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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : rechtliche dinge um den job



Tjorven1
10.08.2013, 09:19
ihr kennt euch bestimmt damit aus und könnt erfahrungen nennen. welche rechte hat man während der elternzeit?

insbesondere interessiert mich, die rückkehr in den job (stellenanteil und ob man andere aufgaben bekommen kann, d.h. langerarbeitete stellungen verliert) und ob man während der elternzeit arbeiten darf.

gibt es hier andere, die eine recht gute position vor der elternzeit hatten? konntet ihr sie behaupten (auch mit ggf. teilzeitjob) oder musstet ihr einen schritt unfreiwillig zurückgehen (bei mir wären dies große finanzielle einbußen, die probleme bereiten würden)? wie regelt ihr dienstreisen? verzichtet ihr auf abendtermine und späte meetings? wie erging es euch im rückblick damit? was habt ihr für tipps?

wie verhält es sich, wenn man während der elternzeit ein paar stunden weiterarbeitet und z.b. an wichtigen meetings teilnimmt, damit der spätere wiedereinstieg erleichtert wird und man aus positionen nicht "herausgedrängt" und von informationen abgeschnitten wird?

wie ist das ganze im fall von alleinerziehenden? hat man dann länger elternzeit?

danke. :blume:

Inaktiver User
10.08.2013, 09:57
Ich habe keine Kinder, antworte aber trotzdem mal. Zum Thema "Wer hat wie lange Elternzeit, wieviel Elterngeld gibt es und wie viel darf man nebenher arbeiten" gibt es massenweise Informationen (z.B. vom Familienministerium), darauf brauche ich nicht eingehen.

Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten Du als Teilzeitkraft während der Elternzeit hast, hängt von Deinem Arbeitgeber ab (wenn er einem Einsatz überhaupt zustimmt). Du solltest nur Aufgabenpakete zugewiesen bekommen, die Du auch in reduzierter Stundenzahl bewältigen kannst. An wichtigen Meetings wirst Du dann vermutlich nur teilnehmen, wenn sie zu Deiner derzeitigen Tätigkeit dazugehören. Bei den Müttern, die ich im Kollegenkreis habe, ist aber auch das schon immer schwierig. Meist müssen die zu einem bestimmten Zeitpunkt gehen, Meetingtermine richten sich aber nicht nach den Arbeitszeiten einzelner Mitarbeiter.

Historia02
10.08.2013, 10:54
gibt es hier andere, die eine recht gute position vor der elternzeit hatten? konntet ihr sie behaupten (auch mit ggf. teilzeitjob) oder musstet ihr einen schritt unfreiwillig zurückgehen (bei mir wären dies große finanzielle einbußen, die probleme bereiten würden)? wie regelt ihr dienstreisen? verzichtet ihr auf abendtermine und späte meetings? wie erging es euch im rückblick damit? was habt ihr für tipps?

Ich denke, es kommt immer auf die Firma, die Kollegen, den Partner (Stichwort: Rücken freihalten) und darauf an, wieviel man bereit ist, sich reinzuhängen.

Ich hatte/habe keinen Job mit Verantwortlichkeiten oder Führungsverantwortung, sondern einfach nur einen Job, den ich gerne mache und in dem ich mir über einige Jahre viel Erfahrung und Ansehen von anderen erarbeitet habe.

Ich bin nach anderthalb Jahren mit 20 Stunden/Woche wieder eingestiegen, habe dann aber recht schnell, da Not am Mann war, auf 30 Stunden/Woche aufgestockt. Ich habe mein vorheriges Gehalt (entsprechend auf 50% bzw. 75% reduziert) weiterhin bekommen, außerdem einen Zuschuss zur Kinderbetreuung (und später noch eine kleine Gehaltserhöhung als Anerkennung, "weil ich so gut organisiert bin").

Es ging allerdings nur mit der Unterstützung meines Mannes: Mein Mann hat (fast) täglich unser Kind aus der Krippe bzw. dem Kindergarten abgeholt, so dass ich problemlos Termine am späten Nachmittag wahrnehmen konnte. An Firmenpartys in den Abendstunden konnte ich auch immer teilnehmen, weil mein Mann zuhause alles im Griff hatte. Dienstreisen gibt's in meinem Job nicht, allerdings habe ich berufsbegleitend ein Fernstudium gemacht, bei dem ich ab und zu auch mal über Nacht wegfahren musste. Das war alles kein Problem, dank meines Mannes. Wenn unser Kind krank war, habe ich allerdings oft die Kinderkrank-Tage übernommen und dann von zuhause aus gearbeitet, manchmal dann halt auch erst am Abend, sobald mein Mann von der Arbeit heimkam und das kranke Kind übernehmen konnte.

Ich habe in der ganzen Zeit immer viel Verständnis und Entgegenkommen von meinen Kollegen und der Firma ganz allgemein erfahren. Dort werden Mütter nicht rausgemobbt, sondern es wird versucht, für jeden eine individuelle Arbeitszeitlösung zu finden. Allerdings habe ich dort auch mitbekommen, dass einige Mütter sich jetzt sehr zurücklehnen, so nach dem Motto: "Ich kann in Elternzeit nicht gekündigt werden, also sitze ich hier meine 4 Stunden/Tag ab, mache Praktikantenarbeit und fertig", während andere Mütter sich wieder voll reinhängen und dann entsprechend auch wieder für interessante(re) Projekte eingeplant werden.

Einen richtigen Rat kann ich dir nicht geben, außer: Überlege zusammen mit deinem Partner, wie ihr euch die Arbeit aufteilen könntet und was du deiner Firma an Engagement anbieten kannst. Dann wird man dir sicher auch entgegenkommen.

Tjorven1
10.08.2013, 11:33
danke für die beiträge. :)

scales, ist es denn nicht so, dass man selbst bestimmen kann, wie viele stunden man während der elternzeit arbeiten möchte? muss der arbeitgeber also zustimmen, sodass es sein kann, dass ich nicht teilzeit arbeiten kann?

klar meinte ich die meetings, an denen ich auch jetzt teilnehme. aufgabenpakete bekomme ich nicht zugewiesen, da ich führungs- und personalverantwortung habe und die arbeit weiter zuweise.

habe mir schon gedacht, dass es oft vorkommt, dass meetingtermine dann außerhalb der stunden sein werden, die man dort ist.

was ratet ihr, voll auf die elternzeit konzentrieren und dann alle nachteile so hinnehmen oder den spagat versuchen, auch im job als vollwertig anerkannt zu werden und dazu natürlich privat abstriche zu machen?

historia, ja, genauso ist es bei mir auch, also mit dem ansehen erarbeitet und erfahrung gesammelt. dazu kommt führungs- und personalverantwortung und die befürchtung, dass man sehr schnell all das verliert. bei uns wäre es auch finanziell problematisch, da der partner wenig finanziell beitragen kann und vorerst nicht vor ort ist (letzteres müssen wir alles noch klären, was aber hier nicht thema sein sollte). ich habe aber ansonsten unterstützung von meiner familie, die 100 m weiter wohnt. dienstreisen finde ich aber trotzdem problematisch, da sie besonders im asiatischen raum stattfinden, d.h. nicht nur eine übernachtung erfordern.

das klingt prima, dass du weiterhin an abendterminen und firmenpartys teilnehmen kannst. ich denke, man ist schnell auf dem abstellgleis, wenn man nicht mehr dabei ist. herausgemobbt wird in meiner firma auch niemand, aber es zählt in erster linie, wer was leistet und für die firma da ist. es wird rücksicht genommen, aber nur begrenzt. vielleicht können da andere noch von ihren erfahrungen berichten?

Inaktiver User
10.08.2013, 11:45
scales, ist es denn nicht so, dass man selbst bestimmen kann, wie viele stunden man während der elternzeit arbeiten möchte? muss der arbeitgeber also zustimmen, sodass es sein kann, dass ich nicht teilzeit arbeiten kann?

klar meinte ich die meetings, an denen ich auch jetzt teilnehme. aufgabenpakete bekomme ich nicht zugewiesen, da ich führungs- und personalverantwortung habe und die arbeit weiter zuweise.

Der Arbeitgeber kann die Teilzeittätigkeit ablehnen, wenn das aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist. Das muss aber gut begründet werden und ist m.E. selten erfolgreich. Kommt allerdings auch auf die Betriebsgröße an.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Du Deine Führungstätigkeit behalten darfst, unter Umständen musst Du hinnehmen, dass man Dir andere Aufgaben (bei gleicher anteiliger Bezahlung) zuweist.

Wenn Du besser verdienst als Dein Partner - wäre es nicht eine Möglichkeit, dass ER Elternzeit nimmt?

Tjorven1
10.08.2013, 12:38
Der Arbeitgeber kann die Teilzeittätigkeit ablehnen, wenn das aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist. Das muss aber gut begründet werden und ist m.E. selten erfolgreich. Kommt allerdings auch auf die Betriebsgröße an.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Du Deine Führungstätigkeit behalten darfst, unter Umständen musst Du hinnehmen, dass man Dir andere Aufgaben (bei gleicher anteiliger Bezahlung) zuweist.

Wenn Du besser verdienst als Dein Partner - wäre es nicht eine Möglichkeit, dass ER Elternzeit nimmt?

danke. also dürfte er mit die bezahlung nur anteilig kürzen, auch wenn die neuen aufgaben die bezahlung nicht rechtfertigen?

leider ist es im moment sehr unklar, ob und wie es weitergeht. für ihn kommt elternzeit nicht in frage, er lebt auch nicht hier.

likema32
10.08.2013, 12:47
Zu den rechtlichen Voraussetzungen solltest Du mal § 15 BEEG lesen. Da steht eigentlich alles drin, insbesondere die Absätze 5 bis 7 zum Teilzeitanspruch.

huppsi
10.08.2013, 19:44
hm, ich kann mich den Vorrednerinnen anschließen. es hängt vom Arbeitgeber ab, von dir und sehr von der Unterstützung, die du erfährst. in der EZ kannst du ja bis 30h arbeiten aber soweit ich weiß besteht darauf kein Anrecht. aber sofern keine Vertretung eingestellt wurde, wovon ich in deiner Position ausgehe, werden sie um jede Stunde froh sein, die du arbeitest. die frage ist: willst du "nur" den Status quo halten oder möchtest du weitere Karriere machen? ersteres ist denke ich möglich mit 3 Jahren Teilzeit, letzteres nicht. daher die frage ob sich der Spagat lohnt oder nicht. ohne den Partner vor Ort sehr schwierig.
das Gehalt kürzen können die dir ja nicht einfach so. die Aufgaben leider schon. eine Führungsposition mit 20h ist schwierig denke ich, mit 30h aber bestimmt für einige zeit machbar.

ich erzähle mal von meiner Firma: ca 25 Leute am Standort auf 2 Abteilungen verteilt. die eine Abteilung mit nem Chef um die 50, geschiedener kinderloser Single und Null Toleranz gegenüber Müttern. eine Kollegin hat für 3 Jahre auf 30h reduziert und bekam zur Strafe nur noch Hiwi Jobs trotz Führungsposition und nem Gehalt von garantiert 100000 per anno. jetzt ist sie wieder vollzeit da und hat nach der Kita noch ne Tagesmutter, weil wir ein amerikanischer Konzern sind mit vielen tekefonkonferenzen spät nachmittags. meine Abteilung mit Chef um die 40 als glücklichen Vater zweier Töchter im Grundschulalter und TZ arbeitender Frau. unterstützt prinzipiell TZ sagt aber auch: Führungsposition bitte nur in VZ, was ich verstehe. ich meinerseits bin nach 7 Monaten VZ wieder eingestiegen, Mann hatte elternzeit und ich hab richtig Gas gegeben mit Dienstreisen nach USA und allem drum und dran (habe unter anderem dadurch den ersten Geburtstag meiner Tochter im Flieger zugebracht und dies auch laut verkündet!) als Lohn die Beförderung auf Führungsposition einige Monate später. seitdem: Spagat zwischen Kita schließen im halb 5, nem Mann in Probezeit und den besagten tekefonkonferenzen wo ich zum Glück oft Unterstützung von Schwiegermutter kriege. aber alles in allem wahnsinnig anstrengend und ohne die Unterstützung meines Mannes nicht denkbar. finanziell ist es großartig denn auch ich verdiene deutlich mehr als mein Mann und nicht nur das: ich liebe den Job und ziehe sehr viel Bestätigung daraus. aber das interessiert vermutlich hier gar nicht.

ich weiß dass für TZ nach der elternzeit die Firma ablehnen kann wenn sie nachweisen kann, dass es keinen gleichwertigen Ersatz zu finden gibt. und das ist in solchen Positionen leicht nachzuweisen. bei uns sind alle Frauen gegangen, die es drauf angelegt hatten. denn selbst wenn man klagt: kann man dann da noch arbeiten?

kurzum; überleg dir ob der Spagat es wert ist. finanziell und vor allem nervlich ;-)

filterkaffee
11.08.2013, 10:38
Hallo Tjorven,

hm, schwer, dir Tipps zu geben.. deine Situation klingt nicht ganz einfach und - wie die anderen schon schrieben - es kommt darauf an, wie dein AG und deine Familie dich unterstützt. Aber auch, wie viel Kraft und wie gute Nerven du hast und - nicht zuletzt - wie dein Kind alles mit machen wird.

Ich habe auch recht bald wieder angefangen zu arbeiten. Eigentlich schon im Mutterschutz (was eigentlich nicht erlaubt ist), wenige Stunden im Monat. Ich hatte aber keinen Job mit Führungsverantwortung und musste nicht vor Ort sein. Ich wollte am Ball bleiben, gerade während meiner Elternzeit hat sich viel verändert in der Firma, und den Kontakt nicht verlieren. Meine Arbeit konnte ich von zuhause aus machen. Bezahlung habe ich in der Zeit nicht bekommen (wegen dem Elterngeld...), sondern einen Bonus, als ich nach 8 Monaten offiziell wieder da war.

Mir wurde nun die Teamleitung angeboten, ich habe abgelehnt. Ich arbeite zur Zeit 60% und hätte auf Vollzeit aufstocken müssen. Meine Tochter ist 20 Monate alt, mein Freund (selbst Teamleiter mit langen Arbeitszeiten) hätte mich wenig unterstützen können. Auf der einen Seite zweifle ich an meiner Entscheidung und frage mich, ob ich jetzt die Chance meines Lebens verpasst habe. Ich bin 36, sooo wahnsinnig viele Karriere-Möglichkeiten werden sich mir wahrscheinlich nicht mehr bieten.
Auf der anderen Seite bin ich froh, dass ich mir den Stress mit Vollzeit + Teamleitung (was ja oft mehr als Vollzeit bedeutet) nicht antun muss. Ich sehe ja, wie anstrengend alles schon ist mit Teilzeit + Kind + Partnerschaft + Haushalt und und und...

Man kann auch vorher überhaupt nicht einschätzen, wie es wird mit Kind + Job. Es ist gut, einen Plan zu haben, aber am Ende kann auch alles anders kommen.
Ich finds auch immer schlimm zu hören, wenn Frauen früh zurückkommen und es sich trotzdem nicht gelohnt hat. Wie bei einer Freundin - nach 6 Monaten Vollzeit wieder eingestiegen, Führungsverantwortung trotzdem weg, männliche Vertretung hat die Position behalten.

Wie würdest du die Situation bei dir einschätzen? Gibt es Kollegen, die nur auf deine Stelle lauern? Frauen mit Kindern, die auf dem Abstellgleis gelandet sind? Gibt es Möglichkeit zum Home Office etc?

LG
filterkaffee

Tjorven1
11.08.2013, 11:13
danke für die antworten. das hilft sehr. :)

ich finde mich in einigen antworten sehr wieder. ich arbeite auch gerne, aber wir werden auf das geld auch angewiesen sein, also allzu sehr auflehnen und dann einen neuen job suchen, das wäre ein finanzielles problem.

ich kann auch nicht einschätzen, wie alles sein wird. wegen unübersichtlicher strukturen kann man meine position schlecht mit anderen vergleichen. die meisten sind männer oder andernfalls über 50 und haben daher andere probleme. es hat auch niemand genauen einblick in meine aufgaben und ich bin oft bei mandanten, d.h. die beziehungen sind persönlich und es würde niemand akzeptiert, der es z.b. ein jahr vertretungsweise macht. das ist ein vertrauensverhältnis. entweder dann für "immer" oder es macht niemand, als ersatz was aber auch nicht denkbar ist, denn dann wäre ich ja überflüssig bzw. die aufträge brächen teilweise weg. ich würde hier gerne etwas vorschlagen, nur was?

Inaktiver User
11.08.2013, 11:23
Nach dem, was Du schreibst, würde ich Dich eigentlich als künftige Alleinerziehende sehen. Der Vater ist nicht vor Ort, kann/will die Betreuung nicht übernehmen und kann auch keinen großen finanziellen Beitrag leisten.

Dein Arbeitgeber wird in diesem Fall wissen wollen, ob Du eine sichere und lückenlose Betreuung während Deiner Arbeitszeit (+ eventueller Überstunden, Auswärtstermine etc.) sicherstellen kannst. Großeltern zum Beispiel.

Historia02
11.08.2013, 13:44
Tjorven, bist du denn schon schwanger oder sind das bis jetzt nur theoretische Überlegungen?
Ich finde deine Lage recht schwierig, denn wenn es so an Unterstützung des Kindsvaters mangelt, dann ist es sicher sehr schwierig, deine Position zu halten. Wie sieht es denn mit Unterstützung innerhalb deiner Familie aus? Könntest du dir vorstellen, dir externe Unterstützung einzukaufen? Das könnte dann aber natürlich wieder ein finanzielles Problem werden, weil dann vermutlich nicht mehr viel hängen bleibt.

In meiner Firma ist jetzt eine Mutter direkt nach dem Mutterschutz in Vollzeit als Teamleiterin zurückgekommen, bei ihr übernimmt der Ehemann das Babyjahr.

Ich habe mal ein paar Stränge zusammengesammelt, wo es um den Einsatz der Väter geht, vielleicht ist da doch noch der eine oder andere Gedankenanstoß dabei:
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/399396-vaetereinsatz.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/379316-papa-bleibt-zuhause-erfahrungsberichte-von-mamas-gesucht.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/373556-vater-mutter-elternzeit.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/341876-baby-arbeiten-wie-klappt-das-bei-euch.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/192706-papa-nimmt-elternzeit-mama-blutet-das-herz.html
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/129202-geteilte-elternzeit-erfahrungen.html

Cariad
11.08.2013, 14:46
gibt es hier andere, die eine recht gute position vor der elternzeit hatten? konntet ihr sie behaupten (auch mit ggf. teilzeitjob) oder musstet ihr einen schritt unfreiwillig zurückgehen (bei mir wären dies große finanzielle einbußen, die probleme bereiten würden)? wie regelt ihr dienstreisen? verzichtet ihr auf abendtermine und späte meetings? wie erging es euch im rückblick damit? was habt ihr für tipps?

wie verhält es sich, wenn man während der elternzeit ein paar stunden weiterarbeitet und z.b. an wichtigen meetings teilnimmt, damit der spätere wiedereinstieg erleichtert wird und man aus positionen nicht "herausgedrängt" und von informationen abgeschnitten wird?


Ich stecke mitten drin: Sohn ist knapp ein Jahr alt, ich habe eine Leitungsposition und arbeite seit dem Mutterschutz 15 Stunden - vor allem, um "dranzubleiben".

Insgesamt klappt das gut. Beruflich ist es aber - trotz Rückhalt im Team und guter Organisation im Vorfeld - nicht so leicht, den Anforderungen an eine Führungskraft gerecht zu werden. Mein Chef sagt selbst: Er macht es sich leicht und tut so, als sei ich voll da. Delegieren muss ich selber. ;) Aber da muss ich im ersten Jahr einfach durch. Im zweiten Jahr Elternzeit möchte ich 30 Stunden arbeiten. Damit müsste sich die Organisation etwas erleichtern, denke ich.

Die Kinderbetreuung während meiner Arbeitszeit ist im Moment noch weitestgehend über die Omas abgedeckt. Manchmal nehme ich den Kleinen auch mit ins Büro. Nach Möglichkeit werden wichtige Meetings so gelegt, dass sie in meinen Bürotag fallen. Lässt sich das nicht machen, verlege ich meine Bürozeit so, dass ich teilnehmen kann - wenn es irgend geht. Gelegentlich kamen mir andere Abteilungsleiter schon entgegen, indem sie ihre Assistentin zum Kinderhüten verdonnerten. :freches grinsen: Aber das ist natürlich die Ausnahme.

Mehrtägige Reisen konnte ich bisher (mit Zustimmung meines Vorgesetzten) vermeiden. Im Herbst steht eine an, und dazu wird mein Lebensgefährte sich frei nehmen. Ab Oktober haben wir auch einen Kita-Platz.

Ob mein Modell mittelfristig karrieregeeignet ist, kann ich noch nicht sagen. Aber einen Rat kann ich schon mal geben: Es geht viel mehr als das, was als "normal" angesehen wird. Darum muss man kämpfen. Kämpfen kann man am besten, wenn man eine klare Vorstellung von dem hat, was man selbst will. (Dazu gehörte übrigens für mich auch, sich mit ein bisschen Entwicklungspsychologie auseinander zu setzen.)

40 Stunden sind nur eine Zahl. Für deinen Arbeitgeber wäre es sicher am besten, wenn du 100 Stunden die Woche arbeiten würdest - aber simsalabim, ein anspruchsvoller Job lässt sich auch mit 50 oder 40 Stunden erledigen, was zufällig die Stundenzahl ist, die die meisten Menschen zu arbeiten in der Lage und Willens sind. Warum nicht auch mit 30 oder 25?

Du hast ein Recht auf Teilzeit, so weit das das Arbeitsumfeld zulässt. Du hast in der Elternzeit die Möglichkeit, mit jeweils einigen Wochen Vorlauf (6 Wochen, glaube ich) aufzustocken oder zurückzuschrauben. Am besten ist es, wenn du offen mit allen Beteiligten darüber redest, wie du dir das vorstellst.

Grüße, Cariad