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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freistil Open House - Xehnzi



xehnzi
07.11.2006, 07:45
Damit ich nicht überall fast der einzige bin der reinschreibt, eröffne ich hier einen Sammelthrad für alles was nicht eingeordnet werden soll.

Ob es dies könnte oder nicht ist vollkommen egal.

Jede(r) ist eingeladen, sich krea-, konstruk-, destruk- oder wie auch immer ..tiv zu beteiligen, hauptsächlich -tiv!

Ich lasse diesen Eingangspost absichtlich schlicht und unkompliziert, sozusagen kulturlos, damit nicht ein Niveau schon vorgegeben wird. Eine Steigerung ist also nicht nur möglich sondern annähernd unausweichlich.

Alles kann hier entstehen, eine Sammlung oder eine Geschichte, ein Chaos oder ein buntes Durcheinander, ein Miteinander oder ein Kulturkampf, verkrampft, gelockert, bedeppert bis genial......

Immer was zu :buch lesen:

Kekole
08.11.2006, 06:57
von Xehnzi

Alles kann hier entstehen, eine Sammlung oder eine Geschichte, ein Chaos oder ein buntes Durcheinander, ein Miteinander oder ein Kulturkampf, verkrampft, gelockert, bedeppert bis genial.....

Guten Morgen Xehnzi,

schön wieder von dir zu lesen, ich habe mich darüber gefreut, nun unter neuem Namen, aber doch im selben Kleid ;)

Nehme dein Angebot gerne an, vielleicht hast du ja Lust weiter zu schreiben oder andere Menschen, die dieser Runde beitreten mögen.

Der Anfang der Geschichte folgt.

Liebe Grüße
Kekole

Kekole
08.11.2006, 07:01
Überrascht im eigenen Bett aufzuwachen, schälte er sich aus der Bettdecke, griff nach seinem Bademantel und öffnete das Fenster. Noch leicht benommen, fragte er sich was in den letzten fünf Tage geschehen war.

Kalte Morgenluft schlug ihm entgegen, ihn fröstelte. Ein kühler, sonniger Tag schien sich anzukündigen.
Die sonst so belebte Straße strahlte Ruhe aus, nur ein älterer Herr führte seinen kleinen Hund zur Morgentoilette und eine Radfahrerin trat kräftig in die Pendalen.
Er fragte sich, woher sie wohl käme und wohin sie fahren würde, um im selben Moment sich selbst diese Frage zu stellen.
Könnte er dort anknüpfen, wo er vor fünf Tagen aufgehört hatte und seinem geregelten Leben weiterhin nachgehen, welches ihm die nötige Sicherheit gab, die er brauchte?

Das Gefühl der Unruhe wuchs. Eilig schloss er das Fenster, ging er in die Küche setze hastig einen Kaffee auf, streifte den Bademantel ab, ließ ihn auf den Küchenboden gleiten.
Er ging ins Bad, öffnete die Wasserhähne und stellte sich unter die Dusche. Den warmen Strahl auf sein Gesicht haltend atmete er mehrmals kräftig aus, als könnte er so die Gedanken vertreiben, die ihn immer wieder zu dem Abend vor fünf Tagen zurückführten.

Nach der Arbeit war er nicht wie gewohnt nach Hause gegangen, ...

xehnzi
08.11.2006, 08:38
Nach der Arbeit war er nicht wie gewohnt nach Hause gegangen, ...
sondern hatte sich sehr beschäftigt gegeben und allen gesagt, er wolle diese Arbeit noch abschliessen, sonst müsse er morgen sozusagen vorn anfangen, jetzt liege alles fast vor Abschluss.

Diesen offensichtlichen Eifer war man von ihm durchaus gewohnt, allerdings hatte er bisher noch selten zu Überstunden geführt, denn nach der Arbeit war sein Programm auch relativ dicht, wenngleich nicht so bestimmt, wie während.

An diesem Nachmittag hatte ihn sein chef ins Büro gerufen und etwas mit ihm besprochen. Währen der Chef in einem anderen Aktenschrank eine Unterlage holte, sah unser Held in einer anderen offenen Schublade seine persönliche Akte liegen mit Foto und dem vielsagenden Titel auf der dritten Seite: Besondere Charaktermerkmale.

Der Chef war auch noch so blöd, dass er vor seinen Augen die Lade verschloss und den Schlüssel in das nicht abschliessbare Bleistiftschubfach legte, welches im selben Möbel zu oberst hervor ragte.

