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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie Monologen am Telefon ausweichen?



Spiegel
03.11.2006, 21:42
Eine recht gute Bekannte von mir, mit der ich mich ca. 2 Mal im Jahr auch mit Familie treffe, verfällt beim Telefonieren leider zunehmend in Monologe. Es gelingt ihr, auf die höfliche Frage 'Wie geht es Dir?' eine geschlagene Viertelstunde fließend zu antworten. Sie kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und vergißt darüber völlig, mal nachzufragen, wie es z.B. mir geht. Ich spreche jetzt natürlich nicht von akuten Sorgen, sondern mehr von Alltagsproblemchen. Diese Unart fällt nur am Telefon auf (bei direkten Treffen ist sie anders), weshalb es mir auch schwer fällt, ihr dies gegenüber anzusprechen.

Dieses Verhalten finde ich allerdings sehr anstrengend und einseitig, und auch unhöflich. Jedes Mal, wenn wir telefonieren (alle paar Monate) überlege ich, wie ich gegen diese Monolge ankomme, aber 'sie babbelt mich einfach zu'.

Habt ihr konstruktive Vorschläge?

Inaktiver User
03.11.2006, 22:12
Alle paar Monate mal kann man so eine Eigenart nicht ertragen, wenn sie doch ansonsten ganz anders, angenehm ist?

Inaktiver User
04.11.2006, 11:27
nebenher bügeln. Mach ich bei Mama, Erbtante und sonstigen, dei gerne reden.
Manche Menschen haben das Bedürnis, sich auszusprechen - lass ich jederzeit gerne. Nur exklusiv widme ich der ausführlichen Erzählung des letzten Lebensmitteleinkaufs meine Zeit nicht.

Inaktiver User
04.11.2006, 11:56
Vielleicht kann man Sie mit etwas humorvollem "ausbremsen", ihr also liebevoll-ironischl den Spiegel vorhalten wie Z.B. > ah, gut dass du anrufst, dann kann ich mich ja eine viertelstunde zuruecklehnen, bitte sage mir wann mein Einsatz kommt< also dass irgendwie liebevoll rueberbringen. Ich weiss ist einfacher gesagt, aber mir persoenlich hilft es sehr, wenn Menschen mir ironisch den Spiegel vorhalten.. Andrerseits finde ich es auch ok. wenn man ihr gleich zu Beginn sagen wuerde, Du ich treffe mich lieber persoenlich mit Dir, als mit Dir zu telefonieren. mit der Begruendung, dass Du dann ja auch mehr in Kontakt sein kannst. mit ihr als nur zu zuhoeren. (ich persoenlich finde es auch sterbenslangweilig mir alltagsbanalitateten eine geschlagene viertelstunden anhoeren zu muessen, ne,ne)..
Vor allem wenn Du unterschwellig wuetend wirst und schon genervt wirst, wenn Sie anruft.. ist es doch gut, Dein Gefuehl nicht zu ignorieren und darueber nicht hinwegzugehen.

PeggySue
04.11.2006, 12:05
Ich habe auch so eine liebe Verwandte die ich leider manchmal aus familiären Gründen anrufen muss, ich habe inzwischen eine Taktik entwickelt und unterbreche sie sobald sie Luft holt, ich muss dann aber wirklich schnell sein. Sie ist mir auch nicht böse wenn ich sie unterbreche, anders komme ich ja nicht zu Wort, denn sie schafft es mich 40 Minuten am Stück zuzulabern. Darunter geht nichts! Und das mit Geschichten von Leuten, die ich gar nicht oder nur vom Sehen kenne.:gegen die wand: Aber sie ist sonst eine ganz arg Liebe!

