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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krebskrank und vom Partner verlassen



Caspi
01.10.2006, 03:04
Hallo zusammen,
Wir sind seit 22 Jahren verheiratet und haben eine 24jährige noch im Haushalt lebende Tochter. Wir sind mit einem Handwerksbetrieb selbständig.
Nun zu mir:
Ich bin 48 Jahre und habe in dem Betrieb meines Mannes immer mehr wie aktiv gearbeitet, d.h. Büro und Finanzen überließ er mir, zusätzlich habe ich aber auch in der Werkstatt und auf Baustellen mitgearbeitet.
1996 erkrankte ich dann an Brustkrebs und mein Mann hat immer alles für mich getan, er hat sich auch immer mehr Gedanken um diese Krankheit gemacht wie ich. Die Brust wurde entfernt und ich war für mich wieder gesund.
Nach 9 Jahren, d.h. im Januar vorigen Jahres, wurden mir dann 40 cm Darm entfernt und dabei stellte man fest, daß mein Bauchfell voller Metastasen war und es wurde mir dann nur noch eine Lebenserwartung bis Ende vorigen Jahres gegeben. Aber wie immer war ich nicht klein zu kriegen, wußte das ich im Betrieb gebraucht werde, und kam wieder schnell auf die Beine.
Mein Mann war logischer Weise über die Diagnose absolut fertig, und hat mich trotz seiner ganzen Arbeit weiter auf Händen getragen.
Ab März diesen Jahres wurden meine Beschwerden so stark, daß ich mich einer Chemo unterziehen mußte von der ich mich bis Heute nicht ganz erholt habe.
Für die Büroarbeiten habe ich kurzerhand meine beste und alleinstehende Freundin angelernt damit sie mich für die Zeit im Büro vertreten und meinen Mann somit entlasten kann, in denen ich nicht verfügbar war.
Mein Mann mochte sie eigentlich nie so richtig, hatte sie auch schon einmal bei uns des Hauses verwiesen, aber erklärte sich damit einverstanden das sie ihm hilft.
Durch die Begleiterscheinungen der Chemo und meinem körperlichen Beschwerden haben die Ärzte mich in den letzten Monaten mehrfach "abgeschrieben" aber ich habe mich immer wieder aufgerappelt und mein Mann hat sich immer liebevoll um mich gekümmert.
Habe es auch trotzdem immer noch geschafft, bis ca. Mitte Juli, Ganztags oder Stundenweise ins Büro zu gehen um ein Auge auf die Arbeiten zu werfen, dann konnte ich aber 4 Wochen überhaupt nicht mehr aus dem Bett aufstehen.
Danach kam das, woran ich nie im Leben gedacht habe. Meine "beste" Freundin hatte meinen Mann in dieser für ihn extremen Notsituation ihre Gefühle und Liebe offenbart und er hat sie dann letztendlich auch erwiedert.
Ok, er hatte von den Ärzten jetzt wieder einmal gesagt bekommen, daß er langsam damit anfangen müßte sich von mir zu lösen, da ich höchstens nur noch das Ende des Jahres erleben würde. Ich hatte auch mit ihm gesprochen, daß er wenn ich denn mal sterben müßte nicht alleine bleiben soll, da er alleine nicht zurecht kommen würde. Meine "beste" Freundin hatte ich auch gebeten, sich um meinen Mann zu kümmern und unsere Tochter hatte meinem Mann nahegelegt, sich meine Freundin "warm" zu halten, damit sie ihn weiter entlasten könnte.
Aus den vorgenannten Gründen habe ich diesen "Ausrutscher", der lt. meinem Mann aus diesen Mißverständnissen entstanden ist auch noch verstehen und akzeptieren können.
Jetzt habe ich mich aber wieder einigermaßen gut erholt und bin seit Anfang September wieder ganztags im Büro tätig.
Nun will mein Mann nicht mehr auf die Anwesenheit und den Kontakt zu meiner Freundin verzichten. Er meinte, daß sich da in dieser Zeit so viele Gefühle entwickelt hätten, daß er nicht einfach einen Schalter umlegen könnte und alles wäre vorbei. Auch könnte ja immer noch sein, daß die Prognosen der Ärzte eintreffen würden und er dann niemanden mehr hätte, wenn er sie jetzt wegschicken würde.
Bei uns in der Partnerschaft ist mittlerweile, anders wie ich es seit 22 Jahren gekannt habe, alles auf das Minimum gesunken, d.h. keine Zärtlichkeiten usw. mehr, nur noch ein Kuß am Morgen und am Abend.
Da er mich spüren ließ, wie "störend" ich zwischen ihm und ihr in der Firma bin, habe ich mich seit Anfang dieser Woche, aus Liebe zu ihm, wieder ganz aus der Firma zurück gezogen. Aber auch aus dem Grunde, weil mir meine Freundin, wenn mein Mann nicht im Büro war, immer wieder erzählte wie stark die Liebe von meinem Mann zu ihr wäre. Sie erzählte mir delikate Details, obwohl ich sie immer wieder darum gebeten habe, daß sie ruhig sein soll.
Wenn ich meinen Mann auf diese Sachen angesprochen und ihn darum gebeten habe, daß er ihr sagt das sie das lassen soll, stand er ihr immer die Partie von wegen ich würde sie bestimmt aushorchen darum würde sie das machen. Er machte mir auch immer wieder den Vorwurf, daß ich nicht mit der "Sache" aufhören würde und deshalb könnte ja nichts mehr bei uns normal werden. Sagte mir aber auch im gleichen Zuge, daß ich ihn nie mehr "ganz" hätte, da er den Kontakt mit ihr nicht abbrechen wollte, bliebe aber bei mir auch wenn ich noch 10 Jahre leben würde.
Ich habe mehrfach versucht mit meiner Freundin zu reden, ihr zu sagen wie sehr ich meinen Mann liebe und das sie doch aufhören sollte. Antwort: Nicht SIE sei der treibende Punkt sondern ER.
Jetzt schläft er seit gestern im Büro. Auf Anrufe reagiert er gar nicht, nur wenn ich ihm eine SMS schreibe bekomme ich eine kurze Antwort. Er war heute morgen kurz hier und meinte nur, daß die Firma nächste Woche die Insolvenz anmelden müßte und das er weiter im Büro schlafen würden.
Ich muß sagen, daß sowohl für mich wie auch für unsere Tochter jetzt eine Welt zusammen gebrochen ist. Unsere Tochter tut alles für mich und ich bin trotz dieser wahnsinnigen Probleme immer noch Gesundheitlich gut drauf.
Nur bin ich jetzt seelisch völlig am Ende. Was hab ich nur falsch gemacht, ich war doch nur krank.
Wie schaffe ich es, daß er wieder zu uns zurück kommt?
Obwohl ich mir jetzt denke, was wird werden wenn er wieder zurück kommen sollte, kann ich ihm jemals wieder vertrauen??

Würde mich über eine paar aufmunternden Worte von Euchen freuen

Liebe Grüße von Caspi

Inaktiver User
01.10.2006, 05:10
Liebe Caspi,
ich weiss nicht, was ich Dir raten kann.
Ich drück Dich ganz fest und hoffe, dass Deine Tochter und Du fest zusammenhaltet. Deine Willenskraft hat Dich bisher so stark gemacht! Ganz liebe Grüße. M.

schneeflocke46
01.10.2006, 07:43
Liebe Caspi,

ich habe deine Geschichte gelesen und ich bewundere deine Kraft, deinen Lebenswillen und Lebensmut aus tiefstem Herzen.So sind Menschen gestrickt, die ihre Krankheit annehmen, sich damit auseinandersetzen und so letzten Endes diese Krankheit auch loslassen können.

Was du jetzt erlebst ist eine so schwere Krise ... mir fehlen die Worte.
Inmitten deiner Angst und deines Kampfes alleine gelassen zu werden und verraten von Mann UND Freundin, das ist sicher kaum zu ertragen.

Mein Rat: Suche dir UNBEDINGT professionelle Hilfe.
Die kann solch ein Forum nicht wirklich bieten.
Und: Gib nicht deine Kraft hin in einem Kampf um deinen Mann.
Um Liebe kann man nicht kämpfen.
Und du brauchst all deine Kraft, um zu gesunden und zu leben !

Ich weiß nicht, welche Bedeutung es hat, dass all diese Prüfungen gerade jetzt AUCH noch in dein Leben treten.
Aber ich bin sicher, all dies soll dir etwas zeigen.

Aus deiner Geschichte lese ich, dass du IMMER für deinen Mann und die Firma da warst.
Warst / Bist du denn auch genügend für dich da ?

Wenn ich dir einen Rat geben sollte für die momentane Situation, würde ich dir sagen:
Gehe da raus !
Frage deinen Arzt, ob er dich in eine Kurklinik überweisen kann, wo du Aufbau, Hilfe und Kontakt mit anderen Menschen erfährst,
wo du selbst eine neue Richtung und Ausrichtung erfahren kannst.

Ich umarme dich und wünsche dir von ganzem Herzen, dass du all deine Kraft nun für dich und in dir findest.

Sieh hin ... fühle hin ... sei ehrlich mit dir ...
und dann geh dorthin, wohin dein Herz dich trägt.

Liebe Grüße,
Schneeflocke

schneeflocke46
01.10.2006, 07:43
Liebe Caspi,

ich habe deine Geschichte gelesen und ich bewundere deine Kraft, deinen Lebenswillen und Lebensmut aus tiefstem Herzen.So sind Menschen gestrickt, die ihre Krankheit annehmen, sich damit auseinandersetzen und so letzten Endes diese Krankheit auch loslassen können.

Was du jetzt erlebst ist eine so schwere Krise ... mir fehlen die Worte.
Inmitten deiner Angst und deines Kampfes alleine gelassen zu werden und verraten von Mann UND Freundin, das ist sicher kaum zu ertragen.

Mein Rat: Suche dir UNBEDINGT professionelle Hilfe.
Die kann solch ein Forum nicht wirklich bieten.
Und: Gib nicht deine Kraft hin in einem Kampf um deinen Mann.
Um Liebe kann man nicht kämpfen.
Und du brauchst all deine Kraft, um zu gesunden und zu leben !

Ich weiß nicht, welche Bedeutung es hat, dass all diese Prüfungen gerade jetzt AUCH noch in dein Leben treten.
Aber ich bin sicher, all dies soll dir etwas zeigen.

Aus deiner Geschichte lese ich, dass du IMMER für deinen Mann und die Firma da warst.
Warst / Bist du denn auch genügend für dich da ?

Wenn ich dir einen Rat geben sollte für die momentane Situation, würde ich dir sagen:
Gehe da raus !
Frage deinen Arzt, ob er dich in eine Kurklinik überweisen kann, wo du Aufbau, Hilfe und Kontakt mit anderen Menschen erfährst,
wo du selbst eine neue Richtung und Ausrichtung erfahren kannst.

Ich umarme dich und wünsche dir von ganzem Herzen, dass du all deine Kraft nun für dich und in dir findest.

Sieh hin ... fühle hin ... sei ehrlich mit dir ...
und dann geh dorthin, wohin dein Herz dich trägt.

Liebe Grüße,
Schneeflocke

Neuanfang
01.10.2006, 07:50
Liebe Caspi,

zuallererst Mal einen ganz dicken Drücker und herzlichen Glückwunsch, dass es Dir den Prognosen zum Trotz eben doch gesundheitlich weiter gut geht! Das darf gern weiter so bleiben, locker auch die von Deinem Mann skizzierten zehn Jahre!

Das Verhalten Deiner "Freundin" ist zum kotzen. Es ist armselig, egoistisch und gefühllos. Na, mit der Frau wird Dein Mann aber nicht sehr glücklich werden à la long.

Insolvenz? Oh je! Bitte, bringe alle Kraft auf, die Du hast, Dich zu informieren, damit er Dich und Deine Tochter nicht mit ins Verderben zieht.

Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass, wenn viele schlimme Probleme auf einmal kommen, man erst erkennt, wie viel Kraft man hat! Und dadurch sogar leichter durchsteht. Das meine ich völlig ernst!

Du hast gar nichts falsch gemacht!

Das mit Deinem Mann lasse bitte einfach auf Dich zukommen. Nach der Insolvenz gibt es das Büro nicht mehr. Du wirst nichts dagegen tun können, dass er sich weiter mit der Frau trifft, aber ein normaler, auch alltagszärtlicher Umgang mit Dir sollte drin sein. Sonst verhielte er sich wie ein Wurm. Vielleicht solltest Du ihm das mal sagen.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du gerade jetzt in dieser schwierigen Phase auf Menschen und gern auch auf einen Mann triffst, dem Du viel bedeutest und der Dir gern zur Seite steht. Dies ist NICHT ausgeschlossen.

Alles Liebe,


Neuanfang

Etea
01.10.2006, 09:18
Liebe Caspi,

ich kann nur den Hut ziehen vor Dir! Wo nimmst Du diese Kraft her, diese Stärke?
Und dieses Thema, in dem es nicht darum geht, kommt er zurück oder nicht, sondern in dem es im wahrsten Sinne um Leben und Tod geht ist ganz sicher zu ernst, um es in diesem Forum ausdiskutieren zu lassen, aber Du suchst nach Ideen und so erlaube ich es mir einfach mal.
Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass jede verdammte Krise (auch wenn dieser Begriff in Deinem Falle eher lächerlich wirkt) auch eine Botschaft enthält - auch wenn wir die gerade brauchen können, wie ein Loch im Kopf!
Zwar läuft mir ein Schauder der Angst den Rücken herunter wenn ich versuche, mich in Deine Situation zu versetzen, heißt: was würde ich tun? Ich glaube, für mich gäbe es nur noch eine Antwort: gehen! Hier geht es um mehr als darum, dass Deine Freundin und Dein Mann etwas miteinander haben (mal ganz angesehen von der geschmacklosigkeit Deiner Freundin, Dir alles auch noch brühwarm auf die Nase zu binden). Hier geht es um Dein Leben! Du weißt nicht, wieviel Dir davon noch bleibt. Ich würde meine Sachen (vielleicht auch die Tochter, je nach dem) einpacken und verschwinden. Dahin, wo ich schon immer hin wollte. Nur noch - ausschließlich! - das tun, was mir! gut tut. Deine Zeit ist das kostbarste, was Du hast. Verschwende sie nicht! Das Dir Dein Mann lange Zeit den Rücken gestärkt hat ist sehr schön, und ich will ihn auch gar nicht mal pauschal verurteilen, aber nun hat er sich anders entschieden, und Du schuldest ihm NICHT, weiterhin für ihn da zu sein. Ich habe vor kurzem einen Bericht über eine Frau gesehen, die schwerst krebskrank war und sich entschlossen hat, ihr ganzes Leben zu ändern. Sie hat sich zwei Esel gekauft und ist mit denen - und nicht viel mehr - in den Süden Spaniens, mitten ins Nichts, in eine alte, verlassenen Hütte gezogen. Drei Jahre später hat das Team sie wieder besucht. Ich habe selten einen so glücklichen Menschen erlebt! Ich glaube, sie war der Idee des Lebens näher, als die meisten anderen Menschen. Verstehst Du was ich meine?
Caspi, kann man Dir noch mehr Kraft wünschen? Du hast schon so viel - verschwende sie nicht an unsinniges - nutze sie für Dich!
Alles Liebe
Etea

Neuanfang
01.10.2006, 18:47
Liebe Caspi und alle anderen,


Und dieses Thema, in dem es nicht darum geht, kommt er zurück oder nicht, sondern in dem es im wahrsten Sinne um Leben und Tod geht ist ganz sicher zu ernst, um es in diesem Forum ausdiskutieren zu lassen, aber Du suchst nach Ideen und so erlaube ich es mir einfach mal. Etea

Ich bin nicht Caspi, aber ich würde mir genau das wünschen, dass jemand mir in dieser Lage einen Rat gibt. Ob ich ihn annehme, ist eh - wie bei jedem Rat - dann meine Sache.

Liebe Caspi, die Geschichte mit der Spanienfrau ist schön. Und nicht weltfern.

Ich würde gern noch etwas meines vorigen postings erläutern: dass viele Krisen auf ein Mal meiner Meinung nach sehr Gutes haben können.

Als mein Mann unvermittelt "Trennung" plärrte, liebte mich gerade das Finanzamt, meine Bank dagegen weniger. Ich hatte massive gesundheitliche Probleme, die ich vor dem Hintergrund nicht wagte anzugehen. Ich befürchtete, meine Kraft reiche nicht. Fehler, wie ich heute weiß. Meine Lieblingsschwester erkrankte an Krebs. Auch ich konnte meinen Arzt nicht mehr aufschieben. Und vor dem Riesen-Schlamassel-Hintergrund kam dann also auch noch das "Trennung!".

Seither weiß ich, meine Kraft ist viel größer, als ich dachte. Und ich weiß ein wenig um die Kraft von Krisen an mehreren Fronten. Weil "Nebenschauplätze" erstens ablenken. Selbstmitleid geht dann nicht mehr, dazu brennt es an zu vielen Ecken und Enden. Und weil an mehreren Schauplätzen erfolgreich zu kämpfen, die Kraft für die anderen potenziert. Es ging übrigens ALLES gut aus.

In Deinem Fall, liebe Caspi, wird meiner Meinung nach der große Schauplatz, der Dir am meisten Kraft geben könnte, der sein der Insolvenz Deines Mannes. Du wirst nicht zulassen, dass Deiner Tochter oder Dir hier was passiert. Und damit wirst Du gleichzeitig Kraft gewinnen, mit dem Krebs weiter zu leben, Betonung auf Leben. Sag ich jetzt einfach mal.

Nein, ich bin kein Träumer. Und auch nicht realitätsfern. Das mit dem Ausland und sich mal abfackeln, habe ich übrigens auch gemacht. Und hatte nicht nur ungewöhnlich(e) schöne Jahre, sondern war prompt in Liebe gestolpert.

Alles Gute und Liebe!


Neuanfang

Dani
01.10.2006, 22:08
Was gibt es nur für Menschen.

Ich bin völlig fassungslos.

Dich bewundere ich. Geh Deinen Weg weiter. Du hast ein Löwenherz.

Du brauchst niemanden im Leben, der die Kraft abschöpft.
Konzentriere Dich eher auf Positives und Menschen, die Dir nicht solche Dinge antun.

Caspi
02.10.2006, 01:02
Hallo ihr alle,
ich möchte mich auf diesem Wege schon einmal für all die lieben Zeilen bedanken.
Eigentlich trifft fast jeder von euren Einträgen etwas, was auch mir im Kopf herum geht, etwas mehr an Egoismus für mich! Inwieweit ich das für mich verwirklichen kann, muß ich ausprobieren.
Ich muß Euch aber auch mitteilen, daß mein Mann seit heute morgen wieder hier zu Hause ist und wir von 9:00 Uhr bis jetzt (fast 1:00 Uhr) nur geredet haben. Es waren sehr gute Gespräche.
Angefangen habe ich damit das ich ihm erklärt habe, daß das Kapitel unserer Ehe für mich beendet ist und das hatte er nicht erwartet und wie er sagte auch nie gewollt.
Er will auf jeden Fall morgen, in meinem Beisein, meiner "ehemaligen" Freundin ganz klar erklären, daß er nie vorhatte uns zu verlassen und das sie nicht mehr zu kommen braucht. Hoffe, daß er das auch jetzt wirklich durchzieht.
Werde euch aber auf jeden Fall auf dem Laufenden halten

und danke Euch allen von Herzen,

Eure Caspi, die wieder etwas lächeln kann :smirksmile:

schneeflocke46
02.10.2006, 07:56
Hallo Caspi,

wow ... du bist eine starke ind tolle Frau :-)))!!!
Ich freue mich so für dich über diese schnelle und überzeugende Wende - in dir und dadurch der gesamten Situation.

Fühle dich umarmt !

Alles Liebe,
Schneeflocke

Neuanfang
02.10.2006, 14:11
Liebe Caspi,

Applaus!!!!! :ahoi: Na, da hast Du aber einen Knaller gelandet! Wunderbar! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Liebe Grüße,


Neuanfang

KHelga
02.10.2006, 18:36
Liebe Caspi,

wenn Dein Mann das durchzieht, verneige ich mich vor ihm
(>Er will auf jeden Fall morgen, in meinem Beisein, meiner "ehemaligen" Freundin ganz klar erklären, daß er nie vorhatte uns zu verlassen und das sie nicht mehr zu kommen braucht.>)

Gehst Du denn ab morgen wieder ins Büro? Wenn Du es gesundheitlich schaffst, würde ICH es tun. Nimm wieder die Stelle ein, die Dir gebührt.

Ich drücke Dir die Daumen, wünsche Dir weiterhin viel Kraft und alles Gute.

Inaktiver User
02.10.2006, 19:19
Liebe Capsi,

ich ziehe den Hut vor Dir, Du bist eine tolle,starke Frau. Das hat auch dein Mann erkannt.

Ich wünsche Dir viel Kraft, Gesundheit, rundum ein Sorglospaket.

Das hast du echt verdient.

Ich drück dich ganz fest.

Lg

Krebs

Caspi
02.10.2006, 23:48
Hallo ihr Lieben,

er hat wahrhaftig heute bei ihr, in meinem Beisein und mit eingeschaltetem Lautsprecher, angerufen und hat die Sache beendet, bzw. hat ihr gesagt das sie sich in keiner Form mehr mit ihm in Verbindung setzten sollte. Ihm wäre keine Frau der Welt es wert seine Familie zu verlieren.
Aber was soll ich euch sagen, 2 Minuten nachdem mein Mann den Hörer aufgelegt hatte ging das Telefon, sie war dran und wollte meinen Mann sprechen, habe dann nur den Hörer wieder aufgelegt. Danach hat sie nicht mehr angerufen.
Ab Mittwoch werde ich wieder mit ins Büro gehen, habe meinem Mann aber nochmals gesagt, daß ich noch eine Zeit brauche, um ihm diese "böse Sache" ganz zu verzeihen, was er auch verstanden hat.
Auf jeden Fall weiß ich, daß unsere Tochter wieder super glücklich ist das ihr Papa wieder da ist.

Es scheint alles wieder gut zu werden und das ist gut für mich.

Werde Euch allen weiter schreiben und sage nochmals Danke an Euch.

Eure Caspi

KHelga
04.10.2006, 14:47
Liebe Caspi,

ich machte jetzt mal virtuell vor Deinem Mann einen Diener.

Ich gehe davon aus, dass Deine Ex-Freundin bei Euch ohne Arbeitsvertrag gearbeitet hat und sie nicht mehr in die Firma kommt?

Arbeite aber nicht wieder so viel, laß es langsam angehen. Nimm Dir lieber die Zeit, mal mit Deinem Mann alleine (ohne Tochter) Essen oder ins Theater zu gehen.

Mein Ex-Freund hat sich auch damals, als bei mir ein Knoten aus der Brust herausoperiert werden mußte, von mir verabschiedet. 'Wiedergenommen' habe ich ihn nicht. Zwei Knoten später war es dann tatsächlich Krebs.
Und heute morgen hat mein Arzt wieder einen Knoten gefunden.
Nach meinen Erfahrungen stehe ich das lieber im Alleingang durch.

Schön, wieder von Dir zu hören. Alles Liebe und Gute.

Caspi
04.10.2006, 22:23
Liebe Helga,
wie ich in meinem ersten Beitrag geschrieben habe hat mein Mann ja, bis das meine Ex-Freundin "zugeschlagen" hat und er hat "zuschlagen" lassen, mich bei meiner Krankheit besser begleitet und versorgt wie jeder Arzt. Er ist verrückt vor Sorge um mich gewesen und dann auf einmal diese Wendung.
Wir haben die ganzen 22 Jahre nur füreinander und die Familie gelebt. Ich glaube, daß er sich mit meinem unter Umständen nahenden Tod auseinander setzten mußte, hat ihn total aus der Bahn geworfen, so sehe ich das im Moment.
Obwohl ich mir in den letzten 14 Tagen auch sicher war, den weiteren Kampf gegen meine Krankheit auch im Alleingang, genau wie Du es jetzt tust, (bzw. mit meiner Tochter) zu schaffen. Meinen Kampfgeist gegen den Krebs habe ich auch während dieser ganzen anderen Probleme nie verloren.
Du, genau wie ich lassen uns nicht unterkriegen. Obwohl ich sagen muß das alles irgendwie leichter geht, wenn man einen Menschen an seiner Seite hat von dem man geliebt wird. Ich denke, daß ich das jetzt wieder habe und mit meiner Tochter sowieso immer hatte.
Würde mich freuen, wenn auch ich weiter von Dir hören würde.

Liee Grüße von Hildegard

KHelga
05.10.2006, 03:00
Liebe Hildegard,

natürlich ist es besser, wenn man (s)einen Mann an der Seite hat, wenn man eine schwere Krankheit zu überstehen hat.
Und die meisten Männer tun das wahrscheinlich auch.
Bei mir hat das eben nicht sein sollen. Aber bevor ich einen Partner am Bett sitzen habe, der beim Anblick eines Blutbeutels schon in Ohnmacht fällt oder gar mit beleidigter Miene mit zugeknöpftem Mantel am Fußende (m)eines Bettes steht und jammert, 'mir bleibt aber auch nichts erspart', nein, DAS ist nichts für mich.

Wer nur meine Liebe will in guten Zeiten und sonst gar nichts, da bin ich hart gegen mich selbst, da ist eine weitere Zukunft ausgeschlossen. Ohne wenn und aber.

Heute Abend war ich mit meinen Freunden = 10 Personen in einem 'romantischen Bauernhaus-Restaurant' zum Essen (auf Schlemmerblock, kennst Du das?). War wieder eine gute Stimmung.

Morgen Abend ist 'Klönabend' von unserer ZWAR-Gruppe (= zwischen Arbeit und Ruhestand). Da besorgen = schleppen die Männer die Getränke an, die Frauen bringen Knabberzeug mit und ein kleiner Obulus (freiwillig) kommt in die Kasse.
Vor 1,5 Wochen haben wir eine Freundin dieser Gruppe beerdigt. Sie ist innerhalb von 6 Wochen an Speiseröhrenkrebs gestorben. Ihr Mann ist blind.
Bisher hat sich die Gruppe um ihn gekümmert, muß morgen mal hören, wie das weitergehen soll. Habe ein Ehepaar an der Hand, die gegen Entgeld alle Arbeiten erledigen. Ich brauche die Beiden auch hin und wieder mal und bin sehr zufrieden.

Ich freue mich sehr für Dich, dass Dein Mann wieder da ist.
Vielleicht sollten wir mal darüber reden (schreiben), wie Du es psychisch geregelt bekommst, dass Du Deinem Mann seinen Fehltritt verzeihst und sich Deine Gefühle wieder für ihn einstellen. Dann ist das (Ehe)Leben doch wieder lebens- und liebenswert.

Darf ich fragen, ob sich Deine Ex-Freundin nochmal gemeldet hat und ob sie die Firma nicht mehr betritt?

Alles Liebe und Gute.

Neuanfang
05.10.2006, 12:19
Liebe Helga,

ich wünsch Dir alles Liebe! Dass der neue Knoten so ist wie der erste: gutartig. Und (auf einen früheren Strang von Dir eingehend), Du wirst alles mit Narkose machen lassen, fertig. Geht ja auch sehr gut ambulant. In Deine Wünsche hat kein einziger Arzt reinzureden.

Ja, manches steht man sogar besser alleine durch. Meine Lieblingsschwester sieht das übrigens auch so. Wollte es auch ausdrücklich. Dass ich jede zweite Woche angefahren kam wie eine italienische Mama, mit sooo einer Kühltasche leckerer, gesunder frisch geköchelter Saucen drin? War selbstverständlich. Auch Freunde, bzw. enge Familie können sehr auffangen.

Liebe Caspi,

Deine "Freundin" benahm sich wie Schotter (sehr freundliches Wort, ich hätte ein anderes auf der Zunge), aber sie half offenbar auch, dass Dein Mann seine Wertigkeiten erkannte. Vielleicht sogar Kraft getankt hat. Deshalb solltest Du ihm, finde ich, schlicht verzeihen. Er war vorher sehr für Dich da. Er hat Farbe bekannt, eine, die sehr schön ist. Gestatte ihm, in Gegenwart und Zukunft wieder für Dich da zu sein.

Alles Liebe,


Neuanfang

Caspi
05.10.2006, 12:46
Hallo Neuanfang,
mir sind auch für meine "Freundin" sehr viele andere Bezeichnungen eingefallen. Aber diese werde ich hier auch nicht näher erläutern :-))).
Wie Du auch schon sinngemäß schreibst, in jedem Negativen liegt auch etwas Positives und das ist jetzt bei uns der Fall.
Mein Mann hat durch "sie" nochmals mehr erkannt, wie wichtig doch unsere Tochter und ich für ihn sind. D.h. aber auf keinen Fall für mich, daß ich ihn jetzt zum Hampelmann mache für das was er getan hat.
Ich will mit ihm dort weitermachen, wo es für uns vor neun Wochen aufgehört hat und den gleichen Wunsch hat er auch.
Der seelische Schmerz kommt bei mir manchmal immer noch etwas durch, aber ich merke, daß es von Tag zu Tag weniger wird bis das wir dann vielleicht auch einmal über die Sache lachen könnten.
Wir werden das bestimmt alles hinkriegen.

Ganz liebe Grüße von
Caspe

KHelga
05.10.2006, 14:59
Hallo liebe Neumond,

'dem Täter auf der Spur' fängt am Montag an. Wie ich aus Erfahrung weiß, schließen sich dann noch weitere Untersuchungen (z.B. MRT) an. Das zieht sich.
In der Warte-Zeit bis zum Ergebnis nutzt es mir gar nichts, wenn dauernd eine meiner Freundinnen anruft und ungehalten fragt, 'was ist denn jetzt'? Und dann kommen die unerbetenen Ratschläge, zu welchen Heilpraktikern und in welche Kliniken ich unbedingt fahren soll, abgesehen von den gruseligen Geschichten von irgendwelchen kranken/verstorbenen Leuten, die ich gar nicht kenne.
Das zieht mich dann wahnsinnig runter und ich komme nicht mehr zu meinen eigenen Sachen, die es (wieder mal) zu regeln gibt.

Diesmal schweige ich eisern, damit ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Das klappt am besten.

Liebe @Caspi,

Ihr seid auf einem guten Weg. Ich melde mich bald wieder.

Neuanfang
05.10.2006, 15:48
Liebe Caspi,

ja, ihr werdet das schaffen. Darüber lachen? Vielleicht, vielleicht nicht. Dazu war es zu ernst. Es aber mit der positiven Wende gekoppelt zu sehen, das sicher! Als Parameter, der Augen öffnete, ist es nicht zu unter(=wertzu)schätzen!

Wie bei mir und meinem "Mann" (nicht verheiratet) übrigens auch. Unsere Krisis zog sich geschlagene eineinhalb Jahre hin. Ich habe viel dabei gewonnen! Eigenständigkeit. Selbstvertrauen. Wissen um meine Kraft und Stärke. Prioritäten zu setzen; auch für mich! Für mich und für etwas einzustehen.

So wie Deine postings zwischen den Zeilen klingen, habt ihr beide wiederentdeckt, dass ihr euch sehr wohl zusammen fühlt und einander viel bedeutet. Das ist superschön! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Liebe Helga,

ich denke mit "Neumond" meintest Du mich? Fast noch ein schönerer nickname, als mein gewählter! Thanx!

Ja, ich verstehe exakt, was Du meinst. Meine Schwester war auch so. Und ich übrigens in meiner eigenen Crisis, die ja zusammentrafen, auch. Ich habe radikal aussortiert. Was mir gut tut, wird gemacht, was nicht, das nicht. Bis hin zum Aussortieren teils ehemals engsten Freundeskreises. Es geht nur so.

Geflogen ist jeder, der meinte, ein Becher sei halbleer, statt halbvoll. Und zwar gaaanz schnell. Geflogen ist jeder, der meine Eigenmündigkeit bezweifelt hat. Dito übrigens bei meiner Schwester. Das Tempo? Gibt man selbst vor und sonst keiner. Inhalte, die Energie wegziehen? Adios!

Krebs wie auch Tod sind Tabuthemen. Ich mache keinem zum Vorwurf, dass er Schwierigkeiten hat, damit umzugehen. Geht mir doch selbst nicht anders.

Als in meinem engsten Familienumfeld jemand sehr unvermittelt starb, gab es genau zwei Menschen, die den richtigen Ton trafen (ich betone nochmals, ich werfe keinem, es nicht geschafft zu haben, vor! Es ist halt schwierig, Punkt).

Der Eine legte mir einfach nur eine Hand auf die Schulter mit den Worten, "Was soll ich sagen? Ich mach jetzt einfach das", und dann spürte ich einfach diese Hand. Es gab mir so Kraft! Der Zweite war ein sehr guter Gesprächspartner.

Als das mit meiner Lieblingsschwester passierte? Erzählte ich es der Geschäftsführerin. Die sagte, "Ich komme gleich in Dein Büro". Sie nahm sich eine halbe Stunde, bevor sie kam (zur absichernden Recherche) und sagte, "Neuanfang, im Laufe eines Lebens hat ein Mensch laut Statistik 38o Geschwüre. Mit den allermeisten wird er selbst fertig". Und dann ging es weiter mit "Glas halbvoll".

Exakto!!!!!!!!!!!!!

Alles, was Energie zieht, kommt weg. Besonders gefühlstrampelige "Grusel"-Geschichten-Verzähler. Sofort, mit einem Achselzucken, ein Tritt in den Hintern. Adios, winke, winke. Nicht mit mir.

Und Lachen will man schließlich trotz allem, gefälligst. Was hier hilft? Wird appreciated :smile:. Lächeln teilen, man selbst ein durchgedrückter Rücken, einen guten Teil Galgenhumor (nichts hilft besser gegen Löcher) und ein "Augen auf und durch".

Freu Dich, wenn die Diagnose gut ist! Wieso sollte sie es nicht sein? Oder? Na, aber sicher! Sich vorher einen Kopf machen? Claro, aber hübsch als halt Netz und sonst nix. Man ist klug und ein Rundum-Denker. Aber was habe ich von ängstlich durchgrübelten Nächten und dann war's gar nicht so? Na, nix!

DAS habe ich auch erst im Zuge meiner Crisis gelernt: Bau Dir ein Netz, aber verzweifle nicht for der Zeit. Und kultiviere Dein und ein Lächeln.

Liebe Grüße, wird schon!


Neuanfang/Neumond :smile:

Inaktiver User
05.10.2006, 20:46
@Caspi
....als stille Mitleserin dieses stranges möchte ich Dir weiterhin viel Kraft und Gesundheit wünschen....:smile:

@Helga
auch Dir möchte ich bei dieser Gelegenheit Gesundheit und alles Gute wünschen...Kopf hoch.... :blumengabe:

KHelga
05.10.2006, 22:50
Liebe Neuanfang,

entschuldige bitte, dass ich Neumond geschrieben habe. Kenne natürlich eine Lady aus der BriComm mit dem schönen Nick.

Was ich nicht verstehe ist,
>Wird appreciated :smile:>
Und
>Claro, aber hübsch als halt Netz und sonst nix.>

Was meinst Du damit?

Bis ich weiß, ob nach entfernen des Knotens die Diagnose wieder Krebs ist oder nicht, dauert noch.
Vorher müssen, wie immer, noch etliche Untersuchungen gemacht werden.

@Vergissmeinnycht
Danke für Deine gute Wünsche.
Über das Endergebnis werde ich später kurz berichten, aber, wie schon gesagt, das dauert noch.

Beste Wünsche und

Neuanfang
06.10.2006, 10:09
Liebe Helga und alle anderen,

wer einen auch mal zum Lachen bringt, wem wichtiger ist, wie es mir geht, statt blöde Unkenrufe anzubringen, wer mir hilft durchzustehen und mir nicht seinen Willen aufzwingen will, vor allem nicht seinen Pessimismus: den möchte ich in Krisen an meiner Seite sehen. He, she will be appreciated (wertgeschätzt). Seien es Freunde oder Bekannte. Alle anderen werden aussortiert. Ich bin damit gut gefahren.

Natürlich planst Du derzeit für alle Fälle vor, denke ich mal, als halt Netz, falls... Aber dies heißt keinesfalls, vom Negativsten auszugehen. Im Gegenteil :blumengabe:.

Liebe Grüße,


Neuanfang

Caspi
06.10.2006, 11:47
Hallo Vergissmeinyck,
danke für die lieben Wünsche von Dir.
Die ganze Sache wird Positiv zu Ende gehen!!

Liebe Grüße von Caspi