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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie verändert sich durch das Kind die Beziehung zum Partner?



Plueschtier
01.11.2006, 08:52
Hallo an alle Mamis :blumengabe:,

wir wollen nächstes Jahr mit dem Üben anfangen. :yeah:

Eins beschäftigt mich aber noch ein bisschen: :wie?:

Wie hat sich das Verhältnis zu euren Partnern seit der Geburt eurer Kinder verändert?
Wie hat sich eure Liebe verändert, eure Beziehung?
Sieht er in euch „nur noch Mutti“, sieht er euch noch als Partnerin?
Wie seht ihr ihn? Und Euch als Paar?

Bei Freunden und Bekannten höre ich immer nur die Schokoladenseite (Wir sind uns viel näher, meine Frau ist viel weiblicher, das Kind schweißt uns zusammen). Vielleicht ist das so, aber es wird sich ja nicht nur alles gut sein, oder?
Es ist auch ein recht „intimes“ Thema. Daher hoffe ich, dass mir hier, durch die Anonymität, vielleicht doch die ein oder andere Frau, gern auch über PN, berichten kann.

Kurz zu uns, ich bin 31, mein Freund ist 43. Er hat bereits zwei Kinder, wünscht sich aber ein bis …. mit mir, wobei ich eigentlich nur ein Kind möchte (insbesondere aus finanziellen Gründen, ich muss ohnehin wieder voll arbeiten nach einem Jahr). Mein Schatz liebt Kinder, sieht durch seine Erfahrungen auch nicht alles rosarot. Allerdings war seine Ex ein ganz anderer Typ Frau als ich, daher ist es schwierig, hier die Beziehung zu vergleichen. Zudem möchte ich vor allem die „Frauenseite“ hören und verstehen, wenn ihr wisst, was ich meine.

Liebe Grüße
Plüschtier (ab 2007 unter den Hibbelnden :jubel:)

lov100
01.11.2006, 09:15
Wie sich das Leben mit Kind auf die Partnerschaft auswirkt, kann ich Dir noch nicht sagen (warte bis Mitte März) aber schon die Schwangerschaft ändert einiges.

Ich muß jetzt im vierten Monat mit den ersten körperlichen Einschränkungen leben, kann nicht mehr so viel Sport machen wie vorher und bin allegemein schon nicht mehr so belastbar, eine Tatsache, an die ich mich erst gewöhnen muß.

Da mein Patner immer gerne Kinder wollte, hat er sich sehr über die Schwangerschaft gefreut und ich muß ihn teilweise richtig bremsen, daß er nicht anfängt, mich zu sehr zu bemuttern und in Watte zu packen.

Wichtig ist es darüber zu reden, wie man sich als Frau gerade fühlt, denn er bekommt sonst wenig mit, vor allem sollte er bei den Ultrashalluntersuchungen mitkommen, denn dadurch wird es auch für ihn realer.

Sonst habe ich das Gefühl, daß es die Partnerschaft noch ein bißchen mehr zusammenschweißt.

Auch wenn man sich als Frau durch den verändernden Körper gelegentliche unattraktiv fühlt, der Partner sieht das ganz anders!

Plueschtier
01.11.2006, 12:50
Hallo lov100,

erstmal Glückwunsch zur Schwangerschaft! Und vielen Dank für die Antwort.

Derzeit bin ich auch regelmäßig beim Sport, den müsste ich dann mit Sicherheit einschränken (wobei ein Bauch-muss-weg-Kurs auch nicht mehr so wirklich Sinn geben würde :smile:), das ist jedoch völlig iO. Ich würde machen, was geht und was dem Kind und mir guttut und der Rest muss eben warten, bis ich irgendwann wieder sportfähig bin.

Aber es hört sich schön an, dass sich dein Partner so kümmert!

Liebe Grüße
Plüschtier (31, ab 2007 übend)

Schnupfi
01.11.2006, 16:47
Hallo Plüschtier!

