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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welpe UND Gehorsam



Igel224
08.11.2006, 10:18
Hallo Ihr Lieben,

nachdem mein verstorbener Hund bereits fix und fertig erzogen war, als ich ihn mit vier Jahren bekam, habe ich jetzt folgendes Problem:
Mein Welpe ist jetzt 5 Monate alt. Die Komandos Sitz und Platz funktionieren einwandfrei. Auch "Komm" bzw. "Hier" funktionieren nicht immer aber immer öfter. Nur wenn wir unterwegs sind und es wird kritisch, weil z. B. ein Auto kommt, dann klappt sie die Ohren zu. Die Hundeschule bietet erst wieder im Frühjahr einen Kurs zur Unterordnung an.
Meine Fragen:
Liegt es am Alter, dass das noch nicht so klappt, wie es sollte?
Oder wie habt ihr das hingekriegt?

Ich freue und bedanke mich wie immer für eure Tipps.

Inaktiver User
08.11.2006, 11:12
Du solltest unbedingt zu einer anderen Hundeschule gehen, wenn deine erst im Frühjahr weiterarbeitet!

Mit fünf Monaten war unser Hund schon mitten in seiner Ausbidung, mit einem Jahr hat er die Begleithundeprüfung abgelegt. Natürlich werden viele Dinge erst mit der Zeit besser. Das Abrufen vor dem rennenden Wild klappte mit 5 Monaten noch gar nicht, aber wir haben gerade in dem Alter hart dran gearbeitet. Die Bindung wird immer besser, aber üben kann man vom allerersten Tag an. Lass dir bitte bloß nicht einreden, dass dein Hund noch zu jung ist. Je jünger, desto einfacher ist die Erziehung!

LG von Basine.

Inaktiver User
08.11.2006, 17:35
Liegt es am Alter, dass das noch nicht so klappt, wie es sollte?
Oder wie habt ihr das hingekriegt?

Zum Teil auch, ja. Hunden in dem Alter geht oft der Spiel- und Jagdtrieb durch, das zu "managen" ist für Hundehalter wirklich eine Menge Arbeit, und je früher man mit dieser Arbeit beginnt, je kontinuierlicher man übt, um so bessere Ergebnisse erzielt man. Welpenhalter z.B. neigen gern dazu, ihren zugegebenermaßen süßen Junghunden zu lange so eine Art "Welpenbonus", dieses "ach Gottchen, der sieht aber soooo süß aus" oder "der ist ja noch jung, das lernt der noch" zu geben. Was glaubst du, wie oft wir von unserem Trainer freundlich gemeinte Ranzer auf recht direkte Art um die Ohren geschmissen bekamen, weil WIR nicht richtig, zu langsam, nicht eindeutig auf das Verhalten unserer Hunde reagierten? Je länger du jetzt auf bessere Zeiten wartest, um so schwieriger wird die Hundeerziehung. Es ist, wie Basine es sagt: Je jünger der Hund, um so schneller und leichter lernt er. Ich habe hier im Hundehalter-Bekanntenkreis einen Mann, der das Thema Erziehung seiner Golden-Retriever-Hündin auch immer nach hinten schob; mal ging es deshalb nicht, mal kam das in den Weg, dann hatte die Hundeschule zu etc. etc. War keine gute Idee. Die Hündin ist eigentlich klasse, freundliches Wesen, angenehmes Temperament etc. Aber sie hört null auf ihn - und jetzt ist er mitunter ziemlich genervt, weil er es jetzt nicht mehr so in den Griff bekommt, wie er es sich eigentlich gedacht hatte.

Ich kann dir auch nur empfehlen, dir eine Hundeschule zu suchen, in der du jetzt schon mit deinem Hund weiterüben kannst.