Also arbeitete der Held wie wild und konzntrierte sich so sehr, dass er tatsächlich die Umwelt vergass und erst zwei Stunden nach Büroschluss seine Arbeit erfolgreich abschloss, und gleich dem Chef auf den Schreibtisch brachte.

Er hatte keine Ahnung, dass die Chefbüros des gesamten Konzerns seit dem 14. März 2002 mit Kameras überwacht wurden.

So nahm er den Schlüssel und gelangte an die Akte über ihn und las....

Kekole
08.11.2006, 10:35
So nahm er den Schlüssel und gelangte an die Akte über ihn und las....

... Steffen Schwarze, geb. am 1.6.1962, in Ostberlin, seit 1991 als Bauingenieur in unserer Firma tätig ...

Er blätterte zur dritten Seite weiter, dort stand "Charaktermerkmale"
Ein diffuses Gefühl machte sich in ihm breit und gespannt er folgte den Anmerkungen.
"Herr Steffen Schwarze,
seine Arbeiten hat er bis Dato korrekt ausgeführt, wenig Fehlzeiten gehabt, allerdings zeigt er auch kaum Bereitschaft Überstunden zu leisten.
Herr S. kann sich nur bedingt dem Betriebsklima anpassen, es fehlt ihm an Kreativität und dem nötigen know how oder der Einsicht, dass auch spezielle Wege in bestimmten Situationen eingeschlagen werden müssen.

Andere Mittarbeiter beschweren sich über seinen fehlenden Teamgeist und sein schroffes Verhalten, welches er manchmal an der Tag legt.

Aus diesen Grund ist von einer Beförderung, wie schon vor zwei und vier Jahren abzusehen."

Steffen schloss die Akte, er glaubte den Halt zu verlieren. Legte die Akte in die Schublade, schloss sie ab. Der Schlüssel wurde ordentlich an seinen Platz zurückgelegt und er verließ das Büro und das Firmengebäude.

Aus seiner Beförderung, mit der er schon so lange gerechnet hatte, würde es wieder nichts werden. Mit der Beförderung hatte er mit Abschluss seiner letzten Arbeit gerechnet. Ein eigenes Projekt betreuen zu können, dies war sein Traum gewesen, auf die damit einhergehende Lohnerhöhung kam es ihm nicht an.

Als er die Straße Richtung Fluss entlang ging, spürte er in sich eine noch nie zuvor empfundene Leere. Am Fluss angekommen setze er sich auf eine Bank, schaute auf das Wasser und grübelte über das Gelesene.
Dass seine Kollegen ihn nicht besonders mochten, war ihm bewusst. Bis auf Herrn Peters, den Pförtner mit dem er nach Feierabend ein Wort wechselte und der Technische Zeichnerin Frau Schneider, die ihm vor Jahren den Einstieg in die Baufirma erleichterte und ihm wertvolle Ratschläge gegeben hatte, vermied er private Gespräche.
Steffen ging nicht aus dem Kopf, was "mit fehlendem Wissen" oder "der Einsicht besondere Wege, die in bestimmten Situationen eingeschlagen werden müssten", gemeint sein könnte.

Nun erst bemerkte Steffen eine Frau, die sich neben ihn auf die Bank gesetzt hatte.
Sie sprach, "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag".


Bei dem Gedanken an den Satz der Frau, schrak er erneut auf. Die Kaffeetasse in der Hand, in seiner tristen Küche sitzend, in den Bademantel gehüllt. Er dachte an sie und die letzte Zeit, in der sie ihn begleitet hatte. Und die Konsequezen, die diese Begegnung mit ihr haben und wie er nun in der Firma vorgehen könnte und ob er es überhaupt wolle, in der Lage dazu sei.
Am Morgen nach der Akteneinsicht hatte Steffen sich krank gemeldet...

xehnzi
08.11.2006, 12:15
Am Morgen nach der Akteneinsicht hatte Steffen sich krank gemeldet...

die Kollegin, bei der Steffen sich krank gemeldet hatte, nahm das kommentarlos auf und leitete es weiter, sie war so was ähnliches wie die Portierloge - Besetzung für alle Abteilungen auf diesem Stockwerk und insofern nicht gerade mächtig, dafür gut informiert und sie wusste auch, ihre Kenntnisse und Vorzüge effizient einzusetzen. Jedenfalls war allgemein bekannt, dass ihr Privatvermögen nicht unbeträchtlich war.

