum ich dahin gefahren bin: aus dem berauschenden Gefühl des Verliebtseins heraus und aus dem Wunsch heraus, diesem Menschen, den ich nun schon so lange kannte und dem ich schon so lange sehr nahe war, näher zu kommen. Ich hatte die Aussicht auf "mehr" mit IHM immer verdrängt, weil ich dachte, er denkt nicht so von mir. In dem Moment, wo er mir gestand, dass er genauso dachte, und das auf SEINE Initiative hin, war ich total verloren.

Ich habe den Gedanken an den Schmerz, den ich anderen Leuten zufüge, am Anfang bewusst verdrängt. Aus ganz egoistischen Gründen, denn dieses Gefühl hätte ja das berauschende Gefühl, das ich empfunden habe, ganz arg gedämpft.

Ich bin kein Mensch ohne Gewissen, das habe ich mittlerweile herausgefunden. Deshalb hat dieser Rauschzustand auch nicht sehr lange angehalten und die Vernunft hat angefangen zu reagieren. Daraufhin wollte ich den ehrlichen Weg wählen, doch damit war die andere Seite nicht einverstanden.

Hätte ich das alles zu dem Zeitpunkt in meiner eigenen Partnerschaft umsetzen können. Ich denke nein. Weil mich der Gedanke an das andere, die starken Empfindungen, die ich IHm geegnüber aufbrachte und immer noch aufbrachte, gegenüber meinem Partner in vielen Hinsichten blockiert haben.

Lg, Carlie

carlie26
14.11.2006, 14:52
Liebe Trilana,

Ich wollte mich einfach nur kurz bei dir für alles bedanken, was du auf meine Postings hin schreibst ... Ich kann mich in deinen Worten und Aussagen sehr gut wiedererkennen, mich so sehr identifizieren mit dem, was du schreibst, und es gibt mir momentan wirklich Kraft, zu erkennen, dass ich nicht alleine bin und auch andere Menschen solche Situationen nachvollziehen können.

Lg Carlie

Sadness
14.11.2006, 17:29
Ich glaube sowieso nicht, das alle Menschen, die sich in Affären begeben gewissenlose Monster sind...die lassen sich nur auf etwas ein, dessen Tragweite sie nicht im entferntesten abschätzen...und dann leiden alle Beteiligten...ich würde da niemanden verurteilen

Ich für mich könnte wohl keine Affäre mit jemandem eingahen, der in einer festen Beziehung lebt, egal wie unglücklich oder glücklich diese ist...ich habe erlebt, was das Verliebtsein von zwei Menschen beim Dritten anrichtet, das wäre für mich wahrscheinlich ein Grund, davon die Finger zu lassen...

was ich jedoch tun würde, wenn ich mich selberverleiben würde und ich denken würde , diese Person ist die Liebe meines Lebens, das weiß ich auch...ich würde mich darauf einlassen, aber keine Affäre mitmachen, sondern für klare Verhältnisse sorgen...und das schnell

Inaktiver User
14.11.2006, 19:39
Ich glaube sowieso nicht, das alle Menschen, die sich in Affären begeben gewissenlose Monster sind...die lassen sich nur auf etwas ein, dessen Tragweite sie nicht im entferntesten abschätzen...und dann leiden alle Beteiligten...ich würde da niemanden verurteilen



nein , sie sind keine Monster. was man ihnen vorwerfen könnte ist in einem Moment der schwäche nicht nein zu sagen. Aber leider weiß man eben nicht worauf man sich einlässt.
Ich denke dass sehr viele alles gerne rückgängig machen würden, wenn sie merken wie schwer es letztendlich ist so zu leben. Aber meist wird es unendlcih schwerer je länger die Affäre läuft.
Ich kenne niemanden der in einer solchen Konstellation wahnsinnig glücklich ist. Niemanden! Es gibt unglaubliche Highlights (die vielleicht auch kaum vergleichbar sind) aber es gibt auch wirkliche Abstürze. Und die Highlights sind deshalb so toll, weil man weiß, dass es bald vorbei sein kann, es ist als wäre jedes mal das letzte Mal. es gibt eben nicht die Sicherheit und Ruhe, die man in einer etablierten Beziehung hat...
Ich kenne eine Frau, die seit über 10 Jahren eine Affäre mit einem verheirateten mann hat. Sie hat das Ganze mindestens schon 10 Mal beendet ohne erfolg. Dieses Hin und Her macht ihre beziehung natürlich unglaublich spannend. jedes Wiedertreffen ist für beide die Sensation schlechthin und das seit über 10 jahren. Nicht gerade ein tolles Leben aber immerhin auch kein fades und langweiliges......
Eigentlich eine echt nette Frau, die diesen Mann sehr liebt. Sie sagt er sei die Liebe ihres Lebens .....
Helecho