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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ALG nach gescheiterter Selbständigkeit?



Engel770827
25.09.2006, 12:44
Ein Freund von mir hat sich mit einer Wirtschaftsberatungsgesellschaft selbständig gemacht und ist jetzt leider gescheitert. Vor der Selbständigkeit hat er jahrelang im Angestelltenverhältnis gearbeitet, welches er von sich aus gekündigt hat. Die ersten 6 Monate der Selbständigkeit bekam er Überbrückungsgeld. ALG hat er bisher noch nicht bezogen. Jetzt kam vor kurzem die Frage auf, ob er jetzt noch Anspruch auf ALG 1 hat, da er ja vor der Selbständigkeit in einem festen Arbeitsverhältnis war.

Weiß hier zufälligerweise jemand über die Gesetzeslage Bescheid? Ich konnte ihm da leider nicht helfen.

Danke!

Inaktiver User
25.09.2006, 16:45
Aber er hat ja selbst gekündigt.
Er hätte das erstmal nebenbei machen müssen um zu sehen, ob er damit überhaupt klar kommt.

Inaktiver User
25.09.2006, 18:29
ALG hat er bisher noch nicht bezogen. Jetzt kam vor kurzem die Frage auf, ob er jetzt noch Anspruch auf ALG 1 hat, da er ja vor der Selbständigkeit in einem festen Arbeitsverhältnis war.


Also wenn er Überbrückungsgeld bezogen hat, muss er ja zumindest einen Anspruch auf Arbeitslosengeld gehabt haben. Ich nehme mal an, dass er deswegen noch kein Arbeitslosengeld bezogen hat, weil er wegen Selbstkündigung eine Sperrzeit bekommen hat, die dann auch, sofern noch nicht abgelaufen, auf die Dauer des Überbrückungsgeldes angerechnet wurde.

Ich habe Anfang letzten Jahres auch Überbrückungsgeld bezogen. Damals war es so, dass der noch nicht ausgenutzte Anspruch von den 12 Monaten Arbeitslosengeld nach Scheitern der Existenzgründung noch in Anspruch genommen werden konnte, sofern er spätestens 4 Jahre nach der erstmaligen Entstehung des Anspruchs geltend gemacht wird. Meines Wissens hat sich daran für die alten Überbrückungsgeldfälle auch nichts geändert, nur bei dem neuen Gründungszuschuss ist die Rechtslage anders.

Darüberhinaus besteht seit diesem Jahr für Selbständige auch die Möglichkeit, sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Aber da muss man natürlich erst eine gewisse Zeit einzahlen (weiss im Moment nicht genau wie lange).

Gruß,
Suse

Anemone
25.09.2006, 18:51
zurzeit ist es wohl so, dass die geänderte Regelung bedeutet: ALG 1 muss noch für mindestens 3 Monate ausreichen, dann kann man den Gründerzuschuss beantragen. ALG-Rest, auch wenn es mehr ist, verfällt dann allerdings. Dies ist neu, denn bis vor kurzem konnte man sich den Anspruch aufheben. Wie es ist, wenn noch gar kein ALG gezahlt worden ist, weiß ich leider auch nicht. Ein Anruf beim Arbeitsamt dürfte da Klarheit schaffen. Oder gezielt googlen.

Engel770827
26.09.2006, 09:11
Aber er hat ja selbst gekündigt.
Er hätte das erstmal nebenbei machen müssen um zu sehen, ob er damit überhaupt klar kommt.

Danke, eine sehr hilfreiche Antwort.

Engel770827
26.09.2006, 09:13
Also wenn er Überbrückungsgeld bezogen hat, muss er ja zumindest einen Anspruch auf Arbeitslosengeld gehabt haben. Ich nehme mal an, dass er deswegen noch kein Arbeitslosengeld bezogen hat, weil er wegen Selbstkündigung eine Sperrzeit bekommen hat, die dann auch, sofern noch nicht abgelaufen, auf die Dauer des Überbrückungsgeldes angerechnet wurde.

Ich habe Anfang letzten Jahres auch Überbrückungsgeld bezogen. Damals war es so, dass der noch nicht ausgenutzte Anspruch von den 12 Monaten Arbeitslosengeld nach Scheitern der Existenzgründung noch in Anspruch genommen werden konnte, sofern er spätestens 4 Jahre nach der erstmaligen Entstehung des Anspruchs geltend gemacht wird. Meines Wissens hat sich daran für die alten Überbrückungsgeldfälle auch nichts geändert, nur bei dem neuen Gründungszuschuss ist die Rechtslage anders.

Darüberhinaus besteht seit diesem Jahr für Selbständige auch die Möglichkeit, sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Aber da muss man natürlich erst eine gewisse Zeit einzahlen (weiss im Moment nicht genau wie lange).

Gruß,
Suse

Hallo Suse,

nein, eine Sperrzeit hat er nicht bekommen wegen seiner Kündigung. Es gab letztes Jahr die Regelung, dass er keine Sperrzeit bekommt, wenn er unmittelbar nach seiner Kündigung mit der Selbständigkeit anfängt. Das heißt also, er hätte theoretisch noch den Anspruch darauf, oder?

Engel770827
26.09.2006, 09:14
zurzeit ist es wohl so, dass die geänderte Regelung bedeutet: ALG 1 muss noch für mindestens 3 Monate ausreichen, dann kann man den Gründerzuschuss beantragen. ALG-Rest, auch wenn es mehr ist, verfällt dann allerdings. Dies ist neu, denn bis vor kurzem konnte man sich den Anspruch aufheben. Wie es ist, wenn noch gar kein ALG gezahlt worden ist, weiß ich leider auch nicht. Ein Anruf beim Arbeitsamt dürfte da Klarheit schaffen. Oder gezielt googlen.


Danke, dann werden wir mal beim Arbeitsamt nachfragen.