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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ostheopathie beim Säugling?



Ruhrpott
10.10.2006, 09:51
Hallo zusammen!

Meine Tochter ist fast 10 Wochen alt und trägt seit eben fast dieser Zeit einen sog. Beckenbeingips (vom Bauchnabel bis zu den Füßen), da sie einen schweren Hüftschaden (Dysplasie) hat. Das mit der Hüfte wird bald in Ordnung sein, nächste Woche kommt der Gips ab, dann gibt es für mindestens 3 Monate noch eine Schiene. So weit, so gut.
Jetzt gibt es aber ein Problem: Sie liegt zwangsläufig auf dem Rücken und guckt immer nur nach links. Egal, was wir machen. Selbst, wenn da nur eine Wand ist. Beim schlafen liegt der Kopf ebenfalls auf der Seite, was dazu geführt hat, dass sie mittlerweile auf der linken Seite einen richtig platten Kopf hat.
Hat jemand eine Idee, was man da machen kann?
Ich habe mal was von Ostheopathen gehört und dass die da helfen können. Wer hat schon mal solche Erfahrungen gemacht und kann mir einen guten Ostheopathen im Ruhrgebiet empfehlen?
Für Antworten wäre ich extrem dankbar!!!

Liebe Grüße
Ruhrpott

Tigerente
10.10.2006, 09:56
Hallo Ruhrpott,

leider kenne ich keinen Osteopathen im Ruhrpott - vielleicht weiß Deine Hebamme einen, der sich mit Säuglingen gut auskennt. Das was Du beschreibst, hat unsere Hebamme als dringende Indikation beschrieben, einen Osteopathen aufzusuchen. Auch unser Kinderarzt hat bei der U3 explizit danach geschaut und gefragt, ob unser Kind auf beiden Seiten liegt. Viele Eltern denken "unser Kind ist halt so", aber das klingt sehr nach einer leichten Blockade.

Viel Erfolg (erstmal bei der Suche nach einem Osteopathen)
wünscht
Tigerente

Meja
10.10.2006, 10:00
Hallo,

leider kommen wir nicht aus dem Ruhrgebiet, aber ich kann Dir zumindest von meiner Erfahrung beim Ostheopathen berichten.
Meine Tochter ist jetzt 5 Monate alt und konnte auch den Kopf nur nach einer Seite drehen. Der Kopf war auch bei ihr schon ganz platt und schief.
Die Ostheopathin ( die man uebrigens selbst bezahlen muss), hat sie sich angeschaut und "bearbeitet", bei uns reichte eine Sitzung, dann konnte sie den Kopf drehen. Bei ihr waren Schaedelplatten verschoben, ganz oft sind bei Babys aber Wirbel verschoben, das passiert oft bei der Geburt im Geburtskanal. Bemerkbar macht sich das, eben mit dem Nichtdrehen des Kopfes, damit verbundenen Stillschwierigkeiten und spaeter eingeschraenkte mobilitaet.
Ich wuerde auf jeden Fall immer wieder meine Tochter untersuchen lassen, wenn nichgts ist, um so besser.
Empfehlen kann ich Dir die Seite www.kiss-kinder.de, dieses Problem wird auch KISS- Syndrom genannt.
Wuensche Euch alles gute
LG
M

Meja
10.10.2006, 10:03
liegt. Viele Eltern denken "unser Kind ist halt aber das klingt sehr nach einer leichten Blockade.

Das hab ich noch vergessen, genau das sagte unser Kinderarzt! Das ist halt so, ermuntern Sie sie mit Spielzeug , dann wird das schon.....
Bin froh, dass ich sie hab untersuchen lassen!

Tigerente
10.10.2006, 10:10
Das hab ich noch vergessen, genau das sagte unser Kinderarzt! Das ist halt so, ermuntern Sie sie mit Spielzeug , dann wird das schon.....
Bin froh, dass ich sie hab untersuchen lassen!

Ja, den Spruch habe ich von Nachbarn gehört, deren Kind schon einen ganz platten Hinterkopf hat, weil es den Kopf nie nach einer Seite dreht - als ich vorsichtig einen Osteopathen erwähnte, meinten sie nur, ja, sie hätten mal zu Kiss nachgelesen, aber sie würden glauben, das wäre so ein Modedings. Man könnte ja sagen, naja, was soll's, wenn sie mit einem schreienden Kind (war nämlich anfangs so, sie hielten es für 3-Monats-Koliken und waren ganz erstaunt, dass unser Kind das nicht hatte, obwohl es ein Junge ist) mit plattem Hinterkopf leben wollen, sollen sie halt, aber für's Kind kann's ja auch nicht gut sein.
Bei uns hat die Hebamme schon im Geburtsvorbereitungskurs auf dieses Problem hingewiesen, deshalb waren wir sehr aufmerksam, aber bei uns ist zum Glück nichts. Deshalb ist mir auch aufgefallen, dass auch der Kinderarzt danach geschaut hat.

Alles Gute, Tigerente

Sauvi
10.10.2006, 10:42
Hallo,
ich kann nur von Erfahrungen meiner Schwester berichten.
Ihr Kind kam auch mit einer Halsschiefstellung zur Welt und hat meist zu einer Seite geschaut. Es war dann fast von Anfang an bald zwei Jahre in Krankengymnastik, auch wegen noch anderen Problemen. Das hat schon mal viel geholfen, war aber ein enormer Aufwand.
Dann haben sie immer versucht, das Kind dazu zu motivieren, denn Hals in die andere Richtung zu drehen, in dem sie es von der anderen Seite her angesprochen haben, z.B., oder der Hand auf der Seite etwas zum Greifen gereicht haben. z.B. beim Wickeln.
Zudem war sie mit dem Kind bei einem Ostheopathen. Ich glaube es waren zwei Sitzungen und die Eltern waren mit dem Ergebnis echt zufrieden. Allzu teuer war es glaube ich auch nicht und wenn es was bringt, macht mans doch gern.
Der Ostheopath hat übrigens gesagt, nach der Behandlung könne das Gleichgewichtsgefühl für ein paar Tage gestört sein, da sich das Kind erst einmal an die neue Haltung gewöhnen muss. Und so war es dann auch, aber das war ja eher witzig, das Kind ein wenig rumschwanken zu sehen (es konnte da gerade schon laufen).
Geh hin!
Grüße,
Sauvi

Louette
10.10.2006, 20:26
Bitte geh mit Deinem Kind ganz schnell zum Osteopathen, das klingt sehr nach einer Blockade. Ich hatte das als Kind auch, was aber vor 27 Jahren noch keiner entdeckt hat und es hängt mir bis heute nach. Bei mir sind die Blockaden erstmals mit 20 gelöst worden, aber es ist sie entstehen ständig wieder.
In dem Alter kann man es so leicht richten, was man sonst später nur mit sehr, sehr viel Therapie richten kann.
Im Ruhrgebiet kenne ich leider keinen Osteopathen, wo wohnst Du denn (also grobe Richtung reicht aus)?
@Tigerente: Mich macht das sehr betroffen, dass Deine Nachbarin das mit der Blockade so locker nimmt, gerade vor dem Hintergrund meiner eigenen Geschichte.

Tigerente
10.10.2006, 20:50
@Louette: ja, aber ich kenne sie nicht besonders gut, und habe dann den Fehler gemacht zu sagen, dass das von meiner GVK-Hebamme kommt. Da meine Nachbarin im Geburtshaus entbunden hat und ich in der Uniklinik, hält sie grundsätzlich nichts von Dingen, die von einer Uniklinik-Hebamme kommen. Nun ja... Komischerweise sind sie auch bei einem Kinderarzt, von dem ich bisher nur gutes gehört habe, dem sollte das doch auffallen, oder?
Heute im Rückbildungskurs wollte die Hebamme bei Lasse auch eine Asymmetrie des Köpfchens gesehen haben - aber erst, als ich ihn auf den Bauch gelegt habe und er sich nicht hochstemmen wollte - das müsse er jetzt schon machen und sich in alle Richtungen umsehen, sonst sei was nicht in Ordnung. Dummerweise macht er das fast immer, wenn man ihn auf den Bauch legt (also das, was er soll, sich hochstemmen und in alle Richtungen gucken), aber nicht am späten Nachmittag, da ist er müde und will nur an seinen Händen nuckeln - was natürlich nicht geht, wenn man die zum Hochstemmen nutzt. Bin ich jetzt so ignorant wie unsere Nachbarin? Naja, ich werd' das weiter beobachten, wir können jedenfalls keine Asymmetrie und auch keine Präferenz einer Seite sehen.

So, ich mach' mal Schluss für heute,
Ciao, Tigerente

xanidae
11.10.2006, 09:25
wir waren mit unserem zweiten kind beim osteopathen, nachdem er a) eine seite präferiert hatte b) trinkschwierigkeiten in bestimmten positionen und c) 3 tage am stück durchgeschrieen hatte.
eine behandlung (die er komplett durchgebrüllt hat) und er hat eine halbe stunde später aufgehört zu schreien.

der osteopath sagte, dass er die kinder so frisch wie möglich gerne auf seinem tisch hätte, denn dann kann er mit einer behandlung viel erreichen.

wir waren in der 4. lebenswoche dort und haben 3 behandlungen gebraucht. ich glaube eine stunde kostete 60€.

wenn du mal unter osteopathie googelst, müsste die hauptseite des osteopathieverbandes erscheinen und dort gibt es auch eine liste mit osteopathen.

Ruhrpott
13.10.2006, 07:39
Hallo Tigerente!

Vielen Dank für deine Antwort. Ist ja witzig. Unsere Theresa ist - wie Lasse auch - am 3.8. geboren...

Lieben gruß
Ruhrpott

mariko
16.10.2006, 15:58
Hallo!

Ist ja ein interessantes Thema!

Eine Frage an die die Baby-Ostheopathie schon probiert haben: was hat euch der Ostheopath oder Kinderarzt ueber die Risiken dieser Behandlung erzählt? Wuerde mich sehr interessieren!

LG
mariko