Den ersten Tag hatte er richtig genossen. er blieb daheim und gönnte sich alles, was er ansonsten für festliche Anlässe aufgespart hatte.
Nein, besoffen wurde er nicht davon, denn er wusste auch im genuss Mass zu halten und kannte die Risiken. Sowohl von brennenden Zigaretten in Papierkörben als auch von vergessenen bzw. laufen gelassenen Herdplatten, kurz, er war verantwortungsbewusst und kontrolliert bis in den Genuss hinein.
Möglicherweise war dies auch ein Hindernis in seiner Arbeit, denn gar schnell stoppte er Phantasien ab mit der Gewissheit, dass sie zu abstrakt oder utopisch wären, um eine Chance auf Realisation zu bekommen.

Er suchte sich eine Flasche guten Rotweins und trank davon zum Mittag zwei Gläser (mit 80 kg ist das zu verantworten) und abends nochmals. Als leidenschaftlicher Koch hatte er schon immer selber die Mahlzeiten zubereitet, wenn er nicht im Betrieb gegessen hatte, aber er kochte auch gern einfach und billig. An diesem Kranktag gab es Spaghetti an deren Sosse er den ganzen Vormittag zubrachte, nebst einigen Abstechern zum TV und zum PC.

Am Abend sah er noch einen spannenden Film und schlief darauf ausgezeichnet.

Steffen wachte auf, nun also am Mittwoch Morgen und nahm erst mal einen Kaffee, darauf begann er Pläne zu schmieden, wie er den heutigen Tag verbringen sollte und machte sich einen Einkaufszettel.

Gedankenverloren schaute er aus dem Fenster und da dachte es plötzlich wieder in ihm: "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag".
Na die hat gut reden und ich bin auch nicht der kleine Prinz, sie hat ebenfalls nicht wie ein Fuchs ausgesehen oder was mach ich da wieder durcheinander?

Na egal, mal gucken ob es schon Post gegeben hat...

es hat!

Sehr geehrter Herr Schwarze,

Sie sind mit sofortiger Wirkung entlassen, wir können kein Vertrauen in Mitarbeiter setzen, welche die Schränke ihrer Vorgesetzten durchsuchen.
Ihr letzte Besoldung erfolgt automatisch auf Ihr Konto, allfällige Gratifikationen entfallen bei der Fristlosen Entlassung nach Art. 4.89 § 41.
Falls Sie noch persönliche Sachen an Ihrem Arbeitsplatz hatten, werden die Ihnen zugeschickt, der Arbeitsplatz wurde geräumt und wird abgebaut.
mfg ...... AG&Co

So überflüssig war er sich im Leben noch nie vor gekommen...

....nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag". "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag" "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag". "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag".

AUFHÖRENNNNN !!!!



puah, das hat gewirkt.
Also mal einkaufen, so lang es noch Geld hat, und dann heisst es wohl Arbeit suchen....... oder etwa doch: ...nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag".
???

Kekole
08.11.2006, 13:48
Also mal einkaufen, so lang es noch Geld hat, und dann heisst es wohl Arbeit suchen....... oder etwa doch: ...nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag".
???....
vorläufiges Ende von Xehnzi

Gerade als Steffen seine Schuhe und seinen Mantel angezogen hatte, einen Beutel für den Einkauf in der Hand, klingelte das Telephon. Nach kurzem zögern nahm er ab. Herr Peters, der Pförtner teilte Steffen mit, wie unendlich Leid es ihm täte, dass er aus der Firma ausgeschieden wäre und ob Steffen seinen Schirm nicht vermissen würde, den er letzte Woche im Pförtnerhäuschen liegen gelassen hatte. Herr Peters wollte den Schirm, am Abend nach der Schicht, Steffen vorbeibringen.

Steffen verließ das Haus, um seine Einkäufe zu erledigen. Auf dem Weg zum Wochenmarkt fiel ihm ein, dass er Kathrin, die Frau, welche ihm den Floh, "nicht jede Situation ist so, wie sie scheinen mag" ins Hirn gepflanzt hatte, heute Abend zum essen eingeladen hatte. Über das Eintreffen der Kündigung hatte er es glatt vergessen.
Die Einladung geschah aus einer Laune heraus, die für ihn nicht alltäglich war. Und fast bereute Steffen, spontan gehandelt zu haben, doch sie war freundlich zu ihm gewesen und hatte ihn vor zwei Tagen etwas aufgemuntert, bis sie sich nach einem abendlichen Spaziergang von einander verabschiedet hatten.
Heute wollte er etwas besonderes zu essen machen. Beim Fischhändler bekam er frische Garnelen, die wollte er mit Knoblauch und Chilies braten, dazu sollte es einen gemischten Salat, frisches Baguette, Käse und Oliven geben.
Auf dem Rückweg besorgte er noch 3 Flaschen guten spanischen Rotwein, ein grand reserva aus La Mancha. Steffen wusste, dass Herr Peters einen guten Schluck nicht ablehnen und vielleicht auch zum Essen bleiben würde.
Steffen dachte sich auch, dass so die Situation mit Kathrin nicht ganz so befremdlich wäre.

