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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Jahr danach - Wie geht es Euch?



Frostbeule
22.09.2006, 20:49
Vor knapp einem Jahr hat mich mein Freund betrogen. Damals habe ich viel Zuspruch hier in der bricom bekommen, der mir unheimlich geholfen hat. Es war ein kleiner, ganz kleiner Lichtblick, dass es anderen Frauen ähnlich geht, sie dieselben Ängste quälen, nicht schlafen können, nicht mehr weiterwissen.
@Lena123, Schokokeks, Alexandra und alle anderen, die sich angesprochen fühlen: Wie geht es Euch? Und, wieder die alte Frage, bin ich "noch normal" mit meinen Sorgen?

Dass er mich betrogen hat, war eine einmalige Sache, wir waren fünf Jahre ein Paar, davon vier Jahre Fernbeziehung. Die räumliche Distanz besteht nach wie vor und macht alles noch schwerer. Ich versuche mich nach wie vor auf mich selbst zu konzentrieren, mir Gutes zu tun und mir einzureden, dass ich unabhängig von ihm bin. Letzteres vergeblich. Zwischendrin gab es öfters Phasen, in denen ich mich trennen wollte, weil ich der Meinung war, dass ich diesen Psychostress, den ich mir selbst mache, nicht mehr aushalte. Lieber eine Ende mit Schrecken... Tja, meine Freunde mussten mitleiden. Mittlerweile schreibe ich Tagebuch, wenn ich mal wieder völlig am Rad drehe vor Eifersucht, Misstrauen und ähnlichem. Ich habe gelernt, dass es nicht die beste Lösung ist, in solchen Situationen IHN anzurufen, denn er ist damit völlig überfordert, vielleicht geht damit mehr kaputt als dass es heilt.

Zwischen uns ist es ein Wechsel zwischen absoluter Glücklichkeit und irgendwie Gleichgültigkeit. Zumindest für mich. Wenn wir uns nicht sehen, lebt jeder sein eigenes Leben. Wir lassen einander teilhaben, so gut es geht. Eine Fernbeziehung auf so lange Zeit lässt ja wohl auch eine Art von Routine einkehren. Wenn wir uns sehen (ca. alle 2 Monate) ist es wunderbar. Ich war immer der Meinung, dass unsere Beziehung perfekt war (offensichtlich war sie es ja nicht), jetzt sehe ich einen Unterschied. Wir sind uns menschlich näher, wir reden nicht mehr und nicht weniger über unsere Gefühle als vorher, aber anders. Auch wenn das blöd klingt: Ich sehe eindeutig den zwischenmenschlichen Fortschritt.

Allerdings haben wir keinen Sex. Ich verdränge die Sache und sie ist somit nur ein Thema, wenn wir uns sehen. Es macht mich sehr traurig, lässt mich an mir zweifeln, obwohl er beteuert, es liegt an ihm. Er hat Schuldgefühle mir gegenüber. Angeblich so große, dass er keinen Sex haben kann. Spinne ich? Ich weiss, das klingt bescheuert, wie oft habe ich mich gefragt, was das werden soll. Er sagt, er braucht Zeit. Wir sind auch zärtlich miteinander, aber nicht intim. Seit dieser Sache.

Tja, somit kann ich sagen, die zwischenmenschliche Beziehung ist eine wunderbare, aber ohne Sex geht es auf die Dauer nicht.

Was meint Ihr dazu? Wie geht es Euch? Und sorry für diesen langen Beitrag, aber die bricom hilft. Jetzt auch?
Liebe Grüße, Frostbeule

Lena1234
22.09.2006, 22:04
Hallo Frostbeule!
Das mit dem Sex bei euch ist schon eine heikle Sache wenn er partout nicht will.
Mich z.B. hat es zwar anfangs Überwindung gekostet bald wieder mit meinem Mann zu schlafen, aber ohne Sex hätte ich mich ja auch noch selber bestraft.
Was da in einem Mann vorgeht wenn er nicht will kann ich leider nicht beurteilen. Aber ein Jahr Abstinenz ist in meinen Augen schon ne verdammt lange Zeit ...
Mir persönlich geht es eigentlich ganz gut, danke der Nachfrage! :smile:
Wir sind sogar schon soweit dass er bis in die frühen Morgenstunden mit seinen Kollegen abhängen kann wenn ich vorher Bescheid weiß. Mein Kopfkino läßt mich jetzt die meiste Zeit in Ruhe :smirksmile:

Liebe Grüße,
Lena

Schokokeks
23.09.2006, 22:55
Hej Frostbeule,

wie SCHÖN, wieder von Dir zu lesen. Ich bin nicht mehr oft in diesem Forum (in der Bricom allgemein schon), jetztschaue ich hier mal rein aus Neugier, und da ist prompt Dein Beitrag, und auch noch ganz aktuell. Vor einiger Zeit hatte ich Dir mal eine PN geschrieben und Dich gefragt, wie es Dir ergangen ist. Möglicherweise hat diese sich aber durch die Umstellung des Forums in Luft aufgelöst.

Es tut mir ehrlich leid für Dich, dass Du noch so sehr an dieser Geschichte zu knabbern hast. Und ich bin überrascht -nimm es mir nicht übel-, dass Ihr noch zusammen seid. Was schön ist!! Aber in den letzten Postings von Dir, die ich gelesen hatte, klang viel Resignation Deinerseits durch, so dass ich mir nicht sicher war, ob Du nicht einen Schlusstrich ziehen würdest. Ihr habt es nicht getan, und das freut mich für Euch. Du schreibst davon, dass es Phasen absoluter Glückseligkeit gibt - kennst Du viele Paare, die so lange zusammen sind und das erleben? Eher nicht, oder? Insofern bist Du auf dem richtige Weg. Dass Ihr keinen Sex habt finde ich sehr ungewöhnlich. Sprecht Ihr darüber, oder ist es normal geworden, dass es so zwischen Euch ist? Wie lange seid Ihr zusammen, wenn Ihr Euch dann seht? Nur das Wochenende (was vielleicht etwas kurz ist, um die Lage zu ändern mit dem fehlenden Sex) oder länger? Fragen über Fragen.

Zu mir. Im Moment: alles rosarot zwischen meinem Freund und mir. Aber das war beileibe nicht immer so. Noch vor sehr kurzer Zeit hat mich das alles derart eingeholt, dass ich fast nichts anderes denken konnte. Und an den Moment, als ich es erfahren habe, kann ich immer noch nicht denken, ohne dass es mir den Boden wegzieht... Wir hatten ja auch eine Fernbeziehung, und als er dann 4 Monate nach dieser Sache wieder ganz nach Hause kam, worauf wir uns beide so gefreut hatten, war es - schrecklich:( Auf einmal wusste er nicht mehr, was er will. Er hat mich kaum beachtet, es war keine Liebe zu spüren, wir haben oft über Trennung gesprochen und ich war so verzweifelt. Es hat überhaupt nicht dazu gepasst, dass er ja so sehr um uns gekämpft hat, nachdem das alles aufgeflogen ist. Dise Frau hat dann auch keine Rolle mehr gespielt, irgendwas war in ihm anders. Irgendwann wurde es etwas besser, aber natürlich hat das alles seine Spuren hinterlassen.

Heute sind wir sehr glücklich, nahezu wie frisch verliebt. Und das ist sehr schön. Uns droht aber auch wieder einige Zeit der räumlichen Trennund. Leider weiß ich inzwichen, dass Glück und Innigkeit im Moment keine Garantie sind - und damit meine ich nicht nur Treue, sondern ganz einfach auch die gegenseitige Liebe und Achtsamkeit, die manchmal einfach wieder verloren gehen kann. Warum? Das weiß ich nicht.

Sei ganz lieb gegrüßt liebe Frostbeule, wirklich schön, dass Du Dich gemeldet hast,
Keks

Frostbeule
24.09.2006, 00:51
Hallo Keks,
Schön, von Dir zu lesen. Ich war lange nicht in der bricom und dann kommt wieder mal so eine traurige Phase- und man landet wieder hier. Ein sehr schöner Zufall :-)

Mir geht es in vielen Punkten wie Dir. Man wird einfach realistischer. Meine Freundinnen reden von Heirat und ich denke "Ihr armen Kücken, wenn ihr wüsstet wie das Leben wirklich ist"... Klingt übertrieben, ist aber so. Ich bin auf dem Boden der Tatsachen angekommen, und wie es scheint, Du auch.

Wie lange werdet Ihr getrennt sein bzw. wie weit wohnt Ihr voneinander weg. Wie ist es mit dem Sex bei Euch?

Entschuldige, dass ich so direkt frage, aber dieses Thema beschäftigt mich natürlich enorm und deshalb bin ich auch sehr an Deiner Antwort interessiert.
Ich weiss einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Wenn wir uns sehen, dann ist es auch nicht länger als ca. eine Woche. Wie Du ja sicher weisst, dieses Kennenlernen ist immer wieder aufs Neue anstrengend, ein bisschen zumindest. (Ich denke immer, dass mein Freund irgendwie "komisch" aussieht, wenn ich ihn eine Weile nicht gesehen habe :-)). Kennenlernen bedeutet in dem Fall auch, sich näher kommen. Wir kommen uns innerhalb dieser paar Tage auhc körperlich näher. Deshalb habe ich auch noch Hoffnung. Ewig geht das so nicht. Er meint, ich dränge ihn. Ich versuche, dies nicht zu tun. Verständlicherweise sehr schwer. Ich hoffe, dass sich alles ein bisschen normalisiert, von Mal zu Mal. Aber ohne Sex mache ich das nicht auf ewig mit. Das geht nicht. Das wird aber bestimmt. Reden tun wir darüber, ja, denn es belastet diese wenigen Stunden Zusammensein natürlich enorm. Er meint, er hat einfach enorme Schuldgefühle (ich rede ihm die nicht ein), deshalb keine Lust, dann mein Drängen ... ein ewiger Kreislauf. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich jemals mit solch einem Problem auseinandersetzen muss. Wie bizzar.

Wie Du schon beschreibst (und ich es hätte nie glauben können), die andere Frau spielt keine Rolle mehr. Gar keine. Es geht um uns.
Und meistens geht es das ganz gut, besser als vorher.

Eine simple Frage zum Schluß: Traust Du ihm?

Alles Liebe und ein wunderbares Gefühl, von Dir zu lesen.
Frostbeule

Schokokeks
24.09.2006, 20:46
Liebe Frostbeule,

ich schicke Dir eine PN, sobald ich dazu komme.

ALle Gute, Keks

Schokokeks
28.10.2006, 10:58
Hej Frostbeule,

wo steckst Du? Bist Du nicht mehr online? Meld Dich doch mal wieder.

Grüße, Keks