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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : vielleicht bräuchten wir eine männerbewegung...?



Irisol
07.10.2006, 23:09
Zunächst mal -ich bin eine Frau ;), aber ich sehe doch einiges mittlerweile weit über das Ziel hinaus geschossen....

Ja, eine Frau, die Karriere machen will, hat es immernoch schwer, dort auch noch Kinder unterzubringen und etwas von ihnen zu haben und das ist meiner Meinung nach ein Skandal - aber das gilt für die Väter, die Karriere machen und ihre Kinder miterziehen und genießen wollen genauso.

Wir leben in einem Land, in dem Jungen in der Schule zunehmend schlechter abschneiden als Mädchen, Jungenförderung ist in der Pädagogik zwar langsam ein Thema, aber noch lang keine Realität.

Wir leben in einem Land, in dem Väter, die sich Erziehungsurlaub genommen haben, damit Mütter ihre Ausbildung zuende machen können, nach der Trennung vom Gesetz gezwungen werden, auf ihre eigene Ausbildung zu verzichten und unqualifiziert zu jobben.

Wir leben in einem Land, in dem Väter, die mit den entsprechenden Müttern nicht verheiratet waren, oft noch kein Sorgerecht haben und damit nichtmal von den Lehrern informiert werden dürfen, wie sich ihre Kinder in der Schule machen.

Wir leben in einem Land, in dem eben diese Väter, sollte der Mutter etwas zustoßen, keinerlei Ansprüche haben, das Kind zu sich zu nehmen -selbst wenn es vorher abwechselnd bei Vater und Mutter war, liegt das Recht bei den Großeltern.

Ist das gerecht? Manchmal wundere ich mich echt, warum die Straßen nicht voll sind von protestierenden Männern...

Anitra
08.10.2006, 10:44
Liebe Irisol,

einen Strang mit diesem Thema hatten wir schon

schau mal da (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=33153)

Ich denke, du wirst dich mit deiner Auffassung hier nicht sonderlich beliebt machen, denn sie entspricht nicht dem (weiblichen) mainstream.

Ich möchte deinen Ausführungen in den wesentlichen Punkten zustimmen. Ich würde mich ebenso für eine Männerbewegung (durchaus auch parallel zur Frauenbewegung) einsetzen. Dabei wünsche ich mir keinesfalls die Rückkehr zu alten Verhältnissen - um Himmels willen NEIN - lediglich um einen differenzierteren Blick, der sich zwar auch, aber eben nicht ausschließlich für die Belange der Frauen einsetzt. Gleichberechtigung kann - meines Erachtens - nur im Einklang mit den Männern erreicht werden.

Aber ich habe mich mit meiner Meinung hier schon oft genug in die Nesseln gesetzt - versuch's du mal, liebe Irisol. Du solltest dann Herabwürdigungen deiner Person tapfer ins Auge blicken und sicherlich wird man eine Schublade für dich finden. Wenn du dann widerlegen kannst, dass die Schublade nicht passt, wird man eine zweite, eine dritte usw. finden, irgendeine MUSS schließlich passen. :freches grinsen:

Ich wünsch' dir viel Glück!

Liebe Grüße,
Anitra

Vyras
08.10.2006, 10:48
Manchmal wundere ich mich echt, warum die Straßen nicht voll sind von protestierenden Männern...
Das kommt noch.

Echtefuffzig
10.10.2006, 14:43
Stimmt, in dieser Hinsicht ist die Rechtsprechung hierzulande- milde ausgedrückt - sanierungsbedürftig.

Die Leidtragenden sind - wie fast immer - die Kinder, auf deren Rücken alles ausgetragen wird, was nur geht...

Klare Gesetze sind hier mehr als überfällig.

Aber dafür braucht es keine Männerbewegung sondern die richtige Familienpolitik.

Es braucht MENSCHEN, die nicht nur danach schauen, was gerade opportun ist oder woher der Wind gerade weht, damit das eigene Mäntelchen in der angesagten Richtung flattert...!!!

Gruß

Echtefuffzig

Inaktiver User
10.10.2006, 14:48
Wir leben in einem Land, in dem Väter, die sich Erziehungsurlaub genommen haben, damit Mütter ihre Ausbildung zuende machen können, nach der Trennung vom Gesetz gezwungen werden, auf ihre eigene Ausbildung zu verzichten und unqualifiziert zu jobben.

:wie?:

Kann mir das jemand erklaeren?

Bzw. wo da Asymmetrie zwischen Maennern und Frauen ist?

Maenner sind doch im Zweifel genauso unterhaltsberechtigt wie Frauen, oder nicht?

Fragender Gruss, Leonie

Inaktiver User
10.10.2006, 15:41
:wie?:

Kann mir das jemand erklaeren?

Bzw. wo da Asymmetrie zwischen Maennern und Frauen ist?

Maenner sind doch im Zweifel genauso unterhaltsberechtigt wie Frauen, oder nicht?

Fragender Gruss, Leonie
Was hat das mit Männern oder Frauen zu tun :knatsch: ? Wenn es so wäre, wie Irisol es schildert - und ich weiss nicht, ob das stimmt -, wäre es unfair, egal, ob Männer oder Frauen unterhaltsberechtigt sind.

Allerdings sind momentan Frauen die Hautptnutzniesserinnen dieser Ungerechtigkeiten, vor allem, wenn sie ihren Beruf nicht sonderlich mögen, kenne gutverdienende Frauen, die schlechterverdienende Männer nicht heiraten würden, weil dann im Zweifelsfall sie unterhaltspflichtig wären :zwinker: ...

Deswegen ist auch


Aber dafür braucht es keine Männerbewegung sondern die richtige Familienpolitik.

wohl eher Wunschdenken ... es gibt zig Frauenverbände, die Zeter und Mordio bei jeder Abänderung oder Milderung von Unterhaltspflichten schreien - geschweige denn bei der Einräumung von Umgangsrechten etc. ..

Irisol
16.10.2006, 00:38
ja, da habt ihr recht mit der unterhaltssache, das wäre auf beiden seiten ungerecht, allerdings sind mir kein fall bekannt, wo es umgekehrt läuft als in dem geschilderten fall und mehrere in denen es so läuft. kenne sogar einen, in dem das jugendamt das gegen den willen der kindsmutter durchzusetzen versucht.

klar brauchen wir eine vernünftige familienpolitik. aber dazu gehört als wichtiger punkt auch die erkenntnis, dass männer mit zur familie gehören -und neben pflichten auch rechte haben sollten.

und mir scheint es eben, dass diese einsicht weit weniger anklang findet, als die einsicht, dass frauen mit zum berufsleben gehören.

das männer sorgerechtsmäßig, zumindest wenn sie mit den müttern nicht verheiratet waren, immernoch klar benachteiligt sind, finde ich eine sauerei! es gibt eben nicht nur väter, die der familie nach der trennung den rücken zukehren und sich ein lustiges neues leben suchen, sondern auch solche, die verzweifelt dafür kämpfen, verantwortung übernehmen zu DÜRFEN.

Inaktiver User
19.12.2006, 14:58
Hallo zusammen!

Es formiert sich so langsam eine Männerbewegung. Das geschieht erst jetzt so spät, weil es das Internet als unabhängiges Kommunikationsmedium noch nicht lange gibt. In den etablierten Medien Presse, Funk und Fernsehen wurden diese Initiativen regelmäßig totgeschwiegen, weil diese Medien von den Anhängerinnen des Schwarzer´schen Männerhaßfeminismus allzu sehr kontrolliert werden. Im Internet ist das nicht mehr möglich, da haben die Fernseh-Quotenfrauen ihre Macht verloren.

Leider werden dort vielfach Feindbilder aufgebaut. Es gibt haßerfüllte Tiraden gegen "die Frauen". Ich finde das extrem schlecht für die Männer, weil sie sich damit nur ins eigene Knie schiessen.

Der wahre Feind der Männer sind nicht die Frauen, es sind die Gesetze, die Justiz und diejenigen, die diese Gesetze zusammengeschustert haben. Dieser Murks ist meiner Ansicht nach auch der Grund, warum so viele Männer beziehungsunwillig sind und warum immer weniger Männer einen Kinderwunsch hegen. Nicht weil sie Kinder nicht mögen, sondern weil ihnen durch die Aufklärungsarbeit im Internet die Gefahren aufgezeigt wurden, die ihnen drohen. Wer einmal an eine Hochspannungsleitung gepackt hat und das überlebt hat, der stellt ein gelbes Schild auf: "Vorsicht Hochspannung! Lebensgefahr", und warnt die anderen. Genau das geschieht jetzt auf manchen Männerseiten zum Thema Ehe, Beziehung und Kinderwunsch. Die Männer sind inzwischen verdammt vorsichtig und mißtrauisch geworden.

Ich habe in einem anderen Strang diesen Beitrag (http://www.brigitte.de/foren/showpost.html?p=1017765&postcount=2) dazu geschrieben.

Gruss vom Scorpion

Spqr
20.12.2006, 22:56
Ich finde die Idee richtig gut. Und es gibt eine ganze Menge Themen für eine Männerbewegung.

Ich denke da an die Gesundheit. Warum gehen Männer nicht so oft zum Arzt wie Frauen und warum gehen so wenige zur Krebsvorsorge?

Oder wie gehen Männer mit Problemen um? In Deutschland begehen pro Jahr ca. 10.000 Menschen Selbstmord. 75% davon sind Männer. Dieser Prozentsatz ist relativ konstant über die letzten Jahrzehnte.


An diesen Themen zeigt sich auch, dass sich eine Männerbewegung nicht gegen Frauen richten muss.