Zuhause angekommen, räumte er seine Wohnung auf und begann mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Am nächsten Tag wollte zum Arbeitsamt zu gehen und sich arbeitslos zu melden. Die Scham kam wieder hoch und er verstand nicht, wie man ihm auf die Schliche gekommen sein könnte, er hatte alles sorgfältig hinterlassen, so wie er es vorgefunden hatte.

Es klingelte an der Tür, Steffen schaute auf seine Uhr, es war halb sechs. Kathrin war für sieben angekündigt und Herr Peters konnte gerade erst Feierabend haben, also nicht vor sechs da sein.
Steffen öffnete, und Frau Schneider stand aufgeregt in der Tür und sagte, dass sie Steffen dringend sprechen müsste. Sie hätte zunächst von seinem Ausscheiden und dann von der fristlosen Entlassung gehört und wie sehr sie dies bedauere.

Steffen geleitete Frau Schneider in die Küche und machte einen Tee und entschuldigte sich mehrfach, dass er noch Salat putzen müsste.
Aus Frau Schneider, eine loyale Firmenangestellte, sprudelte es nur so heraus.
Steffen erfuhr von der Videoüberwachung in der Chefetage und wie ungerecht sie Steffen Kündigung empfände und dass er seit Jahren eigene Projekte hätte leiten müssen. Und auch, dass sie mit einigen Machenschaften einiger Führungskräfte in der Firma nicht einverstanden wäre, dass sich einige Dinge am Rande der Legalität bewegen, wenn nicht schon kriminell seien.
Steffen hörte aufmerksam zu und bat Frau Schneider auch zum Essen zu bleiben.

Um sieben Uhr saßen die vier gemeinsam am Esstisch ließen es sich schmecken und sprachen über die Firma, die Videoüberwachung ....

xehnzi
08.11.2006, 14:25
Um sieben Uhr saßen die vier gemeinsam am Esstisch ließen es sich schmecken und sprachen über die Firma, die Videoüberwachung ....

"Die Videoüberwachung ist überhaupt nicht legal, so weit es Mitarbeiter betrifft und Einbrecher dürften kaum die chefetage anpeilen, sie interessierten sich wohl eher für die Lohnabteilung für Taglöhner. Allerhöchstens Spione der Konkurrenz, aber die wüssten das bestimmt bereits vor die Videokameras eingebaut wurden."

"Ach, denken Sie, ich hätte Chancen mit einem Rekurs?"

Pförtner Peters meinte:" Vielleicht, aber wer möchte schon da weiter arbeiten, wo er so fies behandelt und darauf abgeworfen wurde?
Ich glaube, wir haben da bestimmt bessere Ideen"

"Wir?" Steffen verstand nicht und sah die drei fragend an.

Kathrin nickte. Inzwischen war auch das Essen fertig und Steffen tischte auf, alle genossen seine Kochkünste und die Stimmung wurde immer wärmer und freundlicher, natürlich war man beim Nachtisch bereits per DU miteinander und alle fühlten sich sehr verbunden.

Steffen brachte einen Kaffee und fragte, nachdem alle ihre Tassen hatten: "Wer ist "wir"? Das brennt mich doch jetzt, das möchte ich wirklich erfahren."

Kathrin begann: "Steffen, Du bist als begabter Mensch ausgenutzt worden und unter Deiner Würde behandelt, es ist endlich Zeit, Deine Qualitäten und Fähigkeiten so einzusetzen, dass sie auch was bewirken können.
Es besteht an der Firma seit gut vier Jahren eine kleine Subkultur, nicht etwa mit dem Ziel, die Firmenleitung zu stürzen oder die Firma zu sabotieren, sondern mit dem Ziel, eine sauber Geschäftsführung zu bekommen.
Aber die dazu notwendigen Arbeiten sind einfach zu aufwendig, als dass man sie nebenamtlich erledigen könnte, wir brauchen einen fähigen Menschen, der sich in der Branche auch gut auskennt.
Bis jetzt hab ich das meiste gemacht, da ich bereits vor drei Jahren pensioniert wurde, hab ich Zeit genug, und ich werde auch weiter in dieser Richtung tätig sein, aber lieber als deine Assistentin, Steffen.
Du würdest auch bezahlt und bekämst eine Anstellung, aber nicht bei der Firma selbst, sondern bei einer der Firmen, welche Wartungs- und Wacharbeiten innehaben.
Diese Firmen sind selbständig und nicht in der Macht des Konzerns, der Konzern kann ihnen höchstens den Auftrag kündigen."