LG,
Zuza

Igel224
09.11.2006, 10:59
Vielen Dank ihr beiden.
So etwas hatte ich mir auch schon gedacht. Mal sehen, ob es hier noch eine vernünftige Schule gibt. Bei einer hatte ich angerufen (die Anschrift hatte ich vom TA), da war die Nummer falsch. Im Telefonbuch gibt es sie gar nicht.
In die andere macht jetzt zu.
Es ist nicht so einfach. Es soll ja schon jemand mit einer Qualifikation sein.
Ich habe schon einiges im FS gesehen - "Tiernanny" hieß das glaube ich - und mir abgeschaut. Aber wahrscheinlich mache ich noch einiges falsch, ohne es zu wissen.
Ich werde mich weiter umhören.

Inaktiver User
09.11.2006, 11:24
Aber wahrscheinlich mache ich noch einiges falsch, ohne es zu wissen.
Ich werde mich weiter umhören.

Mach das, Igel. :-) Und zu dem ersten zitierten Satz: Das ist durchaus nicht unwahrscheinlich. :freches grinsen: Eines der wichtigsten Dinge, die ich recht schnell im Training mit unserem Wirbelwind lernte, war, dass Hundeschule für die Halter mindestens ebenso wichtig ist wie für die Hunde, weil Halter unwissentlich oft falsch oder zum falschen Zeitpunkt reagieren, z.B. nicht zeitnah genug loben oder rüffeln, nur um ein kleines Beispiel zu nennen. Ich fand es immer wieder spannend zu sehen, wenn unser Trainer sich einen der Hunde schnappte, die angeblich nicht hören wollten - bei ihm taten sie es; nicht dass sie nicht versuchten, auch mit ihm mal den Larry zu machen, aber es blieb in der Regel beim Versuch. Es gab manchmal wirklich Tage, da fühlte ich mich mit meiner Junghündin, die ein ordentliches Temperamentsbündel ist und deren Spiel- und Jagdtrieb sehr ausgeprägt ist, dermaßen unzulänglich, dass ich mitunter vor Frust am liebsten geheult hätte - vor allem, wenn sie bei Frank (Trainer) der beste Hund von allen war. Und daran merkte ich immer: Hundeschule ist vor allem für die Halter wichtig. Das A und O in der Erziehung ist Reaktionschnelligkeit und richtige Reaktion; und das muss man lernen.

Ach, da fällt mir übrigens noch ein nettes Buch zur Welpenerziehung ein, auch wenn deiner mit 5 Monaten ja kein Welpe mehr ist. Aber interessant und vor allem wirklich nett zu lesen ist es wirklich. Es heißt "Lassie Rex und Co", kein großes wissenschaftliches Werk, aber mit guten Tipps und sehr lebensnah geschrieben.

LG,
Zuza

Igel224
09.11.2006, 11:40
Da kann ich nur voll zustimmen. In der Spielstunde hatte ich schon mal einen Vorgeschmack bekommen. Ich bin in der Tat oft etwas zu langsam.
Was mich am meisten stört, ist, das sie manchmal auf Rufen überhaupt nicht reagiert. Wahrscheinlich sind da die Ohren schon zugeklappt.
Aber ich freue mich zu lesen, dass es anderen auch nicht besser geht.

Inaktiver User
10.11.2006, 09:34
Ich bin vor 11 Jahren mit unserem ersten Hundemädchen in die Hundeschule gegangen- in erster Linie für mich. Ich wollte lernen, wie ich dem Hund etwas beibringen kann. Das hat auch gut geklappt, ich würde sie als gut erzogen bezeichnen.
Die ganze Erziehung hat aber mindestens 2 Jahre gedauert- so lange war zumindest mein Hund ein Kind, mit allen übermütigen Aussetzern, Nicht- Hören- Wollen und "alles interessanter finden als mich und meine Wünsche".

Sie hat im Alter von 5 Jahren ihren Jadtrieb ( den wir eigentlich für nicht existent gehalten haben, so kann man sich irren) entdeckt- da mußten wir dann noch mal ein bißchen in Sachen Erziehung arbeiten- wobei mir die Jahre zuvor erlernten Dinge wieder geholfen haben.

