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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbstständigkeit aufgeben?



suse3
20.10.2006, 11:40
Hallo,

ich bin als Dozentin im Gesundheitswesen tätig, habe Spaß an meiner Arbeit und einige gut Kunden. Der finanzielle Gewinn ist allerdings eher übersichtlich ;-). Nun habe ich mich als Kundenberaterin in einem biotechnologischen Unternehmen beworben und es sieht so aus, dass ich die Stelle kriege. Es ist eine Vollzeitstelle mit knapp 25.000 € Jahresgehalt. Das Problem ist, es ist eigentlich keine Beratung im herkömmlichen Sinne sondern eher ein telefonischer Verkaufsjob. Ich soll interessierten Leuten die Vorteile der Diesntleistung schmackhaft machen, Fragen beantworten und sie bei der Entscheidung unterstützen. Das ganze auf wissenschaftlichem Niveau, also keine Versicherungen o.ä.

Ich müßte meine Selbständigkeit und damit meine Kunden natürlich aufgeben. Hätte zwar ein gesichertes Einkommen mit allen Vorteilen wie KK, RV usw. aber wäre eben "Befehlsempfänger" und könnte eben nicht mehr meine eigener Chef sein, hätte keinen direkten Kontakt mehr mit Menschen, mehr Arbeit und weniger Zeit für mich und meine Familie.

Jetzt frage ich mich, ob ich alles aufgeben soll für einen Telefonjob?

Andererseits denke ich, angesichts der heutigen Arbeitsmarktsituation wäre es sträflich, einen unbefristeten Vollzeitjob, den man angeboten bekommt, nicht zu nehmen.

Wer hat Erfahrungen mit der Aufgabe der Selbstständigkeit für einen nicht ganz idealen Job?
Danke für eure Tipps und Erfahrungen.

Suse

Inaktiver User
20.10.2006, 11:44
Ich würde sehen, dass du deine selbstständige Tätigkeit irgendwie erstmal nebenbei machst. Mit deiner Selbständigkeit hast du dir ja auch schon was aufgebaut. Denn wenn dir die Arbeit doch überhaupt nicht gefällt oder dein Arbeitgeber gefällt was nicht aus irgendwelchen Gründen, kannst du leichter zurück und hast wenigstens etwas.

erdbeereis
20.10.2006, 11:56
Hallo Suse
Hmmm, schwierige Frage ist das...
Also für einen absoluten Traumjob würde ich meine Selbstständigkeit auch hinschmeissen, aber für einen Telefonjob, Vollzeit und 25.000 €? Das ist dann auch noch brutto nehm ich mal an?

Ist das wirklich so viel mehr Geld, als du es mit deiner Selbstständigkeit erreichst? Sind deine Einkünfte eher rückläufig, dass du in ein Angestelltenverhältnis willst/musst?

Bedenke auch, dass du zunächst eine Probezeit haben wirst in der auch dein neuer Arbeitgeber dich jederzeit wieder rauswerfen kann und dann hast du dafür deine Selbstständigkeit aufgegeben?
Würd ich nie machen. Dann lieber wie Mackie sagte irgendwie nebenher weitermachen, zumindest bis du sicher bist, ob der neue Job was für dich ist.

suse3
20.10.2006, 11:58
Hallo Mackie, danke für deine Antwort. In meinem Fall ist das leider schwierig, weil ich mit einem Vollzeitjob (40 Std.) schlicht keine Zeit habe, andere Lehrverpflichtungen zu erfüllen. Ich habe auch eine ganze Reihe von Ausbildungsklassen, die ich einmal in der Woche vormittags zwei Stunden unterrichte. Dafür würde es sich nicht lohnen, einen Tag unbezahlten Urlaub zu nehmen. Falls ich also die Stelle nehme, wären leider meine Kunden definitiv weg.

Inaktiver User
20.10.2006, 12:01
Sehr riskant. Dann würde ich mir einen Job suchen, mit dem du deine Selbstständigkeit einigermaßen vereinbaren kannst. Praktisch nur als Zubrot.

akademikerin
20.10.2006, 12:01
Klare Antwort: NEIN! Nicht aufgeben. Auch wenn die Gewinne noch übersichtlich sind. Wie lange bist du schon selbständig? Welche Möglichkeiten hast du, den Kundenstamm zu erweitern? Bestünde die Möglichkeit, den angestellten Job nebenbei zu machen? Mit weniger Stunden, aber ausprobierhalber?

Inaktiver User
20.10.2006, 12:08
Hallo, nicht für das Jahresgehalt würde ich sagen. Selbst wenn Du als Freiberuflerin/Selbständige weniger verdienst, würde ich persönlich nur dann in eine Festanstellung zurück wenn es wirklich eine enorme Einkommenssteigerung wäre.
Und ich würde auch wie akademikerin eher überlegen, wie kann ich neue Kunden, evlt. zahlungskräftigere Kunden, gewinnen und das ausbauen.
Also alles was Du über den festen Job schreibst klingt so gar nicht nach Deinem Traumjob. Ok, Du hast dann mehr Sicherheit, aber auch die Sicherheit, daß der Job wahrscheinlich keinen Spaß machen wird.

Inaktiver User
20.10.2006, 12:10
Aber was heute sicher ist, kann morgen schon sehr unsicher sein.

suse3
20.10.2006, 12:59
Hallo, ihr sprecht genau die sensiblen Punkte an, die auch mich zögern lassen, den Job anzunehmen. Eure Antworten helfen mir, die Nachteile deutlicher zu sehen. Nur kann ich mich noch nicht von der Vorstellung lösen, dass ich eine Chance vergebe, wenn ich den Job nicht nehme.

Es ist eine total schwere Entscheidung. Eigentlich wollte ich nach meinem Studium unbedingt einen festen Job mit Büro, Kollegen und allem drum und dran. Ich habe mich beworben und war sehr ernüchtert, als es nicht geklappt hat. Die Selbständigkeit war dann eher ein Notplan.

Jetzt bin ich drei Jahre selbständig und die Arbeit macht mir wirklich Spaß. Nur hatte ich immer den Wunsch nach einem "richtigen Job" mit "richtigem" Gehalt. Ich habe mit der Selbständigkeit ein Jahreseinkommen von knapp 10.000 €. Also wirklich nicht das, was man sich wünscht. Mein Mann ist festangestellt und verdient recht gut. Mein Verdienst ist also nicht lebensnotwendig, deshalb ging es bis jetzt gut mit meinem geringen Einkommen. Aber irgendwie habe ich wegen dieser Sache Minderwertigkeitsgefühle gegenüber allen die "wirklich" arbeiten, also angestellt sind. Ich weiß selbst, dass das Schwachsinn ist, aber es belastet mich schon, mit einem sehr guten Hochschulabschluß keine Festanstellung gefunden zu haben.

Jetzt habe ich die Chance, und zögere. Ist das nicht dämlich?

akademikerin
20.10.2006, 13:05
Hast du schon VERSUCHT, deine Einnahmen zu steigern? Wirklich und intensiv Akquise betrieben? Alles unternommen, um selber von deiner Selbständigkeit leben zu können? Wenn ja, dann bist du entweder mit zuwenig Kontakten ausgestattet oder du hast die falsche Branche. Eine Selbstädnigkeit, ob lebensnotwenidg oder nicht, soll ein eigenfinanziertes Leben ermöglichen.

Mach eine Liste der Vor- und Nachteile.Und deine Selbständigkeit ermöglicht dir nicht einmal eine vernünftige Altersvorsorge. Unter diesem Aspekt: gib sie auf.

Wassertropfen
20.10.2006, 16:23
10.000 Euro sind nicht sehr viel, aber auch nicht wenig. Wenn Du finanziell nicht darauf angewiesen bist, würde ich den Job nicht annehmen. Für mich klang Deine Beschreibung von Deiner Selbständigkeit, dass da Spaß und Freude dabei ist.
Bei der Festanstellung habe ich nur rein sachliche Gründe gehört. Diese sind langfristig aber bestimmt nicht befriedigend.

Ich würde mir auch einmal den Stundenlohn ausrechnen, den Du mit der Selbständigkeit hast und mit der Festanstellung. Dann würde ich auch ein bisschen mehr meine Selbständigkeit beleuchten (habe ich wirklich alles getan um an mehr Kunden zu kommen). Und dann würde ich ggf. einen Job auf 400 Euro Basis nehmen (des Geldes wegen) oder einen Teilzeitjob.
Eine Festanstellung nur dann, wenn es wirklich ein attraktiver Job ist. Hierbei meine ich nicht nur das monetäre, sondern auch die Inhalte. Denn letztendlich ist es auch ein Teil Deines Lebenslaufes, den Du evtl. kaputt machst.

Hör mehr auf Dein Herz und was Du wirklich inhaltlich möchtest.

Alles Gute
Wassertropfen

Inaktiver User
20.10.2006, 17:37
Eine Festanstellung, wie Du sie beschrieben hast, ist doch nicht attraktiv.
Suche lieber weiter, oder bau Deine Basis aus. Überlege Dir, ob Du deine Fähigkeiten und Kenntnisse nicht auch noch weiter nutzen könntest. Könntest Du Unternehmen direkt beraten. Oder Institutionen oder öffentliche Einrichtungen.
Angesichts Deiner aktuell wenigen Arbeitsstunden, könntest Du doch noch ein paar Stunden Aquise betreiben, oder nicht?
Und dann könnte das doch was werden.

Anastasia1960
20.10.2006, 18:18
Wirst du in einem Callcenter arbeiten? Ich habe dort auch einmal gearbeitet und Versicherte von gesetzlichen Krankenkassen über die Gesundheitsprogramme aufgeklärt.
Wenn du wirklich Spaß daran hast mit Menschen PERSÖNLICH umzugehen, dann nehme diesen Job NICHT an.
Ich finde du solltest lieber an deinem Selbsbewustseun arbeiten bezüglich deiner Selbständigkeit. Das ist doch toll was du machst un 10000 Euro finde ich auch nicht sooooo wenig. Arbeitest du denn wirklich 40 Stunden die Woche???
Oder kannst du dir die Zeit so einteilen, dass du noch Zeit für andere Beschäftigungen hast?
Nur wegen den anderen Leuten eine Festanstellung annehmen? Niemals... Ich würde es nicht tun.

Inaktiver User
21.10.2006, 09:48
Eine Selbständigkeit braucht erfahrungsgemäß 3-5 Jahre bis sie sich wirklich trägt, d.h. ich würde an Deiner Stelle nochmal genau alles auflisten, was Du an Einnahmen und Ausgaben hast und würde überlegen, ob vielleicht an den Stundensätzen was nicht stimmt. Bzw. dann geht es eben wirklich darum nochmal ganz konkret Akquise zu betreiben. (Wie ich schon sagte: dann müssen zahlungskräftigere Kunden her.)
Aber da Du auf das Geld momentan nicht in erster Linie angewiesen bist würde ich es nochmal versuchen.

Andere Leute sollten Dich nicht dazu bewegen einen festen Job anzunehmen, nur damit Du Dich vollwertig fühlst. Wenn Du das Gefühl hast voll zu arbeiten dann laß Dich nicht verrückt machen. Und wenn Dein Mann Dich unterstützt in dem was Du machst, dann ist doch alles wunderbar. Trotzdem solltet Ihr nicht DEINE Altersvorsorge vergessen!!!!

Berkel43
21.10.2006, 13:37
Hallo, ich hab das gleiche Problem wie du.
Ich bin auch selbständig.
Da die Auftragslage im Moment nicht so gut ist, hab ich überlegt mir ne Festanstellung zu suchen.
Nun wußte ich nicht genau ob mir die angebotene Stelle Spaß macht und ob ich das kann oder will.
Weißt du was ich gemacht habe?
Ich hab vorige Woche die Stelle angenommen und meine Kundschaft aus der Selbständigkeit vertröstet.
Ich hab ihnen gesagt das ich ein paar Tage Urlaub mache.
Und ich bin heil froh das ich das gemacht habe.
Nach nur 4 tagen habe ich die Festanstellung hingeschmissen.
Lieber weniger Geld aber etwas das mir Spaß macht und heute hab ich sogar durch Zufall einen neuen Kunden gewonnen.
Vielleicht kannst du das auch so machen,nimm die Stelle unter vorbehalt an.
Während der Probezeit kann du da problemlos raus.
Du wist sehen Call- Center ist nicht das gelbe vom Ei.
So läst du dir Beide Chancen offen.
Ich weiß ist dem Arbeitgeber gegenüber nicht fair, aber mit Skrupeln kommt man leider in der Gesellschaft arbeitsmäßig nicht weiter.
Viel Glück!

Inaktiver User
21.10.2006, 13:39
Wenn das immer alles so einfach wäre, mal eben einen Job annehmen und den dann schnell wieder kündigen....

Berkel43
21.10.2006, 17:18
Bei mir war es einfach, was hatte ich zu verlieren?
Hab gesagt ich komme ab morgen nicht mehr und das war es!

Lakritze
21.10.2006, 19:48
Wenn das immer alles so einfach wäre, mal eben einen Job annehmen und den dann schnell wieder kündigen....
Aber dafür ist doch die Probezeit da - daß man auch kurzfristig wieder sagen kann, der Job ist nichts für mich. :wie?:

Inaktiver User
21.10.2006, 21:02
Ich meinte eher, wenn es immer so einfach wäre, einen Job zu finden, wenn man ihn gerade braucht. Kündigen stelle ich mir hingegen sehr einfach vor.

Inaktiver User
22.10.2006, 17:25
Ich habe es gemacht: aus der Selbstständigkeit in die Festanstellung - und ich habe es nciht bereut. Gut, Stress habe ich mehr als genug gehabt.

Ich habe von einem meiner Kunden eine Festanstelklung angeboten bekommen, projektbezogene Befristung. Somit hatte ich monatlich zwar brutto weniger, netto aber mehr Geld als vorher. Direkt nach Ablauf des Projektes meldete sich ein anderer Kunde und bot mir einen Jahresvertrag an. Den habe ich dann auch angenommen. Gut, ich wurde dort gemobbt, aber das wäre auch passiert, wenn ich auf Honorarbasis dort gewesen wäre.

Jetzt arbeite ich wieder in einer Festastellung und ich habe diesen Schritt nicht bereut. Was bringt mir die Selbstständigkeit, wenn die Einkünfte unsicher sind? Urlaub und Krankheit werden nicht bezahlt, laufende Abgaben müssen immer gezahlt werden, auch im Urlaub und bei Krankheit. Meiner Krankenkasse war es ziemlich Schnuppe, ob ich mal Urlaub hatte oder gerade keine Aufträge - die Monatsbeiträge waren immer gleich hoch.

Der große Vorteil bei Selbstständigkeit liegt allerdings darin, dass ich einen Auftrag, den ich nciht wollte, ablehnen konnte. In der Festanstellung musste ich alle und jeden unterrichten.

Inaktiver User
22.10.2006, 17:29
Aber Festanstellungen sind ja nun auch nicht immer sicher, im Gegenteil.
Eine Bekannte hatte Probleme, einen Job zu bekommen oder wurde immer gekündigt. Seit dem sie sich selbständig gemacht hat, geht es ihr viel besser.

Inaktiver User
22.10.2006, 17:30
Aber Festanstellungen sind ja nun auch nicht immer sicher, im Gegenteil.
Eine Bekannte hatte Probleme, einen Job zu bekommen oder wurde immer gekündigt. Seit dem sie sich selbständig gemacht hat, geht es ihr viel besser.
Bei mir war die Selbstständigkeit auch, weil ich keine Festanstellung gefunden habe. Alledings habe ich nur Ärger mit dem Finanzamt, deshalb möchte ich eigentlich keine Selbstständigkeit mehr.

Inaktiver User
22.10.2006, 18:10
Das Finanzamt ist in der Tat so eine Sache. Aber sie scheint damit gut zurecht zu kommen.

hermeshuntress
22.10.2006, 21:35
Ich kämpfe auch mit meiner Selbständigkeit und grolle darüber, dass es mir trotz bester Uni-Abschlüsse nicht vergönnt war, eine adäquate Festanstellung zu finden. Schliesslich dachte ich mir, dass eine Gewerbeanmeldung immer noch besser fürs Ego ist - und sich im Lebenslauf unter Umständen durchaus gefälliger liest - als eine "Praktikumskarriere" nach dem Studium, die einen womöglich jahrelang auf Billigjobs abonniert, die auch keinen Spass machen.

Allerdings bin ich heute auch wieder so weit, dass ich aufgrund der allgemein sehr schlechten Nachfragesituation und der hohen Kosten in der Selbständigkeit auch eine Festanstellung annehmen würde, um meine Finanzlage zu stabilisieren und die Zukunft etwas planbarer zu machen. Meine Motivation ist jedoch eine hauptsächlich finanzielle. Ich muss nicht Angestellte sein, um mich erfolgreich zu fühlen, aber ich möchte eine gewisse Summe verdienen, das ist der ausschlaggebende Punkt. Wenn ich Dein Eröffnungspost lese, erscheint es mir aber so, als ob Deine Motivation eher eine emotionale ist. Gerade ich kann ein Lied davon singen, wie es ist, wenn Eltern und Bekanntenkreis einen nur mit Festanstellung als vollwertigen Menschen betrachten. Dieses verzerrte Welt- und Menschenbild hat mich viele Tränen, viel Verzweiflung gekostet, und was hat es in meinem Leben bewirkt? Es hat alles nur schlimmer gemacht und mich zu Kompromissen verleitet, die ruinös waren.

Daher gilt für mich heute: ich bin zwar ärgerlich über die Situation, aber ich nehme nur einen Auftrag oder eine Anstellung an, die sich gut anfühlt, die ich woill, nicht irgendetwas, um anderen etwas beweisen zu müssen - die sollen erst einmal bei sich selbst anfangen. Versuch´s vielleicht mal aus dieser Perspektive zu sehen...

Bibigrrl
23.10.2006, 09:25
Ich war auch in der Situation - und dann fiel mir eine Anstellung vor die Füße. Zwar befristet (Projekt), aber das hat (auf dieser Ebene) gut gepasst und ich habe mich weiterentwickelt und finanziell wieder halbwegs saniert. Aber mir machte meine damalige Selbständigkeit auch keinen Spaß (mehr), es gab damals kaum Entwicklungsmöglichkeiten (ohne Kapital & langen Atem).

Was mir entscheidend scheint: Du bist wohl eher freiberuflich unterwegs. Vielleicht könntest Du Dir überlegen, tatsächlich eine Firma zu werden? oder im Verbund mit anderen (Bürogemeinschaft) zu arbeiten, um größere Projekte in Angriff zu nehmen? ich bin jetzt wieder Unternehmerin geworden, diesmal zu zweit, und wesentlich *größer* gedacht (mal sehen ... :cool: ). Das habe zumindest ich aus meiner ersten Erfahrung gelernt.

Alles Gute!
B.

PS: einmal selbständig und *Lunte gerochen* ... :freches grinsen:

suse3
23.10.2006, 11:14
Hallo zusammen,

ich habe mich immer noch nicht entschieden, mich mit mehreren Bekannten und Freuden darüber unterhalten, höre eigentlich überall Skepsis und Warnungen. Ähnlich wie hier ;-). Wie ihr richtig festgestellt habt, wäre ich mit dem Herzen wohl nicht dabei. Und zwar allein deswegen, weil ich keinen direkten Umgang mit Menschen haben würde.
Die Idee, meine Kunden eine Zeitlang zu vertrösten, finde ich sehr gut. Ich würde den Job annehmen und sehen, was da tatsächlich auf mich zukommt und wie es mir damit geht. Falls es wirklich hauptsächlich unangenehm ist, habe ich noch nicht alles aufgegeben.

Danke Citronella für deinen positiven Bericht, genau die Sachen, die du ansprichst, bewegen auch mich. Eine Festanstellung ist eben wirklich auch unter anderen Gesichtspunkten zu sehen, als eine unsichere Selbständigkeit.

Hat jemand seine Selbständigkeit aufgegeben und war danach total unglücklich?

Liebe Grüße, Suse

suse3
23.10.2006, 11:17
Was mir noch einfällt, bei Bibigirrls "Lunte gerochen":

eine meiner Freundinnen, hat auch gesagt: wer einmal selbständig war, ist für jedes Angestelltenverhältnis "versaut", in dem er (unsinnige) Weisungen beachten muß und nach der Pfeife anderer Leute zu tanzen hat.

Wir haben herzlich gelacht.

Inaktiver User
23.10.2006, 16:27
Was mir noch einfällt, bei Bibigirrls "Lunte gerochen":

eine meiner Freundinnen, hat auch gesagt: wer einmal selbständig war, ist für jedes Angestelltenverhältnis "versaut", in dem er (unsinnige) Weisungen beachten muß und nach der Pfeife anderer Leute zu tanzen hat.

Wir haben herzlich gelacht.


stimmt aber :-))

Reffre
24.10.2006, 11:09
Ganz klar, ich würde den Job nehmen. Er bietet auf jeden Fall einen Einstieg. Du kannst 1-2 Jahre in dem Unternehmen bleiben und dich dann mit dieser Referenz weiterbewerben.
Das Jahresgehalt halte ich für angemessen, da du Anfängerin bist. Beim nächsten Job fällt es bestimmt höher aus.

In gewisser Weise mag dir der Job nicht ideal vorkommen, aber man muss berücksichtigen, dass es dein erster Job ist. Jeder fängt klein an.

Die Selbständigkeit würde ich nur beibehalten, wenn sie genug abwirft. Ich nehme aber an, dass du den Markt schon einschätzen kannst. Dein neuer Job wird dir so oder so, Erfahrungen bringen und dir mit Sicherheit auch den Blick auf neue Tätigkeitsfelder öffnen.

Telefon
29.10.2006, 11:55
.., dass ich eine Chance vergebe, wenn ich den Job nicht nehme.

Jetzt bin ich drei Jahre selbständig und die Arbeit macht mir wirklich Spaß.
Aber irgendwie habe ich wegen dieser Sache Minderwertigkeitsgefühle gegenüber allen die "wirklich" arbeiten, also angestellt sind.



HALLO SUSE! WARUM VERSUCHST DU ES NICHT MAL FÜR 1 - 2 Wochen in dem neuen Job? Dann siehst du ja, ob er dir Spass macht und ob Du dein ganzes Leben lang so weiter machen willst. Außerdem rennen Dir nach einer 2-wöchigen kleinen Pause bestimmt keine Kunden weg.

Inaktiver User
29.10.2006, 18:22
Aber irgendwie habe ich wegen dieser Sache Minderwertigkeitsgefühle gegenüber allen die "wirklich" arbeiten, also angestellt sind. Und die wiederum beneiden dich eventuell um deine Selbständigkeit, weil die mit ihrer Arbeit nicht zufrieden sind.

suse3
30.10.2006, 14:46
Hallo,

ich habe mich gegen den Job entschieden. Nach langer und eingehender Beratung mit Familie und Freunden habe ich mich dagegen entschieden, weil ich erstens ein Mensch bin, der den direkten Kontakt mit anderen braucht, weil ich an meiner jetzigen Arbeit Spaß habe und als ganze Person gefordert bin, weil ich es wichtig finde, Zeit mit meinen (noch relativ kleinen) Kinder und mit meinem Mann zu verbringen und weil es dann letztlich auch nicht eben üppiges Salär gegeben hätte. Abgesehen von diesen Gründen habe ich praktisch niemanden gefunden, der mir spontan zu diesem Job geraten hat.

Nun hoffe ich, dass diese Entscheidung richtig war. Ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, neben meiner Selbständigkeit meine Doktorarbeit in Angriff zu nehmen. Und dann peile ich den Traumjob mit einem Doktortitel an. ;-)

Vielen Dank für eure Unterstützung!
Liebe Grüße, Suse

Bibigrrl
30.10.2006, 14:56
Liebe Suse,
gratuliere zur getroffenen Entscheidung!
ich glaube, in Bezug auf den Job hast Du Dich richtig entschieden, rein gefühlsmäßig auf die Distanz betrachtet :smirksmile:

Allerdings möchte ich Dir gerne den Rat geben: druck Dir diesen Thread aus und häng' die Seiten in Deine Mappe mit "Zukunftsvorstellungen und -wünschen". Ich glaube, es waren sehr wertvolle Anregungen hier für Dich dabei, falls wieder einmal eine Phase der Neuorientierung ansteht.
Ich meine darüber hinaus, dass Du Dir überlegen könntest, wie Du Dein Geschäftsfeld erweiterst, um zum Beispiel mehr Stabilität auf der Einnahmenseite zu bekommen. Think big(ger)! Trotz oder gerade wegen der von Dir angeführten Argumente gegen den Job!

alles Gute!


PS: Doktortitel für den Traumjob kann allerdings leicht zum Eigentor werden ... :unterwerf:

suse3
31.10.2006, 13:15
Hallo Bibigrrl,

danke für die Blumen ;-)

Ich denke, es war die richtige Entscheidung.
Wie meinst du das mit dem Eigentor?

Bibigrrl
31.10.2006, 14:23
hallo Suse,

naja, kommt auf den Bereich an, logischerweise, aber für manche Traumjobs zählt eher die Berufserfahrung als der Doktortitel - so meinte ich das.

Inaktiver User
31.10.2006, 17:56
Hallo Suse,
ich glaube, das ist die richtige Entscheidung!! Ich wünsch Dir weiterhin viel Erfolg für Deine Selbständigkeit und denke es macht für Dich bestimmt Sinn, bei Gelegenheit nochmal über neue Strategien nachzudenken, was Neukunden usw. angeht.

aussenseiter
31.10.2006, 19:09
Ich hätte auch so entschieden. War vor kurzem in derselben Situation. Die Vorteile einer abhängigen Beschäftigung sind schon verlockend, aber im Endeffekt nicht genug. Ich vertrage mich nur mit wenigen Menschen und schon gar nicht mit Vorgesetzten und Kollegen, dazu fehlt mir der Respekt und jeglicher Sinn für Autorität und Teamarbeit. Jetzt verdiene ich zwar deutlich weniger und alles ist irgendwie unregelmäßig und etwas chaotisch, aber dafür kann ich tun und lassen, was ich will :) Und wenn ich keinen Bock mehr habe, dann mach ich einfach ein halbes Jahr Urlaub :D