Inaktiver User
04.11.2006, 15:21
Spiegelchen, wie wäre es, wenn Du zwischen dem, was Deine gute Bekannte zu erzählen hat, ganz schnell ein bejahendes mh oder aha oder ja dazwischen gibst. Je nach Bundesland ist die Schnelligkeit verschieden. Wenn Du mit den Norddeutschen telefonierst reicht es aus, alle 5 Minuten ein mh oder aha von sich zu geben. Wenn sich Deine gute Bekannte hinterher für das schöne Gespräch bedankt hast Du eine Freundin für&#180;s Leben und vielleicht fragt sie dann ja auch mal wie es Dir geht.

LG Karamia

Susanne63
04.11.2006, 23:25
Hallo,
das Problem kenne ich auch. Ich vermeide dann bei solchen Leuten einfach Themen am Telefon, die in Monologen enden. Wenn also jemand auf die Frage "Wie geht es dir" stundenlang über irgendwelche Krankheiten redet, frage ich ihn nicht mehr, wie es ihm geht. In den meisten Fällen hilft es. Leider gibt es auch die ganz Abgebrühten, die dann von jedem x-beliebigen Thema wieder auf ihre Krankheiten lenken, z.B. "Der Himmel ist heute ganz schön blau" "Ja, bei blau muss ich an meine Blutergüsse denken, die....." Ok, bei solchen Leuten hilft dann nur tacheless reden.
Liebe Grüße
Susanne

Inaktiver User
04.11.2006, 23:39
Dieses Verhalten finde ich allerdings sehr anstrengend und einseitig, und auch unhöflich. Jedes Mal, wenn wir telefonieren (alle paar Monate) überlege ich, wie ich gegen diese Monolge ankomme, aber 'sie babbelt mich einfach zu'.

Habt ihr konstruktive Vorschläge?


Alle paar Monate?

Sag mal: Wo ist das Problem?
Es muss doch möglich sein, das "auszuhalten"!


Brava :wie?:

Valentine
05.11.2006, 07:46
hallo

ähem, ich glaube ich halte auch gerne monologe am telefon, höre aber auch gerne zu. meine frage zu anfang lautet aber immer: hast du zeit? oder störe ich dich?????????


grüssle valentine

Inaktiver User
05.11.2006, 17:02
Einmal pro Woche - immer wieder sonntags - halte ich meine 80jährige Tante am Telefon, dauer-monologisierend über Krankheiten und irgendwelchen Tratsch über Leute, die ich gar nicht kenne, aus. Und bin froh, daß ich ein Telefon-Headset besitze, das es mir erlaubt, zwei Hände frei zu haben. Ich habe dann also Zeit zum Blumengießen, Staubwischen, Aufräumen, Wäsche falten.

Sonst würde ich das aushalten. Alle paar Monate sicher, aber nicht einmal pro Woche. Und es gibt noch mehr nervensägende Telefonate, die ich über mich ergehen lasse. Mit der Option, nebenbei ein paar lästige Dinge zu erledigen, läßt sich das aber aushalten.

elana
05.11.2006, 17:20
Wenn ich mit meiner Mutter (90) telefoniere, lese ich dabei in meinen Foren. Dadurch hat man nie das Gefühl, seine Zeit vertan zu haben. Wenn es dann wirklich mal interessant wird, kann man sich mal für kurze Zeit auf das Gespräch konzentrieren. Da diese Telefonate nie unter einer Stunde dauern, ist das ein angenehmer Weg. Sie hat sich aussprechen können und ich muss ja sowieso nur zuhören. :smirksmile: Und frau ist ja sowieso multitasking-fähig!

Inaktiver User
05.11.2006, 19:29
Wenn ich mit meiner Mutter (90) telefoniere, lese ich dabei in meinen Foren.
Nebenher Fernsehen geht auch. Man muss den Hörer nur so dicht ans Ohr halten, dass man mitbekommt, wenn der andere aufhört.

Dass die Kiste nebenbei läuft stört die geneigte Sabbeltasche eigentlich nie, wie ich feststellen konnte.

Also, die Zeit nutzen und zweigleisig fahren.