Franz (Pförtner Peters) fügte hinzu:"Mit meiner Unterstützung kannst du ebenfalls rechnen, ich weiss immer wer im Haus ist und bei den meisten auch wo....

Kekole
08.11.2006, 16:39
Zitat Xehnzi
>>Franz (Pförtner Peters) fügte hinzu:"Mit meiner Unterstützung kannst du ebenfalls rechnen, ich weiss immer wer im Haus ist und bei den meisten auch wo....<<



... sie sich aufhalten, ich meine die Jungs von der Security. Und - mit der Sicherheitstechnik kenne ich mich auch ein bisschen aus. Falls wir noch groß "einsteigen" wollen",
endete Franz lachend, er war zur Hochform aufgelaufen und der gute Rote hatte sicher einen Anteil daran.

Frau Schneider, nun für Alle, Marlene hatte die ganze Zeit aufmerksam das Gespräch verfolgt und wollte noch einige Interna herausfinden. Gegen Mitternacht verabschiedeten sich Steffens Gäste, und als er zu Bett ging, fiel er in einen ruhigen Schlaf.



Immer wieder kamen Steffen Zweifel, ob er der Lage gewachsen wäre. Ob er die Stärke besäße, gegen seine Firma anzutreten.
Doch die Gedanken an den gemeinsam verbrachten Mittwochabend, ließen Steffen ein wenig Mut schöpfen.

Wie überrascht war er gewesen, dass Kathrin eine ehemalige Kollegin von ihm gewesen war. Sie waren sich in dem großen Gebäudekomplex nie begegnet.
Als er sie vor fünf Tagen das erste Mal am Fluss auf der Bank traf sprach er nur allgemein davon, dass er seine Akte gelesen, aber den Namen der Firma nicht erwähnt hatte.
Wie herzlich die Begrüßung zwischen Kathrin mit Marlene und Franz ausgefallen war, rührte Steffen. So etwas hatte er lange nicht erlebt.
Das flaue Gefühl wich von ihm. Der Satz, "nicht jede Situation, ist so wie sie scheinen mag" tauchte wieder in seinem Kopf auf. Ein feines Lächeln huschte über seinen Mund, die Angst vor seiner eigenen Courage, verblasste.

Er zog sich an, räumte die Küche auf und verlies das Haus. Gleich war das Treffen mit Kathrin und einem Rechtsanwalt, um die nächsten Schritte einzuleiten. Er war gespannt darauf, welche Informationen Kathrin von Marlene und Franz geben würde.

Der Samstagvormittag schien angenehm mild zu werden, so ließ er sein Auto stehen und machte sich zu fuß auf den Weg ins Hotel, in dem das Treffen stattfinden sollte...

xehnzi
08.11.2006, 17:30
...in dem das Treffen stattfinden sollte...

Er befand sich erst etwa 200m von seiner Wohnung entfernt, als ihn ein sonderbares Gefühl überkam. Es erinnerte ihn an die Jugendzeit, da es oftmals vorkam, dass die Kinder einander auf dem Schulweg auflauerten oder sich gegenseitig verfolgten, nicht unbedingt in böser Absicht, es gab dann eher einen Streich zu erwarte, eine Falle auf dem Weg oder ähnliches, manchmal ganz lustige Sachen.
Da wurden vom Portmonne das am Boden lag und von einem Bindfaden gezogen verschwand, wenn sie der Betreffende danach bückte bis hin zu Schmierseifenpassagen, welche allerdings auch für andere Passanten gefährlich waren und darum verboten wurden sozusagen alles ausprobiert.

