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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst vor Krankheit



Irie
15.10.2006, 14:33
Hallo, brauche dringend mal etwas Rat. Vielleicht hat jemand schon mal ähnliches erlebt.

Leide seit ca. drei Wochen darunter, dass ich panische Angst habe krank zu werden. Ich kann das nicht so genau erklären, ich habe einfach die totale Panik. hatte das vor ein paar Jahren schon einmal, es hat sich dann irgendwann von selbst wieder gelegt, daher ist mir dieser Zustand nicht gänzlich unbekannt, was Ihn nicht minder schlimm macht. Wieder angefangen hat das ganze als ein guter Bekannter mit 36 plötzlich verstorben ist. Kurz davor ist ebenfalls eine Bekannte an Krebs erkrankt. Habe so dass Gefühl, dass der Schock darüber, dass ganze wieder ausgelöst haben könnte.
Das ist so en Schlimmer Zustand, dass kann man sich garnicht vorstellen. Alles was am und im Körper passiert scheint plötzlich etwas ganz bedrohliches zu sein. Und wenn ich nicht jetzt krank werde, dann bestimmt später. So ist mein ganzes Denken im Moment. Das raubt mir im Moment echt jegliche Lebensfreude. Für Außenstehende ist das recht schwer zu verstehen, auch wenn meine Freunde und Familie schon Verständniss für mich haben, so richtig nachvollziehen können Sie es nicht.
Hat vielleicht schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wool
15.10.2006, 19:22
Hallo Irie,

ich kenne Ihre Situation nicht genau. Wie es scheint, bekommen Sie aber ihre Gedanken krank zu werden/ zu sein nicht aus dem Kopf, wissen aber gleichzeitig, dass diese Gedanken nicht normal sind in dieser Intensität? Dann könnte es sich um Zwangsgedanken halten. Hier finden Sie weitere Infos und Hilfe:
www.zwaenge.de

Alles Gute

MaxPower
16.10.2006, 00:26
Meiner Meinung nach fällt das nicht unter Zwangserkrankungen, sondern unter Angststörungen...

Zur Sache selbst:

Fakt ist ja, jedes Leben endet tödlich. Auch klar, die meisten von uns wollen nicht sterben, wär ja auch komisch, wenns so wär...

Natürlich kann man krank werden, mit viel Pech sogar lebensbedrohlich. Nur, solange dies nicht so ist oder man es nicht weiß, ist das völlig egal.

Vielleicht hilft es dir, wenn du dir bewusst machst, daß dein momentanes real existentes Problem nicht eventuelle Krankheiten sind, sondern die Angst davor. Geh mal rein gedanklich vom Schlimmsten aus, daß du in einer Minute tot umfällst.

So, wie hättest du dann die Minute davor am liebsten verbracht. Vermutlich fällt dir da etliches ein, aber ganz bestimmt würdest du die letzte Minute nicht mit Angst verbringen wollen.

Kombinier das mal. Du weißt, du kannst nichts dagegen tun, irgendwann einmal zu sterben. Du kannst es ebenso wenig vorraussehen, wann das sein wird. Was du aber entscheiden und beeinflussen kannst ist, wie du mit dieser Situation/Realität umgehst. Und um auf die "letzte Minute" zurückzukommen, diese Minute kann Jahrzehnte dauern, sie findet gerade jetzt statt und geht vermutlich noch Jahre lang!

Das dich der Gedanke um Krankheit und Tod bedrückt und er dir Angst macht, ist völlig normal. Irritieren muss dich das nicht, im Gegenteil, Grund zur Sorge bestünde dann, wenn es nicht so wäre.

Du musst also nicht diese Angst bekämpfen, denn Aufgrund ihrer Normalität gehört sie zum Leben dazu. Mach Dinge, die dich die Befürchtungen vergessen lassen, egal, was das ist.

