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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie seht ihr es mit der finanziellen Absicherung?



Honigmilch
09.11.2006, 15:38
Hallo!

ich wollte mal nachfragen, wie ihr babywunsch mit der finanziellen absicherung vereinbart!

ich hatte vor 2 monaten eine fehlgeburt, ich möchte so gern in etwa einen halben jahr wieder schwanger werden versuchen. leider hat sich bei meinem freund jüngst herausgestellt, dass er bald arbeitslos sein wird. wir führen schon seit anbeginn unserer beziehung eine fernbeziehung und wir wollten eigentlich zum jahreswechsel zusammenziehen, ich hatte vor meinen job aufzugeben und zu ihm zu ziehen, eigentlich war alles in sack und tüten, aber da er nun bald wahrscheinlich auch arbeitslos sein wird und womöglich nicht so schnell wieder was finden wird, haben wir alles rückgängig gemacht und ich bleibe nun erst mal in meinem job und in meiner stadt, damit wir demnächst nicht beide arbeitslos an seinem ort hocken und wenigstens ich noch meine (sichere) arbeit und finanzielle absicherung habe.....

meinen babywunsch möchte ich aber trotzdem nicht aufgeben.

wie seid ihr "abgesichert"? oder meint ihr, es geht immer irgendwie?

wir wollten ein halbes jahr unsere zweisamkeit genießen und es dann noch mal versuchen. mein freund war auch dafür, aber nun weiß ich überhaupt nicht wie alles werden wird, aber meine gedanken kreisen eigentlich ständig darum, unbedingt in nicht allzu langer zeit wieder schwanger werden zu wollen. gerade auch weil ich solche angst habe, dass es vielleicht nicht wieder so einfach klappen könnte.

mein freund und ich haben überlegt, dass er dann vielleicht in meine stadt zieht, wir uns zusammen eine wohnung suchen und er von hier aus auf jobsuche geht...wie lange es dauern würde, bis er was neues hat, wissen wir natürlich nicht...würdet ihr das "risiko" eingehen und einen schwanger-werden-versuch starten, ob er vielleicht keine arbeit hat? was sind eure "kriterien" dafür, sich für ein baby zu entscheiden? babywunsch hin oder her, es geht ja auch darum, ob man es sich leisten kann, oder?

hoffe auf antworten, lg von honigmilch.

finn
09.11.2006, 16:05
also mir persönlich wäre eine abgesicherte Zukunft für mein Kind sehr wichtig. Ein bissel möchte ich ja auch meinem Kind bieten können. Und etwas auf die "Hohe Kante" würde ich auch noch legen wollen.
An deiner Stelle würde ich mit dem Nachwuchs noch etwas warten (wenn es nicht gerade bestimmte Gründe gibt, jetzt unbedingt schwanger werden zu müssen/sollen). Ein, zwei Jahre gehen auch schnell vorbei ... Dann sieht Vieles schon wieder anders aus ...

Honigmilch
09.11.2006, 16:18
finn, danke für deine antwort.

klar möchte ich meinem kind was bieten können, aber muss das immer mit einer finanziellen absicherung so stark verbunden sein? sicher hat das auch damit zu tun...was ich meine ist, ich habe letztens von einer kollegin ihre story gehört: sie war mit ihrem partner zwei monate zusammen, plötzlich war sie schwanger, beide elternteile noch am studieren und trotzdem klappte es irgendwie. ich finde das unheimlich mutig unter solchen umständen ein kind zu bekommen. und diese kollegin macht keinen asozialen oder abgewrackten eindruck. sie hat heute zwei kinder, ist noch mit dem mann zusammen -verheiratet....

was heißt "ich möchte meinem kind was bieten können"? welches ausmaß muss/sollte das haben?
ich bin in bürgerlichen verhältnissen aufgewachsen, meine eltern hatten auch nie die mordskohle, da wird auch kein erbe sein oder so, richtig finanziell und sorglos abgesichert werde ich im grunde nie sein. aber da ist halt die frage, was das im detail bedeutet.....

ich sehne mich so danach und ich möchte irgendwie nicht einsehen, dass nur weil mein partner vielleicht keinen festen job haben wird, dass wir uns deshalb kein kind leisten können! versteht ihr was ich meine?
wer weiß, ob er überhaupt je einen festen job haben wird? soll ich vielleicht vergebens lange darauf warten, wenn am ende doch bloß irgendwann festgestellt wird, dass wir nie eine wirkliche finanzielle absicherung haben werden?

ich habe angst, dass man so lange aus angst vor "armut" wartet, bis ich vielleicht gar keine kinder mehr haben kann....

versteht einer, was ich meine? ich hab das gefühl, das ist alles furchtbar wirr...

finn
09.11.2006, 16:38
ich verstehe dich schon.
Meinem Kind möchte ich auch Hobbies bieten können oder vlt. einen Urlaub. Meine Eltern konnten/wollten mir keine Hobbies bezahlen, Kleidung bekam ich eher wenig, ebenso Essen. Schullandheime - jedesmal ein Drama wg. dem Geld. Am Schulanfang immer das Gleiche Problem mit den Schulbüchern und die Fahrkarten. Genauso auch Brille + Zahnspange.
Ich hatte lange Jahre das "Geldknausern". Das zehrt an mir. Jetzt geht es mir soweit ganz gut, finanziell gesehen.

Es tut mir leid, ich wollte dich jetzt nicht so beunruhigen oder aus der Fassung bringen (mir fallen da immer noch nicht die richtigen Wörter ein).

Natürlich muss das jeder selbst entscheiden.

Und natürlich kannst du auch ein Kind großziehen wenn beide Elternteile studieren oder generell in der heutigen Arbeitssituation. Ich sprach ja hauptsächlich von mir, meinen Erfahrungen, meinen Werten, meinen Vorstellungen.
Ich glaube aber auch, dass du und dein Freund, ihr beide es schafft, zusammen ein Kind zu haben. Wichtig ist eben auch der Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen.

Ich fühlte mich angesprochen mit :"wie seid ihr "abgesichert"? oder meint ihr, es geht immer irgendwie? "

So, leider muss ich jetzt schnell zum Ende kommen ...

LG
finn

Inaktiver User
09.11.2006, 17:23
Hallo Finn,

könntet Ihr denn zu dritt von Deinem Gehalt leben? Dann könnte ja auch Dein Freund erstmal Zuhause bleiben und auf das Baby aufpassen. Ich kann Dich gut verstehen. Bei mir war der Kinderwunsch auch sehr stark. Mein Freund (jetzt Ehemann) wurde arbeitslos, als ich im 2. monat schwanger war. Er hat dann auch gesagt, wenn er das gewusst hätte, dann hätte er erstmal kein Kind gewollt. Jetzt ist unser sohn drei Monate alt und mein Mann hat endlich wieder einen Job. Soweit meine Geschichte.
Ich mache mir aber auch Gedanken über diese finanzielle Absicherung. Mein Job ist befristet und sein neuer auch nicht so sicher, sehr viel verdienen wir beide nicht..trotzdem bin ich froh, dass wir nicht noch länger gewartet haben mit dem Kinder kriegen.
Ich denke, es gibt viele Sachen, die viel Geld kosten, und die man nicht unbedingt braucht (teure Urlaube, Markenklamotten etc.).
Babykleidung, Kinderwagen etc. kannst du alles gebraucht kaufen. Außerdem gibt es auch vom Staat Geld.
Meine Eltern hatten/haben viel Geld, dafür war mein Vater nie Zuhause. Es hat alles zwei Seiten..
Viele Grüße
cat

Inaktiver User
09.11.2006, 18:23
Oh pardon Finn, ich meinte eigentlich "hallo Honigmilch!"

