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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kinderlos



Aladin
02.10.2006, 23:39
was es bedeutet kinderlos zu sein, wird mir erst klarer seit ich über 50 bin: wenn ich sterbe geht diese Welt zu Ende. Das gilt zwar für jeden, Kinder und - vielleicht noch mehr - Enkel mildern es aber ab. Komischerweise mache ich mir über die Zukunft mehr Gedanken als viele Eltern und Grosseltern, die ich kennen lerne.

Mr_McTailor
02.10.2006, 23:49
Die Welt als solche wird wohl noch ein paar Milliarden Jahre weiter existieren. Und der Teil dieser Welt, die wir hier mit Beschlag belegt haben, wird sich wohl umso länger halten, je früher die Menschheit wieder verschwunden ist.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass diese Antwort etwas an der Intention der Frage vorbei geht.

Aladin
03.10.2006, 00:02
was meinst Du mit der "Welt als solche"? Welt entsteht erst in unseren Köpfen.

Mr_McTailor
03.10.2006, 00:24
was meinst Du mit der "Welt als solche"? Das Synonym für Kosmos, Universum, Weltall.

Der Brockhaus bietet allerdings auch "in sich geschlossener (Lebens-)Bereich" an. Das liegt wohl näher bei dem, was du meinst?

Lukulla
03.10.2006, 00:27
Es ist eine Illusion, dass *es* weitergeht, weil Kinder da sind. Kinder tragen den Namen und sagen Mama und Papa.

Weitergehen tut es, weil irgendjemand mal wieder eine gute Idee hat, das Rad vor 2 Spangen zu trimmen oder die Idee, ein Wasserstoffauto zu konzipieren.

Die Illusion, dass *es* weitergeht, der Betrieb, die Firma, die Unternehmensgeschichte musste ich an meiner eigenen Biografie ad absurdum geführt sehen. Es liest sich immer schön: Firma in 4 Generation. Hm.

Für das eigene Erleben ist es tröstlich, Kinder zu haben. Das ist jemand. Kinder lenken ab vom eigenem Erleben. Man muss sich ja immer kümmern um die Brut. Und irgendwann ist das eigene Leben vorbei.

Für das Weltall ist es vollkommen egal, ob irgendwo in Texas oder in Nanpushistan oder in Kleinhidersfeld jemand Kinder bekommt.

Ohjefisch
03.10.2006, 00:28
was es bedeutet kinderlos zu sein, wird mir erst klarer seit ich über 50 bin: wenn ich sterbe geht diese Welt zu Ende. Das gilt zwar für jeden, Kinder und - vielleicht noch mehr - Enkel mildern es aber ab. Komischerweise mache ich mir über die Zukunft mehr Gedanken als viele Eltern und Grosseltern, die ich kennen lerne.

Könntest Du Dich bitte etwas konkreter zu Deinen Gedanken äußern (hast ja fast 3000 Beiträge geschrieben ...). Grundsätzlich hab ich da auch was zu zu sagen, aber ich möchte lieber anknüpfen.

Gruß,

Monika

Aladin
03.10.2006, 00:29
erst unser Gehirn macht aus an sich chaotischen Wahrnehmungen eine einheitliche Geschichte

Lukulla
03.10.2006, 00:54
Wir nehmen wahr, also sind wir.

Bin ich Mutter, werde ich Muttersein über alles stellen. Gerade erlebt, meine Mutter sagte: ich habe 3 Kinder grossgezogen. Nun. Was heisst das?

Fragt sie die Kinder, ob sie sich grossgezogen fühlen?

Wir bespülen uns mit Sand aus dem Meer, den wir nur geborgt haben. Wenn wir riechen, dass es ein fremder Sand sind, ist es zu spät, von vorne anzufangen.

Dann sitzen wir da und sagen mit Tränen in den Augen: Mein Sohn. Mehr nicht.

Erkennen wir uns selbst?

Violine
03.10.2006, 14:01
erst unser Gehirn macht aus an sich chaotischen Wahrnehmungen eine einheitliche Geschichte


Aladin,

deine Beiträge lesen sich immer so überstudiert.

Ich verstehe diesen Satz nicht!

Kantinenfrau
03.10.2006, 14:11
was es bedeutet kinderlos zu sein, wird mir erst klarer seit ich über 50 bin: wenn ich sterbe geht diese Welt zu Ende. Das gilt zwar für jeden, Kinder und - vielleicht noch mehr - Enkel mildern es aber ab. Komischerweise mache ich mir über die Zukunft mehr Gedanken als viele Eltern und Grosseltern, die ich kennen lerne.

Hi,

deine Wahrnehmung ist, dass die Welt zu Ende geht, und dass Menschen mit Kindern und Enkeln das anders sehen? Verstehe ich dich hier richtig? Du wirst deine Gene nicht durch "giving birth" weitergegeben haben, ja, das scheint endgültig zu sein. Und was hat das mit dem Gedanken machen über welche Zukunft zu tun?

fragt Kantine

Inaktiver User
03.10.2006, 14:39
naja, es ist einfach der gedanke, dass ein stück von einem selber in dieser welt bleibt. und das gefühl, mit dem leben, das man geschenkt hat, etwas sinnvolles getan zu haben.

Aladin
03.10.2006, 15:22
Hallo Kantine,




deine Wahrnehmung ist, dass die Welt zu Ende geht, und dass Menschen mit Kindern und Enkeln das anders sehen?

für jeden der stirbt ist die Welt zu Ende, Menschen mit Kindern und Enkeln sterben aber wohl in einem anderen Gefühl als Kinderlose.


Und was hat das mit dem Gedanken machen über welche Zukunft zu tun?


na ja, die, die darauf spekulieren, dass es mit ihnen weitergeht, sollten am Wohlergehen der Erde doch ein stärkeres Interesse haben.

Aladin
03.10.2006, 15:24
Ich verstehe diesen Satz nicht!

Vio, nimmst Du "Welt" wahr oder macht Dein Gehirn aus Wahrnehmungen "Welt"?

Violine
03.10.2006, 15:29
Vio, nimmst Du "Welt" wahr oder macht Dein Gehirn aus Wahrnehmungen "Welt"?


Ich bin mein Gehirn, Aladin.

Sorry, aber ich verstehe deine Äußerung immer noch nicht.

Aladin
03.10.2006, 15:38
nicht dass es etwas mit dem Strang-Thema zu tun hätte: aber womit bedienst Du Deine Tastatur, mit Deinem Gehirn?

Violine
03.10.2006, 16:17
nicht dass es etwas mit dem Strang-Thema zu tun hätte: aber womit bedienst Du Deine Tastatur, mit Deinem Gehirn?

Mit was denn sonst?

Mit deinem?

Kantinenfrau
03.10.2006, 16:25
@ Vio & Ala

Gut, dass ihr beide demnächst an einem Tisch sitzen werdet, oder?

:hunger:

Aladin
03.10.2006, 16:31
:entspann: meinst Du, dann würden wir uns verstehen?

Violine
03.10.2006, 16:42
@ Vio & Ala

Gut, dass ihr beide demnächst an einem Tisch sitzen werdet, oder?

:hunger:

ja!

Ein Tritt gegen sein Schienbein und gut is!

:knicks:

Kantinenfrau
03.10.2006, 16:45
das weiß ich nicht. ich denke nur, dass kommunikation im direkten kontakt real verständlich (oder "verständlicherweise") möglich ist :zwinker:

Violine
03.10.2006, 16:50
das weiß ich nicht. ich denke nur, dass kommunikation im direkten kontakt real verständlich (oder "verständlicherweise") möglich ist :zwinker:

Nicht so bei Aladin!

:kuss:

Aladin
03.10.2006, 16:54
Vio ist doch froh, wenn sie mir mal wieder ans Bein pinkeln kann :freches grinsen:

Inaktiver User
03.10.2006, 16:56
Das hab jetzt sogar ich verstanden :erleuchtung: !

Inaktiver User
04.10.2006, 10:19
was es bedeutet kinderlos zu sein, wird mir erst klarer seit ich über 50 bin: wenn ich sterbe geht diese Welt zu Ende. Das gilt zwar für jeden, Kinder und - vielleicht noch mehr - Enkel mildern es aber ab. Komischerweise mache ich mir über die Zukunft mehr Gedanken als viele Eltern und Grosseltern, die ich kennen lerne.

Ich kann das schon gut nachvollziehen, und diese Gedanken "dass die Welt zu Ende geht" auch. Obwohl sie sich natürlich weiterdrehen wird. Vielleicht meinst du, deine Welt geht zu Ende, du hast "keinen" nach dir, der etwas von dir weiterträgt, "niemanden", an den du etwas weitergegeben hast, oder der sich an dich erinnert. Wobei ich auch der Meinung sind, dass das nicht zwangsläufig die eigenen Kinder sein müssen.

Es ist allerdings in deinem Alter ja nicht zu spät, noch Vater zu werden. Wir haben uns ja schon mal darüber unterhalten. :smirksmile:

Ich habe einen Sohn und hätte gerne noch ein Kind, weil ich auch öfter darüber nachdenke, dass er mal "ganz alleine" ist, wenn wir nicht mehr sind. Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass sich Geschwister lieben oder wenigstens mögen, vielleicht würden sie auch völlig entfernt voneinander leben.

Aladin
04.10.2006, 10:26
"Welt" besteht ja nicht nur aus "objektiven" Wahrnehmungen, sondern immer aus Wahrnehmungen aus meiner jeweiligen Perspektive, angereichert mit meinen Erinnerungen und meinen Wünschen. Davon kann ich einen Teil weitergeben, wenn ich Kinder habe, und ich bin in starkem Masse Bestandteil ihrer Wahrnehmungen, Erinnerungen und Wünsche.

Cariad
04.10.2006, 11:21
Tja. Menschen ohne Kinder sind in jedem Fall eine Sackgasse der Evolution. Ob einen das nun niederdrückt oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung. :smirksmile:

Grüße, Cariad

Aladin
04.10.2006, 11:38
tatsächlich: keiner meiner Vorfahren war kinderlos :erleuchtung:

Elwyn
04.10.2006, 12:31
@Aladin

deine Frage ist zwar verständlich, aber als guter Philosoph machst du mir eigentlich nicht den Eindruck, dieses Problem ganz oberflächlich angehen zu wollen.

Warum möchtest du deine Wahrnehmungen und Empfindungen

a) überhaupt weitergeben?
b) unbedingt an eigene Kinder weitergeben?

a) Welche Wahrnehmungen und Empfindungen sind nicht nur wichtig für dich, sondern auch wichtig für andere?

b) Gibt es nicht noch andere Menschen, denen du etwas von deiner Wahrnehmung und Empfindung weitergeben kannst? Müssen es die eigenen Kinder sein?

Viele Wahrnehmungen und Empfindungen kann man mit ganz anderen Menschen genauso gut austauschen, mit Freunden, Bekannten, Gleichgesinnten.

Falls es Kinder sein sollen, hast du vielleicht Nichten und Neffen, Patenkinder oder andere Kinder, mit denen du dich beschäftigen kannst?

Ich habe vieles von meinen Onkeln und Tanten gelernt und bin immer gerne bei denen gewesen.

Ich kenne ausserdem erwachsene "Kinder", die sich mit ihren Eltern nicht immer gut verstanden haben, die also die Wahrnehmungen und Empfindungen ihrer Eltern irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnten und sich eher aus deren Einflussbereich gelöst haben, durchaus zugunsten andere Personen, mit denen sie ihre Weltsicht eher teilen können oder konnten.

Woher möchtest du wissen, ob deine eigenen Kinder immer deine Gedanken nachvollziehen können, insbesondere wenn sie irgendwann ein eigenes Leben führen.

Jeder, dessen Kinder erwachsen werden, macht auf die ein oder andere Weise diese Erfahrung. Kinderlose Menschen müssen sich von vornherein ganz anders mit dem Gedanken befassen, wie sie ihre sozialen Umfelder gestalten.

Das klingt - wenn man sich mit Eltern vergleicht - zunächst wie ein Nachteil, erspart bleibt es aber auch Eltern nicht.

Solltest du einfach nur das Gefühl haben, dass du es verpasst hast, einen Menschen in deiner eigenen Verantwortung aufwachsen zu sehen, dann kannst du das ja entweder noch nachholen (wie hier schon gesagt wurde) oder aber versuchen, dich mit dem Gedanken abzufinden (wie Millionen anderer auch, die beispielsweise gar keine Kinder bekommen können) und andere sinnvolle und befriedigende Lebenserfahrungen suchen und machen...

Last but not least stehst du vielleicht - wie ich - oft unter dem Eindruck, dass die Medien neuerdings verstärkt Druck auf Kinderlose machen...das steht dann auf einem anderen Blatt...

Elwyn
04.10.2006, 12:31
Sorry, doppelt angekommen.

Inaktiver User
07.10.2006, 21:09
Ich glaube, jeder Mensch hat den Wunsch, etwas in seinem Leben weiterzugeben. Spuren zu hinterlassen. Ich merke dies auch sehr oft mit zunehmendem Alter: Ich möchte etwas mitteilen von meinem Erleben. Kinder sind ein Weg, eine Spur zu hinterlassen, aber durchaus nicht der einzige. Genau genommen, sind Kinder die allersimpelste Art und Weise, etwas zu "hinterlassen". Denn die muss man nur zeugen und bekommen. Selbst dass man sie "großziehen" muss, ist ja eigentlich Quatsch, denn sie wachsen ja von selbst. Die eigene Arbeitskraft wird sehr gebunden durch Kinder, und ob man "der Welt" wirklich etwas mitgibt, das ist völlig ungewiss, denn die Kinder können ja nutzlos, böse, schädlich sein, weiß man das vorher? Nein. Schreibt man aber ein schönes Buch oder malt ein wunderschönes Bild oder komponiert einen Evergreen - dann bleibt man der Welt erhalten. Aber auch wenn man nicht ganz so genial ist, weitergeben kann man immer, das hat nichts damit zu tun, ob man eigene Kinder hat. Wie Elwyn ja auch schreibt.

Ohjefisch
07.10.2006, 23:51
Der Titel wirkt spannend, das was der Eröffner schreibt, ist rätselhaft, ich habe dann ja bald nachgefragt. Was Apfeltasche schreibt, ist schon greifbarer. Aber dennoch denke ich, man könnte aus dem Thema mehr machen.

Elbenstern
08.10.2006, 15:00
Schön, Apfeltasche.
Das macht Mut, sich nicht von der Brücke zu stürzen, nur weil man kinderlos ist.
Danke dir !!!

Aladin
09.10.2006, 13:30
Hallo Elwyn,

viele Deiner Fragen beruhen auf einem Missverständnis: Ich habe nicht das Bedürfnis etwas von mir weiterzugeben, versuche nur mir darüber klar zu werden, was das bedeutet.

Gruss Aladin

Suzka
29.11.2006, 15:26
es gibt einen Aphorismus der besagt, dass ein Mann ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und ein Kind zeugen sollte.

Das Körnchen Wahrheit dieses Ausspruches deutet auf Deinen Gedankengang hin.
Ob Haus, Baum und Kind nun einen Mann zum Mann machen?
Oder geht es um das Schaffen von Werten, genauer bleibenden Werten?

Das ist interpretierbar und Dir damit unbenommen.

Also such Dir Passendes aus ;-)

Aladin
30.11.2006, 03:00
ich werde nichts hinterlassen

Inaktiver User
30.11.2006, 04:46
wenn ich sterbe geht diese Welt zu Ende

und die Menschheit hat evtl 50.000 Jahre bevor sie stirbt, wen interressiert da dein Gen.

Inaktiver User
30.11.2006, 04:50
ich werde nichts hinterlassen

Also überzeug den Rest, mögen Quastenflosser dich erhören

Inaktiver User
26.04.2017, 14:17
Dein Leben wird enden - ob mit oder ohne Kinder, was nach dir ist erlebst du so oder so nicht mehr. Ob deine Kinder da sein und deine Hand halten werden wenn du stirbst ist dahingestellt. Es ist der Idealfall, der in den seltensten Fällen eintritt. Es kann auch ein anderer Verwandter, der Partner, ein guter Freund usw. zur Stelle sein, was genauso tröstlich ist. Ich finde es schlimm, wenn der Grund, Kinder in die Welt zu setzen der ist, im Alter nicht allein zu sein. Das ist egoistisch. Das sind dann die Eltern, die später nicht loslassen können und jammern, dass die Kinder nicht oft genug da sind, obwohl diese vielleicht gar nicht vor Ort leben (können) aus beruflichen Gründen etc.

Inaktiver User
26.04.2017, 14:23
@Aladin

Last but not least stehst du vielleicht - wie ich - oft unter dem Eindruck, dass die Medien neuerdings verstärkt Druck auf Kinderlose machen...das steht dann auf einem anderen Blatt...

Interessant, das ist mir nämlich auch schon aufgefallen! In der Werbung, Zeitungen etc. überall wird Kinder zu haben so selbstverständlich erstrebenswert und als DAS Nonplusultra im Leben hingestellt, dass man sich als Kinderloser zwangsläufig schlecht und minderwertig fühlt :knatsch:

Maggie74
26.04.2017, 14:41
Liebe Ann
Du hast aber schon gesehen das der Strang 11 Jahre alt ist? :pfeifend:

Inaktiver User
26.04.2017, 15:24
Liebe Ann
Du hast aber schon gesehen das der Strang 11 Jahre alt ist? :pfeifend:

Darf man deshalb nichts dazu schreiben?:wie?:

Margali62
26.04.2017, 16:04
Natürlich.

Aber dein Zitat beispielsweise bezieht sich auf einen User, der zuletzt 2012 geschrieben hat. ist schon etwas her. :blumengabe:

Inaktiver User
03.05.2017, 11:41
Aber vielleicht für andere trotzdem interessant zu lesen, das Thema ist ja nie totzukriegen, weil es einfach viele beschäftigt. Anderenfalls könnte man den Strang ja gleich löschen :wie?:

Margali62
03.05.2017, 20:08
Hier werden keine Stränge gelöscht.

Margali62
03.05.2017, 20:10
Aber vielleicht für andere trotzdem interessant zu lesen, das Thema ist ja nie totzukriegen, weil es einfach viele beschäftigt. Anderenfalls könnte man den Strang ja gleich löschen :wie?:

Wenn keiner mehr hier schreibt (seit 2006), liegt der Verdacht nahe, dass es nicht interessant ist.