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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Konfrontation ist die einzig mögliche Lösung



sena
24.10.2006, 22:42
Es mag hart klingen, aber Studien zeigen es eindeutig, letztlich hilft ncivhts als Konfrontation. Man muss der Angst ins Gesicht sehen, um sie zu überwinden. Alles andere verstärkt nur die Vermeidung und damit die Aufrechterhaltung der Angst. Schon Goethe wusste dies und ging auf den Turm, um seine Höhenangst zu überwinden. Auf eine reale Konfrontation kann man sich auch gut in der Vorstellung vorbereiten: Sich dier am meiste Angst erregende Situation intensiv vorstellen, die auftretenden Ängste zu bewältigen und sich konkrete Strategien vorstellen, wie man in der Realsitation die Erfahrung meisten würde. Wenn es in der Vorstellung klappt, dann am besten gleich in die Realität gehen und üben. Es mag nett sein, über die Probleme zu plaudern etc., aber es löst sie nicht. Ängste müssen angegangen und gemeistert werden, nichts anderes hilft. Wenn man es allein nicht schafft, braucht man therapeutische Hilfe, aber nicht durch eine unverbindliche Gesprächstherapie, sondern durch eine Verhaltenstherapie, bei der das Erlernen des Umgangs mit der Angst im Mittelpunkt steht. Studien zeigen, dass selbst bei chronifizierten Ängsten bei der überwältigenden Mehrheit so eine dauerhafte Heilung möglich ist!

Morgana42
25.10.2006, 08:45
Liebe Sena,
ich kann mir das, was Du schreibst supergut vorstellen, wenn es sich um Ängste handelt, die "real" sind, so wie Höhenangst, Flugangst, Angst vor Wasser usw.

Aber, was ist mit den Ängsten die irreal sind, so wie die "Angst vor der Angst" ??? Meinst Du, das man diese Vorgehensweise auch dafür anwenden kann ? Ich bin seit 6 Jahren "Panikerin" und ich mache eine Gesprächstherapie, nehme Antidepressiva und habe durch diese Therapie viel erfahren und auch gelernt, mit der Angst umzugehen. Ich werde jetzt bald die Antidepressiva absetzen und dann sehen, ob das, was ich in der Gesprächstherapie "gelernt" habe auch greift. Natürlich bin ich nervös, aber trotzdem ganz zuversichtlich, daß es klappen wird.

Somit wäre dann Deine Theorie, lieber eine Verhaltenstherapie als eine Gesprächstherapie zu machen, nicht ganz schlüssig.

Ich denke jedoch, daß diese Therapien wirklich von der Art der auftretenden Ängste abhängig ist. Klar, bei Spinnenphobie, Höhenangst und dergl. finde ich eine Verhaltenstherapie wesentlich besser, aber bei diesen irrealen Ängsten ... ich glaube schon, daß da eine Gesprächstherapie besser ist. Aber ... das ist einzig und alleine MEINE Meinung. Andere Meinungen würden mich interessieren.

LG
Morgana

Lill
25.10.2006, 09:09
wenn ich das wort *muss* in bezug auf angst lese, wirds mir schon ganz anders.

ich finde das, was sena da beschreibt ein ziemlich einseitig und nicht besonders professionell.

man kann doch auch nicht alle über einen kamm scheren, denn was für den einen gut ist, kann für den anderen re-traumatisierend sein.
es ist auch nicht immer unbedingt wichtig, GENAU zu wissen, warum die angst da ist...zumindest nicht, wenn der richtige zeitpunkt noch nicht gekommen ist, um noch einmal *hinzugucken*
wichtig finde ich den umgang mit der angst zu erlernen...
das erkennen der *symptome*, wenn *es* wieder losgeht...und dann eine strategie erarbeitet zu haben, mit der angst in DEM moment umgehen zu können.

gruß lill:smirksmile:

Inaktiver User
25.10.2006, 18:34
wenn ich das wort *muss* in bezug auf angst lese, wirds mir schon ganz anders.

ich finde das, was sena da beschreibt ein ziemlich einseitig und nicht besonders professionell.

man kann doch auch nicht alle über einen kamm scheren, denn was für den einen gut ist, kann für den anderen re-traumatisierend sein.


:schild genau:

Für Phobien mag eine Konfrontationstherapie sinnvoll sein, aber womit soll ein Mensch, der aus heiterem Himmel heftige Panikattacken ohne ersichtlichen Grund mit sämtlichen körperlichen Begleiterscheinungen bekommt, konfrontiert werden?
Ich halte es ohnehin für nicht unbedenklich, gerade bei psychischen Problemen "Einheitslösungen" vorzustellen. Jeder Mensch ist individuell, seine Ängste somit auch. Ein guter Arzt / Therapeut wird wissen, welche Form der Therapie für seinen Patienten am ehesten geeignet ist.
LG, Lillian