Und wenn der Gedanke an die Angst kommt, dann nicht versuchen, nicht daran zu denken. Denn durch den Versuch an etwas nicht zu denken, denkt man automatisch dran, denn man muss ja schließlich parat haben, woran man nicht denken will. Bsp: Wenn du grad fernsiehst und denkst plötzlich an Krankheit, dann guck weiter fern und lass dich nicht ablenken-lenk die Aufmerksamkeit auf das, was wesentlich ist. Mit etwas Übung geht das recht einfach, man muss es lediglich tun.

Inaktiver User
18.10.2006, 19:12
Hallo Irie,
ich habe Dir eine PN geschickt. Ich hoffe Du kannst den Link öffnen, ansonsten schicke mir einfach eine kurze Nachricht.:buch lesen:

Ragna
21.10.2006, 13:39
Hallo Irie,

ich kenn' das Gefühl so gut!!!!

Ich hab mich eigentlich schon damit abgefunden, dass ich zur Gattung der Hypchonder gehöre. (Nicht, dass ich Dich für einen halte! Aber ich hab mich als einen erkannt, und das hat mir sehr weitergeholfen....) Bis vor zwei Jahren oder so löste (fast) jede kleine, etwas ungewöhnliche Körperwahrnehmung bei mir das Gefühl aus: So, das ist es jetzt also, was mich umbringt, musste ja so kommen,.... Hab dann im Internet recherchiert und auch meist die passende, meist tödlich verlaufende Diagnose gefunden. Und wie oft bin ich zum Arzt gerannt! War natürlich - oder besser: zum Glück! - nie was.....

Mittlerweile ist mir klar, dass das verstärkt in Phasen passiert, in denen ich mich irgendwie schwach fühle, ohne Kontrolle über mein Leben, also z.B. als eine Beziehung schief ging, ein Arbeitsvertrag auslief und noch nichts Neues in Sicht war, etc. Auch bei kleineren Sachen, wenn ich einfach schlecht drauf bin, müde, gestresst, kommt das verstärkt vor.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich a) unter Migräne leide und daher ein bisschen aufpassen muss, was ich mir zumute, und meinen Körper von daher schon immer recht genau beobachte, meine Eigenwahrnehmung dadurch wohl geschärft ist, so dass mir jedes kleine Ziehen auch auffällt. Und b), dass es in meiner Familie eine Geschichte von Schlaganfällen gibt, mein Bruder hatte z.B. einen, als er 21 war. Zu der Zeit war natürlich jeder Kopfschmerz für mich das Signal: So, jetzt bist Du dran. Bin in den Monaten danach auch zweimal panisch in die Notaufnahme gerannt.....

Wie gesagt, mittlerweile hab ich gelernt, damit ein bisschen besser umzugehen. Noch immer denke ich z.B. bei komischem Ziehen in den Beinen sofort: Thrombose! Das ist wie ein Reflex. Ich kann jetzt dazu aber erstmal auf Distanz gehen und es nüchterner, praktisch von außen betrachten, mich fragen, wie wahrscheinlich ist es, ganz rational. Und da ich mich inzwischen ganz gut kenne und weiß, wie ich ticke, frage ich mich dann, was fehlt mir grade wirklich? Brauche ich eine Pause, nervt mich der Job oder bin ich gelangweilt, kann ich mir irgendwas Gutes tun? Was ist es wirklich, das mir Angst macht, weil ich es nicht kontrollieren kann? Und ich denke, das ist bei mir der Kern der ganzen Sache: Akzeptieren, dass ich halt nicht alles im Leben kontrollieren kann.

Wie MaxPower ja auch geschrieben hat, das Leben endet auf jeden Fall tödlich. Und es macht wenig Sinn, sich über Dinge, die halt nicht zu ändern sind, Sorgen zu machen. Kann ja sein, dass ich mal schwer krank werde, einen Schlaganfall habe, etc. Aber wenn ich, solange ich gesund und fit bin, ständig nur ans Krankwerden denke, anstatt das Gesundsein zu genießen, bringt mich das einer Krankheit sicherlich näher.

Klingt alles sehr abgeklärt, gell, soll aber nicht heißen, dass die Angst ganz weg ist. Sie ist nach wie vor da, kommt teilweise in heftigen Anfällen, aber ich hab' für den Moment meine Strategie gefunden: Nicht "krank", sondern erstmal "gesund" denken. Und generell gut auf mich aufpassen, gut essen, Bewegung, und das Leben genießen wo's geht. Und brav zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen. Zumindest soweit geht ja meine Kontrolle, und die kann ich ja durchaus nutzen.

Manchmal kommt dann natürlich trotzdem der Gedanke: Ragna, was, wenn Du vor lauter positiven Gesundgedanken jetzt was wirklich Ernstes ignorierst? Darauf hab' ich noch keine Antwort gefunden. Ich hoffe darauf, dass mein Körper mir ganz eindeutige Signale gibt, sollte es mal hart auf hart kommen, und nicht irgendein diffuses Da-ist-was-komisch-Gefühl. Bisher hat das schließlich gut funktioniert.....

Wenn Du in Google 'Hypochonder' oder 'Hypochondrie' eingibst, findest Du einiges. Mir hat das sehr geholfen, weil ich mich in den Beschreibungen so gut wiedererkannt habe.

Liebe Irie, allein bist Du mit diesen Ängsten auf keinen Fall!

Viel Glück!

Ragna



Wird's besser? Wird's schlechter?
Das fragt man alljährlich.
Doch seien wir ehrlich:
Das Leben ist immer lebensgefährlich!
(Erich Kästner)

Ladyfish
28.02.2007, 16:27
Hallo!
Ich kenne das Problem auch total gut. Um ehrlich zu sein, ich habe gerade nach jemandem mit ähnlichem Problem gesucht, damit ich nicht einen doppelten Beitrag schreiben muß :)
Die Sache mit der Kontrolle über das Leben kann ich für mich auch bestätigen. Bei mir läuft so ziemlich alles aus dem Ruder im Moment und ich habe dauerangst krank zu sein und fühle mich permanent am Rande einer Erkältung. Bei mir kommen die Gedanken auch im Reflex. Ich huste und denke "INFLUENZA" und seh mich schon mit 40 Fieber im Bett liegen. Was ich dagegen tue.. naja im Moment ist es sehr schlimm und ich versuche "einfach" an etwas anderes zu denken. Auch ausmisten von Schubladen hilft ganz gut, odergenerell putzen. Lesen oder TV gucken weniger.
Ich wünsch dir alles liebe und ich hoffe wir können unsere restlichen, hoffentlich vielen JAhre bald wieder geniessen.
Ladyfish

SarahMichelle28
28.02.2007, 16:35
Hallöle!
Ich habe das gleiche Problem seit ca. November 2006! Habe mir schon etliche "Krankheiten" eingebildet und kämpfe jeden Tag dagegen an, mir nicht wieder irgendeine andere "Krankheit" einzureden.
Im Moment habe ich auch oft Halskratzen und einen Frosch bzw. einen Kloß im Hals und denke sofort an das schlimmste.

Oder weil ich gerade was von der Ozbourne-HIV-Geschichte gelesen habe, habe ich jetzt wieder Panik, daß mein Ex mich betrogen hat und mich angesteckt hat :knatsch:

Echt ätzend diese ständigen Angstgefühle.

Ich denke aber auch, daß es sehr viel damit zu tun hat, daß ich mit meinem Single-Dasein nicht klar komme.

Ich hoffe für Euch und auch für mich, daß diese Situation sehr bald besser wird und hoffentlich auch nicht noch mal wieder kommt.

VG
SarahMichelle

Ladyfish
01.03.2007, 09:33
Hallo!
Ja das wünsche ich mir auch, aber ich bin nicht sicher, ob das jedenfalls bei mir mit wünschen getan ist :( diese blöde Spirale dreht und dreht sich und die Gedanken verselbständigen sich und da muß man irgendwie eingreifen...
Frosch im Hals haben momentan aber viele :) ich jedenfalls auch!
Die HIV Angst kann ich auch nachvollziehen (das "hatte" ich auch schon).
Ich wünsche dir und allen einen guten Tag :)
Ladyfish

Heureka
01.03.2007, 11:13
Ein Freund von mir hat das auch. Es war vor einem Jahr so schlimm, dass er wirklich wegen jedem Pickelchen und Hüsterchen zum Arzt (natürlich zu einen Spezialisten für Haut/Lungenkrebs!) ging. Er hatte "Glück". Man hat sein Blut (oder wo auch immer man Hormone messen kann) untersucht und festgestellt, dass er zu wenig von dem "Scheiß-egal"-Hormon produziert. Ich kenne den Namen nicht, aber dieses Hormon ist eben dazu da, dass wir uns nicht alles zu sehr zu Herzen nehmen.
Er bekommt nun Tabletten und sein Leben verläuft schon viel entspannter. Ganz "normal" ist er allerdings noch immer nicht... :freches grinsen:

Inaktiver User
01.03.2007, 11:20
Ist wahrscheinlich Serotonin? Oder? Das Glückshormon!
Leni

Ragna
01.03.2007, 11:21
Ja, was in der Richtung hab ich auch schon mal gelesen, dass diese Art Angststörung - in ihrer extremen Ausprägung - von einer Stoffwechselstörung im Gehirn ausgelöst wird, sicher ist man sich da aber scheinbar noch nicht.

Ich glaube, dass ein gewisses Maß an Angst/Besorgnis durchaus normal und auch wichtig ist, einfach damit man sich gut um sich selbst kümmert. Es kommt wohl sehr auf den Einzelnen an, ab wann sich ein Zuviel an Angst zeigt und wie man dann damit umgeht....

SarahMichelle28
05.03.2007, 10:07
So, heute kriege ich mein Testergebnis (HIV). Hätte eigentlich schon heute früh damit gerechnet, aber die hatten das noch nicht da.
Ich dreh hier grad wieder am Rad!!!

SarahMichelle28
05.03.2007, 11:19
:smile: Zur Info: ist alles in Ordnung :yeah: puh.....Gott sei Dank!!!

Jetzt kann ich mich getrost meinem Kloß im Hals widmen ;-)

Kleiner Scherz, ich versuche jetzt mal, mich auf GAR NICHTS zu konzentrieren!!!

Ragna
05.03.2007, 11:38
:smile: Zur Info: ist alles in Ordnung :yeah: puh.....Gott sei Dank!!!

Jetzt kann ich mich getrost meinem Kloß im Hals widmen ;-)

Kleiner Scherz, ich versuche jetzt mal, mich auf GAR NICHTS zu konzentrieren!!!

Das ist klasse!!!! :jubel::jubel::jubel:

Kann so gut nachvollziehen, wie erleichtert Du jetzt sein musst..... Ja, genieß die angstfreie Zeit, so lange es geht, toi toi toi dabei.:prost:

Bei mir baut sich grade wieder was auf, diesmal in Bezug auf Venen, Krampfadern und Thrombose. Dauernd glaube ich, irgendwas in meinen Beinen zu spüren, Druck, Spannungsgefühle, leichte Schmerzen, Kribbeln..... Und natürlich seh' ich da auch Adern, die vorher garantiert nicht da waren..... :zahnschmerzen: Und wenn ich dann mal huste, ist natürlich schon die Embolie da :heul:

Ein Teil von mir kann das (noch) ganz gut rationalisieren, der andere Teil sucht im Internet nach Adressen für Venenscans. Letzte Nacht hab ich auch davon geträumt....

Schau' mer mal, ob ich das ohne ärztliche Abklärung in den Griff kriege. Wenn aber jetzt doch was Ernstes ist und ich es versuche zu ignorieren?!?!?! :wie?:

Das ist so zum Kotzen.....:niedergeschmettert:

Naja, jetzt muss ich erstmal arbeiten.

Ragna (halb von mir selbst genervt, halb panisch)

SarahMichelle28
05.03.2007, 12:03
Hallo Ragna,
ohja das hatte ich auch und zwar am 24.2.. Da hatte ich auf einmal Schmerzen in der linken Wade und ich war nur schwer davon zu überzeugen, daß das wahrscheinlich nur ein Wadenkrampf war. Naja, abends war ich dann feiern und ich habe alle meine "Wehwehchen" vergessen. Mein Bein tat nicht mehr doll weh und meine Halskratz- und Kloß Geschichte war auch wie weggeblasen.
Und jetzt am Samstag auch wieder. Natürlich bin ich abgelenkt. Aber ich denke, wenn es was schlimmes wäre, dann würde man es immer merken.
Und das zeigt mir dann immer, daß das meiste wirklich psychisch ist. Donnerstag habe ich wieder einen Termin beim Therapeuten. Bin gespannt, was da so "abgeht".

Ragna, achte mal darauf, ob die "Symptome", die Du hast auch dann sind, wenn Du total abgelenkt bist. Z.B. bei der Feier oder wenn Du einen guten TV-Film siehst oder wenn Du arbeitest.

BTW, hab heute auch wieder Schmerzen im Bein....aber ich mache mir keine Gedanken. Ich habe mir vorgenommen, mir bis Donnerstag (Termin beim Therapeuten) keine Gedanken zu machen.

Ich wünsche Dir einen wundervollen und hoffentlich etwas angstbefreiten Tag.
Glaub an Dich und daß Du es schaffst, Dich von den Ängsten zu befreien.

Lill
05.03.2007, 12:38
hallo Ragna,
gibt es denn Anzeichen...Vorzeichen...Vorerkrankungen bei dir oder in deiner Familie, dass du solche Angst vor Thrombosen/Embolien hast?
Nimmst du Medikamente/Hormone...rauchst du...bist du übergewichtig...hast du Krampfadern?

Vielleicht macht es wirklich Sinn, wenn du mal zu einem Arzt gehst, der dich mal durchcheckt und dann bei Bedarf auch zu einem Venenspezialisten überweisen kann.
Übrigens kenne ich diese Ängste auch. Es hat etwas mit fehlendem Vertrauen zu tun.. Das Vertrauen in den eigenen Körper....und das Gefühl, alles kontrollieren zu müssen, weil man denkt noch rechtzeitig etwas *tun* zu können, wenns dann mal *soweit* ist.
Inzwischen denke ich, dass *es* eh so kommt, wie es kommt. Loslassen ist das Zauberwort.
Das ist nicht einfach und klappt auch nicht immer...aber es lohnt sich, es immer mal wieder auszuprobieren...

liebe Grüße
Lill

Ragna
05.03.2007, 13:07
@SarahMichelle: Danke für's Mutmachen!!! :blumengabe:

@Lill: Danke auch an Dich :blumengabe:

Ja, so eine Art Vorgeschichte gibt's schon, hab ich ja weiter oben schonmal im Oktober geschrieben. Und wegen dieser Thrombose-Angst war ich auch schon zweimal beim Arzt, einmal letztes Jahr Frühjahr, da hat er nur kurz draufgeschaut, Puls gemessen und gemeint, da sei nix. Und - o Wunder - meine Symptome waren ab da weg! Obwohl es ja keinerlei Behandlung im eigentlichen Sinne gegeben hat. Von daher bin ich mir (vom Kopf her) sehr sicher, dass das einfach meine Ängste sind, die sich so - jetzt wieder - manifestieren. Und aus Erfahrung werden die wohl erst wieder für eine Weile Ruhe geben, wenn ich sozusagen das offizielle Ok per Venenscan habe. Und wenn ich mich dann mal wieder unsicher (s. auch oben) fühle, suchen sie sich ein anderes Ventil....

Kann von daher voll unterschreiben, was Du sagst, von wegen fehlendem Vertrauen, alles unter Kontrolle haben wollen, loslassen.... Und manchmal bis meistens, wie oben geschrieben, klappt das ja auch ganz gut. Bis eben auf diese fiese kleine Stimme, die sagt: Wenn's dieses Mal aber doch der Ernstfall ist und Du nichts tust? Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz......

Bringen denn Gespräche mit Therapeuten was? Vielleicht wäre das auf lange Sicht ja doch eine Option. Würde mich da sehr über Eure Erfahrungen freuen!!

LG
Ragna

Lill
05.03.2007, 13:36
liebe Ragna,
ich glaube schon, dass Gespräche bei einem Therapeuten etwas *bringen* würden. Du könntest lernen, der Angst einen *Namen* zu geben...also herausfinden, was deine *eigentliche* Angst ist...herausfinden, in welchen Momenten in deinem Leben dir noch das Vertrauen fehlt und was du brauchst um dich sicherer mit und in dir zu fühlen.
ich wünsch dir alles liebe!

Lill

SarahMichelle28
06.03.2007, 14:10
Hi Ragna,

wie geht es Dir? Was macht Deine "Thrombose"? :zwinker:
Mir tut mein Bein auch immer noch weh, aber ich denke (hoffe), daß es von zu viel Wasser in den Beinen kommt. Ich bekomme nämlich meine Tage und da sammel ich immer Wasser an.

Ich hatte gestern auch wieder eine Panikattacke - mitten in der Nacht. Naja, ich war noch wach, weil ich mir ein Nackenstützkissen gekauft habe und das so ungewohnt war.
Ich hatte Samstag-Nacht meinen Ex bei mir zu Hause und wir haben auf der Couch übernachtet. Ich war total betrunken....aber es ist nichts passiert. Wir haben uns noch nicht mal geküsst.
Nun habe ich gestern auf einmal den Gedanken bekommen: was ist, wenn er ausgenutzt hat, daß ich betrunken war?! Hätte ich mitbekommen, wenn er sich "an mir" vergnügt hätte?! Hat er mich nun doch schlußendlich mit HIV infiziert? Hab ich durch diesen "Fehler" mein Leben aufs Spiel gesetzt?
Oh Gott, diese furchtbaren Gedanken.
Ich weiß zwar, daß er Lust auf mich hatte. Aber sooo?! :wie?:

VG
SarahMichelle

Ragna
06.03.2007, 15:43
Hallo Sarah,

wie geht's Dir mittlerweile, wieder etwas ruhiger? Also ich glaube nicht, dass Du so betrunken warst, dass er sich da völlig unbemerkt hätte "bedienen" können. Selbst Opfer von Date Rape, die ja völlig betäubt werden, finden hinterher meist noch recht konkrete Hinweise auf das, was ihnen da in der Bewusstlosigkeit angetan wurde, und wenn's nur verrutschte, falsch zugeknöpfte Kleidung ist. Also ruhig Blut, im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn HIV Deine große Angst ist, dann geh' doch regelmäßig zur Blutspende. Frauen dürfen alle sechs Monate spenden, das Blut wird immer überprüft, und wenn was ist, wird der Spender natürlich informiert. Und Du hilfst noch anderen dabei.

Mir geht's wieder ganz gut heute. Macht auch Sinn, denn ich war die letzten drei Wochen sehr gestresst. Bin Freiberuflerin und hatte einen recht großen, schwierigen Auftrag von einem neuen Kunden, der mir ziemlich auf den Nägeln gebrannt hat. Saß also drei Wochen praktisch ununterbrochen am Computer, kaum Frischluft und Bewegung, wenig Schlaf, gestern auch wieder bis 11 gearbeitet, ganz schlecht fürs Wohlbefinden. Aber heute morgen hab ich abgegeben, fristgerecht und zufrieden mit meiner Arbeit, hab heute sonst noch nichts gemacht außer mit meinen Katzen gespielt, da muss es mir ja besser gehen.... Mal schauen, wie lange das anhält.

Wünsch' Dir noch einen schönen Tag mit lauter positiven Gedanken!

Ragna

SarahMichelle28
06.03.2007, 15:56
Hallo Ragna,
ja, mir geht es besser. Ich habe mit ihm gesprochen. Natürlich könnte er mich auch anlügen, aber ich glaube ihm jetzt einfach mal.
Vor allem auch, weil er das nicht gerade witzig fand, daß ich ihm so etwas überhaupt zutrauen würde.
Außerdem hat er auch noch mal gesagt, daß er nach unserer Trennung immer ein Kondom benutzt hat und bei mir das auch getan hätte, wenn es zum Sex gekommen wäre (völlig unwichtig ob er mich nun kennt oder nicht).

Nee, Aids ist nicht meine große Angst. Im Moment schien es wohl so, ja, aber es wechselt von Woche zu Woche.
Jetzt bin ich auf dem Gebiet wieder beruhigt und nun kommt bestimmt bald das nächste Thema. :knatsch:

Übrigens, die Angst vor einer Lungenembolie hatte ich auch schon. Denn ich hatte lange Zeit Schmerzen an den Rippen (oft dann auch noch zusätzlich in der Herzgegend) und konnte mich immer nur schwer beruhigen. Ich habe mir immer wieder sagen müssen, daß meine Lungen ja gerade erst untersucht worden sind und alles in Ordnung ist und daß das 100% wieder von meinen Wirbelsäulenbeschwerden kommt.
Das ist jetzt auch weg und im Moment habe ich nicht so arge Beschwerden :Sonne: Gott sei Dank.
Vllt hat das jetzt endlich bald mal ein Ende. Zumindest so, daß es mich nicht mehr tagtäglich beschäftigt.

Ich freue mich, daß es Dir im Moment gut geht und der Streß nachgelassen hat. :blumengabe:

Und ich wünsche Dir auch noch einen wunderschönen Tag und gaaaanz viele positive Gedanken :kuss: :blumengabe:


VG
SarahMichelle

SarahMichelle28
04.04.2007, 13:28
Hallo Ragna,
na, wie geht es Dir?
Mir so lala. Ich hangel mich von einer Krankheit zur nächsten.
Wenn das eine abgeklärt wurde, dann habe ich auf einmal neue Beschwerden, weil ich prompt wieder von was anderem schlimmem gehört habe.
Schrecklich! :ooooh:

Ich kann langsam echt nicht mehr. Das geht mir so an die Nieren und meine Verwandten sind auch schon vollkommen genervt, weil ich halt immer was neues habe.

Naja, Do geh ich nun doch noch mal zum Psychotherapeuten. Mal schauen, ob der mir helfen kann. Ich hoffe es sehr.

Ich wünsch Dir schon mal frohe Ostern :ostersmiley: . Hoffentlich angstfrei.

Viele liebe Grüße
Sarah

Ragna
10.04.2007, 10:23
Hallo Sarah,


hoffe, Du hattest schöne Ostern!!!

Mir geht's eigentlich gut soweit. Ängste sind immer noch da, aber auf einem recht niedrigen Level, so dass ich sie eher als Sorgen bezeichnen würde, und auch das "Thema" meiner "Lieblingsangst" hat sich nicht großartig geändert. Konkret heißt das, dass ich nicht gleich an Thrombose denke, wenn mal wieder was zwickt, sondern ich schätze mittlerweile, dass das bei mir beginnende Krampfadern sind - liegt in der Familie und werde ich demnächst mal abklären lassen. Wenn ich einen Tag habe, an dem ich mich viel bewege, ist gar nichts, nur wenn ich die ganze Zeit am Schreibtisch hocke und nicht rauskomme.....:regen:

Das ist also der Stand bei mir, weiß nicht, wie stabil das ist. Wenn Du magst, erzähl mal, wie das beim Psychotherapeuten so läuft, ich hab da keine rechte Vorstellung. Nur wenn Du magst natürlich! :blumengabe:

Wünsch Dir 'ne schöne Woche!

Ragna