D.

Inaktiver User
06.11.2006, 14:40
Wenn ich mit meiner Mutter (90) telefoniere, lese ich dabei in meinen Foren. Dadurch hat man nie das Gefühl, seine Zeit vertan zu haben. Wenn es dann wirklich mal interessant wird, kann man sich mal für kurze Zeit auf das Gespräch konzentrieren. Da diese Telefonate nie unter einer Stunde dauern, ist das ein angenehmer Weg. Sie hat sich aussprechen können und ich muss ja sowieso nur zuhören. :smirksmile: Und frau ist ja sowieso multitasking-fähig!


Find ich nicht so toll, wie Du hier über Deine neunzigjährige Mutter sprichst.

Du hast das Gefühl, dass Du Deine Zeit vertust, wenn Du ihr aufmerksam zuhörst? Lieber investierst Du Deine offenbar wertvolle Zeit in "Deine Foren"! Die Foren sind wichtiger als das "Gelaber" Deiner Mutter?

hm.....

Brava, traurig über solche Sachen.

elana
06.11.2006, 22:01
Brava, nein das hast du falsch verstanden. Ich höre meiner Mutter schon gut zu, fände es aber sehr unfreundlich, ihr bei jedem 2. Satz zu erzählen, dass sie mir das bereits erzählt hat. Ich weiß inzwischen auswendig, was Frau x für eine Krankheit hat und welche Beziehungen Frau y zu ihren Kindern hat. Da meine Mutter weiß, dass ich einen belastbaren Telefontarif habe, dauern diese sehr regelmäßigen Gespräche mindestens eine Stunde. Die wenigen Neuigkeiten, die ich dabei erfahre, registriere ich sehr wohl und gehe auch darauf ein. Eigentlich möchte sie aber nur jemanden haben, dem sie etwas erzählt und ich stehe dazu zur Verfügung.

Inaktiver User
06.11.2006, 22:10
Eine recht gute Bekannte von mir, mit der ich mich ca. 2 Mal im Jahr auch mit Familie treffe, verfällt beim Telefonieren leider zunehmend in Monologe. Es gelingt ihr, auf die höfliche Frage 'Wie geht es Dir?' eine geschlagene Viertelstunde fließend zu antworten. Sie kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen und vergißt darüber völlig, mal nachzufragen, wie es z.B. mir geht. Ich spreche jetzt natürlich nicht von akuten Sorgen, sondern mehr von Alltagsproblemchen. Diese Unart fällt nur am Telefon auf (bei direkten Treffen ist sie anders), weshalb es mir auch schwer fällt, ihr dies gegenüber anzusprechen.

Dieses Verhalten finde ich allerdings sehr anstrengend und einseitig, und auch unhöflich. Jedes Mal, wenn wir telefonieren (alle paar Monate) überlege ich, wie ich gegen diese Monolge ankomme, aber 'sie babbelt mich einfach zu'.

Habt ihr konstruktive Vorschläge?


...ja, auflegen...:freches grinsen:

Inaktiver User
07.11.2006, 08:07
Da bin ich jetzt aber beruhigt, elana! :smile:

Ich dachte schon. oje, das arme Muttchen! Möchte klönen und nicht mal die eigene Tochter hört ihr zu.

Wer weiss, welche Bedürfnisse wir mal haben in dem Alter, gell! :smirksmile:

Brava

Inaktiver User
07.11.2006, 13:18
...ja, auflegen...:freches grinsen:


Ein Kunde beschwerte sich mal bei meinem wunderbaren Chef über mich. Auflegen während des Gespräches, sagte er, heißt soviel wie "leck mich am Arsch".

Ich schwärme heute noch von diesem Chef.

