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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzweifelnder Mann sucht Hilfe



toonsfan31
02.11.2006, 15:30
Hallo Leute,

ich lebe in einer über 3-jährigen Beziehung, von der ich bis vor kurzem dachte, dass sie relativ harmonisch und glücklich ist. Meine Partnerin und ich haben uns seit über anderthalb Jahren ein Kind gewünscht. Nach langem hin und her hat es dann auch wirklich geklappt und wir waren die glücklichsten Menschen der Welt. Leider haben wir unser Baby zu Beginn des 4. Schwangerschaftsmonats verloren (das War Anfang Juni 06). Seitdem hat sich alles verändert. Sie hat begonnen unwahrscheinlich viel mit Freunden wegzugehen. Ich habe nur noch an meine Arbeit gedacht. Jeder hat seinen eigenen Weg gesucht, mit diesem schlimmen Verlust fertig zu werden. Leider haben wir keinen gemeinsamen Weg gefunden...

Am Montag hab ich sie gefragt, wie das alles mit uns weitergehen solle. Wir leben wie einer WG, verbringen kaum noch unsere Zeit zusammen. Sie beichtete mir, dass sie sich seit einiger Zeit wieder mit ihrem ex-Freund treffen würde. Rein platonisch versteht sich. Ich war schockiert, merkte aber auch, dass das nicht alles war. Ich nahm sie nochmals ins Gebet und sie sagte, dass sie auch mit Ihm geschlafen hätte und sie sich nicht entscheiden kann, ob ihm oder mir ihre Zukunft gehört. An diesem Punkt komm ich jetzt nicht mehr weiter. Ich möchte mich als Menschen bezeichnen, der sehr eifersüchtig ist, auch mal jähzornig (nicht gewalttätig) und ernst. In dieser Situation hab ich zu meinem eigenen Erstaunen ganz anders reagiert. Ich habe weiter ruhig mit ihr geredet, hab sie gefragt, ob sie wenigstens verhütet hätten. Sie bejahte, fing wieder fürchterlich an zu weinen und sie tat mir so verdammt leid??? Jeder „normale Kerl“ der so in den Arsch getreten wird macht doch sofort reinen Tisch. Ich war nicht in der Lage dazu, weil ich diese Frau immer noch abgöttisch liebe. Das war noch nicht alles...

Gestern rief sie mich auf Arbeit an und sagte, dass sie verdammte Angst hätte schwanger zu sein. Ich bin sofort nach Hause und wir haben einen Test gemacht – positiv. Das Dumme ist, sowohl er als auch ich kommen als Vater des Kindes in Frage. Sie kann doch nicht mit ihrer Entscheidung warten bis feststeht, wer der „Glückliche“ ist. Ich sagte ihr, dass ich mich nicht damit abfinden könnte, dass Kind eines anderen groß zu ziehen (ihr ex sieht das genauso), hab ihr gesagt dass ich ihr irgendwann alles verzeihen könnte, hab ihr meine Hilfe angeboten (gehen morgen zusammen zum Frauenarzt) und hab sie gebeten sich zu entscheiden. Ich weiß nicht was ich noch tun soll, damit sie merkt wie sehr ich sie brauche. Mir geht´s total dreckig, hab in den letzten Tagen mehrer Kilo verloren, kann nix essen, nicht schlafen hab aber auch nicht den Mut sie vor die Tür zu setzen...

Bitte helft
Lg
Jens

KHelga
02.11.2006, 17:01
Hallo Jens,

das hab ich jetzt nicht richtig verstanden:

>Ich sagte ihr, dass ich mich nicht damit abfinden könnte, dass Kind eines anderen groß zu ziehen (ihr ex sieht das genauso), hab ihr gesagt dass ich ihr irgendwann alles verzeihen könnte, hab ihr meine Hilfe angeboten (gehen morgen zusammen zum Frauenarzt) und hab sie gebeten sich zu entscheiden.>

Meinst Du damit, dass sie sich gegen das Kind ODER für einen von Euch beiden Männern entscheiden soll?

Bitte melde Dich nochmal.

Inaktiver User
02.11.2006, 17:52
... und ich dachte, sie hat verhütet? Versteh nix.

toonsfan31
02.11.2006, 18:23
Hallo

danke für eure Antworten. Also nochmal. Ich hab sie gebeten sich schnellstmöglich für ihn oder mich zu entscheiden. Diese ständige Ungewissheit macht mich verückt. Sie hat wieder Gefühle für Ihren ex entwickelt, mich liebt sie aber offensichtlich auch noch sehr. Sie ist halt hin- und hergerissen, hat keinen Boden unter den Füssen und hat keine Ahnung was sie tun soll...

Zum Thema Verhütung: Sie sagte mir, dass das Gummi vielleicht etwas zu spät ins Spiel gekommen ist...

LG
Jens

laudrey
02.11.2006, 18:58
hallo jens,
ich denke, du solltest dir überlegen, ob du die frau willst - egal ob mit deinem kind oder dem des anderen. was, wenn sie sich jetzt für dich entscheidet und das kind doch vom anderen ist? du musst dir darüber klarwerden, ob du dennoch mit ihr zusammen sein kannst.
ihr würde ich den rat geben, sich von euch beiden zu trennen, um einen klaren kopf zu bekommen und in ruhe entscheiden zu können.
alles gute, laudrey

KHelga
02.11.2006, 23:17
Hallo Jens,

>Leider haben wir unser Baby zu Beginn des 4. Schwangerschaftsmonats verloren (das War Anfang Juni 06). Seitdem hat sich alles verändert. Sie hat begonnen unwahrscheinlich viel mit Freunden wegzugehen. Ich habe nur noch an meine Arbeit gedacht. Jeder hat seinen eigenen Weg gesucht, mit diesem schlimmen Verlust fertig zu werden. Leider haben wir keinen gemeinsamen Weg gefunden...>

Nach der Fehlgeburt Deiner Freundin ist zwischen Euch der Riss entstanden. Möglicherweise hat sie sich von Dir unverstanden gefühlt, keine Zeit mehr füreinander. Eine Zeit, in der sie Dich besonders gebraucht hätte.

Deshalb hat sie sich auch wieder ihrem Ex zugewandt.

>Ich möchte mich als Menschen bezeichnen, der sehr eifersüchtig ist, auch mal jähzornig (nicht gewalttätig) und ernst. In dieser Situation hab ich zu meinem eigenen Erstaunen ganz anders reagiert.>

Mich erstaunt das nicht. Hattest Du doch plötzlich einen Nebenbuhler, möchtest sie für Dich zurück gewinnen und plötzlich klappt es auch wieder mit der Verständigung. Auf Druck sozusagen.

Deine Freundin befindet sich derzeit in einem Gefühlschaos zwischen zwei Männern. Dazu kommt noch die mögliche Schwangerschaft, deren Vater noch nicht feststeht.

Und nun verlangst Du von ihr:

> Ich hab sie gebeten sich schnellstmöglich für ihn oder mich zu entscheiden.>

SO kann das nicht gutgehen. Denk doch einmal nach. Glaubst Du wirklich, sie kann auf Knopfdruck ihre Gefühle für den anderen abstellen?

Laß sie doch erst einmal durchatmen und zur Besinnung kommen. Das geht leider nicht von heute auf morgen.
Wenn Du sie weiter unter Druck setzt mit ihrer 'schnellstmöglichen' Entscheidung, wirst Du sie verlieren.

Biete ihr Deine Hilfe an, aber laß sie doch bitte erst einmal in RUHE.

Inaktiver User
03.11.2006, 13:17
Hallo Jens,

Du sagst Du willst das Kind vom "anderen" nicht groß ziehen. Das blockiert doch jede Entscheidung. Wie soll sie sich für Dich entscheiden, wenn das Kind ev. vom Ex ist? Momentan gibt es diese Frau wohl nur im Doppelpack.

Allerdings hat sie sich selbst in diese Situation gebracht. Wieviel Verständnis sollst Du jetzt aufbringen? Wirst Du ihr das später vorhalten? Wirst Du jetzt überall einen Nebenbuhler sehen, oder könnt Ihr das Vertrauen wieder aufbauen?

Für mich persönlich hätte weder die eine noch die andere Beziehung eine Chance und ich würde (wie bereits erwähnt) meinen eigenen Weg mit dem Kind gehen. Wie sich die Beziehung zu einem von Euch später entwickelt wird die Zukunft zeigen.

Es schaut so aus, als wärest Du gar nicht in der Situation eine Entscheidung zu fällen. Alles hängt doch von ihr ab. Ausser Du sagst "ICH trenne mich"!

Vielleicht solltet Ihr auch an das Kind denken. Soll es ewig spüren, daß der Vater eigentlich nicht der Vater ist und es nicht wollte? Bzw. wollt Ihr ihm zuerst eine heile Welt schaffen und es dann den täglichen Streitereien bis hin zur Trennung aussetzen?

Lieben Gruß - Laska

toonsfan31
03.11.2006, 14:33
@Laska: Danke für deine Antwort. Glaub mir, ich hab mir natürlich Gedanken darüber gemacht, sie einfach zu verlassen und sie mit dem ganzen Schlamassel allein stehen zu lassen. Aber das ist nicht meine Art. Ich will ihr jetzt im Moment helfen, wo ich kann, mehr bleibt nicht.

Du hast recht, es ist nicht soooo wichtig, wer der biologische Vater eines Kindes ist. Viel wichtiger ist doch der liebende Vater, der sein Kind aufwachsen sieht, ihm seine Wertvorstellungen vermittelt undundund.... Ich denke, an diese Rolle müßte ich mich gewöhnen, aber es ist nicht unmöglich. Schließlich gehört dieses Kind auch der Frau, die ich liebe. Diesem Kind aber irgendwann, wenn es alt genung ist, sagen zu müssen: ich bin vielleicht nicht dein Vater... Wie soll das funktionieren??? Und es dem Kind für immer zu verheimlichen, sorry geht nicht.

Nehmen wir an, das Kind ist von ihm, sie entscheidet sich für mich. Der Mann würde nie aus unserem Leben verschwinden - macht er vielleicht sogar irgendwelche Rechte geltend - das Kind wüßte am Ende auch nicht mehr wo es hingehört - in meinen Augen keine glückliche Kindheit...


Gruß Jens

Inaktiver User
03.11.2006, 17:53
[QUOTE=toonsfan31 Diesem Kind aber irgendwann, wenn es alt genung ist, sagen zu müssen: ich bin vielleicht nicht dein Vater... Wie soll das funktionieren??? Und es dem Kind für immer zu verheimlichen, sorry geht nicht.

Nehmen wir an, das Kind ist von ihm, sie entscheidet sich für mich. Der Mann würde nie aus unserem Leben verschwinden - macht er vielleicht sogar irgendwelche Rechte geltend - das Kind wüßte am Ende auch nicht mehr wo es hingehört - in meinen Augen keine glückliche Kindheit...


Gruß Jens[/QUOTE]

Dem Kinde würde es wie so vielen anderen Kindern auch ergehen. Sie leben in einer Familie und der leibliche Vater in einer anderen.

Die Frage ob und wann ihr es dem Kind sagt erübrigt sich. Ist das Kind vom Ex, wird er es auch sehen wollen/sollen, und im Idealfall eine Verbindung aufbauen. Im Übrigen ist es am einfachsten so etwas von vornherein klar zu stellen. Dies ist der Papa und dies ist der Jens. Wo ist da das Problem? Vielleicht sagt es auch zu dem einen Papa und zu Dir Vati. So weiß es von Anfang an Bescheid, auch wenn es eigentlich noch gar nichts weiß. Fragen werden beantwortet so wie sie aufkommen. Aufdrängen muß man nichts und Eure jetzigen Probleme werden das Kind erst später, wenn überhaupt, interessieren.

Sicher ist, daß der Ex in Eurem Leben immer eine Rolle spielen wird, sollte das Kind seines sein. Wer weiß, vielleicht sieht es ihm sogar sehr ähnlich.

Aber ist die Wahrscheinlichkeit, daß es seins ist nicht sehr gering? Bei einmal miteinander schlafen und da noch zu 50% (?) verhütet.

Gruß - Laska

toonsfan31
03.11.2006, 18:29
Hallo Laska,

sicher ist die Chance eher gering, trotzdem ist es doch möglich. Es geht hier um ganze 2 Tage hin oder her...

Ich weiß auch nicht warum ich so ein riesen Problem damit habe, mit dieser Situation so schlecht klar zu kommen. Ich habe noch nie wirkliche Erfahrungen in diesen Dingen gesammelt. Meine Eltern sind glücklich seit 30 Jahren verheiratet, ihre Eltern sind das auch... Ich hab ehrlich gesagt sehr selten jemanden kennengelernt, dessen/deren Eltern geschieden waren oder der Mann im Haus nicht der Vater ist... Also bisher nur eitel Sonnenschein - und kaum ein Problem - knick ich weg...

LG
Jens

Monkele
03.11.2006, 21:35
Hallo Jens,

ich will dir mal kurz von meinem Bruder berichten: Während seiner Ehe wurde seine damalige Frau schwanger und es war sicher, dass das Kind nicht von ihm ist. Trotzdem ist er mit zur Geburt gegangen, hätte dieses Kind wie sein Eigenes großgezogen. Aber die Beziehung ging in die Brüche, er bekam die Chance nicht mehr, das zu tun (es gibt noch einen gemeinsamen Sohn).

Heute ist er seit mehr als 18 Jahre mit seiner Lebensgefährtin (für mich ist es seine Frau) zusammen, die zwei Kinder mit in die Beziehung brachte. Die Tochter war damals 4 Jahre alt und für sie ist mein Bruder ihr heißgeliebter Papa (obwohl der Erzeugervater in der gleichen Stadt lebt)! Warum er das so gut konnte und kann- weil er aus eigener leidvoller Erfahrung sagen kann wie es ist, vom nicht leiblichen Vater (der ihn aber aufgenommen hat, als er meine Mutter heiratete) nicht akzeptiert und geliebt zu werden.

Jetzt frägst du dich vielleicht, was das alles mit dir zu tun hat?! Werde dir jetzt schon klar darüber, wie du zu diesem Kind stehen wirst und kannst! Dann ziehe die Konsequenzen daraus! Selbst wenn du die werdende Mutter jetzt verläßt, wird sie lernen damit umzugehen (und sollte ein Vaterschaftstest beweisen, dass du der Erzeuger bist, so bist du laut Gesetz eh unterhaltspflichtig). Ein ungeliebtes Kind oder eines das deine Zweifel an seiner Herkunft immer spüren wird, das kann doch nicht in deinem Sinne sein!

Ich wünsch dir von Herzen alles Gute und die nötige Kraft und Klarheit eine Entscheidung zu fällen!

Monkele