Honigmilch
10.11.2006, 10:30
hallo cat!

danke für deine worte.
so wie deine situation ist, an sowas hatte ich eigentlich gedacht. dein mann meinte, hätte er das vorher gewusst mit dem job, hätte er erstmal kein kind gewollt.

sehen das alle so? gehen die meisten eher auf nummer "sicher"? "sicher", geht das heute überhaupt noch? was ist schon "sicher"?

ich denke da wie du, dass vieles viel geld kostet, was man sich aber auch verkneifen kann. man muss doch nicht in saus und braus leben. aber hat wohl jeder so seine eigenen ansichten von "saus und braus".

klar, wenn das so extrem ist, dass sogar essen, kleidung und gesundheit (brille, zahnspange) drunter leiden, dann ist das heftig. aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass bei so essentiellen dingen, der staat nicht hilft?!

ich glaube, mein freund würde auch lieber warten in so einer situation, wenn das alles nicht so sicher ist. aber wie lange soll man da warten? es kann unter umständen sehr lange dauern, bis was halbwegs sicheres in sicht ist. wir werden auch nicht jünger.....

mich beruhigt deine aussage, cat, dass du trotzdem froh bist, dass ihr jetzt ein kind habt!

lg, honigmilch!

lov100
10.11.2006, 11:04
Mir ist finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit auf "eigenen Beinen" zu stehen und von niemandem abhängig zu sein sehr wichtig, daher würde ich in der von Dir geschriebenen Situation niemals ein Kind bekommen...ich hätte schlaflose Nächte und könnte mich nicht freuen...

Ich würde Euch raten, daß sich Dein Partner erst einen neuen Job sucht und Ihr dann weiter an Kinder denkt, wenn er jetzt schon weiß, daß sein jetztiger Job bald endet, dann kann er sich ja bereits der Suche widmen. Vielleicht findet Ihr ja was, was ein Zusammenleben ermöglichst...

Es ist was anderes wenn man in so einer Situation bereits schwange ist ok, aber bewußt ein Kind planen ohne finazielle Absicherung NEVER!

Inaktiver User
10.11.2006, 11:15
Hallo Honigmilch!

Wenn Dein Kinderwunsch so stark ist, würde ich ihn glaube ich nicht mehr allzu lange aufschieben. Wie gesagt, Du hast ja einen Job, und falls Dein Partner nicht so schnell was findet, musst Du eben bald wieder einsteigen. Früher war es auch total normal, dass die Frauen Zuhause geblieben sind, auch wenn das Geld knapp war, und Ihr müsstet es dann eben umgekehrt machen.
Ich kenne übrigens einige, die trotz finanzieller Unsicherheit Kinder bekommen haben (waren noch im Studium)- und bei allen hat es sich dann irgendwie geregelt. Ein Baby kann ja auch ein Ansporn sein, sich besonders zu bemühen!
Dein Argument, dass Ihr ja schließlich auch nicht jünger werdet, finde ich auch wichtig. Was nützt es Euch dann, wenn Ihr in fünf Jahren vielleicht tolle Jobs und eine Eigentumswohnung habt, aber Du nicht schwanger wirst??
Alles Gute für Euch und lass Dir nichts einreden!
cat

Bobbys
10.11.2006, 11:24
Seh das eigentlich genauso wie lov100.
Ich finde schon auch, daß man nicht super reich sein muß um Kinder zu bekommen, aber wenn die zukünftige Arbeitslosigkeit des Partners im Raum steht, würde ich auf keinen Fall schwanger werden wollen. Denke schon, daß ein gewisse Absicherung erforderlich ist, zumindest eben ein "sicherer Arbeitsplatz". Man kann sich doch nicht einfach auf Vater Staat verlassen und denken der wird das schon bezahlen. Wenn jeder so denken würde. Außerdem sind die Staatskassen auch leer.

Honigmilch
10.11.2006, 12:13
@bobbys: wenn ich so denken würde, wäre ich trotz der neuen situation bei uns zu meinem freund gezogen und hätte meinen job und alles aufgegeben!
ich habe ja einen festen job, mein freund nur nicht. ich denke mal, ich werde nun auch einen unbefristeten vertrag bekommen.

aber leute, die sonst immer hart gearbeitet haben und vernünftige menschen sind, die rechtens alles machen, die können doch wenns nötig wird, vielleicht auch mal staatliche hilfe in anspruch nehmen dürfen. es gibt so viele leute, die wirklich so handeln, wie du meintest, einfach auf staatskosten ganz gut leben können und es gar nicht anders wollen und sich auch nicht um einen anderen zustand bemühen. und die leute, die dann unschuldig dann doch mal in eine misere gelangen, für die gibts dann oft nix mehr! das ist unfair!

Honigmilch
10.11.2006, 12:15
@ cat: danke für deine aufmunternden worte!

Bobbys
10.11.2006, 12:40
@Honigmilch
hab mich glaub etwas mißverständlich ausgedrückt.
wollte dich auf keinen Fall angreifen oder so.
Ich seh das ganz genauso wie du.
Aber es gibt halt so viele die der Meinung sind, daß der Staat jetzt mal dran ist, weil man doch schon so viel einbezahlt hat, aber ich seh das halt ein bißchen anders.

Grundsätzlich bleibt es jedem selber überlassen, wie er es handhaben möchte.

Honigmilch
10.11.2006, 12:56
@bobby, alles klar, dann hab ich dich missverstanden, denn den schuh lass ich mir echt nicht anziehen. ich arbeite seit ich das darf, auch schon seit der schulzeit, hab immer alles gemacht, um bloß nie in diese lage zu gelangen, auf den staat oder jemanden angewiesen zu sein. ok, einmal war ich für drei monate arbeitslos, aber das war auch ungewollt und dauerte ja zum glück nicht lang.

ich möchte nur damit sagen, dass ich natürlich den staat nicht extra ausnutzen möchte und alles dafür würde, nicht in die lage zu kommen! aber gewisse (legale und vom staat selbst angebotene) zuschüsse, die eltern nun mal zustehen und gerade dann, wenn diese eltern es nicht so dicke wie andere haben, die sollte man schon in anspruch nehmen dürfen (ohne schlechtes gewissen haben zu müssen).

lg, honigmilch.

finn
10.11.2006, 13:08
ich denke da wie du, dass vieles viel geld kostet, was man sich aber auch verkneifen kann. man muss doch nicht in saus und braus leben. aber hat wohl jeder so seine eigenen ansichten von "saus und braus".