Inaktiver User
07.11.2006, 15:52
Deswegen macht man das auch so:

Plappertasche:"monologloglog..."
Karamia:"Hallo, Herr Plappertasche, ich kann Sie ganz schlecht verstehen... hallo, hallo .... (seitab wie zu einem Kollegen) ich glaub, Herr Plappertasche hat eben aufgelegt, da ist was mit der Leitung!"
Karamia:(auflegen und dann gleich wieder aushängen)

Nein, ich habe es noch nicht selbst ausprobiert.

Bymyourlife
07.11.2006, 17:39
...ja, auflegen...:freches grinsen:
:schild genau:

Inaktiver User
07.11.2006, 17:40
Auflegen während des Gespräches, sagte er, heißt soviel wie "leck mich am Arsch".



Ja und? Dann soll sie`s doch...:freches grinsen:

Bei mir heißt auflegen laß mich in Ruhe, du nervst...

Inaktiver User
10.11.2006, 13:05
Deswegen macht man das auch so:

Plappertasche:"monologloglog..."
Karamia:"Hallo, Herr Plappertasche, ich kann Sie ganz schlecht verstehen... hallo, hallo .... (seitab wie zu einem Kollegen) ich glaub, Herr Plappertasche hat eben aufgelegt, da ist was mit der Leitung!"
Karamia:(auflegen und dann gleich wieder aushängen)

Nein, ich habe es noch nicht selbst ausprobiert.

Achhja: Monolog loglo logo

Karamia: Für mich nicht


Achhja: monologloglog........ :erleuchtung::erleuchtung: Sie wollen doch wohl mit mir nicht diskutieren?
Karamia: Wie kommen Sie darauf? (Gewillt, die Schaltfunktion im Hirn von Achhja nachzuvollziehen)
Achhja: (überlegt blitzschnell und kommt zu dem Ergebnis: Sich einen Kopf machen ist wie.......:erleuchtung:
........ - Achhja antwortet) Nun, es hörte sich so an.
Karamia: Ach ja?


Achhja:

Pentesilea
12.11.2006, 21:15
Ich habe mal in einem Telefonseminar gelernt, solche Monologe seien dadurch zu stoppen, daß man eben nicht "Mhhh", "Ja", "Ach so" und dergleichen sagt, sondern beharrlich schweigt. Der Gesprächspartner wird nach einer Weile fragen, ob man noch da sei und man habe dann die Gelegenheit, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben. So etwa: "Ja natürlich und was ich Dir noch erzählen wollte...." Ob's klappt? Ich habe es bisher nicht versucht, aber einen Versuch wäre es in diesem Fall ja wert...

Inaktiver User
13.11.2006, 14:17
Achhja: Monolog loglo logo

Karamia: Für mich nicht


Achhja: monologloglog........ :erleuchtung::erleuchtung: Sie wollen doch wohl mit mir nicht diskutieren?
Karamia: Wie kommen Sie darauf? (Gewillt, die Schaltfunktion im Hirn von Achhja nachzuvollziehen)
Achhja: (überlegt blitzschnell und kommt zu dem Ergebnis: Sich einen Kopf machen ist wie.......:erleuchtung:
........ - Achhja antwortet) Nun, es hörte sich so an.
Karamia: Ach ja?


Achhja:

Was wolltest du mir jetzt damit sagen?

Entschuldigung, dass ich mir ansatzweise einen Kopf gemachen, wie konnt ich nur ..................................................

Inaktiver User
13.11.2006, 14:19
Papagai kaufen. Ja und Nein beibringen.

Sonderzeicen
14.11.2006, 01:35
ich kenne auch so eine person, die einen am telefon endlos mit dem uninteressantesten zeug zuquasselt. hinweise, man habe gerade viel zu tun etc., fruchten wenig. neuerdings haben wir ein telefon, bei dem man schon beim klingeln den anrufer erkennt - weiss sie aber nicht. jedenfalls lass ich's jetzt klingeln, bis der anrufbeantworter angeht, dem sie dann ihr herz ausschuetten kann.

