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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welcher Sittich passt?



lucilla
18.10.2006, 19:22
Hallo!

Möchte mir gerne wieder einen Vogel ins Haus holen.
Hatte bis jetzt schon viele Jahre Wellensittich und Nympfensittich. Die beiden letzten sind vor drei Jahren gestorben, danach wollte ich keinen mehr. So langsam ist aber die Trauer überwunden und ich sehne mich wieder nach einem kleinen Piepmatz. Ein Nympfi soll es aber nicht mehr sein, dass würde mich zu sehr an meinen Liebling erinnern und vielleicht würde ich Vergleiche ziehen und das wär ungerecht.
Wohne in einer nicht allzu großen Mietswohnung, Vogel sollte also nicht unbedingt ein Schreihals sein. Auch so viel knabbern wär nicht gut, da er die meiste Zeit frei im Zimmer :fg engel: sein soll. Später soll dann noch ein zweiter dazukommen, damit es keine Einsamkeit gibt, wenn ich nicht da bin.

Es gibt so viele Sitticharten, hat da jemand Erfahrung?

Gruß

Lucilla

Inaktiver User
19.10.2006, 19:56
Hi, hat dir ja noch keiner geantwortet....

Sag mal, fühlst du dich gut bei der Vogelhaltung ? (Soll nicht angreifend gemeint sein)

Ich habe immer ein beklemmendes Gefühl, wenn ich meine 2 Graupapageien im Käfig (2 X 2 X 2 m Voliere) sehe..... Ich versuche, soweit möglich, optimale Bedingungen zu schaffen... Und trotzdem... Kann man die in einem Wohnzimmer bieten ?

Die Vögel habe ich als Notfälle (keiner wollte sie) aufgenommen....

Aber so ein Vogel, der gehört doch in die Freiheit..... Ich bin oft traurig und würde am liebsten nach Afrika fliegen und die Vögel frei lassen.... wenns so einfach wäre.....

Katzen und Hunde, die passen zum Menschen..... Aber ein Vogel, nein....

Soviel mal dazu........

Damit deine Frage nicht unbeantwortet bleibt und du vielleicht dennoch einen Vogel haben möchtest kann ich nur zur Zimmervolierenhaltung mit Wellensittichen raten.....

Damit meine ich nicht 2 sondern schon einen Schwarm...... So eine Voliere, wie bei mir, kann man schön gestalten und sie sieht auch nett aus im Wohnzimmer...... Und zu mehreren wird es nie langweilig......

Warum soll es eine ausgefallene Sittichart sein ?

Grüße Peppi

Uschi35
21.10.2006, 00:36
Hallo,

ich muss Peppi Recht geben - ich finde die Haltung solcher Tiere im Käfig (oder auch frei im Zimmer) nicht optimal.
Wellensittiche hatte ich schon (in einer Voliere), aber das Gefühl war... naja.... :niedergeschmettert:
Dann habe ich denselben Fehler mit Kaninchen gemacht. Die haben zwar ein ganzes Zimmer für sich (und bekommen im nächsten Frühjahr ein möglichst grosses Freigehege im Garten), aber wenn ich die manchmal so rumrasen sehe, denke ich immer: Das grösste Gehege ist noch zu klein! Es sind eben richtige Flitzer!
Gegenüber jagen die Wildkaninchen in einem Affenzahn quer übers Feld..............

Ich kann mir ja auch keinen Husky halten und den dann 30 Minuten täglich an der Leine Gassi führen und das war's dann.

Ich glaube den "Kompromiss" in der Tierhaltung jetzt mit unserem Kater gefunden zu haben. Der hat eine Katzenklappe und kommt und geht, wann er will. Er macht zudem einen recht glücklichen Eindruck.

Du hast das Knabbern angesprochen. Neigen denn nicht alle Sittiche (=Papageienschnabel) verstärkt zum Knabbern?

Ich würde Dir so gerne was raten, weiß aber im Moment nicht wirklich, was.
Vielleicht ein paar extra kleine Vögel in einer extra grossen Voliere?
Oder ganz andere Tiere? Kommen denn nur Vögel in Frage? Oder kannst Du diesen Plan vielleicht noch etwas verschieben - z.b. wenn Du mal eine grössere Wohnung hast? (Du schreibst, Deine jetzige Wohnung sei sehr klein).

LG
Uschi

Tortoise
21.10.2006, 11:15
Hallo,


Aber so ein Vogel, der gehört doch in die Freiheit.....


ich finde die Haltung solcher Tiere im Käfig (oder auch frei im Zimmer) nicht optimal

Ich denke, daß ist wieder ein Punkt über den sich vortrefflich diskutieren läßt... Mit welcher Berechtigung haltet Ihr dann überhaupt Tiere? Wie lucilla anschließend schon erwähnte, dann ist auch jedes Gehege für Meerschweinchen, Kaninchen, Degus, Schildkröten, Fische... völlig unausreichend. Schließlich entspricht es niemals dem, was ein Tier in freier Wildbahn vorfindet, vornehmlich die Freiheit.

Ich selber habe zwei Wellensittiche, die sich den Tag über in unserem Wohnzimmer vergnügen, mit vielen Ästen in den Ecken zum Klettern und Knabbern. Bei einer Mietswohnung würde ich sagen, daß die größeren Sittiche wahrscheinlich zu laut sind. Wie sieht es mit dem Mietvertrag aus? Ich glaube, Wellensittiche darf man in jedem Fall halten (bis zu acht???), wie es sich mit den anderen verhält, weiß ich nicht.

Grüße, Tortoise

putzmuffel
22.10.2006, 21:52
Also, ich habe 5 Wellensittiche zur Zeit und ich glaube die fühlen sich wohl

http://i14.tinypic.com/2yoso0i.jpg

Welli24
23.10.2006, 12:38
Hallo,
meinen 5 Wellis geht es im Wohnzimmer auch gut!
Sie genießen den ganzen Tag Freiflug und wirken
keine Sekunde gelangweilt.

Inaktiver User
23.10.2006, 16:18
Hallo,





Ich denke, daß ist wieder ein Punkt über den sich vortrefflich diskutieren läßt... Mit welcher Berechtigung haltet Ihr dann überhaupt Tiere? Wie lucilla anschließend schon erwähnte, dann ist auch jedes Gehege für Meerschweinchen, Kaninchen, Degus, Schildkröten, Fische... völlig unausreichend. Schließlich entspricht es niemals dem, was ein Tier in freier Wildbahn vorfindet, vornehmlich die Freiheit.

Ich selber habe zwei Wellensittiche, die sich den Tag über in unserem Wohnzimmer vergnügen, mit vielen Ästen in den Ecken zum Klettern und Knabbern. Bei einer Mietswohnung würde ich sagen, daß die größeren Sittiche wahrscheinlich zu laut sind. Wie sieht es mit dem Mietvertrag aus? Ich glaube, Wellensittiche darf man in jedem Fall halten (bis zu acht???), wie es sich mit den anderen verhält, weiß ich nicht.

Grüße, Tortoise


Äh, ich glaub ich habe den Schuss nicht gehört......

Ich habe zwei Hunde...... dabei fühle ich mich sehr gut und ich glaube die Hunde auch.....

Ich habe zwei Graupapageien (DIE ICH ALS NOTFALL AUFGENOMMEN HABE)....... DESWEGEN HABE ICH SIE......

Vielleicht mal alles lesen, bevor du die Messer wetzt.....

Mir tun die Vögel jeden Tag leid... wenn ich könnte, würde ich ihnen sofort die Freiheit schenken......

Und ich bin nunmal der Meinung, dass ein Vogel nichts im Käfig zu suchen hat........

Da gibt es für mich nichts zu diskutieren.....

Das ist meine Meinung....

Grüße Peppi

PS:

Ich halte auch keine Degos, Meerschweinchen, Kaninchen und Co. genau aus diesen Gründen......

Tortoise
23.10.2006, 17:18
Hallo,


Äh, ich glaub ich habe den Schuss nicht gehört......

Wohl nicht... und Du brauchst mich auch nicht anzuschreien. Ich habe mich vornehmlich auf Deinen Allgemeinplatz "Fühlst Du Dich gut bei der Vogelhaltung?" bezogen. Ich gehe also zukünftig davon aus, daß Du diese Frage jedem Tierhalter stellst. Meiner Meinung nach versucht jeder Halter seinem Tier nach bestem Wissen und Gewissen möglichst ideale Haltungsbedingungen zu schaffen, unrühmliche Ausnahmen mal ausgeschlossen. Soviel dazu... Und jemand, der Vögel faszinierend findet, wird ihnen sicher eine gute Unterbringung garantieren, was sicher unwahrscheinlicher ist, wenn dieser eine andere Tierart hält, die ihn weniger bis gar nicht interessiert.

Grüße, Tortoise

Inaktiver User
23.10.2006, 18:59
Wer schreit denn hier ?

Ich wollte nur sichergehen, dass du wichtige Sätze nicht übersiehst und gleichzeitig nochmal deine Frage beantworten, was ich eigentlich bereits im ersten Absatz getan habe.

Das jeder Halter für sein Tier nur das beste will, finde ich völlig normal ,genau wie du, richtig......

Und wie ich schon sagte, selbst die besten räumlichen Bedingungen können einem Vogel nicht das bieten, was er braucht.... Freiheit !!

Wo ist denn jetzt das Problem ?

Meine Vögel sind vollwertige Familienmitglieder, ich könnte behaupten, dass ich ihre kleine Vogelwelt recht perfekt organisiert habe und sie sich wunderbar in unser menschliches Leben eingefügt haben......Nachts sind sie in ihrer Voliere, über Tag ist "Freiflug" angesagt....

Beide Vögel plaudern munter vor sich hin hängen wie die Kletten an mir, sitzen mit am Frühstückstisch, gehen mit duschen, turnen an ihren Ästen rum.....

Aber manchmal, wenn draussen ein anderer Vogel vorbeifliegt und mein Leo das sieht, gucke ich in die glänzenden Augen meines Papageis und sehe, dass er träumt.......

Von einem Leben ohne Gitter.......


Ich wollte auch keine andere Tierartz "aufschwatzen", das liegt mir sehr fern und macht sicherlich keinen Sinn.

Aber das zu hinterfragen, was man so tut, ist doch okay, oder nicht ?

Grüße Peppi

Uschi35
23.10.2006, 22:07
Hallo Peppi,

hm... Grossbuchstaben in Postings und e-mails deute ich auch immer als Schreien. Vielleicht lieber Fettdruck nächstesmal? :smirksmile:

@all:
Ich stimme zu, daß Leute, die sich für gewisse Tiere interessieren, diesen auch nach bestem Wissen und Gewissen ein möglichst schönes Heim bieten.
Aber Kaninchenzüchter z.B. behaupten auch, Kaninchen zu lieben. Und ich glaube nicht, daß auch nur ein Züchter (naja, vielleicht ein paar) ein riesiges Gehege für die Fellnasen im Garten hat....?

Und dann ist da eben die Unwissenheit. In der einschlägigen "Fachliteratur" liest man über Kaninchen, ein Käfig von 1x1 meter sei ausreichend, man kann sie mit Meerschweinchen zusammen halten, sie brauchen UNbedingt Trockenfutter, Vitamintropfen im Wasser....blablabla.
Und der gutmeinende Tierfreund (mich eingeschlossen) glaubt das eben! Leider!

Darum möchte ich keinem die Haltung von irgendeinem Tier, das in interessiert, "verbieten". Aber ich finde es gut, hin und wieder Denkanstösse zu geben (so wie Peppi). Daß man Tiere liebt, heisst ja nicht immer gleich, daß man sie auch einsperren (bwz. halten) muss. Manchmal bedeutet Liebe auch Verzicht.
Ich gehe auch nicht in einen Zoo, obwohl ich es da sicher interessant finden würde. Aber ich möchte die Produktion lethargischer Löwen und geistesgestörter Elefanten nicht noch unterstützen. Aber das ist wohl wieder ein neues Diskussionsthema.

LG
Uschi

lucilla
23.10.2006, 23:00
@all:

Danke für Eure Meinungen, ich denke im großen und ganzen sind wir alle einer Meinung: Es ist so, Tiere gehören nun mal in die Natur, in die Freiheit. Und auch wenn man noch so gute Verhältnisse schafft: es ist eben letzendlich unnatürlich. Tiere sind nun mal keine netten Gegenstände, die man mal benutzt und dann in die Ecke stellt und man sollte sie genausowenig "vermenschlichen".

Besonders das was Peppi sagt, hat mich doch sehr traurig gestimmt:

Aber manchmal, wenn draussen ein anderer Vogel vorbeifliegt und mein Leo das sieht, gucke ich in die glänzenden Augen meines Papageis und sehe, dass er träumt.......

Ich habe das gleiche auch bei meinen Vögeln erlebt und es hat mir unendlich weh getan. Ich weiß nicht, ob wir Menschen uns das nur einbilden oder ob Tiere überhaupt so fühlen. Ich kann es mir aber gut vorstellen.
Manchmal, wenn ich in eine Zoohandlung komme und die vielen Vögel in den viel zu engen Käfigen sehe denke ich mir, wenn niemand auf der Welt dort ein Tier kaufen würde, dann würde es diese Läden auch nicht geben. Ich habe meine immer von privat gekauft, aber wahrscheinlich ist das auch nicht viel besser.

Es ist also eine traurige Sache mit den Haustieren?

Einen Aspekt würde ich Euch aber gerne noch nennen und wissen, was ihr dazu meint.
Was ist mit den Tieren, die zur menschlichen Ernährung "gehalten" werden. Die unter unwürdigen Bedingungen vor sich hin vegetieren und deren einziger Lebenssinn es ist für uns zu sterben? Die teilweise (z.B. Hühner, Truthähne, Rinder, Schweine,...) niemals Sonnenlicht sehen oder sich in ihrem Käfig nicht einmal umdrehen können? Und sein wir mal ehrlich: Niemand von uns möchte mehr auf Fleisch verzichten und billig muß es sein. Obwohl (fast) jeder weiß, wie furchtbar diese Tiere leben müssen wird dies hingenommen. Man schaut doch weg, oder will es nicht wahrhaben. Aber es sind doch auch Lebewesen mit Recht auf "artgerechte" Haltung.
Wir reden also über unsere Vögel, Hunde und Katzen, die dagegen einen Leben führen, das wenigstens annähernd lebenswert ist, oder? Und es sind nur ein paar Hunderttausende, wogegen sich die Zahl der gequälten Massenzuchttiere auf Millionen beläuft.

Vielleicht sollten wir mehr an diese Tiere denken und an unser eigenes Konsumverhalten als daran, ob unser Liebling zuhause genug Stangen zum Klettern hat oder nicht.

Uschi35
24.10.2006, 08:31
@all:

Vielleicht sollten wir mehr an diese Tiere denken und an unser eigenes Konsumverhalten als daran, ob unser Liebling zuhause genug Stangen zum Klettern hat oder nicht.

Guten Morgen lucilla:

Beides!

Auf die eigenen Tierchen achten (ich bin wie gesagt dagegen, Tierhaltung ganz einzustellen. Man denke nur an die vielen einsamen Leute, die nur noch ihr Tier haben. Da finde ich es auch nicht weiter dramatisch, wenn dieses mitunter etwas vermenschlicht wird) UND darauf, wo und welches Fleisch man kauft.
Früher aß ich gern diese Hähnchen "vom Wagen". Weil ich aber nicht weiß, wo die herkommen, es mir aber lebhaft vorstellen kann :niedergeschmettert: , kriege ich heute nicht eins mehr davon runter.
Lieber verzichte ich öfter mal und kaufe dafür hin und wieder im Bioladen.
Schliesslich kann ich auch "Premium-Katzenfutter", Streu, Impfungen etc. für mein Haustier bezahlen - warum sollte ich also auf der anderen Seite Fleisch im Discounter kaufen?

LG
Uschi

Inaktiver User
25.10.2006, 11:52
Morgen,

Ich werde denn das nächste Mal die Fettschrift betätigen, statt den Großbuchstaben :freches grinsen:

Mir tut das einfach nur so leid für meine Vögel.

Meine zwei Papageien werden bei mir die Rente durchkriegen, dass ist keine Frage......

Ein Papagei hat den IQ eines 4 jährigen Kindes und auch die anderen Sittiche wie Wellis oder die Nymphen sind mit Sicherheit sehr intelligente Tiere.

Im Grunde kämpfe ich auch ein bischen gegen Handaufzuchten und das Einfangen von Papageien (Wildfänge) im Ausland.....

Das hiesige Tierheim hat eine Großvoliere mit Papageien, die keiner mehr will. Jeder dieser Vögel hat ein schlimmes Schicksal hinter sich, vielen fehlt ein Auge, oder ein Bein, die meisten sind kahl gerrupft.

Wenn einer in Not ist, würde ich ihm trotzdem wieder ein Plätzchen in meiner Voliere bieten......

Ein Neuvogel aus privater Zucht oder noch schlimmer dem Geschäft käme für mich nie mehr in Frage.....

Als ich 4 Jahre alt war habe ich von meinen Eltern einen Wellensittich aus der Voliere meines Opas bekommen (er hat vor 30 Jahren Wellis gezüchtet). Mein Nicki war gerade flügge geworden.

Der Vogel war der Hit..... Mein ein und alles..... Ich bin mit ihm sogar auf Schulveranstaltungen aufgetreten. Letztlich konnt ich ihm draussen (wirklich draussen) Freiflug gewähren, weil er von dem Spiegelchen mit der Glocke abhängig war und immer zurückkam, sobald er seinen heißgeliebten Spiegel sah.
Der Vogel ist 15 Jahre alt geworden und an Altersschwäche gestorben.

Wenn ich heute an diese für mich schöne Zeit denke, beschleicht mich immer noch (tief drinnen) ein ungutes Gefühl.

Er kommt mir rückwirkend vor, wie ein Clown, der in der falschen Welt festsaß.....

Versteht ihr was ich meine ?

@ lucilla

Nur ganz kurz, ich ernähre mich ohne Fleisch.....

Der einzige Punkt, wo es hakt ist die Hundernährung. Da verwende ich durchaus Fleisch........ Guck da wohl auch auf das, was ich kaufe......

Liebe Grüße

Peppi

lucilla
31.10.2006, 16:48
Wenn ich heute an diese für mich schöne Zeit denke, beschleicht mich immer noch (tief drinnen) ein ungutes Gefühl.

Er kommt mir rückwirkend vor, wie ein Clown, der in der falschen Welt festsaß.....

Versteht ihr was ich meine ?
Peppi

@Peppi:

Glaube, ich versteh was du meinst.
Aber sieh es auch mal so: Wenn Dein Piepmatz wirklich unglücklich gewesen wäre, oder traurig, oder was auch immer, dann hätte er das gezeigt bzw. du hättest es ihm angesehen. dann würde er auf der Stange sitzen, sich aufplustern und vielleicht das Köpfchen ins Gefieder stecken. Wäre anteilnahmslos und für kein Spielchen aufgelegt. Aber das war er nicht. Also: er fand seine Welt toll, so wie sie war! Was du ihm geboten hast (Spiele, Freiflug, etc.) fand er gut, hat sie angenommen. Du warst eben sein Freund, dem er treu sein wollte, den er auch geliebt hat.
Kennst du das, wenn sich manchmal Hunde und Katzen verstehen, oder Katzen und Vögel? Eigentlich passt das auch nicht und ist unnatürlich, oder? Und trotzdem: sie gehören dann eben zusammen.
Und letztendlich: auch wenn Papageien sehr intelligente Wesen sind (was ich nur bestätigen kann), ich glaube nicht, dass sie so detailliert wie wir Menschen über Sachverhalte, Den Sinn des daseins, oder darüber nachdenken, wie ihr Leben außerhalb der Wände der Wohnung wäre. Oder was denkst Du? Ich meine, es ist nicht widerlegt, aber es ist auch nicht bewiesen. Du könntest ebenso annehmen, dass dein Papagei beim Blick aus dem Fenster gar nicht traurig ist, obwohl es für dich vielleicht so aussieht. Vielleicht beobachtet er auch einfach nur die Dinge dort und denkt sich: man, bin ich froh, dass ich bei der/dem Regen/Schneegestöber/Hitze/Kälte/Wind nicht da draußen sein muß.
Hoffe, ich konnte dich ein bißchen aufmuntern. Mach dir nicht solch trübe Gedanken, sondern beschäftige dich so viel wie möglich mit deinem Liebling. Wenn jeden Tag etwas interessantes passiert, dann ist das für ihn ganz sicher das schönste und aufregendste Leben, das er sich vorstellen kann.

Gruß an Leo!

Lucilla

Uschi35
31.10.2006, 17:37
Hallo Lucilla,

Zitat: "Aber sieh es auch mal so: Wenn Dein Piepmatz wirklich unglücklich gewesen wäre, oder traurig, oder was auch immer, dann hätte er das gezeigt bzw. du hättest es ihm angesehen. dann würde er auf der Stange sitzen, sich aufplustern und vielleicht das Köpfchen ins Gefieder stecken. Wäre anteilnahmslos und für kein Spielchen aufgelegt."

Nein - dann wäre er wahrscheinlich nicht nur unglücklich, dann wäre er krank!

Ich verstehe, dass Du Peppi aufmuntern willst, aber es hinkt.
Es erinnert mich ein bisschen an die Argumentationsweise meiner Mutter: "Warum lässt Du die Kaninchen nicht in ihrem 1x1,50-Meter-Käfig? Sie kennen es doch gar nicht anders!"
Sind sie glücklich, nur weil sie nichts anderes kennen?
Also, seit sie den Auslauf haben, sind sie sehr offensichtlich sehr viel glücklicher!
Oder möchtest Du behaupten, daß konventionell gehaltenes Schlachtvieh "glücklich" ist, nur weil es "nichts anderes kennt", oder nicht krank wird?

Von Straußen habe ich mal gehört, daß man sie unter einer Gehegegrösse von ich-weiss-nicht-wieviel einfach nicht halten kann, sie gehen dann ein. Ich wünschte mir für die anderen Tiere, daß das auch so wäre. :niedergeschmettert:

Zugegeben - mein Vergleich mit dem Schlachtvieh hinkt auch.
Also zurück zu den Haustieren.
Ausschlaggebend für mich, ein zweites Kaninchen anzuschaffen, war ein Satz, den ich mal irgendwo gelesen habe:

Keiner da, der so ist wie ich??

Das hat mich sehr nachdenklich und traurig gemacht.
Klar, ich könnte auch nur mit einem Hund oder einer Katze oder einem Affen zusammen leben. Zwangsläufig könnte ich mich damit arrangieren und wäre auch nicht wirklich einsam - aber einen richtigen Artgenossen (= Mensch) ersetzt das auf Dauer wohl kaum....

Wie gesagt, ich anerkenne Deine gute Absicht. Aber ich verstehe auch Peppi - und finde, sie hat recht.

LG
Uschi