Mit meinen Beiträge meinte ich ganz bestimmt NICHT in "saus und braus" leben. Aber wenigstens so, dass man sagen kann: Kind du willst Klavier spielen lernen, Judo und Brille haben ? - kein Thema das machen wir!
Aber so das ich eben meinem Kind, dass was es benötigt, geben kann. Um Missverständisse vorzubeugen: was ich auf gar keinen Fall möchte, dem Kind ALLES anbieten zu können. Das liegt nicht in meinem Ermessen, wie ich ein Kind erziehen möchte.



klar, wenn das so extrem ist, dass sogar essen, kleidung und gesundheit (brille, zahnspange) drunter leiden, dann ist das heftig. aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass bei so essentiellen dingen, der staat nicht hilft?!

NEIN, hier hilft nicht der Staat, wenn der Lohn des Familienernährers über einer bestimmten Einkommensgrenze liegt.
Und ich denke, dass man mit dem Gehalt meines Vaters schon eine 6-köpfige Familie ernähren hätte können. Man könnte auf unnötigere Mittel verzichten; z.B. Zigaretten.

Ich schließe mich hier der Meinung Bobbys an: ich möchte lieber selbst meine Familie ernähren können, als vom Staat Hilfe zu beziehen. Ich denke mir, sofern ich das alles selbst regeln kann, mach ich das auch und lass es nicht darauf ankommen. Es gibt bestimmt sehr viele, die die staatl. Hilfe viel nötiger brauchen, weil sie aus welchen Gründen auch immer sich nicht selber versorgen können, als ich.

Aiko
10.11.2006, 13:12
Ich finde deine Situation nicht so schlecht, da du ja einen Job hast. Dein Freund kann sich dann während du schwanger bist, bewerben. Falls er nichts in deiner Stadt findet, müsste er seinen bewerbungsradius allerdings ausdehnen und du müsstest dann bereit sein, mitzuziehen. Denn sein job ginge dann erstmal vor.

Dass er aber spätestens wenn das Kind da ist, einen Job hat, fände ich schon sehr wichtig. Sonst kann meiner Meinung nach die Beziehung sehr leiden, denn dein Freund könnte sich ziemlich überflüssig vorkommen. Und auch von aussen wird er Druck zu spüren bekommen, weil er "seine Familie nicht ernähren kann."

Ein Studentenpaar ist meiner meinung nach nicht mit Euch vergleichbar. Denn Studenten haben ja eine Aufgabe, ein Ziel und sind irgendwo aufgehoben. Das hätte dein Freund aber nicht, wenn er arbeitslos wäre. Er wäre einer völlig unkalkulierbaren Situation ausgesetzt (Arbeitsmarkt) und jeder arbeitslose Monat macht seine Situation noch schlimmer. Ein Student kann hingegen Auszeiten noch ziemlich gut vertuschen. Verstehst du, was ich meine?

Was sagt dein Freund denn dazu?

Victoria3000
10.11.2006, 13:25
Hallo Honigmilch,

Sofern ihr von Deinem Gehalt leben koennt, was spraeche dagegen, wenn Dein Freund zu Dir zieht und sich bewirbt oder erstmal die Kinderbetreuung uebernaehme? So, wie ich's verstanden haette, muesstet ihr doch jetzt einfach nur umgekehrt machen, was ihr sowieso vorhattet, oder habe ich das missverstanden?

VG,
v3000

Ironwoman2006
10.11.2006, 13:28
ich denke, zu diesem Thema hat jeder eine sehr persönliche Herangehensweise, die zum Teil auch aus Erfahrungen der eigenen Kindheit herrührt.

Meine Eltern haben mich sehr jund (18 und 19a) bekommen, mein Vater war damals gerade beim Militär und die beiden hatten überhaupt kein Geld. Ich (und meine Geschwister) hatte eine tolle Kindheit, trotzdem hat in den ersten 10 bis 15 Jahren das Geld an allen Ecken und Enden gefehlt und war auch das Streitthema Nr. 1 bei meinen Eltern. Ich habe es mit 10 Jahren gehasst immer die alten Klamotten meiner Tante auftragen zu müssen, nie in Urlaub fahren zu können und auf viele Sachen verzichten zu müssen, die für manche Klassenkameraden total normal waren. Meine Eltern haben aber stets alles für uns getan, was im Bereich des Möglichen lag und obwohl sie rund um die Uhr gearbeitet haben (mein Vater hat sich selbständig gemacht als ich 12 war) habe ich mich nie vernachlässigt gefühlt.

Trotzdem, ich selber wollte nie Kinder haben, ohne vorher ausreichend finanziell abgesichert zu sein. Zu tief saß die Angst in mir, dass ich mich von meinem Mann total abhängig mache (und vielleicht in einen schlechten Beziehung gefangen bin) oder ich irgendwann von Sozialhilfe leben muss. Mein Kinderwunsch war auch nie sonderlich ausgeprägt, bis 30 konnte ich mir sowieso ein Kind vorstellen. Trotzdem hab ich immer Geld beseite gelegt, falls ich mal "in die Situation" komme. Jetzt bin ich in der 11. Woche und sehr relaxed, da ich einen netten finanziellen Polster habe, der es mir ermöglicht, ein bis zwei Jahre ohne Mann und ohne Job über die Runden zu kommen, ohne meinen Lebenstandard massiv einschränken zu müssen.

Ich möchte meinem Kind alles bieten können, das heißt aber nicht, dass mein Kind alles bekommen wird. Meine Eltern haben mir früh mitgegeben, dass Geld nicht vom Himmel fällt, sondern man hart dafür arbeiten muss. Auch wenn es mein Kind in dieser Hinsicht leichter haben will, sollen materielle Dinge keine Selbstverständlichkeit sein!

lov100
10.11.2006, 13:57
Für mich ist ein gewisses finanzielles Poster eine Selbstverändlichkeit bevor ich anfange über Kinder nachzudenken.

Sofern man Kinder möchte sollte man in der Lage sein, diese auch selber zu finanzieren und ihren ein normales Leben und nicht eines am Rande des Existenzmimums zu ermöglichen.

Unser Staat finanziert schon viel zu viel soziale Hängematte. Sich beim Kinder bekommen auch auf dem Staat zu verlassen ist meiner Meinung nach die falsche Grundeinstellung.

Unverschuldete Notlagen sind was anderes aber bewußte Planung in so einer unsicheren Situation kann ich nicht nachvollziehen.

Honigmilch
10.11.2006, 14:25
@lov100: was bedeutet ein gewisses finanzielles polster?