Steffen war sich sicher: Er hatte einen Schatten.
Zum vereinbarten Hotel waren es knapp zwei Kilometer, da muss doch irgendwo die Möglichkeit bestehen, den Schatten los zu werden!
Er kramte in der Jackentasche und fand ein Abo für die Strassenbahn, Gesamtverkehrsnetz, ein Stempel gültig den ganzen Tag und Zeit hatte er noch zum Versauen.
Also bestieg er die nächste Trambahn und verliess sie zwei Stationen weiter, um durch ein dicht bevölkertes Kaufhaus und dessen Seitenausgang auf der nächsten Haltestelle mit einem Bus gute 200 m weit zu fahren, dann kurz bei Gelb über zwei Strassen und über die letzte bei Rot, ins Altstadtquartier und um einige enge Gassenkurven und Abzweigungen, dann war er sicher den Schatten los zu sein.

Im Hotel erzählte er zuerst seine Anfahrtsgeschichte.

Marlene machte nur: "Das war ausgezeichnet, Du hast Talent. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so leicht abzuschütteln bin.
Zum Glück wusste ich ja wo Du hin willst"

Steffen: "Ach, ihr testet mich? Na gut, aber dabei bleibt es dann hoffe ich".
Franz sagte nicht viel, ganz allgemein und jetzt zuckte er nur dieSchultern: "Etwas Ausbildung brauchst Du schon noch, und etwas Konditionstraining wär auch angebracht."

Ne, nicht möglich, dachte Steffen, dass so was zu einer neuen Stelle gehören könnte hätte er sich niemals träumen lassen. Aber jetzt gab es erst anderes zu besprechen....

Kekole
08.11.2006, 20:30
von Xehnzi

Ne, nicht möglich, dachte Steffen, dass so was zu einer neuen Stelle gehören könnte hätte er sich niemals träumen lassen. Aber jetzt gab es erst anderes zu besprechen....

... Steffen bestellte einen doppelten Espresso und Wasser. Eigentlich hatte er nur Kathrin und den Rechtsanwalt erwartet und freute sich auch Marlene und Franz wiederzusehen. In diesem Moment erschienen auch Kathrin, im Schlepptau einen Mann. Er musste der Rechtsanwalt seinund Kathrin stellte ihn Herrn Krüger, Rechtsanwalt vor, und sie setzen sich an den Tisch.

Nachdem sie ihre Getränke erhalten hatten, teilte Marlene mit, dass einer der Chefs, sein Name sei Obermeyer am voherigen Tag eine leise und abfällige Bemerkung, über die letzte Planungssitzung vor sich hin raunte, als er das Konferenzimmer verließ. Er schien einen verärgerten Eindruck zu machen.

"Ich habe schon lange das Gefühl, dass der Obermeyer, bezüglich einiger Entscheidungen überstimmt wurde und er sich in der Firma, kaum noch Gehör verschaffen kann",
sagte Marlene und fuhr fort.
"In der Kantine setzte ich mich zu ihm an den Tisch und ihr wisst ja wie meine Art ist, nach Zeit erzählte er mir was ich hören wollte. Allerdings erwähnte er, das Gesagte müsse streng unter uns bleiben, dass er mittelfristig die Firma verlassen würde. Auf meine Frage nach dem Grund, meinte er, dass er einige Entscheidungen nicht mehr persönlich verantworten könnte. Er deutete Schwarzarbeit an; und dass zum Teil günstigere oder gar minderwertige Materialien für den, im Bau befindlichen Familienpark und die integrierter Shopingmeile verwendet würden."

"Na, das ist ja ein echter Knaller", entfuhr es Steffen.
"Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich gerade an der Kalkulation der Materialien gesessen habe und dann dies".

Nun meldete Kathrin sich zu Wort.
"Na, Herrn Obermeyer haben wir dann sicher auch bald an Board. Herr Krüger, würden sie uns nun über ihre neusten Informationen aufklären?"

Alle saßen gespannt da, als der Rechtsanwalt seine Aktentasche öffnete und mehrere Papiere auf den Tisch legte.....

xehnzi
09.11.2006, 10:22
Alle saßen gespannt da, als der Rechtsanwalt seine Aktentasche öffnete und mehrere Papiere auf den Tisch legte.....

"Da wäre erstens mal Ihr Vertrag Herr Schwarze, bitte lesen Sie ihn gleich hier genau durch, nehmen Sie sich die erforderliche Zeit, wir haben es nicht eilig. Es ist wichtig, dass Sie wirklich alles verstanden haben bevor Sie unterzeichnen, also halten sie nicht mit Fragen hinterm Berg.

Inzwischen schauen wir uns einmal die anderen Unterlagen an, die können Sie dann sehen, wenn Sie unterzeichnet haben."