Jeanne
14.11.2006, 08:34
@Sonderzeicen
Konsequent wäre, dieser Person keinen Klingelton zuzuordnen, so dass das Telefon ganz stumm bleibt. :smirksmile:

LG Jeanne, die das mit ihrer Telefonbuch(-Spam-)Rufnummer so macht.

Historia02
14.11.2006, 13:06
Wenn ich mit meiner Mutter (90) telefoniere, lese ich dabei in meinen Foren.

Mach ich auch so. Oder ich räume die Spülmaschine aus ... Unser Telefon kann man auf Lautsprecher stellen, so habe ich die Hände frei und höre einfach dem Monolog zu.

Natürlich wiederholen sich die Geschichten, ich stoppe sie dann und sage, dass sie mir das doch neulich schon erzählt hat ... das funktioniert ganz gut, meine Mutter nimmt mir das nicht übel, sie merkt selber, dass sie allmählich vergesslich wird (sie ist fast 60).

Inaktiver User
14.11.2006, 13:25
Was wolltest du mir jetzt damit sagen?

Entschuldigung, dass ich mir ansatzweise einen Kopf gemachen, wie konnt ich nur ..................................................


Karamia: Leg´mal auf. Ich rufe zurück und übernehme die Telefongebühren. Habe Dir nämlich auch noch was zu erzählen.

Achhja legt auf.

Karamia auch.

:freches grinsen:

elana
14.11.2006, 20:35
Historia, jetzt hast du mich aber getroffen, ich werde auch bald 60! :smirksmile:

Nein, zum Glück sagen mir meine Kinder noch immer, wenn ich mal etwas doppelt erzähle. Ich frag aber immer schon vorsichtshalber mal, weil ich nie weiß, wem ich was schon erzählt habe. Ich habe schon vor langer Zeit gemerkt, wenn die Kinder die Mütter aus Höflichkeit nicht mehr kritisieren, werden letztere alt! :freches grinsen:

Historia02
14.11.2006, 21:14
Elana, stimmt, es kommt ein bißchen fies rüber, so ist es aber nicht gemeint ... In meiner Familie waren/sind eigentlich alle bis ins hohe Alter geistig fit, daher waren meine Schwester und ich am Anfang recht ungehalten, zumal meine Mutter ihre Vergesslichkeit auch erst geleugnet hat ("Nein, das habe ich noch nicht erzählt, wann soll das denn gewesen sein?"). Aber mittlerweile haben wir uns dran gewöhnt, sie macht es ja nicht, um uns zu ärgern. Und seit sie selber merkt, dass sie vergesslicher geworden ist, wehrt sie auch nicht mehr ab, sondern bricht die Story ab und erzählt etwas anderes, oder, wenn es nichts neues mehr zu erzählen gibt, verabschiedet sich. Ein Glück, denn ich glaube, ich wäre nicht besonders geduldig, Geschichten x-mal erzählt zu bekommen ...

Inaktiver User
15.11.2006, 16:12
Karamia: Leg´mal auf. Ich rufe zurück und übernehme die Telefongebühren. Habe Dir nämlich auch noch was zu erzählen.

Achhja legt auf.

Karamia auch.

:freches grinsen:

Möchtest du BITTE Stellung beziehen, was das soll?

Julla
18.11.2006, 14:20
Ich hab das Problem auch noch nicht so ganz lösen können, gebe mir aber alle Mühe :smirksmile:
Ich hab leider auch so eine labernde Kollegin, die mich stundenlang mit ihren Jobproblemen vollquasselt.
Ich habe mir angewöhnt, ihr immer direkt am Anfang schon zu sagen, dass ich nicht viel Zeit habe. Das beeinflusst sie in ihrem Rededrang zwar gar nicht, ich hab dann aber auf jeden Fall die Lizenz zum Abbrechen. Neulich hab ich ihr direkt gesagt, dass ich gleich weg muss und vorher noch dringende Mails schreiben muss. Während sie mich wieder vollgelabert hat, hab ich dann alles vorbereitet und ihr irgendwann gesagt: Du, jetzt hab ich meine Tasche gepackt, mich umgezogen, meine Haare gemacht und alle Mails geschrieben, während wir telefoniert haben, jetzt muss ich aber noch meine Zähne putzen, das kann ich nicht beim Telefonieren.
Sie hat es mir leider nicht übel genommen :wie?:
:freches grinsen:

Übrigens beklagt sie sich dauernd, ich würde immer nur über mein Kind reden. Dabei komme ich gar nicht zu Wort! Ich kann mir das nur so erklären, dass ich meistens mein Kind als Ausrede benutze ("ich kann heute nicht kommen, weil Johan dies und jenes tut..." "Ich muss aufhören zu telefonieren, Johan schreit...").
Ach ja, mein Mann hat sich auch angewöhnt, mit schreiendem Johan ins Zimmer zu kommen, wenn er weiß, dass ich gerade mit ihr telefoniere :freches grinsen:

Ach ja, Hörrückmeldungen wie "aha", "ja?" usw. zu geben, ist tatsächlich nicht so ein guter Tipp. Diese Rückmeldungen nimmt der Gesprächspartner nämlich als Interessensbekundung auf. Besser ist es wirklich, gar keinen Laut von sich zu geben, da werden die meisten Leute ganz, ganz unsicher. Aber: Bei Quasselstrippen ist da meistens Hopfen und Malz verloren, denn meistens haben sie einfach sowieso ein gestörtes Gesprächsverhalten.
Seltsamerweise hab ich mit meiner Bekannten, die so drauf ist, in der selben Vorlesung zur Gesprächsanalyse gesessen :wie?:

kleinermuck
21.11.2006, 03:07
Hallo,

schönes Thema - bin auch davon betroffen. Bei mir ist leider meine Schwester, die ich sehr liebe, die Übeltäterin. Sie bringt ihre Monologe auf mehr als 1 Stunde und mich in leichte Wut, aber irgendwie kann ich ihr (konnte ich nie) für nichts wirklich böse sein. Auch sie erzählt liebend gern von mir unbekannten Leuten, die sie dabei auch noch beim Vornamen nennt. Das nervt besonders.

Also, was mache ich? Ich mache:

1. meinen halben Haushalt, so wie es hier schon beschrieben wurde. Dabei klemme ich mir immer den kabellosen Hörer zwischen Ohr und Schultern und befürchte manchmal schon bleibende orthopädische Schäden. Ein, zwei Mal ist mir der Hörer heruntergefallen und als ich ihn aufgehoben hatte, hatte mein Schwesterherz offenbar gerade die zweite Erzählebene eröffnet :freches grinsen: - das Poltern hatte sie also jedes Mal gar nicht wahrgenommen.

2. mir die Fingernägel/Haare

3. hin und wieder den Versuch, sie zu stoppen, was mir zwar gelingt, aber anschließend, wenn ich meine Sache erzählt habe, gibt´s ganau dazu sofort den nächsten ellenlangen Vortrag, denn ich habe eine schlaue Schwester :smirksmile: , die über alles und jedes palavern kann. Also: untauglich! :niedergeschmettert:

4. mir unter diesen Umständen überhaupt keinen Stress, kleine Lügen zu gebrauchen - denn die sind Notwehr! - und sage z. B. in das "Referat" hinein, dass ich jetzt aber dringend mal zur Toilette muss / das Essen fertig habe / noch einen dringenden Anruf erwarte / ein anderes Familienmitglied unbedingt telefonieren muss / gleich ein Handwerker kommt / ich jetzt zu einem Termin aufbrechen muss... :cool:

Platz 1 auf der Wirksamkeitsskala: Punkt 4! Sehr zu empfehlen! :erleuchtung:

Wünsche kreative Geduld - oder Mut zum Klartext,
kleinermuck