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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie gehen eure partner mit der FG um?



Honigmilch
21.09.2006, 13:40
hallo!

ich hatte am 13. sept. eine ausschabung, ich war in der achten woche, als ich schmierblutungen im urlaub bekam.

im urlaub noch, direkt nach der diagnose hat mein freund bitterlich geweint, ich hab ihn noch sie so heulen sehen!

als wir dann in deutschland waren und meine ärztin die diagnose bestätigte, fand einen tag später die ausschabung statt. mein freund weinte nicht mehr, mir geht es natürlich immer noch sehr schlecht. körperlich gehts nun wieder, aber seelisch.....ihr könnt es euch denken. mal hab ich einen guten, mal einen schlechten tag. manchmal ist es von stunde zu stunde verschieden, wie ich mich fühle.

wir führen eine fernbeziehung. mein freund und ich haben momentan sowieso eine schwierige phase, nicht nur wegen der FG, sondern in diesem bezug allgemein, aber ich habe erfahren, dass er dieses wochenende nicht zu mir kommen wird, weil er für die arbeit einen bericht anfertigen muss, den er in sechs wochen oder so abgeben muss. er meinte, er bräuchte die zeit, weil er unter der woche nicht dazu käme. gut, dass er bei mir auch arbeiten könnte, fällt ihm wohl nicht ein. er sagte selbst, er weiß, dass ich ihn nun sehr bräuchte, aber dass diese fahrerei ihn auslaugen würde, dass er einfach keine erholung erfährt, wenn er nur am fahren ist....

und ich?? hab ich mir ausgesucht in dieser situation zu sein? dass es mir schlecht geht? ich kann nicht einfach die situation ausschalten, damit es mir besser geht. er ist so egoistisch, denkt nur an sich und sein wohlergehen. meldet sich kaum bei mir. mir geht es schlecht, aber der herr bleibt am wochenende lieber daheim, um sich zu schonen und zeit für sich zu haben. fragt mich einer, was ich mir wünschen würde dieses WE?

wie gehen eure partner mit der situation um? habt ihr nach der FG probleme in der beziehung gehabt? was tun eure partner für euch, damit es euch besser geht? wie stehen sie euch bei?

lg von honigmilch!

sonnenschein07
21.09.2006, 14:35
Hallo Honigmilch,

als ich meine erste FG hatte, ist mein Mann am nächsten Tag direkt wieder arbeiten gegangen und ich habe gelitten wie ein Tier.

Objektiv gesehen ging es auch nicht anders, da sein Unternehmen von der Insolvenz bedroht war. Aber ich fühlte mich dennoch sehr im Stich gelassen.

Mir ging es dabei gar nicht um permanentes "Händchenhalten", sondern vielmehr um so etwas athmosphärisches "Miteinanderfühlen". das hat mir sehr gefehlt.

Durch diese Erlebnisse geriet unsere Ehe in eine sehr, sehr schwere Krise, die mit einer Affäre seinerseits endete. Da kauen wir immer noch drauf herum (weshalb ich mich abwechselnd im Forum "Treue und Lügen" und "Trennung und Scheidung" aufhalte).

Ich kann dir dazu nur sagen: Männer gehen anders damit um. a) empfinden sie anders (was nicht negativ gemeint ist) und b) sind sie nunmal nicht so direkt betroffen wie wir.

Was uns damals wirklich geholfen hätte wäre sehr, sehr offen zueinander zu sein. Ich wäre wahrscheinlich nach der FG nicht so abgestürzt und er hätte sich wohlmöglich anders verhalten.

Warum sagst du ihm nicht einfach wie du dich fühlst? Rede über deine Gefühle, deine Gedanken. Teil dich ihm mit.

Sag ihm auch, was du dir wünscht.

Manchmal erwarten wir von unseren Partnern ein bestimmtes Verhalten und wenn das dann nicht kommt ... kommt die Krise.

lg, Sonne

amaruschka
21.09.2006, 15:43
Liebe Honigmilch, es ist eine schwere Erfahrung, wenn man ein Baby verliert. Aber ich glaube, dass sie unser ganzes Leben bei uns sind und uns begleiten und neben aller Trauer und Schmerz auch Kraft geben. Vielleicht kann dieser Text das ein bisschen ausdrücken:

Sternenkinder)
Still, seid leise,
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei euch sein.
Warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott, dort sind sie wieder,
wollten nicht auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihnen zurück,
in unseren Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer bei euch sein.
vergesst nie,
sie waren so klein.
Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt, es war ihr Flügelschlag.
Und wenn ihr fragt, wo mögen sie sein?
Ein Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehn
und barfuss durch die Wolken gehn.
Vielleicht lassen sie sich hin und wieder
bei den Engelskindern nieder.

Und wenn ihr sie auch sehr vermisst,
weil sie nicht bei euch sind,
so denkt, im Himmel, wo es sie nun gibt,
erzählen sie stolz: WIR WERDEN GELIEBT!

amaruschka
21.09.2006, 15:43
Au weia, die Technik...

amaruschka
21.09.2006, 15:48
Liebe Honigmilch, ich hatte im Juli auch eine FG in der 8 SSW. War ein ziemlicher Schlag und ich denke auch noch oft daran, wie rund mein Bauch jetzt wäre. Allerdings habe ich schon ein Kind, das ist dann noch ein bisschen anders, glaube ich mal.
Mein Mann war auch sehr traurig, aber ist sehr schnell zur Tagesordnung übergegangen. Mein Eindruck ist, dass Männer ganz anders damit umgehen als Frauen. Ich habe mir viel Beistand von meinen besten Freundinnen geholt und viel mit Ihnen geredet und geweint. Bin dann ein paar Tage zu meiner besten Freundin gefahren. Mein Mann hat sich wohl eher überfordert gefühlt, hatte Angst, sich meinen Gefühlen auszusetzen.
Ich habe ihm gesagt, dass mich das verletzt, aber er hat sich nur noch mehr zurückgezogen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ein Mann so ein Erlebnis verarbeitet. In der Regel haben Sie ja keine engeren Gesprächspartner und machen es dann mit sich selbst aus.
Ein Stück weit habe ich versucht, das zu akzeptieren. Die meisten Männer sind einfach ziemlich anders als Frauen, was Gefühlsdinge angeht. Bis auf ein paar wenige. Die haben dann wieder andere Macken.
Ich habe ein kleines Ritual gemacht, an dem er dabei war. (Kerze anzünden und einen Brief schreiben, den ich dann verbrannt habe). So haben wir gemeinsam Abschied genommen. Mehr ging nicht.
Ich hoffe, du hast ein paar liebe Freundinnen, die dich trösten können. Das ist jetzt wichtig. Deinem Freund kannst du nur sagen, was du dir wünschst. Oder schreiben. Aber wenn er es dir im Moment nicht geben kann, muss du es so stehen lassen. Einen anderen Rat kann ich dir leider nicht geben.
Pass gut auf dich auf und fühl dich umarmt
Amaruschka

Honigmilch
22.09.2006, 09:36
lieber sonnenschein und liebe amaruschka.

vielen dank für eure antworten, amaruschka, lieben dank für dieses gedicht. das ist schön, wie soll es auch anders sein...ich bin am heulen.

es ist gut zu wissen oder gut von anderen erfahrungen zu wissen, dass männer wohl wirklich völlig anders fühlen und sind als wir in dieser situation.

ich habe ihm schon oft gesagt, was ich mir wünschen würde, dass ich ihn bräuchte dieses wochenende, damit er mir beistehen kann, aus verschiedenen gründen meint er nicht kommen zu können.

mir völlig unverständlich. wenn mein partner mich bittet zu ihm zu kommen, weil er mich braucht, weil es ihm schlecht warum auch immer! ich würde mich auf dem schnellsten wege zu ihm auf machen!

hat das nun mit egoismus zu tun oder mit hilflosigkeit? ich weiß es nicht.
auf jeden fall, lieber sonnenschein, wir stecken nun auch in der krise, weil ich angst habe. ich habe angst einen mann zu haben, auf den ich mich nicht verlassen kann, der nicht zu mir steht, der nicht für mich da ist, wenn ich ihn am meisten brauche. ich habe angst allein gelassen zu werden, wenn ich meinen partner doch so sehr brauche.

meine mama meinte gestern, dass männer anders sind, sie sind oftmals egoistisch, dieses, unser erlebnis ist für ihn schnell vergessen und denkt nicht mehr daran. das ist etwas, was ich allein lange für mich haben werde und damit klarkommen muss.

ich weiß, dass meine beziehungsprobleme hier nicht hergehören, aber ich danke euch für den erfahrungsaustausch und berichte, wie eure männer nach der FG drauf waren.

ich wünsche euch allen weiterhin viel kraft und bitte auch noch andere betroffene um berichte, wie es euch in der partnerschaft erging. vielen dank, lg von honigmilch!

PS: wisst ihr übrigens, ob es nach einer FG und ausschabung auch so was wie einen babyblues gibt??

amaruschka
22.09.2006, 10:54
Liebe Honigmilch, ob es einen Babyblues gibt, weiß ich nicht. Aber ich denke mal, dass die Seele einfach Zeit braucht. Es ist eine Begegnung mit dem Tod und die bringt immer neue und schmerzliche Erfahrungen mit sich. Eine große Hoffnung und Freude wird enttäuscht und findet nicht ins Leben. Auch wenn mein Baby "nur" ein paar Wochen in sich trägt, hat es doch schon einen Platz in unserem Leben und in unserem Herz. Vielleicht ist das für eine Frau wirklich anders, als für einen Mann, weil das alles in ihr passiert.
Es ist bestimmt wichtig und gut, auch über deine Beziehung nachzudenken. Aber lass dir Zeit. Gib erst mal dir und deiner Trauer Raum. Dann kommt der nächste Schritt.
Was für mich übrigens neben der Reaktion meines Partner auch sehr hart war: Wie im Krankenhaus mit mir umgegangen wurde. Ich kam mir vor, wie Nummer 1113, die zur Ausschabung kommt. Ich hatte dem Eingriff Kreislaufprobleme und ziemlich Hunger. Aber etwas zu Essen war im Budget nicht vorgesehen. Mit Mühe und Not bekam ich eine Suppe. Und um 16.00 musste ich aus dem Bett raus, weil dann die Putzfrauen neu beziehen wollten und ich gehen musste. Dabei wäre ich gerne eine Nacht geblieben, ein bisschen versorgt werden und hätte mich ein bisschen erholt. Aber die Kassen zahlen wohl keine Übernachtung mehr. Und ein Essen auch nicht.
Liebe Honigmilch, ich wünsche dir trotz deiner Trauer und deiner Enttäuschung ein schönes Wochenende. Die kleine Seele ist bei, wird es immer sein. Und sie hilft dir auch, den richtigen Weg zu finden. Lass dich von einem lieben Menschen in den Arm nehmen.
Alles Liebe
Amaruschka

Inaktiver User
22.09.2006, 12:06
Als meine Frau die schreckliche Nachricht erfuhr, konnte ich auch wegen der Arbeit nicht sofort zu ihr, wir führen auch eine WE-Beziehung. Aber ich war telefonisch rund um die Uhr für sie da und versuchte ihr Halt zu geben, so gut es ging. Nach der Ausschabung habe ich mir Urlaub genommen, habe sie umsorgt und stand ihr bei. Gerade in solchen Situationen sollte die Priorität klar sein...

Aber: Mir ICH fühlte mich die Zeit danach auch alleine und war dann dankbar, die Ablenkung durch die Arbeit zu haben.

Inaktiver User
22.09.2006, 12:29
Honigmilch,

fühl' Dich gedrückt. Das ist eine schwere Erfahrung. Und auch körperlich gehen die Hormone einmal hoch und wieder 'runter.

Trotzdem muss ich für ein bisschen mehr "Bodenständigkeit" argumentieren. Wie gewichtig die Gründe Deines Freundes sind, nicht zu kommen, kann ich nicht beurteilen - aber ich würde nicht sagen, dass er jedenfalls kommen muss. Und dass ein Mann sich nach einer normalen Frühfehlgeburt seiner Frau Urlaub nehmen sollte, halte ich nun doch für übertrieben.