Wie verändert sich die Beziehung? Ich würde sagen, verändern tut sie sich in jedem Fall, weil ein gemeinsames Kind die Situation völlig verändert. Aber wie sie sich verändert, hängt doch von so vielen Faktoren der Beziehung und der Lebensumstände ab, dass
ich nicht weiß, ob Dir das hilft, wenn Du weißt, wie es bei anderen läuft. Warte es doch erst mal ab!

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg nächstes Jahr! Ein Kind zu erwarten / zu kriegen / zu haben, ist toll! Unser Sohn ist 16 Monate, ich bin in Elternzeit, mein Mann arbeitet voll. Unsere Tagesabläufe sind dadurch sehr unterschiedlich geworden und manchmal ist es schwierig, genug Verständnis für die Erschöpfung und den Stress des anderen zu haben. Die Gesprächsthemen ändern sich. Ich selber habe manchmal das Gefühl, zu langweilig zu werden, weil ich denke, die Dinge, die ich meinem Mann erzählen kann, interessieren ihn nicht. Aber zeigen tut er es mir nicht, also von daher findet er es vielleicht gar nicht langweilig. Da Du nach einem Jahr wieder arbeiten willst, wird sich diese Situation für Dich wahrscheinlich so nicht ergeben.

Alles Gute,
Schnupfi

whiskia
01.11.2006, 21:54
Hallon Plüschtier!

Habe gerade mein zweites Kind bekommen und kann nur sagen: Unsere Beziehung wird durch die Kinder enorm bereichert. Wir lernen jeweils neue Seiten aneinander kennen: Ich sehe meinen Mann als liebevollen Papa, sehe, mit wieviel Geschick er erzieht, Situationen entspannt, wie er spielen kann. Gleichzeitig hat er jetzt Verantwortung für eine Familie (vorher war ja doch eher jeder für sich selbst verantwortlich) und er kämpft wie ein Löwe, wenn es um uns, unser Glück, unsere Sicherheit geht. Er sit ein richtiger FAmilienmensch geworden, was ich vorher in diesem Maße nie gedacht hätte. Umgekehrt habe ich ihn wohl zunächst bei den Geburten sehr beeindruckt ("Du bist meine Heldin!"):krone auf: , aber auch im Alltag bewundert er mich für meinen entspannten Umgang mit den Kids.
Und was das Körperliche angeht: Ja, es ist wohl wirklich so, dass wir Frauen uns in unserem Körper manchmal unwohl fühlen, dabei sind wir für die Männer (mindestens) genau so attraktiv wie vor den Schwangerschaften.
Auch die Zeit, die wir jetzt mal nur für uns haben, hat eine andere Qualität bekommen. Wir genießen es viel mehr, mal gemeinsam auszugehen. Außerdem fühlen wir uns dadurch, dass wir eine Familie haben irgendwie mehr geerdet.
So ist das bei uns. Ich wünsche Dir viel Glück!!:kuss:

whiskia

Plueschtier
02.11.2006, 06:57
Hallo Schnupfi und Whiskia,

danke für eure Antworten. :blumengabe:

Ja, ändern wird sich viel, aber darauf freue ich mich auch - bestimmte Herausforderungen kann man mit Sicherheit auch immer annehmen.
Und da ich wieder arbeiten muss (leider :regen:) werde ich auch gut eingespannt sein, aber eben auch etwas "Abwechselung" haben. Ich will nicht sagen, dass ein Baby nicht jeden Tag Abwechselung ins Leben bringen kann, aber wie Schnupfi schon schreibt: wahrscheinlich bekommt man das GEfühl, man wäre langweiliger. Und dein Mann beneidet dich bestimmt um deine Beziehung zu eurem Kind und um die Zeit, die du mit ihm verbringen darfst. :smile:
Dass die gemeinsame Zeit mehr Qualität bekommt hört sich schön an - kann ich mir vorstellen.

Derzeit bin ich zwischen :jubel: "Endlich fangen wir an zu üben, ich kann es kaum erwarten!" und "Oh, ein Baby, hoffentlich werde ich das alles schaffen!", aber das ist wohl normal. Jedenfalls überwiegt eindeutig das erstere Gefühl!