@ironwoman: klar, dass wenn man mit so einem hintergrund erwachsen geworden ist, andere wünsche und ziele hat.
wie lange hast du denn dein polster wachsen lassen, bis du dachtest, dass es reichen würde?

ich für meinen teil müsste ich ziemlich lange geld zurücklegen, bis ich überhaupt behaupten könnte, ne weile ohne mann, job und staat "überleben" zu können. ich bin sekretärin, da verdient frau nicht die welt. und eins ist für mich so sicher wie das amen in der kirche: ich möchte keine "alte" mutter sein. ich möchte noch möglichst lange jung und fit für mein kind sein.

@victoria: mein freund ist von beruf in einer branche, die nicht überall in deutschland vorhanden ist und floriert. sowieso ist dieser bereich "vom aussterben bedroht". daher bin ich ziemlich sicher, dass er an meinem ort nichts finden wird, was seiner jetztigen tätigkeit nahe kommt.
wir haben drüber gesprochen, er muss sich eine frist setzen und suchen, wenn er innerhalb dieser frist nichts gefunden hat, bleibt nichts anderes übrig, als sich beruflich umzuorientieren!

unsere jetztige situation ist sehr neu. seit montag im grunde. dieses WE müssen wir drüber sprechen. da wir eine fernbeziehung führen, können wir nicht jederzeit von angesicht zu angesicht solche probleme klären. und am telefon kann man einfach nicht alles klräen.
da geplant war, dass ich zu ihm ziehe, hätte sich das eigentlich geändert und auch das mit kinderwunsch war geklärt, dass wir ein halbes jahr nach dem zusammenziehen einen neuen versuch starten, aber da das jetzt mit seiner arbeit passiert ist, müssen wir alles neu planen.

ehrlich gesagt, hab ich meinem freund noch nicht erzählt, dass mir mein babywunsch in bezug auf unsere neue situation so sehr im kopf rumspukt. darüber müssen wir uns nun natürlich auch wieder neu klar werden. ich befürchte jedoch, dass er denkt wie viele hier, dass er warten möchte, bis er einen festen job hat. das müsste ich dann natürlich akzeptieren, aber andererseits ist völlig ungewiss, wie lange das dauern würde, bis er einen neuen "festen" job hat!
aber vielleicht könnten wir uns da auch eine frist setzen, denn ich möchte definitiv nicht erst mit 35 oder so daran denken dürfen, dann endlich mal ein kind haben zu können, nur weil wir vielleicht finanziell abgesicherter sein könnten.

durch die erfahrung mit seiner firma und der arbeit nun, bin ich eigentlich sowieso der meinung, dass nichts sicher ist! im nächsten moment kann alles futsch sein! er hatte bis sonntag einen festen, unbefristeten job! und montag früh sah schon wieder alles anders aus! und die sicherheit ist weg!
deswegen ist für mich eh alles ungewiss und ich vertrau dem nicht, dass er wenn er heute abgesichert, er es übermorgen auch noch ist! ich möchte nicht unnötig lang warten müssen, nur um in einigen jahren festzustellen, dass sich an der unsicheren situation nichts geändert hat und ich/wir (mein freund ist ja noch mal 6 jahre älter als ich) dann zu alt sind! das wäre furchtbar. ich glaube, ich würde in kauf nehmen, sparsam leben zu müssen, als irgendwann feststellen zu müssen, dass wir zu lange unnötig gewartet hätten.

lg, honigmilch!

lov100
10.11.2006, 14:46
Klar ist nichts wirklich sicher und ein doppelter Boden ist auch meist nicht vorhanden, aber man merkt doch, ob man in einer Branche mit Zukunft arbeitet oder nicht...

Ich denke in der aktuellen Situation ist für Deinen Freund der Kinderwunsch erstmal starkt in den Hintergrund gerückt, gerade als männliches Wesen will man doch meist für seine Familie finanziell sorgen können. (Klingt unheimlich nach veraltetem Macho, aber 95% der Männer denken noch so und es belastet sie, sollte dem nicht so sein) Auch die Tatsache, daß Dein Partner älter ist als Du, spricht dafür, daß er so denken wird.

Wenn er sich erst einen neuen Job sucht, heißt das ja nun nicht, daß Du jahrelang auf ein Kind verzichten mußt, wenn er schnell wieder was findet, könnt ihr doch bei Plan A bleiben.

Mit finanziellem Polster meine ich, daß man auch ohne sein eigenes Einkommen den aktuellen Lebensstandart halten kann und die für ein Kind notwendigen Ausgaben tätigen kann. Das Gehalt des Mannes darf natürlich dazu beitragen, aber völlig abhängig wollte ich nicht sein.

Nachdem was Du schreibst bist Du altersmäßig noch weit von der biologischen Grenze entfernt von daher überleg Dir, ob jetzt wirklich ein guter Zeitpunkt ist.

Ironwoman2006
10.11.2006, 15:21
@ironwoman: klar, dass wenn man mit so einem hintergrund erwachsen geworden ist, andere wünsche und ziele hat.
wie lange hast du denn dein polster wachsen lassen, bis du dachtest, dass es reichen würde?

ich für meinen teil müsste ich ziemlich lange geld zurücklegen, bis ich überhaupt behaupten könnte, ne weile ohne mann, job und staat "überleben" zu können. ich bin sekretärin, da verdient frau nicht die welt. und eins ist für mich so sicher wie das amen in der kirche: ich möchte keine "alte" mutter sein. ich möchte noch möglichst lange jung und fit für mein kind sein.



Mein "Polster" wächst seit ziemlich genau 6 Jahren, seit ich meinen Mann kenne und Kinder zumindest theoretisch ein Thema waren. Ich verdiene recht gut, da hab ich sicher einen Vorteil, dass man schnell (relativ) viel sparen kann.

In Deinen Augen bin ich sicher eine "alte Mutti" (seit zwei Wochen 36), aber für mich ist es so perfekt, ich hab viel erlebt, viel gesehen und bin viel gereist, bin finanziell, beruflich und privat zufrieden und sowohl im Kopf als auch körperlich jünger als manche 25jährige :freches grinsen:

Ich wünsch Dir alles Gute, mögen sich Deine Wünsche erfüllen!
LG
IW

Inaktiver User
12.11.2006, 21:49
Die Fragen nach der finanziellen Absicherung auf der einen und nach dem "richtigen" Zeitpunkt auf der anderen Seite beschäftigen mich auch seit geraumer Zeit.

Bin 34 und habe bis Sommer nächsten Jahres eine recht gut bezahlte (wenn auch Teilzeit-) Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Verlängerung möglich). Mein Partner (ein Jahr jünger) absolviert gerade sein Praktisches Jahr, hat also auch noch ein Staatsexamen vor sich (Ende nächsten Jahres), hat dann aber gute Aussichten, recht schnell eine Stelle zu bekommen.

Nachdem wir nun diesen Sommer eine Beziehungskrise hatten, haben wir das Kinder-Thema erst einmal vertagt, allerdings stand für ihn auch schon vorher fest, dass er erst eine Stelle und dann das Kind möchte - das sehe ich auch weitgehend ein.