Dann zog er eine sehr technische Zeichnung hervor. "Dies ist der Schaltplan der Direktübertragung ALLER Überwachungskameras in die Portierloge, in der Sie ja drei Monitore zur Verfügung haben. Hier" , er zog die zweite Zeichnung hervor, "ist die vorgesehene Erweiterung und die drei neuen Kameras, welche dann nur wir einsehen können, während der Sicherheitsdienst denkt, das wären die neuen Feuermelder und die Sprinkleranlage im kleinen Konferenzzimmer und in den Neubauten."

Steffen hatte alles gelesen und unterzeichnet. Zwar war er nicht Schnellleser, aber es genügte zu vernehmen , was gedprochen wurde, um sein Tempo anzuheizen.

Nun worden die Pläne des Shoppingcenters gezeigt.
"Mensch, das ist ja was ich gemacht habe, aber da fehlt ja eine ganze Sicherheitsanlage, die Brandschutzwände wurden einfach heraus retouchiert. Wenn die das so bauen ist das schwer illegal und noch dazu trägt das meins Unterschrift.
Wenn wir das nicht verhindern kann ich mich gleich zum Knast melden!"

"Eben," so Kathrin,"Wir wissen schon, wen wir anheuern, denn de Motivation ist uns wichtig....

Kekole
09.11.2006, 14:17
von Xehnzi

>>"Eben," so Kathrin,"Wir wissen schon, wen wir anheuern, denn de Motivation ist uns wichtig....<<


"Meine Damen und Herren", begann Rechtsanwalt Krüger,
"dass es natürlich auch die offiziellen Baupläne gibt, ist ihnen wohl klar. Nach ihnen werden die Teilabnahmen, der jeweiligen Bauabschnitte abgesegnet. Diese Unterlagen, die mir Frau Schneider kopierte sind hoch brisant, aber beweisen können wir damit noch gar nichts."

Alle sahen gespannt auf Krüger, der nahm erst einmal genüsslich einen Schluck seines Kaffees, stellte die Tasse ruhig und langsam ab und fuhr fort.

"Leute vom Bauordnungsamt müssen informiert sein, da sie diesen Schmuh ja genehmigen. Es kann nicht anders sein, dass auch Politiker aus dem Bauressort in dieses Sache verwickelt sind und kräftig mitverdienen.
Zum einen brauchen wir Beweise und zum zweiten Leute die auch vor Gericht aussagen würden."

Steffen überlegte kurz und teilte den anderen mit,
"Ich denke folgendes muss geschehen, wir brauchen Beweise, die dokumentieren, dass zum Beispiel die Brandschutzwände nicht eingesetzt worden sind. Marlene weisst du wie weit der dritte Bauabschnitt schon fortgeschritten ist?"

"Tja, nicht genau, ich weiss nur, dass Ende diesen Monats die Abnahmesein soll", antwortete Marlene.
"Aber dann ist natürlich auch nichts mehr zu sehen. Wir sollten so schnell wie möglich ein paar Photos schießen, um zu beweisen, dass gepfuscht wurde."

"Frau Schneider, dass zählt leider nicht vor Gericht", Krüger überlegte,
"aber in Verbindung einer Zeugenaussage, könnte man eine richterliche Verfügung erwirken, z.B. Teile einer Wand aufmeißeln zu lassen.
Trotzdem könnten Photos einen Untersuchungsrichter, das Ausmaß der Sache untermauern".

Steffen wurde nervös, "ich muss unbedingt auf die Baustelle, ich werde mir die Kopien einprägen und Vorort - " er stutzte, lehnte sich resigniert zurück.
"Sie werden mich nicht auf das Gelände lassen".

Kathrin und Marlene sahen erst sich an, begannen zu grinsen, schauten auf Steffen. Kathrin sagte zu Steffen,
" na dass werden wir schon irgendwie hinbekommen."

Steffen sah unglaubwürdig in die Runde und fragte sich was die Damen wohl mit ihm vorhatten. gerade wollte er nachfragen, da klingelte Marlenes Handy.
Marlene nahm das Gespräch an, " ja, hier Marlene Schneider?"
Sie deckte mit einer Hand das Handy ab und flüsterte,
"es ist Obermeyer" und verließ den Tisch...

xehnzi
09.11.2006, 15:20
....Steffen sah unglaubwürdig in die Runde und fragte sich was die Damen wohl mit ihm vorhatten. gerade wollte er nachfragen, da klingelte Marlenes Handy.
Marlene nahm das Gespräch an, " ja, hier Marlene Schneider?"
Sie deckte mit einer Hand das Handy ab und flüsterte,
"es ist Obermeyer" und verließ den Tisch...