Als sie sieben war, sind wir nach Süditalien gezogen und aus dem bisher fast nur freilaufenden Tier wurde ein ausschließlicher Leinengänger ( wegen mangelnder Bürgersteige, unendlich vieler freilaufender katzen und des mörderischen Straßenverkehrs). Auch da haben wir wieder ein bißchen forcierter "Hundeschule" gespielt, um sie an die veränderten Lebensumstände zu gewöhnen.
Als sie neun war, haben wir einen verkrüppelten Welpen gefunden und adoptiert- und wieder haben wir unsere "Schul"- Kenntnisse angewandt.

So ziehen sich die vor vielen Jahren gelernten Dinge aus der Hu- Schu durch ihr und unser ganzes gemeinsames Leben- und wenn madame mittlerweile gelegentlich zur Dickköpfigkeit neigt..... dann ist es ihr vergönnt *lach*

Wichtig war uns immer, daß wir ihr auch Zeit zum Toben und Spielen gaben. Nach Übungen gab und gibt es immer "wilde Auszeit", in denen sie ( mittlerweile ja zwei) nicht hören müssen, sondern einfach nur wilde Sau spielen dürfen.
Wenn sie also durch den Garten tobt und ich hinter ihr herjage und sie spaßeshalber rufe, dann muß sie nicht kommen, sondern darf mich in Erwartung fröhlicher Balgerei anlauern und ankläffen, um mich herumhopsen und versuchen, den Ball/ Stock oder sonstwas zu erhaschen.

Ganz viel Spaß mit Deinem Welpen!

Igel224
12.11.2006, 14:19
An alle:
Am Mittwoch ist unsere erste Schulstunde.
Wo war gleich meine Schultüte?:smirksmile:

Inaktiver User
12.11.2006, 14:47
Hey super! Ich wünsch Euch viel Spaß -

und eine fett gefüllte Schultüte mit Leckerlis für deinen Hund und Schokolade für dich!

Igel224
12.11.2006, 15:04
Hey super! Ich wünsch Euch viel Spaß -

und eine fett gefüllte Schultüte mit Leckerlis für deinen Hund und Schokolade für dich!

Vielen Dank:knicks::knicks:

Inaktiver User
12.11.2006, 19:44
Hui, das ging ja flott! Super! Ja, dann mal viel Spaß und vor allem Erfolg beim Üben. :-))

LG,
Zuza

Igel224
16.11.2006, 11:33
Es waren zwar ca. 30 km zu fahren, aber es hat sich gelohnt. Wir hatten eine Einzelstunde, wobei eine halbe Stunde schon für mich Theorie war. Da habe ich schon meine ersten Fehler registriert. Danach noch Praxis mit SITZ und KOMM, etwas langsame Agilty, wobei ich das nicht selbst machen kann (meine Beine lahmen etwas) und danach kamen die ersten für die folgende Gruppe ... eine wilde Jagd... mit viel Spaß.
Nächste Woche gehen wir wieder.
Die dazugehörige Literatur habe ich gestern abend noch gelesen.
Heute haben wir schon etwas geübt. Aber mit ein Paar mal üben ist es halt nicht getan. Es muss schon an die 100 Mal sein bis es wirklich sitzt.

Inaktiver User
20.11.2006, 10:03
Super - hört sich gut an!!!

Ich finde, Hundetraining ist ja auch Sport (soll uns Zweibeinern ja angeblich auch gut tun), und Therapie für Seele und Geist.

Ich würde absolut jedem Hundetraining empfehlen, egal wie alt der Hund ist, da es zumindest 1 - 3 Stunden in der Woche konzentrierte gemeinsame und zielgerichtete Beschäftigung ist. Und: wozu hab ich sonst ein Haustier?