Plüschtier

Marie_128
03.11.2006, 14:46
Hallo Plüschtier,

natürlich verändert so ein Würmchen eine Beziehung enorm. Das fängt mit der Schwangerschaft an und hört dann eigentlich nicht mehr auf. Man ist eben nicht mehr nur Mann & Frau sondern auch Papa & Mama.

Vieles hat sich bei uns im Tages- / Nachtablauf geändert. Sonntag morgen um halb acht (mit Glück) liegt nunmal so ein kleines Würmchen brabbelnd zwischen einem. In diesen Momenten wird also nicht mehr geschmust wie das vielleicht mal früher der Fall war, dafür wird das kleine Wunder bestaunt ... oder hin und wieder gehofft, dass der Andere aufsteht und dieses Monster endlich versorgt und man selber noch eine süsse halbe Stunde in Ruhe liegen bleiben kann :smirksmile:

Aber das Leben mit Kinder verändert sich ständig. Am Anfang, also die ersten 2-3 Monate, hat unsere Kleine auch die Abende fest im Griff gehabt. Mittlerweile schläft sie (wenn auch nicht durch) brav ab 19.00 in ihrem Bettchen. Die Abende gehören also wieder uns.

Ich glaube es ist ganz besonders wichtig, dass man sich immer wieder dran erinnert, dass man auch ein PAAR ist. Und man muß sich regelrecht PAAR-Zeit freischaufeln, das ist in meinen Augen der große Unterschied zu vorher. Es bedarf also mehr Organisation und mehr Planung um sich nicht aus den Augen zu verlieren.

Außerdem planen wir, wenn die Kleine größer ist, einmal im Monat bei meinen Schwiegereltern zu übernachten und da dann die KLeine bei Oma & Opa zu lassen um mal in Ruhe Essen oder ins Kino zu gehen ... Wir wohnen leider sehr weit weg von der gesamten Verwandtschaft und haben hier keinen Babysitter.

Man selber verändert sich durch ein Kind sehr stark. Nicht sofort oder unmittelbar nach der Geburt, aber schleichend wird die Liebe für das Würmchen von Tag zu Tag mehr und dieses Gefühl nimmt dann einen sehr großen TEil des Lebens in Besitz !!!

Es ist aber trotzdem und gerade deswegen das Allerschönste was man GEMEINSAM, jeder auf seine Art, erleben kann !!!

LG
Marie

Plueschtier
06.11.2006, 09:03
Guten Morgen Marie :smile:

das hört sich schön an! Seufz…
Seit ich meinen Freund darauf angesprochen habe, dass ich gern etwas eher mit Üben anfangen würde (eigentlich hatte er so 2008/2009 ins Auge gefasst), ist er mit einem Mal viel anhänglicher und noch viel lieber – und nun kann ER es kaum erwarten. :jubel:
Und ich eigentlich auch, wenn es mir nicht doch Gedanken machen würde, dass wir uns „aus den Augen verlieren“, wenn ein Kind da ist.

Paradox: unsere Beziehung könnte schöner :zauberer: nicht sein und gerade deshalb wünsche ich mir mit genau diesem Mann so sehr ein Kind. Und hab gleichzeitig Angst, dass sich unsere Beziehung dadurch so ändert, dass er mich uU nicht mehr will.
(Und wäre die Beziehung nicht so toll, würde ich kein Kind mit ihm wollen… :gegen die wand: ich hab doch echt nen Vogel!)

Liegt aber vielleicht auch daran, dass sich in meinem Bekanntenkreis gerade mehrer Paare mit Kindern trennen. Natürlich nicht wegen der Kinder, aus vielerlei Gründen, aber die Kleinen und die Eltern leiden alle drunter. Eine Garantie hat man nie, das ist mir (selbst geschieden :regen:) bewusst, aber die Angst, durch zu viel Veränderung den Menschen zu verlieren, den ich liebe, ist natürlich da.
Wobei ich ihn als Vater ja kenne und sehr bewundere. Er geht so toll mit seinen Kindern um, seit ich ihn so erlebt habe, bin ich mir noch sicherer, dass er der Richtige zum Kinderkriegen ist. Die Frage ist nur: schaffe ich das auch, gut genug für seine Ansprüche zu sein und ihn nicht zu enttäuschen? :wie?: Schließlich kennt er das mit Kind schon alles, er weiß, wie er reagieren muss etc (was ich toll finde :allesok:). Und für mich ist alles neu und ich werde mit Sicherheit viele Fehler machen, die er schon längst „durch“ hat…

Liebe Grüße
Plüschtier

Marie_128
06.11.2006, 12:44
hallo Plüschtier,

ich kann Dich GANZ UND GAR verstehen. Mein Mann hat auch eine Tochter aus 1. Ehe und damit Erfahrung mit dem Elternsein, im Gegensatz zu mir.

Deine Befürchtungen kenn ich also aus erster Hand. Bei mir war aber der Wunsch nach einem Kind sehr stark da und irgendwann hab ich mir gesagt ... Jedes Kind ist anders, jede Mutter ist anders und auch er wird / muß wieder Vater für DIESES Kind werden, das bestimmt ganz andere Bedürfnisse hat als seine erste Tochter. Es ist ein neuer Mensch, der einzigartig ist, daher wird er bei diesem Kind nicht "alle Fehler durch" haben, weil dieses Kind wird anders sein !!!

Es geht nicht um SEINE Ansprüche an Dich als Mutter, sondern um die Ansprüche, die Dein Kind dann an Dich stellt. Und eines hab ich jetzt mit meiner Kleinen erlebt ... da bekommt man ein unglaubliches Gespür dafür, dass einem diese Ängste ("Kann ich eine gute Mutter sein ??") nur noch sehr selten überfallen. Ganz verschwinden, ich glaub das werden sie nie, aber sie sind nur noch sie ein gedanklicher Kitzel. Irgendwie wird man als Mutter immer die Expertin für sein Kind ... man ist ja i.d.R. diejenige, die den ganzen Tag sich um das Kleine kümmert, da kann man recht schnell jedes Schreien unterscheiden ....

Meine ältere Schwester hat 3 Kinder und trotzdem hab ich festgestellt, dass ihre ganzen Ratschläge eher als Tipps zu sehen sind und nicht zwangsläufig bei meiner Kleinen funktionieren. Ich finde selber meinen Weg und ich bin sicher, dass es jeder Mutter genauso geht.

Natürlich ist es sehr traurig, wenn sich eine Familie trennt. Aber für mich war ein riesiger Pluspunkt, dass mein Mann schonmal eine Scheidung durchlebt hat und irgendwie denk ich mir da so im Stillen, dass er dadurch evtl. auf Alarmzeichen schneller und besser reagiert. Wir sind uns beide bewußt, dass eine Partnerschaft auch Arbeit bedeutet und ich habe die Hoffnung, dass das schon die halbe Miete ist ....

Und wir sind uns Beide bewußt, dass gerade beim "Zusammenleben" mit einem Kind es einer Planung bedarf um sich als Paar nicht aus den Augen zu verlieren. Früher war es kein Thema mal abends zusammen essen zu gehen und in Ruhe zu reden. Jetzt braucht es dafür schon einen Babysitter, etc. Aber wir machen es trotzdem !!! Und hin und wieder bleibt abends der Fernseher aus und wir reden einfach ...

Veränderungen wirst Du niemals vermeiden können !!! Auch wenn ihr kein Kind bekommt, wird sich Eure Beziehung verändern. Das Leben bleibt nicht stehen.

LG
Marie

Inaktiver User
06.11.2006, 13:09
@ Marie

Das hast du echt wunderschön beschrieben. Besonders der Teil, in dem du sagst, dass er auch wieder Vater für DIESES Kind werden muss und es nicht um SEINE Ansprüche an die Mutter geht, hat mich sehr berührt.

Wenn's bei uns mal soweit ist (meiner hat auch schon zwei Kinder), werd ich dich wohl bei Bedarf um Rat fragen, soferne du damit einverstanden bist.

LG Power

Plueschtier
06.11.2006, 14:43
Hallo Marie, hallo Power,

wirklich schön geschrieben, Power hat Recht!
Und natürlich ist jedes Kind besonders und anders :smile:

Allerdings habe ich auch PN gekriegt, die -hm, sagen wir mal vorsichtig- beunruhigend klangen.
Aber der Kinderwunsch ist ohnehin etwas unrationales, einfach ein von tief innen immer stärker werdendes Gefühl, das meine Ratio ohnehin immer weiter und weiter verdrängt :zauberer:

Und mein Schatz ist auch viel einfühlsamer als in seiner vorherigen Beziehung - er weiß ja auch, wie schnell alles kaputt sein kann.

Du schreibst jedenfalls sehr Mut machend und irgendwie wirkt alles so "von Herzen" gesagt, danke!

Und @ Power: :wangenkuss: wir schaffen das schon, stimmts?!

Plüschtier

Inaktiver User
06.11.2006, 14:49
Und @ Power: :wangenkuss: wir schaffen das schon, stimmts?!

Na aber klar doch :schild genau:

Marie_128
06.11.2006, 18:06
Vielen Dank für die Blumen:kuss:

@Plueschtier
Und lass DIch nicht nicht von irgendwelchen PNs verunsichern. Wenn IHR BEIDE ein kleines Würmchen haben wollt , dann wird es auch schon klappen.

Ehen bzw. Beziehungen scheitern nicht wegen Kindern, sondern weil man sich aus den Augen verliert oder einfach anders entwickelt.

@Power24
Würde mich sehr geehrt fühlen, wenn Du mich um Rat fragst !!!


Ich glaub, wir Frauen, die wir uns mit "gebrauchten Männer" nebst Kinder und Exfrauen rumärgern, wir haben einen entscheidenden Vorteil ... unsere Männer haben schonmal eine Trennung durchgemacht. Ihnen wurden Ihre Fehler (berechtigt oder unberechtigt) sehr deutlich unter die Nase gehalten. Sie hatten die Chance sich zu reflektieren und können nun mit uns einiges neu machen ohne ihr Gesicht zu verlieren ... nach dem Motto "Ich hab Dir schon seit Jahren gesagt, dass Du dies und das und blablabla".

Es ist nicht immer einfach, wenn Männer schon Kinder haben, aber es hat halt einfach auch ein paar geniale Vorteile. Angefangen, dass ich mir sicher sein konnte, dass mein Mann WIRKLICH mit in den Kreissaal wollte und auch genau wußte auf was er sich da einläßt.:freches grinsen:

Und was ich wundervoll finde ... mein Mann sagt jetzt, dass er bei seiner älteren Tochter leider sehr viel verpaßt hat. Jetzt ist er ein sehr viel bewußterer Vater !!!

Es wäre schön, wenn ich mal wieder von Euch bzw. Eurer Planung höre. Ich schreib übrigens regelmäßig im "Das Schönste was es gibt"-Strang und dort freuen wir uns immer sehr über ein paar neue "Gesichter" und sind ganz dolle am mithibbeln bei "Planschwangerschaften".

LG
Marie

b751
21.08.2013, 18:46
Hallo,

also wir haben mittlerweile 2 Kinder und unsere Beziehung geht auch mittlerweile so ziemlich den Bach hinunter. Wir haben gar keine Zeit mehr für uns zu zweit und sind oft nur noch genervt vom Anderen, Streiten oft. Romantik und Zärtlichkeiten haben überhaupt keinen Platz mehr bei uns weil immer ein Kind schreit oder Aufmerksamkeit will. Wenn wir dann mal gemeinsame Zeit haben (endlich!), habe ich schon fast Angst davor, weil man dann mit dem Partner ganz allein ist und feststellt, daß man sich gar nicht mehr viel zu sagen hat (außer über die Kinder reden oder was man jetzt bald wieder machen muß - also Organisatorisches) und wenn man dann Sex probiert ist es ganz schrecklich da so gestellt und mechanisch. Die ganze Leichtigkeit ist bei uns dahin und wir leben in so einer Art Eltern-Kind-WG in der es nur noch um die Kinder geht aber nicht mehr um die Paarbeziehung. Also ohne Kinder hätte ich mich schon längst längst getrennt. Nach den Geburten der Kinder habe ich an meinem Partner negative Seiten entdeckt, die ich davor ignoriert oder nicht gesehen habe. Ich weiß es nicht. Ich hänge sehr an meinen Kindern und mein Partner auch. Wir sind gerade dabei ein altes Haus renovieren zu lassen (von Handwerkern) und das hat den Streßfaktor natürlich auch erhöht, denn man muß sich da ja um alles kümmern etc... und oft sieht es zu Hause aus wie die Sau wenn die Handwerker nicht aufräumen / putzen.
Mein Partner redet nicht mehr mit mir und zieht sich komplett in sich hinein. Aus seiner Sicht, gebe ich ihm die ganze Schuld und er muß sich immer verteidigen. So gibt es oft Mißverständnisse in dener er denkt, ich würde ihm Vorwürfe machen dabei war es gar nicht so von mir gemeint.
Na ja ich weiß nicht, wir kommen auf keinen grünen Zweig mehr aber zugleich sind wir so ausgelaugt von den Kindern, Arbeiten gehen und Haushalt schmeißen, Haus renovieren, daß wir uns abends nur noch einfach in die Betten schmeißen und schlafen. Für mehr haben wir einfach keine Kraft mehr. Es ist so ein bißchen wie ein nie endender Survalurlaub. Ich hoffe, daß die Kinder bald weniger anstrengend werden denn ich weiß nicht, ob ich das noch lange so aushalte. Ich liebe meine Arbeit und möchte nicht nur zu Hause mit den Kindern hocken. Doch zugleich macht dies unser Alltagsleben natürlich um einiges stressiger. Wir haben keine Großeltern in der Nähe und sind auf uns selbst gestellt. Die Kinderbetreuung in Deutschland ist mangelhaft.
Hätte ich das gewusst, hätte ich sicher keine Kinder bekommen denn unsere Beziehung war sehr schön und harmonisch. Eines ist sicher: mit Kindern hat man überhaupt keine Zeit mehr für sich, für sein Hobby. Man kann froh sein, wenn man als Mutter arbeiten gehen darf...

jessie3640
21.08.2013, 19:52
Hallöchen

Nach dem Posting, hats mich dann doch mal in den Fingern gekribbelt, wel ich finde,hier wird ein -zum Teil- falsches Bild vom Elternsein vermittelt.

Eine Beziehung lebt von Veränderung, denn der Mensch verändert sich, stetig, mal in die eine oder andere Richtung. Als Paar muss man schauen, das man noch einen gemeinsamen Nenner findet, Kompromisse und Lösungen sucht wenn es mal harkt. Wer weiss also wie sich die Beziehung jetzt ein paar Jahre später entwickelt hätte wenn man doch keine Kinder bekommen hätte?

Als Eltern 2er Kleinkindern ist man(n) bzw Frau halt nunmal-temporär- sehr belastet, es ist sehr schwierig neben den ganzen Bedürfnissen/Ansprüchen/Arbeit die die Kinder, der Arbeitgeber, der Haushalt und auch man selbst (Stichwort Ehrgeiz, der Wunsch immer alles richtig zu machen) an einen stellt sich als Paar und schliesslich auch sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Das heisst aber nicht das das nicht geht. Ich erlebe es bei uns und auch in unserem Bekanntenkreis. Es muss "nur" von beiden Seiten auch die Bereitschaft dazu da sein.
Stress muss halt einfach abgebaut werden, sonst entläd er sich am nächsten- dem Partner oder an sich selbst.

Vielleicht fällt es dir leichter, wenn du den Zustand, so wie es momentan läuft als Phase siehst, die vorbei geht? und wieder zu deinen eigenen Glück, Gemütsempfinden beiträgst indem du oder ihr auch mal wieder -erstmal alleine, dann auch zusammen- dem nachgeht was euch Spass macht und gut tut. Das ist auch mit Kindern möglich.

Schnapp dir die Sporttasche, drücke deinem Mann die Kinder in die Hand und geh zum Sport, einen der dir Spass macht. Das macht fit und vertreibt trübe Gedanken und du machst was für dich! Sich 1-2 mal die Woche in irgendeiner Art sich sportlich zu betätigen trägt einfach zum seelischen und körperlichen Wohlempfinden und auch der Gesunderhaltung bei. Man baut Stress ab und der Kopf wird frei. Probiere es aus. Und schicke deinen Partner im Gegenzug auch los. Auch wenn er anfangs müffelt. Es wirkt ;-)

Oder wenn das momentan nicht geht, such dir etwas womit du dich abends beschäftigen kannst und wo du den Kopf frei bekommst. Versuche es mit Häckeln,Stricken (nicht lachen, das funktioniert damit wirklich),nähen,filzen,basteln...........

Was ist mit einem Babysitter?

Treffe dich mit Freunden, geh in die Therme ....die Liste kann beliebig verlängert werden.

....und das alles kann man auch machen, wenn man grade im Umzugs/Renovierungsstress ist, wenn man wenig Geld hat (dann sucht man sich halt was was nichts kostet, meldet sich im Verein an....es gibt so viel) oder auch Zeit.

Ist das noch was zwischen euch, dann ist es vielleicht nur so gut verschüttet, dass es erst wieder aufflammen muss und wieder zum Leben erweckt werden muss. Negative Charaktermerkmale haben wir alle, eine Beziehung bedeutet Arbeit, unermüdliche Arbeit sich immer wieder mit einander auseinanderzusetzen, sich zu reiben, dann das setzt Energie frei und die braucht ihr zu Veränderung. Das wird mit einem neuen Partner nicht anders sein, irgendwann ist die Phase der rosa roten Brille vorbei und ich behaupte auch mal das man mit dem Alter auch sturer und anspruchsvoller wird, durch seine Erfahrungen auch mal mehr noch auf einer Meinung besteht.

Was ist mit einer Paartherapie? Eine neutrale Person die das ganze von aussen betrachtet kann Wunder wirken!

Alles Gute und liebe Grüsse
Jessie

Wenn das so nicht möglich ist

Inaktiver User
21.08.2013, 21:01
Puh, b751, das sind krasse Worte!
Angst vor der Situation zu haben, mit dem Partner alleine zu sein. Ohne Kinder schon längst die Beziehung aufgegeben zu haben.
Sag mal, kam das alles erst nach Kind Nr. 2? Ich meine, tendenziell muss da doch schon nach dem ersten Kind einiges in die Schieflage gerutscht sein, warum dann Nr. 2 noch? Und warum dann noch ein Hausprojekt? Wenn ihr eh alles schon als so stressig empfindet? Wie alt sind denn Deine Kinder?
Klar, es IST oft stressig, brutal arbeits- und zeitaufwändig, aber bei Deinem Post klingt so gar nichts Schönes mehr durch, denn das sollte es doch auch sehr oft sein: total schön als Familie. Was macht denn Deine Kinder so anstrengend? Vielleicht könnt ihr euch mit beiden mal öfters aufteilen, jeder nimmt ein Kind, abwechselnd. Machen wir häufiger mal und das finde ich z.B. total entspannend.
Alles das, was Jessie schrieb, kann ich auch nur unterschreiben. Sport und ein kleines bisschen Zeit allein, für beide Partner.
Ich wünsch Dir jedenfalls alles Gute und dass ihr das hinkriegt.

Peppis
22.08.2013, 09:22
Eines ist sicher: mit Kindern hat man überhaupt keine Zeit mehr für sich, für sein Hobby. Man kann froh sein, wenn man als Mutter arbeiten gehen darf...

Vielleicht tun euch auch paar Sitzungen Paartherapie gut ? Damit ihr wieder zu euch findet ?

Wie alt sind die Kinder ?

Ich finde den Vorschlag von taekwondo gut. Vielleicht könnt ihr euch gegenseitig Freiräume verschaffen ?

Wird bei uns recht erfolgreich gemacht. So kommt jeder noch zu seinen Hobbys und Zeiten ohne Kinder. Mal ein Kinoabend, Treffen mit Freunden, Sport.

Es tut mir ein bisschen weh, das zu lesen. Auch für die Kinder.

Familie ist anstrengend, aber wenn da keine glücklichen Momente mehr empfunden werden können ? :niedergeschmettert: