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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie weiter miteinander umgehen?



Inaktiver User
04.10.2006, 08:18
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baerli
04.10.2006, 09:00
Hallo Angie,

natürlich muss das jeder für sich entscheiden. Ich kann nur aus meiner Sicht beschreiben, wie es ist. Für meinen Seelenfrieden war es gut IHR die Meinung zu sagen. Allerdings lass dir so viel Zeit dazu, das du einigermaßen gefestigt bist. Es bringt dir nichts, wenn du in ihrer Gegenwart die Fassung verlierst. Das kann hinterher passieren. Ich hatte mir einen Tag ausgesucht an dem ich gut drauf war. Bin dann hin und habe ihr in aller Ruhe und Entschlossenheit gesagt, wenn sie meinen Mann nicht Ruhe läßt und nicht wahrhaben will, das er Schluß gemacht, dann gibt es Krieg. Ich habe mich auch auf keine Diskussionen eingelassen. Der Überraschungsmoment war natürlich auch auf meiner Seite, denn damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Und bleibe bei DIR. Zeige ihr das du hinter deinem Mann stehst, auch wenn das im Moment noch nicht so ist. Das muss sie ja nicht wissen. Als es bei mir brenzlig wurde und meine Fassung anfing ins Wanken zu kommen, bin ich aufgestanden und habe ihr gesagt - sie wurde etwas lauter - "auf diesem Niveau unterhalte ich mich nicht mehr" und bin gegangen. Ich fühlte mich hinterher GUT.
Auch mir wurde immer schlecht, wenn ich wusste das die beiden aufeinander trafen. Nach 6 Wochen ist auch alles noch so frisch, das das Vertrauen sehr schwer fällt. Für Männer ist es leider meistens so, wenn sie sich entschieden haben, das dann alles wieder gut ist. Wobei ich denke, wenn die Situation umgekehrt wäre, würden sie genauso leiden.
Wünsche dir viel Kraft.
baerli

Inaktiver User
04.10.2006, 09:17
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Kraaf
04.10.2006, 09:36
Jetzt ist es aber so, dass SIE ihn immer noch nicht in Ruhe lässt. Sie ruft unter irgendwelchen Vorwänden an, besucht in tagsüber (wenn ich arbeiten bin) in seiner Firma und hat jetzt auch noch gefragt, warum er ihr aus dem Weg geht und ob sie nicht Freunde bleiben können. Mein Mann meinte zwar - ja ich gehe dir aus dem Weg - aber mehr auch nicht.

Moin Angi,

wieso weisst du davon? Hat er es dir erzählt? Von sich aus oder auf "Vorhalt"?

Regeln muss jedenfalls ER es. Alles andere funktioniert nicht. Du kannst es nicht, denn dann hättet ihr die (scheinbare) Situation, zweier Frauen, die um den gleichen Mann rangeln.

Er soll und muss sich ggfs. auch die Wunschvorstellung abschminken, er könne mit der anderen zumindest noch befreundet bleiben. Ist eben nicht. Das hat er sich quasi "verbockt".

Tja und dann müsst ihr schauen, wie ihr wieder "drive" in eure eigene Beziehung bringen könnt. Nur die "Störfaktoren" beseitigen, schafft noch keine posivtiven Inhalte.

nettes Grüssle
Kraaf

baerli
04.10.2006, 09:41
Ach Angie,

ich kann deine Ängste so gut verstehen. Deswegen mein Rat an dich, suche dir einen GUTEN Tag aus. An dem du dich sicher fühlst und Selbstvertrauen hast. Wenn du Glück hast, ist auch bei dir der Überraschungsmoment auf deiner Seite. Ich denke damit rechnen die wenigsten, das die Partnerin kommt. Sie war im ersten Moment ganz schön sprachlos, wollte sich dann rechtfertigen und zum Schluss die ganze Schuld auf meinen Mann schieben. Ich habe sie allerdings wenig zu Wort kommen lassen. Ihr MEINE Meinung gesagt und dann, wie bereits geschrieben, bin ich gegangen. Ich hatte Glück, sie lebt auch in einer festen Beziehung. So konnte ich natürlich drohen alles zu erzählen. Und als sie mich tatsächlich nicht ganz so ernst nahm (auch damit must du leider rechnen) und weitermachen wollte, habe ich ihrem Partner alles erzählt. Allerdings finde ich, es geht hier weniger um sie, du must dich bei ganzen Sache gut fühlen, auch hinterher. Ich habe übrigens meinem Mann anfangs nichts davon erzählt. Weder das ich das vorhabe, noch als ich da war. Wutentbrannt hat sie sich erst bei meinem Mann beschwert, als ich mit ihrem Partner gesprochen hatte. Sie rief dann auch noch mich an und wollte mir das ganze verbieten. Das war der Moment, der mir richtig gut tat. Mein Mann war es zwar ungenehm, denn so offene Konfontrationen mag er nicht so sehr, aber er stand hinter mir. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann wäre das beste sowieso gewesen, wie würden ALLE so tun, als ob nichts passiert wäre. Das geht nicht und die Verantwortung dafür müssen auch die Betrüger übernehmen. Das hat er irgendwann erkannt und seitdem herrscht zwischen den beiden Funkstille.
baerli

baerli
04.10.2006, 09:45
***Regeln muss jedenfalls ER es. Alles andere funktioniert nicht. Du kannst es nicht, denn dann hättet ihr die (scheinbare) Situation, zweier Frauen, die um den gleichen Mann rangeln.****

Hallo Kraaf,

hier "rangeln" doch zwei Frauen um den gleichen Mann. Warum soll Angie ihr nicht auch den Kampf ansagen.
Viele Grüße
baerli

Inaktiver User
04.10.2006, 09:50
Hallo Angi,

für mich geht es bei dem, was Du schreibst, um eine Verquickung von Verantwortlichkeiten.

Du hast eine Beziehung zu Deinem Mann, Dein Mann wiederum hatte eine Affäre mit dieser Frau. Er ist dafür verantwortlich, Eure Beziehung dieser Frau gegenüber geöffnet zu haben, das war seine Entscheidung. Inzwischen weisst Du, was passiert ist, und Dein Mann hat sich entschlossen, gemeinsam mit Dir an Eurer Beziehung zu arbeiten. Wenn ich Dich recht verstehe, ist für Dich eine Grundvoraussetzung für die Aufarbeitung der Affäre und das Fortsetzen Eurer Beziehung, dass Dein Mann die Beziehung zu der Frau, mit der er die Affäre hatte, beendet und möglichst wenig Kontakt zwischen beiden herrscht.

Einfluss hast Du darauf allerdings meines Erachtens nicht. Es ist letztlich die Entscheidung Deines Mannes, Eure Beziehung abzugrenzen und seiner Affäre klare Grenzen aufzuzeigen, oder weiterhin Kontakt zuzulassen. Natürlich kann er ihr nicht verbieten, Kontakt herzustellen, aber er kann sehr deutlich machen, was er wünscht, und er hat natürlich auch die Möglichkeit, Kontaktangebote von ihr abzulehnen.

Wenn es für Dich essentiell für die Aufarbeitung ist, dass die Affäre definitiv beendet ist und ausser zufälliger Begegnungen kein Kontakt mehr herrscht, wäre es zum einen wichtig, dies in aller Deutlichkeit Deinem Partner mitzuteilen, Dir zum anderen aber auch zu überlegen, was Du tun willst, wenn Dein Partner die Dinge für sich anders bewertet und eigentlich gern weiter einen wie auch immer gearteten Kontakt wünscht.

Wie würde es Dir damit gehen?
Was wärest Du bereit zu tolerieren, wo liegt Deine Grenze?
Welche Konsequenzen kannst und wirst Du ziehen, falls die Wünsche Deines Mannes und Deine Bedürfnisse in diesem Punkt divergieren?

Letztlich ist es Dein Mann, der entschieden hat, sich seiner Affäre zuzuwenden, während er mit Dir eine Beziehung geführt hat, und er ist es auch, der jetzt entscheiden muss, ob er bereit ist, eine Wahl zu treffen, die Beziehung zur Affäre zu beenden und Eure Beziehung der Affäre gegenüber so abzugrenzen, wie Du es Dir wünschst.

Ein Gespräch zwischen Dir und der Freundin Deines Mannes kann weder Deinem Mann diese Entscheidung, noch die DURCHSETZUNG der Abgrenzung abnehmen. Du könntest jede Woche intensive Gespräche mit der Affäre Deines Mannes führen und ihr dabei vehement mitteilen, sie solle sich von Deinem Mann fern halten - all das bringt gar nichts, wenn Dein Mann die Dinge für sich anders bewertet und die Beziehung zu dieser Frau weiterhin - in welcher Form auch immer - unterhalten will. Egal welche Drohungen Du auch aussprichst - verantwortlich für die Gestaltung des Kontakts zu seiner Affäre ist Dein Mann, darauf hast Du keinen Einfluss.

Die Entscheidungen, die Du treffen kannst, beschränken sich auf Deine Beziehung zu Deinem Partner. Ihr seid für den Fortbestand Eurer Beziehung verantwortlich und könnt individuell entscheiden, was Ihr einbringt, wie Ihr diese Beziehung gestaltet, was "erlaubt" ist und was für Euch nicht in Ordnung ist. Gibt es diesbezüglich Differenzen, ist es Eure gemeinsame Aufgabe, diese Differenzen zu klären, einen gemeinsamen Nenner zu finden, oder aber in bestimmten Punkten auszuhalten, keinen gemeinsamen Nenner zu finden. Jeder einzelne von Euch kann dann entscheiden, ob der Punkt, in dem keine Einigung zu erzielen ist, für ihn dennoch akzeptabel ist, oder dazu führt, dass die Beziehung verlassen werden muss.

Im Klartext bedeutet dies: Ist Dein Mann nicht bereit, Aussenbeziehungen aufzugeben, möchte er beispielsweise den Kontakt zu seiner Freundin weiterhin aufrecht erhalten, hast Du auf diese Entscheidung keinen Einfluss. Du kannst Wünsche anmelden, mit Drohszenarien oder irgendwelchen Verboten, die Du seiner Freundin gegenüber aussprichst erreichst Du allerdings vermutlich nichts. Dein Mann entscheidet über seine Kontakte selbst - Dir bleibt diesbezüglich letztlich nur zu schauen, ob seine Art des Umgangs damit für Dich tolerabel ist, Wünsche anzumelden, wenn sie das nicht ist, und entsprechend dann im zweiten Schritt Konsequenzen zu ziehen, wenn sich keine Veränderung der Situation in Deinem Sinne erreichen lässt.

Grüssle
Seawasp

Kraaf
04.10.2006, 09:55
Hallo Kraaf,

hier "rangeln" doch zwei Frauen um den gleichen Mann. Warum soll Angie ihr nicht auch den Kampf ansagen.
Viele Grüße
baerli

Wo rangeln sie denn?


- ich habe vor ca. 6 Wochen herausgefunden, dass mein Mann mich betrogen hat. Wir haben uns dann zu einem Neuanfang entschlossen und er hat auch gleich mit IHR Schluss gemacht.

Ich jedenfalls hätte in der Situation etwas mit meinem Süssen zu klären. Klar und deutlich. Hat er jetzt eine Entscheidung getroffen oder hat er es nicht? Und nein, ich würde den Schritt zurück - offenes Konkurrieren - mir wohl nicht antun.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
04.10.2006, 09:56
Was meint ihr, soll ich IHR mal die Meinung sagen?

davon möchte ich dir dringend abraten ! - denn damit würdest du ihr deine breitseite präsentieren....sprich, du würdest ihr eine einschätzung geben WO du verletzbar bist.

zeit braucht ihr zwei, du und dein mann. und ihr müßt neue lebenskonzepte entwickeln wie ihr miteinander zukünftig umgehen wollt, was ihr ändern müßt damit sich sowas nicht wiederholt. sprecht darüber was gefehlt hat und wo die wünsche sind. das ist der 1. schritt, daß der keil der anderen nicht zwischen euch gerät.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

Inaktiver User
04.10.2006, 09:59
***Regeln muss jedenfalls ER es. Alles andere funktioniert nicht. Du kannst es nicht, denn dann hättet ihr die (scheinbare) Situation, zweier Frauen, die um den gleichen Mann rangeln.****

Hallo Kraaf,

hier "rangeln" doch zwei Frauen um den gleichen Mann. Warum soll Angie ihr nicht auch den Kampf ansagen.
Viele Grüße
baerli


Bearli,

ist ein Mann eine Art Preis, den es zu "erringen" gilt, ein Besitz, den Du verteidigen und kontrollieren musst, oder wünschst Du Dir eine Beziehung, die auf Freiwilligkeit und Liebe basiert, und die von beiden Partnern so wertgeschätzt wird, dass sie gemeinsam an dieser Beziehung arbeiten, gemeinsam lebbare Parameter vereinbaren und diese Vereinbarungen auch aktiv (und freiwillig) umsetzen?

Mich interessiert nicht, welche Frauen sich für meinen Partner erwärmen und ihm auf welche Art schöne Augen machen - was mich interessiert ist, wie mein Partner damit umgeht, und ob sein Umgang für mich akzeptabel ist oder nicht. Ist er es (dauerhaft) nicht, verlasse ich um meinetwillen die Beziehung, sie hat dann nicht die Basis, die ich mir für sie wünsche. Mit irgendwelchen "Dritten" habe letztlich nichts am Hut.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
04.10.2006, 10:05
...

baerli
04.10.2006, 10:15
Hallo Seawasp,

nein, ein Mann ist keine Art Preis oder ein Besitz. Auch geht es hier nicht um Kontrolle, obwohl anfangs ein Kontrollzwang herrscht. Natürlich wünschte ich mir eine Beziehung die auf Freiwilligkeit und Liebe basiert, nur wurde das ja von dem "Betrüger" in Frage gestellt. Ich denke, gerade wenn die Affäre bekannt wird, ist man in einer Ausnahmesituation. Ich war auf jeden Fall sehr erstaunt über meine Reaktionen. Vertrauen wieder aufzubauen, dauert unendlich lange, auch wenn man es gerne, ganz schnell wieder hätte.
Auch bin der Meinung, das beide an der Beziehung arbeiten müssen. Nicht nur nach einem Seitensprung, sondern jeden Tag.
Gruß
baerli

Inaktiver User
04.10.2006, 10:17
Baerli,

wenn es nicht um Kontrolle geht - warum hälst Du es dann für richtig, Kontakte Deines Mannes zu beeinflussen? Ist nicht er derjenige, der dafür Sorge trägt, diese Kontakte zu gestalten?

Natürlich stellt der Betrügende die Ausschliesslichkeit der Beziehung in Frage. Entsprechend ist aber er es auch, der dafür verantwortlich ist, diese Ausschliesslichkeit - wenn sie denn Grundlage der gemeinsamen Beziehung ist - wieder herzustellen und darauf zu achten, diese zu erhalten.

Grüssle
Seawasp

Kraaf
04.10.2006, 10:29
Wenn ich ihm sage, dass er IHR klipp und klar die Meinung sagen soll, eiert er herum und meint, das ist nicht so einfach, weil sonst alle anderen gleich merken würden, was los ist.
Wir wollen aber beide nicht, dass in unserem "Nest", sprich Kleinstadt, jeder davon erfährt, da sind wir uns einig.

Naja, er muss es ihr ja nicht sonntags auf dem Kirchenvorplatz klarmachen.

Wenn du mit ihr sprechen willst, siganlisierst du ihr damit genau das Gegenteil: nämlich das das "Rennen" (seine Entscheidung für dich) noch offen sei. Genau die falsche Botschaft oder?

So, dann noch mal aus dem Männerhirn geplaudert: die grosse Omnipotenzfantasie ist, Affäre warum nicht, kann denn Liebe Sünde sein? Und die kleine Variante? Ich kann mit der "Anderen" zumindest weiterhin befreundet sein...

Und genau das funktioniert eben regelmässig nicht.

Umgekehrt, du musst z.B. auch daran denken, dass er nach Beendigung der Affäre um die andere zunächst auch trauert und mehr noch: er kann eure Beziehung zumindest für eine Übergangszeit als einengend und "Spiel- und Spassverderberei" empfinden. Dann hat er sich zwar für dich entschieden, aber unterschwellig können sich schnell Aggressionen in den Beziehungsalltag einschleichen.

Ich drück dir die Daumen.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
04.10.2006, 10:31
...

baerli
04.10.2006, 10:36
Seawasp,

ich weiss nicht, ob du jemals in dieser Situation warst, aber natürlich will man anfangs die Kontakte beeinflussen. Heute, 3 Jahre danach, bin ich auch der Meinung das das nicht richtig ist. Aber was wird nicht alles falsch gemacht, weil man in dem Moment auch gar nicht in der Lage ist zu entscheiden, was richtig und was falsch ist. Ich bin und war der Meinung, das der Betrügende dafür verantwortlich ist, den Kontakt abzubrechen. Doch auch mein Mann eierte so rum und das konnte ich nicht ertragen. Heute, nach einer Paartherapie, sind wir beide uns darüber auch einig. JEDER ist für SEINE Kontakte zuständig und verantwortlich was daraus wird. Damals hätte ich dieses Wissen gerne angewendet, aber dazu war ich nicht in Lage.
baerli

Mirca
04.10.2006, 11:14
hallo baerli,

was mich nur wundert ist warum Du dann als ultimativen Rat was hier schreibst von dem Du heute rueckblickend sagst es war falsch...

gruss
mirca

Inaktiver User
04.10.2006, 11:21
Angi wenn du mit der Flamme von deinem Männe reden willst, weil du erfahren willst ob er dir die Wahrheit gesagt hat dann mach das. Wenn du denkst du musst mit ihr reden weil dein Mann weiter in Gefahr ist mit ihr weiter zu machen, dann ist deine Ehe kaputt. Dein Männe muss dir jetzt treu sein wollen. Wenn er das nicht will und ist, wirst du ihn nicht von seinen Seitensprüngen abbringen wenn du der Flamme den Umgang mit ihm verbietest. Sie wird dich bloß auslachen.

baerli
04.10.2006, 11:21
@mirca,
für mich war es in dem Moment wichtig mit ihr zu reden. Habe ich damit den Kontakt beinflusst? Nein, ich habe ihr nur MEINE Meinung dazu gesagt und das würde ich heute immer noch tun.
baerli

Inaktiver User
04.10.2006, 11:24
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Inaktiver User
04.10.2006, 11:30
Liebe Angi,

ich kenne Deine Gefühle (auch) aus eigener Erfahrung und weiss wie es ist, schier verrückt zu werden vor Fragezeichen, Unsicherheiten, Schmerz, Wut, Trauer und dem Wunsch, diesem Alptraum so zügig wie möglich zu entkommen.

Schnelle Lösungen, Patentrezepte gibt es leider keine.

Ein Vertrauensbruch ist ein tiefer Riss, der viele Fragen aufwirft und unter Umständen auch "alte" Wunden, alte Vertrauensbrüche wieder neu aufbricht, so dass diese Deinen Schmerz und Deine Verwirrung noch verstärken.

Für umso wichtiger halte ich es, mit dem Partner im Gespräch zu bleiben. Es ist nicht damit getan, eine Affäre "zuzugeben" und dann einen Deckel über die Sache zu schieben in der Hoffnung, dass alles schon "gut" wird. Als Betrogene hast Du viele Fragen, mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen. Dein Vertrauen ist im Eimer - all das will thematisiert werden. Auch Dein Partner als "Betrüger" hat vermutlich Themen, die ihn belasten, umtreiben, durcheinander bringen. Wie konnte es zum Vertrauensbruch kommen? Welche Vorgeschichte gibt es? Wie stand es um Eure Beziehung vor der Affäre, welche Themen gab es, die möglicherweise nicht angesprochen wurden? Welche Gefühle begleiten Deinen Partner jetzt, welche herrschten während der Affäre vor? Welche Wünsche und Träume habt Ihr in Bezug auf Euch als Paar, wie stellt Ihr Euch Eure Zukunft vor? Was könnt Ihr jetzt aktuell tun, um dieser Zukunft in der Gegenwart den Weg zu ebnen?

Welche Gefühle und Gedanken sind für jeden von Euch mit der Affäre verknüpft?

Ich halte es für wichtig, dass ein Paar bezüglich all dieser Themen ins Gespräch kommt. Oft geht einer Affäre bereits eine grössere Sprachlosigkeit voraus - ein Paar spricht über Alltagsprobleme, aber nicht über das, was im Einzelnen passiert, was sich bewegt, verändert, worum sich Gedanken und Gefühle drehen. Eine Affäre kann auch zur Chance werden, diese Sprachlosigkeit zu überwinden, wieder echte Nähe zuzulassen, den Alltag gemeinsam zu überdenken und neu zu gestalten.

Ganz wichtig finde ich es, den Schmerz zu thematisieren - es ist wichtig in der Lage zu sein, über das, was passiert ist, in dem Masse sprechen zu können, wie jeder von Euch das braucht. Das bedeutet unter Umständen auch, dass Dein Partner aushalten muss, dass DU Redebedarf hast, während er, vielleicht aus Scham und schlechtem Gewissen heraus, am liebsten kein Wort mehr über die Angelegenheit verlieren möchte.

Es kann eine gute Idee sein, Dir selbst zusätzlich Raum für Deine Gefühle zu geben, indem Du eine Therapie machst und dort gemeinsam mit Deiner Therapeutin in einem geschützten Raum anschaust, was mit Dir passiert ist und wie Du mit dem, was geschehen ist, für Dich umgehen kannst.

Es kann gut für Euch sein, GEMEINSAM eine Paartherapie zu beginnen, vor allem dann, wenn Ihr merkt, dass Ihr Probleme damit habt, wirklich ins Gespräch zu kommen, oder dass Eure Gespräche immer wieder in heftigen Streits enden und weitere Wunden aufreissen.

Hilfreich kann ausserdem sein, verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Dies kann insbesondere Dir über die erste sehr verunsicherte Zeit hinweghelfen, wenn Du am liebsten jeden Schritt Deines Partners kontrollieren möchtest.

Vereinbarunge können sein:

Ehrlichkeit:
Fragen werden ehrlich beantwortet - es geht nicht um Schönheit, es geht um Wahrheit und Wahrhaftigkeit, und zwar auch, wenn geäusserte Gefühle unschön scheinen. Ehrlichkeit miteinander ist ein zentraler Baustein dafür, dass Vertrauen wieder einen Boden bekommt.

Transparenz:
Gerade in der Anfangszeit ist es häufig ein essentielles Bedürfnis zu wissen, was der Partner in der getrennt voneinander verbrachten Zeit tut. Es ist wichtig zu erkennen, dass dies grundsätzlich nicht unbedingt mit Kontrolle zu tun hat, sondern mit einer tiefen Verunsicherung. Ein Partner, der am Fortbestand der Beziehung interessiert ist und Vertrauen wieder aufbauen möchte, hat normalerweise kein Problem damit, über seine Kontakte, seine Treffen, seinen Tagesablauf zu berichten, so dass nach und nach eine Entspannung eintreten kann. Zur Transparenz gehört auch, über Kontakte zur Affäre oder zu anderen Männern und Frauen zu stehen. Es geht nicht darum, das Leben des Partners zu kontrollieren, sondern zu lernen damit umzugehen, DASS er ein Eigenleben hat und Vertrauen zu entwickeln, dass er dieses Eigenleben im Sinne der Beziehung und der darin getroffenen Vereinbarungen führt.

Verbindlichkeit:
Verbindlichkeit bedeutet, dass Vereinbarungen und Zusagen auch tatsächlich eingehalten werden, und Abweichungen sofort kommuniziert werden. Wenn also beispielsweise der Partner sich mit Freund A trifft, dann kann ich mich darauf verlassen, dass er das auch tatsächlich tut, und nicht stattdessen mit Y im Café sitzt. WENN er mit Y im Café sitzen will, dann kommuniziert er dies - siehe Transparenz - ehrlich und offen. Auf diese Weise weiss ich, woran ich bin, ich bin nicht darauf angewiesen, Fantasien zu entwickeln, die meine Unsicherheit und mein Misstrauen verstärken.

Kontrolle, egal in welcher Form, ist meines Erachtens keine gute Idee, weil sie Vertrauen unterminiert. Ich muss mich entscheiden - glaube ich, dass ich mit meinem Partner eine Chance habe, will ich uns diese Chance geben? Glaube ich meinem Partner, dass er ernsthaft bereit ist, an und für uns als Paar zu arbeiten? Bin ich bereit auch anzuerkennen, dass wir BEIDE Fehler gemacht haben, dass auch ich möglicherweise Anteil an der Affäre, respektive an dem Zustand unserer Beziehung, der eine Affäre erst möglich gemacht hat, habe? Bin ich bereit, jenseits von Schuldfragen zu schauen, wo unsere Beziehung steht und gemeinsam mit meinem Partner daran zu arbeiten, sie zu stärken? Bin ich bereit, meinem Partner zuzuhören, wenn er von sich spricht, auch wenn das bedeutet, dass ich meinen Schmerz aushalten muss, wenn er von seinem spricht, auch wenn das heisst, dass er, der doch "schuld" ist, ebenfalls Bedürfnisse anmeldet? Wenn ich das Bejahen kann, beinhaltet das auch einen gewissen Vertrauens-Bonus. Ja, ich bin enttäuscht worden, ja, es kann wieder passieren, nein, Sicherheiten und Garantien gibt es nicht, nirgends ausser in mir selbst - aber dennoch bin ich bereit, das Risiko einzugehen, weil ich mir selbst und meiner Fähigkeit, auch nach einer Enttäuschung wieder aufzustehen, vertraue, und damit auch meinem Partner einen Vertrauensbonus zugestehen kann.

Angi, derzeit geht es nur mit sehr kleinen Schritten voran, es tut höllisch weh, und sicher hast Du oft das Gefühl, innerlich die Wände hochzugehen. Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung nahe legen, auf die kleinen Dinge zu schauen und jeden Tag einen neuen Anfang zu machen. Vielleicht gelingt es nicht, mit Deinem Partner ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist er doch nicht bereit, gemeinsam mit Dir wirklich aktiv das zu tun, was notwendig ist, um die Kuh vom Eis zu holen. Es KANN sein, dass Du Deinen Weg dann irgendwann allein weiter gehen wirst - aber bis dahin habt Ihr gute Chancen, WENN, und das ist wirklich die Voraussetzung, Ihr BEIDE bereit seit, aufeinander zuzugehen und miteinander für Euch zu arbeiten.

Dein Partner ist der Mensch, der für Dich zentral ist - seine Affäre oder andere Kontakte können Dir nicht dabei helfen, die Beziehung mit ihm in sichereres Fahrwasser zu bringen. Wenn Du, wenn er nicht bereit ist, Dich/sich einzubringen, nützen Dir auch Strafpredigten und Drohunge der Affäre gegenüber nichts.

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr Euren Weg findet.

Grüssle
Seawasp

Trilana
04.10.2006, 11:40
Hier mal die Meinung einer Ex-Geliebten dazu.

Die Freundin meines Geliebten hatte mich auch angerufen und mir verboten weiterhin Kontakt mit ihrem Freund zu haben. Aber ich hätte mich daran wohl nie gehalten, denn wieso sollte ich etwas nicht mehr tun, wenn der andere den Kontkat weiter halten will?

Wenn mein damaliger Geliebter mir gesagt hätte er will den Kontaktabbruch und es wäre vorbei, dann hätte ich das wohl gemacht, vielleicht hätte ich noch ein klärendes Gespräch gewollt, aber dann wäre es auch vorbei gewesen.

Ich weiss das hört sich moralisch wohl ziemlich daneben an, aber wer lässt sich schon gern von einer "fremden" Person verbieten mit wem er Kontakt hat und mit wem nicht.

Was ich damit sagen möchte ist, dass es wenig Sinn macht als Betrogene hinzugehen und mit der Geliebten zu reden und ihr den weiteren Kontakt zu verbieten, darauf wird sie nie und nimmer hören. Sie bekommt vielleicht ein schlechtes Gewissen, aber solange der Mann den Kontakt nicht abbricht, sondern aufrecht erhält, wird die Gleiebte auch weiterhin den Kontakt halten. Es sei denn sie ist selber soweit und will die Beziehung beenden, das scheint hier aber nicht der Fall zu sein. Also es liegt ganz alleine an deinem Mann, den Kontakt so zu gestalten, dass es dir gut geht damit. Wenn er das nicht kann, musst du deine Konsequenzen daraus ziehen und ihm ganz klar sagen wo deine Grenzen sind. Was bringt es dir, wenn dein Mann bei dir bleibt, du aber weiter leidest, weil ER nicht fähig ist den Kontkat zur Geliebten abzubrechen und sei es auch nur ein lockerer Kontakt OHNE Beziehung zur Geliebten.

Ich wünsch dir, dass dein Mann eine ganz klare Entscheidung trifft, tut er es nicht, musst DU sie treffen.Aber irgendetwas von der Geliebten zu verlangen, wie, dass sie den Mann in Ruhe lassen soll, wird nicht funktionieren.

Grüße
Trilana

Inaktiver User
04.10.2006, 12:25
...

Trilana
04.10.2006, 15:03
Trilana,
danke für deine offenen Worte von "der anderen Seite", die natürlich auch logisch klingen.
Ich habe mal eine Frage an dich. Würde es aus deiner Sicht Sinn machen, IHR in der Öffentlichkeit zu zeigen, dass mein Mann und ich zusammengehören, also in ihrer Gegenwart (z. B. bei öffentlichen Veranstaltungen, Tanz usw.) Zärtlichkeiten auszutauschen, Küsschen, Händchen halten etc.. Das ist nämlich der Vorschlag meines Mannes. Er meint, das wirkt zehnmal besser als eine klare Ansage. Kann natürlich auch sein, dass er sich so um eine Aussprache mit IHR drücken will.
Angi

HMMM die Frage ist schwer zu beantworten, da ich in so einer Situation nicht gewesen bin. Ich kann da auch nur spekulieren wie ich reagieren würde. Ich für meinen Teil würde dann wohl einsehen, dass ich keine Chance habe, wenn es so demonstrativ nach aussen gezeigt wird. aber ich denke da ist auch jede Geliebte anders. Es kommt eben dann auch darauf an, was der Geliebte der Geliebten erzählt. Was wenn dein Mann dann hingeht und seiner Exgeliebten erzählt, er hätte das tun müssen, weil du das so gewollt hättest und er das so gar nicht wollte u ihr nicht weh zu tun und so weiter. So eine Dreiecksgeschichte ist echt haarig, für alle drei Seiten. Die Geliebte kann nur das glauben, was ER ihr erzählt, du kannst auhc nur glauben was ER dir erzählt, ob das nun Wahrheit ist oder nicht, wird eben erst die Zeit zeigen.

Ich kann mir vorstellen wie schrecklich die Situation für dich sein muss, aber die Geliebte ist da einfach der falsche Ansprechpartner, derjenige der klare Linien und Grenzen ziehen muss, ist dein Mann, und es reicht nicht es ihr so zu zeigen, wie er vorschlägt, wenn er dann im Gegenzug zu ihr weiter freundlich ist und ihr nicht weh tun will. Da müssen ganz klare Grenzen von ihm kommen und auch ein totaler Kontaktabbruch, sonst wird dein Vertrauen immer wieder hadern.

Wenn er ganz klare Linie fährt, wird der Geliebten irgendwann klar werden, dass es vorbei ist, und sie wird ihre eigenen Wege gehen(es sei denn sie ist ne Stalkerin, wovon wir mal nicht ausgehen wollen..), aber die Signale müssen eben eindeutig vom Mann kommen. solange er ihr irgendwie noch zugesteht, dass er sie mag und so weiter, wird die Hoffnung nicht sterben und die Geliebte wird versuchen den Kontakt nicht einschlafen zu lassen.

Was du tun kannst ist deinem Mann ganz deutlich zu sagen, was du jetzt brauchst um wieder Vertrauen zu ihm aufzubauen und wenn er einen Neuanfang mit dir will, wird er auch darauf eingehen und zusammen mit dir an eurer Beziehung arbeiten.

Ich habe der Freundin von meinem Geliebten auch immer gesagt, sie müsse sich mit ihm auseinandersetzen, denn selbst, wenn ich den Kontakt abbrechen würde, hiesse das ja noch lange nicht, dass ich aus seinem Leben verschwunden wäre. Weisst du was ich meine? Selbst wenn die Geliebte weg ist, wird das Problem zwischen euch beiden weiterhin bestehen.

Grüße
Trilana

Inaktiver User
04.10.2006, 21:08
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