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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fort-/Weiterbildung zur Dolmetscherin



Morgenstern
13.10.2006, 12:25
Hallo zusammen,
ich beabsichtige, mich im nächsten Jahr zum Dolmetscher weiterzubilden. Ich habe bereits ein ähnliches Studium absolviert, welches die gleiche Basis wie die Ausbildung zum Dolmetscher (an privaten Instituten) hat. Aus diesem Grund möchte ich natürlich auch nicht mehr bei Null anfangen, sondern quasi nach Eignungsprüfung direkt ins Dolmetschersemester einsteigen.

Nun bin ich auf der Suche nach möglichen Instituten/Einrichtungen (keine Uni, evtl. FH, meine Tendenz geht eher in Richtung private Einrichtungen) und brauche EURE HILFE! Klar habe ich es mit googeln versucht, doch die Resonanz ist riesig und ich zähle eher auf Erfahrungswerte als auf angeblich "gute" Referenzen respektive gutes Marketing.

Merci für Eure Unterstützung!

akademikerin
13.10.2006, 13:02
Hi,

guck mal bei der AKAD rein. Die haben ein Angebot für Dolmetscher/Übersetzer, vielleicht ist das was für dich. Die bieten Abschluß FH-Diplom an, kann auch sein, dass es jetzt umgestellt wird auf BA/MA.

Gruß
Ak.

Morgenstern
13.10.2006, 15:10
Hallo akademikerin,

danke für den Tipp - das scheint eine mögliche Variante zu sein, super!

Geduld
25.10.2006, 16:27
Hey Morgenstern,

bei Akad wirst du auf die staatliche Übersetzerprüfung vorbereitet, nicht auf die Dolmetscherprüfung. Innerhalb der Akad-Übersetzerausbildung gibt es zwar ein Dolmetscherseminar, doch das reicht niemals aus, die Dolmetscherprüfung zu bestehen.

Einen FH-Abschluss bekommst du eigentlich auch nicht, du wirst lediglich zur Prüfung zugelassen... Ich habe die Akad-Ausbildung nämlich vor ein paar Monaten abgeschlossen und die staatliche Übersetzerprüfung gemacht, wenn du Genaueres wissen möchtest, melde dich einfach!

Gruß
Geduld

Aviva
25.10.2006, 18:37
Ich wuerde auch sagen, ein MA waere wahrscheinlich das Beste fuer Dich. Informier Dich doch mal ueber die Zulassungsvoraussetzungen an Unis, die so einen Master anbieten. Vielleicht muss man da nicht unbedingt genau den von ihnen angebotenen BA gemacht haben und ein Eignungstest reicht?
LG
Aviva

Morgenstern
26.10.2006, 16:31
Danke für eure Meinungen und tollen Tipps!

@Geduld: ich ziele ganz klar auf das Dolmetscher-, nicht das Übersetzerdiplom, denn das - bzw. was Ähnliches - habe ich bereits.
@Aviva: wahrscheinlich bin ich ein wenig altmodisch, aber an die Uni will ich nicht, weil ich mich dafür schon ein wenig zu alt halte... sicher gibts noch "Späteinsteiger" - aber an der Uni zieht sich das Thema sicher ewig - ich beabsichtige, das Ganze rasch durchzuziehen und brauche DRUCK um zu lernen, DRUCK durch einen geregelten Stundenplan oder auch einfach durch die Tatsache, dass ich für meine Aus- bzw. Weiterbildung teuer bezahle, was z. B. an einem unabhängigen Institut meist der Fall ist...

Was haltet ihr denn vom ENGLISCHEN INSTITUT in Heidelberg, schonmal davon gehört? Das Angebot hat mein Interesse geweckt, gibt es vergleichbare Institute? Vielleicht kennt jemand von euch Absolventen dieses Instituts - sog. "Ehemalige"... Mich beeindruckt das Modell - dadurch, dass der Unterricht mittags stattfindet, haben die Studierenden die Möglichkeit, morgens zu lernen oder einen Halbtagsjob anzunehmen - ausserdem gibt es vor dem sog. Dolmetscher-Semester meherere Basis-Semester, die für die Übersetzer dieselben sind. Durch meine Vorkenntnisse bzw. Qualifikationen und Berufserfahrungen hoffe ich, dort direkt für das Dolmetschersemester zugelassen zu werden.
Tja, so stelle ich mir das vor. "PROBIEREN geht über STUDIEREN" sage ich da nur - ausser, ihr habt noch andere tolle Tipps für mich?

Aviva
26.10.2006, 16:39
Hm... Vielleicht nur den, dass ich mich im Vorfeld gut ueber den Arbeitsmarkt informieren wuerde. Auch darueber, wie sich das Renommee des Instituts auf Deine Berufschancen auswirkt. Aber ich denke, Du hast das schon alles gut geplant.

Die Sache mit dem Alter kann ich schon nachvollziehen. Aber ich vermute, dass durch die Umstellung auf das BA/MA-System sich auch die Altersstruktur der MA-Absolventen aendern koennte und es - wie in angelsaechsischen Laendern - mehr Masters-Studenten mit einigen Jahren Berufserfahrung geben wird.

P.S.: Das neue Abschluss-System ist wesentlich 'verschulter' als das Diplom oder Staatsexamen. Bin jetzt nicht sicher, wie lange ein MA in Dolmetschen in Deiner Sprache dauern wuerde (evtl. je nach Uni verschieden?), aber mehr als 2 Jahre sicher nicht.

Morgenstern
30.10.2006, 15:42
Zwei Jahre, ja, das wäre prima. Aber auch das Maxiumum. Offen gesagt möchte ich mich auch nicht auf nur eine Sprache beschränken, sondern eigentlich zwei machen (aber wirklich nur, weil ich mich nicht entscheiden kann, beide Sprachen und auch die dazu gehörigen Mentalitäten recht gerne mag).
Mal sehen, was nun daraus wird; in die heisse Phase der Bewerbung bzw. Entscheidung gehts erst im nächsten Jahr, aber dann möchte ich mir meiner Sache eben sicher sein.

akademikerin
30.10.2006, 15:46
Du solltest v.a. genau überlegen, in WELCHEN Sprachen. Englisch .. .na ja ... das kann heute fast jeder. Französisch könnte schon wieder besser aussehen, Spanisch könnte aufstrebend sein. Oder exotischer (z.B. osteuropäisch).

Telefon
01.11.2006, 19:06
Hallo Morgenstern!
Fasse es bitte nicht als Kritik auf: Aber eine Dolmetscherausbildung halte ich für absolut unsinnig und wenig lukrativ. Ich selbst habe eine Übersetzerausbildung und kenne den Markt, natürlich auch den der Dolmetscher. Du müsstest wenigstens 2 Sprachen studieren und ein Hochschulstudium ist Minimum alles andere wird nicht wirklich anerkannt, wenn Du als Dolmetscherin arbeiten möchtest. Eigentlich können nur Muttersprachler mit Dolmetscherausbildung auf gute Verdienstmöglichkeiten bauen. Auch ein Vorteil: Ein längerer Aufenthalt im entsprechenden Land, ohne diesen wirst Du mit einem Minimallohn abgespeist. Der Markt ist Megahart umkämpft und Dolmetscher gibt es viele, insbesondere in Englisch, Französisch und Spanisch. Ich würde diese Ausbildung nicht noch einmal absolvieren und auch niemandem dazu raten. Vielleicht überdenkst Du Deinen Berufswunsch nochmal???? Gutgemeinter Rat - keine Kritik!

Morgenstern
03.11.2006, 17:23
Salut Telefon,
danke für dein "Wachrütteln".
Auch ich habe eine Art Uebersetzerausbildung (nur nennt sich das Diplom leider anders) und ziele auf eine Weiterbildung zum Dolmetscher ab, möglichst staatl. anerkannt. Englisch kann, wie akademikerin völlig richtig bemerkt, heutzutage jeder. Meine Favourites sind Spanisch und Französisch, u. a. da ich bereits in Ländern gelebt habe, in denen Spanisch bzw. Frz. Landessprache ist. Vielleicht sollte ich noch eine nordische Sprache lernen... Wobei man den Nordeuropäern ja ein grosses Sprachtalent nachsagt - d. h. die benötigen vermutlich keine dahergelaufene Deutsche, die mit ihren Sprachkenntnissen auftrumpfen will :))

Die geplante Weiterbildung soll mir ehrlich gesagt ausschliesslich eine Art zweites Standbein sein - wie gesagt, die Sprachen habe ich mir ja bereits zum Beruf gemacht, möchte also nur noch darauf AUFBAUEN, quasi mein Portefeuille vervollständigen, um später einmal Hobby und Beruf verknüpfen zu können - aber das geht nun zu sehr ins Detail.

Ich bin froh über deine ehrliche Meinung. Doof, dass es heute leider fast überall - nicht nur in dieser Branche - so aussieht... (Darum das zweite Standbein/Hobby und Beruf verbinden :))

Morgenstern
03.11.2006, 17:26
@Telefon,
darf ich dich fragen, was genau dafür ausschlaggebend war, dass du heute sagst, du würdest die Ausbildung nie wieder machen? Es würde mich sehr interessieren... Zumal ich kurz vor einem Schritt in diese Richtung stehe.

Natürlich verstehe ich es, wenn dies zu privat wird, würde mich jedoch sehr über Erfahrungsberichte freuen.

katio
10.11.2006, 09:31
Also, ich arbeite seit 10 Jahren als festangestellte Übersetzerin im juristischen Bereich, mit gelegentlichen Einsätzen als Dolmetscherin (DE-EN, EN-DE). Dieses Jahr habe ich eine sehr empfehlenswerte Fortbildung in Dolmetschen an der Sprachfakultät der Uni Mainz in Germersheim absolviert (10 Tage), läuft unter der Überschrift "ISG" - Dolmetschen für Übersetzerinnen. Diese Fortbildung wurde von Dozenten der dortigen (renommierten) Sprachfakultät bestritten und umfasste sowohl die Notizentechnik (für einen reinen Übersetzer erstmal schwierig) wie auch Übungen in Konsekutiv-, Vortrags- und Simultandolmetschen. Sie wird im kommenden Jahr in März wiederholt und kostet ca. EUR 800. Das Erlernte konnte ich in einigen inzwischen auch freiberuflichen Einsätzen als Dolmetscherin umsetzen.

Naturkosmetik
26.11.2006, 16:55
Morgenstern,
also: Die Ausbildung ist sehr umfangreich und steht in keinem Verhältnis zum erzielbaren Einkommen. Außerdem ist es bei der staatlich anerkannten Ausbildung (sprich IHK) viele schwarze Schafe unter den Schulen gibt. Meine war nicht so toll, bin erst einmal knallhart durchgerasselt und ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht einmal ein gescheiter Nebenverdienst dabei herumkommt. Außerdem ist der umgerechnete Stundenlohn nicht so toll. Dafür kannst Du fast putzen gehen :-))
Ich will nicht Schwarzmalen, aber überlege es Dir gut, denn die Ausbildung ist teuer, langwierig (gut, Du hast ja tolle Vorkenntnisse) und die IHK-Gebühren astronomisch hoch. Wenn Du Dir mal ausrechnest, wieviele Übersetzungen Du erledigen musst, um die Ausbildungskosten wieder hereinzubekommen, denke ich, dass es kein sehr lukratives Geschäft wird. Wer allerdings sehr viel Spass daran hat und gerne im stillen Kämmerlein sitzt und wem es auch nichts ausmacht, im Dictionary nachzuschlagen, der mag glücklich werden damit.

Aber dies ist meine persönliche Meinung, vielleicht gibt es noch positivere Erfahrungen hier??