Nun frage ich mich aber die ganze Zeit, ob wir es riskieren können (mein Partner ist eher dagegen), dass ich bereits vorher schwanger werde. Dagegen spricht, dass wir beide finanzielle Sicherheit brauchen, dafür aber, dass ich noch später als mit 35 mein (erstes) Kind bekommen würde (okay, ich fand mit 25 Jahren auch, dass es mit über 30 ja schon fast zu spät für Kinder sei :-).

Nun, jedenfalls komme ich immer wieder zu dem Fazit, einen richtigen Zeitpunkt gibt es wohl niemals, allerdings kenne ich mich so gut, dass ein paar Eckdaten stimmen müssen, sonst habe ich schlaflose Nächte...Dazu gehört eben ein fester Job (möglichst des Vaters, damit ich in der Anfangszeit zuhause bleiben kann, wenn ich es denn will - das Elterngeld würde hierfür leider nicht ausreichen). Ich kenne (und bewundere) einige Paare (oder auch Alleinerziehende), die nicht so geplant haben und in weitaus unsichereren Situationen Kinder bekommen haben. Einige davon leben allerdings auch nach Jahren noch in ähnlichen Situationen und ich möchte nicht in deren Haut stecken. Da hätte sich etwas Warten auf den besseren Zeitpunkt dann wohl doch gelohnt, meine ich.

Inaktiver User
13.11.2006, 01:02
honigmilch,

da ich Dich nicht als leichtsinnig einschätze, möchte ich Dich in Deinen Gedanken bestätigen.

Einem kleinen Kind muss man nichts "bieten" (das gedeiht auch im Pappkarton - und ein Secondhand-Bett könnt Ihr Euch auch leisten) - und ob Ihr in 10 Jahren Klavierstunden bezahlen könnt, weiß sowieso keiner.
Aber auch ohne Klavierstunden und Markenklamotten kann man eine glückliche Kindheit haben.

Den idealen Zeitpunkt gibt es meist nicht (nicht alle werden Lebenszeitbeamtinnen) - und diejenigen, die darauf warten, haben irgendwann ein Reihenhäuschen mit einer abgezählten Anzahl von Kinderzimmern, aber es klappt u.U. nicht mehr. Du hast ja schon erfahren müssen, dass die Kinder nicht wie auf Bestellung kommen.

Sowieso wolltest Du doch ein halbes Jahr warten - bis dahin kann sich doch manches geklärt haben.
Deine Stelle würde ich aber natürlich erst einmal nicht aufgeben.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
13.11.2006, 01:35
Glasglocke,

wenn Du mit 40 Dein erstes Kind bekommst, ist das völlig ok.
Wenn ... denn die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht mehr klappt, steigt rapide an (auch wenn es viele Frauen gibt, bei denen es auch mit Ende 30 noch problemlos klappt).
Auch mit 35 klappt es schon bei 25% nicht mehr - und bei 80% von denen hätte es mit 25 geklappt.

Und sowieso kann es dauern, bis Du schwanger wirst. Und ersteinmal eine Fehlgeburt geben (immerhin jede 6. Schwangerschaft).

Ihr musst in Eure Entscheidung also mit einbeziehen, wie wichtig Dir ein Kind ist. Wenn es Dir wirklich wichtig ist, solltet Ihr nicht warten. Wenn Dein Kinderwunsch nicht so dringend ist und es nicht so schlimm wäre, wenn es nicht klappt, kannst Du das natürlich lockerer sehen.

Gruß, Leonie

Natasha72
13.11.2006, 08:06
Da ich mich auch gerade in dieser Überlegungsphase befinde, möchte ich auch gern meine Gedanken dazu niederschreiben.

Es ist sicherlich richtig, dass man einem Baby erstmal nicht so viel "bieten" muss. Die finanzielle Absicherung eines Kinderwunsches hat daher in erster Linie nur was mit den Eltern zu tun. Auch wenn eine Beziehung super ist, bedeutet ein Kind eine riesen Umstellung. Wenn das Kind schreit, man in seinen persönlichen Freiheiten doch am Anfang eingeschränkt ist bis sich alles findet - das ist schon nicht leicht. Wenn dann zusätzlich noch große finanzielle Probleme dazu kommen, sehe ich die Gefahr, dass sich da Streipotential auftut und es zu Unzufriedenheit kommt. Und genau das würde ich persönlich nicht wollen.

Logisch, es ist immer die Frage, auf was man alles verzichten kann und will. Ich würde aber nicht auf allen "Luxus" verzichten wollen, wenn mein Kind da ist. Ein Kinoabend mit Babysitter muss drin sein, auch ein schönes Abendessen für die Eltern - denn wir sind nicht nur Eltern sondern auch ein Liebespaar. Und wollen das auch bleiben.

Wenn ein Gehalt weg fällt, dann reißt das Lücken auf. Zusätzlich verursacht ja auch die Erstausstattung eines Kindes reichlich Kosten. Daher finde ich es schon wichtig, sich auch über die finanzielle Situation klar zu werden.

Unterm Strich: wenn ihr beiden diese Herausforderung stemmen wollt, ein Kind zu bekommen, obwohl einer arbeitslos ist, dann werdet ihr das auch schaffen. Aber BEiDE müssen es wollen. Und ich habe Verständnis dafür, wenn Dein Freund jetzt seine Prioritäten erstmal anders setzt.

viel Glück

Honigmilch
13.11.2006, 09:02
Glasglocke,

Und sowieso kann es dauern, bis Du schwanger wirst. Und ersteinmal eine Fehlgeburt geben (immerhin jede 6. Schwangerschaft).

Gruß, Leonie

liebe leonie,

danke auch dir für deinen beitrag.

meines wissens sind es sogar - nach offiziellen angaben - 60% aller schwangerschaften, die meiner fehlgeburt enden!
---
ich hatte am WE mit meinem freund ein gespräch. wir sind uns beide einig, dass man nicht ewig auf die vermeintlich sichere situation warten sollte. da bin ich unheimlich froh, dass er das auch so sieht! sicher werden wir jetzt erst mal abwarten, wie die nächsten monate aussehen werden. aber wir werden mit sicherheit nicht jahrelang warten, sollte er wirklich so lange brauchen, bis er wieder was (halbwegs) festes findet.

wir haben auch besprochen, dass er sich unbedingt fristen setzen muss und sich mit gedanken auseinander setzen muss, dass er in seiner branche u. U. nichts mehr finden könnte. das ist hart, aber das kann wirklich passieren. ich weiß wie frustrierend das ist, ich stand selbst mal vor so einer entscheidung und phase.
je nach dem wie die firma nun weiter vorgehen wird (freistellung von der arbeit während der weiterbezahlten kündigungsfrist etc...) wird er dann höchstwahrscheinlich nach berlin zu mir kommen, wir werden uns eine größere und gemeinsame wohnung suchen und dann wird er von hier aus auf die suche gehen. wenn die firma nur endlich die puschen kommen würde.....

ich finde diese diskussion hier sehr interessant. ich hoffe, sie geht weiter und ich erfahre von noch mehr menschen hier meinungen und erfahrungen!

lg, honigmilch.

lov100
13.11.2006, 09:07
Für mich wäre die fehlende finazielle Absicherung auch eher eine perönlicher Streßfaktor und nicht so sehr das Argument, daß man einem Kind was bieten möchte.

Aber meinen Lebensstandart möchte ich mit Kinde schon halten können. Es käme zum Beispiel für uns nicht in Frage, das Pferd zu verkaufen (monatliche Kosten ca. 400 Euro), da uns dieses Hobby beiden sehr viel Spaß macht.

Die Umstellungen die ein Kind mit sich bringt sind enorm, daher sollte nicht noch eine angespannte finazielle Sitaution die Sache noch kompelexer machen. Zudem hat man auch Verantwortung dem Kind gegenüber.

Ich bin jetzt 35 und fühle mich hablwechs bereit für ein Kind. Auf Grund der Tatache, daß ich bereit einiges an Lebenserfahrung habe, kann ich die Sache ruhiger angehen als manche 25 jährige. Ich habe keine Angst davor, den Weg zu gehen, den ich persönlich für richtig halte.

Sicher ist es statischtisch gesehen schwieriger ab 35 schwanger zu werden, aber auch da kann es problemlos klappen, so wie bei mir.

Honigmilch
13.11.2006, 09:58
@lov: im gegensatz zu dir, wäre ich dann schon bereit, auf dinge zu verzichten, zum beispiel auf ein eigenes pferd.
darüber bin ich mir im klaren. aber da liegen halt bei allen menschen die prioritäten woanders.

ich hatte mal eine diskussion mit einer damaligen freundin, die in sehr sehr guten verhältnissen groß geworden ist. also mit sehr guten verhältnissen meine ich wirklich gut, um nicht reich zu sagen. die war völlig entsetzt, als ich ihr damals erzählte, dass wir nicht mehr verhüten und gern ein baby hätten....sie meinte auch, was denn mit der absicherung sei etc....ich meinte zu ihr, was heißt absicherung, in unseren berufen, werden wir nie so furchtbar viel verdienen, um wirklich abgesichert zu sein und was heißt das überhaupt heutzutage? sie konnte das gar nicht verstehen, aber ich glaube das liegt an ihren hintergrund vor dem sie aufgewachsen ist und daran, weil sie auch nicht bereit wäre, für ein kind ihre prioritäten zu verschieben. sie bekommt ja heute noch (als über 30 jährige) alles in den a.... geschoben und muss nicht wirklich allein klarkommen. hat aber trotzdem diese meinung übers abgesichert sein müssen.

bei unseren gesprächen am WE (mit meinem freund) haben wir für uns festgestellt, dass wir uns gut vorstellen könnten, etwas sparsamer zu leben.
und nur weil er in zukunft vielleicht nicht in seinem studierten beruf arbeiten wird, heißt das ja nicht, dass man in einem anderen job überhaupt nichts verdient. wenn er nur so viel verdienen würde wie ich als sekre, dann wäre das schon ok. ich habe einen lebensstandard, der für mich ok ist und mal sehen, vielleicht kann ich in den nächsten monaten ja wirklich mal ein bißchen was zusammenkratzen und beiseite legen.

ich bin bald 28 jahre alt, ich finde, ich habe auch schon einiges erlebt und ich hatte nie vor, richtige karriere zu machen, daher hab ich nicht das gefühl, dass ich was verpassen könnte, wenn ich jetzt ein baby bekäme. was für mich echt sicher ist, dass ich nicht zu alt sein möchte, für mein baby. aber das ist ja auch eine ansichtssache. was heißt zu alt?
für mich wäre 35 jahre stark an der grenze, wenn ich nicht sogar schon zu alt.

lov, das ist so schön, dass es bei dir problemlos klappte mit dem schwangerwerden! das ist ein wunder, für das man echt dankbar sein muss, dass man das so erleben darf!

Ironwoman2006
13.11.2006, 11:28
Es ist sicherlich richtig, dass man einem Baby erstmal nicht so viel "bieten" muss. Die finanzielle Absicherung eines Kinderwunsches hat daher in erster Linie nur was mit den Eltern zu tun. Auch wenn eine Beziehung super ist, bedeutet ein Kind eine riesen Umstellung. Wenn das Kind schreit, man in seinen persönlichen Freiheiten doch am Anfang eingeschränkt ist bis sich alles findet - das ist schon nicht leicht. Wenn dann zusätzlich noch große finanzielle Probleme dazu kommen, sehe ich die Gefahr, dass sich da Streipotential auftut und es zu Unzufriedenheit kommt. Und genau das würde ich persönlich nicht wollen.

Logisch, es ist immer die Frage, auf was man alles verzichten kann und will. Ich würde aber nicht auf allen "Luxus" verzichten wollen, wenn mein Kind da ist. Ein Kinoabend mit Babysitter muss drin sein, auch ein schönes Abendessen für die Eltern - denn wir sind nicht nur Eltern sondern auch ein Liebespaar. Und wollen das auch bleiben.

Wenn ein Gehalt weg fällt, dann reißt das Lücken auf. Zusätzlich verursacht ja auch die Erstausstattung eines Kindes reichlich Kosten. Daher finde ich es schon wichtig, sich auch über die finanzielle Situation klar zu werden.




Ich möchte das zu 100% unterschreiben! Geld allein macht sicher nicht glücklich und kann auch keine Liebe ersetzen! Aber ich denke doch, dass eine gute Absicherung manche Probleme erleichtert oder gar nicht erst entstehen lässt.

Leider unterschätzen viele, dass Kinder doch einiges an Geld kosten und dass Liebe und Geborgenheit(überspitzt ausgesprochen) nicht satt machen. Wenn ich mich schon von vorne herein einschränken muss, dann kann ich nur hoffen, dass nie etwas wirklich Schlimmes (Arbeitslosigkeit; schwere Krankheit/Unfall...) passiert. Klar, man kann nicht für 10 oder 20 Jahren voraussorgen, aber ein guter Polster hilft über manche Krise hinweg oder macht sie zumindest ein bißchen erträglicher.....

Was ich persönlich nicht so gut finde, sind Frauen( und ihre Männer), die ohne Ausbildung, Jobperspektiven... unbedingt sofort ein (oder mehrere) Kind(er) wollen und sich dann erwarten, das die Gesellschaft (der Staat) dafür zahlt. Kein Mensch bekommt Kinder für den Staat, sondern für sich und vorallem: nicht jedes Kind ist ein Rentenzahler der Zukunft......

finn
13.11.2006, 16:11
Ich denke mal, da sind wir uns ALLE einig:
auf Geld allein kommt es nicht an, aber es ist angenehmer und streßfreier und lockerer, wenn man ein kleines Polster hat.

@Honigmilch
ich drück´dir fest die Daumen, dass deine Wünsche, vor allem deine Babywünsche in Erfüllung gehen!!!:jubel:

Zinemin
13.11.2006, 21:13
Eine spannende Diskussion!

Ich denke nicht, dass man es Menschen vorwerfen kann, wenn sie Kinder bekommen, obwohl sie arbeitslos sind. Ich glaube nicht, dass es viele Menschen gibt, die freiwillig arbeitslos sind. Warum sollten die dann neben dem eh schon verhandenen Nachteil, nämlich keine Arbeit und damit in der Regel schon geringere Lebenszufriedenheit, auch noch keine Kinder bekommen dürfen? Was aus den Kindern mal wird und wer in die Rentenkasse einzahlen wird, dass weiß man doch nie! Wenn sie dann später wirklich nicht in die Rentenkasse einzahlen, dann bestimmt nicht in allen Fällen, weil sie keine Arbeit wollen!

Dass es letztlich oft darum geht, inwieweit die Eltern ihren Lebensstandard einschränken wollen und nicht ob sie ihrem Kind genug bieten könne, glaube ich auch. Und sicherlich ist es schwierig, jeden Tag damit konfrontiert zu sein, sich überhaupt nichts mehr leisten zu können, weil man nun ein Kind hat. Das kann sich dann auch auf das Kind auswirken und das ist dann bestimmt nicht positiv. Bei Leuten, die sich für Kinder bewusst und zumindest mit allen Konsequenzen, die sie absehen können, entscheiden, ist es nicht so schlimm, wenn sie ihrem Kind nicht so viel bieten können. Jedenfalls in finanzieller Hinsicht.

Zinemin:knicks:

Honigmilch
14.11.2006, 08:53
liebe zinemin,

vielen dank für deinen interessanten beitrag. ich sehe das genauso wie du.
auch wenn man genug kohle hat, bedeutet ein kind ja trotzdem einschränkungen! man kann nicht so weiterleben wie bisher, es sei denn man schiebt sein kind an ein kindermädchen ab!

es geht ja nicht nur um die finanziellen einschränkungen (also hier als thema nun schon natürlich in erster linie), aber ich denke, wenn man bereit ist einschränkungen hinzunehmen, dann klappt das auch. eben angefangen bei den einschränkungen im allgemeinen, die man sich vor augen halten muss! ein kind bedeutet ein wandel des lebens, den man von ganzem herzen möchte (oder nicht und sich dann auch nicht für ein baby entscheidet) und dann auch zulassen muss. obwohl ich nicht dafür bin, dass das ganze leben dann nur noch um den zwerg dreht, es kein anderes gesprächsthema mehr gibt etc. manche frauen werden dann zu richtigen glucken, das ist furchtbar. naja, ich denke, ihr wisst schon, was ich meine, oder?

bitte weiter so mit der diskussion, find ich super! vielen dank!

lg, honigmilch!

AllyMcB
14.11.2006, 14:46
Honigmilch, da hast meinen Nerv getroffen... "an ein Kindermädchen abschieben". Ich wage zu behaupten, dass die Mehrzahl der Mütter ihre Kinder nicht abschieben, wenn sie sie in die Hände einer anderen Frau zur zeitweiligen Betreuung geben. Kinderbetreuung kostet Geld, glaub's mir. Ein Kindergarten von 8-15:30 ermöglicht keine Vollzeittätigkeit, nennt sich aber "Vollzeitbetreuung".

Übrigens bin ich eine uralte Mutter - mit 37 hab ich im August einen kleinen Zwockel geboren und freu mich über mein finanzielles Polster, das es mir ermöglicht, sieben Monate ohne Arbeit und danach als Teilzeitkraft einen qualifizierten Job ausüben zu dürfen. ... übrigens, die Jahre zwischen 29 und 37 vergehen wie im Flug... der Unterschied zwischen 35 und 37 ist minimal...

"Man" muss wahrscheinlich zwischen finanziellem Polster und "in den A... schieben" unterscheiden. Freunde vin mir schicken ihre Kinder nicht in den Kindergarten, weil sie lieber das Geld sparen wollen und ein Reihenhäuschen abbezahlen; in 15 Jahren ist das Haus abbezahlt und dann hat die Familie mehr zum Ausgeben, zB um die Studien der beiden Töchter zu finanzieren. Wahrscheinlich heisst es dann, die beiden Töchter bekommen alles in den A... geschoben - dafür müssen in ihrer Kindheit auf sehr vieles verzichten.

Da wir das "Glück" haben, und in einem gesetzerem Alter mit etwas mehr Einkommen als 25jährige sind, können wir es uns leisten, das Kindergeld im Sinne einer Ausbildungsversicherung aufzusparen, bis unser Sohn mit der Schule fertig ist. Ob es ihm reichen wird, weiss ich nicht. Wir haben uns überlegt, unserem Kind lieber eine großzügige Kindheit mit Reisen und Möglichkeiten zur guten Bildung zu ermöglichen - er muss dann als Erwachsener uU sein Studium durch eigene Arbeit "anreichern" - als heute jeden Euro zweimal umzudrehen... schliesslich ist die Kindheit meines Kindes auch mein Leben.

Meine Kindheit war finanziell sehr knapp bemessen. Meine damals sehr junge Eltern ließen sich, als ich klein war, scheiden, meine Mutter hat einen grossen Teil meiner Kindheit an der Uni studiert und nebenher gejobbt, so dass wir zwei mit sehr wenig Geld auskommen mussten. Ich fand das alles ziemlich beschissen, ehrlich. Wenn man klein ist, mag das ja alles noch gehen, aber so ab 12 wird's richtig blöd, wenn die Mitschülerinnen in die Reitschule gehen/eigenes Pony haben und man selbst grad nur Zaungast sein durfte...

... und was mich ärgert, sind die Leute, die den Staat von vornherein als Notnagel einplanen. Das Geld, welches der Staat ausgibt, will auch irgendwo herkommen. Ich ärgere mich wahnsinnig, dass mein Partner und ich vom Elterngeld gar nichts sehen, obwohl wir jahrelang Steuern gezahlt haben und es auch weiterhin tun werden. Wenn ich wieder arbeiten gehen werde, werde ich auch wieder Steuern zahlen - die Kosten für die dann zu zahlende Kinderbetreuung können wir nur zum lächerlichen Teil von der Steuer absetzen.

Ich bin dafür, dass der Staat (also wir alle...) sehr viel mehr Geld in Bildungseinrichtungen steckt und sich intensiver um die Qualität derer kümmert, aber Eltern in ihre Verantwortung läßt, für's finanzielle Auskommen der Kinder in ihrer Kindheit zu sorgen.

Vielleicht würde dann die Zahl der Kinder in sozialen Notfällen auf lange Sicht zurück gehen?

Ally

Ironwoman2006
14.11.2006, 14:58
Danke Ally, Du hast es für mich auf den Punkt gebracht!!

LG
IW

Inaktiver User
14.11.2006, 22:53
... und was mich ärgert, sind die Leute, die den Staat von vornherein als Notnagel einplanen.

Ich weiß ja nicht, was Du unter "als Notnagel einplanen" verstehst, aber ich finde die Überlegungen von Honigmilch vollkommen ok. Beide sind gut ausgebildet und wollen arbeiten, sind auch bereit dafür umzuziehen, ggf. einen geringeren Lohn als vorher in Kauf zu nehmen etc.
Und wenn man dann bei der Überlegung, dass man nicht über 30 werden will beim ersten Kind (was ich aus Erfahrung jedem, dem eigene Kinder wichtig sind, nur empfehlen kann!) auch wenn es zur Zeit ihm beruflich unsicher ist, einfließen lässt, dass in Deutschland kein Kind verhungert und ein Mindeststandard gesichert ist, dann kann ich dabei nichts schlimmes entdecken.


(Das ist ja nun wirklich etwas anderes als das 6. Kind vom 3. Mann auf Sozialhilfe zu bekommen und die auch noch zu versaufen anstatt die Kinder zu versorgen, wenn ich 'mal ein paar Klischees reiten darf).


Das Geld, welches der Staat ausgibt, will auch irgendwo herkommen. Ich ärgere mich wahnsinnig, dass mein Partner und ich vom Elterngeld gar nichts sehen, obwohl wir jahrelang Steuern gezahlt haben und es auch weiterhin tun werden. Wenn ich wieder arbeiten gehen werde, werde ich auch wieder Steuern zahlen - die Kosten für die dann zu zahlende Kinderbetreuung können wir nur zum lächerlichen Teil von der Steuer absetzen.

Das ist ja ein anderes Thema, dass Du zu wenig Familienlastenausgleich verglichen mit jemand anderem, der gleich viel verdient, bekommst.
Da würden wir uns schneller einig.

Gruß, Leonie

Sauvi
15.11.2006, 17:20
ich stimme Leonie60 zu.
ich finde es auch in keiner Weise moralisch verwerflich, den Staat in Anspruch zu nehmen, wenn es tatsächlich nicht anders geht.

D.h., wenn das Bemühen beider da ist, einen Job zu finden, umzuziehen, sparsam zu haushalten.
Das ist mein Verständnis von sozialer Marktwirtschaft.
Schließlich ist ein Kind auch eine Leistung für den Staat, das darf man nicht vergessen. Langfristig wird das Kind dem Staat mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Steuern zahlen, als die Eltern für kurze Zeit in Anspruch genommen haben.
Ich bin wirklich auch total gegen die häufig zu beobachtende Mitnahmementalität, das finde ich zum Ko..en. Und ein ungutes Gefühl hätte ich sicher auch, wenn ich staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müsste. Aber in der geschilderten Situation kein schlechtes Gewissen.
lG
Sauvi

Zinemin
16.11.2006, 10:35
Hallo Ihr,

wo beobachtet Ihr denn immer diese Leute, die die Mitnahmementalität an den Tag legen (das ist echt ne ehrliche Frage, keine "Spitze", oder so)?
Die Menschen, die ich kenne, die arbeitslos sind, sind da eher nicht so glücklich mit. Und bemühen sich vergeblich um eine Stelle.
Wer arbeitslos ist und ein Kind bekommt kann meines Erachtens nach ja auch nicht mit einer Riiiieeeeesenunterstützung rechnen. Also einfach ist das sicher nicht.
Aber sicherlich ist es noch schwerer, alle seine Wünsche für's Leben aufzugeben. Also einen befriedegenden Job, Kinder, Hobbys… Weil man leider keine Arbeit gefunden hat.

Bin gespannt auf eure Antworten.
Zinemin

Honigmilch
16.11.2006, 12:46
Honigmilch, da hast meinen Nerv getroffen... "an ein Kindermädchen abschieben". Ich wage zu behaupten, dass die Mehrzahl der Mütter ihre Kinder nicht abschieben, wenn sie sie in die Hände einer anderen Frau zur zeitweiligen Betreuung geben. Kinderbetreuung kostet Geld, glaub's mir. Ein Kindergarten von 8-15:30 ermöglicht keine Vollzeittätigkeit, nennt sich aber "Vollzeitbetreuung".

Ally

keine frage, dass das geld kostet. das meinte ich aber auch nicht. war vielleicht doof ausgedrückt. das war auch mehr sehr überspitzt ausgedrückt von mir in der hinsicht, dass es menschen gibt,die sie sich nicht einschränken lassen wollen in ihrer lebensweise und wenn sie doch welche bekommen, aber vielleicht trotzdem einen kind nicht abgeneigt sind und wenn finanziell möglich, das kind betreuen lassen. auf mich bezogen meinte ich, dass ich sehr wohl bereit bin einschränkungen in kauf zu nehmen, wenn ich ein kind habe. finanzielle einschränkungen und alles was damit zu tun hat inklusive. es geht natürlich nicht, dass man weiterhin so leben kann wie vorher. aber viele leute sehen das anders und meinen ihren lebensstandard mithilfe des staates aufrecht halten zu müssen.

was das alter der mütter angeht, ist das jedem selbst überlassen. ich für meinen teil finde es einfach zu alt! dass du da eine andere meinung hast, ist ja auch ok! du hast glück, dass es bei dir anscheinend noch geklappt hat. bei vielen frauen geht das nicht mehr, das variiert stark mit den wechseljahren und deren anfang. ich möchte nicht so lange warten und damit riskieren, vielleicht kein kind mehr kriegen zu können.


@zinemin: "wo beobachtet Ihr denn immer diese Leute, die die Mitnahmementalität an den Tag legen (das ist echt ne ehrliche Frage, keine "Spitze", oder so)?"

man hört oder sieht es immer wieder. grade hier in der großstadt. da gibt leute, großfamilien, die extra noch ein kind bekommen, damit sie mehr geld vom staat bekommen. ich kenne eine familie davon (eigentlich kannte ich sie).es gibt wirklich viele leute, die den staat ausnutzen wo sie können! und es gibt zahlreiche sendungen, in den mann über die leute berichtet sieht, die meinen, sie bekommen mehr geld durch hartz oder arbeitslosengeld, als wenn sie für einen euro pro stunde schuften gehen würden und daher lassen sie es und bekommen ihre kohle ohne einen finger krumm gemacht zu haben!!
ich selbst kenne auch nur sehr unglückliche arbeitlose menschen, die das gern ändern würden, es aber nicht geht.

genau: warum sollte man seine wünsche fürs leben aufgeben müssen, nur weil man nicht so viel geld in der tasche hat und vielleicht irgendwann den staat zuhilfe aufsucht? das natürlichste der welt, ein kind zu bekommen, wenn man den wunsch hat, soll man den aufgeben, weil man arbeitslos ist? ist das nicht vielleicht so was wie ein grundbedürfnis, das man auch ausleben dürfen sollte? haben arme menschen nicht auch das recht, seinen traum einer eigenen familie erfüllen zu dürfen?

übrigens gilt beim staat einen TV zu haben auch als grundbedürfnis und ein TV wird gestellt, wenn man selbst zu arm ist, um sich einen zu kaufen! das versteh ich nicht so ganz.....

lg, honigmilch.