Igel: stimmt, meine Hundetrainerin sagt auch immer: 100 x muß es der Hund mindestens hören, bis er wirklich weiß, was man will.

Kannst auch sinnbefreite Übungen machen: meinem Hund zum Beispiel macht es super Spaß, wenn ich mit ihm "Holz holen" übe: Tür auf, Hund geht zum Holzstapel, holt ein Stück Holz, bringt es rein, legt es ab.

Dann nochmal Kommando, so lange, bis Holz genug für einen kuscheligen Abend da ist. Macht Spaß (und Dreck!).

Wir sind gerade bei der Hälfte der Übung. Zwischendurch immer spielen.

Oder Suchspiele: ich mach "Such das verdammte Dope". In einem Rohr ist Thymian versteckt (Dope hab ich gerade nicht da - *lach*) - das wird versteckt und muß gesucht werden.

Hundehirn trainieren ...

Igel224
20.11.2006, 20:54
Igel: stimmt, meine Hundetrainerin sagt auch immer: 100 x muß es der Hund mindestens hören, bis er wirklich weiß, was man will.

Kannst auch sinnbefreite Übungen machen: meinem Hund zum Beispiel macht es super Spaß, wenn ich mit ihm "Holz holen" übe: Tür auf, Hund geht zum Holzstapel, holt ein Stück Holz, bringt es rein, legt es ab.

Dann nochmal Kommando, so lange, bis Holz genug für einen kuscheligen Abend da ist. Macht Spaß (und Dreck!).

Ich glaube, ich selber brauche auch 100x.:knatsch:
Aber was mache ich mit dem ganzen Holz (und Dreck in der Wohnung), wenn ich keinen Kamin habe,:freches grinsen: leider?

Wir verstecken Leckerli bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten.

Heute hatten wir nach einer halben Stunde Einzel anschließend Gruppentraining. War auch recht gut. Am Ende konnte andere vorbeigehen ohne dass sie gleich wieder hochgeschossen ist.
Allerdings waren wir beide wieder k.o. und von oben bis unten ... na, ihr wisst schon ... z. Zt. ist die Erde eben ziemlich aufgeweicht.

Inaktiver User
20.11.2006, 21:10
Das klingt wirklich super und ich freu mich, dass es dir auch so viel Spaß macht!

Wir haben einen Arbeitshund, der so schnell nicht platt zu kriegen ist. Darum müssen immer mal wieder neue Ideen her für Kopfarbeit und die simpelsten Sachen sind oft die besten. Das Holzschleppen gehört auch zu den Aufgaben unseres Hundes.

Was man oft gar nicht als Arbeit ansieht, ist aber ebenfalls schön ausfüllend. "Gleich kommt XY, warte schön!" sag ich zum Beispiel, wenn eines der Kinder von der Schule nach Hause kommt. Dann positioniert sich unser Hund an seiner übersichtlichsten Stelle am Zaun ist gespannt wie ein Flitzebogen. Wenn dann derjenige erscheint, gibt er Laut und ich öffne die Pforte, damit er hinflitzen kann. Im Hause angekommen, bringt er die ausgezogenen Schuhe an den richtigen Platz. Dann wartet er neben dem Küchentisch, bis alle mit dem Essen fertig sind und anschließend rennt er vor zum Klo. Und so weiter und so fort.

Ganz wichtig: Diese Aufträge auch immer zu erteilen und hinterher zu loben. Die Hunde fühlen sich gebraucht, wichtig und vor allem ausgelastet. So kann man das mit tausenden Kleinigkeiten machen und irgendwann wird es tatsächlich zu einer richtigen Hilfe. Niemand findet besser das Telefon als unser Hund :freches grinsen:. Kastanien suchen und vor dem Menschen ablegen, Stöcke von A nach B transportieren, die angelehnte Tür mit einem Stupps für Herrchen zu öffnen.. Es gibt einfach wahnsinnig viele Spielchen, die die Hunde lieben.