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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heilige und Hure



silberbauch
03.10.2006, 10:30
Hallo,
ich habe vor ca.einem Monat einen Threat zum Thema "Er lebt seine Fantasien nicht mit mir aus" eröffnet und dort auch sehr interessante Denkweisen(und vor allem auch mal in andere Richtungen)kennengelernt.Kurz gesagt ich habe versucht mit ihm zu reden um etwas zu ändern doch es funktioniert nicht.Ich habe den Eindruck,Kraaf kam der Sache wirklich am Nächsten:erleuchtung:blumengabe: Ich bin seine"Heilige"und werde beschützt und verwöhnt,doch das weite schmutzige Feld darf ich leider nicht betreten.Wir hatten mit guten Freunden eine Disskussion über Pornos,Internet,Fantasien und co der er einfach nur beigewohnt hat,alles war sehr locker und er bekam dadurch einige Einblicke was in mir vorgeht,ganz ungezwungen ohne dass er was dazu sagen musste.Aber das wars auch,jedes Gespräch was ich noch so vorsichtig in diese Richtung führen will(natürlich nur unter 4 Augen,da ihm das Ganze auch irgendwie peinlich ist und er nicht als "geiler bock"angesehn werden möchte-den gedanken kriegt er nicht aus dem Kopf)wird abgeblockt und dann lass ich ihn halt,will ihn auch nicht überfordern.Nun erwäge ich einen Brief zu schreiben den er still und in Ruhe lesen kann(seinem Naturell also sehr nah)und möchte wissen was ihr davon haltet und ob jemand eine Idee hat wie ich da am Besten rangehe ohne ihn zu verschrecken.Möchte keinesfalls dass er sich unter Druck gesetzt fühlt.
Was ich vielleicht noch erwähnen sollte:ich bin schwanger und er freut sich sehr aufs Baby.Das macht das Ganze natürlich nicht einfacher zumal er dazu tendiert mich zu sehr in der Mutterrolle wahrzunehmen,sprich dem Heiligenschein wird noch ein Krönchen aufgesetzt:niedergeschmettert:

scorpion69
03.10.2006, 20:28
Hast Du ihm schon mal gesagt das Du manche sachen aus den Pornos auch mal selber machen möchtest

Inaktiver User
04.10.2006, 02:04
Ich wollte Dir empfehlen vielleicht selber etwas leidenschaftlicher "ranzugehen". Mach doch einfach Dinge mit ihm / an ihm, die Du noch nie gemacht hast. Oder wenn er Dich berührt, zeige ihm, dass Dir das gefällt, dass "das geil ist". Geh "etwas mit ihm mit". Oder geh etwas mehr mit ihm mit.
Das ganze ist aber etwas problematischer in einer Schwangerschaft, weil da manche Männer auch "verkrampfen können", wenn sie dran denken, dass in der Gebärmutter (und somit in der Nähe Ihres Glieds) Ihr / Euer Kind heranwächst.
In einem anderen Strang hat der User Korsar einen sehr guten Satz gesagt, der etwa sinngemäß so ging: Wer fragt wird Antworten bekommen, wer verwöhnt wird verwöhnt werden.
Viel Vergnügen.

artbrut
05.10.2006, 12:20
Beim lesen Deiner Zeilen fragte ich mich zunächst, wie mag wohl seine Mutter sein? Aber das nur am Rande.
Das von Dir beschriebene Phänomen kenne ich aus meinem Bekanntenkreis. Dabei fallen mir immer zwei Varianten auf: die Einen scheinen ganz offensichtlich wenig Interesse am Sex zu haben. Diese Männer sind aber auch in anderen Lebensbereichen nicht gerade Leidenschaftlich.
Die Anderen können sich nicht vorstellen Ihre Phantasien mit Ihren Partnerinnen zu leben. Ihnen ist es peinlich, man hat das Gefühl, sie schämen sich ihrer Triebe. Göttin und Hure, das sind für sie 2 Frauenbilder, die niemals in einer Person sein dürfen.
Was kann man in einer ansonsten gut geführten Partnerschaft dagegen unternehmen? Miteinander reden. Ich weiß, mein Tipp ist nicht gerade originell, aber wie sonst soll Frau/Mann herausfinden, was die gemeinsame Schnittmenge ist.
Praktisches ausprobieren halte ich für problematisch, weil dadurch schnell die Scham überhand gewinnt.

Inaktiver User
05.10.2006, 23:37
Die Anderen können sich nicht vorstellen Ihre Phantasien mit Ihren Partnerinnen zu leben. Ihnen ist es peinlich, man hat das Gefühl, sie schämen sich ihrer Triebe. Göttin und Hure, das sind für sie 2 Frauenbilder, die niemals in einer Person sein dürfen.
Was kann man in einer ansonsten gut geführten Partnerschaft dagegen unternehmen? Miteinander reden. Ich weiß, mein Tipp ist nicht gerade originell, aber wie sonst soll Frau/Mann herausfinden, was die gemeinsame Schnittmenge ist.


Hmmh,

meine Erfahrung ist ja, dass miteinander reden schnell an die Grenzen kommt, weil es nichts bewegt. Und deshalb halte ich von dem Ratschlag, immer über alle Probleme ruhig zu reden, nur sehr bedingt etwas. Der andere "weiß" dann, was los ist, aber er "begreift" das nicht.

Dazu braucht es manchmal Gefühlsausdrücke bzw. öffnende Streits. Der Mann nimmt in der beschriebenen Situation seine Partnerin ja nicht wirklich an, sondern macht sich ein Bild von ihr. Und weigert sich, sich damit auseinander zu setzen. Da würde ich Stress machen und 'mal richtig auf den Tisch hauen.
Nicht darum, was heute abend gefälligst zu geschehen hat - das ist natürlich kontraproduktiv.
Aber darum, dass er mich und das Thema Ernst nimmt und sich klar macht, dass mich sein angeblich so edles Verhalten verletzt.
Und dann kann man miteinander reden, wo die Schnittmenge ist bzw. wie man sich gemeinsam weiterentwickeln und herantasten kann.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
06.10.2006, 01:04
Ich bin seine"Heilige"und werde beschützt und verwöhnt,doch das weite schmutzige Feld darf ich leider nicht betreten

Sag ihm, schluss mit lustig, lass uns dreckig sein!
"Ich hab da was von Prostatastimulation gehört, ich kette dich jetzt an die Bettpfosten und teste das mal, danach darfst du.."

Ypnowoman2
06.10.2006, 01:47
Leonie
begreifen lassen ist sicher der richtige Weg - aber ob das mit Streit geht? 1) wenn gebrüllt wird wird meistens nicht zugehört. 2) Streiten ist nicht jedermanns Sache. 3) in einem Streit kommt man meistens in die Versuchung einen Gegenangriff zu starten, und dann entfernt man sich von dem eigentlichen Problem. Muss nicht sein, kann aber sein.
Ich persönlich halte mehr von ruhig den eigenen Standpunkt offen zu legen und darauf zu achten, ernst genommen zu werden. Das heisst, ich muss den Eindruck haben, der andere hat es nicht nur registriert sondern auch verstanden. Habe ich diesen Eindruck nicht, kommen die Konsequenten, sprich ich spiele das Spiel, wie es bis jetzt gelaufen ist, nicht mehr mit. Spätestens wenn er nicht mehr an den Zufall glaubt, merkt er dass doch etwas war, worüber wir gesprochen haben.... und dann macht man sich auf die gemeinsame Suche nach einer Möglichkeit des weiterkommens, so wie du schreibst.
Ich denke, das ist auch eine Möglichkeit.

Inaktiver User
06.10.2006, 08:36
Ich persönlich halte mehr von ruhig den eigenen Standpunkt offen zu legen und darauf zu achten, ernst genommen zu werden. Das heisst, ich muss den Eindruck haben, der andere hat es nicht nur registriert sondern auch verstanden. Habe ich diesen Eindruck nicht, kommen die Konsequenten, sprich ich spiele das Spiel, wie es bis jetzt gelaufen ist, nicht mehr mit. Spätestens wenn er nicht mehr an den Zufall glaubt, merkt er dass doch etwas war, worüber wir gesprochen haben....

Ypno,

was heißt denn das?

Klingt irgendwie nach "Sich völlig Zurückziehen" und mehr oder weniger bewusstem Bestrafen u- und das lehne ich in einer Beziehung ab.

Erst einmal versucht man es natürlich mit reden, mehrmals.

Aber dann halte ich einen Gefühlsausbruch für richtig - jedenfalls sollte der nicht zurückgehalten werden.


1) wenn gebrüllt wird wird meistens nicht zugehört.
Brüllen muss man nicht unbedingt, und das richtige Zuhören kommt sowieso später


2) Streiten ist nicht jedermanns Sache.

Mag sein, aber die meisten Paare sind meiner Beobachtung nach viel zu harmoniebedürftig und vermeiden Streit viel zu sehr.


3) in einem Streit kommt man meistens in die Versuchung einen Gegenangriff zu starten, und dann entfernt man sich von dem eigentlichen Problem. Muss nicht sein, kann aber sein.

Auch das finde ich nicht so schlimm, wenn der Gegenangriff einigermaßen "zum Thema" ist. Wenn die Gefühle des anderen hochkommen und zum Ausdrick gebracht werden, ist es auch nur gut - er hat ja auch welche in diesem Zusammenhang, sonst gäbe es das Problem ja nicht.


Irgendwann müssen wir 'mal einen Thread über das (öffnende, verletzende, zermürbende, nörgelnde) Streiten, die echte Auseinandersetzung und zu großes Harmoniebedürfnis aufmachen.

Gruß, Leonie

Hopscotch07
06.10.2006, 12:11
Leonie


Irgendwann müssen wir 'mal einen Thread über das (öffnende, verletzende, zermürbende, nörgelnde) Streiten, die echte Auseinandersetzung und zu großes Harmoniebedürfnis aufmachen.


Gute Idee!!!!!!:blumengabe:

Ypnowoman2
06.10.2006, 17:14
Aber Leonie
entschiedenen Nein. :blumengabe:
Es hat nichts mit "sich völlig zurückziehen" und bestrafen zu tun, sondern nur mit einem gezielten zeigen dass ich es ernst meine und solange er nicht bereit ist, sich damit auseinander zu setzen, kein Spiel "nach alten Regeln" mit mir mehr vorkommt. Ich ziehe mich nicht zurück und schmolle, sondern er weiß ganz genau worum es geht. Weil ich ihm ja - wenn´s nötig - wieder erkläre. Das ist für mich Konsequenzen ziehen.

Ob viele Paare viel zu harmoniebedürftig sind weiß ich nicht, ich nehme an es liegt daran, dass die meiste nicht richtig streiten können.

Brüllen muss man nicht unbedingt, und das richtige Zuhören kommt sowieso später

Also, wenn ich bis jetzt richtig beobachtet habe, werden genau die falsche Sätze richtig zugehört - Sätze, die in Eifer des Gefechtes nicht überlegt ausgesprochen wurden. <-- macht den Schaden noch größer und lenkt von Problem an.

in einem Streit kommt man meistens in die Versuchung einen Gegenangriff zu starten, und dann entfernt man sich von dem eigentlichen Problem. Muss nicht sein, kann aber sein.

Auch das finde ich nicht so schlimm, wenn der Gegenangriff einigermaßen "zum Thema" ist.

Genau das meine ich. Ich kenne genug Leute die beim Streiten dann auf andere Gebiete greifen, um sich "zu verteidigen" und ans Thema vorbei gehen. Ergebniss? Das eigentliche Problem wird vergessen und es wird fröhlich weiter auf anderen Gebieten gestritten. Oft als Zuschauer erlebt und noch öfters darüber den Kopf geschüttelt.

Streiten muss man können. Es ist nicht ganz einfach.

Aber auf einen Thread über echte Ausseinandersetzung wäre ich auch neugierig.

Inaktiver User
06.10.2006, 21:13
Aber Leonie
entschiedenen Nein. :blumengabe:
Es hat nichts mit "sich völlig zurückziehen" und bestrafen zu tun, sondern nur mit einem gezielten zeigen dass ich es ernst meine und solange er nicht bereit ist, sich damit auseinander zu setzen, kein Spiel "nach alten Regeln" mit mir mehr vorkommt. Ich ziehe mich nicht zurück und schmolle, sondern er weiß ganz genau worum es geht.

Ypno, jetzt weiß ich zwar, was Du nicht tust - aber wie Du ihm zeigst, dass Du es ernst meinst, verstehe ich immer noch nicht.
Was heißt "Spiel mit alten Regeln"? Sex?

Gruß, Leonie

Ypnowoman2
06.10.2006, 23:05
Leonie
wie ich es zeige? Indem ich freundlich aber bestimmt nein sage zu dem was er vorschlägt, falls es sich um das dreht, worüber ich ihm bereits sagte dass ich nicht mehr einverstanden bin und er es trotzdem auf der alten Art und Weise versucht. Egal ob es sich um Sex, Freizeit, Finanzen oder was weiß ich dreht, der Mechanismus ist der gleiche. Ich mache nicht mehr mit in dem bestimmten Bereich (und nur in dem bestimmten Bereich) solange er nicht bereit ist, mit mir eine für uns beiden zufriedenstellende Alternative/Kompromiss zu finden.
Ich habe keine Lust mir immer wieder das Auf-den-Tisch-schlagen-und-dann-wieder-reden-spiel einzulassen, ich weiß doch dass er es nicht extra macht. Er "vergisst" es wieder. So ist mein Mann. Der muss es spüren. So viel ich weiß, ist er nicht der einzige.
Ich glaube, jedes Paar entwickelt in Laufe der Zeit die eigene Methode; es geht nicht darum, ob eine bessere oder eine schlechtere ist. Es geht nur darum, die Vielfalt der möglichen Wegen zu zeigen. So sehe ich das.

Inaktiver User
06.10.2006, 23:36
Ähm Ypno,

jetzt verstehe ich noch weniger.

sonst machst Du Sachen mit, mit denen Du nicht einverstanden bist :wie?:

Und gratuliere zu einem Mann, der mit so einfachen Mitteln schon "begreift".

Gruß, Leonie

Ypnowoman2
06.10.2006, 23:46
Leonie
wieso verstehst du mich heute so schlecht? Bin ich heute vielleicht unverständlicher als sonst? Ich merke es nicht, tut mir leid.

Hier geht es nur darum, ernst genommen zu werden. Auf welcher Art und Weise auch immer. Aber in etwas kannst du dir sicher sein: ich tue nie was, wenn ich nicht einverstanden bin. Es passiert nur zum Glück so selten dass mir etwas mit meinem Mann nicht passt, dass einfache Mittel ausreichen um es wieder ins Lot zu bringen. Wobei... einfache Mittel ist relativ. Nerven braucht man schon.

Inaktiver User
07.10.2006, 00:22
ich tue nie was, wenn ich nicht einverstanden bin.

eben, hätte mich ja auch gewundert.

Aber das reicht doch nicht als Signal oder Hilfe oder was auch immer, wenn der andere "begreifen" soll, worum es geht, und sich damit auseinandersetzen soll. Wenn ich sowieso nicht mitmache, womit ich nicht einverstanden bin, und reden "nicht hilft" - dann geht es doch erst los.
Über so "einfache Fälle" wie Du sie beschreibst (war bei Euch aber nicht immer so, oder?) spreche ich nicht.

Kommen wir doch 'mal zur Ausgangsfrage zurück.

Soll sie jetzt gar keinen Sex mehr mit ihm haben? Das würde ich für völlig kontraproduktiv halten. Also was empfiehlst Du?

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.10.2006, 00:41
Ich persönlich halte mehr von ruhig den eigenen Standpunkt offen zu legen und darauf zu achten, ernst genommen zu werden. Das heisst, ich muss den Eindruck haben, der andere hat es nicht nur registriert sondern auch verstanden. Habe ich diesen Eindruck nicht, kommen die Konsequenzen, sprich ich spiele das Spiel, wie es bis jetzt gelaufen ist, nicht mehr mit.

:allesok:

Das ist auch mein Weg. Müßte ich streiten, damit er mich ernst nimmt - ich wäre schon längst auf und davon.

Inaktiver User
07.10.2006, 01:03
:allesok:

Das ist auch mein Weg. Müßte ich streiten, damit er mich ernst nimmt - ich wäre schon längst auf und davon.

Also entweder Ihr führt Bilderbuchehen oder Ihr bleibt an der Oberfläche oder ich verstehe gar nichts (Die Bilderbuchehe hatte ich aber eigentlich für mich beansprucht :smirksmile:)

Ihr könnt über alles reden und dann klärt sich alles ? Und immer versteht einer den anderen?

Und nie geht es an die Substanz? An Punkte, die so grundsätzlich sind, dass Reden an seine Grenzen kommt? Wo man den anderen ernst nehmen kann, und trotzdem nicht begreift?

MarisLouina,

hast Du das Ausgangsposting gelesen?

Noch dreimal darüber reden - und wenn das nicht hilft, Trennung?

Verwirrter Gruß, Leonie

Ypnowoman2
07.10.2006, 01:33
Ach je, jetzt habe ich mir auch den anderen Thread gelesen.
Schlimm ist das, und dazu ist Silberbauch noch schwanger.
Mein ehrlicher Eindruck? No Chance. Erstens, es kann tatsächlich sein dass der Mann so tickt (keine eigenen erotischen Phantasien, keine Augen für andere Frauen, volle Zufriedenheit beim realen Blümchensex und virtuellen "Sauereien", völlig romantischer Typ - so was gibt es tatsächlich, wissen wir ja) und zweitens will Silberbauch keinen Druck machen. Was bleibt? Abwarten und Tee trinken. So lange sie schwanger ist sowieso, da wird nichts gehen, aber sie könnte jetzt schon eventuelle Vorbereitungen in Angriff nehmen. Sie schreibt, sie hat versucht mit ihm zu reden, ohne Erfolg. Er schreibt aber Briefe (steht in dem anderen Thread) also... Briefchen schreiben. Ein ganz ehrlicher Brief, in dem sie ihre Gefühle (NICHT ihre Zweifel über seine Ehrlichkeit!) offenkündigt, ihre Hilflosigkeit und ihre Bereitschaft mit ihm die Sache anzugehen - dafür gibt sie ihm Zeit, aber verbunden mit der Aufforderung, sich bitte Gedanken darüber zu machen, weil es ihr ernst ist und sie leidet. Ja genau, das Wort "leiden" würde ich benutzen. Weil er offensichtlich sehr bemüht ist, dass es ihr gut geht. Selber Vorschläge machen wie die Situation zu verbessern wäre (keine Aufforderung "knall mich auf den Küchentisch und besorg&#180;s mir" sondern eher Situationen beschreiben und Platz für seine Phantasie Raum geben, Kompromissbereitschaft zeigen). Und auf eine Antwort von ihm bestehen, egal auf welcher Weise.
Wenn die Zeit für die Antwort verstrichen ist und er sich nicht gemeldet hat, ihn darauf ansprechen und nicht los lassen. Ganz konkret nach dem Warum fragen. Aber ruhig und liebevoll, sonst blockt er wieder ab. Es kann gut sein dass er von ihren realen Vorstellungen einfach überfordert ist, das sollte er aber zugeben. Ist das der Fall, hast keine Chance. Es gibt Männer, die realen stärkeren Sex einfach nicht mögen, und das auch ohne die Partnerin als Heilige zu sehen. Es gibt Männer für denen Sex ein Austausch von Zärtlichkeiten ist, und dazu zählt Geilheit im Flur oder auf den Küchentisch endgültig nicht - auch wenn sie das durchaus in einem Porno geniessen können. Sowas hat für sie mit Liebe nichts zu tun. Das kann man akzeptieren oder nicht, aber ändern geht das - meiner Erfahrung nach - nicht. Man kann Blümchensex lebendiger machen, witziger, abwechslungsreicher, aber nicht ... wow, geil!
Auf die andere Seite riskiert Silberbauch die wunderschöne Erlebnisse die sie jetzt hat für immer zu verlieren, weil er dann eventuell versuchen wird sich ihren Vorstellungen anzupassen und das wird schief gehen, weil man dazu eben der Typ sein muss. Ergebniss? Er wird verkrampft werden, es wird sich nicht mehr "echt" und wunderschön anfühlen und ich glaube nicht dass das dann rückgängig zu machen ist, weil der Zauber flöten gegangen ist. Es wird weiterhin schön bleiben, aber nicht einzigartig. Ich frage mich, ob eine oder mehrere unechte schnelle Runden im Flur das Wert sind.

Leonie
bei so einem Mann darfst du nicht Stress machen. Sonst hat sich die Frage "was mache ich dann? kein Sex mehr mit ihm?" von alleine erledigt. Nämlich von seiner Seite aus. Könnte ich wetten.

Ypnowoman2
07.10.2006, 01:53
Leonie
in Antwort auf deiner Nr. 17
wenn ich hier lese und in meinem Bekanntenkreis schaue... ja, ich würde behaupten ich führe eine Bilderbuchehe, geniesse sie und schätze sie.
Ich hasse streiten und mein Mann genauso. Das ist bei uns kontraproduktiv. Ich habe mir früher einmal im Jahr Luft gemacht - das Problem was wir hatten kennen wir ja - jetzt brauche ich das nicht mehr.
Wir liegen allgemein auf der gleichen Wellenlänge, und wenn Missverständnisse vorkommen werden sie direkt geklärt. Und auch wenn ich manchmal meinen Mann nicht begreife heisst noch lange nicht dass ich nicht akzeptieren kann dass er anders denkt als ich. Und dann suchen wir eben einen Kompromiss. Das klappt so seit Anfang an - ausser eben in dem bestimmten Punkt, früher. Und das hat funktioniert nachdem ich Konsequenzen gezogen habe die ihn getroffen haben. Konsequenzen ziehen heisst nicht immer Trennung.
Aber wenn ich lese dass Paare in 4 Monate Beziehung schon öfters Streit hatten - ne, das kann ich nicht nachvollziehen, zum Beispiel. Das wäre für mich nichts.

Inaktiver User
07.10.2006, 02:08
Ypno,

jeder argumentiert auf der Basis seiner Erfahrungen bzw. aus dem was er daraus verallgemeinert.

Und da bin ich nicht überzeugt von dem, was Du schreibst. Weder davon, dass Silberbauchs Mann sich nicht entwickeln kann, noch davon, dass "Stress machen" kontraproduktiv ist. Wobei sich der Stress immer darauf beziehen muss, dass er sich mit dem Thema auseinandersetzt - nie darauf, was er gefälligst zu machen hat.

Brief schreiben ist natürlich auch eine gute Idee. Das würde aber z.B. bei uns nicht funktionieren, wir brauchen den direkten Austausch.

Gruß, Leonie


P.S. Wir streiten übrigens auch selten, und wenn es dauernd verletzende Streitigkeiten gibt, ist das natürlich nichts. Aber ohne die öffnenden Streits stünden wir nicht da, wo wir stehen. Wenn ich in der BriCom lese, denke ich manchmal diese Streits haben bei uns die öffnende Funktion, von der andere anlässlich einer Affäre berichten: "So intensiv geredet haben wir noch nie".

Ypnowoman2
07.10.2006, 02:27
Leonie
du weißt worauf du im Bett stehst. Ganz besonders was der Anfang betrifft. Jetzt stell dir vor, dein Mann würde sich von dir wünschen, du wärst ein ganz passiver Typ und würdest unter die Decke auf ihn warten. Kannst du dir vorstellen, du würdest dich in die Richtung "entwickeln" können? auf Dauer? und dabei glücklich sein?
Natürlich kann sich Silberbauchs Mann entwickeln, aber er wird nie der geile/leidenschaftliche/draufgängerische Lover den sie sich wünscht. Wie hat jemand hier so schön geschrieben? "du kannst aus einem Schwein kein Rennpferd machen. Maximal ein schnelles Schwein". Mit allem Respekt für Mensch und Schwein.

Ja stimmt, ich habe einen Fehler gemacht. Es geht nicht um Stress machen bei Herrn Silberbauch, sondern um streiten. Auf den Tisch hauen. Das geht nicht. Ich hab´s falsch geschrieben. Dass er sich auseinander setzen muss steht ausser Frage.
Ihr braucht den direkten Austausch, wir haben unseren Problem per Mail gelöst. So unterschiedlich sind Menschen. Übrigens ich verallgemeine nicht :aetsch:, Silberbauch hat doch geschrieben dass der Mann abgeblockt hat, als sie versucht hat mit ihm zu reden.
Ich schätze dich trotzdem, sowohl als Mensch als als Diskussionspartner :ahoi:

Inaktiver User
07.10.2006, 02:47
naja, mehr als eine Sau, die früher langsam war und jetzt immer schneller wird, bin ich sicher auch nicht. Aber das ist doch auch schon was.

Leonie
du weißt worauf du im Bett stehst.

nicht so ganz - ich bin immer noch dabei, das zu entdecken. Und ich wünsche mir immer wieder Dinge, die ich mir vor 5 Jahren noch überhaupt nicht vorstellen konnte. Und das wird in 5 Jahren wieder so sein. Warte 'mal wie schnell die Sau ist, wenn sie 60 wird :smirksmile:
Das geht meinem Mann übrigens genau so - der entwickelt sich auch :smile:


Ganz besonders was der Anfang betrifft.

Das stimmt. Aber genau da passen mein Mann und ich nicht gut zusammen. Unser Einstiegsproblem können wir nur über den Kopf lösen. Und - um 'mal Dein Beispiel aufzugreifen - darum, dass ich nicht immer unter der Bettdecke liegen muss, sondern es auch öfter nach meinem Schema geht (wozu er schauspielern muss) gab es einen öffnenden Streit. Ging aber erst, nachdem ich mich selbst soweit entwickelt hatte, dass ich das überhaupt formulieren konnte - die jungen Jahre zähle ich bei mir ja bis Ende 30.

Aber sobald die Anfangshürde überwunden ist, passen wir sehr gut zusammen, und wir sind mit unserem Sex sehr zufrieden.
Warum sollten wir nicht auf Dauer glücklich sein?


Dass er sich auseinander setzen muss steht ausser Frage.
Ihr braucht den direkten Austausch, wir haben unseren Problem per Mail gelöst. So unterschiedlich sind Menschen.

Per mail so wie wir jetzt gerade, immer rasch hin und her - das könnte ich mir auch vorstellen.

Übrigens ich verallgemeine nicht :aetsch:, Silberbauch hat doch geschrieben dass der Mann abgeblockt hat, als sie versucht hat mit ihm zu reden.

Genau darum soll sie doch streiten. Meinst Du vielleicht, mein Mann habe noch nie abgeblockt, wenn ich mit solchen Themen gekommen bin?
Das "Über alles reden Können" ist uns nicht in die Beziehungswiege gelegt. Dazu mussten wir uns gelegentlich gegenseitig Stress machen.

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.10.2006, 15:36
MarisLouina,
hast Du das Ausgangsposting gelesen?
Noch dreimal darüber reden - und wenn das nicht hilft, Trennung?


Ja, ich habe es gelesen. Ich glaube, daß die beiden Hilfe von außen brauchen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß in dieser Situation "nur" reden oder streiten etwas bringt.


Also entweder Ihr führt Bilderbuchehen oder Ihr bleibt an der Oberfläche oder ich verstehe gar nichts (Die Bilderbuchehe hatte ich aber eigentlich für mich beansprucht :smirksmile:)

Ihr könnt über alles reden und dann klärt sich alles ? Und immer versteht einer den anderen?

Und nie geht es an die Substanz? An Punkte, die so grundsätzlich sind, dass Reden an seine Grenzen kommt? Wo man den anderen ernst nehmen kann, und trotzdem nicht begreift?

Wir sind gar nicht verheiratet :smirksmile:
Mein Freund und ich sind in den grundsätzlichen Punkten, die unsere Partnerschaft betreffen, sehr ähnlich denkend und fühlend. Wir befinden uns ständig im Austausch, können auf die Gedanken und Gefühle des anderen intensiv eingehen, weil wir selber so denken und fühlen. Ich muß mich ihm nicht dauernd verständlich machen, umgekehrt genauso. Wir verstehen einander ohne Debatten, ohne Streit, und manchmal sogar ohne Worte. Kompromisse sind überflüssig, weil kein Bedarf an ihnen besteht.

Wenn es um allgemeine Themen und nicht um unsere Beziehung geht, sind wir gelegentlich unterschiedlicher Meinung, ohne dass der eine sich vom anderen überzeugen läßt. Das muß in diesen Bereichen aber auch nicht sein - und wir lieben es, stundenlang zu diskutieren.

Streit hatten wir nur einmal. Vordergründig ging es um eine Bagatelle, tatsächlich stand jedoch unsere Beziehung auf dem Spiel. Ich hatte in den ersten Monaten nicht den Mut und das Vertrauen, meine Verlassensängste zu thematisieren. Er merkte, daß etwas nicht stimmte, sprach mich jedoch nicht darauf an. Nach dem großen Knall (der vermeidbar gewesen wäre, wenn ich kein Geheimnis aus meinen Ängsten gemacht hätte) legten wir beide unsere Karten auf den Tisch, und seitdem läuft es bei uns wie oben beschrieben. Ich empfinde die Art und Weise, wie wir harmonieren, als Stärkung und Kraftquelle.

silberbauch
07.10.2006, 17:40
Es gibt Männer für denen Sex ein Austausch von Zärtlichkeiten ist, und dazu zählt Geilheit im Flur oder auf den Küchentisch endgültig nicht - auch wenn sie das durchaus in einem Porno geniessen können. Sowas hat für sie mit Liebe nichts zu tun.

Hmm...und ich dachte eher es ist andersherum:wenn er es sich im Porno ansieht dann existiert ja ein "geiler" Teil in ihm den frau vielleicht irgendwie hervorlocken könnte.Früher sagte er ja immer er guckt keine Pornos bis ich mal eher nach Hause kam,er ist voller Panik in ein anderes Zimmer gerannt und hat den PC angelassen.Da war ich schon geschockt weil ich damit nicht gerechnet hatte.Ich hab natürlich mit ihm geredet(wobei das eher Monologe sind)er hat sich geschämt,wollte mich nicht verletzen etc.Ich sagte dass das gucken kein Problem für mich ist(und ich auch selbst gucke) sondern dass ich das Problem in unserer mangelnden Kommunikation sehe.Und das weiss er,deshalb wurde er auch oft verlassen.Das möchte ich aber nicht,dazu liebe ich ihn viel zu sehr.Ich möchte ihm helfen offener(grad im sex.Bereich)zu sein,das weiss und schätzt er auch.Also hab ich ihm dann einen sehr ästhetischen Porno geschenkt,er hat sich gefreut und meinte es sei für ihn ein schönes Geschenk weil es von mir quasi"abgesegnet"ist und er dann ohne schlechtes Gewissen gucken kann.Ich meinte wenn er ihn gesehn hat können wir ja mal zusammen gucken..dazu kam es leider nie,er meinte der Film hat ihm sehr gut gefallen,aber weicht meinen gemeinsamen Ansinnen aus:zahnschmerzen:
Was mich aber stört sind webcams(das weiss er auch)wo eine andere für ihn strippt,da fühl ich mich verletzt und nicht mehr begehrt.Das macht er heimlich und da will ich ihn auch nicht ansprechen weil er es eh nicht lassen wird.Mich würde aber interessieren was ihm daran gefällt,obs die andere Frau ist oder andere Gründe/Wünsche,aber darüber würde er nicht reden und das macht es für mich schwierig damit umzugehn..diese Ungewissheit.Manchmal frage ich mich wer er wirklich ist.Er interessiert sich für meine Fantasien aber wenn ich vorschlage dass ich ihm was erzähle wenn er es danach auch tut dann will er lieber nichts wissen um nicht reden zu müss:gegen die wand: en.


Auf die andere Seite riskiert Silberbauch die wunderschöne Erlebnisse die sie jetzt hat für immer zu verlieren, weil er dann eventuell versuchen wird sich ihren Vorstellungen anzupassen und das wird schief gehen, weil man dazu eben der Typ sein muss. Ergebniss? Er wird verkrampft werden, es wird sich nicht mehr "echt" und wunderschön anfühlen und ich glaube nicht dass das dann rückgängig zu machen ist, weil der Zauber flöten gegangen ist. Es wird weiterhin schön bleiben, aber nicht einzigartig. Ich frage mich, ob eine oder mehrere unechte schnelle Runden im Flur das Wert sind.

Leonie
bei so einem Mann darfst du nicht Stress machen. Sonst hat sich die Frage "was mache ich dann? kein Sex mehr mit ihm?" von alleine erledigt. Nämlich von seiner Seite aus. Könnte ich wetten.

Da hast Du Recht,kennst Du ihn?:smirksmile: Aber im ernst,von Streit etc bei diesem sensiblen Thema halte ich gar nichts.Brief schreiben ist vielleicht wirklich das Beste,muss nur mal nen guten Tag erwischen wo mir die richtigen Worte zufallen.:erleuchtung:

Inaktiver User
07.10.2006, 19:01
Aber im ernst,von Streit etc bei diesem sensiblen Thema halte ich gar nichts.

Davon, über das Thema selbst zu streiten, halte ich auch nichts. Das habe ich doch immer wieder betont - drücke ich mich so schlecht aus?

Aber Brief schreiben ist natürlich auch ok.

Alles Gute,

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.10.2006, 19:12
Wir sind gar nicht verheiratet :smirksmile:
Mein Freund und ich sind in den grundsätzlichen Punkten, die unsere Partnerschaft betreffen, sehr ähnlich denkend und fühlend. Wir befinden uns ständig im Austausch, können auf die Gedanken und Gefühle des anderen intensiv eingehen, weil wir selber so denken und fühlen. Ich muß mich ihm nicht dauernd verständlich machen, umgekehrt genauso. Wir verstehen einander ohne Debatten, ohne Streit, und manchmal sogar ohne Worte. Kompromisse sind überflüssig, weil kein Bedarf an ihnen besteht.


MarisLouina,

wie lange denn schon? Länger als 5 Jahre zusammenleben?


Natürlich sollte man sich über die grundsätzlichen Punkte einig sein. Und natürlich kenne ich Euch nicht.

Aber wenn ich das lese, läuten bei mir die Alarmglocken.
Es war schon manches Paar stolz darauf, wie harmonisch es bei ihnen zugeht, und hat sich dann gewundert, dass die Beziehung erstarrt und schließlich eine explosive Mischung entstanden ist.

Mir kommt der Verdacht der Oberflächkeit. Dass zwei Menschen bis in die Tiefe so ähnlich sind - das kann ich mir nicht vorstellen.

Und selbst wenn es so wäre - mein Ideal wäre das nicht. Wie soll man da aneinander wachsen? Wie die Beziehung weiterentwickeln und lebendig halten? Wie die Spannung bewahren?

Gruß, Leonie

Inaktiver User
07.10.2006, 23:14
Hallo Leonie,

wir leben erst ein Jahr zusammen. Ein Paar sind wir ein halbes Jahr länger.

Ich hatte eine dreijährige Beziehung, in der es nicht sehr harmonisch zuging. Unsere Ansichten waren in vielen Bereichen einfach zu unterschiedlich. Ich empfand die Streitigkeiten als kräftezehrend und zerstörerisch. Die jetzige Beziehung hat weitaus mehr Tiefgang, da wir uns ständig und direkt austauschen, ohne Angst vor der nächsten Eskalation haben zu müssen. Aneinander wachsen können wir trotzdem. Nur weil wir ähnlich denken und fühlen, heißt das ja nicht, daß wir zur selben Zeit die gleichen Gedanken haben. Wir können uns auch hervorragend ergänzen. Und selbstverständlich reiben wir uns auch aneinander, wenn wir - losgelöst von unserer Partnerschaft - unterschiedlicher Meinung sind.

Aber vielleicht verstehen wir unter "grundsätzlichen Punkten" ganz andere Dinge? Für mich sind das: Lebensplanung, Familienwunsch, Einstellung zur Berufstätigkeit, Umgang mit Geld, Ordnungsliebe, Sex, persönliche Freiräume und Grenzen, Kontakt zu Freunden/Familie, Einstellung zum Alkohol-/Tabakkonsum, Gestaltung der gemeinsamen Zeit, .....)
Dir geht es doch nicht um Dinge wie die Wahl des Urlaubsortes, das Wochenendprogramm, die Zimmertemperatur, ..., halt den alltäglichen Kram (mir fallen gerade keine besseren Beispiele ein) - oder? Das sind für mich persönlich keine Dinge, um die es zu streiten lohnt. Wenn mein Freund hier einen Wunsch äußert, dann richte ich mich gerne nach ihm, und umgekehrt genauso.

Gruß,
Maris

Inaktiver User
08.10.2006, 09:37
Silberbauch, dein Mann scheint eine sehr schüchterne Spezies unseres Geschlechts und mein Urteil über einen 'diskreten Brief' wäre eher ernüchternt kontraproduktiv, aber da dein Geliebter der sanfteren Variante zugehört, erlaube ich mir über sein etwaiges Verhalten lieber kein Urteil.

Vielleicht flüsterst du ihm einige verruchte Worte zu ungesitteter Stunde leise ins Ohr?

Inaktiver User
09.10.2006, 01:00
Hallo Leonie,

wir leben erst ein Jahr zusammen. Ein Paar sind wir ein halbes Jahr länger.

Da seid Ihr ja noch in der Kennlernphase :smirksmile:

(da haben wir auch noch nicht gestritten - machen wir sowieso nicht oft).

Es ist in diesem Thread zwar ein Nebengleis, aber ich möchte Dir trotzdem antworten. Und ich werde einen etwas "belehrenden Ton" nicht vermeiden können - auf das 25-jährige zusteuernd, nehme ich mir das einfach 'mal heraus.

Dass Streitigkeiten kräftezehrend und zerstörerisch sein können, ist völlig klar. Es geht mir ja auch nicht darum, dass dauernd gestritten werden soll. Und wenn Du jetzt eine viel glücklichere Beziehung hast, dann genieße das.
Und was die grundsätzlichen Dinge sind, das sehe ich ganz genau wie Du.

Trotzdem habe ich den Eindruck, Du idealisierst die Beziehung - und das ist eine Gefahr.


Meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung nach ist es so.
In den ersten Jahren rauft man sich immer mehr zusammen, klärt immer mehr Dinge, die Beziehung wird immer schöner und die Nähe wächst. Und die Dinge, bei denen man unterschiedlicher Ansicht ist oder die man verschieden macht, so dass es einen doch irgendwie stört, stören doch nicht, weil die Erfahrung ist, dass wir eins nach dem anderen klären.

Aber dann (so nach 5 Jahren - vielleicht war das früher das verflixte 7. Jahr) kommt man an Grenzen. Da gibt es Themen, über die man schon oft gesprochen hat, und es klärt sich nicht. Und er macht Sachen, von denen ich ihm schon 100mal gesagt habe, dass sie mich stören - warum lässt er das nicht? Wieso ärgert der mich?

Die Antwort ist, dass man an die Substanz kommt (und zwar alle - sofern sie nicht an der Oberfläche bleiben). Der macht das nicht, um mich zu ärgern - der macht das, weil es ihm wichtig ist oder weil er nicht anders kann, weil er anders geprägt ist als ich.

Und da muss man durchkommen. Damit muss man umgehen lernen. Da darf man keine (faulen) Kompromisse schließen, weil die an der Beziehung nagen.
Und wenn die erste Zeit wirklich gar nichts war, dann fällt das umso schwerer.

Aber wenn man da durch kommt, dann ist es Liebe. Dann nimmt man den anderen wirklich an, so wie er ist.


Ich will Dir weder Angst machen noch Dir Dein Glück madig.
Aber sei vorbereitet, dass die Grenzen Eures "von alleine verstehens" kommen werden, und hoffentlich auch Streits oder zumindest Auseinandersetzungen, die auch 'mal wehtun (die Alternative sind nämlich "In sich hineinfressen" und faule Kompromisse, bei denen es mindestens einen Verlierer gibt).
Das ist dann keine Katastrophe, sondern eine Super-Chance, die Beziehung weiterzuentwickeln.

Und schon jetzt solltet Ihr darauf achten, dass Ihr das "Verstehen ohne Worte" nicht überstrapaziert. Ihr denkt und fühlt nicht gleich, und da kann es leicht (auch zu längerfristigen) Missverständnissen führen.

Alles Gute,

Gruß, Leonie

Jalinda
10.10.2006, 13:53
Ihr könnt über alles reden und dann klärt sich alles ? Und immer versteht einer den anderen?
Und nie geht es an die Substanz? An Punkte, die so grundsätzlich sind, dass Reden an seine Grenzen kommt? Wo man den anderen ernst nehmen kann, und trotzdem nicht begreift?

Jetzt verstehe ich auch, warum Du so ein Zeugs von Durchsetzung von Machtinteressen schreibst und dass es unter einer harmonischen Beziehung brodle!
Du verallgemeinerst von Deiner Beziehung auf andere. Dein Mann hört erst auf Deine Bedürfnisse, wenn Du in anschreist.

Es gibt aber tatsächlich Beziehungen, bei denen beide ein bis zwei mal über ein Problem diskutieren und danach ist das Problem beseitigt, da beide einen Schritt aufeinander zugehen.

Jalinda
10.10.2006, 14:28
Aber dann (so nach 5 Jahren - vielleicht war das früher das verflixte 7. Jahr) kommt man an Grenzen. Da gibt es Themen, über die man schon oft gesprochen hat, und es klärt sich nicht. Und er macht Sachen, von denen ich ihm schon 100mal gesagt habe, dass sie mich stören - warum lässt er das nicht? Wieso ärgert der mich?

Sorry, aber gehst Du davon aus, dass alle Menschen und Beziehungen identisch mit Euch beiden sind? Du stellst hier fast schon physikalische Gesetzmäßigkeiten auf. Kannst Du uns auch noch was über den Geltungsbereich sagen? Gilt das für die ganze Erde oder nur für Europa?

Inaktiver User
10.10.2006, 14:34
Du verallgemeinerst von Deiner Beziehung auf andere. Dein Mann hört erst auf Deine Bedürfnisse, wenn Du in anschreist.

Eigentlich kostet mich Deine Ferndiagnose nur ein muedes Laecheln.
Und Dein Ton ist eigentlich nur ueber eine tiefe Verunsicherung Deinerseits erklaerlich. Du willst Dich mit dem Thema nicht auseinandersetzen.

Trotzdem die Frage, wie lange Ihr schon zusammenseid.

Hast Du den Thread von Didi50 (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=40483) gelesen?

Gruss, Leonie

Jalinda
10.10.2006, 14:49
Hmmh,

meine Erfahrung ist ja, dass miteinander reden schnell an die Grenzen kommt, weil es nichts bewegt. Und deshalb halte ich von dem Ratschlag, immer über alle Probleme ruhig zu reden, nur sehr bedingt etwas. Der andere "weiß" dann, was los ist, aber er "begreift" das nicht.

Dazu braucht es manchmal Gefühlsausdrücke bzw. öffnende Streits. Der Mann nimmt in der beschriebenen Situation seine Partnerin ja nicht wirklich an, sondern macht sich ein Bild von ihr. Und weigert sich, sich damit auseinander zu setzen. Da würde ich Stress machen und 'mal richtig auf den Tisch hauen.
Nicht darum, was heute abend gefälligst zu geschehen hat - das ist natürlich kontraproduktiv.
Aber darum, dass er mich und das Thema Ernst nimmt und sich klar macht, dass mich sein angeblich so edles Verhalten verletzt.
Und dann kann man miteinander reden, wo die Schnittmenge ist bzw. wie man sich gemeinsam weiterentwickeln und herantasten kann.

Gruß, Leonie
Ich habe nichts aus der Ferne diagnostiziert, das hast Du selber geschrieben. Im übrigen habe ich meine Meinung zu dem Thema schon mehrmals kundgetan, von Nichtauseinandersetzen kann also keine Rede sein.

Und Deine "Ich bin schon uralt-und-weise-Masche" zieht bei mir nicht. Haben hier diejenigen Recht, die die längste Beziehung führen?

Boese50
10.10.2006, 15:17
Moni wo bist Du, ich schlag Dich im Domino!

(Otto Walkes) :kuss:

froggy35
11.10.2006, 14:38
Eigentlich kostet mich Deine Ferndiagnose nur ein muedes Laecheln.
Und Dein Ton ist eigentlich nur ueber eine tiefe Verunsicherung Deinerseits erklaerlich. Du willst Dich mit dem Thema nicht auseinandersetzen.

Sorry Leonie, aber was soll jetzt diese Ferndiagnose? Das ist nichts anderes!

Bislang habe ich Deine Beiträge sehr geschätzt, aber mich stört ebenfalls dieser altersweise, in Ansätzen herablassende Ton, der bei Dir in letzter Zeit mitschwingt.

Deine Maßstäbe und Erfahrungen in allen Ehren, aber sie sind nun mal nicht allgemeingültig.

Levade
11.10.2006, 17:14
Es gibt aber tatsächlich Beziehungen, bei denen beide ein bis zwei mal über ein Problem diskutieren und danach ist das Problem beseitigt, da beide einen Schritt aufeinander zugehen.

Mal abgesehen davon, dass ich bezweifele, dass diese Harmonie durchweg in 25 aktiven Ehejahren zu halten ist, wurde dein Rat (ist es ein Rat?) bereits erprobt, hat aber nicht die gewünschte Annäherung gebracht.

Levade
11.10.2006, 17:19
Der macht das nicht, um mich zu ärgern - der macht das, weil es ihm wichtig ist oder weil er nicht anders kann, weil er anders geprägt ist als ich.

Und da muss man durchkommen. Damit muss man umgehen lernen. Da darf man keine (faulen) Kompromisse schließen, weil die an der Beziehung nagen.
Und wenn die erste Zeit wirklich gar nichts war, dann fällt das umso schwerer.

super! :allesok:

Jalinda
12.10.2006, 09:19
Mal abgesehen davon, dass ich bezweifele, dass diese Harmonie durchweg in 25 aktiven Ehejahren zu halten ist, wurde dein Rat (ist es ein Rat?) bereits erprobt, hat aber nicht die gewünschte Annäherung gebracht.
Doch, es gibt Leute, die Streitthemen sachlich diskutieren können, als "harmonisch" würde ich solche Diskussionen aber auch nicht gerade bezeichnen.

Caramon
12.10.2006, 11:19
Mal abgesehen davon, dass ich bezweifele, dass diese Harmonie durchweg in 25 aktiven Ehejahren zu halten ist, wurde dein Rat (ist es ein Rat?) bereits erprobt, hat aber nicht die gewünschte Annäherung gebracht.


Was verstehst Du unter einem "aktiven Ehejahr" ?


fragend
Caramon

Inaktiver User
15.10.2006, 16:34
Hallo Leonie,

keine Sorge, Du machst mir weder Angst noch mein Glück madig. :smirksmile:

Du wirst sicherlich verstehen, daß die sehr glückliche und harmonische Partnerschaft meiner Eltern, welche bald ihren 39. Jahrestag feiern, mein Vorbild ist. Die beiden sind sich - aus Deiner Sicht vermutlich trotzdem - sehr nah und der lebende Beweis, dass Harmonie nicht mit Oberflächlichkeit einhergehen muß.

Den von Dir verlinkten Thread von Didi habe ich meinem Freund zu lesen gegeben. Er fragte mich verblüfft, ob die Postings ernst gemeint seien und warum man sich über solche Dinge streiten könne. Jetzt mal ehrlich: Handys auf dem Wohnzimmertisch, lang schlafende Kinder, offene Fenster, in Unterwäsche frühstücken - deswegen streitet doch niemand. Meiner Meinung nach müssen ganz andere Probleme dahinterstecken, wenn man dem Partner wegen solcher Kleinigkeiten versucht, eins reinzuwürgen.

Inaktiver User
15.10.2006, 18:03
MarisLouina,

wir bekommen das in diesem Thread wohl nicht geklärt :blumengabe:
Vielleicht mache ich wirklich 'mal einen Streitthread auf.


Jetzt mal ehrlich: Handys auf dem Wohnzimmertisch, lang schlafende Kinder, offene Fenster, in Unterwäsche frühstücken - deswegen streitet doch niemand. Meiner Meinung nach müssen ganz andere Probleme dahinterstecken, wenn man dem Partner wegen solcher Kleinigkeiten versucht, eins reinzuwürgen.

Wenn Du wüsstest, worüber die Leute so streiten ... :niedergeschmettert:

Grundsätzlich gebe ich Dir Recht. Aber es bleiben eben doch meist einige Themen übrig. Mit denen die beiden Partner ganz unterschiedliches verbinden, die aber beiden wichtig sind, so dass es keinem leicht fällt, nachzugeben. Genau deshalb hat Didi ja gepostet.

Auf den Thread hingewiesen hatte ich Dich aber vor allem wegen der verschiedenen Postings zum lieber "Auf-den-Tisch-Hauen" als "Nachgeben, wenn das schwerfällt" - und manchmal tut es das eben. Und wenn es bei einigen Themen beiden so geht, dann kommt man eben an die Grenzen von "Miteinander ruhig Reden" - dann muss ein klärender Prozess in Gang kommen, der auch 'mal schmerzlich sein kann - der die Beziehung dann aber weiterbringt.

Gestolpert bin ich über Dein Wort "eins 'reinwürgen".
Das verstehe ich nicht unter Streit! Mein Mann und ich streiten manchmal - und wie gesagt, halte ich das für gut, auch wenn es in dem Augenblick furchtbar ist. Aber noch nie habe ich ihm "eins 'reingewürgt", und er mir auch nicht.

Was ich meine ist "echte Auseinandersetzung" und "echte Ausbrüche von - auch negativen - Gefühlen". Ein aneinander Reiben, das auch 'mal wehtut. Das hat aber mit "einander eins reinwürgen" und "sich verletzen wollen" nichts zu tun. Und dabei muss es auch nicht besonders laut zugehen - obwohl das das bei Gefühlsausbrüchen wohl oft so ist.

Gruß, Leonie