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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für immer im Forum?



Hanninanni
21.10.2006, 14:38
An alle,

ich bin jetzt seit ca. 1 1/2 Jahren hier im Forum, kurz nachdem die Affäre meines Mannes bekannt wurde. Ich habe mir hier Hilfe und Rat geholt und bin auch jetzt noch ziemlich oft hier, meistens aber nur noch, um zu lesen, wie es anderen so ergeht.

Dabei ist mir aber mittlererweile aufgefallen, daß viele, z.B. Prijon, Seawasp, Emiliy Strange und viele andere so wie ich immer noch regelmäßig im Forum sind. Von denen, die schreiben, weiß ich das ja, aber ich vermute, es gibt viele, die wie ich still mitlesen und von denen man aus diesem Grunde nicht weiß, daß sie das Forum weiterhin nutzen.

Nun Frage ich mich, ob es den anderen auch so geht, daß sie auch nach so langer Zeit immer noch nicht mit dem Thema abschließen konnten, oder sich zumindest wieder ein Leben führen können, in denen die Affäre ihres Partners keine oder keine große Rolle mehr spielt.

Ich sehe an vielen Antworten, daß diese "Langzeituser" immer noch so viel Wut oder Trauer oder Verletztheit mit sich tragen. Ich will hier niemanden zu nahe treten, aber ich vermute, daß es vielen, ebenso wie mir, so geht, daß sie nicht abgeschlossen haben und auch nicht können. Auch die, die erklären, sie hätten für sich einen Weg gefunden. Wie gesagt, ich möchte hier niemanden etwas unterstellen, aber ich glaube wir alle, die wir so verletzt wurden, können nicht abschließen und sind deshalb immer wieder hier.

Vielleicht täusche ich mich darin, daß auch die, die so stark wirken in Wirklichkeit genauso Traurig und manchmal auch leer sind wie ich und die es sich einfach nur nicht eingestehen können. Ich für meinen Teil finde es so traurig, daß mein Leben einfach nicht mehr so warm und farbig ist wie vorher, es ist eine Art von Schalheit eingetreten, die durch nichts zu weichen scheint. Schwer, in Worte zu fassen, was ich eigentlich ausdrücken will, aber es macht mich auch mutlos, wenn ich sehe, daß so viele andere auch nach so langer Zeit nicht einfach die Sache ruhen lassen können, sondern daß sie immer wieder davon eingeholt werden.

Auf der einen Seite findet man Trost und Verständnis wie z.B. bei Prijon und Seawasp und einigen anderen, auf der anderen Seite gibt es solche, die auch meine Wur in Worte fassen wie Emily Strange es manchmal tut, aber ich glaube, auch sie sind noch verletzt.

Inaktiver User
21.10.2006, 14:43
Hallo!

Bist du den noch mit ihm zusammen?
Hast Du Antworten von ihm bekommen?

Ich bekomme keine Antwort die mich zufriedenstellt und leide deshalb nun schon fast ein Jahr.
Ich hoffe auch ein Ende zu finden.

Gruß

espressa
21.10.2006, 15:45
...An alle,
Auf der einen Seite findet man Trost und Verständnis wie z.B. bei Prijon und Seawasp und einigen anderen, auf der anderen Seite gibt es solche, die auch meine Wur in Worte fassen wie Emily Strange es manchmal tut, aber ich glaube, auch sie sind noch verletzt...

ich bin auch heftigst betrogen worden.
Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen konnte.
Ein gesundes Mißtrauen bleibt immer, das liegt in der Natur der Dinge.
Geholfen haben: die Zeit, Freunde, Humor, neue Erfahrungen.
Ich habe mehr Positives als Negatives erlebt.
Meine Affären-Erfahrung zähle ich zum Negativen.

Ich kann dir nachfühlen wie es dir geht, besonders weil ich beide Seiten kenne.
Auch wenn es dir schwerfällt, aber lass dich bitte nicht fallen.
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt, dass man aus Niederlagen gestärkt hervorgehen kann.
Deshalb stürze dich aktiv ins Leben, bau dir was Neues auf,
sieh es als Startschuss für eine Veränderung an.
du musst es hinter dir lassen, dann wird es dir bessergehen.
Ich weiss, dass es leichter gesagt äh geschrieben als getan.
Aber wenn ich dich auch nur ein bißchen wachrütteln konnte, dann hat es schon etwas gebracht.
Nur Mut!
======================
Deinen Eintrag habe ich zum Anlaß genommen, die Häufigkeit der Einträge zu betrachten. Das Forum ist sehr hoch frequentiert.
So verlockend es auch sein mag, aber ich werde mich wohl doch etwas rarer machen. Ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr ich meine SMS Drogensucht nun auf das BriCom Forum verlagert habe. Wahnsinn. Das muß weniger werden. Danke.

Gruss, Espressa

Caspi
21.10.2006, 15:56
Hallo zusammen,
ich bin zwar noch nicht lange hier im Forum, glaube aber das ich auf jeden Fall so lange wie es geht hier mitlesen, oder auch meine Beiträge schreiben werde.

Was mir aber in der kurzen Zeit meiner Anwesenheit hier extrem aufgefallen ist, daß immer wieder dieser Satz, auftaucht:

***************************************
Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen konnte.
***************************************

Dieser Satz stimmt ganz bestimmt!!! Aber was macht man wie in meinem Fall, wenn man diese lange Zeit nicht mehr hat bis das Vertrauen wieder das ist, aber trotzdem wieder "normal" Leben will??
Sollte ich selbst auf ein Lösung kommen, werde ich Sie Euch hier zum Besten geben. :knatsch:
Liebe Grüße
von Caspi

espressa
21.10.2006, 16:31
ich wollte zwar nicht mehr so häufig schreiben, aber antworten muß ich ....

das bezieht sich allgemein auf den aktuellen Partner,
d.h. betrügender, alter Partner oder nachfolgender, neue Partner.

Ich habe beides erfahren. Meiner Meinung ist die Wunde ist in beiden Fällen da und deshalb macht es keinen Unterschied.

Allerdings muss im ersten Fall der Fremdgänger viel mehr Zuwendung als vorher in die Beziehung einbringen, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Und wenn der Betrogene wirklich will, dann öffnet er sein Herz "schweren Herzens".

Schreibt sich in der Theorie ganz easy hierhin, aber die Menschen und ihre Lebenssituationen sind verschieden. Deshalb ist das auch nur eine Idee, meine Meinung, eine Meinung unter vielen anderen.

Inaktiver User
21.10.2006, 17:38
**************************************
Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen konnte.
***************************************

Dieser Satz stimmt ganz bestimmt!!! Aber was macht man wie in meinem Fall, wenn man diese lange Zeit nicht mehr hat bis das Vertrauen wieder das ist, aber trotzdem wieder "normal" Leben will??

Meine Lösung heißt:

Ich muss kein Vertrauen in die Treue meines Mannes haben, um ihn zu lieben und eine gute Ehe mit ihm führen zu können.

Obwohl ich zuversichtlich war, dass mein Vertrauen neu aufgebaut werden kann, halte ich es nach mehr als 8 Jahren für ausgeschlossen. Auch professionelle Hilfe, die wir uns damals gesucht haben, kann dies nicht leisten. Ich glaube einfach nicht, dass er jeder Versuchung widersteht. Ich traue es ihm zu, dass es gelegentlich andere Frauen in seinem Leben gibt.

Ich habe die Situation akzeptiert und für mich entschieden, dass dieser Mann, diese Partnerschaft, diese Familie es wert ist. Er ist ein wunderbarer Mensch, ein liebevoller Ehemann und toller Vater. Mein Misstrauen in einem einzigen Bereich wird durch mein Vertrauen in allen anderen Bereichen mehr als aufgewogen.

Caspi
21.10.2006, 18:36
Hallo Nougat,
da gib ich Dir vollkommen Recht das man mit dem Misstrauen leben kann, wenn diese Dinge die Du aufgezählt hast

Er ist ein wunderbarer Mensch, ein liebevoller Ehemann und toller Vater.
da, oder wieder bei Deinem Mann da sind.
Mein Mann war 22 Jahre ein Traumehemann, zu unserer Tochter mehr wie ein Supervater (sie ist ja schon 24 Jahre, aber trotzdem ging ihr Papa immer über alles) also mehr wie man sich als Ehefrau nur wünschen kann.
Hätte deshalb auch mit meinem Misstrauen ihm gegenüber umgehen können wenn nach seiner Rückkehr nur "etwas" davon wieder vorhanden gewesen wäre. Aber das ist leider nicht der Fall, vielleicht habe ich gerade deshalb mit diesem Misstrauen immer noch so ein Problem.
Aber wie ich schon geschrieben habe, vielleicht finde ich für mich ein Lösung.
Liebe Grüße von Caspi

Schnuppelchen
21.10.2006, 18:48
Hallo,

auch ich bin seit fast einem Jahr stille Leserin.
Habe einmal auch einen Beitrag geschrieben. Ich hätte aber viele mehr schreiben können, weil ich ein paar aufbauende Worte brauchen könnte.
Auch im Moment ist die Welt wieder mal mehr grau als farbig, weil alles anders ist als erhofft.
Es ist längst nicht damit getan, dass es vorbei ist und mein Mann wieder daheim ist.
Hier im Forum bin ich fast jeden Tag, wenn ich Zeit hab und allein bin. Weil mein Mann sieht es nicht gern, dass es mich immer noch beschäftigt.
Das Forum hat mir viele Antworten gegeben, die ich so nicht wahrhaben wollte. Ist schwer für mich.
Den Glauben an die Liebe hab ich mittlerweile fast verloren.
Auch in meinem gesamten Umfeld scheinen die Ehen auseinander zu brechen, dass macht es auch nicht einfacher, weil man dann ständig an die eigene Geschichte erinnert wird und Vergleiche zieht.
Vertrauen hab ich auch nicht viel, es ist alles anders. Ich kontrolliere aber auch nicht, weil was würde mir das bringen?
Wir sind nicht richtig glücklich so, aber mein Mann will sich auf keinen Fall trennen. Ich denke oft, es wäre vielleicht besser für mich, allein zu sein, um dieses Misstrauen endlich los zu werden.

Lieben Gruß

Inaktiver User
21.10.2006, 19:40
***************************************
Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen konnte.
***************************************

Dieser Satz stimmt ganz bestimmt!!! Aber was macht man wie in meinem Fall, wenn man diese lange Zeit nicht mehr hat bis das Vertrauen wieder das ist, aber trotzdem wieder "normal" Leben will??


Die Erkenntnis, dass es weitaus wichtigere Dinge gibt. Diese blöde Affäre ist es ganz sicher nicht wert mein Leben zu bestimmen, die Frau schon mal gar nicht.

ich

sonnenschein07
21.10.2006, 19:41
Ich denke, so ein Betrug ist erst wie eine Wunde und wenn man Glück hat, später eine Narbe. Aber die Narbe bleibt.

Sie wird Teil der Geschichte, die man mit diesem Partner hat, ob man sich nun trennt oder nicht.

Bei uns ist es nun 1,5 Jahre her. Manchmal juckt die Narbe, dann kratze ich und sie beginnt wieder zu bluten und alles ist so, als sei es gestern passiert. Leider. Ich wünschte es wäre anders.

Mein Mann ist auch ein wunderbarer Mensch. Ich schätze ihn sehr. Seine Großzügigkeit, seine Toleranz, seine Ausdauer. Er ist extrem kreativ, sehr intelligent. Er sieht sehr gut aus. Er ist ein wundervoller Vater ... und ... ich gebe es zu, ein fantastischer Liebhaber. Er verwöhnt mich, er hört zu (auch wenn er nicht immer versteht). Und ich liebe ihn.

Leider hat er mich betrogen, was ich bis heute nicht verstehe. Ich kann es irgendwie akzeptieren. Aber immer noch verstehe ich es nicht.

Das macht mich sehr traurig. Ich möchte am liebsten, dass er es rückgängig macht. Ich möchte rufen:

HEY, LASS UNS EINE ZEITREISE MACHEN, BITTE MACH DAS IRGENDWIE UNGESCHEHEN!!!!

Geht aber nicht.

Eine manchmal sehr, sehr traurige Sonne :Sonne:

Hanninanni
22.10.2006, 01:25
An alle,

ja, leider ist es so, daß man zwar den Menschen weiterhin liebt, ihn auch weiterhin schätzt und auch achtet und trotzdem ist irgendetwas dazwischen, das nicht wieder weggehen will. Man ist zwar Willens und auch bereit, den Abstand wieder zu verringern, aber es gelingt nicht wirklich.

Ich war heute abend mit meinem Mann essen. Wir waren schon so oft essen und wir hatten uns immer was zu sagen. Aber ich möchte mich nicht mehr so öffnen und oft ist das, was ich sage, verbunden mit irgendeiner kleinen Anspielung auf damals. Ich möchte das nicht, aber es bricht sich immer einen Weg nach draußen.

Wie kann es denn sein, daß eine Frau über 40 so daran zu knabbern hat? Auch ich möchte z.B. nicht, daß mein Mann unbedingt mitbekommt, daß ich hier im Forum poste. Das ist ja im Grunde lächerlich. Heute abend habe ich mich dahingehend verraten und bin, wie erwartet, auf wenig Verständnis getroffen.
So verhält sich doch niemand mit einem gesunden Selbstvertrauen.

Ich denke, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Man ist so nachhaltig erschüttert und in seinem Selbstbewustsein getroffen, das man sich gar nicht mehr auf sich selbst verlassen mag. Ich erkenne hier immer wieder an anderen, daß es ihnen genauso geht und viele, so wie auch ich, andere Postings lesen und denken "Ach, der geht es ja noch schlechter als mir, darüber bist du ja schon hinaus". Der Vergleich hinkt vielleicht gewaltig, aber ich habe schon einen anderen, sehr harten Verlust in meinem Leben hinnehmen müssen (Tod eines nahen Angehörigen), aber der Schmerz ähnelt sich ein wenig. Ich möchte nicht anmaßend sein, aber bei mir ist das so.

Könnt ihr, die ihr schon so lange hier seid und so viel positive Dinge für euch herausnehmt, wirklich damit abschließen? Oder sind wir wirklich gefangen in diesem Forum oder mit diesen Gedanken?

Entschuldigt, vielleicht hört sich das ein wenig dramatisch an, aber einige Weine haben heute abend sicherlich auch zu diesen Gedankengängen beigetragen.

Gruß
Hanninanni

Inaktiver User
22.10.2006, 02:09
Hallo Hanninanni,

ich bin zwar keine von den sehr lange im forum schreibenden, habe aber auch schon fleissig geantwortet hier....ich finde aber nix schlechtes und verwerfliches daran hier im forum zu sein und hier zu schreiben....:smile: ...durch zufall, durch google suche fand ich eines Tages dieses forum....auch wenn bei mir keine aktuellen Probleme vorhanden sind und meine Trennung wegen des Ehebruchs meines Mannes schon 16 Jahre zurückliegt, interessieren und berühren mich die Geschichten hier doch sehr...

...ich frage mich also nicht warum und wie oft ich hier bin...ich tue es einfach weil ich es will...deswegen sollte man keine Schuldgefühle haben...und schon gar nicht dafür schämen das man im forum ist um entweder nur still mitzulesen oder zu schreiben....:smirksmile:

...jeder Mensch verarbeitet unterschiedlich...und zu Deiner Frage....ob man nicht vergessen kann oder verzeihen kann....Betrug ist wie eine Narbe...richtig...man behält sie ein Leben lang...man lebt damit weiter...sie verblasst mit der Zeit...wenn man nicht verzeihen kann, wird es die Beziehung vergiften...dann sollte man es beenden.

...und ich finde es gut das die schon länger im Forum schreibenden wie Du z. B. erwähnst Prijon, Seaswap, Emily Strange, hier ihr Wissen einbringen...ich lese ihre postings immer sehr mit Interesse und ich finde es toll wie sie ihre Meinung vertreten.

...sodele...das war meine bescheidene Meinung zu diesem Thema....

ich wünsche Dir alles Gute !:smile:

Inaktiver User
22.10.2006, 17:34
@Hanninanni
Es mag sich für dich zwar so lesen, aber ich kam nicht durch irgendwelche Betrugsprobleme die mich betreffen in dieses Forum.
Zur BriComkam ich, weil ich Informationen bezüglich einer Operation suchte.
In dieses Forum hier kam ich, weil zeitgleich eine Freundin ein Problem hatte, so stöberte ich hier ein bisschen rum und so bin ich hier "hängen geblieben" ;-)
Ich sehe was diese Vertrauensmißbräuche für Folgen haben, bzw. haben können u. ich schreibe meine Meinung dazu, was ich von diesen ganzen Betrugsgeschichten u. Menschen halte, die jahrelange andere derart belügen u. betrügen.
Ich habe dabei einfach keine Lust dazu, das in schöne Worte zu packen - wozu auch - sind diese Dinge die da ablaufen, doch auch alles andere als schön.
Außerdem bin ich auch nicht grade der weichgespülte Typ, entspricht also nicht meinem Naturell, mit Wattebällchen zu werfen ;)

Was deinen Schmerz angeht, bei manchen dauert es eben länger bis das einigermaßen erträglich ist, was ich ganz verständlich finde, so einen Vertrauensbruch ist nur schwer zu verkraften und eine Rolle wird dieser Betrug wohl immer spielen.
Vielleicht ist das ja auch so eine Art Selbstschutz, dass man das nicht einfach ganz ausblendet?

Im übrigen sollte es dich nicht mutlos machen, hier so viele "Gestalten" öfters zu sehen ;), sondern im Gegenteil, du solltest daraus Kraft schöpfen!, denn du weißt, dass du mit deinen Problemen nicht alleine da stehst.
Und dann sehe es doch auch mal so: man lernt hier Leute kennen und auch schätzen, manche mehr, manche weniger *g*, und auch deshalb kommt man hierher, einfach auch zwischendurch, zum Zeitvertreib....nicht immer hat man Zeit, irgendwo auf einen Kaffee hinzugehen - aber um mal eben hierhin zu klicken, dafür ist zwischendurch immer Zeit!

Vanilla2
23.10.2006, 11:44
Hallo Hanninanni,

über dasselbe habe ich auch schon nachgedacht. Mir fällt nämlich auch auf, dass hier viele sind, die sich offensichtlich schon länger mit dem Thema (notgedrungen) beschäftigen und ich vermute einfach mal, es hilft ihnen, die Dinge zu verarbeiten. Dass sich hier jemand aus purer Nächstenliebe tummelt, wage ich zu bezweifeln ;-).

Mich würde auch interessieren, wieviele Paare es überhaupt schaffen, zusammenzubleiben, nachdem ein Partner fremdgegangen ist ? Viele kämpfen und kämpfen und scheitern letztendlich. Außerdem fällt mir auf, dass eine Ehe eher bestand hat, wenn die Frau betrogen hat. Wenn der Mann der Betrügende war, kommen Frauen damit anscheinend viel weniger klar, als umgekehrt.

Man findet hier Trost, muss sich manchmal aber auch herber Kritik aussetzen...letztendlich sucht jeder wohl Antworten für sich.

LG, Vanilla

Ypnowoman2
23.10.2006, 12:08
Aus purer Nächstenliebe nicht, nenne es eher Helfersyndrom :smirksmile:
Fakt ist, dass nicht jeder der sich seit längerem hier tümmelt mit seinen Problemen nicht abgeschlossen hat. Es kann auch sein dass eben das Gegenteil der Fall ist, und dass er/sie seine Erfahrung einfach weitergeben will, weil es auch andere Wege gibt als nur Trennung und Scheidung. Es ist nur schwierig sie zu finden, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht und von Leuten umgeben ist, die das gleiche Problem haben und den Weg genausowenig finden.
Ich persönlich habe meine Krise schon lange überwunden und ich bin glücklich wenn ich zur Erhaltung/wieder ins Lot bringen einer Familie beitragen kann. Passiert zwar selten, aber es passiert. Und überhaupt als Gegenpol dazustehen, um zu beweisen dass nicht und überall in Beziehungen schlecht aussieht. Was ein Lesen in dieser Comm durchaus suggerieren könnte.

Inaktiver User
23.10.2006, 14:03
Nun Frage ich mich, ob es den anderen auch so geht, daß sie auch nach so langer Zeit immer noch nicht mit dem Thema abschließen konnten, oder sich zumindest wieder ein Leben führen können, in denen die Affäre ihres Partners keine oder keine große Rolle mehr spielt.


... mir geht es so... und vielen anderen bestimmt auch.

Inaktiver User
23.10.2006, 14:55
Als ich hierher gekommen bin, war ich eben mal dabei meine Geschichte und die Seitensprünge von meinem Noma zu verarbeiten. Wir waren längst getrennt aber es ging mir viel durch den Kopf. Hier im Forum habe ich bestätigt gesehen dass ich richtig gehandelt habe als ich mich getrennt habe. Ich fühle mich immer wieder bestätigt und merke dass mich nur noch Themen aufwühlen die Ähnlichkeiten mit meiner Geschichte haben. Das Diskutieren hilft mir bei der Verarbeitung der letzten Reste von meiner Geschichte. Es geht mir aber jetzt ein Jahr nach der Trennung zunehmend besser und je mehr ich hier lese je froher bin ich über mein neues Leben ohne fremdpimpernden Ehemann. :freches grinsen:

Ich lese jetzt außerdem mehr in anderen Unterforen oder schreibe dort. Es gibt hier so viele Stränge zu allen möglichen Themen die interessant sind oder lustig. :krone auf:

Hanninanni
23.10.2006, 16:41
Ich wollte niemanden zu Nahe treten. Natürlich habe ich nicht gemeint, daß die Menschen, die hier im Forum posten, als Schwach oder ähnliches empfinde, im Gegenteil, alle haben ja wie ich Trost und Hilfe gesucht und auch gefunden.

Schuldgefühle oder Ähnliches sollte natürlich auch niemand empfinden, es ist ja klasse, daß man sich hier austauschen kann und kein Blatt vor den Mund nehmen muß. Privat zu Hause muß man das ja leider häufig, auch um wieder einzurenken, was noch einzurenken ist.

Ich mache mir nur manchmal so meine Gedanken.Vielleicht hilft es mir ja manchmal nicht wirklich und ich werde immer wieder durch die Geschichten anderer an mein eigenes Elend erinnert. Will ich vielleicht ein wenig "mitleiden"? Ich weiß, das sind dämliche Überlegungen, die ich manchmal anstrenge, aber ich habe für mich gemerkt, daß, wenn es mir relativ gut geht, das Forum nicht so wichtig für mich ist, wenn es mich aber wieder übermannt, bin ich oft hier. Damit beantwortet sich zwar meine Frage auch irgendwie, zuminest die Frage nach der Hilfe, die ich hier bekommen kann, aber vielleicht ist das ständige Erinnertwerden auch schlecht, um einen Abschluß zu finden?

Gruß Hanninanni

Ypnowoman2
23.10.2006, 21:05
Hanninanni
meine ganz persönliche Erfahrung war: in der Krise habe ich gelesen bis zur Vergasung, habe Fragen gestellt und Antworten bekommen (das alles allerdings in einem anderen, privaten, Forum). Irgendwann konnte ich es nicht mehr ertragen, ich WOLLTE gar nichts mehr über das Thema lesen. Es war bei mir durch und ich brauchte Ruhe. Jetzt kann ich es wieder "von aussen" lesen und es macht mir nichts mehr aus.
Vielleicht geht es dir irgendwann mal ähnlich.

Inaktiver User
27.10.2006, 17:05
Ich sehe es mal so, so lange man noch nicht von ganzem Herzen alles verarbeitet hat, sucht man nach Lösungen, Ratschlägen und Erfahrensberichten von anderen Betroffenen.

Es kann sein, dass man den Betrug damit künstlich hochhält, aber wir sind Menschen, die einen verkraften schneller und die anderen brauchen ewig.

Mein Mann sagte mal, du willst es gar nicht vergessen, vielleicht ist was Wahres dran, aber bei mir haben zu dem Betrug ja auch noch der Tod beider Elternteile mitgespielt. Das vergisst man nicht so hoppla hopp.

Vielleicht ist es eine Verdrängung der Trauer, die ich ja dadurch nie ausleben konnte, bin ja quasi gleichzeitig mit dem Betrug meines Partners konfrontiert worden. Und darauf stürzt man sich dann.

Er ist greifbar, die Eltern nicht mehr.

Es hat mal eine Frau in meinem Thread damals gesagt, dich hätte ich schon längst zum Teufel gejagt (so ähnlich). Aber kann man Menschen nicht verstehen, die mal nicht hoppla popp alles gut werden lassen, weil halt mal nix gut ist.

Kann man den Menschen das nicht nachsehen, weil sie unendlich verletzt wurden.

Ich verstehe auch Prijon mit seiner Opferrolle, aber manchmal fühlt man sich als Opfer auch gut, wenn einem soviel auf einmal passiert ist. Das bringt einen zwar nicht weiter, aber es tut auch gut, wenn man in den Arm genommen wird und vielleicht mal gesagt wird, ach du arme Maus.

Wenn alles gegen einen läuft, braucht man auch Zuspruch und nicht zu wenig.

Aus diesem Grund bin ich schon der Meinung, vergessen tut der Mensch nie, wenn ihm jemand so weh getan hat.

Wenn ich mir heute überlege, obwohl ich meinen Mann abgöttisch liebe, hätte damals ein wenig Abstand in Bezug man nimmt sich mal ne Wohnung vielleicht gut getan, weil erst dann weiß der andere was er verliert, was der andere wert ist.

So ist das ein Fass ohne Boden, es kommt hoch und man wird oder man verletzt.

Ich würde heute alles anders machen, aber damals konnte ich nicht anders. Ich war ein Trauerkloss.

ich würde heute jederzeit unterschreiben, ich willssssssssssssss nicht wissen, falls mal was ist.

das macht alles kaputttttttttttttt! Aber das war sie, er hat nur von Kaffeetrinken erzählt, sie von ner Affäre und am Valentinstag in der Kiste mit ihm, bäh. Aber ihr hab ich nachher mehr geglaubt, sie sagte die Wahrheit, er musste sie zugeben.
Lg Krebs

luzy13
27.10.2006, 19:42
Also..ich muss jetzt auch etwas los werden.............
Leider bin ich mehr als 1 mal betrogen worden...das 1. Mal habe ich es erst erfahren, als die Beziehung schon beendet war.........es tat trotzdem weh, zu wissen, morgens war die dran und abends wohl ich....kotz..
Beim 2.Mal (anderer Typ)..erfuhr ich es durch ein Telefongespräch von der "Anderen"..ob ich wüßte das unser gemeinsamer Freund uns beide hat...in der Woche sie..am Wochenende war ich dran.....wieder Schmerz und alles andere..
Ehrlich gesagt...habe ich den Männern gegenüber ein totales Misstrauen...Lasse es zwar meinem Partner nicht unbedingt spüren...aber es frisst mich auf....Man braucht wohl echt tierisch lange um es zu verarbeiten und zu verkraften.......und da kann der neue Partner noch so treu und lieb sein...tief im Inneren....tobt ein Orkan..den man nur sehr langsam zum Stillstand bringen kann....
Ich jedenfalls leide immer noch...obwohl ich es nicht will...aber betrügen ist mit das Schlimmste..was einen passieren kann...finde ich jedenfalls.

lg luzy13

Hanninanni
28.10.2006, 01:14
Ja, es tut wirklich gut, mal so richtig bemitleidet zu werden, nur das tun die allerwenigsten. Die meisten, vor allem die meisten Frauen, das ist zumindest meine Erfahrung, geben einem noch die Hauptschuld. Obwohl sie gar nicht wissen können, wie die Beziehung wirklich läuft, meinen sie, die Gründe zu kennen. Da hat dann die Frau nach ein paar Kindern einige Kilos mehr, die nicht verschwinden wollen und schon heißt es "kein Wunder, daß der weg ist, die lässt sich ja so gehen". Solche Beispiele gibt es zu Hauf. Ich lebe in einem kleinen Dorf, und hintenrum habe ich auch erfahren, was so Nettes geredet wurde.

Aber es ist wahr, Mitleid bringt einen ja nicht weiter. Nur was hilft wirklich? Wenn ich tagsüber denke, ich hätte es so einigermaßen im Griff, holt es mich Nachts in meinen Träumen ein. Mnachmal träume ich, ich würde ihn rauswerfen, dann bin ich im Traum zwar erleichtert, wenn ich dann aber tagsüber psychologisch da rangehe, sieht alles schon wieder ganz anders aus.

Kontrolle bringt es auch nicht. Habe lange und intensiv kontrolliert und lange nichts gefunden. Dann hat eine Telefongesellschaft angefragt, ob er sein 2. Handy nicht umtauschen wollte gegen ein neues Modell. Wer betrügen will, der betrügt, das ist wohl wahr und wer nicht erwischt werden will, der wird auch nicht erwischt.

Und was jetzt? Ich weiß es noch nicht. Im Moment glaube ich ihm, daß er mir treu ist. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte mehr für eine Affäre, aber wenn ich ehrlich bin, gab es die vorher auch nicht.

Ich kann ihm jetzt schon wieder sagen, daß ich ihn liebhabe, aber daß ich ihn liebe, daß kriege ich nicht mehr raus. Ich weiß auch manchmal nicht, ob ich es jemals wieder zu ihm sagen kann und auch will. Ich will im Moment keine so innige Nähe, obwohl ich mich auf der anderen Seite so danach sehne. Das ist alles ein Widerspruch in sich, das ist mir wohl bewußt, ist aber auch ein Stückchen Selbstschutz.

Es ist ja auch nicht so, daß unsere Ehe jetzt schlecht laufen würde, eher im Gegenteil: wir reden mehr und machen auch viel mehr zusammen, aber ich bin innerlich weiterhin auf Distanz und er merkt das natürlich. Alles ziemlich verfahren also.

Nichts desto Trotz denke ich, das die Zeit schon so einiges richten wird, denn die Erinnerungen auch an den Schmerz werden doch schwächer und ich merke, daß ich in gesundem Maße etwas egoistischer werde, was mich stärker und selbstbewußter macht. Das ist ja auch schon mal was. Und witzigerweise weiß man einen banalen Ehestreit auf einmal zu schätzen, man hat ja gelernt, daß es alles noch viel schlimmer kommen könnte. Viele Dinge, die einem vorher zur Weißglut gebracht haben, sind gar nicht mehr der Rede wert.

Aber jetzt habe ich schon wieder soviel geschrieben, ich bleibe wohl doch für immer im Forum

Hanninanni