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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Todestag meiner Mama jährt sich



Gabrielle13
04.10.2006, 17:57
Ich habe das Bedürfniss hier mich bei Euch auszuweinen. Vor fast einem Jahr starb meine Mutter mit 73 Jahren in der Reha an einer Lungenentzündung. Ich wollte es bis an diesem Tag nicht glauben. Wir hatten so viel gemeinsam durchgestanden. Eine große OP, lange Krankenhaus und dann auf dem Weg der Besserung das!!
Ich habe mich gefühlt wie im schlechten Film als die Krankenschwester mich Samstags morgen anrief und mir sagte, dass es meiner Mutter sehr schlecht gehen würde. Ich habe erst einmal einige Zeit gebraucht um mich zu fassen. Die Freundin von meinem Exmann fragte uns, ob wir nicht hin wollten?? Wir standen unter Schock. Für mich hieß hingehen den kommenden Tod zu akzeptieren und das wollte ich nicht. Nach einiger Zeit hatte ich das sehr starke Bedürfniss zu meiner Mutter zu gehen.
Sie lag da wie ein kleines Vögelchen, dünn (35kg), unter der Maske schwer atmend und schon ganz weit weg. Ich habe mich von ihr verabschieden könne und ich konnte ihr sagen wie ich sie liebe und das sie gehen kann. Es war schrecklich!!!! Nach einiger Zeit sprach ich mit der Ärztin und bat sie die Medikation umzustellen. Vielleicht etwas was schneller wirkt. Wir sind dann alle kurz nach Hause gefahren, warum weiß ich bis heute nicht. In dieser Zeit ist meine Mutter von uns gegangen.
Ich mache mir die größten Vorwürfe nicht bei Ihr gewesen zu sein!!!!! Manchmal stelle ich mir vor wie allein sie war und die Gedanken die dann kommen sind einfach grauenhaft.

Bei der Beerdigung hatte ich bein reingehen in die Trauerhalle für eine kleine Sekunde ein unglaubliches Glücksgefühl. Auch wenn ihr mich für Verrückt haltet war ich der Überzeugung in dieser Sekunde, dass meine Mama da war und es Ihr ganz doll gefallen hat.

Mir fehlt sie ungemein. Es ist nichts so wie es einmal war. Ich bin selbst schon Mutter eines 21 jährigen Sohnes und bin trotzdem zur Waisen geworden.

Einmal war ich an meinem Schreibtisch und wurde von der Traurigkeit so überwältigt, dass ich hemmungslos anfing zu weinen. Plötzlich nahm ich den Duft des Pafüms meiner Mutter war. Sofort dachte ich sie wäre im Raum und nach einer anderen Sekunde ich hätte eine an der Schüssel!!

Leider bleibt mir nur der Gang zum Friedhof den ich regelmäßig mache. Ihr Grab ist sehr schön – ihr würde es gefallen.

Einfach schlimm!!!!!!!!!!!!!

Inaktiver User
04.10.2006, 19:33
Liebe Gabrielle,
ich finde es wunderwunderschön, was für liebevolle deutliche Zeichen du von deiner lieben Mama bekommst !

Denk nicht, dass du einen Sprung in der Schüssel hast. Was du da erlebst, ist authentisch und andere vor dir/mit dir/nach dir erleben ähnliches.
Du findest hier im Forum in einigen Strängen Erlebnisse von anderen trauernden Userinnen, die auch Zeichen bekamen.

Meine Güte, nur noch 35 kg zum Schluß ? Deine arme Mama, wirklich so zart wie ein Vögelchen. Ich kann deine Gefühle gut verstehen. Wäre ich im Moment des Todes nicht bei meinem Sohn gewesen, würde ich mich heute noch elend fühlen, wir Menschen sind eben so, dass wir Schuldgefühle entwickeln, obwohl die in diesem speziellen Fall nicht angebracht sind.-

Deine Mama war nicht alleine! Keine Seele geht allein in die nächste Welt über, immer sind liebevolle Geister da und Engel, und geliebte Menschen die schon vorausgegangen sind. Deiner Mama geht es jetzt sehr, sehr gut - denk an das Glücksgefühl, das sie dir übermittelt hat an der Beerdigung.

Du kannst es dir jetzt, wo grad mal das erste Trauerjahr überstanden ist, wahrscheinlich nicht vorstellen und wirst es mir nicht glauben, aber du wirst in absehbarer Zeit selber auch wieder fähig sein, echtes großes Glück zu empfinden und das dann deiner Mama zu senden. Sie wird es spüren !
Und sich von Herzen freuen, dass es ihrer lieben Tochter auch wieder gut geht.

Trauer ist so schmerzlich und anstrengend, aber sie ist nicht immer gleichbleibend, sie wandelt sich mit dir.


Ich sende dir ganz herzliche Lavendelmondgrüße !

Inaktiver User
05.10.2006, 10:33
Liebe Gabrielle,

ich glaube auch nicht, daß deine Mama alleine war. Kurz bevor meine Mutter starb, sagte sie mir, ihr Vater sei da gewesen, um sie zu holen. Sie habe ihn ganz deutlich gesehen.
Ein paar Tage später ist sie gestorben.

Und du wirst bestimmt weiter Zeichen deiner Mutter wahrnehmen. Ich merke, daß die meine mich beschützt. Bei meiner Hochzeit vor zwei Wochen war sie auch da.

Ich drück dich, wenn ich darf.

Suburban_tribe
05.10.2006, 10:34
Hallo Gabrielle,

ich hab Dein Posting gelesen und mchte Dir gern was dazu schreiben. Zunächst mal laß Dich virtuell drücken. Wie man sich als Tochter fühlt, wenn die Mutter gestorben ist, das kann sich wohl nur vorstellen, wer es selber durchlebt hat. Ich selbst hab vor 6 Monaten meinen Vater verloren und vor 4 Jahren meine Mutter. Sie war schon lange krank gewesen - zwei Schlaganfälle, zum Schluß 10 Tage Koma - und als wir in die Klinik gerufen wurden, sagte man uns, daß es definitiv zu Ende ginge, es sich aber durchaus um eine Zeitspanne von 48 Stunden handeln könne.

Wir saßen stundenlang an ihrem Bett. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt schon ganz weit weg. Sie sah schon ganz fremd aus und atmete schwer und unregelmäßig. Manchmal setzte ihr Atem für einen Moment aus - dann riefen meine Schwester und ich "Mama!!" und sie atmete weiter. Die Ärzte meinten, sie könne uns nicht hören, aber im Nachhinein bin ich mir nicht so sicher.

Jedenfalls schien sich der Sterbeprozess noch lange hinzuziehen. Deshalb rieten uns die Schwestern, wir sollten doch etwas essen gehen, um uns zu stärken. Was soll ich sagen? Wir waren wohl noch nicht richtig im Fahrstuhl nach unten, als es passierte. Unsere Mutter ist ganz allein gestorben, nur eine Krankenschwester war bei ihr. Als wir vom Essen kamen, gar nicht viel später, war schon alles vorbei und sie lag aufgebahrt im Sterbezimmer.

Der Gedanke, daß wir nicht bei ihr waren in ihrer letzten Minute, hat meine Schwester und mich lange verfolgt.

Menschen, die Erfahrungen mit Sterbenden haben, haben mir gesagt, daß meine Mutter vielleicht gerade diesen Moment gewählt hat, um gehen zu können, um nicht "bleiben zu wollen".

Alles Liebe für Dich

Fleure
05.10.2006, 14:33
Hallo liebe Gabrielle,

auch ich finde das ganz wunderbar das du solche Zeichen empfängst. Du hast ganz sicher keine "an der Schüssel", sondern feinste Antennen, mit denen du auf der exakt richtigen Frequenz empfängst. Diese kleinen Zeichen sollen dir Kraft, Mut und Zuversicht geben, wenn du denkst es geht nicht weiter.

Meine Mama ist im Februar diesen Jahres verstorben. Zu Hause. Abends waren wir noch zusammen, sie hatte Lungenkrebs, bekam Morphium und konnte kaum noch sitzen oder einem Gespräch folgen. Bevor ich ging strich ich ihr über die Wange, und sie küsste ganz zart meine Hand. Das war das letzte "Lebens"-zeichen von ihr. In der Nacht schlief sie ein.
Obwohl es so glasklar absehbar war, war es ein Riesenschock. Und doch. Einer meiner ersten Gedanken war: Endlich wurde sie erlöst.
Ich konnte nächtelang nicht schlafen, trotz Medikamenten. Und dann hatte ich diesen Traum. Ich saß an ihrem Bett, sie schlief. Dann wachte sie auf. Das erste was ich zu ihr sagte war: "Ich hab dich lieb!" Sie nickte leicht und hatte die Augen wieder halb geschlossen. Dann fragte ich: "Willst du schlafen?" Sie nickte und schloss die Augen. Dann wachte ich auf. Ich empfand, genau wie du bei deinen "Erlebnissen", ein überwältigendes, friedliches Glückseeligkeitsgefühl. unbeschreiblich. Sie hatte mir zu verstehen gegeben, das es "ok" ist, das sie weg ist. Nicht mehr konnte, und es wirklich eine Erlösung war.

Dem Posting von Suburban kann ich mich nur anschliessen. Sie ist vielleicht auch in dem Moment gegangen, wo sie "unbeobachtet" war. In der Nacht einzuschlafen, ohne "tamtam", das passt zum stillen, zurückhaltenden Wesen meiner Mutter. Vielleicht kannst du davon auch etwas bei deiner erkennen? Vielleicht wollte sie euch nicht weher tun als nötig?

Du hast Recht, egal wie alt wir sind wenn wir unsere Eltern verlieren, wir werden Waisen. Ich fühle mich genau so.

Dieses Sprüchlein würde ich dir gern mit auf den Weg geben:
Wenn das Licht erlöscht, kommt die Trauer. Wenn die Trauer geht, bleibt die Erinnerung an das Licht.

Alles alles Gute für dich
Herzliche Grüße von Fleure :blumengabe:

muggl
05.10.2006, 14:35
Hallo Gabrielle,

ich habe Deine Geschichte gelesen und möchte Dir einen Gruß da lassen, weil mich sie mich berührt hat und ich glaube, Deine Gedanken zumindest ein klein bisschen nachvollziehen zu können.

Als mein Vater starb, habe ich auch einen Elternteil verloren. Doch die Geschichte des Sterbens meiner Oma vor fast genau einem Jahr ist der von Dir geschilderten noch viel ähnlicher. Krankenhausaufenthalt wegen etwas recht Harmlosem, plötzliche Verschlechterung, Wasser in der Lunge, Fieber, Lungenentzündung, hilflos beim Sterben zusehen müssen, immer versuchen da zu sein, und als sie dann wirklich stirbt, ist gerade niemand bei ihr…. Erst wollte ich Dir die ganze Geschichte erzählen, aber das wäre zu umfangreich und es würde Dir ja nicht viel weiterhelfen.
Sie ist vor nun fast genau einen Jahr gestorben. In ein paar Tagen ist auch ihr Todestag.

Es kamen beim Tod meiner Oma insgesamt so viele Dinge zusammen, die auf den ersten Blick fern naturwissenschaftlich-medizinischer Erklärungen erscheinen und am Ende doch so natürlich und stimmig waren, dass ich mir inzwischen vieles vorstellen kann…. Ich persönlich habe zwar keine Zeichen meiner Oma wahrgenommen (war aber viel unterwegs, hatte ziemlich Stress danach, bin relativ schnell ins Ausland aufgebrochen, so dass vieles Andere auf mich einströmte…). - Aber wenn Du in einem Moment des größten Schmerzes das intensive Gefühl hast, dass Deine Mutter bei Dir ist, dann ist das sicher ein sehr schönes und tröstendes Gefühl, das Dir in dem Moment hilft, und das Du Dir bewahren und genießen solltest. Und Dich nicht selbst bestrafen, indem Du Dir eine „Macke“ oder etwas an der Schüssel andichtest und auf damit auf Dich einprügelst. Von einem tröstenden, warmen Gefühl wird man nicht verrückt.

Mich hat es auch lange umgetrieben bzw. tut es noch immer, dass sie alleine gestorben ist. Ich habe immer wieder an ihr Krankenzimmer denken müssen und wie sie darin mit dem Blick auf die weiße kalte Wand gestorben sein muss ... Für mich war das ein furchtbares kaltes und einsames Gefühl und ich denke seit dem, dass es mit das Schlimmste sein muss, alleine zu sterben. Mutterseelenalleine. – Ich fühlte mich schuldig, weil wir immer versucht haben, für sie da zu sein und dann waren wir es im entscheidenden Moment nicht. Wie wollten am Nachmittag alle zusammen zu ihr zum Abendmahl, so wie sie es sich gewünscht hatte, und am Vormittag ist sie gestorben.

Jetzt berührt es mich um so mehr, wenn Ihr erzählt, dass Sterbende gar nicht so fühlen und das Gehen anders wahrnehmen. Ich kann mir das auch bei meiner Oma gut vorstellen: Sie hat ja auch das Krankenhauszimmer nicht wahrgenommen, sondern dachte in ihren letzten Tagen fest, sie sei bei sich zuhause. So wie sie es sich immer gewünscht hatte, zu sterben. ... Vielleicht waren in ihrer Wahrnehmung also auch ihr Mann, ihre Eltern oder Geschwister bei ihr, die schon alle gestorben sind und die sich immer sehr um sie als das Nesthäkchen gekümmert hatten. Sie war ja auch bereit zu sterben, das hatte sie dem Pfarrer gesagt, und dann haben sie das Abendmahl mit ihren Kindern verabredet... Hm.

Gabrielle, ich hoffe, Du findest so auch immer wieder ein Stück mehr Trost.

Alles Liebe

Muggl

Pummel
05.10.2006, 20:15
Liebe Gabrielle,
'es war die Mutter, was bedarf es der Worte mehr'. Sehr wahr. Auch wenn ein Jahr vergangen ist, es tut einfach weh.
Dir Vorwürfe machen, sie allein gelassen zu haben als sie starb, musst du nicht. Lavendelmond und Pommeau haben es ja schon geschrieben, dass Sterbende den Augenblick des Alleinseins regelrecht suchen.
Ich habe 'nen Hospizkurs gemacht u. auch dort wurde es gesagt. Vll müssen sie allein sein, damit sie den wartenden Seelen entgegen gehen können. Und dass Seelen auf sie warteten davon bin ich fest überzeugt. Sie war und ist nicht alleine. Du bist es auch nicht, denn Seelen sterben nicht.

Gedenke deiner Mutter, sprich mit ihr u. du wirst dich ihr nahe fühlen.

Ich wünsche dir viel Licht. Alles Liebe - Pummel

Gabrielle13
05.10.2006, 20:26
Liebe Lavendelmond und Suburban_tribe und Pommeau und Fleure und Muggl

vielen dank für deine/eure sehr lieben und mitfühlenden Worte. Ich habe natürlich viel darüber gelesen über den Tod und das ---leben danach---. Ich habe alles verschlungen und habe aber darauf geachtet, dass ich Zeichen, oder die zwei Zeichen, nicht überbewerte. Leider habe ich noch nie von meiner Mama geträumt. Manchmal denke ich, dass sie mir böse ist. Ich hoffe es nicht.
Ich habe vor 8 Jahren meine schon sehr alte Oma verloren. Kurzer Rückblick: Mein Vater starb als ich 3 Jahre alt war. Meine Mutter musste von da an arbeiten gehen, was sie bis zum Schluss sehr gerne getan hat. Meine Oma hat mich nach der Schule betreut. Sie hat fast immer mit in unserem Haus gewohnt. Ach wenn ich an die Zwei denke. Sie hatten sich öfter am Kopf.
Als meine Oma starb war das ein Schock. Heute sehe ich die letzten Bilder meiner Oma an und sehe wie alt und zerbrechlich sie geworden war. Ich habe das damals nicht gesehen. Meine Mutter hatte Angst das die Oma Schmerzen gehabt hätte, sie starb an einer Lungenembolie und so habe ich meine Mutter schützen wollen und bat ihr an, das ich mir die Oma alleine noch einmal ansehen würde. Was ich dann auch tat. Sie sah gar nicht schlimm aus, aber ihr Kopf und das Kinn waren mit Mull umwickelt. Ich sah diese toten Körper und diese Endlosigkeit wurde mir bewusst. Natürlich sagte ich meiner Mutter, dass die Oma ausgesehen hat wie immer und keine Schmerzen zu erkennen waren. Die Beerdigung war heftig und ich habe am meisten auf meine Mutter aufgepasst. Nach gut einem halben Jahr bekam ich meine erste Panikanfall. Meine Mutter wusste immer, dass es irgendwie mit dem Tod de Oma zu tun hatte. Und nun zurück….. vielleicht wollte Sie mich wirklich schützen indem ich nicht sehen musste wie sie das letzte mal atmend. Ich denke ich hätte das nicht ausgehalten. Es war wie Suburban_tribe es beschrieben hat, denn ich rief auch einmal laut MAMA und da zuckte sie mit den Augen.
Ich hoffe wie eine Verrückte, dass es ihr in ihrer Welt wirklich gut geht und ich hoffe hoffe hoffe, dass ich sie wieder sehen darf. Obwohl sie erst 73 Jahre war (meine Oma wurde 93) sah sie in den letzten Tagen genau so aus wie sie. Eben ein verletztes kleines dünnes nacktes Vögelchen.
An machen Tag, so wie heute, bin ich so unendlich traurig, dass ich manchmal denke, was ist, wenn es die „nächste Welt“ gar nicht gib? Was ist wenn dein Gehirn dir die letzten Funktionen davon einem das nur vorgegaukelt wird?

Ich möchte Euch liebe Lavendelmond und Suburban_tribe und Pommeau und Fleure und Muggl sehr für Eure tröstenden Worte danken. Ich fühle mich sehr verstanden durch Euch.

Ich weiß durch eine Freundin meiner Mutter das sie am Telefon zu Ihr gesagt hat, dass sie keine Lust mehr hatte. Der Sozialdienst im Krankenhaus hat mich schon angesprochen und mir mitgeteilt, dass wohl ein Heim das beste für meine Mutter wäre. Ich habe mir sogar eins angesehen und ich fand es schrecklich. In keinem Zimmer habe ich nur gedanklich meine Mutter gesehen.
Meine Mutter war schon immer Ihrer Zeit voraus. Sie hat immer gemacht was sie wollte.

Ich hoffe, sie wurde von Tod nicht überrascht.

Ich umarme Euch,
Eure Gabrielle

Gabrielle13
05.10.2006, 20:32
Liebe Pummel,

auch dir möchte ich für deine Worte herzlich danken.

Ich hoffe dass du recht hast und die Seelen unserer Verwanten bei meiner Mama waren. Ich denke sie hat sich riesig auf meinen Vater gefreut!!!!! Er war die Liebe Ihres Lebens. Ich hoffe sie tanzen, wo auch immer, Rock and Roll wir früher!!!

Ich danke dir.
gabrielle

Pummel
07.10.2006, 11:09
An machen Tag, so wie heute, bin ich so unendlich traurig, dass ich manchmal denke, was ist, wenn es die „nächste Welt“ gar nicht gib? Was ist wenn dein Gehirn dir die letzten Funktionen davon einem das nur vorgegaukelt wird?
Gelesen habe ich das auch schon, trotzdem glaube ich nicht daran. Denn wie soll es dann geschehen, dass man Seelen sieht, die man gar nie gesehen/getroffen hat. 'Zurückgekehrte' sagen ja, dass sie Seelen begegneten die vor ihrer Zeit lebten, also Urahnen. Wie soll das Gehirn das bewerkstelligen? Zudem können sie Geschehnisse erzählen, die im OP oder auch anderswo passierten u. sozusagen ja in der Zukunft lagen.
Seelen sterben nicht und wahrscheinlich können sie auch Rock'n Roll tanzen.:smile:

Deiner Seelenfamilie geht es gut. Glaub einfach dran.

Drückerchen - Pummel

Inaktiver User
01.01.2008, 13:24
Hallo Leute,

der Strang hier ist zwar nicht mehr so aktuell, aber ich muß mich kurz zu einem Thema, das angesprochen wurde, hier äußern, und zwar möchte ich mich zu den Schuldgefühlen äußern, die manche von euch plagen, weil sie den geliebten menschen beim sterben nicht begleiten könnten, bzw. "den zeitpunkt verpasst" haben:

in dieser hinsicht bin ich folgender meinung, ich glaube es sogar irgendwo aus einem buch bestätigt bekommen zu haben:

Als mein mann starb, war ich dabei. Bei manchen von euch ist es wieder andersrum, manche waren sogar da und sind dann gegangen....und als sie weg waren, starb der liebe mensch.

Ich möchte euch sagen: IHR MÜSST KEINE SCHULDGEFÜHLE HABEN! Unsere Lieben wollen, dass es so passiert, wie´s passiert. Manche möchten ihre lieben nicht dabei haben, wenn sie sterben, manche warten wiederum, bis die lieben kommen und können erst dann von uns gehen, wenn die ganze familie um sie herum ist.

Bei mir war folgendes passiert:

mein mann lag ja lange auf der intensivstation. 10 tage bevor er starb, haben die ärzte meinung geäußert, dass es gut aussieht und er wird es höchstwahrscheinlich schaffen, es entwickelt sich alles in die richtige richtung, er ist jung usw.
Mein Mann ist an einem donnerstag gestorben. Die woche vorher wollten meine eltern auf besuch kommen. Wir haben telefoniert und sie meinten, sie kommen doch nicht das wochenende, weil sie beide grippe haben und wollen so erkältet nicht zu meinem mann gehen, sie teilten mir mit, dass sie erst das nächste wochenende kommen. So. Das wochenende war wie immer, ich war bei meinem mann, es gab ein paar komplikationen, er hat sich aber wieder "gefangen". Dann kam montag....dann der dienstag, da habe ich noch mit einem arzt gesprochen der meinte, mein mann hat ein neues antibiotikum bekommen und es sieht gut aus, nebenbei habe ich ihm erzählt, dass mein mann gezwungenermaßen nicht mehr rauchen, dafür habe ich aber fest angefangen. Wir haben gewitzelt und so. Dann sagte der arzt, dass es möglich wäre, dass mein mann zur weihnachten "beurlaubt" wird und kurz nach hause kann. Wir hatten 1 stunden lang miteinander gesprochen. Dann bin ich beruhigt nach hause, am nächsten tag arbeiten, dann kam der mittwoch, meine eltern sollten einreisen und bis sonntag bleiben. Also bin ich nach der arbeit zum bahnhof um sie abzuholen. Dann mit dem gepäck nach hause. Und dann passierte das unfassbare.

Mein vater ist zu hause geblieben, hat gemeint, er wird erst morgen mit uns mitkommen, denn er sei sehr müde. Bin also mit meiner mutter ins krankenhaus. Ich gutgelaunt, wir kommen an, und dann die hammernachricht. Meinem mann geht es sehr schlecht lautete die nachricht, in der nacht wird sich alles entscheiden, meinte der arzt. Ich bin blass geworden, kann mich nur erinnern, dass ich dem arzt wortwörlich mitgeteilt habe: "mir ist schlecht, ich kotze gleich!"

Dann bin ich mit meiner mutter nachhause, mein vater hat das schlimmste befürchtet, weil wir so lange nicht aufgetaucht sind. Ich habe in der nach 2 mal im KH angerufen, hab dann ein paar stunden geschlafen, hab um 7 uhr früh angerufen und da hat die schwester gesagt: Her oberarzt lässt ihnen ausrichten sie sollen doch kommen, er hat ein blutdruck 40/33.......um halb acht waren wir alle drei dann im KH, haben den priester kommen lassen, haben zu gott gesprochen, dass er ihn ja nicht mitnehmen soll, noch nicht, wir haben noch so viel vor, wir wollten ein baby. Um 10:02 ist mein mann dann gegangen.......

Somit bin ich fest überzeugt, dass mein mann noch warten wollte, bis meine eltern von ihm abschied nehmen können und hat gewartet, bis sie kommen, damit ich in der schweren zeit, wo er ins jenseits geht, nicht alleine bin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in dieser situation alleine wäre. Ich bin fest überzeugt, dass er das so "geplant" hat.

Seine eltern sind erst 1 1/2 stunden später im KH eingetroffen. ...........

ich glaube, dass unsere lieben schon wissen, was sie tun (oder gott?), sie wissen was wir ertragen können und was und wie sie´s tun müssen, damit wir mit der situation klarkommen. Aber keiner von uns muß schuldgefühle haben, wenn er den übergang des liebsten (der liebsten) verpasst hat. Es gibt keine Zufälle.

lg an euch alle:blumengabe:

teichmuschel
06.05.2008, 09:56
Der Todestag meiner Mutter hat sich am 30.04. nun zum 2. Mal gejährt. Wo ist die Zeit geblieben. Vor 2 Jahren dachte ich die Welt müsse still stehen, die Tage haben sich gezogen und waren schwer wie Blei. Jeden Morgen haben ich den Abend herbeigesehnt, damit ich mich ins Bett verkriechen kann und von der Sonne, dem blauen Himmel, dem Lachen der Menschen, dem Erwachen der Natur ... nichts mitkriege.

Es hat sich vieles geändert. Die Tage sind wieder lebbar geworden. An manchen Dingen habe ich auch wieder Freude und Spass. Was geblieben ist, ist der Schmerz. Meine Mutter nie wieder zu sehen, zu riechen, zu halten. Nie wieder ihr Lachen zu hören, nie wieder mir ihr reden können, sie nichts mehr fragen können über ihre eigene Vergangenheit und meine Kindheit.
Geblieben ist eine Gefühl des "alleine seins".

Beim Spazierengehen erinnern mich die leuchtend gelben Rapsfelder an meine Mutter - an den Tod meiner Mutter. Wahrscheinlich werde ich immer diesen Rückschluss ziehen. Gelbe Rapsfelder - Mutti ist gestorben. Und oft laufen mir die Tränen über das Gesicht.

Ich vermisse sie und hoffe, dass es ihr - wo immer sie auch ist - gut geht.

Teichmuschel