Irgendwie scheinen wir uns immer mehr in diese Dinge hineinfallen zu lassen. Was wohl damit zusammenhängt, dass Schwangerschaft und Kinder immer mehr an Natürlichkeit verloren haben. Erst macht man sich schwermütig Gedanken darüber, ob man das überhaupt will. Und dann muss sich alles darum drehen. Anstatt dass man und frau einfach bereit ist, diese Dinge auf sich zukommen zu lassen.

Meine lange Reihe von Fehlversuchen begann allerdings erst, nachdem ich Kinder hatte - das macht vermutlich einen Unterschied. Aber als ich das erste Mal ins Krankenhaus musste, fuhr mein Mann am Tag vorher auf Dienstreise. Wäre uns beiden gar nicht in den Sinn gekommen, dass er das absagen soll. Und ich habe mich von ihm immer unterstützt gefühlt.

Geht es Euch vielleicht eher um die seelische Anteilnahme, die Ihr an Äußerem festmacht?

Gruß, Leonie

Honigmilch
22.09.2006, 14:18
hallo leonie,

ob sich die männer urlaub nehmen sollten, wenn ihre frau eine FG hatte, bleibt völlig ihnen überlassen. wenn die partner zusammenleben, besteht wahrscheinlich auch so genügend die möglichkeit der frau beizustehen.
wir führen eine fernbeziehung. mein freund müsste sich nicht urlaub nehmen, um mir beizustehen.
sicher, die fahrten wären sehr anstrengend, wir hätten nicht wirklich sehr viel zeit an dem WE, aber immerhin ein bißchen schon! ich habe ihm gesagt, dass ich ihn bräuchte, er hat mir selbst gesagt, dass er sich in den letzten tagen versucht hat vorzustellen, wie es mir wohl geht, er hat richtig erkannt, dass es mir auch körperlich in den letzten tagem sehr schlecht ging, da ich starke schmerzen und blutungen hatte.
er hat die möglichkeit mir beizustehen, auch wenn es ein wenig aufopferung seinerseits kosten würde, aber hab ich in letzter zeit nicht auch unheimlich viel über mich ergehen lassen?

ich mach etwas für uns beide durch. die natur hat vorgegeben, dass die frau so etwas körperlich zu überstehen hat, wenn es passiert, sicher es ist mein körper mit dem das passiert. ich vertrete die meinung, dass mein partner mir so viel wie möglich von dem schmerz, den ich durchmache abnehmen sollte oder wenigstens versuchen sollte, mir etwas abzunehmen, das geht ja nur seelisch, körperlich natürlich geht das nicht.

nun, wie kann mir mein partner also bestmöglich beiseite stehen? wir konnten damals das gemeinsame vergnügen haben, sex zu haben wodurch wir ein wunder des lebens entstehen lassen konnten. das konnten wir doch auch zusammen machen und zusammen erleben, warum also muss ich die folgen, die so ein vergnügen nach sich ziehen kann, allein tragen??? mein mann war beim vergnüglichen teil dabei, aber den unvergnüglichen teil soll ich allein händeln müssen?

es mag starke frauen, wie du anscheinend eine bist, geben, die können das alleine, die akzeptieren es, wenn ihre partner die partnerin so ein erlebnis allein durchmachen lassen. sie können es durchmachen, schaffen es allein. vielleicht geben diese männer ihren frauen anders halt.

nun, ich scheine zu den schwächeren frauen zu gehören, die ihren partner für die bewältigung des schmerzes brauchen, die erwarten, dass der partner für sie da ist, denn ich möchte nicht nur wissen, dass mein mann nur für die vergnüglichen stunden des lebens für mich da sein wird, ich möchte auch wissen, dass er es ist, wenn schlechte stunden anstehen!

sicher geht es um die seelische anteilnahme, eine andere anteilnahme kann mir mein partner nicht geben, wie ich schon erwähnte, gibt es keine andere möglichkeit für ihn als die seelische anteilnahme!
jedoch fehlt auch diese anteilnahme! er hat sich die letzten tage nicht bei mir gemeldet, ich war diejenige, die ihn kontaktiert hat, selbst da kam von ihm nicht viel. ja, er brauchte zeit, wir haben gestritten, sicher er brauchte zeit. mich hat niemand danach gefragt, ob ich zeit brauche, mit mir passiert das alles einfach. der mann kann sagen, ich brauche zeit und zieht sich zurück von allem. ich kann das nicht. die situation ist da, ob ich will oder nicht!

wenn er wenigstenst so für mich da wäre, er mir von der ferne trotzdem das gefühl geben würde, er wäre für mich da, dann wäre es vermutlich alles anders.
aber er meldet/e sich nicht, fragt nicht wie es geht, sagt mir nicht, dass bald alles wieder gut ist, sagt mir nicht, dass er mich lieb hat und mir am liebsten all das abnehmen würde, wenn er nur könnte, er sagt nicht, dass er so liebend gern bei mir wäre, es aber einfach nicht geht, nichts......

wie ich schon in meinem früheren beitrag erwähnte, meine beziehungsprobleme gehören hier nicht in diesen themenbereich.

leonie, bezieh nicht alles auf dich, nur weil du das völlig ok findest, dass dein mann auf dienstreise geht, obwohl du im krankenhaus liegst, heißt das nicht, dass andere das ebenso ok finden sollten und damit klarkommen. wahrscheinlich habt ihr damals aber auch darüber gesprochen und es war klar, dass du gut zurecht kommst, ohne die anwesenheit deines partners. mein partner hat mich nicht gefragt, ob ich allein zurecht komme. er setzt es offensichtlich voraus und bleibt lieber zuhause.

sei gegrüßt von honigmilch.

Inaktiver User
22.09.2006, 14:33
wenn er wenigstenst so für mich da wäre, er mir von der ferne trotzdem das gefühl geben würde, er wäre für mich da, dann wäre es vermutlich alles anders.
aber er meldet/e sich nicht, fragt nicht wie es geht, sagt mir nicht, dass bald alles wieder gut ist, sagt mir nicht, dass er mich lieb hat und mir am liebsten all das abnehmen würde, wenn er nur könnte, er sagt nicht, dass er so liebend gern bei mir wäre, es aber einfach nicht geht, nichts......


Honigmilch :blumengabe:

mein Beitrag war nicht nur an Dich gerichtet.


Was Du da schreibst, dass er sich nicht meldet und nicht aus der Ferne für Dich da ist - das finde ich auch nicht akzeptabel. Aber das meinte ich ja - ob er "bei Dir ist" oder nicht, hängt eben nicht nur davon ab, ob er körperlich bei Dir ist.
Und dieses Gefühl, dass er Dich nicht stützt, könntest Du auch haben, wenn er kommen würde.

Ohne da jetzt nachfragen zu wollen, denke ich, dass Eure Beziehungsprobleme dahinein spielen. Je sicherer und näher man sich ist, desto weniger "Beweise und Zeichen" braucht man dafür. Und ihm fällt es vermutlich auch schwerer, sich Dir gegenüber angemessen und liebevoll zu verhalten.

Alles Gute,

Gruß, Leonie

sonnenschein07
22.09.2006, 14:40
ich weiß, dass meine beziehungsprobleme hier nicht hergehören, aber ich danke euch für den erfahrungsaustausch und berichte, wie eure männer nach der FG drauf waren.



:wie?: :wie?: :wie?:

Liebe Honigmilch, wenn nicht hierher, wohin dann?

Du wärst überrascht, wieviele Beziehungen nach einer FG oder Totgeburt in eine schwere Krise geraten.

Mein Mann ist immer noch traurig wegen der FG von vor 2 Jahren, zumal wir ein Jahr später ein Kind in der 20. SSW verloren haben. Männer gehen damit einfach ganz, ganz anders um. Das habe ich mittlerweile verstanden.

Und Hilflosigkeit? Ja, ich denke es ist Hilflosigkeit.

Sie versuchen Probleme immer wie Handwerker zu lösen. In diesem Fall jedoch haben sie kein entsprechendes Werkzeug.

Fühl dich gedrückt.

Lg, Sonne

sonnenschein07
22.09.2006, 14:40
ich weiß, dass meine beziehungsprobleme hier nicht hergehören, aber ich danke euch für den erfahrungsaustausch und berichte, wie eure männer nach der FG drauf waren.



:wie?: :wie?: :wie?:

Liebe Honigmilch, wenn nicht hierher, wohin dann?

Du wärst überrascht, wieviele Beziehungen nach einer FG oder Totgeburt in eine schwere Krise geraten.

Mein Mann ist immer noch traurig wegen der FG von vor 2 Jahren, zumal wir ein Jahr später ein Kind in der 20. SSW verloren haben. Männer gehen damit einfach ganz, ganz anders um. Das habe ich mittlerweile verstanden.

Und Hilflosigkeit? Ja, ich denke es ist Hilflosigkeit.

Sie versuchen Probleme immer wie Handwerker zu lösen. In diesem Fall jedoch haben sie kein entsprechendes Werkzeug.

Fühl dich gedrückt.

Lg, Sonne

Inaktiver User
22.09.2006, 14:50
sonnenschein,

20. SSW oder Totgeburt ist etwas anderes - körperlich wie seelisch. Vielleicht ist auch einfach das Wissen darüber verloren gegangen, dass Frühfehlgeburten sehr häufig sind und man darauf eingestellt sein sollte. Bzw. "früher" (noch in der Generation meiner Mutter) wusste man so früh ja noch gar nicht sicher, ob man schwanger ist - dann war auch die Enttäuschung nicht so groß.


OT - bei meiner dritten Fehlgeburt habe ich mich "geweigert" eine Ausschabung machen zu lassen, weil ich die Narkose als Extra-Belastung empfand. Ich habe einfach gefragt, wie das "früher" war - da hatten die Frauen ja auch Fehlgeburten.
Und siehe da - es war kein Problem - es musste nur überwacht werden, ob das beta-HCG ganz zurückgeht. Lieber dreimal Blut abnehmen als eine Ausschabung.
Das geht natürlich nur, wenn es nicht zu sehr blutet.

Gruß, Leonie

P.S. sonnenschein, habt Ihr Kinder?

Honigmilch
22.09.2006, 15:18
lieber sonnenschein,

ich meinte damit, dass meine beziehungsprobleme nicht hierhin gehören nur, dass dieser themenbereich "fehlgeburt" lautet, ich habe euch um eure erfahrungen gebeten, wie eure partner damit umgehen, nicht darum euch meine "anderen probleme" auch anzuhören.
aber ich danke dir für deine worte und dass du mir geschrieben hast, dass viele beziehungen nach so einer erfahrung eine krise erleben. vielleicht hast du recht, dass meine beziehungsprobleme auch hierher gehören. ich weiß es nicht. aber da ich auch schon auch im thread "fernbeziehung 2006" sehr aktiv bin, erzähle ich dort auch schon über meine beziehungsprobleme, daher dachte ich, dass hier halt ausschließlich das thema FG gefragt ist.

danke für deine worte!!!!! es ist mir so wichtig zu wissen, dass ich nicht allein bin!

viele grüße, honigmilch!

Honigmilch
22.09.2006, 15:28
liebe leonie,

ich habe erfahren, dass wenn man den embryo nicht entfernt, wenn er nicht von allein abgeht, dass dann das risiko einer entzündung besteht.

ich weiß nicht genau, wann mein kleiner aufhörte zu wachsen, aber bei mir ist es nicht von alleine abgegangen.

was ich ganz furchtbar fand, war das wissen, dass der kleine noch da in mir war, aber schon tot. ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie sich das anhört, aber ich fühlte mich erleichtert, als ich die ausschabung hinter mir hatte. es ist vielleicht nicht richtig ausgedrückt, aber der gedanke, mein baby ist noch tot in mir, war grausam. ich fühlte mich immer noch so stark mit ihm verbunden, ich hatte auch keine schmerzen, anfangs auch nur ganz leichte schmierblutungen, ich konnte eigentlich gar nicht glauben, dass es tot sein sollte. viele frauen haben blutungen in der schwangerschaft, wo es dann unbedenklich ist. ich war im urlaub, kam gerade vom strand als ich die schmierblutung bemerkte, mir ging es gut! und da soll das kleine in mir tot gewesen sein? es war schwer zu glauben.

aber gut ist natürlich, dass dein zustand überwacht wurde, wenn etwas bemerkt worden wäre, dann hätten die ärzte sicher auch zu anderen maßnahmen geraten.
du hast schon recht, die vollnarkose, der ganze eingriff ist natürlich auch eine belastung für den körper.

lg von honigmilch.

Tabea
22.09.2006, 15:31
Mir hat damals das Buch von Hannah Lohtrop: "gute Hoffnung - jähes Ende" sehr geholfen.
Vieles von dem was ich dachte und fühlte fand ich darin wieder und das tat einfach gut!

Liebe Grüße
Tabea

Inaktiver User
22.09.2006, 15:40
Liebe Honigmilch,

ich bin keine Ärztin, aber sicher muss in vielen (oder sogar den meisten) Fällen der Eingriff gemacht werden. Auch wenn der Embryo von alleine abgeht, kann Plazentagewebe übrig bleiben, das dann "wuchert" und Ärger macht. Aber genau das kann man wohl am beta-HCG-Wert ablesen, der geht dann nicht auf null.
Was mich nur verwundert hat, dass routinemäßig und immer eine Ausschabung gemacht wird.

Ich wünsche Dir alles Gute,

Gruß, Leonie

Yana
22.09.2006, 16:43
Ich hatte vor 8 Jahren eine FG. Mein damaliger Ehemann hat mich am Tag der Ausschabung um 8 Uhr morgens kurz vor der OP im Krankenhaus angerufen und mir gesagt: "Wenn du mit der OP fertig bist, dann mach, dass du rauskommst, weil du den Jungen am Nachmittag von der Kinderkrippe abholen mußt. Ich hol ihn nicht ab, weil ich nachts wegen dem Jungen 7 mal aufstehen musste und jetzt Kopfweh hab. Ich leg mich jetzt ins Bett und schlafe."

Dass dieser Mann nun mein Ex-Mann ist wundert hoffentlich niemanden.

Inaktiver User
22.09.2006, 16:49
nein, das wundert uns nicht.

Da fällt mir ein:
Ich blieb nur den Tag über im Krankenhaus und konnte abends nach Hause (obwohl eine Nacht damals noch üblich war - es war nicht das Mal, als mein Mann verreist war), während eine Bettnachbarin zwei Tage bleiben sollte. Kluger Arzt. Denn nachdem sie jammerte, sie müsse nach Hause, ihr Mann komme mit den 4 Kindern nicht klar, "fand" er noch eine kleine Komplikation und behielt sie noch einen weiteren Tag da.
(Vermutlich ginge das heutzutage kaum mehr.)

Gruß, Leonie

sonnenschein07
23.09.2006, 18:51
@leonie,

ja, wir haben beiets 2 Kinder (einen Sohn aus einer früheren Beziehung, ein gemeinsames Kind).

Ich denke mittlerweile, dass im Zusammenhang mit einer FG einfach die Probleme, die sowieso da sind und sozusagen im "Verborgenen" schwelen, durch so eine emotionale Krise quasi "an die Oberfläche" geschwemmt werden.

Will sagen, vordergründig geht es um ein "steh mir bei, ich bin traurig, ich brauche jetzt deine Nähe". In Wahrheit - so glaube ich mittlerweile - geht es ganz grundsätzliche Partnerschaftsprobleme. Also, wie ist das Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern, wie geht man grundsätzlich aufeinander ein, wie ist die gegenseitige Unterstützung in Krisensituationen etc.?

Bei uns war es so (mit einigem Abstand kann ich das heute so sehen), dass ich gedacht habe: so, ich habe dich jahrelang im Zusammenhang mit deinem Unternehmen unerstützt. Jetzt bist du dran.

Wir hatten sozusagen eine grundsätzliche "Schieflage" im Zusammenhang mit Geben und Nehmen.

Und dieses Problem wurde durch die FG schlagartig "nach oben" gespült.

Was ich sagen will ist, das Problem war schon vor der FG da. Es wurde in der Situation nur offenkundig.

Lg, Sonne