PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich bin wieder da, meine Schwester leider nicht ...



Miriam68
25.09.2006, 12:59
Hallo zusammen

Vorletzte Woche wurde meine Schwester von ihrem Krebsleiden erlöst. Die Schmerzen wurden in ihren letzten Lebensminuten dermassen schlimm, dass keine Droge der Welt sie mehr in den Griff bekam.

Am 12.9. sagte sie noch zu mir, mit Tränen in den Augen: Ich habe Angst, dass ich dieses Krankenhaus nie mehr verlasse. Am 14.9. war alles vorbei.

Letzte Woche habe ich im Büro gefehlt - nebst grosser Traurigkeit geben Todesfälle auch immer verdammt viel Arbeit. Diese Woche bin ich wieder bei der Arbeit - aber nicht mehr lange. Im Oktober hab ich frei (wollte den Oktober mit meiner Schwester verbringen), im November fang ich ne neue Stelle an.

Ich bin furchbar traurig und müde und froh um die Auszeit, die ich bald kriegen werde ...

Liebe Grüsse

Miriam68

Inaktiver User
25.09.2006, 13:04
Hallo Miriam,

ich drück dich mal unbekannterweise ganz fest und wünsche dir viel Kraft für die vor dir liegende Zeit.

Ich wünschte, ich könnte mehr tröstende Wort finden.

Alles Liebe von mir für dich und deine Familie wünscht dir das Divegirl.

Hillie
25.09.2006, 13:06
Sei ganz einfach mal gedrückt. Nimm die Auszeit zur ausführlichen Trauer und lasse die Trauer und die Tränen und die Verzweiflung zu. Sie helfen. Ich hoffe, dass du jemanden hast, der dich mal in den Arm nimmt, mit dir weint und dann auch wieder mit dir lachen kann.
Vielleicht hilft dir das Bild (http://www.conersundpartner.de/Grafiken/seminar/trost.jpg) ein bisschen.
Hillie

LEBENSWEG
25.09.2006, 14:22
liebe miriam,
unbekannter weise wünsche ich dir totz aller trauer und fragen die kraft, mit diesem schweren verlust umgehen zu können.

herzliche grüße LEBENSWEG

Inaktiver User
25.09.2006, 14:25
Liebe Miriam,
ich kenne dich zwar nicht, aber ich weiß, wie schwer es ist eine Schwester zu verlieren.
Mein tiefstes Mitgefühl!
Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Liebe Grüße
Amba :wangenkuss:

Giselle
25.09.2006, 18:11
Hallo Miriam,

ich möchte Dir mein herzliches Beileid aussprechen. Ich weiß, wie schlimm es ist, einen geliebten Menschen an den schrecklichen Krebs zu verlieren. Meine Oma ist am 13. Juli gestorben und sie hatte in den letzten Tagen auch grausame Schmerzen. Es war ein Horror, sie so leiden zu sehen.

Ich habe damals auch hier gepostet und es hat mir unheimlich gut getan, wie viele völlig fremde Menschen Anteil an meiner Trauer genommen haben, mich virtuell getröstet und umarmt haben. Natürlich bin ich immer noch oft verzweifelt und tieftraurig, aber mir hilft es immer sehr, mir hier alles von der Seele zu schreiben.

Ich wünsche Dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft und hoffe, Du hast genug Menschen um Dich, die Dir zuhören, Dich trösten und einfach nur da sind. Ich schicke Dir noch eine Blume für Deine Schwester! :blumengabe:

Liebe Grüße
Giselle

Miriam68
25.09.2006, 20:15
Danke, ihr Lieben!

Miriam68
26.09.2006, 09:41
@Divegirl
Vielen Dank für Deine Wünsche, ich kann sie gut gebrauchen.

@Hillie
Danke fürs Bild. Gefällt mir irgendwie!

@LEBENSWEG
Ich denke, ich werde diese Last tragen können ... ich bin gesund und das Leben geht weiter, auch wenn ich jetzt traurig bin. Ich will auch, dass es weiter geht. Meine Mama soll nicht noch eine Tochter verlieren.

@amba
Danke für dein Mitgefühl. Darf ich fragen: HAst auch Du eine Schwester verloren? :niedergeschmettert:

@Giselle
Ich empfand dies auch als Horror - da hat ein geliebter Mensch Schmerzen, und man kann nicht helfen. Als es so richtig schlimm wurde, habe ich für meine Schwester gebetet, dass sie bald erlöst wird ...

idaklein
26.09.2006, 13:20
Liebe Miriam,

bin in Gedanken bei Dir ... fühle Dich gedrückt und umarmt!
Deiner Schwester geht es jetzt sicher besser, denn sie wurde erlöst. Lass die Trauer zu ... sie gehört dazu.

Die allerliebsten Grüße
Ida

Giselle
26.09.2006, 17:50
Hallo Miriam,

mir ging es in den letzten Lebenstagen meiner Oma genauso, irgendwann habe ich ihr nur noch gewünscht, dass sie endlich erlöst wird. Wenn man sieht, wie sein Angehöriger immer schwächer wird und jeden Tag mehr Schläuche an sich hängen hat, das vergisst man wahrscheinlich sein Leben lang nicht mehr. Das Schlimmste ist ja diese Hilflosigkeit - meine Oma versuchte immer, tapfer zu sein und hat sich teilweise vor Schmerzen gekrümmt, das hat mich halb verrückt gemacht. Zum Schluss wurde ihre Morphium-Dosis ständig erhöht und es war wirklich so, dass sie "vor sich hingestorben ist". Sie muss Höllenqualen durchlebt haben und es war der reinste Albtraum!

Sorry, ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel von mir gesprochen, aber ich wollte Dir nur sagen, wie gut ich alles nachvollziehen kann, da meine Erinnerungen auch noch so frisch sind.

Noch mal alles Liebe
Giselle

Miriam68
28.09.2006, 16:32
Danke, liebe Ida! :blumengabe:

Giselle,

kein Problem ... ich will hier ja nicht einseitig jammern, ein Austausch ist immer gut und man kann was davon lernen. Mir tut's gut zu wissen, dass ich mit meinem Schwerz nicht allein dastehe.
Was Du über deine Oma geschrieben hast ... ich kann's mir so gut vorstellen. Meine Schwester war auch ein bisschen so: Wollte so wenig Morphium wie möglich nehmen und hat sich dadurch noch mehr gequält.

Bei meiner Schwester bin ich froh, dass die "Zeit der Schläuche" relativ kurz war, sie sich also bis zum Ende einen Rest Freiheit bzw Selbständigkeit bewahren konnte.

Liebe Grüsse

Miriam68

anna_18
29.03.2012, 22:44
Nja ich weiß eigentlich gar nicht wie ich anfangen soll..
Letztes Jahr im August habe ich meine große Schwester bei einem Autounfall verloren, es war total unerwartet und die Todesursache verstehe ich bis heute noch nicht.
Meine Eltern erfuhren von ihrem Tod sehr tragisch, ein Polizist, welcher auf meine Eltern auf der Dienststelle wartete, wünschte meinen Eltern Beileid. Meine Mutter brach erst mal zusammen und konnte sich vor dem Schock kaum retten, ich erfuhr es von meinen Eltern. Ich werde diesen Tag nie vergessen, da es der schlimmste Tag in meinem Leben war.
Es war das erste mal das ich mit einem solchen Schmerz leben musste. Der Tod meiner Schwester erscheint mir immer noch sehr unreal und mein Leben erscheint mir sinnlos. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Der Verlust frisst mich innerlich auf und ich habe das Gefühl das ein Teil von mir fehlt!!
Sie hat mich nämlich zu der Person gemacht die ich heute bin, sie ist viel zu früh mit 19 Jahren aus dem Leben gerissen worden. Ich bin in ständiger Angst, dass ich einen weiteren Menschen den ich liebe in naher Zukunft verliere. Wenn meine Mutter nicht an Telefon geht, bekomme ich die schlimmsten Gedanken.
2 Wochen nach dem Tod meiner Schwester, starb mein ex-freund, mit dem ich trotz trennung immer noch viel unternommen habe. Er wurde von einem Auto erfasst auf dem Heimweg.

Villeicht kann mir irgend jemand einen Rat geben, wie ich mit all diesem Schmerz umgehen soll?!
Denn ich habe das Gefühl, dass ich nach diesem tiefen Fall nie wieder alleine aufstehen kann :(

Sariana
29.03.2012, 22:56
Liebe anna, :in den arm nehmen:

kannst du dir vorstellen, Rat und Hilfe bei einer Beratungsstelle der Diakonie oder Caritas zu suchen?
Es gibt dort erfahrene Menschen, die Hinterbliebene begleiten, in einem geschützten Rahmen.

Alles Liebe für dich.

140211
30.03.2012, 08:24
Liebe Anna,
es gibt nichts schlimmeres als den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen verkraften zu müssen, mein herzlichstes Beileid.
Ich kann sehr gut verstehen, dass du mit deinen Gefühlen und deiner Trauer alleine nicht klar kommst. Schau mal im Internet, sicher gibt es auch in deiner Nähe Trauerbegleiter, eine Trauergruppe oder eine Therapie.
Ich habe mich einer Trauergruppe angeschlossen, in der eine Frau ist, deren Schwester vor 20 Jahren(!) gestorben ist. Sie hat ihre Gefühle damals zugeschüttet, in der Familie wurde nicht darüber gesprochen und jetzt, nach 20 Jahren kam alles wieder hoch sie hatte einen Totalzusammenbruch.
Das schreibe ich dir nur, damit du verstehst wie wichtig professionelle Hilfe ist.
Fühl dich hier im Forum herzlich willkommen, wenn es dir schlecht geht, findest du hier immer wieder Zuspruch. Vielen von uns hat das über schlimme Stunden hinweg geholfen.
Es gibt auch gute Literatur z. B. von Kübler-Ross, die ich auch als tröstend empfunden habe.
Alles Liebe - viel Stärke
turmalin :in den arm nehmen:

Wandermaus
30.03.2012, 09:01
Liebe Anna,

fühl dich auch von mir herzlich gedrückt:in den arm nehmen:

Ich habe vor genau 2 Monaten meinen über alles geliebten Mann verloren. Um diesen Schmerz zu verarbeiten (ganz weggehen wird er wohl nie), hilft es mir, darüber zu reden und hier zu schreiben.
Auch - wie turmalin schon schrieb - gibt es gute Literatur.
Außerdem gehe ich zu Einzelgesprächen bei einer geschulten Person, die ambulante Hospizarbeit macht. Diese Gespräche helfen mir besonders gut. Falls es so einen Hospizdienst oder ein Palliativnetz in deiner Stadt gibt, kann ich dir so etwas nur warm ans Herz legen.

Wirklichen Trost aber gibt es leider nicht. All das sind nur Hilfen, den schweren Weg der Trauer zu bewältigen, den wir leider doch alleine gehen müssen.

LG
Wandermaus

anna_18
01.04.2012, 14:32
DANKE an alle für die Antworten!

Meine Mutter meinte auch das ich das machen sollte, da sie und mein Papa auch Hilfe in Anspruck nehmen. Das Problem ist, dass ich bevor das mit meiner Schwester passiert ist eine Auslandsreise gebucht habe die 9 Monate dauert. Habe schon 6 Monate geschafft.Trotz der vielen Erfahrungen die ich sammle, fühle ich mich nicht komplett. Ich habe keine Möglichkeit im Ausland Hilfe zu beanspruchen bzw. mit jemanden darüber zu reden.
In den stillen Stunden kommen die Gedanken und mit den Gedanken die Fragen. Ich kann es einfach kam erwarten im Juni zu Hause zu sein und mit jemanden darüber zu sprechen, denn der Schmerz staut sich immer weiter auf!

140211
01.04.2012, 18:16
Liebe Anna_18,
du wirst die restliche Zeit auch noch schaffen. Natürlich ist es extrem schwierig, wenn niemand zum Reden hast.
Hier bist du gut aufgehoben und wir schreiben dir alle gerne wieder. Davon geht dein Schmerz zwar nicht weg, aber vielleicht hilft es dir trotzdem etwas. Diese Phasen der Trauer sind immer wieder schwierig, kaum denkt man, dass es etwas besser geht, dann kommt schon das nächste Tief.
Es ist sehr schwierig, dir einen Rat zu geben. Hast du die Möglichkeit an Bücher zu kommen, die etwas helfen könnten? Kübler-Ross schreibt sehr schön und ich finde in Ihren Büchern immer etwas Trost.
Ich schicke dir ein fettes "Durchhaltepaket"
Alles Liebe
turmalin