Verfremdungseffekt: Ich versuche das nachzuvollziehen aber unglaubwürdig zu schauen ist mir nicht gelungen gggg.
Kleines Detail und nachguck wer denn dieser Obermeyer wäre.
Ach ja, das Omegatierchen vom Aufsichtsrat das mit angeheuert werden soll und die schöne Marlene darf den telefonisch empfangen:
".. Hallo Obi, wie gehts denn Dir? Du wirst bald eine Einladung bekommen, bei uns mit zu mischen, wie hab ich das gedeichselt?"

Was der Anrufer sagt weiss ich natürlich nicht, hab eben keine Einschaltnummer zum telefonischen Mitmischen auf meinem Armbandhändy, aber es muss etwas sehr, sehr Nettes gewesen sein, denn Marlene verbarg ihr Gesicht hinter dem Vorhang ihrer langen Haare und ihr Körper machte eigenartige, kaum wahrnehmbare Bewegungen.

Zurück bei den anderen triumphierte sie: "Wir haben ihn, er ist dabei und er kann uns weiter Unterlagen besorgen, gefälschte Rechnungen von der Firma, welche die Brandschutzmauern hätte stellen sollen und Aussagen von Angestellten derselben Firma, der der Auftrag klammheimlich stillschweigend unter den Tisch gefallen ist: Nichts mehr gehört haben die vom Auftraggeber."

"Ich denke das reicht für eine Anklage", so Steffen "und WAS soll ich nun schon wieder genau tun?"

Marlene sah ihn mitleidig an: "Na Dein Auftrag ist...

Kekole
09.11.2006, 17:23
von Xehnzi

Verfremdungseffekt: Ich versuche das nachzuvollziehen aber unglaubwürdig zu schauen ist mir nicht gelungen gggg.
Kleines Detail und nachguck wer denn dieser Obermeyer wäre.

Hallo Xehnzi,

zur Klärung,
ich meinte ungläubig,
der Obermeyer hatte ein gemeinsames Mittagessen mit Marlene, wo er sich zur "Firmenpolitik" äußerte. hast du aber schon gefunden :)

Schreibe du doch noch ne Runde, wenn du magst.
Ich bin Morgen wieder dabei.

LG
Kekole

xehnzi
09.11.2006, 18:02
von Xehnzi
Hallo Xehnzi,

zur Klärung,
ich meinte ungläubig,
der Obermeyer hatte ein gemeinsames Mittagessen mit Marlene, wo er sich zur "Firmenpolitik" äußerte. hast du aber schon gefunden :)

Schreibe du doch noch ne Runde, wenn du magst.
Ich bin Morgen wieder dabei.
LG Kekole

Stell Dir vor, ich hab das sogar kombinieren können, ganz selber ggg, bin ich nicht gut?

Hm warum immer wir? könnte doch mal ein Leser was dazu schreiben, wenn aber vielleicht liest ja gar niemand mit....

Aber ich denk mal darüber nach, meine Lust ist auch nicht eben ausufernd

Kekole
09.11.2006, 19:09
>>Stell Dir vor, ich hab das sogar kombinieren können, ganz selber ggg, bin ich nicht gut? <<

Stell dir vor, dass ich mir dies schon dachte :)))

>>Hm warum immer wir? könnte doch mal ein Leser was dazu schreiben, wenn aber vielleicht liest ja gar niemand mit....<<

Soll ich mal auf Jagd nach "Potentiellen" gehen?

>>Aber ich denk mal darüber nach, meine Lust ist auch nicht eben ausufernd<<

Vielleicht findet sich ja noch jemand, obwohl meiner Erfahrung nach, ist der gemeine BriComer kein guter Leser ;)))

Ich wünsche dir einen schönen Abend; ich begebe mich gleich an meinen Lieblingsort, die Küche und werde zu den Ricotta-Spinat-Ravioli ein Sahnesösschen mit einem Schuss Weisswein kreieren.

Als du in der Geschichte mit Essen anfingst, musste ich mich sehr zurückhalten. Ich liebe es, wenn ich Zeit habe zu kochen, gutes Essen, einen guten Roten in netter Gesellschaft zu verzehren, bei geistreichem Gespräch :)))

Lieben Gruß
Kekole

xehnzi
09.11.2006, 20:42
Wird der Abend zu weingeistreich
der gute alte rein Geist weich....:freches grinsen: