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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Ferber Methode



Inaktiver User
26.08.2013, 15:19
Hallo,

ich habe schon ziemlich viel im Internet recherchiert über die sog. Ferber-Methode. Ich finde diese grundsätzlich brutal und würde das Schreienlassen nie praktizieren. Im Internet hab ich allerdings von Eltern gelesen, für die das Buch anscheinend die Rettung war und die ansolut überzeugt sind. Hat jemand von euch Ahnung von der Methode und ne Meinung dazu?

Cariad
26.08.2013, 15:31
Meine Meinung dazu: Ich würde es nicht machen. Mein Sohn ist ein schlechter Schläfer, aber es ist aushaltbar.

Aber ich weiß auch, wie es mir ging nach Nächten, in denen er alle Stunde wach wurde. Wer ein Kind hat, das dauerhaft extrem oft aufwacht, und möglicherweise vollzeit arbeiten muss, für den mag das die letzte Rettung sein. Da sollte man sich kein Urteil anmaßen.

Schlafentzug kann auf Dauer einfach furchtbar sein.

brighid
26.08.2013, 15:35
Schlafentzug kann auf Dauer einfach furchtbar sein.

laut amnesty international ist schlafentzug eine foltermethode.

Cariad
26.08.2013, 15:46
laut amnesty international ist schlafentzug eine foltermethode.

Ja, aber man kann Babys nicht vor den internationalen Gerichtshof stellen. :freches grinsen:

brighid
26.08.2013, 15:50
Ja, aber man kann Babys nicht vor den internationalen Gerichtshof stellen. :freches grinsen:

nein. aber mitleid und mitgefühl mit schlafentzogenen müttern haben.

aber einem gewissen punkt des schlafentzuges ist das gehirn wie bei ca. 2.0 promille (aussage eines notaufnahme-arztes)

-Prinzessin-
26.08.2013, 15:52
Oh je, da hast du ein Thema angeschnitten. Ich sage mal nichts dazu und bin gespannt, wann die Diskussionen zu dem Thema aufhören, sachlich zu bleiben... Habe zu dem Thema hier schon mal eine (ich drücke es mal vorsichtig aus) mehr als hitzige Gesprächsrunde erlebt...
LG
Prinzessin

Inaktiver User
26.08.2013, 15:58
Ach herje, das ist ABSOLUT NiCHT meine Absicht. Habe hier schon öfters mal mitgelesen und finde dieses Forum sehr ausgewogen und hoffe nicht, dass die Diskussion ins unsachliche abdriftet.:kuss:

viv_1980
26.08.2013, 16:01
Schwierig.

Ich habe eine 6 Monate alte Tochter - und sie war anfangs eine extrem schlechte Schläferin, die nur minutenweise geschlafen hat, nachts oft 5 Stunden am Stück (!) getrunken hat (mit kleinen Nickerchen zwischendurch) und sich nicht ablegen ließ.

Des Rätsels Lösung: Die Flasche. Seit ich begonnen habe, unser Kind vollständig zu ernähren, sprich nicht mehr nur zu stillen, ist sie das ausgeglichenste Baby überhaupt. (Und ich hatte viel Milch!!) Sie ist mit 52 cm zur Welt gekommen, hat in 6 Wochen 3 kg zugenommen (danach konnte ich es mangels Hebamme nicht mehr beobachten) und war immer schlank, aber eben immer hungrig und durch Stillen allein nie satt zu bekommen. Mittlerweile liegt sie mit ihrer Körpergröße weit jenseits der 97. Perzentile, ist seit dem 5. Monat abgestillt, schläft durch und ich werde regelmäßig gefragt, ob sie denn auch weinen könne. Aber es war nicht einfach, sich vom heute allgegenwärtigen "Still-Terror" zu lösen. Auch jetzt ist es noch so: Wenn sie Hunger hat und ich sie ablegen will, wird gebrüllt. Macht nix, die Flasche ist in beliebiger Menge sofort zur Stelle.

Zwischendurch habe ich auch mal "Jedes Kind kann schlafen lernen" gelesen, und mich von Ratschlägen, wie einem wenige Wochen alten Kind beizubringen, allein einzuschlafen, wahnsinnig machen lassen. Sie aber zum Glück nicht befolgt. Meine Tochter schläft mit 6 Monaten selten allein ein, und ich wüsste jetzt nicht, warum das problematisch sein sollte. Ich stelle aber fest, dass das in letzter Zeit immer öfter "passiert". Sie liegt auf ihrer Decke am Bauch, spielt, legt den Kopf ab, und macht irgendwann die Augen zu. Völlig problemlos. Aber nicht "steuerbar". Abends gibt's eine Geschichte, die Flasche - und ich bleibe bei ihr bis sie schläft. Mein Eindruck: Je mehr Geborgenheit und je satter, desto ruhiger und ausgeglichener ist sie und desto eher schläft sie von selbst ein.

Mir ist natürlich klar, dass jedes Kind anders ist und dass es Situationen gibt, in denen das nicht mehr ganz so einfach ist. Wenn die Kleinen die Nacht zum Tag machen und man arbeiten muss. Dann sieht die Sache naturgemäß ganz anders aus. Aber ich bin froh, dass bei uns eine Ursache ausfindig zu machen war. Denn, wenn man sich überlegt, was so ein kleines Wesen fühlen muss, wenn es schreiend allein gelassen wird, dann ist der Preis für's Ferbern schon ein sehr hoher.

Also meine Meinung zum Ferbern: Wenn's IRGENDWIE möglich ist, würde ich immer versuchen, es zu vermeiden. Erst, wenn ich mich nach Amnesty International-Kriterien tatsächlich gefoltert fühle, und die einzige Alternative zum Ferbern der Amok-Lauf ist, dann würd' ich darüber nachdenken.

Inaktiver User
26.08.2013, 16:09
Interessant, die Flasche als Lösung. Ja in der Tat, in der heutigen "Stillwelt" mutet es komisch an. Hast Du dann Pre gegeben/ gibst sie noch oder ne 1er? (Ist zwar jetzt o.t. Interessiert mich aber:smile:)

Hanako
26.08.2013, 16:11
Ferber-Methode?

Trotz dem mein erster Sohn ein super super schlechter Schläfer war und ich über Monate hinweg nachts kaum schlafen durfte, habe ich nie in Erwägung gezogen mein Kind zu ferbern.



In so vielen Ländern der Erde schlafen die Babys zusammen mit der Mutter in einem Bett, bzw. zumindest in einem Raum. Das hier verbreitete "Extra"-Zimmer ist typisch deutsch:unterwerf:.

Zudem lernen die Kleinen nach und nach alleine zu schlafen........ Irgendwann schlafen sie durch und schlafen auch alleine ein. Das die Kinder am Anfang nicht einschlafen können, hat oft andere Gründe (Wachstumsschübe, Entwicklungsschübe, Überreizung) und brauchen den Trost der Bezugsperson. Mit dem Ferbern wird er da ja regelrecht entzogen. Die Mama/der Papa wird gebraucht zum Trost, aus Angst und das soll eben mit Zwang abgewöhnt werden..........

viv_1980
26.08.2013, 16:17
Sie kriegt die Pre HA. Ich will aber auch das jetzt nicht zur Allzweck-Waffe gegen schlechten Schlaf erheben. Wir haben in Sachen Längenwachstum ja schon ein etwas "außergewöhnliches" Baby. Bei uns war's aber tatsächlich die Lösung.

Und ich konnte in dieses Baby anfangs tatsächlich "hineinleeren" soviel ich wollte, die hörte nie von allein zu trinken auf. :zwinker: T.w. weit über 200 ml auf einmal eine Stunde nach der letzten Mahlzeit. Das gab mein Busen einfach nicht her. Hier wurde mit 3 Monaten noch "geclustert", weil ich lange Zeit versucht habe, zwar auch die Flasche zu geben, aber relativ restriktiv. Mein Kind kannte über viele, viele Wochen nur 3 Modi: Trinken, Schlafen, Schreien. Als ich aufhörte, die Flaschennahrung zu begrenzen, gesellte sich ein 4. Modus dazu: Das zufriedene Kind :freches grinsen:

Hanako
26.08.2013, 16:23
Ferber-Methode?

Trotz dem mein erster Sohn ein super super schlechter Schläfer war und ich über Monate hinweg nachts kaum schlafen durfte, habe ich nie in Erwägung gezogen mein Kind zu ferbern.



In so vielen Ländern der Erde schlafen die Babys zusammen mit der Mutter in einem Bett, bzw. zumindest in einem Raum. Das hier verbreitete "Extra"-Zimmer ist typisch deutsch:unterwerf:.

Zudem lernen die Kleinen nach und nach alleine zu schlafen........ Irgendwann schlafen sie durch und schlafen auch alleine ein. Das die Kinder am Anfang nicht einschlafen können, hat oft andere Gründe (Wachstumsschübe, Entwicklungsschübe, Überreizung) und brauchen den Trost der Bezugsperson. Mit dem Ferbern wird er da ja regelrecht entzogen. Die Mama/der Papa wird gebraucht zum Trost, aus Angst und das soll eben mit Zwang abgewöhnt werden..........

Ok, nochmal ein Nachtrag.

Mein Lösung war und ist das Familienbett. Ist wirklich nicht immer schön, aber man hat (ich hatte) so endlich mehr schlaf und Ruhe! Mein Großer ebenso.

Ich habe ihn dann mit meinem zweiten Sohn (Mai 2012) im Dezember in das eigene Zimmer umziehen lassen. Wir hatten kein Geschrei, oder irgendwelche großen Stresszustände, das lief hier wirklich bilderbuchmäßig ab. Jetzt kommen sie ab und an nachts in unser Bett. Mal mehr, mal weniger. Oft schlafen sie auch durch (selten zusammen *gg*) aber je älter der Kleine wird, desto besser wird es hier!

Wir haben übrigens einen medizinischen Grund für das schlechte Schlafen meines Sohnes (jetzt erst im Feburar 2013) gefunden. Hier waren es schlichtweg die Polypen, die wohl schon recht groß bei der Geburt waren, er somit schlecht Luft durch die Nase bekam und somit hauptsächlich durch den Mund atmete. Und wer hatte nicht schonmal Schnupfen? Da weiß man doch, dass man mitten in der Nacht aufwacht und einen riesen Durst hat! Und da wacht man auch nicht nur einmal auf, sondern mehrmals. Daher hatten wir den Schlechtschläfer!

Es liegt wirklich nicht immer daran, dass das Kind nicht alleine einschlafen will bzw. durchschlafen will. Es KANN nicht. Wie im ersten Posting von mir schon erwähnt, gibt es ne Menge Gründe, warum Kinder nicht einschlafen bzw. nicht durchschlafen können.

Was mich persönlich echt aufbringt ist, dass so einige den Kindern dann "bösen" Willen unterstellen a lá das macht es mit Absicht, das Kind provziert, testet seine Grenzen......... klar:zwinker:, Babys haben schon die Weitscht, versteht sich doch von selbst........

Immer erstmal andere Dinge austesten, bevor man zu solch Methoden greifen muss...

viv_1980
26.08.2013, 16:34
Was mich persönlich echt aufbringt ist, dass so einige den Kindern dann "bösen" Willen unterstellen a lá das macht es mit Absicht, das Kind provziert, testet seine Grenzen......... klar:zwinker:, Babys haben schon die Weitscht, versteht sich doch von selbst........

Immer erstmal andere Dinge austesten, bevor man zu solch Methoden greifen muss...

Seh ich ganz genauso!! Ich bin sicher: Würde man ein Baby fragen, ob es lieber durchschläft, wäre die Antwort: ja. Und wenn es das nicht KANN, hat's einen Grund. Aber den rauszufinden, ist halt nicht immer einfach. Und nicht immer der Weg zur Lösung. Wenn nämlich schlicht das Hirn nicht reif genug ist, dann "hilft" wohl tatsächlich nur ferbern. Dann wacht das Baby - nach den derzeit gängigen Theorien - in der Nacht auf, weiß: "Um mich kümmert sich eh keiner." und schläft irgendwann weiter. Wie gesagt: Als Alternative zum Amoklauf wohl zu vertreten, aber ich möchte, dass mein Kind weiß, da ist immer jemand, der sich kümmert.

Wiesenkraut
26.08.2013, 16:51
Wenn man dieses Buch liest, sollte man ein paar Dinge beachten:
1. es wurde in den 80er Jahren geschrieben
2. es wurde für Kinder geschrieben, die über ein Jahr sind
3. Es wurde für Eltern geschrieben, die kurz vor dem Nervenzusammenbruch waren und Angst hatten ihrem Kind was anzutun.
4. Ferber stammt aus den USA, die gerade zum damaligen Zeitpunkt ein anderes Erziehungsbild als heute hatten.

Wenn man das alles berücksichtigt, ist eine sachliche Diskussion warscheinlich möglich.

das im Internet immer wieder auftauchende Interview von John Seabreack mit Dr. Ferber
Quelle: From The New Yorker November 8, 1999



Ich gestand Dr. Ferber, dass wir mit unserem Baby zusammen schliefen. "Wir bringen ihn in unser Bett, oder meine Frau stillt ihn in den Schlaf und legt ihn dann hin – auf jeden Fall schläft er fast nie von allein ein. Und ich mache mir Sorgen, dass er sich daran gewöhnen könnte..." Schuldbewusst verstummte ich. Dr. Ferbers Stimme klang beruhigend. "Nun, verschiedene Dinge können passieren. Vielleicht kommt er mit 6 Monaten zur Ruhe und fängt an, besser zu schlafen. Dann haben Sie kein Problem, wenn Sie mit dem Familienbett zufrieden sind. Aber vielleicht halten seine Probleme auch an, und dann wird es um so schwerer, sie zu überwinden, je später es ist. Im Verhältnis zu anderen ist er jedoch noch klein genug, so dass Sie die freie Entscheidung darüber haben, was Sie tun. Denn sowohl das Schlafen im Familienbett als auch das Schlafen im eigenen Bett kann funktionieren.
"Aber hier in Ihrem Buch heißt es doch..." Ich las ihm zwei Sätze vor, die ich meiner Frau während einer unserer Auseinandersetzungen um 2 Uhr morgens vorgelesen hatte: "Obwohl es vernünftig sein kann, Ihr Kind für ein oder zwei Nächte mit zu sich ins Bett zu nehmen, falls es krank oder wegen irgendetwas verängstigt ist, ist es jedoch meistens keine gute Idee." Und: "Allein schlafen zu lernen ist wichtig für das Kind, damit es lernt, ohne Ängste von Ihnen getrennt zu sein und sich selbst als ein unabhängiges Individuum zu betrachten."
"Ich wünschte, ich hätte diese Sätze nicht geschrieben", entgegnete Ferber. "Sie stammen aus der herkömmlichen Literatur. Es sind Pauschalaussagen, die einfach nicht stimmen. Es gibt viele Beispiele, in denen das Familienbett funktioniert. Meine heutige Einstellung ist, dass Kinder mit ihren Eltern zusammen oder allein schlafen können. Was wirklich zählt, ist, dass die Eltern sich darüber klar werden, was sie wollen."



hier auch im englischen Orginal

confessed to Dr. Ferber that we were sleeping with our baby. "We bring him into our bed, or my wife nurses him to sleep and then puts him down--anyway, he almost never goes to sleep on his own. And I'm worried that he's going to get in the habit of it...." I trailed off guiltily. Dr. Ferber's voice was reassuring. "Well, several things could happen. He might settle at around six months and start sleeping better. Then you've got no problem, if you're happy with the co-sleeping. Or his problems might persist, and the longer they go on the harder it will be to overcome them. At any rate, he's still young enough that you've got some freedom to decide what you want to do. Because either co-sleeping or putting him in his crib can work."

"But it says here in your book..." I read him two sentences I had read to my wife during one of our 2 A.M. showdowns: "Although taking your child into bed with you for a night or two may be reasonable if he is ill or very upset about something, for the most part this is not a good idea." And, "Sleeping alone is an important part of his learning to be able to separate from you without anxiety and to see himself as an independent individual."
"I wish I hadn't written those sentences," Ferber replied. "That came out of some of the existing literature. It is a blanket statement that is just not right. There's plenty of examples of co-sleeping where it works out just fine. My feeling now is that children can sleep with or without their parents. What's really important is that the parents work out what they want to do."

Linda73
26.08.2013, 17:20
Unser großer wurde mit 14 Monaten geferbert. Seine schlafdauer hat sich von 12 auf 14 Stunden erhöht und er war in folge ausgeglichener. Ich auch, denn davor bin ich 4-6 mal pro Nacht aufgestanden. Innerhalb von 3-4 Tagen hat er durch geschlafen.

Es kann also durchaus der richtige weg sein, wenn man dahinter steht.

Sicher nicht der weg für jedes Kind.

viv_1980
26.08.2013, 17:24
Unser großer wurde mit 14 Monaten geferbert. Seine schaffhauser hat sich von 12 auf 14 Stunden erhöht und er war in folge ausgeglichener. Ich auch, denn davor bin ich 4-6 mal pro Nacht aufgestanden. Innerhalb von 3-4 Tagen hat er durch geschlafen.

Es kann also durchaus der richtige weg sein, wenn man dahinter steht.

Sicher nicht der weg für jedes Kind.

Dass man nach 14 Monaten 4-6 Mal pro Nacht aufstehen an seine Grenzen bzw. darüber hinaus gerät, kann ich verstehen. Das ist wohl tatsächlich Folter durch Schlafentzug.

neka
26.08.2013, 19:29
Wie es halt bei solchen Themen ist: es gibt Befürworter und Gegner. Ist aber meiner Meinung nach hier besonders subjektiv zu sehen, denn das Empfinden, wieviel Schlafentzug die Eltern aushalten oder ab wann man tagsüber nicht mehr funktioniert, ist doch sehr individuell. Wobei ich es als schlimm empfinde, egal ob ich arbeiten muss oder einen Tag mit Kind daheim habe (auch wenn Tage daheim evtl ne Schlafpause beinhalten ;-)).
Das mal vorab und pauschales Schimpfen oder Verherrlichen find ich eh nicht gut (womit ich was pauschalisiere, gut nä? *g*).

So, wir haben die Methode aus "Jedes Kind..." sehr erfolgreich Anfang des Jahres eingeführt. Bin mir gar nicht sicher, ob das 100% dem sog. Ferbern entspricht oder nur daran angelehnt ist? Jedenfalls tanzte unser Kind und zuvor 2 Monate sprichwörtlich auf der Nase herum, ab etwa 8 Monaten. Zuvor waren wir maximal 1-2 nachts zur Tussi gerufen wurden, auch durchschlafen ging schon zwischendrin. Es war jedenfalls alles komplett aus den Fugen und es half genau nichts. Jede Nacht wurde zum Tag und wir waren alle drei am Anschlag. Alle müde, schlecht gelaunt und mit den Nerven runter. Ja, auch die Tussi.
Wir führten dann die Methode konsequent ein. Hat meiner Meinung nach auch nix mit planlosem "unser Kind brüllt sich in den Schlaf" zu tun. Am ersten Abend gingen wir nach 1 Minute jeweils wieder ins Kinderzimmer zum Beruhigen. Nach 30 Minuten schlief die Tussi und nachts wachte sie nur 1x auf (wenn ich mich da korrekt 8 Monate zurück erinnere - evtl schlief sie durch oder es war 2x aufwachen, aber insgesamt eine vergleichsweise extrem ruhige Nacht!).
Die "Dosis" wurde gesteigert, minutenweise jeden Tag. Und es hatte bei unserem Kind echt den Effekt, dass sie erstens besser und allein einschlief und zweitens mit nächtlichem Aufwachen auch super zurecht kam. Oft hörten wir nur ein einmaliges Quaken beim Umdrehem und sie schlief ganz ruhig weiter.
Ich würde sagen, das war ein Gewinn für uns alle, denn auch die Tussi war viel ausgeglichener. Parallel dazu führten wir übrigens auch wieder ein Schlafprotokoll ein, um den Bedarf festzustellen. Wir legten sie abends zur selben Zeit ab und weckten sie morgens, wenn sie nicht selbst aufwachte, zur selben Zeit. Tagsüber gab es zwar keine fixen Zeiten (das haben wir einfach nie geschafft), aber eine maximale Schlafdauer. Daran haben wir uns sehr strikt gehalten und so wurde alles tatsächlich entspannter.
Inzwischen haben wir gerade wieder eine schlechte Phase, was zwar nervtötend, aber sicher ganz normal ist. Wir haben es auch - aus Bequemlichkeit, geb ich zu - mit schlafen bei uns versucht. Das ging eigentlich gut und sogar lange gut. Aber jetzt sind wir letzte Woche wieder an dem Punkt angelangt, an dem nix mehr ging und sie wieder total ausgeflippt ist nachts. Seit 2 Tagen halten wir wieder am Programm fest (ohne Protokoll, denn Schlafbedarf ist konstant seit Monaten). Es ist zäh, was uns nach etwa 2 Monaten Abstinenz (oder Inkonsequenz ;-)) nicht wundert. Aber wir glauben an den erneuten Erfolg, weil wir das Ergebnis kennen und die Tussi das schlafen sicher nicht zu 100% verlernt hat, sondern gerade zuviel Baustellen hat (laufen lernen, Backenzähne, Sprache, Trotzphase...).

Allgemein ist es sicher wichtig, dass die Eltern sich über die Methode einig sind und es nicht für eine Strafe halten. Ich sehe da echt den Nutzen für die ganze Familie und das langfristige Ergebnis.
Und wer jetzt denkt "krass, lässt die das total kalt, wenn ihr Kind sich wegbrüllt!?", liegt falsch ;-) ja, es ist schon auch hart, auch für mich, auch für Herrn neka. Aber wir kennen die Folter durch Schlafentzug über Wochen leider sehr gut und sind ohne Schlaf viel schlechtere (nämlich reizbare, unmotivierte) Eltern. Das berüchtigte Schreinlassen ist für uns mehr als ein schreiendes Kind, sondern das schrittweise Gewöhnen ans Ein- und Weiterschlafen ohne Hilfe, was wirklich keine Strafe darstellt. Ich glaube, das wird oft etwas dramatisiert. Wie gesagt: sicher nix für jede Familie, aber für blankliegende Nerven eine Überlegung wert.
Ausserdem hätte ich es bei einem jüngeren Kind nicht probiert, die Tussi war bei Beginn fast 10 Monate alt. Noch jung, klar. Aber schon etwas verständiger und eben auch kein Neugeborenes mehr. Mit 5 Jahren kommt man wahrscheinlich etwas spät dafür ;-)
Das als meine persönliche, individuelle Erfahrung. Ist so wenig wie ein Familienbett für alle und absolut praktikabel. Probieren muss jede Familie selbst.

Linda73
26.08.2013, 21:07
Neka, danke für deinen ausführlichen Bericht. Er deckt sich größtenteils mit unserer Erfahrung.

Ich denke die meisten, die davon ausgehen, dass ferbern gleichbedeutend mit schreien lassen ist, haben das Buch nicht gelesen. Sie kennen es vermutlich vom hören-sagen oder nur ne kurze Zusammenfassung.

Ich war damals auch wochenlang der Meinung, das sei nichts für unser Kind. Eine Freundin konnte mein Gejammer über schlechte Nächte nicht mehr hören und gab mir das Buch.

Ich las es und einige Überlegungen klangen so plausibel, dass ich bereit war, diesen weg zu probieren.

Auch bei uns gab es im alter von 18-22 Monate nochmal einen "Rückschlag" und dann war alles super.

lou79
26.08.2013, 21:19
Hallo!
Ich habe jetzt die vorherigen Posts nicht gelesen und hab auch kein Patentrezept. Aber das hier hat bei uns absolut geholfen und 1,5 Jahre später schläft er immer noch durch bzw. legt sich sogar nachmittags von alleine um 13:00 Uhr hin und sagt: "Mama, dunkel machen, will haya machen." Und legt sich auf den Teppich wenn's kein Bett gibt :lachen: Vom Ferbern halte ich übrigens absolut GAR NIX. (Weil mein erstes Kind so grottenschlecht schlief habe ich alle, aber auch alle Bücher im Hugendubel zum Thema gelsen!) Ich horche immer erst Mal, wenn meine Kids aufwachen und Laute von sich geben. Oft träumen sie und beruhigen sich selbst. Aber wenn einer richtig schreit dann komme ich. Vertrauen ist ein Grundstein. Da sollte man keinen Riss im Fundament riskieren. Meine Meinung.

Mein Sohn wollte ca. 2-3 Mal in der Nacht trinken, war fast 1 Jahr alt. Das war einfach nach den ganzen Erkältungen im Winter antrainiert, weil er ja nachts Durst hatte und ich stillte. Hunger ist das ja nicht. KiArzt sagt, dass Babys mit 4 Monaten schon keine Nahrung mehr nachts brauchen. Das gab mir Sicherheit. Meiner Meinung nach Grundvoraussetzung. Wenn man selbst unsicher ist und keine richtige Entscheidung getroffem hat, es durchzuziehen kann es schnell kippen.... Das Essverhalten ändert sich ja auch mit der Umgewöhnung schnell. Danach ass er tagsüber gescheit, trank auch gut Wasser. Hat er echt so schnell gelernt. Es war ja kein Schlafprogramm im eigentlichen Sinne, wo man das Baby schreien lässt, sondern ich habe ihn einfach getröstet indem ich ihn auf den Arm nahm statt mit Nahrung zu trösten. Dann war er auch sofort ruhig. (Mein erst Sohn beruhigte sich nicht sofort, aber ich habe ihn einfach fest im Arm gehalten und gewartet bis er aufhörte! Keine anderen Hilfen benutzt) Sohn Zwei lies sich sogar später allein durch mein Singen beruhigen, ohne ihn hochnehmen zu müssen. Oder vielleicht hat er deshalb so schnell freiwillig geschlafen :wie?:...damit er das nicht weiter hören muss! :erleuchtung:... Seitdem schläft er von 19:30 bis ca. 7:00 Uhr durch. Wie ein schweizer Uhrwerk. Ich lege ihn hin und er schläft ohne Prolem selbständig ein. Das ist einfach klasse..

Also, hier ist meine Vorgehensweise:

1. Nacht: 1:00 Uhr wach, geschrien, rein ins Zimmer, Licht ausgelassen, auf den Arm genommen, getröstet, aber nicht hin und her geschaukelt oder hin und her gelaufen, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, geschrien, auf den Arm etc. 1,5 Std hat's gedauert...

2. Nacht: 1:30 Uhr wach, geschrien, auf den Arm, getröstet, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, geschrien, auf den Arm etc. 1 Std. gedauert. Und er hat sich schneller beruhigt.

3. Nacht: 3:30 Uhr wach, gemeckert, auf den Arm, getröstet, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, auf den Arm etc. 1Std. Und noch schneller beruhigt, teilweise ohne ihn auf den Arm zu nehmen, mit LaLeLu singen

4. Nacht 5:00 Uhr wach, gemeckert, sich selbst beruihigt, wieder wach, auf den Arm, getröstet, hingelegt etc. 45 Min. Dann bis 7:30 geschlafen

5. Nacht: Thema durch. Hurra!

Viel Glück, Durchhaltevermögen, gute Nerven und alles Gute!

neka
27.08.2013, 07:55
Linda:
Ah, da kennst du also auch die "Rückfallphase" :smirksmile: Macht mir Hoffnung, dass wir hier auch wieder übern Berg kommen.

Ich war übrigens sehr versucht, heute Nacht die Tussi zu uns zu holen, obwohl sie nach 1 mal wieder bis 6 geschlafen hat ohne Piep. Aber sie hatte abends Fieber und war auch nachts recht warm. Weil sie aber gar nix von sich hören liess, hat sie wohl auch gut geschlafen im eigenen Bett. Da wäre ein Umzug zu uns nur eine Beruhigung für mich gewesen :freches grinsen:

Weil jetzt durch Lou noch das Thema nächtliches Trinken aufkam: das haben wir mit 7 Monaten ausgeschlichen, als die ersten Zähne durchkamen. Stiess nicht auf Begeisterung, aber ging über 2 Wochen ganz gut. Find ich persönlich noch eine gute Idee, das zu beenden. Mir ging es da vor allem um den Schutz der Zähne, weil ich selbst ganz fies Karies schon als Kind hatte. Es ging mit den "wilden" Nächten zwar kurz danach los und wir dachten "vielleicht braucht sie doch noch ne Flasche?", aber die wurde dann immer abgelehnt. War also wohl nicht der springende Punkt. Würde ich bei einem 2. Kind übrigens wieder so etwa in dem Alter abgewöhnen, später wird es meiner Meinung nach immer schwieriger. Und ja, das ist wieder was, was alle Eltern für sich wissen müssen (will hier sicher nicht die absolute Lehre für mich pachten :freches grinsen:). Aber ich war damals dankbar für den Hinweis mit den Zähnen und hatte da moralische Unterstützung von aussen :smile:

lou79
27.08.2013, 09:34
Ach ja, ich hätte vergessen zu erwähnen dass ich meine " Methode" zum ersten Ml durchzog als er 6 Monate war um das nächtliche Stillen abzugewöhnen. Das klappte super. Thema war nach 3 Nächten bereits durch. Allerdings bekam er dann eine lange, schlimme Erkältung und weil er kein Wasser trank, bekam er nachts gegen den Durst bei Fieber natürlich die Brust. Das gewöhnten wir dann wieder ab als er ca. 10 Monate war.
Man vergisst das so schnell. Die Zeit rast so mit Kindern :smile:

Liebe Grüße

Inaktiver User
27.08.2013, 09:56
Die nächtlichen Mahlzeiten "abzuschaffen" gehört das auch zum "Ferbern"?
Das hat geklappt, den Mäusen einfach nachts nichts zu geben? Das würde bei uns nicht hinhauen. Hab mal probiert einmal nächtliches Stillen abzugewöhnen, da unser Kind zwei bis dreimal nachts kommt. Aber das ging gar nicht. Sie hat geschrien ohne Ende , ist zwar dann mit Schaukeln eingeschlafen, aber auch nur ne Stunde und war dann wieder wach....

xanidae
27.08.2013, 10:29
Ich gehöre wohl zu denen, die die typisch deutsche Methode bevorzugen: meine Kinder wurden von Geburt an, abends (20 h) in ihr Bett/Babybay gelegt. D. h. ich habe ein Abendritual (wickeln, Schlafsack an, stillen/Flasche, singen, Spieluhr) eingeführt und danach legte ich sie ins Bett. Wenn gemeckert wurde, bin ich gekommen, dann wieder raus, so lange, bis sie eingeschlafen sind. Das war anfangs vielleicht 3-5 Mal und dann schliefen sie schnell ein. Nach dem ersten Tankstopp zwischen 22 - 23 h, kamen sie zu mir/uns ins Bett.

Es galt und gilt die Regel: abends geht jeder in sein eigenes Bett. Nachts dürfen sie jeder Zeit zu uns kommen.

Familienbett war und ist für mich nicht erholsam. Auch wenn ich das grundsätzlich für eine sympathische Idee halte.

Selbstständig und alleine einschlafen zu können halte ich für eine Fähigkeit, die Kinder automatisch lernen, so wie laufen und sprechen. Die einen früher und die anderen später. Aber ich glaube auch, dass ritualisierte Abläufe diese Fähigkeit unterstützen können.

Zum Ferber-Buch an sich teile ich die Meinung von Wiesenkraut.

In meinen Augen gibt es keine ultimative Lösung für das Schlafthema oder jedes andere Thema im Bereich 'Kindererziehung'. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und weil wir so verschieden sind, sind die Wege so verschieden. Deshalb ist es wichtig, sich klar zu machen, dass es nicht unbedingt falsch ist, wenn manche so ganz andere Wege bestreiten als man selbst. Es muss einfach auch für die Familie passen.

Bücher wie das von Ferber können helfen den Weg zu finden. Man braucht es nur lesen und dann kann man entscheiden: geht, geht gar nicht, geht ein bisschen. Genauso kann man viele andere Bücher lesen und dann eben entscheiden. Oder man hört nur auf sein Bauchgefühl oder hört mal der Mutter oder der Schwiegermutter zu.

Nur eines: wenn ich weiß, ich kann nicht gut konsequent sein oder bin nicht überzeugt oder wir als Eltern sind uns nicht einig, dann sollte man es mE lieber ganz lassen. So halbe Sachen verwirren Kinder mE mehr als ein 'Programm' von dem die Eltern überzeugt sind.

emma_ha
27.08.2013, 10:59
Xanidae, das hast du sehr gut formuliert, finde ich.

Ich kann und will mein Kind nicht schreien lassen. Und ich bin für mich selbst absolut kein Fan von Familienbett. Ich kann da nicht gut schlafen.
Und genau deshalb befinde ich ganz aktuell seit etwa zwei Wochen in einem Konflikt, zu dem ich gerne Eure Meinung hätte. Mein Kind (19 Monate) ist momentan ca. jede zweite Nacht wach. Aber nicht mehrmals kurz, sondern am Stück. Letzte Nacht waren es fünf Stunden, von um elf bis um vier. Da ich um halb elf ins Bett gegangen bin und um halb sieben zur Arbeit wieder aufstehen musste, habe ich dementsprechend viel Schlaf bekommen. Der Kurze will nicht spielen und nicht beschäftigt werden. Er ist müde und möchte eigentlich schlafen, er kann nur nicht. (Organische Ursachen schließe ich aus, da er sonst fit und fidel ist.) Er will auch (und das ist neu) nicht mehr auf dem Arm sein, sondern beschwert sich dann darüber, dass man ihn festhält. Alleine lassen geht auch nicht, dann weint er untröstlich. Und das schaffe ich nicht anzuhören, da bekomme ich auch keine Ruhe. Was letzte Nacht die Lösung war (ich glaube aber irgendwie, es gibt jedes Mal eine andere, es gibt kein "Das-funktioniert-immer"), war, neben ihm zu sitzen und seine Hand zu halten. Da war er ruhig. Eingeschlafen ist er aber auch nicht, eben erst nach einigen Stunden, als er völlig übermüdet war.
Normalerweise kann ich mich mit meinem Mann abwechseln, aber der ist im Moment krank.
Ich habe mich jetzt entschieden, mich mit ins Kinderzimmer zu quartieren, obwohl ich auch nicht glaube, dass es das besser macht, denn er schläft eben auch bei Kontakt nicht, sondern wühlt und jammert weiter, ist aber wesentlich ruhiger.
Kann es sein, dass er gerade einen Schub hat und das Hin- und Hergerissensein zwischen Haltsuchen und Autonomie verarbeitet? Er will alleine einschlafen, schafft es aber nicht? Oder so? Kann ich hoffen, dass sich das irgendwann von allein wieder gibt? (Ich muss dazu sagen, dass es auch schon kurze Phasen gegeben hat, in denen er friedlich alleine eingeschlafen ist, und auch solche, in denen er ohne einen Piep elf Stunden durchgeschlafen hat. Also, eigentlich weiß er, "wie es geht". Er ist gewöhnt, in seinem eigenen Bett in seinem eigenen Zimmer zu schlafen, seitdem er 6 Monate alt ist; klar gab es besser und schlechtere Zeiten, und in den allermeisten Fällen mussten wir ihn sehr intensiv in den Schlaf begleiten, auch zeitintensiv, und haben auch nachts einiges an Zeit dort verbracht, aber es war immer in einem Ausmaß, das für mich gut handhabbar und vertretbar war.)
Schadet es bzw. ist es ein Rückschritt, wenn ich jetzt zu ihm ins Kinderzimmer ziehe? Sowas haben wir bisher noch nie gehabt und gemacht, ich habe ein bisschen Bammel, dass ich damit ein falsches Signal setze...

neka
27.08.2013, 11:12
Marie-Anie:
Da das Buch bei uns mein Mann gelesen hat, weiss ich ehrlich nicht, ob es damit in Verbindung gebracht wird. Mir war das Abgewöhnen der Nachtflasche für die Zähne wichtig und das gingen wir mit 7 Monaten an. Als wir damit durch waren, gab es ein paar gute Nächte und dann das Ausflippen. Da sie in den Ausflipp-Nächten die Flasche gar nicht mehr wollte, halte ich das eher für eine zufällige zeitliche Abfolge und glaube nicht, dass sie uns da rückwirkend ärgern wollte :zwinker:
Gestillt habe ich zu der Zeit schon lange nicht mehr, deshalb kann ich nicht vergleichen, ob Stillen schwieriger abzugewöhnen ist als eine Flasche. Und eine Flasche kann man halt erst verdünnen und dann noch die Menge reduzieren, bei der Brust ja eher nicht möglich :freches grinsen: Unsere Tussi wollte die Flasche von selbst nicht mehr, als es sehr wässrig war und dann ging es ohne.
Ich hab das in dem Zusammenhang auch nur erwähnt, weil es natürlich ein anderes nächtliches Beruhigen mit oder ohne Trinken ist. Und ob Stillen oder Flasche macht vermutlich auch nochmal was aus. Wäre denn eine nächtliche Flasche für dich eine Alternative, da die dann auch dein Partner geben könnte? Das war bei uns bis zur Abgewöhnung halt üblich, dass wir uns abgewechselt haben.
Allgemein kann man aber bei allem, was man ändern will, sagen, dass es durch ein oder zwei Versuche nicht getan ist. Manchmal hat man Glück und es geht so schnell, aber man muss auch mal 2-3 Wochen dranbleiben bis etwas klappt. Eine Garantie hat man natürlich nicht, aber Kinder sind doch Gewohnheitstiere und da darf man auch nicht sofortige Umstellungen erwarten.

Was xanidae zu den Ritualen schreibt, ist auch wichtig. Wir hatten zwar auch schon ein Ritual, aber das wurde recht "aufgeweicht" durch das wiederholte Aufwachen am Abend. Es ging halt recht drunter und drüber eine Weile und wenn man sich da als Eltern nicht selbst irgendwann damit auseinandersetzt und alles für gegeben hält, dann wird es - wie ich finde - auch nicht wirklich besser.

neka
27.08.2013, 11:37
emma_ha:
Klingt für mich exakt nach dem, was wir hier auch schon hatten letzte Woche. Zwar ist die Tussi mit knapp 17 Monaten etwas jünger, aber das Verhalten war ganz ähnlich. Sie wollte nicht alleine sein, aber Hand auf ihren Bauch? Weggeschoben. Getreten hat sie uns auch, obwohl wir schon von ihr weggerutscht waren. Sie ist praktisch zu uns gerollt um uns dann wegzuschubsen. Schizo :freches grinsen:
Schub kann wahrscheinlich immer und für alles der Grund sein, aber was genau hilft dir das Wissen um die Ursache? Also mir hilft sowas nicht mehr, muss ich sagen. Ich find den Schlafmangel abartig und arbeiten mit Augenringen bis zu den Knien ist auch nicht das Wahre.
Du willst dein Kind nicht schreien lassen, was ich verstehe, aber siehst gerade auch schon vorher, dass es nicht viel ändern wird, wenn du zu ihm ziehst. Ich glaube nicht, dass es ihm schadet, aber wenn du siehst, es bringt nix und ziehst dann wieder aus, was hat es dann gebracht? Klar, vielleicht wird er auch ruhiger, aber die grossen Chancen würd ich selbst da nicht sehen, wenn ich mir das Szenario bei uns vorstellen müsste. Wir hatten z.B. auch überlegt, das Kinderbett temporär bei uns in Schlafzimmer zu stellen, da es im Urlaub mit Reisebett im Schlafzimmer auch wieder ganz ruhige Nächte gab. Aber wir sehen das dann als nix langfristiges, sondern nur als Symptombekämpfung. Und was ähnliches vermute ich mal bei euch auch, denn du beschreibst ja, dass der Kurze schon alleine gut und lange schlafen konnte.
Ich will dir da auch nix raten oder einreden, aber vielleicht hast du die Möglichkeit, das Buch mal in der Bibliothek anzulesen und zu sehen, dass dein Sohn jetzt nicht stundenlang alleine vor sich hinbrüllen müsste. Das ist halt mein Punkt bei der Methode, dass man eben in kurzen Abständen immer wieder zum Kind geht und nicht erst nach ganz langer Zeit. Und man kann nach dem Hörensagen gehen ("da musst du dein Kind brüllen lassen") oder sich selbst eine Meinung bilden. Kannst ja auch bei amazon mal mit Blick ins Buch reinlesen :smirksmile:
Bei uns war einfach irgendwann jede Energie, es "sanft" zu probieren, weg und wir wollten ein Ergebnis. Ganz platt gesagt.

emma_ha
27.08.2013, 12:03
@neka:
Ist ja witzig, genauso bei uns auch. (Hand, beim Kurzen allerdings auf dem Rücken bzw. beim Auf-dem-Arm-Halten am Popo, wird weggeschoben, sobald man dann außer Reichweite ist, wird wieder danach gegriffen.) "Schizo" trifft es ziemlich gut. :knatsch: Und, wie bei vielem: Schon mal beruhigend, dass wir damit nicht alleine sind. :smile:
Also, ich habe das mit dem wiederholten Reingehen (und das auch in kurzen Abständen, ca. 5 Minuten) letzte Nacht ja auch mal probiert. Er hat unermüdlich eine Stunde lang nach mir gerufen bzw. geweint. Es hat überhaupt nichts geändert, die Abstände wurden nicht größer, und die Ausdauer ließ nicht nach. Das hätten wir sicherlich auch noch bis um vier Uhr morgens machen können - finde ich aber anstrengender, als gleich dazubleiben. Da sitzt/liegt man wenigstens, muss nicht dauernd rumgondeln und sich auch das Geschrei nicht mit schmerzendem Herzen anhören. Hinzu kommt, dass ich nicht von einem Erfolg ausgehe, auch wenn wir das länger durchziehen würden. Dann hätten wir hinterher nur jede Menge Theater und zerrüttete Nerven beiderseits gehabt für nichts.

Ach, ich bin ratlos...

Yemus
27.08.2013, 12:15
Hallo!
Ich habe jetzt die vorherigen Posts nicht gelesen und hab auch kein Patentrezept. Aber das hier hat bei uns absolut geholfen und 1,5 Jahre später schläft er immer noch durch bzw. legt sich sogar nachmittags von alleine um 13:00 Uhr hin und sagt: "Mama, dunkel machen, will haya machen." Und legt sich auf den Teppich wenn's kein Bett gibt :lachen: Vom Ferbern halte ich übrigens absolut GAR NIX. (Weil mein erstes Kind so grottenschlecht schlief habe ich alle, aber auch alle Bücher im Hugendubel zum Thema gelsen!) Ich horche immer erst Mal, wenn meine Kids aufwachen und Laute von sich geben. Oft träumen sie und beruhigen sich selbst. Aber wenn einer richtig schreit dann komme ich. Vertrauen ist ein Grundstein. Da sollte man keinen Riss im Fundament riskieren. Meine Meinung.



Das ist meines Erachtens genau der richtige Weg und wurde auch früher von unseren Müttern und Großmüttern so gehandhabt.

emma_ha
27.08.2013, 12:16
1. Nacht: 1:00 Uhr wach, geschrien, rein ins Zimmer, Licht ausgelassen, auf den Arm genommen, getröstet, aber nicht hin und her geschaukelt oder hin und her gelaufen, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, geschrien, auf den Arm etc. 1,5 Std hat's gedauert...

Hallo Lou,
würde bei uns z.B. nicht gehen, weil er nicht einschläft, wenn getröstet und beruhigt. Weder auf dem Arm, noch im Bett. Er weint, wühlt und jammert. Letzte Nacht, wie gesagt, fünf Stunden lang.
Klar renne ich auch nicht sofort. Es gibt Fälle, in denen er einfach selbst weiterschläft, wenn er gemuckt hat. Es gibt Fälle, in denen er abends einfach ruhig im Bett liegt und darauf wartet, dass er einschläft, und das auch irgendwann tut. Es gibt Fälle, in denen er 11 Stunden durchschläft. Die sind nur momentan wirklich selten. Das ist ja das, was mich verwirrt. Es gibt keine Linie, kein immer gleiches Verhalten, nichts, was ihm zuverlässig und immer hilft (obwohl wir natürlich ein Abendritual haben und versuchen, über eine längere Zeit bei denselben Hilfestellungen zu bleiben) und auch kein für ihn individuelles Patentrezept. Es gibt nicht mal Phasen, die lang genug wären, dass man sie als solche bezeichnen könnte. Er ist absolut unberechenbar. Jeden Abend, jede Nacht muss man neu herausfinden, was er jetzt gerade braucht.
Daher denke ich auch nicht, dass irgendwelche systematischen Programme uns weiterbringen...

neka
27.08.2013, 12:39
emma_ha:
Ja, dass es anderen genauso geht, find ich auch beruhigend :smirksmile: und ich hab jetzt schon von sehr vielen Müttern mit gleichaltrigen Kindern gehört, die dasselbe berichten. Kann also echt am Alter und der Entwicklungsphase liegen. Aber eben: hilft ja nix, eine Lösung muss her :freches grinsen:
Was du beschreibst, haben wir vor dem "richtigen" Durchziehen der Methode auch gemacht. Ich meinte zu Herrn neka "hey, lass uns doch mal so alle 5 Minuten reingehen und dann machen wir das so lange, bis sie pennt" am Abend. Er "ja klar, machen wir" und wir wechselten uns ab. Und nach 30 Minuten hatte er keinen Nerv mehr und hat sie getragen bis sie schlief :beleidigt: :freches grinsen: Also wichtig ist, dass man sich 1. einig ist und 2. einen genauen Plan hat. Und ich glaube halt auch, dass es wichtig ist, sich mal eine Weile gleich zu verhalten. Ich seh ja, wie verpeilt es bei uns in letzter Zeit war und das hat jetzt zu genau NIX geführt. Wenn du davon nix hältst oder nicht dran glaubst, dann wird es nix bringen, das steht für mich fest. Bleibt nur die Frage: was ist die Alternative? Und wie lange hältst du solche Nächte durch?

@hören wie das Kind sich äussert:
Ja, sicher. Das lernt man automatisch, denke ich. Ich stürz nicht bei jedem Stöhnen aus dem Bett und rase durch die Wohnung - ich wach ja inzwischen nicht mal mehr bei jedem Knarzen auf :smirksmile: In der "guten" Schlafzeit war es auch oft so, dass die Tussi sich nachts gedreht hat, ein kurzes Quaken abgelassen hat und dann war wieder Ruhe. Wäre ich da zu ihr gerannt um sie zu beruhigen, hätte das das Gegenteil bewirkt. Aber ich glaube, da hören alle Eltern recht schnell den Unterschied?

emma_ha
27.08.2013, 12:55
Wenn du davon nix hältst oder nicht dran glaubst, dann wird es nix bringen, das steht für mich fest. Bleibt nur die Frage: was ist die Alternative? Und wie lange hältst du solche Nächte durch?

Ja, das ist halt die Frage... Ich möchte auch keine Vertrauenstorpedierung betreiben, daher kommt es für mich nicht in Frage, einfach stur im Bett liegen zu bleiben und einzuschlafen. Alles andere ist mit Aufwand und Schlafmangel verbunden - im Falle von "Quasi-Ferbern" genauso wie bei allen anderen "Methoden" auf unbestimmte Dauer und Zeit. (Wie gesagt, der Kurze kann Stunden aushalten, ohne vor Müdigkeit/Erschöpfung einzuschlafen. Und dass ich regelmäßig komme und ihm signalisiere, dass ich da bin, scheint auch nichts zu sein, was ihn beruhigt oder ihm jetzt gerade hilft. Er schläft halt einfach nicht ein.)
Ich glaube auch nicht ernsthaft (auch wenn ich zu solchen Aussagen neige im Status akuten Schlafmangels), dass das deshalb ist, weil er nicht will oder sabotiert, sondern deshalb, weil ihn gerade irgendetwas stört und er EINFACH NICHT KANN. Und da möchte ich sehr gerne helfen, und dafür wäre es vielleicht schon hilfreich, die Ursache zu kennen. Rausgehen und regelmäßig wieder reinkommen ist jedenfalls ganz offensichtlich nichts, was ihm hilft. Er braucht irgendwas anderes, weiß aber selbst noch nicht bewusst was und/ oder kann es selbst (noch) nicht artikulieren. Ich hoffe irgendwie auf die Weiterentwicklung der Kommunikation, die jetzt allmählich losgeht.
Und wenn ich ihm schon einfach nicht helfen kann - was momentan der Fall zu sein scheint -, möchte ich wenigstens versuchen, mit möglichst wenig Stress für alle Beteiligten zu möglichst viel Schlaf zu kommen. Daher die Überlegung mit dem Umzug ins Kinderzimmer...

neka
27.08.2013, 13:04
emma_ha:
Hm, ob man da das Vertrauen torpediert? Ich weiss nicht. Hab ich bei uns nicht das Gefühl, nie gehabt. Und ich glaube, wenn man regelmässig zeigt "ich bin da", dann kapiert das Kind das auch in dem Alter.
Ja, es ist alles mühsam und du wirst wohl oder übel probieren müssen, ob dein Umzug was bringt. Und dann weitersehen. Auf die Kommunikation setze ich da mal selbst noch nicht, denn dazu müssen die Kinder wohl noch ganz viel lernen, ihre Emotionen überhaupt einzuordnen.

emma_ha
27.08.2013, 13:07
Neka, mit Vertrauenstorpedierung meine ich die Variante, gar nicht hinzugehen, sondern unendlich brüllen zu lassen und selbst einfach zu schlafen. (Wie das z.B. meine Schwiegermutter noch praktiziert hat und das vor einigen Generationen durchaus noch gang und gäbe war.)
Klar, wenn man sich immer wieder zeigt, torpediert man das Vertrauen nicht. Das halte ich schon für etwas, mit dem ich mich "moralisch" anfreunden könnte. Das ist dann aber genauso mühsam wie alles andere, und das bei genauso ungewissem Ausgang...

neka
27.08.2013, 13:15
Also das ist für mich auch überhaupt keine Alternative. Wir haben nur einmal alleine brüllen lassen nach einer ganz üblen Nacht, als Herr neka dann morgens um kurz vor 6 bei der Tussi raus ist und nicht mehr konnte. Da war dann nach 10 Minuten Ruhe, weil endlich die Müdigkeit bei ihr einsetzte. Das war dann schon ein Fall von Notwehr, weil wir selbst zu nix mehr in der Lage waren und so wenigstens noch alle etwas Schlaf bekamen :unterwerf: Ab da war uns dann klar, dass es so nicht mehr weitergehen kann...

crazy79
27.08.2013, 13:20
Huhu,
unser Sohn war von 6-24 Monaten (also über einen Zeitraum von 18 Monaten) ein extrem schlechter Schläfer: Von einer guten Nacht haben wir gesprochen, wenn wir im Zeitraum von 23-6 Uhr nur dreimal aufstehen mussten, in der schlimmsten Nacht habe ich nach der 20. Unterbrechung aufgegeben wieder einschlafen zu wollen.
Und ja, das ist Folter - im Scherz hab ich meinem Sohn auch mal eine Klage beim internationalen Gerichtshof angedroht. 12 der 18 Monate haben mein Mann und ich Vollzeit gearbeitet.Wir waren nicht mehr zurechnungsfähig und haben es nur vielen Schutzengeln zu verdanken, dass wir nie einen Unfall oder ähnliches hatten.

Wir haben alles versucht - ausser Ferbern. Dieses Programm läuft meinen Gefühlen so entgegen, dass ich da nie dahinter stehen konnte. Wenn man aber nicht dahinter steht, kann es nicht funktionieren. (Ausserdem hatte unser Sohn kein Problem mit dem einschlafen, sondern mit dem durchschlafen - er ist oft aufgewacht, brauchte dann eine kleine Streicheleinheit und hat dann schnell weitergeschlafen.)
Geholfen hat weder Familienbett, noch Homöopathie, noch Bett umstellen wegen Wasseradern. Auch nach laufenlernen, Kitastart, "richtigem" Essen undundund hat der Kleine immer noch nicht durchgeschlafen. Irgendwann war der Spuk vorbei und der Kurze schläft seitdem super ein und durch - selten müssen wir einmal pro Nacht rüber, weil er einen Alptraum hat oder seinen Bär nicht findet. Selten kommt er auch zu uns ins Bett und schläft da weiter.

Ich würde aber aus meiner Erfahrung des Schlafentzugs heraus niemals Eltern verurteilen, die dieses Programm durchführen. Wenn es hilft - gut. Und ich kenne wie gesagt, die Verzweiflung und die Erschöpfung sehr gut...

viv_1980
27.08.2013, 13:30
So, eines gleich vorweg: Wir haben dieses Problem (derzeit) nicht. Unsere Nächte sind ruhig und ich bin ausgeschlafen. Was ich tun würde, wenn ich an nekas oder emma_has Stelle wäre, weiß ich daher nicht. Unsere Tochter war in Sachen Schlaf nur anstrengend bis sie ca. 12 Wochen alt war. Ich kenne massiven Schlafentzug also nur über drei Monaten.

Ich werde jetzt also nicht schreiben: Ich würde NIE ferbern. Manches muss man wohl einfach erlebt haben, um urteilen zu können. Dennoch trau mich als ehemals extrem ängstliches Kind, das zu seinen Eltern so weit erinnerlich nie wirklich Vertrauen hatte (was sicher auch noch andere Ursachen hatte als Schreien-lassen!) und daher nun ein wenig sensibilisierte Mutter was dazu zu schreiben und hoffe, dass es nicht falsch aufgefasst wird. Zum Thema Vertrauen: Ich kann mir vorstellen (ohne den Beweis antreten zu können), dass das auch leidet, wenn ich zeige, dass ich da bin. Schlimmstenfalls lernt mein Kind: "Die Mama ist da draußen, aber sie lässt mich allein und hilft mir trotz meiner großen Not nicht." Wenn der Alternativ worst case heißt: "Mama leidet unter extremem Schlafmangel und hat sich irgendwann selbst nicht mehr unter Kontrolle", ist das wohl mit Sicherheit das kleinerer Übel. Aber der Preis ist m.E. hoch. Manchmal hat man allerdings einfach nur die Wahlmöglichkeit zwischen Pest und Cholera :niedergeschmettert:

So, aber jetzt halte ich mich hier raus. Als Blinder von den Farben zu reden ist wohl nicht besonders fair.

lou79
27.08.2013, 15:03
Liebe emma
Ein tolles Hilfsmittel, was mir bei beiden geholfen hat war ein Schlafprotokoll wogegen ich mich anfangs erst geweigert habe. Was sollte das schon bringen? Es brachte eine Menge und zeigt mir, dass mein erstes Kind z. B. Mindestens 5 Stumden Abstand zwischen Mittagschlaf (aufwachen) und Abendschlaf brauchte. Sonst KONNTE er einfach nicht einschlafen und ebenso wenig durchschlafen, weil nicht müde genug. Ich kann es nur empfehlen. Vielleicht geht Euer Kind zu früh und noch nicht müde genug ins Bett? Schläft Mittags zu lange? Der Freund meines ältesten macht seitdem er zwei ist keinen Mittagsschlaf. Bei uns undenkbar. Macht er ihn aber doch mal, ist er nachts wach. Jedes Kind ist anders (auch wenn die allermeisten den Mittagsschlaf noch brauchen!) Einen Versuch ist es Wert!

Wir hatten eine ähnliche Phase als mein erstes Kind 21 Monate war. Ich war damals auch ziemlich am End' und nichts hat geholfen. Bis ich mich fragte, was daran schlimm sein soll wenn er eben mal für eine gewisse Zeit bei mir im Bett schläft und ich dabei bleibe. Man hat ja schnell Angst, dass man was in der Erziehung verhunzt. Ist aber Quatsch. Also habe ich ihn 3 Wochen in meinem Bett einschlafen lassen, und das so akzeptiert. In Woche 4 wollte er von sich aus wieder alleine in seinem Bett einschlafen und schlief dann auch durch. Was der Auslöser war? Keine Ahnung! Muss man ja auch nicht immer wissen. Unser Kinderarzt sagte dann aber das das nichts unnormales sei. Jedenfalls, so schien es mir, hat er in der Zeit Vertrauen gewonnen und gut war. Ist jetzt eine andere Ausgangssituation aber manchmal hilft es, etwas ganz anderes auszuprobieren.

lou79
27.08.2013, 15:08
Viv
Zu Deinen Annahmen gibt es sogar wissenschaftliche Studien die beweisen: Je schneller man sich einem schreienden Kind unter einem Jahr annimmt, bei ihm ist (gerade körperlich), es tröstet, desto größer das Urvertrauen! Kinder können ja noch nicht rational denken wie wir. Se fühlen in erster Linie und brauchen den körperlichen Kontakt wie die Luft zum Atmen.

viv_1980
27.08.2013, 15:17
Viv
Zu Deinen Annahmen gibt es sogar wissenschaftliche Studien die beweisen: Je schneller man sich einem schreienden Kind unter einem Jahr annimmt, bei ihm ist (gerade körperlich), es tröstet, desto größer das Urvertrauen! Kinder können ja noch nicht rational denken wie wir. Se fühlen in erster Linie und brauchen den körperlichen Kontakt wie die Luft zum Atmen.

Jetzt wo Du's schreibst, kann ich mich dunkel daran erinnern. Hab mich ja selbst in einer Phase, wo ich mehr Zombie als Mensch war, mit dem Thema beschäftigt. Und das Fiese am mangelnden / sinkenden Urvertrauen ist, dass es sich erstmal nicht unmittelbar beobachten lässt. Die Kinder sind deshalb nicht gleich unausgeglichener oder so. Im Gegenteil, wenn ihre Resignation dazu führt, dass sie rascher weiterschlafen, sind sie wohl sogar fitter, weil ausgeschlafener. Sie bewerten ja erstmal nicht in dem Sinne, dass sie dann untertags traurig oder bedrückt sind oder so. Dazu müssten sie ja in der Lage sein, darüber "nachzudenken". Sie fühlen "nur" in der jeweiligen Situation Angst - und die gräbt sich halt (angeblich) prägend ins Hirn, das sich ja in diesem Alter sehr rasch entwickelt.

Ein Baby unterscheidet ja auch noch nicht zwischen anderen Menschen und sich selbst. Es merkt lediglich, ob "die Welt" verlässlich ist oder nicht. Daher wohl auch die Auswirkung auf's Urvertrauen.

Aber wie gesagt: Manchmal muss man sich einfach von zwei Übeln für das Geringere entscheiden. Und wenn jemand seinen Grenzen gefährlich nahe kommt (Stichwort: Autounfall, Kindesmisshandlung o.Ä.), dann steht halt das Überleben im Vordergrund.

Mir geht's nicht darum, verzweifelten Eltern noch eins überzubraten. Ich möchte lediglich, dass jene, die über's Ferbern nachdenken, möglichst alle noch so theoretischen Aspekte kennen und dann auf Basis ihres eigenen Verzweiflungsgrads entscheiden.

neka
27.08.2013, 15:21
Stimmt, Abstand zwischen Mittagsschlaf und abends ins Bett, das hatte ich noch vergessen! Wir haben hier drauf geachtet, dass der Mittagsschlaf (oder Tagschlaf eben) nicht nur eine Maximaldauer hat, sondern die Tussi auch spätestens um 16 Uhr damit fertig ist. Damit bis zur Bettgehzeit um 20 Uhr eine ausreichend grosse Pause entsteht. Sind wir nach 16 Uhr länger mit dem Auto unterwegs, ist einschlafen meist vorprogrammiert und wir stellen uns auf eine spätere Zeit zum Einschlafen am Abend ein...

Zwischendurch hatten wir auch eine Zeit, da war die Tussi immer Schlag 5 wach. Welch überflüssige Uhrzeit :freches grinsen: Da haben wir nach ein paar Tagen probiert, sie tagsüber eine halbe bis ganze Stunde weniger schlafen zu lassen und sieheda, sie schlief wieder bis mindestens 6. Hat sich dann aber wieder auf knapp 2 Stunden Tagschlaf reguliert, nur zwischendurch war der Bedarf offenbar niedriger.

lou79
27.08.2013, 15:21
Xanidae, das hast du sehr gut formuliert, finde ich.

Ich kann und will mein Kind nicht schreien lassen. Und ich bin für mich selbst absolut kein Fan von Familienbett. Ich kann da nicht gut schlafen.
Und genau deshalb befinde ich ganz aktuell seit etwa zwei Wochen in einem Konflikt, zu dem ich gerne Eure Meinung hätte. Mein Kind (19 Monate) ist momentan ca. jede zweite Nacht wach. Aber nicht mehrmals kurz, sondern am Stück. Letzte Nacht waren es fünf Stunden, von um elf bis um vier. Da ich um halb elf ins Bett gegangen bin und um halb sieben zur Arbeit wieder aufstehen musste, habe ich dementsprechend viel Schlaf bekommen. Der Kurze will nicht spielen und nicht beschäftigt werden. Er ist müde und möchte eigentlich schlafen, er kann nur nicht. (Organische Ursachen schließe ich aus, da er sonst fit und fidel ist.) Er will auch (und das ist neu) nicht mehr auf dem Arm sein, sondern beschwert sich dann darüber, dass man ihn festhält. Alleine lassen geht auch nicht, dann weint er untröstlich. Und das schaffe ich nicht anzuhören, da bekomme ich auch keine Ruhe. Was letzte Nacht die Lösung war (ich glaube aber irgendwie, es gibt jedes Mal eine andere, es gibt kein "Das-funktioniert-immer"), war, neben ihm zu sitzen und seine Hand zu halten. Da war er ruhig. Eingeschlafen ist er aber auch nicht, eben erst nach einigen Stunden, als er völlig übermüdet war.
Normalerweise kann ich mich mit meinem Mann abwechseln, aber der ist im Moment krank.
Ich habe mich jetzt entschieden, mich mit ins Kinderzimmer zu quartieren, obwohl ich auch nicht glaube, dass es das besser macht, denn er schläft eben auch bei Kontakt nicht, sondern wühlt und jammert weiter, ist aber wesentlich ruhiger.
Kann es sein, dass er gerade einen Schub hat und das Hin- und Hergerissensein zwischen Haltsuchen und Autonomie verarbeitet? Er will alleine einschlafen, schafft es aber nicht? Oder so? Kann ich hoffen, dass sich das irgendwann von allein wieder gibt? (Ich muss dazu sagen, dass es auch schon kurze Phasen gegeben hat, in denen er friedlich alleine eingeschlafen ist, und auch solche, in denen er ohne einen Piep elf Stunden durchgeschlafen hat. Also, eigentlich weiß er, "wie es geht". Er ist gewöhnt, in seinem eigenen Bett in seinem eigenen Zimmer zu schlafen, seitdem er 6 Monate alt ist; klar gab es besser und schlechtere Zeiten, und in den allermeisten Fällen mussten wir ihn sehr intensiv in den Schlaf begleiten, auch zeitintensiv, und haben auch nachts einiges an Zeit dort verbracht, aber es war immer in einem Ausmaß, das für mich gut handhabbar und vertretbar war.)
Schadet es bzw. ist es ein Rückschritt, wenn ich jetzt zu ihm ins Kinderzimmer ziehe? Sowas haben wir bisher noch nie gehabt und gemacht, ich habe ein bisschen Bammel, dass ich damit ein falsches Signal setze...

Hab keine Bammel! Rückschritte sind normal und Du kannst damit nichts falsch machen wenn Du zu ihm ziehst! Es ist nur eine Phase und keine dauert für immer!!! ;)
Eine andere Frage, die mir aufkam als ich Deinen Post las: Wie viel Zeit verbringst Du mit ihm? Kann es sein dass er mehr oder intensivere Zeit mit Mama braucht? Dein Ansatz ist ja schon ganz richtig: in dem Alter ist der Spagat zwischen Autonomie und Halt bei Mama suchen schwierig. d zentrale Thema! Und Mama soll für die Kinder ausreichend zur Verfügung stehen um Vertrauen und Halt zu schaffen.

lou79
27.08.2013, 15:29
Jetzt wo Du's schreibst, kann ich mich dunkel daran erinnern. Hab mich ja selbst in einer Phase, wo ich mehr Zombie als Mensch war, mit dem Thema beschäftigt. Und das Fiese am mangelnden / sinkenden Urvertrauen ist, dass es sich erstmal nicht unmittelbar beobachten lässt. Die Kinder sind deshalb nicht gleich unausgeglichener oder so. Im Gegenteil, wenn ihre Resignation dazu führt, dass sie rascher weiterschlafen, sind sie wohl sogar fitter, weil ausgeschlafener. Sie bewerten ja erstmal nicht in dem Sinne, dass sie dann untertags traurig oder bedrückt sind oder so. Dazu müssten sie ja in der Lage sein, darüber "nachzudenken". Sie fühlen "nur" in der jeweiligen Situation Angst - und die gräbt sich halt (angeblich) prägend ins Hirn, das sich ja in diesem Alter sehr rasch entwickelt.


Nicht nur angeblich. Da werden Überlebensmuster angelegt die man bis ins Höhe Alter beibehält. Oder bis man sie umprogrammiert. Und an den unglaublichsten Stellen zum Vorschein kommen. Sie sind im Limbischen System verankert und das reagiert mit diesem Schutzprogramm bevor man überhaupt denken kann. Man kann es nicht kontrollieren. Beispiel: man reagiert in einer gewissen Situation "über" z.B. man wird hysterisch und kein anderer kapiert, warum. Inklusive einem selbst. Man weiß rational, dass das Käse ist. Aber unser Mandelkern (Limbisches System) hat sein Überlebens-Schutzprogramm blitzschnell angewandt.

viv_1980
27.08.2013, 15:43
Nicht nur angeblich.

Danke für Deine Erklärung! Da kennt sich ja jemand ziemlich detailliert aus :smile:

"Angeblich" habe ich nur deshalb geschrieben, weil ich die Primär-Quelle nicht kenne. Was aber nicht heißt, dass ich es nicht glaube.

xanidae
27.08.2013, 16:02
@emma_ha und neka
wir hatten zwei Jahre lang eine Matratze im Schlafzimmer. Dort schlief dann das Kind, das Probleme hatte. Später schliefen dann auch mal beide unten. Wenn sie krank sind sowieso. Beim Umzug ins Haus kam der 3jährige schlecht damit zurecht, dass er ein Stockwerk höher schlief, als Mama und Papa. Später war es mal diese und jene Phase.
Was ich aber immer hatte war, dass sie alleine gut einschliefen und selbst wenn nicht, trotzdem in einer gewissen Weise zufrieden waren.
Ich kann mich auch an Abende erinnern, wo wir mit einer Flasche Wein am Tisch saßen und wir SchnickSchnackSchnu gespielt haben, wer den Bub wieder hochbringen muss, wenn er jetzt wieder unten auftaucht.
Beide Kinder sind einmal vor der Wohnzimmertür eingeschlafen. So wie der Papa auch (eine beliebte Geschichte der Oma). Weil wir gesagt haben, dass sie nicht mehr runter kommen sollen. Also haben sie sich runter geschlichen und sich dort hingelegt (beide so mit 4).

Ihr macht nix falsch. Nur in der Phase ist es eben furchtbar anstrengend und man hat das Gefühl was falsch zu machen. Die Situation annehmen und nicht überlegen, wie lange man schon wach ist oder so. Einfach machen.

Es gab Abende da wurde der Bub 10 Mal nach oben gebracht bis er schlief. Gefühlt 3 Monate lang. Tatsächlich keine Woche.

Mittlerweile sind wir so weit, dass sie am Wochenende gerne ausschlafen möchten. Alles wird gut. Es dauert nur noch ein wenig bis dahin.

lou79
27.08.2013, 16:07
Danke für Deine Erklärung! Da kennt sich ja jemand ziemlich detailliert aus :smile:

"Angeblich" habe ich nur deshalb geschrieben, weil ich die Primär-Quelle nicht kenne. Was aber nicht heißt, dass ich es nicht glaube.

Ja, ich wollte nur noch mal untermauern, dass es sehr richtig ist. Und ich finde Deinen Punkt den wichtigsten. Vielleicht hilft es einer Mama wenn sie sich bewusst ist wie wichtig es ist, bei dem Kind zu sein. Und was man kaputt machen kann wenn man es unterlässt. Bei allem, egal um welche Frage es in der Erziehung geht, sollte man nicht vergessen dass man nichts falsch machen kann solange man Liebe und Vertrauen gibt.

Dabei schließe ich gar nicht die Wichtigkeit des Schlafs von Mama und Papa aus. Im Gegenteil. Schlaf ist mit das Wichtigste was wir brauchen um für unsere Kinder und uns Selbst da sein, gut sorgen zu können. Ein Experiment, neulich auf BBC gesendet, zeigte, dass ein Mann, der nur 3 schlaflose Nächte (durch ein weinendes Baby erzeugt um das er sich kümmern musste, ohne Hilfe) ein Agressionspotential wie ein Schwerverbrecher hatte! In Punkten gemessen, um ein vielfaches höher als im gleichenTest nur einige Tage zuvor. Was Schlafentzug mit uns macht ist brutal. Mein Mann sagte mal, es wundert ihn, dass nicht ständig irgendwelche Babys aus dem Fenster fliegen!
Man braucht Hilfe wenn man so am Ende ist. Leider scheuen sich noch viele, professionelle Hilfe einzuschalten. Schlafexperten oder einfach zum Elterntelefon zu greifen. Mehr für sich zu tun. Man sollte mehr Empathie haben. Für sich und das Baby

viv_1980
27.08.2013, 16:20
Ein Experiment, neulich auf BBC gesendet, zeigte, dass ein Mann, der nur 3 schlaflose Nächte (durch ein weinendes Baby erzeugt um das er sich kümmern musste, ohne Hilfe) ein Agressionspotential wie ein Schwerverbrecher hatte! In Punkten gemessen, um ein vielfaches höher als im gleichenTest nur einige Tage zuvor. Was Schlafentzug mit uns macht ist brutal. Mein Mann sagte mal, es wundert ihn, dass nicht ständig irgendwelche Babys aus dem Fenster fliegen!
Man braucht Hilfe wenn man so am Ende ist. Leider scheuen sich noch viele, professionelle Hilfe einzuschalten. Schlafexperten oder einfach zum Elterntelefon zu greifen. Mehr für sich zu tun. Man sollte mehr Empathie haben. Für sich und das Baby

Beeindruckend.

Ich glaube aber, dass es auch Situationen gibt, wo Schlafexperte und Elterntelefon den Schlaf des Kindes nicht verbessern können. Und ich glaube auch, dass es Situationen gibt, wo das Baby tatsächlich gefährdet ist, aus dem Fenster zu fliegen - und dann mag Ferbern tatsächlich das kleinere Übel sein. Um den Preis, dass das Kind später ein geringeres Urvertrauen hat, als es unter anderen Umständen hätte - aber es ist (hoffentlich) ohne Misshandlungen groß geworden.

neka
27.08.2013, 16:35
xanidae:
Och, dass wir was "falsch" machen, glaub ich auch gar nicht :smirksmile: Ich glaub auch nicht, dass es da ein echtes Falsch oder Richtig gibt. Man muss halt probieren, was funktioniert und womit man auch selbst klarkommt. Ob man da was eigenes probiert, die Methode aus dem Buch (weiss jetzt immer noch nicht, ob das zu 100% das Ferbern ist oder die Weiterentwicklung oder Abwandlung?) oder Familienbett oder Voodoo - es gibt nicht DAS Rezept, das ist klar. Und ja, irgendwann ist es vorbei. Irgendwann ist nur so verdammt weit weg, wenn Nacht ist und der Wecker bald geht und die Arbeit ruft :smirksmile:

lou:
Eben, Aggressionspotential entsteht da leider irgendwann wirklich. Also nicht, dass wir unserer Tochter auch nur ein Haar gekrümmt hätten! Aber andere Eltern haben sich da leider nicht im Griff...
Dann wirklich lieber mal alle 5 Minuten ins Zimmer und wieder raus. Wird ja auch oft empfohlen, ein schreiendes Baby lieber mal ins Bett abzulegen und sich selbst zu beruhigen, als seine Wut am Kind auszulassen. Nicht ohne Grund. Bin auch schon heulend neben meiner heulenden Tussi gesessen, weil nix mehr half. Bin aber auch schon neben ihr gesessen und hab ihr die Story vom Pferd verzapft, bis sie Ruhe gab. Tagsüber, wohlgemerkt, nachts ist bei mir da keine Story abzuholen :freches grinsen:

emma_ha
27.08.2013, 19:08
Liebe Leute,

zu den Fragen:
Ich verbringe jeden Tag die Zeit vom Aufstehen bis zur Tagesmutter (8.30 Uhr) und dann den Tag ab zwei Uhr bis zum Zu-Bett-Bringen mit ihm. Das Wochenende sowieso komplett. Das ist sehr intensive Zeit, die ich nicht mit Terminen oder Haushalt (bis auf so Sachen wie Wäschewaschen/Spülmaschine ausräumen, wo er mithelfen kann) verbringen kann, weil das einfach gar nicht geht. Er fordert meine volle Aufmerksamkeit und bekommt die auch. Er klettet generell seit Wochen schon sehr. Auch tagsüber. Ich glaube aber nicht, dass er zu wenig von mir bekommt.
Mittagsschlaf macht er zwischen elf und eins, meist aber höchstens 1,5 Stunden. Das heißt, es sind sechs bis sieben Stunden bis zum Abendschlaf und mit den 11 Stunden, die nachts sein Bedarf sind, 12,5 Schlafstunden insgesamt. Ich glaube nicht, dass das zuviel für sein Alter ist. Er ist auch abends ganz offensichtlich müde. Er fängt um sechs an, sich die Augen zu reiben.
Familienbett lehnt mein Mann strikt ab. Ich kann ihn auch nicht davon überzeugen. Ich würde es versuchen, selbst wenn ich auch nicht glücklich damit wäre - wenn es funktionieren würde. Aber ich schätze, das würde es in der derzeitigen Situation nicht. Wir wären bloß alle drei wach, und keiner bekäme Erholung.
Ich hätte weniger ein Problem damit, dass ich zwölfmal aufstehen muss, um ihn kurz zu trösten oder wieder in sein Bett zu bringen. Das Problem ist, dass er fünf Stunden AM STÜCK wach ist, und ich ihn nicht hinlegen und rausgehen kann, ohne dass er weint, aber dass ich eben auch, wenn ich da bin, keine Möglichkeit habe, ihn zu beruhigen und zum Einschlafen zu helfen. Es ist alles falsch. Die tröstende Hand wird weggeschlagen und im nächsten Moment wieder eingefordert, sobald ich mich entferne, also den Körperkontakt abbreche, wird nach mir gerufen und geweint, nehme ich ihn aber auf den Arm, beschwert er sich darüber, dass ich ihn festhalte. :wie?: :heul:

lou79
27.08.2013, 21:07
Beeindruckend.

Und ich glaube auch, dass es Situationen gibt, wo das Baby tatsächlich gefährdet ist, aus dem Fenster zu fliegen - und dann mag Ferbern tatsächlich das kleinere Übel sein. Um den Preis, dass das Kind später ein geringeres Urvertrauen hat, als es unter anderen Umständen hätte - aber es ist (hoffentlich) ohne Misshandlungen groß geworden.

Wenn es erst Mal so weit gekommen ist dass es gefährdet ist, dann hilf kein Ferbern. Dann muss das Elternteil schleunigst Hilfe einholen! Ganz dringend. Denn sonst wird es das Kind abbekommen. Wenn nicht in de Nacht dann am Tag und in anderer Situation. Misshandlungen müssen nicht immer körperlicher Art sein. Gewalt beginnt in der Kommunikation...verbal oder non verbal. Und Kinder haben da gaaaanz sensible Antennen....

Da fällt mir einer meiner Lieblingszitate ein:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Aus China

Emma
Es hört sich stark danach an (gerade weil Du sagtst er klammert, was ja nicht unnormal ist in dem Alter) dass er im dieser Phase mehr Sicherheit/Vertrauen braucht. Er möchte nicht dass Du gehst. Vielleicht besprichst Du das mit Deinem Mann. Es ist ja nicht für immer. Oer Du legst eine Matratze in das Zimmer. Keine Sorge, es vergeht wenn sein Bedürfnis befriedigt ist. Und das scheint Nähe zu sein. Ohne Körperkontakt in seinem Falle. Ich mag da falsch liegen, ihr als Eltern könnt das besser beurteilen. Aber dazu müsstet ihr es herausfinden. Und das kann man nicht durch mutmaßen sondern nur duch austesten. Vielleicht MUSS er dann nicht mehr wach bleiben wenn er sich sicher sein kann, Mami ist da...


Noch mal zum Thema Wut
Die Frage ist, kommt Wut schnell auf oder wirklich erst nachdem man einige schlaflose Nächte hinter sich hat wo man alle Stunde aus dem Schlaf gerissen wurde. Man muss da vorsichtig sein. Das Kind ist nicht der Auslöser. Wenn man tatsächlich ein Problem mit Wut hat, sogar körperlich wird odere das Kind dafür anschreit, muss man sich darum kümmern wie man besser damit umgehen kann. Dann sollte man nicht fragen, welche Methode hilf dem Kind, sondern welche hilft mir. Hinter Wut steh meist der Gedanke "etwas soll/darf so nicht sein" und ganz schnell wird das Verhalten des Kindes persönlich genommen ("tanzt mir auf der Nase herum" "der macht das extra, der provoziert, will mich vom Schlaf abhalten" "dem werd ich zeigen wer hier der Herr im Haus ist" "mit MIR machst Du das nicht, Madame" etc.) Das hat jetzt mit niemand hier explizit zu tun. War nur so ein Gedanke am Rande.
Es geht beim Färbern oder solchen Methoden ja nicht um den Ausnahmezustand. Dass man MAL raus muss und das Kind MAL brüllen lässt. Wir sind alle nur Menschen. Es geht um den Vorsatz dahinter. Man soll jetzt einer Uhr folgen. (Ferber hat ja selbst dazu Stellung genommen und die Methode modifiziert da sie zu streng war)

lou79
27.08.2013, 21:26
Die nächtlichen Mahlzeiten "abzuschaffen" gehört das auch zum "Ferbern"?
Das hat geklappt, den Mäusen einfach nachts nichts zu geben? Das würde bei uns nicht hinhauen. Hab mal probiert einmal nächtliches Stillen abzugewöhnen, da unser Kind zwei bis dreimal nachts kommt. Aber das ging gar nicht. Sie hat geschrien ohne Ende , ist zwar dann mit Schaukeln eingeschlafen, aber auch nur ne Stunde und war dann wieder wach....

Wie alt ist das Kind?
Ich hab da ein Beispiel. Ist Tatsache. Meine älteste Freundin und ihr Bruder (damals 11 und 9 als ich das mal life mitbekam) wurden von Ihrer Oma (in den Ferien) immer (!) nachts gegen 1:00Uhr geweckt damit sie etwas von ihr gekochtes essen. Kein Witz! Die Frau hatte Angst, die könnten verhungern. Sie blieb meist die ganzen Sommerferien und nach 6 Wochen ging sie zurück in die Heimat. Ganz klar dass beide auch danach noch regelmäßig um 1:00 aufwachten und tatsächlich Hunger hatten. Das nennt man Konditionierung und geht ganz schnell.
Ab 6 Monaten muss ein Kind nachts nichts mehr essen. Es kann. Es ist mit Sicherheit auch nicht schlimm wenns passiert. jed doch so wie er mag und wie es passt. Aber es muss nicht.
Eine Konditionierung umzugewöhnen dauert länger als einen einmaligen Versuch. Ganz klar, dass es so reagiert. Kann sich ja auch noch nicht anders mitteilen als zu schreien. Wie wir dieses bewerten ist eben immer eine andere Sache und meist das Problem d Eltern, dieses nicht aushalten zu können. und noch mal: Das Kind soll ja getröstet und nicht gequält werden. Bei den meisten Kindern ist esspätestens nach 1 Woche umkonditioniert.
Meine Freundin hat das dritte und der kleine "wollte jede Nacht alle Stunde gestillt werden" Fakt war, dass sie ihn nur so hat einschlafen lassen. Er KONNTE es gar nicht anders/alleine lernen. Jede Stunde essen in den Bauch zu bekommen finde ich nicht lustig. Der Körper hat kaum Zeit, gescheit zu verdauen, sich auszuruhen, ist ständig am ackern (Verdauung verbraucht 30% unserer Gesamtenergie. Das schlaucht!).... Erst als sie am Krückstock ging und ihre Kinder nachts aggressiv anschrie, also der Leidensdruck groß genug war, änderte sie das. Es dauerte 3 Nächte. Und der Spuk war vorbei. Wichtig ist aber das Vertrauen, die Sicherheit und der feste Entschluss: Mein Kind brauch jetzt nachts keine Nahrung mehr.

Nijntje74
27.08.2013, 22:34
Ich möchte gar nichts zum Thema sagen, ich bin nur über die Beiträge von Emma gestolpert und habe dann die Beiträge von Anfang August gelesen.
Ich wollte nur dies schreiben:
Liebe Emma, ich freue mich, von dir zu lesen! Ich habe mir Anfang letzten Jahres echt grosse Sorgen um dich (euch) gemacht, das verbunden mit der Hilflosigkeit, dich nicht direkt zu kennen und nur über das Forum zu kommunizieren. Wie man an diesem Thema sieht, ist es für alle immer wieder mal schwierig, ich hoffe, du kannst die richtige Perspektive darauf beibehalten und auf die achtgeben :smile:

Minstrel02
28.08.2013, 09:51
Ab 6 Monaten muss ein Kind nachts nichts mehr essen. Es kann. Es ist mit Sicherheit auch nicht schlimm wenns passiert. jed doch so wie er mag und wie es passt. Aber es muss nicht.

"Muss nicht" im Sinne von "nimmt dadurch nicht lebensgefährdend ab" bzw. nicht mehr, als es tags wieder aufholen kann.

Oder "muss nicht" im Sinne von "jedes Kind kann sich mit 6 Monaten nachts auch ohne Tankstopp wohl fühlen"?

Ersteres ist sicher richtig. Falls letzteres gemeint ist, würde mich interessieren, wie diese Behauptung belegt ist. Und auch, warum man Kindern für jeden beliebigen Entwicklungsschritt (krabbeln, laufen, Radfahren ;-)) Zeiträume von Wochen/Monaten/Jahren zugesteht. Das nächtliche Essen hat aber einen klaren Schnitt. 6 Monate. Punkt. Kein "manche Kinder brauchen dafür länger - das ist auch ok"?

Entchen
28.08.2013, 09:56
"Muss nicht" im Sinne von "nimmt dadurch nicht lebensgefährdend ab" bzw. nicht mehr, als es tags wieder aufholen kann.

Oder "muss nicht" im Sinne von "jedes Kind kann sich mit 6 Monaten nachts auch ohne Tankstopp wohl fühlen"?

Ersteres ist sicher richtig. Falls letzteres gemeint ist, würde mich interessieren, wie diese Behauptung belegt ist. Und auch, warum man Kindern für jeden beliebigen Entwicklungsschritt (krabbeln, laufen, Radfahren ;-)) Zeiträume von Wochen/Monaten/Jahren zugesteht. Das nächtliche Essen hat aber einen klaren Schnitt. 6 Monate. Punkt. Kein "manche Kinder brauchen dafür länger - das ist auch ok"?

Ich hab von vier monaten gelesen - vielleicht ist sechs monate sowas wie die 97. perzentile? Die obergrenze, bis zu der die meisten kinder es geschafft haben? Nur eine vermutung...

Cariad
28.08.2013, 10:10
Jedes Kind kann, muss nicht, darf ...
Ich sehe es als einen großen Vorteil der späten Mutterschaft, dass man sich im "Alter" nicht mehr von jedem echten oder unechten Experten verunsichern lässt. Man hat einfach schon zuviele Experten kommen und gehen sehen ... :smirksmile:

Peppis
28.08.2013, 10:30
Die nächtlichen Mahlzeiten "abzuschaffen" gehört das auch zum "Ferbern"?
Das hat geklappt, den Mäusen einfach nachts nichts zu geben? Das würde bei uns nicht hinhauen. Hab mal probiert einmal nächtliches Stillen abzugewöhnen, da unser Kind zwei bis dreimal nachts kommt. Aber das ging gar nicht. Sie hat geschrien ohne Ende , ist zwar dann mit Schaukeln eingeschlafen, aber auch nur ne Stunde und war dann wieder wach....

Ich stille seit kurzem (Zwerg 14 Monate) auch nicht mehr nachts und das bei einem Kind, dass 4 - 5 mal nachts und öfter, dann 2 - 3 mal Ansprüche stellte.

Das kam ganz zwanglos. Er kuschelte sich in den Arm ein und ich hab gesummt und dann schlief er weiter.

Ohne Stress für uns beide.

Wie ich schon im anderen Strang schrieb fordert auch so manches Flaschenkind lange seine 2 Milchflaschen pro Nacht.

Mein Kind hat nicht eine Sekunde in seinem Leben alleine irgendwo gebrüllt. Bin jetzt auch eine Anhängerin von Baby im Bett.

Hat sich als viel entspannter erwiesen. Mein Kleiner fühlt sich geborgen und damit zufrieden.

Peppis
28.08.2013, 10:35
Hallo!
Ich habe jetzt die vorherigen Posts nicht gelesen und hab auch kein Patentrezept. Aber das hier hat bei uns absolut geholfen und 1,5 Jahre später schläft er immer noch durch bzw. legt sich sogar nachmittags von alleine um 13:00 Uhr hin und sagt: "Mama, dunkel machen, will haya machen." Und legt sich auf den Teppich wenn's kein Bett gibt :lachen: Vom Ferbern halte ich übrigens absolut GAR NIX. (Weil mein erstes Kind so grottenschlecht schlief habe ich alle, aber auch alle Bücher im Hugendubel zum Thema gelsen!) Ich horche immer erst Mal, wenn meine Kids aufwachen und Laute von sich geben. Oft träumen sie und beruhigen sich selbst. Aber wenn einer richtig schreit dann komme ich. Vertrauen ist ein Grundstein. Da sollte man keinen Riss im Fundament riskieren. Meine Meinung.

Mein Sohn wollte ca. 2-3 Mal in der Nacht trinken, war fast 1 Jahr alt. Das war einfach nach den ganzen Erkältungen im Winter antrainiert, weil er ja nachts Durst hatte und ich stillte. Hunger ist das ja nicht. KiArzt sagt, dass Babys mit 4 Monaten schon keine Nahrung mehr nachts brauchen. Das gab mir Sicherheit. Meiner Meinung nach Grundvoraussetzung. Wenn man selbst unsicher ist und keine richtige Entscheidung getroffem hat, es durchzuziehen kann es schnell kippen.... Das Essverhalten ändert sich ja auch mit der Umgewöhnung schnell. Danach ass er tagsüber gescheit, trank auch gut Wasser. Hat er echt so schnell gelernt. Es war ja kein Schlafprogramm im eigentlichen Sinne, wo man das Baby schreien lässt, sondern ich habe ihn einfach getröstet indem ich ihn auf den Arm nahm statt mit Nahrung zu trösten. Dann war er auch sofort ruhig. (Mein erst Sohn beruhigte sich nicht sofort, aber ich habe ihn einfach fest im Arm gehalten und gewartet bis er aufhörte! Keine anderen Hilfen benutzt) Sohn Zwei lies sich sogar später allein durch mein Singen beruhigen, ohne ihn hochnehmen zu müssen. Oder vielleicht hat er deshalb so schnell freiwillig geschlafen :wie?:...damit er das nicht weiter hören muss! :erleuchtung:... Seitdem schläft er von 19:30 bis ca. 7:00 Uhr durch. Wie ein schweizer Uhrwerk. Ich lege ihn hin und er schläft ohne Prolem selbständig ein. Das ist einfach klasse..

Also, hier ist meine Vorgehensweise:

1. Nacht: 1:00 Uhr wach, geschrien, rein ins Zimmer, Licht ausgelassen, auf den Arm genommen, getröstet, aber nicht hin und her geschaukelt oder hin und her gelaufen, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, geschrien, auf den Arm etc. 1,5 Std hat's gedauert...

2. Nacht: 1:30 Uhr wach, geschrien, auf den Arm, getröstet, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, geschrien, auf den Arm etc. 1 Std. gedauert. Und er hat sich schneller beruhigt.

3. Nacht: 3:30 Uhr wach, gemeckert, auf den Arm, getröstet, hingelegt, eingeschlafen...wieder wach, auf den Arm etc. 1Std. Und noch schneller beruhigt, teilweise ohne ihn auf den Arm zu nehmen, mit LaLeLu singen

4. Nacht 5:00 Uhr wach, gemeckert, sich selbst beruihigt, wieder wach, auf den Arm, getröstet, hingelegt etc. 45 Min. Dann bis 7:30 geschlafen

5. Nacht: Thema durch. Hurra!

Viel Glück, Durchhaltevermögen, gute Nerven und alles Gute!

So in etwa mach ich das auch. Sind jetzt schon bei 5.00 Uhr, erstes Mal wach. Einige Male wurde auch schon die komplette Nacht verschlafen Da bei uns zeitgleich der Sprung vom Elternbett ins eigene Zimmer erfolgte, leg ich mich dann früh morgens daneben un wir schlafen noch gekuschelt 2 Stunden.

Langsam ist meine Devise.

emma_ha
28.08.2013, 10:37
Liebe Nijntje, vielen Dank! :blume: Ja, wir haben uns zum Glück gefangen (bzw. viele professionelle und nichtprofessionelle Helfer und aufgefangen) und uns geht es jetzt "normalgut", würde ich mal sagen - mit den üblichen Höhen und Tiefen und Anstrengungsphasen... :smirksmile:

Für die vergangene Nacht hatte ich mir ja eine Matratze ins Kinderzimmer gelegt. Ich habe den Kurzen aber normal ins Bett gebracht, und er ist im Bett liegend und meine Hand haltend innerhalb von für ihn sehr guten zwanzig Minuten eingeschlafen - wühlend und motzend, aber nicht unglücklich. Dann um elf rum kurz gemaunzt, ohne dass ich hin musste, und dann bis um halb sieben durchgeschlafen.
Hab die Matratze nicht gebraucht. Sowas gibt's eben auch. Es gibt nur einfach überhaupt kein Muster, das macht es so schwer.
Lou, ich denke schon, dass du recht hast und er viel Nähe braucht. Die bekommt er aber auch tagsüber, ich kuschle und trage ihn viel. Er sagt im Moment auch ganz oft "Baby Baby" und tut dann so, als wäre er selbst (wieder) eins und möchte von mir so behandelt werden, gekuschelt und auf dem Arm gewogen, hängt sich an mich usw. Das aber nur, wenn er wach und gut drauf ist. Abends beim Einschlafen, wenn er müde ist, macht ihn genau das total fuxig. Er ist einfach, denke ich, in dem Stadium, wo er selbst merkt, dass die Babyzeit jetzt vorbei ist und er seine Unabhänhgigkeit einerseits stolz erprobt und genießt, sie ihm andererseits aber auch Angst macht. Sicherlich ist er da im Zwiespalt, und wie alles andere ist auch das nochmal um ein Vielfaches verstärkt, wenn er müde ist.
Was es für mich schwer ist, ist die Tatsache, dass ich ihn meist mit nichts trösten kann - weder mit Körperkontakt noch mit dem bewussten Verzicht darauf und nur Anwesenheit. Aber Anwesenheit ist eigentlich das, was mein Bauch mir rät, und das werde ich die nächste Zeit auch machen.

Inaktiver User
28.08.2013, 10:45
Also aus meiner Erfahrung mit nem Kind, das mindestens zweimal nachts trinken will, kann ich das nicht unterschreiben, dass sie nachts nicht mehr trinken müssen. Wie gesagt ich habe schon sehr viel versucht: von Tragen bis Schnuller bis Wasseer oder Tee- sie hat schlicht und einfach Hunger- sonst würde sie nicht so gierig trinken, wenn ich sie dann doch trinken lasse bzw. wacht ja dann nach ner Stunde wieder auf und will trinken.
Ich habe auch versucht die Tagesmahlzeoten zu erhöhen- aber das funktioniert nicht, da sie dann einfach nicht weitertrinkt, wenn sie satt ist oder einfach den Überschuss rausspuckt.
Gemerkt, dass sie pro Mahlzeit nur wenig trinkt hab ich, als ich ihr mal pre gegeben hab und sie pro Flasche nicht mehr als 130 ml geschafft hat (beim Stillen weiß man ja nicht wieviel sie trinken :smile:) und ein. baby in ihrem Alter schon durchaus ne Flasche von 230 ml wegzischen kann.

Minstrel02
28.08.2013, 11:07
vielleicht ist sechs monate sowas wie die 97. perzentile? Die obergrenze, bis zu der die meisten kinder es geschafft haben?

Dann würde mich noch mehr interessieren, woher die Zahlen kommen. Über 50% der Kinder, die ich kenne, bekommen/bekamen mit 1 J noch nachts Milch.


aber ich habe ihn einfach fest im Arm gehalten und gewartet bis er aufhörte!

Hier liegt der Hund begraben. Uns ging es wie Marie-Anie - er hörte einfach nicht auf. Zumindest haben wir nach > 2h Gebrüll (nicht Geschrei oder Gemecker) aufgegeben. Durst war es nicht, denn er konnte zu dem Zeitpunkt schon sprechen (Milch war eins der ersten Worte) und hat Wasser oder Tee klar abgelehnt.

Daher für diese Fälle die praktischen Tipps:
- Versuchen, ob das Kind auch kalte/zimmerwarme Milch trinkt.
- Flasche direkt ans Bett stellen und das Kind zur Selbstbedienung animieren.

Auch so kann durchschlafen für die Eltern gelingen.

Peppis
28.08.2013, 11:14
War das normale Vollmilch, minstrel ?

emma_ha
28.08.2013, 11:16
Was nächtliche Mahlzeiten betrifft: Die haben wir tatsächlich auch mit etwa 8 bis 9 Monaten "ausgeschlichen". Ich denke aber auch, dass der Kurze dazu selbst bereit war, sonst hätte das sicherlich nicht geklappt. Er hat die Flasche bekommen und wir haben abgewartet, bis es nur noch eine nächtliche "Mahlzeit" war, die er brauchte. Da es damals noch Pre war, war klar, dass das kalorienmäßig jetzt nicht mehr ins Gewicht fällt und er eigentlich ohne auskommen könnte. Wir haben dann einfach nach und nach immer weniger Pulver auf die gleiche Menge Wasser genommen, und er hat das akzeptiert. Vielleicht ging es in dem Stadium tatsächlich nur noch ums Prinzip. Irgendwann war dann die Milch so dünn, dass sie für ihn unattraktiv war, und er wollte sie dann auch nicht mehr, hat vielleicht auch selbst gemerkt, dass er die nicht mehr braucht. Mit 10 Monaten ist er dann nicht mehr aus Hunger aufgewacht. Leider bedeutet das eben nicht, dass er zuverlässig durchschläft, aber wenn er aufwacht, dann wegen was anderem...

lou79
28.08.2013, 11:18
Ich hab von vier monaten gelesen - vielleicht ist sechs monate sowas wie die 97. perzentile? Die obergrenze, bis zu der die meisten kinder es geschafft haben? Nur eine vermutung...

Das ist richtig (wollte nur keinen zu großen Aufschrei damit riskieren. Daher schrieb ich mal 6 Monate :smirksmile:) und kann im Grunde von jedem fachkundigen Mediziner oder Entwicklungspsychologen bestätigt werden. Oder nachzulesen in einschlägigen Entwicklungsbüchern. z.B. Largo. Oerter/Montada. Dr. H. Karp. etc.

Was ich damit sagen will ist: Man kann sich den Druck und die Unsicherheit raus nehmen zu denken: "Mein Kind verhungert wenn ich ihm nicht nachts die Flasche gebe" (schon gar nicht braucht das Baby 3, 4 Mal nachts zu "essen"). Der Körper eines gesunden Kindes ist nun fähig den Hunger- und Sättigungsrhythmus auf den Tag einzupendeln. Das hoilft doch oft schon immens.

Aber wie gesagt: Wenn man damit keinen Leidensdruck hat, soll doch eine Mami 4 Mal in der Nacht stillen. Das würde ich nie verurteilen. Das ist eine subjektive Entscheidung. (Die allerdings oft nicht bewusst getroffen wird gerade WEIL man Angst hat). Es gibt Menschen, die mit viel schwerwiegenderen Problemen leben. Weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist. Jeder doch so wie er will.
Mir hat sich nur nicht erschlossen, warum meine Kinder das tun sollten. Wenn es kein Hunger war sondern nur Trost brauchte (weil es z.B. aufwachte und nicht alleine in den Schlaf finden konnte), dann sträubt sich etwas in mir, mit Hilfe von Nahrungsmitteln zu trösten. Das ist nur meine persönliche Einstellung. Genauso wenig wie ich mit Süßigkeiten belohne. Mir würde auch nie einfallen, mich mit Nahrungsmitteln zu trösten, egal ob süß oder nicht weil's für mich nur einen Grund gibt zu essen: Wenn ich wirklich physischen Hunger habe. Und dann essen wir auch alles. Auch süßes (bevor noch ein weiteres Thema angeschnitten wird :smirksmile:)

Marie Anie
Sie trinkt jede Stunde? verstehe ich das richtig? Wie alt ist sie?

Emma
Aber das ist doch klasse! Dann hast Du doch sein Bedürfnis erkannt. Deine Anwesenheit. Und damit kannst Du ihm helfen. Oder lässt Dich das nicht gut fühlen? Welches Bedürfnis hast Du da

lou79
28.08.2013, 11:37
Was nächtliche Mahlzeiten betrifft: Die haben wir tatsächlich auch mit etwa 8 bis 9 Monaten "ausgeschlichen". Ich denke aber auch, dass der Kurze dazu selbst bereit war, sonst hätte das sicherlich nicht geklappt. Er hat die Flasche bekommen und wir haben abgewartet, bis es nur noch eine nächtliche "Mahlzeit" war, die er brauchte. Da es damals noch Pre war, war klar, dass das kalorienmäßig jetzt nicht mehr ins Gewicht fällt und er eigentlich ohne auskommen könnte. Wir haben dann einfach nach und nach immer weniger Pulver auf die gleiche Menge Wasser genommen, und er hat das akzeptiert. Vielleicht ging es in dem Stadium tatsächlich nur noch ums Prinzip. Irgendwann war dann die Milch so dünn, dass sie für ihn unattraktiv war, und er wollte sie dann auch nicht mehr, hat vielleicht auch selbst gemerkt, dass er die nicht mehr braucht. Mit 10 Monaten ist er dann nicht mehr aus Hunger aufgewacht. Leider bedeutet das eben nicht, dass er zuverlässig durchschläft, aber wenn er aufwacht, dann wegen was anderem...

Das meinte ich eben damit. Man WEISS einfach oft nicht WARUM das Baby aufwacht und schreit. Es können viele Gründe sein. Was lässt den Menschen, egal ob groß oder klein, innerhalb weniger Sekunden sofort signifikant besser fühlen? Nahrung. Süße um so schneller (Milchzucker). Da schießt das Insulin ins Blut, es findet ein chemisches Feuerwerk im Körper statt das sagt: super! Und natürlich tun das kleine Babys mit Vorliebe und einem ordentlichen Zug. Weil sie dieses Befriedigungsmuster bereits kennen. Es ist eines der ersten und tief verankert. Wenn wir richtigen Heißhunger haben verlangt der Körper nach Zucker. Weil er in einer Notsituation gelernt hat dass das das meiste Insulin und am schnellsten dahin befördert wo es uns wohl fühlen lässt.

Minstrel02
28.08.2013, 11:45
kann im Grunde von jedem fachkundigen Mediziner oder Entwicklungspsychologen bestätigt werden. Oder nachzulesen in einschlägigen Entwicklungsbüchern. z.B. Largo. Oerter/Montada. Dr. H. Karp. etc.

Ja, da habe ich nur auch nicht rausgefunden, mit welcher Methode das ermittelt wurde. Hat man Eltern befragt, Blutzuckerspiegel gemessen, Abschätzungen gemacht anhand von Gewicht und Gesamtkalorienaufnahme....?

Ich verstehe den Gedanken mit dem Trösten. In der praktischen Umsetzung ist das aber halt einfacher, wenn ein Kind sich trösten lässt. Hat man ein Kind, bei dem das nicht so ist (und nie so war - Kolikkind), so können die Expertenmeinungen sehr am elterlichen Kompetenzgefühl kratzen.
"Eine gute Mutter kann ihr Kind beruhigen. Wenn ich mein Kind nicht beruhigen kann, was sagt das dann über mich aus?"

Dann kommt die Unsicherheit nicht aus der "mein Kind verhungert"-Sorge und die Stärkung kommt aus dem Gedanken "es gibt Kinder, die das brauchen - aus welchem Grund auch immer - und das ist ok".

@Peppis: Von Pulvermilch über verdünnte Pulvermilch und Vollmilch bis verdünnte Vollmilch haben wir alles versucht. Alle verdünnten Produkte wurden als "kein Milchwasser, richtige Milch" abgelehnt.

Ich glaube auch nicht, dass unser Sohn verhungert wäre. Ich glaube aber, dass er die Milch sehr brauchte.

Kein Kind "braucht" einen Schnuller oder eine Kuscheldecke zum Überleben. Manche brauchen diese Dinge aber so sehr, dass Eltern sie überall hin mitnehmen.

Dei Einschränkung auf die rein physischen Bedürfnisse kann ja nach Ausgangslage Stress nehmen (so wie bei lou) oder Stress verursachen (so wie bei uns).

Entchen
28.08.2013, 11:53
Der Körper eines gesunden Kindes ist nun fähig den Hunger- und Sättigungsrhythmus auf den Tag einzupendeln. Das hoilft doch oft schon immens.

Wenn buddy in zwei monaten noch immer morgens un vier wegen hunger die nacht für beendet erklärt, kommst du dann vorbei und erklärst ihm das, was du oben geschrieben hast? :fg engel:

Im ernst... Ich kann mich nicht beklagen. Er hält acht stunden ohne fladche aus. Aber morgens um vier ist SEINE zeit, und das kriegen wir auch nicht sanft nach hinten geschoben :unterwerf: nicht mit einer zusatzflasche abends, nicht mit irgendwas.

Egal.




Wenn es kein Hunger war sondern nur Trost brauchte (weil es z.B. aufwachte und nicht alleine in den Schlaf finden konnte), dann sträubt sich etwas in mir, mit Hilfe von Nahrungsmitteln zu trösten. Das ist nur meine persönliche Einstellung. Genauso wenig wie ich mit Süßigkeiten belohne. Mir würde auch nie einfallen, mich mit Nahrungsmitteln zu trösten, egal ob süß oder nicht weil's für mich nur einen Grund gibt zu essen: Wenn ich wirklich physischen Hunger habe. Und dann essen wir auch alles. Auch süßes (bevor noch ein weiteres Thema angeschnitten wird :smirksmile:)

da

Lou, völlig offtopic: ich könnte dich knutschen!

emma_ha
28.08.2013, 11:55
@Lou: Ja, das war gut und okay. Es wäre auch okay gewesen, hätte ich die Nacht im Kinderzimmer verbracht und wir beide mehr oder weniger geschlafen. Was an mir zerrt, sind die Gelegenheiten, bei denen er stundenlang brüllt und brüllt und ich ihm anscheinend mit nichts, was ich in der Lage bin ihm anzubieten, helfen kann. Und das wäre die einzige Situation, in der ich am überlegen bin, ob es sinnvoll wäre, rauszugehen und ihn weinen zu lassen, einfach um zu entkrampfen und selbst auch runterzukommen. Aber mein Bauch spricht dagegen, zumal es eben auch Nächte gibt, in denen er gut schlafen kann. Wenn er nicht schlafen kann, dann liegt das jeweils an etwas, was ihn wirklich stört und nicht schlafen lässt, und wenn ich ihm da schon nicht helfen kann, möchte ich eigentlich wenigstens bei ihm sein - mindestens so sehr für mich selbst wie für ihn. (Eigentlich ziemlich gut, dass ich das aufgrund der Postings hier für mich selbst auch immer klarer merke. :smile:)

lou79
28.08.2013, 11:57
Dann würde mich noch mehr interessieren, woher die Zahlen kommen. Über 50% der Kinder, die ich kenne, bekommen/bekamen mit 1 J noch nachts Milch.



Hier liegt der Hund begraben. Uns ging es wie Marie-Anie - er hörte einfach nicht auf. Zumindest haben wir nach > 2h Gebrüll (nicht Geschrei oder Gemecker) aufgegeben. Durst war es nicht, denn er konnte zu dem Zeitpunkt schon sprechen (Milch war eins der ersten Worte) und hat Wasser oder Tee klar abgelehnt.

Daher für diese Fälle die praktischen Tipps:
- Versuchen, ob das Kind auch kalte/zimmerwarme Milch trinkt.
- Flasche direkt ans Bett stellen und das Kind zur Selbstbedienung animieren.

Auch so kann durchschlafen für die Eltern gelingen.

Genau das wäre auch ein guter Grund dafür, nicht erst spät (nach dem 6 Monat) damit anzufangen die nächtliche Mahlzeit abzugewöhnen. Je länger eine Gewohnheit besteht, desto hartnäckiger kann sie verteidigt werden. Essen beruhigt!
Versuch mal einem Kettenraucher die Schachtel wegzunehmen. (Auch wenn Rauchen in Wahrheit genau das Gegenteil von Beruhigung verursacht. Aber der Raucher GLAUBT das und hat Angst vor einem Leben ohne) Das macht man genau 1 Mal! Der läuft Amok und haut Dir eins über die Rübe! Und verteidigt die Kippe sogar noch, wenn sein Bein dafür amputiert wurde... Unser Gehirn funktioniert so. Bis man es umprogrammiert...

Ich gehe mal davon aus dass die Eltern der 50% der Kinder nicht mit dem Bewusstsein und der Sicherheit an das Thema heran gegangen sind, dass es das nicht mehr braucht. Unsicherheit, Unwissenheit, Bequemlichkeit, Inkonsequenz...da gibt's noch viele Gründe dafür. In manchen Ländern, wo eben ein Kollektivbewusstsein herrscht (in diesem Falle Kinder brauchen Nachts keine Nahrung mehr) ist es eine Selbstverständlichkeit und wird gar nicht angezweifelt. Wenn in unserem französischen Kindergarten von einer Deutschen Mutter erzählt wird, man gibt dem Kind mit 8 Monaten nachts noch Nahrung, fragt man erstaunt:"Warum???" Freunde aus Paris bestätigen das. In einem Stamm in Afrika werden Kinder sofort nach der Geburt den Vätern übergeben. Kein Hahn kräht danach ob die Mütter nun herzlos seien oder nicht. Wir würden das evtl. so beurteilen oder gar verurteilen. Ich will damit nur sagen: Unsere Sozialisation spiel eine Riesen Rolle wenn es darum geht was wir sind und wie wir handeln.

Noch Mal, es ist ja auch nichts falsch dran, wenn man mit den Konsequenzen leben kann. Aber eine neue Sichtweise oder ein neuer Glaubenssatz hilft einfach sein Handeln und somit sein Leben zu verbessern. Wenn man das will. Aber, jeder so wie er mag.

lou79
28.08.2013, 12:06
@Lou: Ja, das war gut und okay. Es wäre auch okay gewesen, hätte ich die Nacht im Kinderzimmer verbracht und wir beide mehr oder weniger geschlafen. Was an mir zerrt, sind die Gelegenheiten, bei denen er stundenlang brüllt und brüllt und ich ihm anscheinend mit nichts, was ich in der Lage bin ihm anzubieten, helfen kann. Und das wäre die einzige Situation, in der ich am überlegen bin, ob es sinnvoll wäre, rauszugehen und ihn weinen zu lassen, einfach um zu entkrampfen und selbst auch runterzukommen. Aber mein Bauch spricht dagegen, zumal es eben auch Nächte gibt, in denen er gut schlafen kann. Wenn er nicht schlafen kann, dann liegt das jeweils an etwas, was ihn wirklich stört und nicht schlafen lässt, und wenn ich ihm da schon nicht helfen kann, möchte ich eigentlich wenigstens bei ihm sein - mindestens so sehr für mich selbst wie für ihn. (Eigentlich ziemlich gut, dass ich das aufgrund der Postings hier für mich selbst auch immer klarer merke. :smile:)

Darum geht's ja :smirksmile: Verstehe ich das richtig dass Du Dich dann ohnmächtig fühlst? Welches Bedürfnis müsste in Dir befriedigt werden? Könntest Du Dich damit anfreunden dass Du sein Schreien einfach mal für eine Nacht nur akzeptierst und Dir immer wieder sagst dass Du alles tust, was in deiner Macht steht um ihm zu helfen. Dass Du da bist und ihn nicht alleine lässt! (Vielleicht kommen da ja auch allte Erinnerungen hoch die Du zulassen darfst. alles raus was keine Miete zahlt) :smirksmile:Und dass Du im Moment nicht mehr tun KANNST.

Ein Bedürfnis voll und ganz anzuerkennen, es zu akzeptieren, ist wichtiger als die Befriedigung dessen.

Du machst das super!

lou79
28.08.2013, 12:07
Wenn buddy in zwei monaten noch immer morgens un vier wegen hunger die nacht für beendet erklärt, kommst du dann vorbei und erklärst ihm das, was du oben geschrieben hast? :fg engel:

Im ernst... Ich kann mich nicht beklagen. Er hält acht stunden ohne fladche aus. Aber morgens um vier ist SEINE zeit, und das kriegen wir auch nicht sanft nach hinten geschoben :unterwerf: nicht mit einer zusatzflasche abends, nicht mit irgendwas.

Egal.



Lou, völlig offtopic: ich könnte dich knutschen!

Klar mach ich das! Ich find Buddy SUPER! :kuss: 8 Stunden sind doch klasse!!!

Minstrel02
28.08.2013, 12:08
:blumengabe:

Ich stimme mit einigen kleinen Änderungen völlig mit Dir überein.

Solange die andere Sichtweise nicht überlegen, weil wissenschaftlich genau erwiesen, ist. Und die eine unterlegen, weil Resultat von "Unsicherheit, Unwissenheit, Bequemlichkeit, Inkonsequenz".

Könnte auch Resultat von besonders ausgeprägter Empathie oder starkem Fürsorgetrieb sein.

Und auch die Änderung der Glaubenssätze von "Es ist wichtig, dem Kind das zu geben, was es braucht (nicht einfach das, was es haben will). Und um herauszufinden, was das ist, orientiere ich mich an wissenschaftlichen Erkenntnissen." zu
"Es ist wichtig, dem Kind das zu geben, was es braucht (nicht einfach das, was es haben will). Und um herauszufinden, was das ist, orientiere ich mich an meinem Gespür als Mutter und setze die (statistisch gewonnenen) wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Prüfstand, ob sie für den Einzelfall "ich und mein Kind" anwendbar sind. Ich habe diese Kompetenz."

kann das Leben verbessern.

Aber eben: das darf man ganz unterschiedlich sehen. Jeder für sich.

lou79
28.08.2013, 12:11
muss mal zum Arzt, später mehr :kuss: :blume:

Minstrel02
28.08.2013, 12:27
Ich kenne übrigens auch französische Eltern, deren Kinder nachts trinken. Das mag daran liegen, dass sie hier im Grenzgebiet anderen kulturellen Einflüssen ausgesetzt sind. Kann aber auch daran liegen, dass Abweichlereltern in Kernfrankreich mit starkem Gegenwind rechnen müssen. Unser KiA sagte mal, nirgends werde so viel gelogen, wie beim Thema durchschlafen.

Ich kenne den afrikanischen Stamm nicht, nehme aber an, dass die Tradition dem Umstand geschuldet ist, dass die Arbeitsleistung dieser Mütter rasch wieder gebraucht wird.

Und genau das ist mein Punkt: ich habe nichts dagegen, Kindern das nächtliche Trinken abzugewöhnen. Ich habe nur ein Problem damit, wenn Druck auf Eltern ausgeübt wird, die "richtige" Lösung zu finden, statt die "für diese Familie richtige" Lösung.




wenn man mit den Konsequenzen leben kann.
Die Konsequenzen von "trinkt kalte Milch alleine" waren, dass wir alle nachts besser geschlafen haben.

Es gibt mehr als eine richtige Lösung.

Wiesenkraut
28.08.2013, 13:27
ich hab mich gestern erstmal auf die Finger gesetzt, weil ich wirklich von vielen Leuten verwundert angeschaut wurde, dass ich nachts so lange gestillt habe.

Immerwieder kam das Argument "die Kinder brauchen nach 6 Monaten nachts keine Milch mehr"...
wenn man sich mal umschaut sind es aber deutsche Wissenschaftler die das sagen. Es gibt da durchaus andere wissenschaftliche Meinungen zu.

Ihr werdet mir zustimmen, dass die Evolution sehr sehr lange braucht um sich umzustellen. Die "Ur" Kinder waren nachts Stiller. Sie haben sich den Großteil ihrer Nahrung nachts geholt, weil da die Mutter am meisten Zeit zum stillen hatte.
Noch heute ist es so (was für die langsame Änderung der Evolution spricht) das nachts Prolaktin viel höher ist als am Tag auch Oxytocin fliesst nachts besser (mehr Milch). Auch die Kinder produzieren durch Nucken Oxytocin was auf neurochemischer Ebene beruhigend wirkt.

Als ich versucht habe in dieser Frage über den deutschen/westlichen Tellerrand rauszuschauen, bin ich auf das Buch"Human Milk in the Modern World: Psychosocial, Nutritional and Economic Significance" von Derrick Jelliffe. Dort wird beschrieben, das die Kinder von naturnahen Völkern bei denen Kinder und Mutter zusammenschlafen mit 10 Monaten noch mit 10 Monaten 1/3 der Milchmenge nachts zu sich nahmen.

Witzig (wenn warscheinlich auch nicht sehr wissenschaftlich) fand ich auch das Argument meines Anthroposophischen Arztes bei den Großen, dass er schon vor 17 Jahren zu dem Thema "brauchen" brachte: Wir Erwachsenen müssen nicht mal alle 2 Tage etwas essen um gesund zu bleiben, nichts desdo trotz essen wir 2-3 mal täglich.

Ich will niemanden ein schlechtes Gewissen machen, der sagt " ich mag nachts nicht mehr füttern/stillen", warum auch immer. Aber ich möchte auch nicht, dass Mütter deren Gefühl sagt "mein Kind braucht das stillen nachts noch (auch hier warum auch immer) ein schlechtes Gewissen haben müssen.

Ich gehöre auch zu der älteren Muttergeneration, die nicht zu der Fraktion gehört sich verrückt machen zu lassen und vor allem hab ich gelernt, dass es (fast) zu jeder wissenschaftlichen Meinung eine genau so wissenschaftliche Gegenmeinung gibt.

Und selbst die deutsche Wissenschaft unterliegt m.E einer gewissen "Mode" wenn ich mir überlege, wie häufig da sich gerade zum stillen/beifüttern was ändert.

Nach wie vor, finde ich, dass das eigene Gefühl der beste Ratgeber ist. Ich finds in dem Zusammenhang nicht schlecht, auch Bücher wie "ferber" oder auch die Gegenrichtung zu lesen, weil man in "stressigen" LAgen oft gar nicht merkt...was man eigentlich fühlt, aber beim Lesen...so gehts mir...ganz oft denkt "was das geht ja gar nicht" ...oder auch..."das wäre ja mal einen Versuch wert"


OT:
Emma_ha ich hab oft an dich gedacht und freue mich dich wieder zu lesen.

lou79
28.08.2013, 15:02
Ich kenne übrigens auch französische Eltern, deren Kinder nachts trinken. Das mag daran liegen, dass sie hier im Grenzgebiet anderen kulturellen Einflüssen ausgesetzt sind. Kann aber auch daran liegen, dass Abweichlereltern in Kernfrankreich mit starkem Gegenwind rechnen müssen. Unser KiA sagte mal, nirgends werde so viel gelogen, wie beim Thema durchschlafen.

Ich kenne den afrikanischen Stamm nicht, nehme aber an, dass die Tradition dem Umstand geschuldet ist, dass die Arbeitsleistung dieser Mütter rasch wieder gebraucht wird.

Und genau das ist mein Punkt: ich habe nichts dagegen, Kindern das nächtliche Trinken abzugewöhnen. Ich habe nur ein Problem damit, wenn Druck auf Eltern ausgeübt wird, die "richtige" Lösung zu finden, statt die "für diese Familie richtige" Lösung.



Die Konsequenzen von "trinkt kalte Milch alleine" waren, dass wir alle nachts besser geschlafen haben.

Es gibt mehr als eine richtige Lösung.

Genau das ist ja meine Rede. Und der Druck sollte ja all denen genommen werden die sich schlecht und schuldig fühlen wenn sie es tun wollen. Das war meine Intention.

Der Punkt ist nicht, warum die Afrikanerinnen das tun, sondern dass außenstehende dieses Verhalten wohl verurteilen oder zumindest befremdlich finden. "Muttergefühl" wie man es in unserer westlichen Welt beschreibt, scheint es da nicht zu geben, so die Aussage. Wohingegen dieser Umstand bei Ihnen selbst keine negativen Emotionen auslöst. Es ist selbstverständlich dass sich der Vater sofort nach der Geburt drum kümmert statt der Mutter. Dieser arbeitet dann weniger oder anders. Ist eben Papa (was ja ne Menge arbeit ist:smirksmile:) Die Mutter sorgt für den Broterwerb.

Und, klar gibt's auch Pariser die Nachts-trinkend-Kinder haben. Und natürlich Kinder, die mit 4 Monaten noch nicht durchschlafen (auch wenn die Autorin von "French children don't throw food gerne das Gegenteil behaupten mag. Ich glaub da auch kein Wort) Aber nachts keine Nahrung zu sich zu nehmen korreliert nicht gleichzeitig mit Durchschlafen. Es kann ein möglicher Faktor sein. Meine Rede war vom Gefühl das mir das Kollektiv gibt: Muss mich das jetzt beunruhigen oder nicht. Um zu entlasten. Nicht Druck aufzubauen.



Immerwieder kam das Argument "die Kinder brauchen nach 6 Monaten nachts keine Milch mehr"...
wenn man sich mal umschaut sind es aber deutsche Wissenschaftler die das sagen. Es gibt da durchaus andere wissenschaftliche Meinungen zu.

Nicht, dass das jetzt von zentraler Bedeutung wäre, aber die Wissenschaftler die ich aufgezählt habe sind allesamt keine Deutschen. Und mich würde interessieren, welcher Wissenschaftler behauptet dass ein z.B. neun Monate altes Kind nachts Nahrung braucht.

Ihr werdet mir zustimmen, dass die Evolution sehr sehr lange braucht um sich umzustellen. Die "Ur" Kinder waren nachts Stiller. Sie haben sich den Großteil ihrer Nahrung nachts geholt, weil da die Mutter am meisten Zeit zum stillen hatte.
Noch heute ist es so (was für die langsame Änderung der Evolution spricht) das nachts Prolaktin viel höher ist als am Tag auch Oxytocin fliesst nachts besser (mehr Milch). Auch die Kinder produzieren durch Nucken Oxytocin was auf neurochemischer Ebene beruhigend wirkt.

Ich verstehe den Kern der Aussage nicht ganz. Hilf mir doch mal. Bei mir floß zu jeder Zeit genug Milch um das Kind zu sättigen. Oder sagst Du nun, dass tagsüber nicht genug kommt und daher, weil nachts mehr fließt, das Kind nachts gestillt werden sollte? Und wie ist das mit den Müttern die nie stillen und nachts aber die Flasche anbieten?

Witzig (wenn warscheinlich auch nicht sehr wissenschaftlich) fand ich auch das Argument meines Anthroposophischen Arztes bei den Großen, dass er schon vor 17 Jahren zu dem Thema "brauchen" brachte: Wir Erwachsenen müssen nicht mal alle 2 Tage etwas essen um gesund zu bleiben, nichts desdo trotz essen wir 2-3 mal täglich.

Ich will niemanden ein schlechtes Gewissen machen, der sagt " ich mag nachts nicht mehr füttern/stillen", warum auch immer. Aber ich möchte auch nicht, dass Mütter deren Gefühl sagt "mein Kind braucht das stillen nachts noch (auch hier warum auch immer) ein schlechtes Gewissen haben müssen.

Das muss sie ja auch nicht wenn man mal wieder zum Ausgangspunkt zurück kommt. Der war folgender: Kind schläft schlecht, wacht auf, schreit. Was kann ich tun damit es durchschläft. Mögliche Lösung: Nächtliche Nahrungsaufnahme abgewöhnen. Weil wir es allzugerne als Trostmittel einsetzen. Aber es schreit! Ich fühle mich schlecht/schuldig weil ich es verhungern lasse. Brauchst Du nicht. Tröste es, sei bei ihm, hab keine Schuldgefühle, es muss nicht unbedingt essen um das Ursprungsproblem zu lösen. Es aknn sich nicht anders ausdrücken. Wenn das Thema (wohlgemerkt ohne Ferbern, ich bin ja ein Gegner) durch ist, hat das Kind dann komischerweise nur 3 oder 4 Tage später KEINEN Hunger mehr wovon es nachts aufwacht...!!! Ahaaaaa.... Wenn doch, warte ab, probiere es zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus.

Ich gehöre auch zu der älteren Muttergeneration, die nicht zu der Fraktion gehört sich verrückt machen zu lassen und vor allem hab ich gelernt, dass es (fast) zu jeder wissenschaftlichen Meinung eine genau so wissenschaftliche Gegenmeinung gibt.

Das ist super. Ist das doch scheinbar das am meisten ersehnte Attribut einer Mutter: Gelassenheit. Ich bin nicht sicher, ob das am Alter liegt (bin ich doch selbst schon ein olles Huhn) Aber es ist unendlich gut, es zu haben.

Und selbst die deutsche Wissenschaft unterliegt m.E einer gewissen "Mode" wenn ich mir überlege, wie häufig da sich gerade zum stillen/beifüttern was ändert.

Nach wie vor, finde ich, dass das eigene Gefühl der beste Ratgeber ist. Ich finds in dem Zusammenhang nicht schlecht, auch Bücher wie "ferber" oder auch die Gegenrichtung zu lesen, weil man in "stressigen" LAgen oft gar nicht merkt...was man eigentlich fühlt, aber beim Lesen...so gehts mir...ganz oft denkt "was das geht ja gar nicht" ...oder auch..."das wäre ja mal einen Versuch wert"

Man kann ja nur dazu lernen. Oder sich bestätigen: ne! So nicht. Und dann fühlt man sich auch wiederum gut :smirksmile:

OT:
Emma_ha ich hab oft an dich gedacht und freue mich dich wieder zu lesen.

Sonnenschnuppe
28.08.2013, 15:41
Ich wundere mich immer wieder, was Wissenschaftler so alles wissen...

Sicher wird kein Kind sterben, wenn es nachts nicht trinken kann, das können Wissenschaftler beweisen.
Aber können sie auch sagen, was ein Kind zu seinem Wohlbefinden braucht?

Meine Freundin- die auch von der Ferber Fraktion ist- ist zB überzeugt, dass Kleinkinder ü6 Monate nachts nichts trinken müssen, weil sie da weder Hunger noch Durst haben - schließlich haben Erwachsene das auch nicht und das müssen die Kinder lernen.

ABER: ich habe nachts sehr oft Durst. Und ich kann dann absolut nicht weiterschlafen, wenn ich nicht etwas trinke. Aber mein Kind darf nichts trinken?
Ich bin gerade auf dem Weg zum langsamen Abstillen dabei, unserer bei uns im Bett schlafenden, 18 Monate alten Tochter mittels der abgewandelten Gordon Methode wenigstens zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr das Stillen abzugewöhnen. In manchen Nächten läßt sie sich einfach so beruhigen, in anderen Nächten trinkt sie richtig viel Wasser, dann hat sie ganz eindeutig Durst.

Unser Kind wacht häufig auf, schläft dann aber in meinem Arm auch mal schneller mal weniger schnell ein. Jedes Mal aufstehen und an ihrem Bettchen sitzen wäre für mich absolut nichts.
Aber sie alleine weinen lassen eben auch nicht. Eine andere Freundin hat ihre Tochter ebenfalls geferbert. Die Kleine hat sich dabei so schlimm aufgeregt, dass sie sich vor Weinen übergeben musste.

So etwas kommt für uns nicht in Betracht, auch wenn ich bis vor 2 Monaten noch jede Nacht alle 2 Stunden zum Stillen geweckt wurde.

Wiesenkraut
28.08.2013, 16:18
Ich weiss schon warum ich mich auf die Finger gesetzt habe...weil ich eben genau dieses Goldwaagenlegen vermeiden wollte


Nicht, dass das jetzt von zentraler Bedeutung wäre, aber die Wissenschaftler die ich aufgezählt habe sind allesamt keine Deutschen. Und mich würde interessieren, welcher Wissenschaftler behauptet dass ein z.B. neun Monate altes Kind nachts Nahrung braucht.

ersetze durch westlich...in Deutschland gerade in...oder ähnliches



Ich verstehe den Kern der Aussage nicht ganz. Hilf mir doch mal. Bei mir floß zu jeder Zeit genug Milch um das Kind zu sättigen. Oder sagst Du nun, dass tagsüber nicht genug kommt und daher, weil nachts mehr fließt, das Kind nachts gestillt werden sollte? Und wie ist das mit den Müttern die nie stillen und nachts aber die Flasche anbieten?

was ich sagte ist, dass wir evolutionär nicht weit weg sind von den Urmenschen bei denen es die Natur aus gutem Grund so eingerichtet hatte, dass nachts gestillt wurde, was man daran sieht das auch heute noch nachts die Bildung von Prolaktin und Oxytin nachts am stärksten ist, was wäre die Evolution weiter andrs aussähe, dann dann wäre dies tags am stärksten oder würde sich nach dem 6. Monat in diese Richtung verändern. Da sich das nicht verändert hat, zweifel ich etwas an, dass die Natur auch der Meinung ist, dass die Zwerge nachts ab dem 6. Monat kein Stillen mehr brauchen.



Das muss sie ja auch nicht wenn man mal wieder zum Ausgangspunkt zurück kommt. Der war folgender: Kind schläft schlecht, wacht auf, schreit. Was kann ich tun damit es durchschläft. Mögliche Lösung: Nächtliche Nahrungsaufnahme abgewöhnen. Weil wir es allzugerne als Trostmittel einsetzen. Aber es schreit! Ich fühle mich schlecht/schuldig weil ich es verhungern lasse. Brauchst Du nicht. Tröste es, sei bei ihm, hab keine Schuldgefühle, es muss nicht unbedingt essen um das Ursprungsproblem zu lösen. Es aknn sich nicht anders ausdrücken. Wenn das Thema (wohlgemerkt ohne Ferbern, ich bin ja ein Gegner) durch ist, hat das Kind dann komischerweise nur 3 oder 4 Tage später KEINEN Hunger mehr wovon es nachts aufwacht...!!! Ahaaaaa.... Wenn doch, warte ab, probiere es zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus.

für die mag deine Argumentation in dieser "Stärke" ja auch gut sein. Aber du musst auch damit rechnen, dass eben unsichere Mütter hier mitlesen, die eben angemacht werden, WEIL sie nachts stillen oder eben X mal nachts aufstehen obwohl das Kind schon jenseits der 6 Monate ist.

Ich persönlich finde deine Sichtweise der "Nahrungsaufnahme" auch ziemlcih einseitig...Stillen z.b heißt nicht umsonst stillen, weil es eben NICHT nur Nahrungsaufnahme ist, sondern auch Sicherheit und Nähe gibt und ich hoffe, das im Arm gefütterte Flasche den gleichen Effekt hat (siehe Ausschüttung Oxytocin durch Nuckeln und Beruhigung)



Nochmal, wenn man an den Punkt kommt, dass man einfach für sich feststellt, ich komme an meine Grenzen/will nicht mehr, dann ist es legitim darüber nachzudenken, was kann ich tun. Im Zweifel auch über "umstellung der Nahrungsgewohnheit", was in meinen Augen aber nur EIN Weg sein kann.

Ich und ich bin sicher X andere (denn das war mal thema in den beiden Monatssträngen in denen ich mitschrieb) haben es aber eher anders erlebt...du wirst schief angeguckt, WENN du nachts bereit bist aufzustehen und zu stillen/Füttern... und es gibt weit mehr Möglichkeiten ausgeschlafen(er) zu sein, als an der Nahrungsaufnahme zu drehen...

und endgegen der in Deutschland üblicherweise gelesenen Literatur gibts durchaus auch wissenschaftliche Literatur die die nächtliche Nahrungsaufnahme auch bei Ü6M als sinnvoll bzw notwendig erachtet. Deshalb ärgert es mich, wenn jemand es als (einzige) wissenschaftliche Erkenntnis darstellt, dass Babies mit 6 Monaten nachts keine Nahrung mehr brauchen. Das ist sicher EINE wissenschaftliche Sichtweise...aber es gibt eben auch andere.

Btw

Wenn das Thema (wohlgemerkt ohne Ferbern, ich bin ja ein Gegner) durch ist, hat das Kind dann komischerweise nur 3 oder 4 Tage später KEINEN Hunger mehr wovon es nachts aufwacht...!!!

das habe ich hier anders erfahren...viele Mütter haben genau das versucht und das Kind wurde weiterhin genau so häufig wach. Ich hatte mal einen Strang zu dem Thema und bin gerne gewillt diesen auszuzählen, als anhaltspunkt auch wenns statistisch nicht relevant ist.

Ich ärger mich inzwischen mich auf diese wissenschaftliche Debatte überhaupt eingelassen zu haben, weil sie meiner Überzeugung eigentlich zu nichts führt...ich finde den gesunden Menschenverstand +das Gefühl+die Wahrnehmung der Bedürfnisse aller am Prozess beteiligten soviel wichtiger als alle Wissenschaft, eben aus dem schon genannten Grund, dass sich das je nach Wissenschaftler/Land und ich nenne es mal "Wissenschaftstrend unterscheidet.
Ganz davon ab, dass egal welcher Wissenschaftler es ist, er kennt mit hoher Warscheinlichkeit nicht MEINE Familie...ich schon. Ich weiss, ob MEIN Kind das nächtliche Stillen braucht. Ich weiss ob ich an der Grenze bin, ich kenne die Resourcen die ich einspannen kann, so dass ich mich evtl auch mal tagsüber hinlegen kann (oder auch nicht).
Ich mag "Wissenschaft" wenns um Babies geht nicht besonders eben weil sie zu "Pauschalurteilen" führt (Kinder brauchen mit Ü6 keine Nahrung mehr z.b) die oft mehr Verunsichern als Sicherheit geben, eben weil sie oft als "Umkehrschluss" genutzt werden udn umgemünzt zu "du DARFST nachts nicht mehr ..."

Hmm ich hab die Grippe, aber kam an was ich wollte?


mehr wollte ich eigentlich mit meinem Post gar nicht sagen.

übrigens und das ist nicht böse gemeint, Lou in deinem Beitrag sind erstaunlich viele !. Es war keinstenfalls mein Interesse dich zu verärgern...habe aber nebst den ! auch beim Schreibstil das Gefühl du fühlst dich irgendwie angegriffen, was definitiv nicht meine Idee war.

Mir gings einfach nur darum das auch die Mütter nun kein schlechtes Gewissen haben, die nachts stillen, trösten, streicheln, denn den Spruch "mit 6 Monaten braucht ein Kind keine Nahrungsaufnahme mehr" bekommen sie zu dieser Zeit von allen Seiten um die Ohren (so hab ichs mal wahrgenommen)
was damals zu diesem Strang führte
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/154261-allein-einschlafen-durchschlafen-ab-wann-und-wie.html

OT*g

Ich bin nicht sicher, ob das am Alter liegt (bin ich doch selbst schon ein olles Huhn) Aber es ist unendlich gut, es zu haben.

also wenn die 79 gleichzusetzen ist mit deinem Geburtstag, hast du noch 10 Jahre Zeit bis du mein Alter erreicht hast und erst so jenseits der 40 merke ich, dass es mir (endlich und auch nur meistens) leichter fällt gelassener und weniger verunsichert zu reagieren.

lou79
28.08.2013, 18:54
Liebe Wiesenkraut
Ich bin etwas verwundert :smile: Wie kommst Du darauf? Keinesfalls fühle ich mich angegriffen und versteh auch gar nicht die Heftigkeit Deiner Reaktion. Denn nichts anderes habe ich ja in meinen vorherigen Posts geschrieben. Eben nicht "Du darfst nachts nicht mehr" (und das habe ich sich in jedem auch wiederholt betont) sondern "Hab kein schlechtes Gewissen wenn Du es abschaffts. Vielleicht löst es Dein Schlafproblem" Letztendlich meinten wir, zumindest in dem Punkt doch das Gleiche. :blume: Warum jemand heftig reagieren soll wenn er doch glücklich ist mit mehrmaligem nächtlichen Stillen erschließt sich mir nicht. Zu keinem Zeitpunkt habe ich das auch kritisiert oder in Frage gestellt. Im Gegenteil. "Jedem so wie es ihm gefällt" war und ist immer wieder meine Aussage. Welches Interesse sollte ich daran haben?...

Und ich habe niemals ausgeschlossen, dass Nahrungsaufnahme gleich Gefühle von Sicherheit und Nähe vermitteln. Wie kommst Du darauf? Für mich ist die Voraussetzung dafür aber Hunger. Wenn mein Kind Angst hat, sich unwohl fühlt od. Nähe braucht bekommt es nicht automatisch Nahrung. Sondern das, was es tatsächlich braucht. Ebenso steht es mit Durst. Gegen Durst gibt es Wasser. Wann und wo immer es das will Und nicht ein Wurstbrot in flüssiger Form. :smirksmile:

Aber das ist die Kehrseite der (Bri-)Medaille. Es wird missverstanden wo es was zum missverstehen geben will. Das war so nicht gedacht :smile:

Genauso könnte man Dich doch jetzt missverstehen: Wenn man nachts dem Kind Nahrung gibt, ist es glücklicher weil es mehr Oxytocin ausschüttet. Wenn nicht, dann leidet das Kind an mangelder Nähe und Sicherheit....
Keine Sorge. Tue ich nicht :zwinker: :blume:

Wobei, wenn wir schon so ins Thema Oxytocin eindringen muss man die ganze Wahrheit dazu erwähnen. Nämlich dass es nicht nur unser "Kuschelhormon" ist dass für die Bindung gut ist sondern auch eine echt dunkle Seite hat, die die wenigsten kennen:
Forscher der Northwestern University's Feinberg School of Medicine im US-amerikanischen Chicago haben die dunkle Seite des Oxytocins aufgedeckt. "Hormon der negativen Erinnerungen" könnte sein neuer Name demnach lauten. Nicht nur Liebe und Wohlbefinden, sondern auch schmerzhafte Erinnerungen könne das Oxytocin vermitteln und so Angst und Anspannung hervorrufen. Das Hormon würde nämlich das soziale Gedächtnis bestimmter Hirnregionen stärken – auch das für negative Erinnerungen. Das berichtet das Team um Jelena Radulovic in der aktuellen Ausgabe des US-Journals "Nature Neuroscience". Träte eine negative Situation erneut auf, dann sei das Oxytocin dafür verantwortlich, dass die schmerzhafte Erinnerung ins Bewusstsein zurückkehrt.

Dann wärs ja schon wieder nicht so dolle, so viel davon zu bekommen. Nee, Spaß beiseite. Leider kann man seine ironisch, spaßige Seite hier manchmal nicht so ausdrücken. Ebenso können ja meine expressive, leidenschaftliche, aber immer freundlich gemeinte Art und Weise der schriftlichen Kommunikation falsch verstanden werden.

Die 79 ist übrigens nicht mein Geburtsjahr. Ich bin 42 Jahre. :zwinker: Und auch ziemlich entspannt :smile:

Wiesenkraut
28.08.2013, 19:01
und versteh auch gar nicht die Heftigkeit Deiner Reaktion

nicht heftig höchstens grippig :smirksmile:, was sich ganz offensichtlich auch in Kettensätzen zeigt. Kommas und fehlende Punkte reich ich hiermit nach :lachen:

lou79
28.08.2013, 20:47
Da können wir uns ja die Hand geben :ahoi: liege nun seit 17 Tagen mit Grippe flach... Die dusselige Autokorrektur macht es hier auch nicht besser :smirksmile:
Gute Besserung

sunshine291
28.08.2013, 20:49
hallo zusammen!

ich hab jetzt nur etwas überflogen und ganz genau wissen, was die ferber-methode so ist, tu ich auch nicht..:smile: aber ich wollte nur ganz kurz schreiben, wie es bei uns war..

unsere kleine ware eine extreme schlecht-schläferin, und als sie ca. 9/10 monate war und ich nicht mehr konnte, hab ich von anna wahlgren gehört.. ich habe das buch "überflogen" und es (ansatzweise) nach ihrer methode (googel doch mal) gemacht....... aber eigentlich war es schon auch ein " kontrolliertes schreien lassen" in meinem beisein gewesen.... glücklicherweise hat sie in der 3. nacht durchgeschlafen (kein witz!!!!!):lachen: d.h. die 1. nacht war heftig, die 2. nacht war schon eher easy und das war´s ... ich bin ehrlich, ich weiss nicht, ob ich es nächtelang durchziehen könnte, aber auch hier ist einfach konsequenz gefragt.. und seither schläft sie tatsächlich durch (sie ist jetzt 2 1/2) - sie freut sich auf ihr bett, schläft suuuper, macht immer noch mittagsschlaf und ich würde das immer wieder tun.. für UNS (!!!) war es einfach das richtige!!!!

vielleicht ist das was für euch??

lg und alles gute
sunshine

neka
28.08.2013, 21:19
kleiner Nachtrag zu uns:
Hatte ich nicht gestern vom Fieber geschrieben? Da es gestern vorbeiging und ab dem Abend ein leichter Ausschlag aufgetrat, hat die Tussi wohl das Dreitagefieber erwischt. Und letzte Nacht war fabelhaft: ab 20 Uhr völlige Stille. Bis morgens um halb 5 immerhin.
Ich werd jetzt natürlich nie erfahren, ob die Methode wieder zieht oder ob die üblen Nächte am Infekt lagen :freches grinsen: (vermutlich ein bisschen von beidem, denn das schlechte Schlafen war ja nicht nur während der Inkubationszeit ein Problem :smirksmile:)

Halina
28.08.2013, 22:19
Gemerkt, dass sie pro Mahlzeit nur wenig trinkt hab ich, als ich ihr mal pre gegeben hab und sie pro Flasche nicht mehr als 130 ml geschafft hat (beim Stillen weiß man ja nicht wieviel sie trinken :smile:) und ein. baby in ihrem Alter schon durchaus ne Flasche von 230 ml wegzischen kann.
Soviel würde mein Kind (2,5) heute noch nicht auf einmal trinken und ich halte das auch nicht für erstrebenswert. Und ehrlich gesagt halte ich es für einen großen Vorteil des Stillens, dass man nicht auf die Idee kommt, im ml und g zu rechnen.

Ich habe schlafens- und stillmäßig so ziemlich alles durch, außer tatsächliches Aufstehen in der Nacht wegen dem Kind: Kind, das mit 6 Wochen 6-7 h durchschlief. Kind, das Monate später wieder alle 2-3 h wach wurde und stillen wollte. Kind, das beim Zahnen tage- bis wochenlang die Nächte durchstillte. Kind, das ab einem Jahr 12 h Schlaf und weniger brauchte, mit Mittagsschlaf also nicht mehr als 10 h nachts, eher weniger. Kind, das sich im zweiten Winter über Monate regelmäßig wachhustete und minuten- bis stundenlang immer wieder hustete. War nervig, weckte alle und da hilft dann auch kein Ferbern, Erziehen oder Flaschenentzug.

Allerdings habe ich daraus mitgenommen, dass ich mit vielem gut klarkomme, wenn ich die nötige Gelassenheit habe und es einfach akzeptiere. Ja, nächtliche Störungen sind unschön, aber oft hält einen der Ärger oder die Angst vor dem nächsten Tag wacher als das Kind selbst. Ich habe angefangen gut zu schlafen und ausgeruht zu sein, als ich aufhörte, nachts auf den Wecker zu gucken. In Zeiten, die nachts sehr bewegt waren (Krankheit, Zähne), wusste ich, dass ich 1-2 h mehr Nachtschlaf für mich einplanen musste, um tagsüber fit zu sein. Und ich habe nicht groß experimentiert, sondern Stillen als Allheilmittel akzeptiert, weil mir mein Schlaf heilig war und ich ganz neben ja auch den nächsten Arbeitstag überstehen musste.

Inzwischen haben wir tatsächlich den Sprung weg vom Stillen geschafft, ohne eine Träne, ohne Geschrei, ohne 3 oder 5 Nächte Kampf. Kind schläft durch und inzwischen sogar allein ein. Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, Dir ein Beispiel zu liefern dafür, dass mittelfristig sich die Schlafprobleme auch gut von selbst lösen können.


ich hab mich gestern erstmal auf die Finger gesetzt, weil ich wirklich von vielen Leuten verwundert angeschaut wurde, dass ich nachts so lange gestillt habe.
So früh, wie Du abgestillt hast, kannst Du doch gar nicht lange nachts gestillt haben. :wangenkuss:

viv_1980
29.08.2013, 13:50
An der Diskussion zum Ferbern will ich mich gar nicht mehr beteiligen, da hab ich bereits alles geschrieben, was ich beitragen kann.

Aber zum Thema Schlafen ist mir noch was eingefallen: Wenn mein Baby ganz schlecht schläft (selten), kommt sie alle 2 Stunden, da kann man nicht viel machen, aber wenn sie "nur" schlecht schläft, schläft sie die ersten 5 Stunden durch und wenn sie gut schläft ca. 8 Stunden oder sogar mehr. Ich achte daher darauf, dass sie so spät wie möglich schlafen geht (dzt. frühestens 21:30), denn, wenn sie 5 Stunden später wach ist, hab ich bis dahin zumindest schon etwas Schlaf bekommen. Und da sie dann am Vormittag nochmal ganz gut schläft, kann ich - da dzt. zuhause - ganz gut Schlaf nachholen. Katastrophal wäre, wenn ich sie um 19:00 schon hinlegen würde. Da wär's mit meiner Nachtruhe vorbei. Sie ist zwar um diese Zeit müde, aber da schläft sie dann halt eine Stunde und wacht gegen 20:00 von selbst auf (ansonsten wird sie geweckt).

Vielleicht ist das ja für irgendjemanden hilfreich ...

Inaktiver User
29.08.2013, 15:32
@Halina: Wieviel trinkt Dein Mädchen denn? Die Babys die ich kenne trinken schon um die 200 ml.
Danke für Deine Erfahrung. Ich denke mittlerweile auch, dass was den Babyschlaf angeht, Deine Beschreibung am realistischsten ist. Von Durchschlafen bis stündlich aufwachen. A propos. Unsere letzte Nacht war schrecklich. Sie ist fast stündlich weinend aufgewacht- wobei aufgewacht ist sie gar nicht, sondern im Schlaf geweint und umher geworfen. Kennt das jemand? Könnte schon ziemlich auf den 26 Wochenachub deuten, oder? Da wären wir von der Zeit her drin.

Halina
30.08.2013, 07:16
Marie-Anie,
ich wüßte nicht, dass sie jemals am Stück mehr als 150 ml getrunken hat. Sie hat allerdings lange fast vollgestillt und wird da schon über den Tag auf mehr als 1 l gekommen sein im 2. Lebenshalbjahr - bei ca. zweistündlichem Stillrhytmus. Wenn man den täglichen Bedarf + auf die 8-10 Stillmahlzeiten aufteilt, können da keine 230 ml rauskommen pro Mahlzeit.
Jetzt ist es ja eh nicht mehr relevant, weil Nahrungsaufnahme über Essen funktioniert. Aber auch jetzt würde sie nie mehr als einen kleinen Kinderbecher auf einmal austrinken (bzw. innerhalb von 10-15 min) - egal ob Milch oder Wasser. Und in der kurzen Zeit, als sie Abends Milch aus der Flasche getrunken hat, waren das jetzt auch nie mehr als 100 ml.

Wann die Schübe sind, weiß ich nicht - aber ja, es gibt immer mal wieder unruhige Phasen. Im Schlaf weinen hatten wir auch schon mal, ich weiß aber nicht mehr, in welchem Alter. Das fand ich mit am anstrengendsten: Eigentlich will man das Kind nicht wecken, aber Alpträume / Angst soll es auch nicht haben.

emma_ha
30.08.2013, 10:33
@Lou: Ja, das liest Du ganz richtig. Die Hilflosigkeit macht mir arg zu schaffen. Außerdem, aber das ist ein generelles Problem von mir, der Druck, den ich mir selbst mache, alles ganz genau richtig zu machen. Ist es richtig, für mein Kind jetzt da zu sein, wenn das gleichzeitig vielleicht bedeutet, dass ich darin versage, es zur Selbständigkeit zu erziehen (ich kenne genug Leute, die sagen "Wie jetzt, dein Kind ist anderthalb und schläft noch nicht alleine ein?? Das sollte es aber lääängst können, da musst du echt mal was ändern!!"), oder wäre es richtiger, jetzt vermeintlich "hart" zu sein, dafür aber meinem Kind zu einer Selbstständigkeit zu verhelfen, von der es langfristig profitiert? Drücke ich mich um letzteres aus Egoismus/Bequemlichkeit, weil ich das Brüllen nicht aushalte? Alles so Fragen...
Die letzte Nacht kam die Matratze zum Einsatz. Der Kurze hat enorm lange zum Einschlafen gebraucht, die ganze Zeit meine Hand gehalten und friedlich gewesen, aber einfach nicht in den Schlaf gefunden. Dann alle 1-2 Stunden aufgewacht und geweint, sich aber sehr schnell wieder beruhigt und weitergeschlafen. Ich wollte irgendwann nicht mehr zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer pendeln und habe mich mit ins Kinderzimmer gelegt. Ab da schlief er dann durch - war ja klar... :knatsch: (Ist auch klar, dass man sich jetzt genauso denken kann, "Na, vielleicht gerade deshalb?")
Ich habe einfach ein bisschen Angst davor, dass es jetzt dadurch, dass ich darauf eingehe, so bleibt. Er hat ja keine Motivation, was zu ändern, wenn Mama sich eben immer kümmert. Und mal abgesehen von der Verantwortung, die ich für seine Selbständigkeitsentwicklung trage, finde ich es schon auch belastend, keine Privatzeit und keine Paarzeit zu haben. Kind geht um acht ins Bett, ist bis dahin aktiv und fordert sämtliche Aufmerksamkeit, braucht bis halb zehn zum Einschlafen, und dann fällt man selbst nur noch ins Bett, weil man nicht weiß, wie die Nacht wird, und versucht, noch möglichst viel Schlaf zu bekommen. Eine bewusste Auszeit oder Zu-zweit-Zeit gibt es da nicht...

lou79
30.08.2013, 14:05
Liebe Emma
Ich kann Dich voll und ganz verstehen :in den arm nehmen:
Völlig für die Füße, solche Kommentare! Das nächste Mal, wenn jemand so einen "Schau-her-wie-toll-ICH-und-wie-doof-DU-bist-Spruch" bringt, schau ihn freudig dankend an und sag:" Super! Da bin ich ja froh dass das Thema morgen endlich beendet ist. Endlich ein Experte der es mir ganz genau zeigt, wie es geht. Wann kommst Du heute Abend vorbei?

Liebe Emma, eins ist sicher: Wenn wir Kinder bekommen machen wir alle Fehler. Der einzig wahre Fehler dabei wäre, sich diese selbst nicht zu verzeihen. Wir können nicht alles richtig machen. Perfekt schon gar nicht. Wenn Du "hart" zu Deinem Kind bist, dann bist Du gleichzeitig hart zu Dir selbst. 90% unseres Leidens entsteht durch unsere Interpretation. Durch Urteile. Verurteile Dich nicht selbst. Ich bin ganz sich, Du gibst Dein bestes! Welches Elternteil möchte das nicht. Vielleicht hilft es Dir wenn Du Deine Ansprüche auf erst einmal wenige Dinge beschränkst. Wie z.B. dem Kind Deine bedingungslose Liebe zu geben. Da zu sein. Dabei KANNST Du gar nicht versagen :smile::smirksmile: das ist erstmal das wichtigste (OK, essen und trinken müssen sie auch :smirksmile:) Und dabei kann Dein Kind ganz wunderbar Selbständigkeit lernen! Das wollte ich ja mit der Art erklären, wie ich es hinbekommen habe. (Kind weint, ich geh hin, tröste es, halte es im Arm, gebe aber die Chance alleine einzuschlafen weil er noch wach ist wenn ich ihn hin lege, stehe neben ihm. Mit der Zeit kann ich mich immer weit entfernen) Kinder brauchen doch Zeit. Die einen mehr die anderen weniger. Mit Hau Ruck Aktionen verunsichern wir meistens nicht nur die Kinder sondern uns selbst. Wer leidet nicht darunter wenn sein Kind verzweifelt schreit. Ich kenne keinen.

Ist Dein Bedürfnis dabei, Vertrauen zu erlangen? Sicherheit? Gelassenheit? Ruhe? Dann gib Dir was Du brauchst. Und wenn das dabei entsteht wenn Du bei ihm bist dann ist das doch schon mal der größte Gewinn. Und Dein Kind profitiert ebenfalls. Ich kann jedenfalls aus Deinen Berichten entnehmen dass es Fortschritte gibt. Gib Euch Zeit! Die darf es in Anspruch nehmen! Nimm den Druck heraus und atme durch.

Ich hatte ein ganz ähnliches Problem dass mich mit meinem "Großen-Kleinen" (LittleLou) fast zur Verzweiflung gebracht hat. (Dazu hatte ich hier sogar einen Thread eröffnet) Er wollte einfach nicht mehr in seinem Bett ein- und durch schlafen. Kam gefühlte 5773 Mal nachts raus, wenn er überhaupt mal eingeschlafen war. Ich hatte ähnliche, wenn nicht gleiche Ängste wie Du. Dachte, das MUSS er doch lernen. Und dann auch noch alleine. Ich dachte ich hätte ALLES versucht. (ich sass tatsächlich tagelang im Hugendubel und habe die gesamte Abteilung "Schläfen lernen" durchgelesen) Nachts konnte ich gar nicht mehr klar denken. Da war Wut, Ohnmacht, Unruhe, Unsicherheit, Hysterie... Meine Verzweiflung übertrug sich natürlich auf mein Kind. Es war schrecklich! Mein Kind schrie und tobte. Ich schrie und tobte. Und er hörte mich, egal in welcher Ecke der Wohnung ich stand und außer mir war. Und alles wurde nur noch viel schlimmer. Je mehr mein Kind litt desto mehr zerfleischte mich das. Schuldgefühle, Selbstvorwürfe....Ein Teufelskreis. Ein Katzenjammer! Warum sollte mein Kind unter meiner Verzweiflung leiden und sich deshalb die Seele aus dem Leib schreien, sich alleine, verlassen fühlen? Angst vor mir bekommen? Ich bin verdammt noch mal seine Mutter. Es ist MEIN Job, ihm Schutz, Fürsorge, Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen zu geben. Ich tat das was ich von mir nicht kannte. Ich schrie laut! Ich WOLLTE gehört werden. Alle sollte hören wie anstrengend das hier ist.

Ich fühlte mich alleine mit meinem Problem. MEINEM Problem! Das war war's. ICH, nicht mein Kind! Ich hatte ein Problem mit ihm, der Situation umzugehen. Meine Einstellung und meine Handlungsweise waren das Problem. Mein Gemütszustand. Dass ich "außer-mir" war.

Man kann nur zwei Dinge im Leben ändern. Entweder:
1. Die Sache an sich (für die Babyklappe war er nun mal schon zu groß und adoptieren wollte ihn auch keiner so recht, ohne dass ich kräftig hätte draufzahlen müssen...)
oder
2. Meine Einstellung (und somit mein Handlungsweise)

Also richtete ich mal den Blick auf mich, fragte ich mich: Was brauch ICH jetzt gerade? Im Flugzeug heisst es ja auch immer: Mütter zuerst die Sauerstoffmaske anlegen. Erst DANN die Kinder. Ich fand das erst unlogisch und egoistisch. Kinder gehen doch vor! Ich kann aber einem Kind nicht helfen wenn mir selbst die Luft weg bleibt. Der heilige Samariter hätte auch nicht helfen können, wenn es ihm 1. selbst nicht gut genug gegangen wäre (finanziell und kräftemässig) und 2. es nicht nur 1 armer, kranker sondern hunderte gewesen wären. Das ist logisch. Und überhaupt: ich bin doch schon mit ganz anderen Dingen im Leben fertig geworden. Wie habe ich das damals geschafft? Das Potenzial, die Kraft ist doch in mir. Ich muss sie nur heraus kramen. Ich muss mich um mich kümmern.

Also, was brauchst Du und wie kannst Du Dein Bedürfnis befriedigen? Ich braucht damals Ruhe, meine Gelassenheit (die irgendwo auf der Strecke geblieben war) zurück. Ich war hochschwanger mit MiniLou und ohnehin schon völlig gaga. Brauchte Empathie für mich und das Kind. Meine Mitte finden. Alles war ver-rückt im wahrsten Sinne. Mich sicher fühlen. Vertrauen, mein Ur-Vertauen wieder finden.

Ein Bedürfnis anzukennen, zu akzeptieren, ist wichtiger als die Erfüllung dessen.

Ich legte also meinen Sohn (ca. 20 Monate zu dem Zeitpunkt) in mein Bett. Dagegen hatte ich mich erst gesträubt weil ich 1. nicht gut schlafe wenn mich ein strampelndes Kind nachts ständig weckt. Und 2. ich immer mal wieder Sorge hatte, dass würde er dann bis zum 18. Lebensjahr machen wollen und ich dann ein Problem mit seiner Ferundin bekommen würde....:unterwerf: Mal ganz ehrlich: Schaut man sich so eine Einstellung/Angst mal objektiv, auf Paper geschrieben oder laut ausgesprochen an, findet man sie selbst.... na ja, irgendwie albern. Wer schläft schon noch mit 18 bei Mama ein?! Glaub mir, dafür müssen noch gaaanz andere Probleme vorherrschen... :zwinker:
Ich setzte mir KEIN Zeitlimit und sagte mir, ich habe keine andere Chance als zu Vertrauen und die Situation so anzunehmen wie sie ist. Zu akzeptieren. Und meine Ängste loszulassen. Sonst geht der Wahnsinn hier weiter und mich kann man bald einliefern. Und LittleLou bekommt vielleicht wirklich noch ne Macke ab.

3 Wochen später konnte man auf allen Seiten NUR Erfolge verbuchen. Ich war Mega ausgeruht (weil ich meistens gleich mit eingepennt bin oder zu faul war ins Wohnzimmer zu trotteln nachdem er, fast in mich hineingekrochen, eingeschlafen war). Mein Mann wunderte sich über meine positive Veränderung (Huch, wer bist Du denn? Und wo ist denn das Häufchen Elend hin?!?) Aber, das Beste war: LittleLou wollte von sich aus wieder in sein Zimmer. Und alleine ein (und durch-) schlafen. Er hatte sein Vertrauen und seine Sicherheit zurück. Genau wie ich auch.

Peppis
30.08.2013, 14:38
@Lou: Ja, das liest Du ganz richtig. Die Hilflosigkeit macht mir arg zu schaffen. Außerdem, aber das ist ein generelles Problem von mir, der Druck, den ich mir selbst mache, alles ganz genau richtig zu machen. Ist es richtig, für mein Kind jetzt da zu sein, wenn das gleichzeitig vielleicht bedeutet, dass ich darin versage, es zur Selbständigkeit zu erziehen (ich kenne genug Leute, die sagen "Wie jetzt, dein Kind ist anderthalb und schläft noch nicht alleine ein?? Das sollte es aber lääängst können, da musst du echt mal was ändern!!"), oder wäre es richtiger, jetzt vermeintlich "hart" zu sein, dafür aber meinem Kind zu einer Selbstständigkeit zu verhelfen, von der es langfristig profitiert? Drücke ich mich um letzteres aus Egoismus/Bequemlichkeit, weil ich das Brüllen nicht aushalte? Alles so Fragen...
Die letzte Nacht kam die Matratze zum Einsatz. Der Kurze hat enorm lange zum Einschlafen gebraucht, die ganze Zeit meine Hand gehalten und friedlich gewesen, aber einfach nicht in den Schlaf gefunden. Dann alle 1-2 Stunden aufgewacht und geweint, sich aber sehr schnell wieder beruhigt und weitergeschlafen. Ich wollte irgendwann nicht mehr zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer pendeln und habe mich mit ins Kinderzimmer gelegt. Ab da schlief er dann durch - war ja klar... :knatsch: (Ist auch klar, dass man sich jetzt genauso denken kann, "Na, vielleicht gerade deshalb?")
Ich habe einfach ein bisschen Angst davor, dass es jetzt dadurch, dass ich darauf eingehe, so bleibt. Er hat ja keine Motivation, was zu ändern, wenn Mama sich eben immer kümmert. Und mal abgesehen von der Verantwortung, die ich für seine Selbständigkeitsentwicklung trage, finde ich es schon auch belastend, keine Privatzeit und keine Paarzeit zu haben. Kind geht um acht ins Bett, ist bis dahin aktiv und fordert sämtliche Aufmerksamkeit, braucht bis halb zehn zum Einschlafen, und dann fällt man selbst nur noch ins Bett, weil man nicht weiß, wie die Nacht wird, und versucht, noch möglichst viel Schlaf zu bekommen. Eine bewusste Auszeit oder Zu-zweit-Zeit gibt es da nicht...

Ich glaube, den ganzen Kram mit der Erziehung zur Selbständigkeit usw., den kannst du getrost nochmal für einige längere Zeit auf Seite schieben.

Deine Gedanken kann ich aber 100 % nachvollziehen, den Stress habe ich mir auch beim ersten Kind gemacht. Den habe ich konsequent mit 4 Monaten ins eigene Bett verfrachtet (gut war kein Stilllkind), Hand immer nur am Bett gehalten (bloss nicht ins eigene Bett, bloss nix angewöhnen etc). Mir klingen die ganzen Sprüche noch nach: "Verwöhn ihn nicht zu doll", "Das kriegst du ihm nie wieder abgewöhnt".

Der ist ein 1 a Schläfer, keine Frage, bis heute und sicher liegt das auch daran, dass ich im Punkte Schlafverhalten immer sehr konsequent war. Gebrüllt hat er übrigens ebenfalls nie eine Sekunde.

Aber soll ich dir was sagen, heute tut mir das weh, wenn ich sehe, wie ich mich da noch hab beeinflussen lassen und wenn ich das jetzt mit dem zweiten Kind vergleiche, wo ich von anfang an nur auf mich und meinen Bauch gehört habe, uff, dann tut mir das manchmal für den Großen schon mal weh.

Wichtig ist, das es dir gut geht. Dir in erster Linie, deinem Partner mit deinem Kind. Euch als Familie.

Ich lieg übrigens auch im Moment abends manchmal auf der Matratze, gestern übrigens ab 20.00 Uhr (tschüss Abend), weil Kleinchen schlimm zahnt und gar nicht einschlafen konnte. An anderen Abenden sieht die Sache anders aus. Und noch vor einigen Monaten habe ich dauergestillt.

Will sagen, vielleicht fällt es auch einfacher, Situationen anzunehmen, in dem Wissen, dass alles endlich ist und auch das wieder vorüberzieht. Denn das wird es.

Und ich meine auch, wie Lou, mach das was für dich am Leichtesten ist.

Und hier ein pratischer Tipp für langweilige Bettabende ;-)

Ich hab mir einen (beleuchteten) ebookreader zugelegt und lese jetzt immer meine Bücher, während ich darauf warte, dass Mini einschläft. Der turnt nämlich vorher auch noch wie ein wilder von A nach B :-)

Halina
30.08.2013, 19:52
Ist es richtig, für mein Kind jetzt da zu sein, wenn das gleichzeitig vielleicht bedeutet, dass ich darin versage, es zur Selbständigkeit zu erziehen (ich kenne genug Leute, die sagen "Wie jetzt, dein Kind ist anderthalb und schläft noch nicht alleine ein?? Das sollte es aber lääängst können, da musst du echt mal was ändern!!"), oder wäre es richtiger, jetzt vermeintlich "hart" zu sein, dafür aber meinem Kind zu einer Selbstständigkeit zu verhelfen, von der es langfristig profitiert? [...]
Ich habe einfach ein bisschen Angst davor, dass es jetzt dadurch, dass ich darauf eingehe, so bleibt. Er hat ja keine Motivation, was zu ändern, wenn Mama sich eben immer kümmert. Und mal abgesehen von der Verantwortung, die ich für seine Selbständigkeitsentwicklung trage.

Abgesehen von Deinem Problem, zu wenig Zeit zu haben (das will ich gar nicht kleinreden, das ist auch hier immer wieder ein Problem): Ich finde es immer ein bisschen paradox, ein Kind zur Selbständigkeit zu erziehen, indem man ihm etwas aufdrängt, wofür es selbst noch nicht bereit ist. Selbständigkeit heißt für mich, dass ein Kind eben weitgehend auch selbst dazu kommt - man lediglich Selbständigkeitsbestrebungen erkennt und unterstützt und z. b. auch akzeptiert, dass diese Bestrebungen nicht immer bequem sind, weil alle Dinge meist langwieriger und aufwendiger sind, wenn sie die ersten Male vom Kind gemacht werden. Egal, ob Allein Essen, Laufen auf der Straße, Anziehen, etc.

Es ist so ein tolles Gefühl, wen das Kind das erste mal sich selbst anzieht oder einen irgendwann abends rausschickt, weil es allein einschlafen will. Ich glaube nicht, dass man "hart" sein muss. Höchstens muss man hin und wieder mal testen und je nach Kindcharakter im richtigen Moment auch vielleicht mal "schubsen". Aber meist kommt das doch automatisch, wenn Bedürfnisse der Eltern und Kinder akut auseinanderstreben. Und ich glaube, auch wenn man völlig unpädagogisch vorgeht und nur seinem Bauchgefühl vertraut, spürt man, wann die eigenen Bedürfnisse legitim sind und das Kind vom "Zurückstecken" keinen Schaden nimmt.

emma_ha
10.09.2013, 09:42
Hallo nochmal,

ich weiß jetzt nicht mehr, wer es hier war, der sagte, mit der Hoffnung auf Hilfe durch Kommunikation müsste ich wohl noch warten - wollte nur noch kurz vermelden, dass ich da in den letzten paar Tagen Gegenbeispiele erlebt habe. :smile: Der Kurze sagte "Arm", als er auf den Arm statt liegend auf den Schoß genommen werden wollte, "mehr singen", als er wollte, dass ich noch eine Strophe seines Gute-Nacht-Liedes singe, und als er nach "Oma?" und "Opa?" fragte und ich ihm sagen konnte, dass er die bald wiedersehen würde, hat er ziemlich friedlich und beruhigt die Augen zugemacht und versucht zu schlafen. Leider gelingt ihm das meist nicht schnell, es gibt eben irgendetwas Undeutbares, das ihn davon abhält, aber die Bereitschaft ist da und die Beruhigung durch die Tatsache, dass er sich verständlich machen kann und ich darauf verbal bzw. handelnd eingehe, ist offensichtlich.

Juhu, Sprechen hilft doch! :allesok: (Auch bei "Männern".) :smirksmile:

lou79
15.09.2013, 14:57
Hallo nochmal,

ich weiß jetzt nicht mehr, wer es hier war, der sagte, mit der Hoffnung auf Hilfe durch Kommunikation müsste ich wohl noch warten - wollte nur noch kurz vermelden, dass ich da in den letzten paar Tagen Gegenbeispiele erlebt habe. :smile: Der Kurze sagte "Arm", als er auf den Arm statt liegend auf den Schoß genommen werden wollte, "mehr singen", als er wollte, dass ich noch eine Strophe seines Gute-Nacht-Liedes singe, und als er nach "Oma?" und "Opa?" fragte und ich ihm sagen konnte, dass er die bald wiedersehen würde, hat er ziemlich friedlich und beruhigt die Augen zugemacht und versucht zu schlafen. Leider gelingt ihm das meist nicht schnell, es gibt eben irgendetwas Undeutbares, das ihn davon abhält, aber die Bereitschaft ist da und die Beruhigung durch die Tatsache, dass er sich verständlich machen kann und ich darauf verbal bzw. handelnd eingehe, ist offensichtlich.

Juhu, Sprechen hilft doch! :allesok: (Auch bei "Männern".) :smirksmile:

Das ist doch Super! Tolle Fortschritte!

viv_1980
07.02.2014, 15:50
Hallo Ihr Lieben,

auch, wenn ich Müdigkeits-bedingt eigentlich nicht ausreichend Gehirn-Kapazität zur Verfügung habe, ist es mir doch ein Anliegen, diesen alten Strang wieder auszugraben.

Nun, unser ehemals durchschlafendes Baby hat sich seit Oktober sukzessive zu einer echten Schlecht-Schläferin entwickelt. Mehr als 2 Stunden Schlaf am Stück sind hier seit vielen, vielen Wochen absolute Mangelware. Urlaub, massiv schmerzhaftes Zahnen und einige Infekte haben dazu sicher beigetragen. Aber das Hauptproblem war wohl das mit dem Schnuller einschlafen und ihn beim nächtlichen Erwachen vermissen. Womit ich zwischenzeitlich recht erfolgreich war, ist das Buch "Schlafen statt Schreien". Ganz ohne Weinen oder besser Schimpfen geht das zwar auch nicht, aber man lässt das Kind nicht allein, sondern "nervt" es, indem man kurz vor dem Einschlafen Schnuller, Flasche, Brustwarze aus dem Mund zieht. Das halte ich für zumutbar. V.a. dann, wenn man an sich selbst nach der gefühlten 2342354. schlechten Nacht allmählich eine Entwicklung zum aggressiven Zombie feststellt ... Nun schläft die Maus zwar (auch) ganz von allein ein, wacht aber auf, weil sie Schmerzen (langwieriges und massiv schmerzhaftes Zahnen) hat / keine Luft kriegt (Dauer-Erkältung) oder kotzt (Magen-Darm). Naja, eben die KiTa-Eingewöhung. Aber an den seltenen Tagen zwischendurch, wo sie sich wohlfühlt, schläft sie bei kurzem nächtlichem Aufwachen von allein weiter.

Alles Liebe Euch allen,
eine mittlerweile echt geräderte viv, die kaum mehr bis 3 zählen kann (eine chaotische Schreibweise ersuche ich daher zu entschuldigen)

Nachtrag: Nächtliche Wachphasen von bis zu 4 Stunden ab 01:30 hatten wir auch. Die haben wir durch restriktivere Handhabung des Tag-Schlafs in den Griff bekommen. Der Nachmittagsschlaf ist gestrichen und abends lege ich sie erst hin, wenn sie fast ins Koma fällt. Seither ist wenigstens das besser geworden.

emma_ha
07.02.2014, 19:43
Oh je, Viv... Lass dich mal :in den arm nehmen: Mitten in so einer schweren Zeit ist es immer blöd. Ich kenn das zur Genüge, und weil wir gerade eine extrem gute Phase am Wickel haben, bin ich recht leichtherzig, aber das wird auch wieder ein Ende haben...


Mehr als 2 Stunden Schlaf am Stück sind hier seit vielen, vielen Wochen absolute Mangelware.
Da ist es kein Wunder, dass man unkonzentriert und aggressiv wird. Das geht mir auch immer so. :niedergeschmettert:


massiv schmerzhaftes Zahnen und einige Infekte haben dazu sicher beigetragen.
Ganz ehrlich: Ich werd den Verdacht nicht los (auch wenn mich viele für verrückt erklären), dass das Zahnen bei uns auch die Hauptursache fürs schlechte Schlafen ist. Ich glaube einfach, mein Kind ist, was das betrifft, über-überdurchschnittlich schmerzempfindlich. Mir ist klar, dass es bei den meisten Kindern, wenn es denn Probleme mit dem Zahnen gibt, um ein paar Tage Nöligkeit oder mal eine schlechte Nacht geht. Aber mein Sohn zahnt, seitdem er drei Monate alt ist, quasi durchgängig, ist auch bis auf eine kurze Pause vor den Molaren echt durchgerauscht und jetzt mit 25 Monaten so gut wie fertig - und seit zwei Wochen schläft er (übrigens trotz leichter Erkältung) wunderbar 10,5 Stunden durch.



Aber das Hauptproblem war wohl das mit dem Schnuller einschlafen und ihn beim nächtlichen Erwachen vermissen.

Na gut, das hatten wir nie, das ist ja aber auch kein so ungewöhnliches Szenario. Schnuller haben Vor- und Nachteile. Alles in allem bin ich ganz froh, dass der hier immer konsequent verweigert wurde, so muss man nichts abgewöhnen.


Womit ich zwischenzeitlich recht erfolgreich war, ist das Buch "Schlafen statt Schreien". Ganz ohne Weinen oder besser Schimpfen geht das zwar auch nicht, aber man lässt das Kind nicht allein, sondern "nervt" es, indem man kurz vor dem Einschlafen Schnuller, Flasche, Brustwarze aus dem Mund zieht. Das halte ich für zumutbar. V.a. dann, wenn man an sich selbst nach der gefühlten 2342354. schlechten Nacht allmählich eine Entwicklung zum aggressiven Zombie feststellt ... Nun schläft die Maus zwar (auch) ganz von allein ein, wacht aber auf, weil sie Schmerzen (langwieriges und massiv schmerzhaftes Zahnen) hat / keine Luft kriegt (Dauer-Erkältung) oder kotzt (Magen-Darm). Naja, eben die KiTa-Eingewöhung. Aber an den seltenen Tagen zwischendurch, wo sie sich wohlfühlt, schläft sie bei kurzem nächtlichem Aufwachen von allein weiter.

Es ist doch super, dass du was gefunden hast, was für euch mit gutem Gefühl funktioniert! :blume: Und es ist total viel wert, glaube ich, dass ein Kind alleine einschlafen kann. So weit sind wir nach wie vor z.B. noch lange nicht. Die Schmerzen gehen vorbei (irgendwann sind definitiv alle Zähne da), und die Infekte auch, und die Maus wird widerstandsfähiger werden, und dann profitierst du von der Mühe, die du dir jetzt schon gemacht hast! Halte durch!

viv_1980
08.02.2014, 11:33
Ganz ehrlich: Ich werd den Verdacht nicht los (auch wenn mich viele für verrückt erklären), dass das Zahnen bei uns auch die Hauptursache fürs schlechte Schlafen ist. Ich glaube einfach, mein Kind ist, was das betrifft, über-überdurchschnittlich schmerzempfindlich. Mir ist klar, dass es bei den meisten Kindern, wenn es denn Probleme mit dem Zahnen gibt, um ein paar Tage Nöligkeit oder mal eine schlechte Nacht geht. Aber mein Sohn zahnt, seitdem er drei Monate alt ist, quasi durchgängig, ist auch bis auf eine kurze Pause vor den Molaren echt durchgerauscht und jetzt mit 25 Monaten so gut wie fertig - und seit zwei Wochen schläft er (übrigens trotz leichter Erkältung) wunderbar 10,5 Stunden durch.

Das mit den Zähnen glaub ich Dir auf's Wort und ich wünsche Dir von Herzen, dass das bei Euch jetzt endlich mal so bleibt. 24 Monate Dauer-Schlaf-Katastrophe grenzt schon an Folter. Hut ab, dass Du das geschafft hast, ohne ihn schreien zu lassen!! Was die Zahnschmerzen betrifft, hab ich hier den direkten Vergleich mit Babys von Freundinnen - und unsere Maus scheint auch eher eine von den Schmerzempfindlicheren zu sein. Sie hat jetzt 4 Zähne auf einmal bekommen (2er oben und unten) und wirklich furchtbar gelitten, während manche meiner Freundinnen erst merken, dass die Kleinen zahnen, wenn sie die Zähnchen sehen. Essen wurde und wird hier gänzlich verweigert und jede Berührung rund um den Mund mit hysterischem Gebrüll quittiert. In den allerschlimmsten Phasen hat sie nachts alle 2 Stunden wie am Spieß geschrien und sich sogar bei der Flasche nach wenigen Schlucken die Zähnchen gerieben. Der Schnuller wurde da übrigens auch verweigert. Hat offenbar weh getan. Aber jetzt scheint an der Zahnfront seit zwei Tagen erstmal Ruhe eingekehrt zu sein *hoff* Also so schlimm wie bei Euch scheint's nicht zu sein, es gibt da dazwischen schon (gefühlt kurze) Erholungsphasen. Dafür hat sie jetzt Ohrenschmerzen durch ihre Erkältung :unterwerf:


Es ist doch super, dass du was gefunden hast, was für euch mit gutem Gefühl funktioniert! :blume: Und es ist total viel wert, glaube ich, dass ein Kind alleine einschlafen kann. So weit sind wir nach wie vor z.B. noch lange nicht. Die Schmerzen gehen vorbei (irgendwann sind definitiv alle Zähne da), und die Infekte auch, und die Maus wird widerstandsfähiger werden, und dann profitierst du von der Mühe, die du dir jetzt schon gemacht hast! Halte durch!

Das stimmt. Das ist meine große Hoffnung. Sie hat jetzt seit über 3 Wochen ohne Unterbrechung Infekte (Magen-Darm und Erkältung sogar gleichzeitig :knatsch:) - und ich hoffe sehr, dass es danach besser wird. Das mit dem Einschlafen ohne Schnuller hab ich angefangen ihr beizubringen, unmittelbar bevor der erste Infekt kam. Ich hab dann zwar sofort damit aufgehört, aber es hat offenbar trotzdem geholfen. Seither höre ich schon manchmal nachts, dass sie zwar wach wird, aber allein weiterschlafen kann. Das gab's davor eher nicht.

So, und nun drück' ich noch ganz fest die Daumen, dass Eure Nächte so bleiben, wie sie sind! 10,5 Stunden am Stück ... *träum* :smile:

manu2810
08.02.2014, 23:20
Hallo,

ich habe nur den ersten Beitrag gelesen und weiß daher nicht, was schon geschrieben wurde.... Sorry also, falls ich irgendwas wiederhole.

Soweit ich weiß, hat der Autor das mittlerweile selbst revidiert. Meine Meinung: ganz klar! Das geht gar nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch selbst nie gelesen habe, habe aber oft gehört worum es geht. Im Buch wird gesagt, dass das Kind lernt einzuschlafen, indem man es schreien lässt. Aber im Grunde lernt das Kind doch nur Resignation. Warum soll es schreien, wenn es lernt, dass darauf eh niemand reagiert. Es wäre dasselbe, wenn ein Erwachsener Zuhause ans Bett gefesselt ist z.B. beide Beine gebrochen. So ist man auf Hilfe angewiesen, man ruft, aber niemand reagiert auf Hunger, Durst, Redebedarf etc. Dann gibt man irgendwann auf - eine ganz normale Reaktion.

Ich finde es gibt niemals einen Grund, ein Kind so zu quälen. Mein Sohn wird im April 4 und er hat auch jetzt noch Phasen wo er zu mir ins Bett kommt oder nicht einschlafen will. Dann darf er nachts gerne zu mir bzw. uns ins Bett gekrochen kommen oder bekommt noch eine 2te Geschichte oder ich begleite ihn ein 3. oder 4. Mal (sofern es nicht erkennbarer Trotz etc. ist) ins Bett. Einschlafen und Durchschlafen muss genauso erlernt werden wie Laufen und Sprechen, das ist ein Prozess der eine Weile dauern kann.

Ich verstehe, dass viele Eltern verzweifelt sind und es eigentlich nur gut machen und eben alles versuchen möchten, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, sollte jedem klar sein, dass das nicht gut sein kann.

LG Manuela

viv_1980
09.02.2014, 13:18
ich habe nur den ersten Beitrag gelesen und weiß daher nicht, was schon geschrieben wurde.... Sorry also, falls ich irgendwas wiederhole.

:gegen die wand:

Dann mach ich Dir jetzt einen Vorschlag: Bevor Du Dir das nächste Mal die Mühe machst, einen Beitrag zu verfassen, lies doch bitte zumindest die letzten paar Postings. Dann wüsstest Du nämlich, ob Dein Kommentar überhaupt noch zum Verlauf der Diskussion passt ...

Nur der Vollständigkeit halber: Ich hab - ebenso wie die meisten anderen - meine Tochter noch kein einziges Mal schreien lassen und werde es auch nicht tun.

Inaktiver User
09.02.2014, 19:41
Danke, viv. :blume:

Aber jetzt, wo der Fred oben ist, würde ich Euch gerne um eine Einschätzung bitten. Die Nächte sind bei mir eigentlich kein Problem, der Wicht kommt bei verstärktem Meckern in mein Bett und schläft in meinem Arm meist relativ gut weiter (dass sein Schlaf unruhig ist und ich nicht gerade in den Tiefschlaf komme, geschenkt).

Mein Problem sind eher die Tage. Ich kann den Wicht zu keiner Minute ablegen oder sich eine Sekunde selbst überlassen, er fordert 100%igen Körperkontakt und Beschäftigung. Selbst, wenn er direkt vor mir auf der Decke mit zig Spielzeug liegt und ich lieb mit ihm spreche (und dabei etwa versuche, etwas Wäsche aufzuhängen), brüllt er sofort los, bis er auf dem Arm ist. "Ferbern" geht nicht, da er großer Fan des "english setting" ist, sprich es gibt nur eine Beschwerdestufe, nämlich brüllbrüllbrüll. Wenn ich versuche, ihn auf der Decke oder im Bettchen zu beruhigen, geht er darauf nicht ein, bis ich ihn hochnehme und brüllt sofort wieder los, wenn ich versuche, ihn abzulegen. Das Spiel habe ich nun die ersten 7 Monate tapfer mitgespielt, aber nun komme ich langsam an meine Grenzen. Mein Mann ist oft auf Dienstreise, teilweise im Ausland, ich komme, wenn es nach dem Wicht geht, noch nicht einmal dazu, die Spülmaschine auszuräumen oder die Wäsche zu machen. Hilfe gibt es vor Ort keine. Putzfrau zwar Gottseidank vorhanden, aber ein paar Handgriffe müssen dann doch vorgenommen werden, sei es nur die tägliche Dusche (geschminkt wird miittlerweile schon mit Baby auf dem Arm).

Meine einzige Lösung ist, ganz ehrlich gesagt, ihn einmal oder zweimal am Tag in sein neues Bettchen oder auf die Spieldecke abzulegen und eine halbe Stunde schreien zu lassen. Das hört sich schlimm an und ich fühle mich furchtbar dabei. Aber ich MUSS einfach ein paar Dinge am Tag schaffen, die nicht mit Kind im Arm zu bewerkstelligen sind. Seit der Wicht kein Leichtgewicht mehr ist, ist die Situation noch schwieriger (früher gingen Toilettengänge und Banküberweisungen auch per Marsupi). Ich habe da echt gerade keine Lösung und bin dezent verzweifelt. :unterwerf:

Kennt Ihr das?

emma_ha
09.02.2014, 20:01
Mein Problem sind eher die Tage. Ich kann den Wicht zu keiner Minute ablegen oder sich eine Sekunde selbst überlassen, er fordert 100%igen Körperkontakt und Beschäftigung. Selbst, wenn er direkt vor mir auf der Decke mit zig Spielzeug liegt und ich lieb mit ihm spreche (und dabei etwa versuche, etwas Wäsche aufzuhängen), brüllt er sofort los, bis er auf dem Arm ist. [...]
Meine einzige Lösung ist, ganz ehrlich gesagt, ihn einmal oder zweimal am Tag in sein neues Bettchen oder auf die Spieldecke abzulegen und eine halbe Stunde schreien zu lassen. Das hört sich schlimm an und ich fühle mich furchtbar dabei. Aber ich MUSS einfach ein paar Dinge am Tag schaffen, die nicht mit Kind im Arm zu bewerkstelligen sind. Seit der Wicht kein Leichtgewicht mehr ist, ist die Situation noch schwieriger (früher gingen Toilettengänge und Banküberweisungen auch per Marsupi). Ich habe da echt gerade keine Lösung und bin dezent verzweifelt. :unterwerf:

Kennt Ihr das?

JA! Meiner war genauso. Und zwar gefühlt das gesamte erste Jahr. (Witzigerweise habe ich da genau dasselbe gesagt wie Du, wenn ich nach dem Schlafen gefragt wurde, nämlich: "Die Nächte sind nicht das Problem, die Tage sind das Problem." Bezog sich in der ersten Zeit naturgemäß auch aufs Schlafen, mein Kurzer hatte das mit dem Tag- und Nachtrhythmus relativ schnell drin und schlief nachts auch im ersten Jahr im großen und ganzen mit Flasche recht schnell weiter. Tagschlaf war Katastrophe...) Jetzt ist er zwei, und ich trage ihn immer noch viel herum. Und - ich will dich nicht entmutigen, aber bei uns war das einfach Realität - das Fordernde an ihm wird erst jetzt so langsam besser... Jedes Kind ist anders. Meins hatte und hat nach wie vor erhöhten Bedarf an Zuwendung und Körperkontakt. In den besseren Phasen habe ich das einfach akzeptiert, in den schlechteren sehr gehadert. Ich habe viel mit Tragetuch, Auf-dem-Arm-Haben und Singen gemacht, Letzteres ging manchmal auch leidlich ohne Körperkontakt. Ich hatte aber auch meinen Mann viel zur Unterstützung und Entlastung, ich bin mir voll darüber bewusst, wieviel das wert war. Ansonsten wäre ich auch viel schneller und häufiger "auf" gewesen. Gibt's irgendeine Hilfe, die du dir organisieren, zur Not bezahlen kannst? Babysitter, Leihoma? Ist es vielleicht besser, wenn du rausgehst? Das war bei uns immer so, draußen (und zwar einerseits im Sinne von "an der frischen Luft", andererseits im Sinne von "nicht zu Hause") sein war immer die entspanntere Option. Da konnte er viel gucken und hat viel Input zum Verarbeiten gehabt. Klar schafft man dann auch nichts, aber manchmal ist es einfach wichtiger, kein Geschrei bei Leistung, sondern möglichst eine gute Zeit miteinander ohne Leistung zu haben.
Ich kann jetzt nur für mein Kind sprechen, aber: Er ist - und das hängt sicherlich mit dem fordernden Wesen zusammen - dafür ein überdurchschnittlich fittes (Grob-, Fein- und Sprechmotorik), aktives, neugieriges und verständiges Kind. :blume:

Halina
09.02.2014, 20:19
Coralie,
mein Kind war auch so - es wurde schon mal deutlich besser, als sie robben und dann krabbeln konnte. Und heute, mit drei Jahren, spielt sie regelmäßig längere Zeit allein im Nachbarzimmer, fordert regelmäßig ein, bei der Oma zu schlafen, mit dem Papa allein unterwegs zu sein und Tagesmutter Vollzeit ist auch kein Problem.
Hilft Dir jetzt nicht viel, außer der Gewissheit, dass auch solche Klebekinder zu selbständigen, sozialen kleinen Wesen heranwachsen.

Für die Zwischenzeit fällt mir nichts anderes ein, als Tragetuch (fand ich ab 8 kg am bequemsten) und Kind ab auf den Rücken. Und wenn irgendmöglich Entlastung durch Babysitter / Familie für ein paar Stunden die Woche, in denen du ohne Gebrüll und ohne Kind auf dem Arm kurzfristig entspannen bzw. was schaffen kannst.

emma_ha
09.02.2014, 20:30
es wurde schon mal deutlich besser, als sie robben und dann krabbeln konnte

Ja, das stimmt, jetzt wo du es sagst; das war hier auch so. Aber merkbar in dem Sinne, dass es wirklich leichter ist und einem richtig was nützt, ist es erst jetzt. (Tagesmutter geht übrigens schon seit dem ersten Geburtstag unproblematisch. Richtig schlimm war es immer und ist auch immer noch am schwersten, wenn ich mit ihm alleine zu Hause war/bin.)

Inaktiver User
09.02.2014, 20:35
Danke Dir, liebe Emma. :blume: Ich muss auch sagen, dass ich in Deinen Erzählungen schon häufig Parallelen zum Wicht gesehen habe, deshalb freue ich mich sehr, dass Du antwortest.

Und - ich will dich nicht entmutigen, aber bei uns war das einfach Realität - das Fordernde an ihm wird erst jetzt so langsam besser... Jedes Kind ist anders.
Es würde mich, ehrlich gesagt, auch überraschen, wenn es sich ab dem ersten Geburtstag schlagartig ändert. Ein bisschen Sorgen mache ich mir aber über einen möglichen Kita-Start. Eigentlich wollte ich nicht bis zum zweiten Geburtstag oder später warten, bis ich wieder zur Arbeit gehe. Wie es der Wicht mehrere Stunden in der Kita aushält, ist bei mir aber momentan jenseits jeder Vorstellungskraft. :unterwerf:


Gibt's irgendeine Hilfe, die du dir organisieren, zur Not bezahlen kannst? Babysitter, Leihoma? Ist es vielleicht besser, wenn du rausgehst? Das war bei uns immer so, draußen (und zwar einerseits im Sinne von "an der frischen Luft", andererseits im Sinne von "nicht zu Hause") sein war immer die entspanntere Option.
Leider sind Babysitter-Experimente gerade im großen Stil gescheitert - der Wicht macht da einfach nicht mit und die potentiellen Babysitter geben entnervt auf und melden sich nie wieder. Die Wellcome Ladies haben in unserer Stadt eine Gehaltsobergrenze und kümmern sich um bedürftige Familien. Die Psychologinnen der Schreiambulanz waren auch total schockiert und haben uns auch nicht helfen können (gut, der Wicht bekam ein paar schöne Massagen und mein Geldbeutel wurde etwas leichter, aber messbares Ergebnis: Null. :smirksmile:). Rausgehen hilft! Wir sind gerade mehrere Stunden unterwegs. Deshalb bin ich gerade sehr dankbar über den milden Winter in dieser Stadt. :smile: :blume:


Klar schafft man dann auch nichts, aber manchmal ist es einfach wichtiger, kein Geschrei bei Leistung, sondern möglichst eine gute Zeit miteinander ohne Leistung zu haben.
Das stimmt. Aber nachdem ich nun über ein halbes Jahr in einer Bude gelebt habe, die eigentlich ein Fall für die RTL2 Messie-Entrümpler war, ist der Leidensdruck bei mir so groß, dass ich wirklich etwas aufräumen muss, um keinen dauerhaften psychologischen Schaden zu nehmen.

Heute ist es wieder besonders schlimm: Gerade hatte er wieder einen Schreiflash von einer Stunde und nichts hat geholfen. Auch bei mir auf dem Arm hat er sich nur durchgebogen und gewehrt. Nun habe ich ihn entnervt auf die Spieldecke gelegt und er ist schreiend eingeschlafen. Den "Mutter des Jahres" Award kann ich mir wohl abschminken. :niedergeschmettert: Und auch mein Mann ist ziemlich schockiert über mein "Schreien lassen" und hat Angst, dass der Wicht zig Störungen aus diesen frühkindlichen Belastungen mitnimmt.

Inaktiver User
09.02.2014, 20:36
Coralie,
mein Kind war auch so - es wurde schon mal deutlich besser, als sie robben und dann krabbeln konnte. Und heute, mit drei Jahren, spielt sie regelmäßig längere Zeit allein im Nachbarzimmer, fordert regelmäßig ein, bei der Oma zu schlafen, mit dem Papa allein unterwegs zu sein und Tagesmutter Vollzeit ist auch kein Problem.
Hilft Dir jetzt nicht viel, außer der Gewissheit, dass auch solche Klebekinder zu selbständigen, sozialen kleinen Wesen heranwachsen.
Doch, Halina, das hilft mir, sogar sehr. :kuss:

Sonnenschnuppe
09.02.2014, 21:35
Coralie,
meine Tochter wollte im ersten halben Jahr eigentlich auch NUR auf dem Arm sein, auf der Krabbeldecke liegen fand sie ziemlich doof, auch mit mir. Selbst Kinderwagen ging - und geht- gar nicht. Hier wurde es auch besser, als sie (mit 5 Monaten) anfing zu Robben und mit 6 Monaten anfing zu Krabbeln und sich hochzuziehen. ABER es ist immer noch so, dass sie sich nicht gerne alleine beschäftigt. Sie spielt schön, aber eigentlich nicht alleine, ich soll in der Regel daneben sitzen. Auf der anderen Seite hilft sie jetzt (knapp 2) total gerne beim Kochen, Backen, Wäsche auf und Abhängen, so dass die Basics im Haushalt machbar sind.
Vor dem Kita Start mit 10 1/2 Monaten hatte ich auch total Angst. Bei uns war es auch so, dass ich sie nicht mal im Fitnessstudio abgeben konnte, um 1-2 h Sport zu machen. In einem anderen Strang hier wurde das angezweifelt und unterschwellig angedeutet, dass ich da dann wohl eher selbst schuld bin. Allerdings habe ich es dort wirklich konsequent probiert, nur wenn man dann mit schreiendem Kind vom X-Trainer geholt wird und die Betreuerin sich absolut weigert, das Kind auch nur zu halten, während man kurz unter die Dusche springt, oder aber eine andere Betreuerin sich ebenfalls mit schreiendem Kind auf den Arm neben einen stellt, während man Miha- Cirkel macht, glaube ich, dass doch den Meisten die Lust vergehen würde. Und Omas etc haben wir halt nicht vor Ort...
Bei uns war auch noch das Problem, dass sie ausschließlich bei mir geschlafen hat. In der KiTa war zwar die Eingewöhnung nicht total easy, aber auch nicht besonders schwer und inzwischen liebt die Maus schon sehr lange die KiTa und freut sich da schon bei Aufstehen drauf. Sie liebt aber eben auch andere Kinder sehr!
Insgesamt wird es auf jeden Fall viel besser, aber mein Klebekind ist halt auch noch jetzt ein mamsüchtiges Klebekind.

Sonnenschnuppe
09.02.2014, 21:59
P.S.
Coralie, was ich auch noch sagen wollte:
Zwar ist die Maus ein Klebekind, dafür aber so bezaubernd, dass mir sie es ständig schafft, dass ich dahinschmelze.
Ich kenne eigentlich im RL kein Kind, das so schmusig ist. Gerade kuschelt sie sich oft an mich und sagt mit ganz lieber Stimme: "Mama, Mauschen!" Das ist sooo süß :liebe:. Wenn ich dann bspw. mit dem sehr selbständigen Sohn meiner Freundin vergleiche, der wirklich lange alleine spielt und sich selbst beschäftigt (allerdings hat er das auch von Anfang an auf "die harte Tour" gelernt), der aber dafür gar nicht kuschelt, küsst etc, würde ich niemals tauschen wollen!

emma_ha
09.02.2014, 22:04
Zwar ist die Maus ein Klebekind, dafür aber so bezaubernd, dass mir sie es ständig schafft, dass ich dahinschmelze.

*unterschreib* (Also, für mein eigenes Kind, Sonnenschnuppe, deins kenn ich ja nicht. :freches grinsen:)

emma_ha
09.02.2014, 22:06
Sie spielt schön, aber eigentlich nicht alleine, ich soll in der Regel daneben sitzen. [...] Bei uns war es auch so, dass ich sie nicht mal im Fitnessstudio abgeben konnte, um 1-2 h Sport zu machen. In einem anderen Strang hier wurde das angezweifelt und unterschwellig angedeutet, dass ich da dann wohl eher selbst schuld bin.

Solche Unterstellungen kenne ich ja bekanntlich. :smirksmile: Und auch hier sage ich dazu nochmal ganz deutlich: NEIN. Daran glaube ich einfach nicht.

emma_ha
09.02.2014, 22:12
Den "Mutter des Jahres" Award kann ich mir wohl abschminken. :niedergeschmettert: Und auch mein Mann ist ziemlich schockiert über mein "Schreien lassen" und hat Angst, dass der Wicht zig Störungen aus diesen frühkindlichen Belastungen mitnimmt.

Den kriege ich in diesem Leben auch nicht mehr. Aber keine Mutter ist perfekt, und ich glaube trotzdem, die meisten "durchschnittlichen" Mütter sind für ihr(e) Kind(er) genau richtig.
Ich bin kein Psychologe, und das, was du von deinem Mann schilderst, kenne ich an Ängsten auch. Aber ich habe mir mittlerweile von mehreren Fachleuten sagen lassen, dass das 1. so schnell nicht geht mit den Schädigungen, zumal kleine Kinder so programmiert sind, dass sie einzelne "Tiefschläge" schnell vergessen, und 2. dein Kind schon merkt, ob du das in dem Moment machst, weil es einfach nicht anders geht, aber grundsätzlich immer "auf seiner Seite" bist und mental für es da, oder ob das eine grundsätzliche Ablehnung seiner Person ist.

Sonnenschnuppe
09.02.2014, 22:21
emma, ein (großer) Teil ist sicher Charakter des Kindes. Aber wenn man es von Anfang an schafft, sich mehr abzugrenzen und das eigene Wohlbefinden, Auszeiten etc. höher anzusiedeln und bereit ist, dem Kind mehr zuzumuten, kann man das vielleicht schon ein bißchen beeinflussen.
Für mich war es aber immer so, dass ich der Meinung bin, dass meine Frustrationstoleranz als Erwachsene größer ist, als die eines Babies (und auch jetzt Kleinkindes). Und ich hatte und habe auch keine Freude an Zeit für mich, wenn ich weiß, dass es meinem Kind dabei schlecht geht.
Außerdem weiß ich aus Deinem früheren Strang, dass Du Dir auch schwer damit getan hast, Dein schreiendes Baby zB Deiner Mutter zu überlassen, um selbst mal zB etwas Schlaf zu bekommen. Mein Baby war kein Schreibaby und ich war nie so erschöpft, wie Du. Aber es war und ist grundsätzlich schon so, dass ich zwar gerne mein fröhliches Kind bei anderen lasse, wenn sie aber weint, krank, unleidig ist, dann sehe ich das grundsätzlich als ELternproblem an und erwarte nicht, dass jmd anders einspringt, zumal das Beruhigen beim mir am Schnellsten geht. Wer das von Anfang an anders handhabt, hat es vielleicht auch leichter.

Allerdings war ich neuerdings als zusätzliche Betreuungsperson mit der KiTA im Zoo. Da war es am Ende so, dass die Maus totmüde war und sauer auf mich, weil sie auf dem Steig zwischen zwei U-Bahngleise nicht alleine laufen durfte. Daraufhin wollte sie dann nicht so mir, sondern bei ihrer Bezugserzieherin auf den Arm, wo sie auch eingeschlafen ist (und dort weiter schlafen durfte). Ich fand es super, dass sie in der KiTa jmd. hat, den sie so mag (und ich bin immer dankbar, dass sie in unserer KiTa auch so lieb zu den Kindern sind). Jedenfalls sehe ich darin einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung.

emma_ha
09.02.2014, 22:25
emma, ein (großer) Teil ist sicher Charakter des Kindes. Aber wenn man es von Anfang an schafft, sich mehr abzugrenzen und das eigene Wohlbefinden, Auszeiten etc. höher anzusiedeln und bereit ist, dem Kind mehr zuzumuten, kann man das vielleicht schon ein bißchen beeinflussen.
Für mich war es aber immer so, dass ich der Meinung bin, dass meine Frustrationstoleranz als Erwachsene größer ist, als die eines Babies (und auch jetzt Kleinkindes).

Ja, eben. Der Punkt ist, dass ich nicht bereit bin, ihm mehr zuzumuten, als er schaffen kann. Und das ist eben weniger als bei anderen Kindern, und das ist nicht beeinflussbar. Und deinem letzten Satz stimme ich absolut zu.

Inaktiver User
10.02.2014, 20:54
Sonnenschnuppe und Emma, Euch lieben Dank für die Beiträge. Es ist gut zu sehen, dass Ihr beide das Gefühl habt ¨das Schlimmste ist vorbei¨ und so positiv und liebenvoll in Bezug auf Eure Kinder seid. Das gibt mir sehr viel Kraft. :kuss:

Sonnenschnuppe
10.02.2014, 21:18
Coralie,
ich hatte heute Entwicklungsgespräch in der KiTa. Es ist so, dass dort in regelmäßigen Abständen ein Gespräch mit den Bezugserziehern stattfindet, in dem berichtet wird, wie das Kind sich in der KiTa macht, ob es Probleme gibt etc. (aktuelle Sachen werden natürlich trotzdem beim Bringen und Abholen anlaßbezogen besprochen).
Jedenfalls gibt es für jedes Kind ein Heft in dem standartisiert ist, was ein Kind mit 1 Jahr, 18 Monaten, 24 Monaten, 36 Monaten... können sollte. Es geht dabei um motorische Fähigkeiten, soziale Kompetenz, sprachliche Fähigkeiten... (es ist aber nicht besorgniserregend, wenn ein Kind in einzelnen Punkten auch mal von der Norm abweicht).
Meine Maus wird nächste Woche 2 Jahre alt. Laut diesen Heft sollte ein Kind mit 24 (!!!!) Monaten sich auch mal (!) 10- 15 Minuten alleine beschäftigen können, wobei mit alleine beschäftigen nicht gemeint ist, dass es alleine dasitzt. Das Kriterium ist auch erfüllt, wenn das Kind eine erwachsene Bezugsperson braucht, die daneben sitzt (aber eben nicht das Kind bespielen muss). Die Mäuse Bezugserzieherin meinte, dass die Maus das Kriterium problemlos erfüllt (es muss jemand dabei sein, sie will ihre ENtdeckungen etc. zeigen, aber sie entertaint werden).
Vor diesem Hintergrund dachte ich so bei mir, dass das mit dem alleine beschäftigen ist, wie mit dem alleine schlafen. Es wird immer der Eindruck erweckt, als müssten schon Babys das können. Fakt ist aber eben, dass es - in den meisten Fällen- nicht so ist. Und die Mütter fühlen sich dann schlecht, weil ihr Baby den Erwartungsdruck nicht erfüllt.
Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an ein Gespräch zwischen zwei Müttern, Kinder ca. 10 Monate alt, das ich bei IKEA belauscht habe. Die eine klagte der anderen ihr Leid, dass ihre Tochter nur bei ihr im Bett, bestenfalls im Arm schläft und in der Nacht oft wach wird. Die andere meinte darauf: "tatsächlich?also meine Tochter schläft alleine auf und wenn sie wach wird, spielt sie schön vor sich hin. Heute Morgen bin ich um 6.00 aufgewacht, habe ihr eine Flasche gegeben, sie gewickelt und ihr dann ihre Spielkiste hingestellt. Ich war sooo müde, drum hab ich mich dann noch ganz kurz hingelegt. Um 9.30 h kam dann mein Mann heim- die Kleine hat immer noch schön gespielt und ich habe erst da gemerkt, wie lange ich geschlafen habe."
Ich dachte dann nur bei mir- was für eine tolle Freundin, das war jetzt sicher ein super Trost für die andere Mutter (wenn die Geschichte denn überhaupt stimmte...).

emma_ha
11.02.2014, 11:43
Meine Maus wird nächste Woche 2 Jahre alt. Laut diesen Heft sollte ein Kind mit 24 (!!!!) Monaten sich auch mal (!) 10- 15 Minuten alleine beschäftigen können, wobei mit alleine beschäftigen nicht gemeint ist, dass es alleine dasitzt. Das Kriterium ist auch erfüllt, wenn das Kind eine erwachsene Bezugsperson braucht, die daneben sitzt (aber eben nicht das Kind bespielen muss).

Na dann... Das schafft meiner auch inzwischen. :smile: (Am besten geht das momentan eigentlich mit Bücheransehen. Das macht er gern mit jemandem zusammen, aber auch mal wirklich ganz alleine.)



Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an ein Gespräch zwischen zwei Müttern, Kinder ca. 10 Monate alt, das ich bei IKEA belauscht habe. Die eine klagte der anderen ihr Leid, dass ihre Tochter nur bei ihr im Bett, bestenfalls im Arm schläft und in der Nacht oft wach wird. Die andere meinte darauf: "tatsächlich?also meine Tochter schläft alleine auf und wenn sie wach wird, spielt sie schön vor sich hin. Heute Morgen bin ich um 6.00 aufgewacht, habe ihr eine Flasche gegeben, sie gewickelt und ihr dann ihre Spielkiste hingestellt. Ich war sooo müde, drum hab ich mich dann noch ganz kurz hingelegt. Um 9.30 h kam dann mein Mann heim- die Kleine hat immer noch schön gespielt und ich habe erst da gemerkt, wie lange ich geschlafen habe."
Ich dachte dann nur bei mir- was für eine tolle Freundin, das war jetzt sicher ein super Trost für die andere Mutter (wenn die Geschichte denn überhaupt stimmte...).

Oh mein Gott! Als Mutter des ersten Kindes hätte ich mir wahrscheinlich auch in dem Alter noch den Schuh voll angezogen und mich gefragt, was ich falsch gemacht habe... Und wäre auch neidisch gewesen. Einen kleinen Knick (im Unterbewusstsein der Freundschaft) hätte es sicherlich gegeben. Klar gibt es solche Kinder auch. Ist ja auch bestimmt angenehm für die Eltern und sei jedem gegönnt. Das Problematische daran ist oft, dass die Eltern solcher Kinder eben oft (nicht mit böser Absicht) denken, das ist die Norm und gehört so, und irgendwie davon ausgehen, wenn das bei anderen nicht so ist, läuft da was falsch.

emma_ha
11.02.2014, 12:01
Obwohl - so rückblickend vielleicht doch eher gruselig... Ein 10 Monate altes Kind, das sich schätzungsweise 2 Stunden allein (nicht mit einer anderen Bezugsperson, sondern völlig allein!) beschäftigt, während die Mutter schläft... :ooooh: Also, ob das noch so "normal" ist, weiß ich auch nicht.
*hat mich jetzt echt von den Socken gehauen, die Geschichte*

Sonnenschnuppe
11.02.2014, 21:09
Obwohl - so rückblickend vielleicht doch eher gruselig... Ein 10 Monate altes Kind, das sich schätzungsweise 2 Stunden allein (nicht mit einer anderen Bezugsperson, sondern völlig allein!) beschäftigt, während die Mutter schläft... :ooooh: Also, ob das noch so "normal" ist, weiß ich auch nicht.
*hat mich jetzt echt von den Socken gehauen, die Geschichte*

Geht mir genauso. Deswegen bezweifele ich auch ehrlich gesagt, dass sie stimmt!


Das Problematische daran ist oft, dass die Eltern solcher Kinder eben oft (nicht mit böser Absicht) denken, das ist die Norm und gehört so, und irgendwie davon ausgehen, wenn das bei anderen nicht so ist, läuft da was falsch.

Das sehe ich genauso. Es scheint irgendwie eine Norm zu geben, keine Ahnung, wer die eigentlich festlegt. M.E. hat es nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass ein Großteil der Kinder dieser Norm entsprechen.
Nach dieser Norm MUSS man stillen, aber bitte MAXIMAL 1 Jahr.
Das Baby MUSS alleine schlafen, es muss Kinderwagen und Autofahren lieben. Es muss sich glücklich und zufrieden bereits im Babyalter selbst beschäftigen können und darf nicht weinen, wenn es zu seiner Bezugsperson möchte. Es MUSS sich problemlos auch von anderen betreuen lassen.
Mit spätestens 6 Monaten MUSS es begeistert Brei futtern. Es MUSS mit 4 Monaten alleine Ein- bestenfalls auch Durchschlafen.
M.E. wird dabei der Charakter des Kindes völlig außer Acht gelassen und davon ausgangen, dass alle Babys das so machen, notfalls wird die Norm eben mit Brachialgewalt durchgesetzt. Die Mütter, deren Kinder dieser Norm entsprechen, sitzen oft auf einem sehr hohen Roß und gehen schauen auf die herab, deren Kinder anders sind, weil sie automatisch davon ausgehen, dass das nur daran liegen kann, dass die anderen Mütter etwas falsch gemacht haben.
Und dann gibt es noch die Mütter, deren Kinder eben nicht von selbst dieser Norm entsprechen, die das aber um jeden Preis durchsetzen wollen. Für mich sind Methoden, die beinhalten, dass ich mein Kind verzweifelt schreien lassen muss, absolut indiskutabel (Coralie, das richtet sich nicht gegen Dich, Ausnahmesituationen kann es immer geben). Ich würde nicht einmal einen Hund so erziehen, geschweige denn ein hilfloses Baby. Ich habe aber 4 Freundinnen, die ihre Kinder geferbert haben und völlig überzeugt davon sind. Obwohl ich diese Vorgehensweise ablehne, habe ich ihnen nie hereingeredet, oder gesagt, dass ich diese Methoden nicht für menschenwürdig halte. Andersrum kommen aber ständig blöde Kommentare, dass die Maus bei uns im Bett schläft und nicht von alleine (wieder-)einschläft. Ich erlebe es sehr häufig, dass die Mütter mit den tougheren Methoden die anderem Mütter abwerten und sich überlegen fühlen (und sehe bei mir selbst, wie schnell man sich in die Defensive drängen läßt, obwohl für mich die anderen Methoden eben absolut nicht überlegen sind).
Zumal ich wirklich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Probleme sich mit der Zeit auch ohne Gewaltmethoden einfach so von selbst lösen, weswegen ich rückblickend bislang keinen Schritt hier bereut habe!

Nijntje74
11.02.2014, 22:04
Ich finde auch, dass die obige Story weniger nach "Kind ist so pflegeleicht" und mehr nach "Vernachlässigung der Aufsichtspflicht" klingt :freches grinsen:

Meine Erfahrung ist, dass sich viele auch gar nicht trauen vor sich und anderen zuzugeben, wie es bei ihnen mit schlafen, essen, was weiss ich aussieht und irgendwie implizieren diesen "Normen" zu genügen. Mein Mann und ich gehen an sich ganz offen um mit diesen Dingen, die man "so nicht macht", nicht klagend ("ich bin soo müde, weil das Kind wieder so im Bett gerödelt hat"), sondern als statement - im Zweifelsfall liegt das bei uns sowieso an kulturellen Unterschieden, was wissen die Leute hier, was in Deutschland mainstream ist :zwinker: und dann hört man halt doch häufig erleichterte Zugeständnisse, dass es bei anderen Leuten doch so ähnlich ist.

Hier ist es so, dass man bis Kinder 2 1/2 sind regelmässig bei "Kind&Gezin" (Kind&Familie) vorstellig wird, zu den Vorsorgeuntersuchungen und mehr oder weniger ausführlichen Gesprächen mit einer Kinderschwester, wo man dann halt so Dinge wie Ernährung, Schlaf, Verhalten ansprechen kann. Die gelten hier als Hüter der Regeln, wie man's "richtig" macht, selbständiges Einschlafen, bloss nicht nachts was zu Essen geben usw. Unsere Erfahrung war, dass da im Gegenteil eine grosse Gelassenheit herrschte - Baby schläft tagsüber kaum, tja, das ist halt individuell verschieden, muss man sich keine Sorgen machen. Kleinkind im Familienbett - wenn das für alle in der Familie O.K. ist und niemand total übermüdet, wo ist das Problem.

Aber das sind natürlich 2 Paar Schuhe - einerseits der Stress den man sich vielleicht macht, weil man irgendwelche vorgeblichen Normen nicht erfüllt, andererseits das echte Problem, wenn ein Kind nicht schläft, man selber auch nicht usw.

Coralie - bei uns waren die Tage so ähnlich als der Hase ein Baby war. Regelmässigkeit im Tagesablauf und was so alles geraten wird hat nicht geholfen. In der Krippe und als Kleinkind war er dann echt pflegeleicht, tja...

Mailine
11.02.2014, 22:05
Sonnenschnuppe:
Du sprichst mir aus der Seele! :blumengabe:
Ich könnte jeden Satz unterschreiben und habe oft genickt. So isses und so isses auch ...



und sehe bei mir selbst, wie schnell man sich in die Defensive drängen läßt, obwohl für mich die anderen Methoden eben absolut nicht überlegen sind.

Das geht mir genauso, Sonnenschnuppe. Meistens lächel ich und lasse den anderen reden, oder ich konter mit ein, zwei schlagfertigen Sätzen (die ich mir zurecht gelegt habe, vorher :zwinker: :smirksmile: ) und sage so "Diskussion nicht vonnöten" oder ich halte den Mund und kriege innerlich einen Hals (weil der Andere mich überrannt hat und ob seiner Frechheit perplex gemacht hat:knatsch:).
Ich lasse mich dann leider auch schon mal in die Defensive drängen und das ärgert mich dann.:grmpf:




Die Mütter, deren Kinder dieser Norm entsprechen, sitzen oft auf einem sehr hohen Roß und gehen schauen auf die herab, deren Kinder anders sind, weil sie automatisch davon ausgehen, dass das nur daran liegen kann, dass die anderen Mütter etwas falsch gemacht haben.

Ich frage mich, woher die Mütter auf dem hohen Roß ihr Selbstbewusstsein hernehmen. Bloß weil ihr Kind "der Norm entspricht" - eben dem, was derzeit als die Norm angesehen wird. Und von wem angesehen? Der Gesellschaft? Den Kinderpsychologen? Der deutschen Ernährungsgesellschaft?
Wer bestimmt, was die Norm ist?


Für mich sind Methoden, die beinhalten, dass ich mein Kind verzweifelt schreien lassen muss, absolut indiskutabel

Absolut! Volle Zustimmung!
Meine Ansicht: Ich bin nicht 40 geworden, um meinen gesunden Menschenverstand vor der Geburt am Eingang der Klinik abgegeben zu haben. :freches grinsen:
Für mich ist das derzeit auch überhaupt keine Option. Ich kann jedoch nicht heute sagen, was in Zukunft mal für Probleme vorhanden sein sollten und deswegen möchte ich nicht sagen "ich würde NIE ferbern". Man weiss einfach vorher nicht, was noch alles kommt. Doch zum heutigen Zeitpunkt und heutigen Schlafverhalten meines Babys *klopf auf Holz* kann ich diese Methode für uns ausschließen.



Zumal ich wirklich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Probleme sich mit der Zeit auch ohne Gewaltmethoden einfach so von selbst lösen, weswegen ich rückblickend bislang keinen Schritt hier bereut habe!

:blumengabe: Weiter so! Das ist ganz meine Ansicht, mit Gewalt erreicht man nichts.


Zu dem Thema was man alles müssen muss:
Bei mir ist es so, dass ich mein Ding mache, eben das, was ich für richtig halte. Ich nehme den gesellschaftlichen Druck für mich nicht so an und versuche mich davon so gut ich kann, freizumachen.
Man geht zum Pekip. Man geht zum Babyschwimmen. Man geht zur Krabbelgruppe.
Ich probiere dann das ein oder andere, weil ich es mir für uns gut vorstellen kann. Klappt das dann nicht, lasse ich es auch wieder sein und heule deswegen dann nicht ewig lang, dass ich einer gesellschaftlichen Norm nicht entspreche. Nämlich eine Mutter zu sein, die den Babytrends nicht hinterherhechelt. Ich möchte das nicht abwerten, ich möchte einfach dem Herden-Druck nicht nachgeben und Sachen machen, die top sind, mir oder meinem Baby aber keinen Spaß machen.

Mein Baby hat erst mit sechs Monaten den ersten Brei bekommen. Demzufolge sind wir noch nicht so weit, derzeit Mittags- und Abendbrei. Ansonsten stillen wir noch. Es gibt ja immer noch Leute, die dann eine Augenbraue hochziehen "wiiiiieeeee? Du stillst noch?". :unterwerf: Oder dann beim Schlafen im Elternschlafzimmer... auch "nett": Es kommen ensetzte oder mitleidige Blicke, warte mal ab, das Baby wird auch noch mit 10 Jahren im Elternschlafzimmer oder schlimmer noch im Elternbett schlafen. Fang das gar nicht erst an." :unterwerf: Zigfach vor der Geburt gehört...
Dann auch "schön" zum Thema Beikost: Meinem Baby sind schon Sahne, Waffeln und noch anderes feilgeboten worden. ""Gib doch mal ein bisschen Sahne" Warum denn nicht" Oder gezuckerte Waffel!
Nein, ich möchte meinem Baby noch keine Sahne und keinen Zucker geben - ach ja, und HONIG wurde auch schon fleissigst beworben, den solle ich doch mal ausprobieren. Meinen entsetzen Blick könnt ihr Euch vorstellen, ja? :zwinker::grmpf:

Sowas kann ich echt nicht leiden und wisst Ihr was, besonders die ältere Generation sprich die Schwieger-Generation (und andere Leute im Alter der Schwiegers, zum Glück nicht meine Familie) sparen nicht mit Ratschlägen. Warum muss es immer Sahne sein???

Dann auch nett, wenn daran gemäkelt wird, dass man sein Baby trägt. Man würde es so verwöhnen. Ich kanns nicht mehr hören.....
Vor zwei Monaten auf einer kleinen Familienfeier, es waren u.a. mehrere ältere Paare anwesend. Mein Baby lag allein in einem dunklen Raum nebendran schlafend ("braves Baby, entspricht der Norm, schläft von allein anstandslos ein:zwinker::freches grinsen:), wacht auf und weint ein bisschen. Hörte man per Babyphone. Ich ging zu meinem Kind und musste mir auf dem Weg noch anhören, ich würde übertreiben, so würde nie ein selbständiger Mensch aus dem Baby. Ich sagte was von wegen "neue Studien und HEUTZUTAGE würde man dies so machen, die Kinder würden schneller und früher selbständig wenn man sofort auf Bedürfnisse reagiere" woraufhin ich ausgelacht wurde und man wieder befand, ich würde übertreiben. Ihr müsst nun nicht glauben, ich wäre traurig gewesen oder gar eingeschüchtert. Ich konterte gut und konterte mit einer gewissen Arroganz, die mir sonst eher sehr fern ist. In dem Moment fühlte es sich gut an, weil ich dachte "ihr armen alten Menschen, das war Anno Dazumal...." EURE Babyzeit ist vorbei, heute herrschen andere Sitten. Jawoll!
Ehrlich, wenn ich mir die Kinder dieser Älteren anschaue und deren Beziehung zueinander.... ich weiß nicht recht!
Ich muss sagen, an dem Abend war ich dann so wütend, dass ich bei meinem Kind geblieben und nicht wieder zurück an den Tisch bin. Ich glaube, sonst wäre mir noch etwas nicht Nettes bei etwaiger weiterer Bemerkung ausgerutscht. Hier ging es mir nicht darum, dass ich Bedenken hätte, es käme wieder was an doofer Bemerkung. Ich war tierisch angeätzt von den alkoholgeschwängerten Stichel-Tiraden! Statt dessen habe ich hier gelesen und bin dann irgendwann eingeschlafen ...
Ansonsten bin ich ein friedliebender Mensch, der das Motto Leben und leben lassen total klasse findet.:lachen:
Das Kritisieren stört mich, ich rede andren ja auch nicht rein in ihre Angelegenheiten sondern lasse jeden machen, wie er will. Kritisieren, bewerten, verurteilen .... Warum kann man andere nicht einfach machen lassen und gut ist?

Mein Baby habe ich bekommen, um es in LIEBE großzuziehen und auf den Weg zu bringen und Gewalt hat für mich keinen Platz in einer liebevollen Umgebung. Und ich lasse mir von niemandem einreden, dass meine Art schlecht für mein Kind sein soll. Bitte, mein Kind wächst in Liebe auf. Wäre das anders, was bekäme man dann erst zu hören? Doch wisst ihr was, genau dann schweigt "die Gesellschaft" gerne. Ich denke, Ihr versteht, was ich meine.

Danke fürs Ausk****en dürfen. Das musste mal sein.:freches grinsen:

Inaktiver User
11.02.2014, 22:32
Wer definiert eigentlich was die Norm ist.
Wenn man sich in etwas alternativen Kreisen rumtreibet, was bei mir öfter mal vorkommt, gibt es eine andere Norm und genausowenig Toleranz.

Wie du stillst nicht voll, also zufüttern geht gar nicht.
( Es ging von Anfang an nicht ohne und ich lasse mein Kind nicht brüllen, weil es nicht satt wird)
Einen Kinderwagen brauchst du noch gar nicht, Babys sind Traglinge.
Mein Kind brüllt in tragehilfe und Tuch und liebt den Kinderwagen.

Damit will ich sagen was Norm ist, ist gar nicht so eindeutig..
Solche Dinge wie Gewaltfreiheit mal ausgenommen, da gibt es nichts zu diskutieren.
Und ob Kinder etwas fordernder sind oder nicht ist nur gering von den Eltern beeinflussbar.
Neulich als wir unsere friedlich schlafende Tochter im Kinderwagen spazieren fuhren meinten Bekannte, wir wären ja herrlich entspannte, entspannte Eltern hätten auch entspannte Kinder.
Abends hatte sie eine mehrstündige Schreiphase, da war nicht mehr viel mit Entspannung.

Aber das geht ja bei der Geburt schon los, wo sich Frauen Brüsten, sie hätten es ja eine Schmerzmittel geschafft.
Ich hatte eine superschnelle Geburt ohne Schmerzmittel und ganz ehrlich, das war ungefähr genausowenig mein Verdienst wie eine gute Verdauung

Jukah
11.02.2014, 22:32
Mailine: Du sprichst mir aus der Seele!

Ich habe ein Baby, das in vielen Dingen der "Norm" entspricht. Und ich muss mir auf der anderen Seite immer anhören, dass das ja so ist, weil ich so ausgeglichen, ruhig, verständnisvoll, konsequent, oder was auch immer bin! (wahlweise werden wir auch als Paar gelobt: "Ihr seid ja so..."). Ich finde das immer recht nervig! Impliziert es doch, dass wenn mein Kind in vielem nicht so unkompliziert wäre, dass ich daran "Schuld" wäre! Da geht mir dann immer die Hutschnur hoch und ich wiegele die vermeintlichen Komplimente ab, weil sie einfach Humbug sind!

So, das war mein Senf :zwinker:

Mailine
11.02.2014, 22:50
Ich hatte eine superschnelle Geburt ohne Schmerzmittel und ganz ehrlich, das war ungefähr genausowenig mein Verdienst wie eine gute Verdauung

pruuuuuuuuust ......

:freches grinsen:


Wer definiert eigentlich was die Norm ist


eben!

wenn jemand meint, dass es gut und gesund ist, kopfüber vom Ast eines Apfelbaums hängend zu schlafen, und das 30 andere Leute auch ganz supi finden, dann ist das gleich eine Norm? Und jeder der dann weiter in seinem Bett auf Daunendecken nächtigt, schief angesehen wird? Entspricht dann leider nicht der Norm?
Tja

:zwinker:

Mailine
11.02.2014, 22:53
Jukah:

Ich denke, dass ist einfach irgendwie Glück im gewissen Sinne. :blume:

Wenn man ein entspannteres Baby hat zB.

Mein Baby war am Anfang herrlich entspannt und jeder zwitscherte fröhlich "Ein Anfängerbaby wie schön!". Und du so herrlich entspannt. (Klar, lockere Übung dann ... :smirksmile:)

Tja, dass dann als die Neugeborenen-Ruhezeit vorbei war, mein Baby anfing ein "ich will auf den Arm-und zwar ständig und immer" Baby zu sein. Da war ich dann auch nicht mehr soo entspannt.

Außerdem, das ändert sich auch oft. Es gibt Phasen. Mal so, mal so.

Mailine
11.02.2014, 22:58
Impliziert es doch, dass wenn mein Kind in vielem nicht so unkompliziert wäre, dass ich daran "Schuld" wäre!


Umgekehrt wird ein Schuh draus.

emma_ha
11.02.2014, 23:12
Zumal ich wirklich die Erfahrung gemacht habe, dass die meisten Probleme sich mit der Zeit auch ohne Gewaltmethoden einfach so von selbst lösen, weswegen ich rückblickend bislang keinen Schritt hier bereut habe!

Absolut. Das Paradebeispiel hier: Trinken (im Sinne von Flüssigkeitsaufnahme bei normalem Essen). Was habe ich mir einen Kopf gemacht, wie das bloß werden soll, Kind trank lange nichts außer Pulvermilch, kein Wasser, keinen Tee, weder aus Flasche, Trinklernbecher, anderem Trinklernbecher, Flasche mit anderem Sauger. Alles ausprobiert. Milliliterweise ging mal was, da habe ich mich gefreut wie Bolle, dass wir endlich "das Richtige" gefunden hatten, am nächsten Tag ging schon wieder gar nichts, wieder Sorgen gewälzt... Irgendwann war dann der Zeitpunkt gekommen und Kind trank von sich aus anstandslos Wasser aus nem normalen Becher. Ich hätt mir all das Gegrüble und Geprobiere sparen können... :knatsch:
Und gerade jetzt kommt, glaube ich, ein Umbruch in Sachen Schlafen und Selbst-Beschäftigen. Und das ist zwar spät, aber nicht so spät, dass ich vorher verzweifelt wäre. Und ich bin heilfroh, mir jetzt rückblickend sagen zu können, dass ich ihn die ganze Zeit auf diesem Weg, den er gebraucht hat, um das aus eigener Kraft zu erreichen, mit Liebe begleitet habe, statt ihm phasenweise sein Selbstempfinden zu verbiegen, nur damit er das ein paar Monate früher schafft.

emma_ha
11.02.2014, 23:13
Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Nah, ich glaube, ihr meint schon dasselbe. :freches grinsen:

Mailine
11.02.2014, 23:17
Nah, ich glaube, ihr meint schon dasselbe. :freches grinsen:

Sorry, emma, ich entspreche nun leider der Norm, weil mein Sillhirn mit etwas Stilldemenz gesegnet ist und mir das Denken gerad richtig schwer fällt. Ich müsste jetzt um ein paar Ecken denken und das schaffe ich heute so leider nicht mehr. "Nicht- und un....."-Sätze :smirksmile: und so.

Morgen dann wieder mehr :zwinker:

Gute Nacht

emma_ha
11.02.2014, 23:21
Und ich muss mir auf der anderen Seite immer anhören, dass das ja so ist, weil ich so ausgeglichen, ruhig, verständnisvoll, konsequent, oder was auch immer bin! (wahlweise werden wir auch als Paar gelobt: "Ihr seid ja so..."). Ich finde das immer recht nervig! Impliziert es doch, dass wenn mein Kind in vielem nicht so unkompliziert wäre, dass ich daran "Schuld" wäre!

Ja, das ist eben genau das, was einen als Elternteil eines nicht der "Norm" entsprechenden Kindes ja so verletzt - wenn man sich verletzten lässt, und ich war dafür zwar auch schon mal wesentlich empfänglicher als jetzt, bin es aber jetzt auch noch. Man ist eben dann gerne vermeintlich nicht entspannt, konsequent, abgegrenzt, bestimmt, sicher, sicher gebunden etc. pp. genug. (Und je mehr man sich versucht, sinnlos und wie im Kampf gegen Windmühlen dagegen zu behaupten, desto mehr macht man natürlich auch genau diesen Eindruck.)

emma_ha
11.02.2014, 23:29
Ich hatte eine superschnelle Geburt ohne Schmerzmittel und ganz ehrlich, das war ungefähr genausowenig mein Verdienst wie eine gute Verdauung

Dito. :smirksmile:

xanidae
12.02.2014, 07:56
Ich finde auch, dass die obige Story weniger nach "Kind ist so pflegeleicht" und mehr nach "Vernachlässigung der Aufsichtspflicht" klingt :freches grinsen:



Als Mutter zweier relativ pflegeleichter Kinder empfinde ich diese Aussage, auch wenn sie in Gänsefüßchen sitzt, als anmaßend.
Genauso anmaßen wäre es, wenn ich sagen würde, Eltern von nicht pflegeleichten Kindern müssten sich nur mehr anstrengen oder entspannter sein.

Kinder sind wie sie sind und Eltern sind wie sie sind. Manchmal bringen kleine Veränderungen im Umfeld (Schlafumgebung z. B.) oder Verhalten (z. B. durchatmen nicht aufregen) großen Erfolg. Manchmal eben auch nicht.

Die große Kunst ist es einschätzen zu können, welche Bedürfnisse Vorrang haben und wo man sich selbst oder dem Kind auch was zutrauen oder sogar zumuten kann.

Beim ersten Kind habe ich immer sofort gestillt und saß mit voller Blase im Bett und hoffte, dass ich endlich aufs Klo konnte. Das habe ich beim 2. Kind anders gemacht, da bin ich immer erst auf Toilette, auch wenn er dadurch 2 Minuten geschrieen hat. Dafür konnte ich entspannter stillen (im liegen!).

Dass es für Eltern von pflegeleichten Kindern manchmal schwer nachzuvollziehen ist, dass Kinder auch anders ticken können ist den Umständen geschuldet und vielleicht oder dem anderen Charakter.

Dass das auch umgekehrt passieren kann, ist nachvollziehbar. Doch von diesen Unterstellungen haben wir doch alle nichts - oder?

emma_ha
12.02.2014, 08:46
Doch von diesen Unterstellungen haben wir doch alle nichts - oder?
:blume:

emma_ha
12.02.2014, 08:56
"Gruselig" meinte ich vor allem in dem Sinne, dass das für mich persönlich aus der Erfahrung mit meinem eigenen Kind völlig unvorstellbar ist. (Wenn der sich mal so verhalten hätte, hätte mich das beunruhigt.) Ich gehe davon aus, dass die Mutter mitbekommen hätte, wenn das Kind sie gebraucht hätte, und dann auch aufgewacht wäre und sich gekümmert hätte. Insofern würde ich das auch nicht als mangelnde Aufsicht oder als Vernachlässigung ansehen.
Wenn eine Mutter das so sagt, dann würde ich das erstmal glauben, weil ich selbst schon erlebt habe, dass es alle möglichen Arten von Kindern gibt. Und - wie gesagt - zeitweise angenehm ist das bestimmt, und mehr davon gewünscht hätte ich mir auch.

xanidae
12.02.2014, 09:09
Ich kann das gruselig nachvollziehen, weil ich an der Tür zum Wohnzimmer stand und kontrollierte ob alles in Ordnung war, wenn ich feststellte, dass ich nicht nur Nudelwasser aufsetzen, sondern auch noch Soße zubereiten konnte ohne Störung.

emma_ha
12.02.2014, 09:13
Ich kann das gruselig nachvollziehen, weil ich an der Tür zum Wohnzimmer stand und kontrollierte ob alles in Ordnung war, wenn ich feststellte, dass ich nicht nur Nudelwasser aufsetzen, sondern auch noch Soße zubereiten konnte ohne Störung.

:schild genau:

Inaktiver User
12.02.2014, 09:40
^Wäre das anders, was bekäme man dann erst zu hören? Doch wisst ihr was, genau dann schweigt "die Gesellschaft" gerne.
Absolut richtig. Würdest Du Dein Kind durch den Supermarkt prügeln, würdest Du außer peinlich berührter Blicke keine Reaktion bekommen. Schrecklich, wie ¨die Gesellschaft¨ hier ihren Schwerpunkt setzt.

Jukah, Respekt für Deine Bescheidenheit und Integrität, ich denke 90% aller Mütter (inklusive mir) hätten sich den Schuh ¨entspannte Mutter = entspanntes Kind = alles richtig gemacht¨ gerne angezogen. :blume:

Sonnenschnuppe, Du hast mich mit dem Bericht aus dem Kita-Anforderungsprofil sehr beruhigt!!

Xanidae, Nintjie hat mit Smilies und Anführungszeichen doch wirklich deutlich gemacht, wie ihre Aussage zu werten war. Ich habe auf jeden Fall sehr gelacht! :smile:

Nachher mehr. Der Wicht holt nach einer unruhigen Nacht eine Mütze Schlaf auf meinem Arm nach und so macht das Tippen keinen Sinn...

Sonnenschnuppe
12.02.2014, 10:07
xanidae, ich finde unkomplizierte Kinder toll und habe nichts gegen die Eltern :blume:.
Im konkreten Fall ging es mir aber schon auch ein bißchen wie Nintije - oder es wäre mir so gegangen, wenn ich die Geschichte ganz für voll genommen hätte- denn die Mutter hatte berichtet, dass sie in einem anderen Zimmer (!!!) geschlafen hat. Wenn ich jetzt von meiner Tochter (auch schon mit 10 Monaten) ausgehe, dann muss man immer davon ausgehen, dass sie irgendwelchen gefährlichen Blödsinn macht, wenn es besonders still ist, so dass ich sie eigentlich nicht mal 5 Minuten unbeaufsichtigt in der Wohnung lassen würde.

Ich kenne Mütter, die sagen, dass sie mal eben Einkaufen gehen, wenn die Babys (U1) gerade Schlafen, davon ausgehend, dass sie schon nicht aufwachen und wenn doch, dann sind sie ja im Gitterbettchen und es kann nichts passieren. Mit meinem Kind wäre das (abgesehen davon, dass sie nicht in einem Gitterbett schläft) schon deswegen nicht möglich, weil sie, wenn sie aufwacht, völlig pansich reagiert, wenn sie alleine ist (zuhause, wie auch in der KiTa). Ich würde niemals das Risiko eingehen wollen, dass sie da länger alleine sein muss- und sehe auch die Notwendigkeit nicht. Eine befreundete Mama hat vor ein paar Tagen ihr 2. Kind bekommen. Die Wehen gingen mitten in der Nacht los, die Freundin, die im Notfall einspringen sollte und wollte, war telefonisch nicht erreichbar, die Schwester hat 1 h Anfahrtszeit. Ihr Mann hat sie ins KH gefahren, das große Kind (4 Jahre) blieb 1 h alleine schlafend in der Whg, bis der Vater wieder da war, der dann blieb, bis die Tante eintraf. Auch das wäre mit meinem Kind unmöglich, weil sie eben in der Nacht sehr häufig aufwacht. ABER ich möchte mir nicht anmaßen zu sagen, dass das Handeln unverantwortlich war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind so fest schläft, dass man sicher sagen kann, es wacht nicht auf (weil mein Erfahrungshorizont anders ist) ich billige aber anderen Eltern zu, dass sie ihr Kind ebenfalls einschätzen können.
In anderen Punkten muss man sich sicher bei einem 2. Kind lockerer machen. Bei uns in der KiTa sind die Räume im ersten Stock, so dass die Mütter mit Baby diese meistens unten in der Garderobe lassen, wenn die Babys schlafen und hoch gehen, um die Kinder zu holen. Das geht ja erfahrungsgemäß nicht gerade in 2 Minuten, die Großen wollen oft noch fertig spielen, es wird gerade was gegessen, die Erzieher haben etwas zu berichten... oft wachen die Babys unten auf, wenn gerade eine andere Mama unten ist, wird das Kind eben von der kurz versucht zu trösten, oder jemand sagt oben Bescheid. Bei meiner Großen hätte ich sowas nie gemacht, mal sehen, wie es wird, wenn die Kleine dann da ist.


Wolkenschaf :blume:, genau deswegen hatte ich in meiner Aufzählung auch drin, dass die ersten 4 Monate gestillt werden MUSS! Ich kenne durchaus Mütter, die gerne gestillt hätten und es hat eben nicht geklappt. Aber auch wenn man einfach nicht stillen möchte, dann ist das denke ich eine Entscheidung, die alleine die Mutter treffen muss und die niemanden sonst zu interessieren hat!
:freches grinsen: mit der Geburt war es bei mir genau wie bei Dir. Ich kann dabei nicht erkennen, dass ich etwas besonders gut gemacht habe und dadurch zu dem glücklichen Verlauf beigetragen habe.

emma, mit dem Trinken war es bei uns auch so, nichts ging in sie rein, außer MuMi und jetzt plötzlich liebt sie Trinken. Beim Essen ist der Knoten in der KiTa geplatzt. Inzwischen haben wir solche und solche Phasen, aber sie ißt auf jedem Fall ausreichend und alle Sorgen darum waren rückblickend völlig unbegründet.

Mailine, über die Geschichte mit Deiner Schwiegers könnte ich mich auch ohne Ende aufregen. Kein Wunder, dass Du lieber im Bett geblieben bist. So was muss man sich ja nicht geben. Ich hatte hier im ersten Jahr auch, dass meine Mutter meiner Tochter Sahne (aus dem Kaffee mit etwas Kaffee :ooooh:- zu dem Zeitpunkt hatte sie noch nichtmal mit Beikost angefangen-ich habe auch 6 Monate voll gestillt) angeboten hat und fand, dass sie mit 3 Monaten gegen Bauchschmerzen Fencheltee mit Honig trinken soll, das hätte ich so gerne getrunken.
Lustig fand ich auch, dass im ersten Jahr viele mich immer neidisch beäugt haben, wenn die Maus völlig problemlos überall mitnehmbar war und solange sie auf dem Arm sein durfte, nur geweint hat, wenn sie müde oder hungrig war. Das waren dann aber die gleichen Leute, die der Meinung sind, dass das ständige auf dem Arm haben das Kind verzieht.
Zum Thema Pekip, Babyschwimmen, Krabbelgruppe ging es mir so, dass ich das Ganze Tamtam noch in der Schwangerschaft total abgelehnt habe und mir gar nicht vorstellen konnte. Zumal meine 2 engsten Freundinnen und noch eine weitere Freundin auch im Zeitraum +/- 1/2 Jahr ihre Babys bekommen haben und ich dann dachte, dass wir uns eben treffen. Leider haben wir mit Kindern festgestellt, dass unsere Vorstellungen von Kindeserziehung quasi in jedem Punkt auseinandergehen, dass macht es nicht immer lleicht.
Mein Mann hat mich dann fast zum PEKIP gezwungen und hinterher fand ich das ganz gut. Mit 4 Monaten haben die Kinder noch nichts davon, aber spätestens mit 6 Monaten fand die Maus es total Klasse. Sie liebt einfach andere Kinder und inzwischen schaue ich schon, dass ich nach der Kita noch mit ihr Programm habe- Turnen, Krabbelgruppe, (Winter-) spielplatz einfach, weil sie sich darüber so freut ( und ich finde es auch ganz nett, wenn ich noch andere Menschen sehe und nicht in den eigenen 4 Wänden sitzen muss). Aber auch da: ich kenne andere Mütter, deren Kinder brauchen die Zeit daheim und sie genießen es, insbesondere nach der KiTa Bücher anzuschauen, oder in Ruhe zu Basteln.
Babyschwimmen hat mein Mann mit ihr angefangen, aber festgestellt, dass sie lieber flexibler sind und selbst schwimmen gehen, wenn es in den Tag paßt und die Maus fit genug ist. Im Schwimmbad sind dann ja auch andere Kinder und die Maus findet es super so, zumal man dann solange bleiben kann, wie es eben paßt.
Es muss einfach jeder tun, was ihm und den Kindern gut tut.

Zu den Normen:
Ich habe den Verdacht, dass die Normen sich danach richten, wie die Eltern am schnellsten in ihr vorheriges Leben zurückfinden können. Dass mein Mann und ich diese Ziele nicht so anstreben, liegt vielleicht einfach auch daran, dass wir schon über 20 Jahre zusammen sind. Wir sind so viel gereist, haben zusammen so viel Sport gemacht, so viel gefeiert, so viel Paarzeit gehabt - gegen Ende hat uns das alles gar nicht mehr so große Freude gemacht. Stattdessen haben wir uns sehnlichst ein Kind gewünscht. Jetzt haben wir das Kind und freuen uns total darüber, wenn wir Familienzeit miteinander verbringen können. Nach unserem vorherigen Leben sehnen wir uns dagegen gar nicht.
Wenn wir zB abends bei Freunden eingeladen sind, kommt die Maus mit (sie hält auch länger durch und findet es super, wenn sie auf eine "Party" darf. Wenn sie dann müde wird, gehen wir alle 3, sie schläft im Auto ein und schläft dann idR morgens auch mit uns länger, oder wir kuscheln noch alle 3 zusammen im Bett.
Wir werden dabei auch von vielen schräg angeschaut, weil Kinder ja um 19.00 h im Bett sein müssen (unsere geht eh nicht vor 20.00 h) , aber für uns ist das so am Besten. Wir machen das natürlich nur, wenn es für die Freunde OK ist, zu einer ausgewiesenen Erwachsenparty geht dann nur einer, oder keiner!
Und auch die Maus im Bett wollen wir nicht missen. Es stellt sich nur die Frage, wie das dann mit 2 klappen wird... aber dann müssen wir nochmal neu schauen...

emma_ha
12.02.2014, 10:26
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind so fest schläft, dass man sicher sagen kann, es wacht nicht auf (weil mein Erfahrungshorizont anders ist) ich billige aber anderen Eltern zu, dass sie ihr Kind ebenfalls einschätzen können.

Ja. Leben und leben lassen. Die machen ihr Ding, und wir machen unseres, und da muss ich meinen Senf nicht dazu geben, möchte aber auch den von anderen nicht.


Und auch die Maus im Bett wollen wir nicht missen. Es stellt sich nur die Frage, wie das dann mit 2 klappen wird... aber dann müssen wir nochmal neu schauen...

Da bin ich für mich wirklich froh, dass wir das nicht haben, weil ich ziemlich sicher bin, dass ich dann nicht gut schlafen könnte. Aber wenn das die Lösung gewesen wäre, hätten wir das vermutlich auch gemacht. Es hat sich anders ergeben, und das kommt mir in dem Fall wirklich entgegen. :smile:

Sonnenschnuppe
12.02.2014, 10:33
Da bin ich für mich wirklich froh, dass wir das nicht haben, weil ich ziemlich sicher bin, dass ich dann nicht gut schlafen könnte. Aber wenn das die Lösung gewesen wäre, hätten wir das vermutlich auch gemacht. Es hat sich anders ergeben, und das kommt mir in dem Fall wirklich entgegen. :smile:

Ich hätte es mir auch nicht so ausgesucht und habe davor immer gesagt :Kind im Bett? Bei mir nicht!
Mein Mann war da anders, der hat es sich immer schon so gewünscht.
Inzwischen haben wir uns beide daran gewöhnt und ich finde es total schön, wenn sie sich in meinen Arm kuschelt- allerdings bin ich auch gar nicht traurig, wenn sie die erste Hälfte der Nacht in ihrem an unser Bett angebauten Bett schläft :lachen:.

emma_ha
12.02.2014, 10:44
Ich hätte es mir auch nicht so ausgesucht und habe davor immer gesagt :Kind im Bett? Bei mir nicht!
Mein Mann war da anders, der hat es sich immer schon so gewünscht.

Wir waren uns da beide einig. Mein Mann ist nach wie vor noch rigoroser dagegen als ich. Aber auch er wäre "abgewichen", hätte es genützt. :smile:

Inaktiver User
12.02.2014, 10:56
Wir waren uns da beide einig. Mein Mann ist nach wie vor noch rigoroser dagegen als ich. Aber auch er wäre "abgewichen", hätte es genützt. :smile:

Mein Kind ist ja erst 1 Monat da kann ich noch nicht viel mitreden, aber wir haben auch schon irritierte Blicke für unsere Schlaflösung erhalten, denn momentan schlafe ich mit Kind im Kinderzimmer.
Mein Mann würde sonst wie ein Zombie zur Arbeit gehen und ich brauche es auch nicht wenn ich gerade mal wieder 2-3h schlafen kann, um 5:30 von seinem Wecker geweckt zu werden.

Langfristig betrachtet hätte ich auch ungern mein Kind im Bett, weil ich absolut kein Kuschelschläfer bin

emma_ha
12.02.2014, 11:15
wir haben auch schon irritierte Blicke für unsere Schlaflösung erhalten, denn momentan schlafe ich mit Kind im Kinderzimmer.

Haben wir in den schwierigen Nächten auch schon ein paarmal so praktiziert. Ich wurde dann mehrfach irritiert angeguckt, warum wir das Kind nicht mit zu uns ins Bett nehmen, das wär doch viel bequemer. Ja, mag sein, aber es funktioniert nicht - und dann würden wir alle drei nicht schlafen... :lachen:

Mailine
12.02.2014, 11:58
Halten wir also fest: Wie man es macht, man macht es falsch.:freches grinsen:

wie so oft im Leben.

Machen wir also weiter, so wie bisher. :smile:

emma_ha
12.02.2014, 12:13
Halten wir also fest: Wie man es macht, man macht es falsch.:freches grinsen:

wie so oft im Leben.

Machen wir also weiter, so wie bisher. :smile:

Ja, ist wohl das Beste. :fg engel:

viv_1980
12.02.2014, 12:17
Hui, hier ist ja richtig was los :jubel:

Was ich beim Durchlesen irgendwie lustig fand, war der Eindruck "Wir sind ja alle gegen Normen - aber was von unseren Vorstellungen abweicht, finden wir trotzdem irgendwie blöd, fahrlässig oder gefährlich." :lachen: Und ganz ehrlich: Ich hab mich da schon auch wiedererkannt. Auch in der Arroganz "Bei uns funktioniert xy so gut - das kann nur daran liegen, dass wir sooo tolle Eltern sind". :pfeifend:

Ein bisschen irritiert war ich von der Reaktion auf das mitgehörte Gespräch bei IKEA ... Ja mei, da hat halt eine Mutter der anderen ihr Leid geklagt und die andere eben gemeint, bei ihr sei das ganz anders. Solche Gespräche kenn' ich auch. V.a. in Bezug auf Schlafen. Früher ging das ungefähr so: Ich: "Ach, ich bin sooo froh, dass unsere Kleine so gut schläft - alle paar Stunden aufwachen könnt' ich mir gar nicht vorstellen. Da ist man ja fix und fertig." Die Reaktion drauf war dann meist etwas in Richtung: "Ja, Wahnsinn, da habt Ihr echt Glück - bei uns war / ist das ganz anders." Darauf dann von mir noch eine Runde Mitleid. Hatte nicht das Gefühl, dass sich danach jemand schlecht gefühlt hat. Mittlerweile läuft's allerdings umgekehrt. Momentan bin ich diejenige mit dem "Gäääähn, ich bin soooo müüüde, dass ich tw. mitten auf der Kreuzung nicht mehr weiß, ob ich jetzt wirklich grün hatte." Und somit auch die, die Antworten in Richtung "Ohjeee ... Du Arme. Das war bei uns in dem Alter schon einfacher" bekommt. Und danach fühl' ich mich gut, weil mich endlich mal wieder jemand bemitleidet hat und mir bestätigt hat, dass ich's momentan schon nicht einfach habe. Kann doch auch was Schönes sein :smile:

Besonders ärgerlich fand ich in der Phase, wo unsere Tochter ab ca. 3 Monaten 3, 4 Monate lang 10 - 12 Stunden am Stück DURCHgeschlafen hat, permanent zu lesen, sowas gäbe es gar nicht und Eltern, die sowas behaupten, würden lügen. Überhaupt würde zum Thema Durchschlafen soviel gelogen, dass man solchen Positiv-Stories am besten gar keinen Glauben schenken sollte. Hallo!!?? Warum sollte ich bei sowas lügen?? :grmpf:

Für mich lautet die Conclusio schon auch - wie oben schon geschrieben - leben und leben lassen ... Und sich auch selbst keinen Druck machen. Ich habe nämlich mittlerweile den leisen Verdacht, dass vieles selbstgemacht ist. Beispiel: Ich schmuse mit meiner Kleinen gerne und viel und finde es manchmal sehr, sehr schade, dass sie kein Kuschel-Baby ist, sondern immer Action will. Aber im Bett mag ich sie nicht haben. Und ich gebe zu: Ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen. Wo doch (für mich) gefühlt jeder vom Familienbett redet und wie wichtig diese Nähe für die Kleinen in der Nacht doch sei ... Und was höre ich von Freundinnen, die ihre Babys in ihrem Bett schlafen lassen? "Du, ich trau's mich ja gar nicht sagen, weil eigentlich soll man das ja nicht, aber ich lege ihn / sie in der Nacht schon oft zwischen uns." Fazit: Selektive Wahrnehmung? :freches grinsen:

Hoffe, ich war jetzt nicht zu oberlehrerhaft ... :smile:

emma_ha
12.02.2014, 12:27
Ein bisschen irritiert war ich von der Reaktion auf das mitgehörte Gespräch bei IKEA ... Ja mei, da hat halt eine Mutter der anderen ihr Leid geklagt und die andere eben gemeint, bei ihr sei das ganz anders. Solche Gespräche kenn' ich auch. V.a. in Bezug auf Schlafen. Früher ging das ungefähr so: Ich: "Ach, ich bin sooo froh, dass unsere Kleine so gut schläft - alle paar Stunden aufwachen könnt' ich mir gar nicht vorstellen. Da ist man ja fix und fertig." Die Reaktion drauf war dann meist etwas in Richtung: "Ja, Wahnsinn, da habt Ihr echt Glück - bei uns war / ist das ganz anders." Darauf dann von mir noch eine Runde Mitleid. Hatte nicht das Gefühl, dass sich danach jemand schlecht gefühlt hat. Mittlerweile läuft's allerdings umgekehrt. Momentan bin ich diejenige mit dem "Gäääähn, ich bin soooo müüüde, dass ich tw. mitten auf der Kreuzung nicht mehr weiß, ob ich jetzt wirklich grün hatte." Und somit auch die, die Antworten in Richtung "Ohjeee ... Du Arme. Das war bei uns in dem Alter schon einfacher" bekommt. Und danach fühl' ich mich gut, weil mich endlich mal wieder jemand bemitleidet hat und mir bestätigt hat, dass ich's momentan schon nicht einfach habe. Kann doch auch was Schönes sein :smile:

Klar. Dass ich das jemandem nicht glauben würde, kann ich auch nicht sagen. Eben: Warum sollte jemand lügen? Was sollte da die Motivation sein? Ich gehe immer erstmal davon aus, dass mir die Wahrheit erzählt wird. Aber ein bisschen Neid wär bei mir schon dabei, da bin ich auch ehrlich. Nicht so, dass ich deswegen den Kontakt abbrechen oder diejenige Person anders behandeln würde, aber einen Stich hätte es mir schon gegeben. Und was dann eben blöd ist und wehtut, ist, wenn ich dann sage, dass es bei uns anders ist, und eben nicht getröstet werde oder Mitgefühl bekomme, sondern stattdessen eine Belehrung, dass ich es ja auch falsch machen würde und wie ich es anders machen müsste und dann würde es auch genauso klappen. Es kommt immer auf die Gesprächssituation und die Details an.

xanidae
12.02.2014, 12:29
xanidae, ich finde unkomplizierte Kinder toll und habe nichts gegen die Eltern :blume:.
Im konkreten Fall ging es mir aber schon auch ein bißchen wie Nintije - oder es wäre mir so gegangen, wenn ich die Geschichte ganz für voll genommen hätte- denn die Mutter hatte berichtet, dass sie in einem anderen Zimmer (!!!) geschlafen hat. Wenn ich jetzt von meiner Tochter (auch schon mit 10 Monaten) ausgehe, dann muss man immer davon ausgehen, dass sie irgendwelchen gefährlichen Blödsinn macht, wenn es besonders still ist, so dass ich sie eigentlich nicht mal 5 Minuten unbeaufsichtigt in der Wohnung lassen würde.



Ich kann dir nur sagen, dass wir das regelmäßig hatten. Nämlich immer nach dem Mittagsschlaf. Den haben unsere Kinder in ihrem Zimmer verbracht - im Gitterbett. Wenn wir aufgestanden sind, dann waren sie regelmäßig schon wach. Ob 5 Minuten oder 25 kann ich nicht sagen. Oft haben sie friedlich gespielt. Manchmal haben sie uns durch Geschrei geweckt.

Allerdings sind meine Kinder nicht risikofreudig und sind nie aus dem Gitterbett geklettert - da habe ich von anderen Kinder wilde Geschichten gehört. Angestellt haben sie trotzdem hin und wieder was (als die Schlupfsprossen draußen waren), aber das war eher im Schmutzbereich als im Gefahrenbereich. Die blieben auch im Zimmer, wenn wir gesagt haben, dass sie so lange dort spielen sollen, bis der Wecker klingelt.
In vielen Phasen lief das ohne Probleme, in manchen Phasen saß ich lesend auf der Treppe, weil mir wichtig war, dass die Mittagsruhe/Bettgehzeit eingehalten wird. Weil ich/wir unsere Pausen brauchen.

Ich kenne einen Jungen, der ist mit 3 Jahren vom 3 Meter Brett gesprungen. Der war auch als Baby/Kleinkind ganz anders drauf als meine, die sich noch nicht mit 7 und 9 auf das 3 Meter Brett trauen. Von ihr weiß ich, dass sie immer gestresst war, aber auch dass sie mit Kindern wie meinen, die sie als überängstlich bezeichnet nicht klar käme. :zwinker:
Und ich bin über diese Übervorsicht meiner Kinder nicht böse, obwohl ich den Kleinen klasse finde, wenn er da vom 3er springt :smile:

Nijntje74
12.02.2014, 12:55
Als Mutter zweier relativ pflegeleichter Kinder empfinde ich diese Aussage, auch wenn sie in Gänsefüßchen sitzt, als anmaßend.


Einerseits habe ich das nicht so bierernst gemeint, zumal ich mir denke, dass die Mutter gar nicht so tief hätte einschlafen können, wenn sie sich nicht sicher wäre, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Das wäre einfach meine erste (interne) Reaktion gewesen, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass mir mein Gegenüber so eine Geschichte "reinwürgt", um mich/mein Kind inadäquat erscheinen zu lassen. Mein zweiter Gedanke wäre sicher eher so was wie "die Glückliche, dass das so funktioniert". Und zum Glück für's zwischenmenschlichen Miteinander, schaffe ich es meist, meine erste, sarkastische Reaktion nicht auf mein Gegenüber treffen zu lassen und der Person auch die positiveren, 2. Gefühle entgegenzubringen, ganz neidfrei...

Andererseits, eben aus meiner Erfahrung (mit eigenem Kind, meinem Bruder und ganz besonders auch Erzählungen meiner Mutter über mich), finde ich die story nicht so toll: waches, 10 Monate altes Kind (=mobil und abenteuerlustig) im Nachbarraum, während die Mutter so tief schläft, dass sie hinterher überrascht ist, wieviel Zeit vergangen ist. Ich stimme zu, dass da viel vom Charakter des Kindes abhängt und dass das die Eltern (in der Annahme, dass es sich um verantwortungsvolle handelt) am besten abschätzen können.

emma_ha
12.02.2014, 12:56
Ich kenne einen Jungen, der ist mit 3 Jahren vom 3 Meter Brett gesprungen.

So einen ähnlichen kenne ich auch. Der ist mit noch nicht mal 3 von seinem Hochbett (ca. 1,50 m) runtergesprungen; hat sich dabei aber auch verletzt. Die Mutter ist auch ziemlich gestresst... (Der hat übrigens ne große Schwester, die ganz anders tickt, und solange nur die da war, hat die Mutter immer gedacht, die Eltern mit lebhaften und schwierigen Kindern würden übertreiben. :smirksmile:) Mein Kurzer ist ähnlich gestrickt, kann sich aber eigentlich ganz gut einschätzen. Das mit dem 3-Meter-Brett würde ich ihm auch zutrauen - wenn er denn nicht so eine Aversion gegens Nasswerden hätte... :smirksmile:

Minstrel02
12.02.2014, 13:22
Heute ist es wieder besonders schlimm: Gerade hatte er wieder einen Schreiflash von einer Stunde und nichts hat geholfen. Auch bei mir auf dem Arm hat er sich nur durchgebogen und gewehrt. Nun habe ich ihn entnervt auf die Spieldecke gelegt und er ist schreiend eingeschlafen. Den "Mutter des Jahres" Award kann ich mir wohl abschminken. Und auch mein Mann ist ziemlich schockiert über mein "Schreien lassen" und hat Angst, dass der Wicht zig Störungen aus diesen frühkindlichen Belastungen mitnimmt.

Das haben Dir ja schon andere bestätigt, dass das nicht so ist. Ich schliesse mich an.

Ich sehe das inzwischen ein bisschen wie ein Talent. Manche Kinder lernen irre schnell Bruchrechnen. Andere können als Erwachsene noch nicht sicher sagen, ob 7/12 oder 13/24 die grössere Zahl ist.

Dein Einfluss als Mutter auf den Verlauf der Lernkurve ist nicht so gross, wie Dein Mann befürchtet.

Du kannst Dein Kind durch diese Frustration begleiten, aber Du kannst (und musst) sie ihm nicht ersparen. Es macht Dich ganz sicher nicht zu einer guten Mutter, wenn Dein Kind schneller Bruchrechnen oder Alleinespielen lernt als andere.


Zum Praktischen: es wird vermutlich besser, sobald Dein Kind sich fortbewegen und alleine aufsetzen kann.

Für den Überbrückungszeitraum würde ich einige "Superspielzeuge" für Momente reservieren, in denen Du wirklich Ruhe brauchst. Das sind vermutlich vor allem Dinge, die entweder für Euch Eltern sehr interessant sind (Telefon) oder, die Licht und Geräusche o.ä. machen. Bei uns war eine elektrische Zahnbürste der Renner.

Falls Du Dein Kind noch nicht hinsetzen möchtest, fand ich diese Babyschale für den TrippTrapp sehr nützlich. Da ist das Kind auch in der Küche auf Augenhöhe.

Sonnenschnuppe
12.02.2014, 14:51
Hui, hier ist ja richtig was los :jubel:

Was ich beim Durchlesen irgendwie lustig fand, war der Eindruck "Wir sind ja alle gegen Normen - aber was von unseren Vorstellungen abweicht, finden wir trotzdem irgendwie blöd, fahrlässig oder gefährlich." :lachen: Und ganz ehrlich: Ich hab mich da schon auch wiedererkannt. Auch in der Arroganz "Bei uns funktioniert xy so gut - das kann nur daran liegen, dass wir sooo tolle Eltern sind". :pfeifend::

Viv, ich finde in dem Zusammenhang ganz schön, was emma vor ein Paar Tagen geschrieben hat, das irgendwie halt doch jedes Kind die für ES richtigen Eltern hat (Ausnahmen gibt es na klar immer).
Irgednwie finde ich es schon auch nachvollziehbar, dass man Methoden, die von den eigenen Vorstellungen so weit abweichen, dass man sie nicht ausprobieren möchte eben halt auch blöd findet. Fände man sie gut, würde man sie eher auch selber ausprobieren. Aber deswegen möchte ich trotzdem niemandem Absprechen, dass die Methode für die konkrete Familie funktioniert und OK ist.


Ein bisschen irritiert war ich von der Reaktion auf das mitgehörte Gespräch bei IKEA ... Ja mei, da hat halt eine Mutter der anderen ihr Leid geklagt und die andere eben gemeint, bei ihr sei das ganz anders. Solche Gespräche kenn' ich auch. V.a. in Bezug auf Schlafen. Früher ging das ungefähr so: Ich: "Ach, ich bin sooo froh, dass unsere Kleine so gut schläft - alle paar Stunden aufwachen könnt' ich mir gar nicht vorstellen. Da ist man ja fix und fertig." Die Reaktion drauf war dann meist etwas in Richtung: "Ja, Wahnsinn, da habt Ihr echt Glück - bei uns war / ist das ganz anders." Darauf dann von mir noch eine Runde Mitleid. Hatte nicht das Gefühl, dass sich danach jemand schlecht gefühlt hat. Mittlerweile läuft's allerdings umgekehrt. Momentan bin ich diejenige mit dem "Gäääähn, ich bin soooo müüüde, dass ich tw. mitten auf der Kreuzung nicht mehr weiß, ob ich jetzt wirklich grün hatte." Und somit auch die, die Antworten in Richtung "Ohjeee ... Du Arme. Das war bei uns in dem Alter schon einfacher" bekommt. Und danach fühl' ich mich gut, weil mich endlich mal wieder jemand bemitleidet hat und mir bestätigt hat, dass ich's momentan schon nicht einfach habe. Kann doch auch was Schönes sein :smile:
Mich hat halt die Art so gestört. Wenn ich einer Freundin erzähle, dass bei mir etwas problematisch läuft, möchte ich nicht gerne als Antwort haben, wie toll es bei ihr läuft.
Z.B. wenn ich traurig bin, dass ich 2 kg zugenommen habe, fände ich es doof, wenn sie dagt hach, ich kann ja essen was ich will, ich ernähre mich von morgens bis abends von Schoki und Pizza und halt meine 45 kg ganz ohne Sport und irgendwas. Wenn sie dagegen sagen würde, versteh ich, ich selbst habe gute Erfolge damit, abends Kohlenhyrate wegzulassen, damit habe ich schon 5 kg abgenommen, versuch das doch auch mal, hätte ich damit kein Problem.





Für mich lautet die Conclusio schon auch - wie oben schon geschrieben - leben und leben lassen ... Und sich auch selbst keinen Druck machen. Ich habe nämlich mittlerweile den leisen Verdacht, dass vieles selbstgemacht ist. Beispiel: Ich schmuse mit meiner Kleinen gerne und viel und finde es manchmal sehr, sehr schade, dass sie kein Kuschel-Baby ist, sondern immer Action will. Aber im Bett mag ich sie nicht haben. Und ich gebe zu: Ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen. Wo doch (für mich) gefühlt jeder vom Familienbett redet und wie wichtig diese Nähe für die Kleinen in der Nacht doch sei ... Und was höre ich von Freundinnen, die ihre Babys in ihrem Bett schlafen lassen? "Du, ich trau's mich ja gar nicht sagen, weil eigentlich soll man das ja nicht, aber ich lege ihn / sie in der Nacht schon oft zwischen uns." Fazit: Selektive Wahrnehmung? :freches grinsen:

Hoffe, ich war jetzt nicht zu oberlehrerhaft ... :smile:

Ich sehe es so, dass jede Familie die Lösung finden muss, mit der sie glücklich sind und die zum meisten Schlaf führt. Ich habe meinem Mann oft angeboten, dass er mal für ne Nacht auszieht, will er nicht, er will bei uns sein. ICH könnte mir nicht vorstellen, mehrfach in der Nacht aufstehen zu müssen und bin froh, wenn sich die Maus nur ankuschelt und wieder schläft. Aber das muss eben jeder so machen, wie es ihm paßt. NUR wenn es darum geht, dass mein Baby 30 Minuten weinen muss, bis jmd kommt (so Kollegen), dann würde ich eben doch lieber meine eigenes Wohlergehen zurückstellen. ICH, aber wenn es anderen anders besser geht...


Klar. Dass ich das jemandem nicht glauben würde, kann ich auch nicht sagen. Eben: Warum sollte jemand lügen? Was sollte da die Motivation sein? Ich gehe immer erstmal davon aus, dass mir die Wahrheit erzählt wird. Aber ein bisschen Neid wär bei mir schon dabei, da bin ich auch ehrlich. Nicht so, dass ich deswegen den Kontakt abbrechen oder diejenige Person anders behandeln würde, aber einen Stich hätte es mir schon gegeben. Und was dann eben blöd ist und wehtut, ist, wenn ich dann sage, dass es bei uns anders ist, und eben nicht getröstet werde oder Mitgefühl bekomme, sondern stattdessen eine Belehrung, dass ich es ja auch falsch machen würde und wie ich es anders machen müsste und dann würde es auch genauso klappen. Es kommt immer auf die Gesprächssituation und die Details an.

Genaus so sehe ich es auch!


Ich kann dir nur sagen, dass wir das regelmäßig hatten. Nämlich immer nach dem Mittagsschlaf. Den haben unsere Kinder in ihrem Zimmer verbracht - im Gitterbett. Wenn wir aufgestanden sind, dann waren sie regelmäßig schon wach. Ob 5 Minuten oder 25 kann ich nicht sagen. Oft haben sie friedlich gespielt. Manchmal haben sie uns durch Geschrei geweckt.


:

Solche Kinder kenne ich auch, mehrere sogar. Und ich finde das auch total super. Vor meinem Erfahrungshorizont ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Kindes so hoch, wie die ein Einhorn zu sehen... wer weiß, viellleicht bekomme ich ja im Mai auch so eins * hoff*** :zwinker:!

lou79
12.02.2014, 16:27
Hui, hier ist ja richtig was los :jubel:

Was ich beim Durchlesen irgendwie lustig fand, war der Eindruck "Wir sind ja alle gegen Normen - aber was von unseren Vorstellungen abweicht, finden wir trotzdem irgendwie blöd, fahrlässig oder gefährlich." :lachen: Und ganz ehrlich: Ich hab mich da schon auch wiedererkannt. Auch in der Arroganz "Bei uns funktioniert xy so gut - das kann nur daran liegen, dass wir sooo tolle Eltern sind". :pfeifend:

Ein bisschen irritiert war ich von der Reaktion auf das mitgehörte Gespräch bei IKEA ... Ja mei, da hat halt eine Mutter der anderen ihr Leid geklagt und die andere eben gemeint, bei ihr sei das ganz anders. Solche Gespräche kenn' ich auch. V.a. in Bezug auf Schlafen. Früher ging das ungefähr so: Ich: "Ach, ich bin sooo froh, dass unsere Kleine so gut schläft - alle paar Stunden aufwachen könnt' ich mir gar nicht vorstellen. Da ist man ja fix und fertig." Die Reaktion drauf war dann meist etwas in Richtung: "Ja, Wahnsinn, da habt Ihr echt Glück - bei uns war / ist das ganz anders." Darauf dann von mir noch eine Runde Mitleid. Hatte nicht das Gefühl, dass sich danach jemand schlecht gefühlt hat. Mittlerweile läuft's allerdings umgekehrt. Momentan bin ich diejenige mit dem "Gäääähn, ich bin soooo müüüde, dass ich tw. mitten auf der Kreuzung nicht mehr weiß, ob ich jetzt wirklich grün hatte." Und somit auch die, die Antworten in Richtung "Ohjeee ... Du Arme. Das war bei uns in dem Alter schon einfacher" bekommt. Und danach fühl' ich mich gut, weil mich endlich mal wieder jemand bemitleidet hat und mir bestätigt hat, dass ich's momentan schon nicht einfach habe. Kann doch auch was Schönes sein :smile:

Besonders ärgerlich fand ich in der Phase, wo unsere Tochter ab ca. 3 Monaten 3, 4 Monate lang 10 - 12 Stunden am Stück DURCHgeschlafen hat, permanent zu lesen, sowas gäbe es gar nicht und Eltern, die sowas behaupten, würden lügen. Überhaupt würde zum Thema Durchschlafen soviel gelogen, dass man solchen Positiv-Stories am besten gar keinen Glauben schenken sollte. Hallo!!?? Warum sollte ich bei sowas lügen?? :grmpf:

Für mich lautet die Conclusio schon auch - wie oben schon geschrieben - leben und leben lassen ... Und sich auch selbst keinen Druck machen. Ich habe nämlich mittlerweile den leisen Verdacht, dass vieles selbstgemacht ist. Beispiel: Ich schmuse mit meiner Kleinen gerne und viel und finde es manchmal sehr, sehr schade, dass sie kein Kuschel-Baby ist, sondern immer Action will. Aber im Bett mag ich sie nicht haben. Und ich gebe zu: Ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen. Wo doch (für mich) gefühlt jeder vom Familienbett redet und wie wichtig diese Nähe für die Kleinen in der Nacht doch sei ... Und was höre ich von Freundinnen, die ihre Babys in ihrem Bett schlafen lassen? "Du, ich trau's mich ja gar nicht sagen, weil eigentlich soll man das ja nicht, aber ich lege ihn / sie in der Nacht schon oft zwischen uns." Fazit: Selektive Wahrnehmung? :freches grinsen:

Hoffe, ich war jetzt nicht zu oberlehrerhaft ... :smile:

Ganz und gar nicht. Einfach nur Super, Dein Beitrag! :allesok:

Leben und leben lassen. Und: Man lernt doch ein Leben lang dazu. Ich kann aus einem Beitrag/Kommentar etwas nützliches für mich ziehen und mich dafür öffnen und profitieren oder mich schlimmsten Falls angegriffen oder provoziert fühlen. Oder einfach nur Bestätigung suchen dass ich es "richtig" mache. Weil ich selbst noch nicht so wirklich dran glaube. Sonst würdeich es nicht zum Thema machen :smirksmile: Aber, die Entscheidung liegt bei einem selbst.

lou79
12.02.2014, 16:55
Schlafen im Elternbett
Tolle Sache! Gerade weil unsere Jungs solche Riesenkuschler sind. Wir haben dafür extra ein Riesenbett mit Riesenmatratze (ohne störende Ritze) gekauft.

ABER: wenn ich nachts 18 Mal aufwache weil mein 4,5 jähriger mit voller Wucht in meine Eingeweihde oder Schwangeren Bauch trat, der fast 3 jährige seinen Ellenbogen in meinen Kehlkopf rammt um sich darauf aufzustützen, sich aufsetzt um sich dann mit seinem Hinterkopf auf mein Jochbein fallen zu lassen dass es fast bricht oder ich blaue Augen habe, der eine 5 Mal nachts mein Ohr greift um es knibbeln zu dürfen dabei aber leider 15 Mal in mein Auge greift, ich, egal auf welche Seite ich mich drehe IMMER einen Haufen kitzelndere Haare im Gesicht habe, mein Großer grundsätzlich halb auf mir drauf bzw. auf meinem Rücken liegt und ich am nächsten Tag Spannungskopfschmerzen und schlechte Laune dadurch bekomme, einer oder schlimmsten Falls beide sich drehen und wir strampelnde Füsse im Gesicht haben, die Jungs morgens eine Kissenschlacht machen und das Wasserglas mit samt dem ganzen anderen Zeug auf dem Nachttisch runterschmeißen und auf uns herum treten.... Dann hat das nix mit nicht kuscheln wollen zu tun :smile: