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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vereinbarkeit mit Beruf: Baby früh oder spät?



Sauvi
20.09.2006, 16:48
Hallo zusammen,

sicherlich eine klassische Frage, auch ist es sicher so, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, aber eure Erfahrungen, Einstellungen und Gedanken zu diesem Thema würden mich interessieren.

Unsere Situation ist folgende:
ich (25) bin derzeit Doktorandin mit einer halben Stelle, mein Mann (30) promoviert auch. Wir hätten gerne Kinder, fragen uns (unter anderem) aber auch, welcher der bessere Zeitpunkt ist.
Jetzt, damit die Kinder bzw. das Kind schon aus dem größten raus ist, wenn die Diss abgeschlossen ist und danach ein nicht mehr unterbrochener Einstieg ins "richtige" Berufsleben
möglich ist? Oder besser nach Abschluß der Diss und 2/3 Jahren im Beruf?
Dagegen spricht, dass dann zumindest mein Mann schon recht alt ist (35 aufwärts) und er eigentlich immer ein junger Vater sein wollte (was er ja schon jetzt nicht mehr wirklich schafft).
Dafür (spät) spricht, dass dann (hoffentlich) finanziell geregeltere Verhältnisse vorliegen, (hoffentlich) eine unbefristete Stelle.

Und welche Erfahrungen gibt es mit Arbeitgebern?
Können Frauen um die 30 ohne Kinder Schwierigkeiten bei der Jobsuche bekommen ("sobald die einen Vertrag hat, wird sie schwanger")? Ist es vielleicht sogar ein Vorteil, wenn die Kinder mit 30 schon da sind und im betreuugsfähigen Alter?

Fragen über Fragen.
Ganz klar, ich weiß auch, dass das alles nicht die letztendliche Entscheidung sein sollte für "jetzt" oder "warten wir mal ab". Aber einen Teilaspekt stellt sich hier für mich schon.

Was meint ihr?

Eure Sauvi

Marie_128
20.09.2006, 17:13
Hallo Sauvi,

ich glaube als Frau hat man so oder so immer einen Nachteil. Ich selber hab Ende 20 eine neue Stelle gesucht und mehrere Jobs nicht bekommen, bei denen der Arbeitgeber so leicht hat durchblicken lassen, dass ich ja eh bald Kinder bekomme ... und dabei war ich damals Single !!!

Andererseits hat mein letzter Arbeitgeber mehrere Beweberinnen mit Kind aussortiert, weil er da immer mistrauisch war. Nach dem Motto "die muß dann immer ganz pünktlich Feierabend machen um ihr Kind abzuholen und 10 Tage Kinderkrankheits"urlaub" steht ihr ja dann auch noch zu".

Wichtig ist vor allem ... wann möchtest DUUU ein Kind ?? Weil berufliche Nachteile hat man als Frau meiner Meinung nach leider häufig, man kann sich nur aussuchen welche ....

Für mich persönlich war einfach auch noch wichtig beruflich einiges auszuprobieren und mich anfangs ganz und gar auf den Job konzentrieren zu können, mich also so richtig reinzuknien ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil zuhause jemand auf mich wartet.

Dadurch hab ich schon einiges auf die Beine gestellt und kann jetzt mit "ruhigem" Gewissen in den Erziehungsurlaub, ohne Angst zu haben was zu verpassen oder den Anschluß zu verlieren ...

Aber da war wie gesagt für MICH der richtige Weg ..

LG
Marie

Laborschnecke
20.09.2006, 17:25
Liebe Sauvi,
für mich hat sich die Frage auch nie wirklich gestellt: Während des Studiums kam das nicht in Frage, ich wollte erst einmal auf eigenen Füßen stehen.
Mit Abschluß des Studiums hätte ich mir das während des Studiums gut vortsellen können, aber als ich dann meine Diplomarbeit schrieb, war ich erst einmal single.
Da habe ich dann meine Promotion angefangen, während der es mir psychisch schlecht ging.
Als es dann wieder aufwärts ging, lernte ich meinen jetzigen Freund kennen. Wir sind jetzt 3 1/2 Jahre zusammen, er hat sein Studium gerade erst abgeschlossen und ich bin mit der Promotion durch.
Ich werde wohl eher nicht zu einem unbefristeten Vertrag kommen, er versucht gerade über mehrere Wege, ein gesichertes Einkommen zu haben. Aber der Weg ist steinig.
Ich möchte gern noch etwas Berufserfahrung sammeln. Und dann ein Kind. Aber das ist der Vernunftweg...

Ich halte es für wichtig, dass sich beide einig sind. Und wir sind beide Anfang 30 und haben noch wenig Berufserfahrung. Irgendwann wird mir bestimmt auch unterstellt werden, dass ich ja bald ein Kind haben werden.

Wovon ich nur abraten würde, ist, ein Kind in der Endphase der Promotion zu bekommen. In dieser Zeit war ich so egozentrisch wie nie vorher. Werdet ihr zur gleichen zeit mit der Diss fertig?

Sauvi
20.09.2006, 17:56
Hallo!
Vielen Dank für die (ersten) Antworten!

@Marie
Ja, das ist wohl richtig, dass es vom Arbeitgeber so oder so ausgelegt werden kann. Richtig ist sicherlich, dass es darauf ankommt, wann ich/wir möchten. Das hab ich ja auch in meinem ersten Beitrag so geschrieben. Mir macht mein Beruf (Biochemikerin) Spaß, aber ich merke immer wieder, dass es nicht das allein glücklich machende ist für mich und dass ich wegen des Berufs ganz sicher nicht auf Kinder verzichten möchte. Allerdings auch nicht andersrum. Manchmal beneide ich die Frauen, die sich nichts schöneres vorstellen können, als "nur" Mutter zu sein. Es macht - wenn man es sich leisten kann - mansches einfacher.

@Laborschnecke
Dass ich jetzt nach einem Jahr an der Promotionsarbeit erst 25 1/2 bin, sehe ich eben gerade als Möglichkeit an, jetzt Kinder zu bekommen und dann recht jung und schon mit Kind auf den Arbeitsmarkt zu kommen. Klar, man kann auch sagen, ich könnte bis mitte 30 noch ganz schön Karriere machen und dann ist es auch noch nicht für Kinder zu spät. Aber bei dem Gedanken, noch so lange auf Kinder zu warten, wirds mir alleine schon ganz anders.
Mmh, ich habe eigentlich gedacht, es ist vielleicht ganz praktisch, wenn ich mit den Arbeiten im Labor fast fertig bin und "nur" noch zusammenschreibe, ein Kind zu bekommen. Solange ich lange Versuche im Labor hab, die sich zeitlich nicht schieben lassen, ists doch noch unpraktischer. Außerdem überlege ich, kumulativ zu promovieren, also "nur" meine Paper zusammen zu fassen (die leider auch noch nicht alle geschrieben sind :schild ...uups: ).
Ich werde - nach derzeitigem Plan - Ende 2008 fertig, mein Mann Anfang 2008.
Da kommt dann natürlich die nächste Frage: Wer findet wo einen Job? Was ist, wenn er einen Job sonstwo bekommt?
Aber das ist ein anderes Thema...

Grüße derweil,
Sauvi

xanidae
21.09.2006, 08:19
egal wann - kümmere dich frühzeitig um ein netz an kinderbetreuung. spiel mit deinem mann alle möglichkeiten durch. es kommt zwar immer anders, dennoch müßt ihr überlegen, wann brauche ich kinderbetreuung, was darf es kosten (wenn privat), wo gibt es private vereine, aupair, usw. usw.
wer hat im job vorrang? wer darf karriere machen? darüber müßt ihr euch auch einig sein, besonders wenn das kind während der promotion kommt. wer kümmert sich um das kind, wenn du schreibst? es gibt superpflegeleichte kinder und trotzdem klappt das mit dem schreiben nicht so wie geplant. meine freundin sitzt gerade an ihrem diplom, töchterchen (3mon) schläft schon eine weile brav durch, aber es klappt doch nicht so wie geplant, weil mann unerwartet ins ausland muss. d. h. auch wenn das kind schläft, ist die aufmerksamkeit nicht völlig beim diplom. sie sagt, dass nun eben die qualität leidet. sie hatte sich was anderes vorgestellt, aber solange es mit dem diplom klappt ist sie zufrieden - sagt sie, hört sich aber nicht so an.

also - viele worst case szenarien durchspielen. mal gucken wo ihr landet.

Laborschnecke
21.09.2006, 08:47
Liebe Sauvi,
ja, das mag ein Vorteil sein, wenn man noch jung ist und schon promoviert. Aber gerade in Promotionsdingen auch ein Nachteil: Ich habe es immer wieder gesehen, dass Chefs den Doktoranden sagen: Na ja, sie sind ja noch jung, sie können ihren Vertrag noch verlängern.Machen Sie doch noch noch diesen und diesen Versuch.
NAch der Laborzeit und während des Schreibens schwanger werden, hat Xanidae sehr treffend geschrieben:


meine freundin sitzt gerade an ihrem diplom, töchterchen (3mon) schläft schon eine weile brav durch, aber es klappt doch nicht so wie geplant, weil mann unerwartet ins ausland muss. d. h. auch wenn das kind schläft, ist die aufmerksamkeit nicht völlig beim diplom.
Das ist auch meiner Freundin passiert. Allerdings hatte die ein schwieriges Kind, das viel geschrien hat.
Ende vom Lied: Durch die Schwangerschaft mußte sie umziehen und war so "bauchgesteuert", dass sie ihre Arbeit nicht fertig hatte, als das Kind dann fünf Wochen zu früh auf die Welt kam. Mittlerweile ist das zweite Kind da, aber verteidigt hat sie immer noch nicht (am 1.1.04 endete ihr Arbeitsvertrag und sie hat sngefangen zu schreiben). Immerhin ist ihre Arbeit fertig und abgegeben und das Rigorosum ist auch durch.
Sicher, sie ist ein extremes Beispiel- aber wer kann schon sagen, dass es besser wird.

Übrigens, wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte, ich würde immer noch nicht früh Kinder bekommen sondern nur mehr reisen.

Ironwoman2006
21.09.2006, 09:22
Hallo Sauvi!

Den "richtigen" Zeitpunkt gibt es für Frauen wohl nur selten oder gar nicht!

Ich werde nächstes Monat 36 und aus jetziger Sicht wäre es praktisch schon während des Studiums ein Kind bekommen zu haben. Aber zu dieser Zeit hatte ich den Kopf voller anderer Dinge, wie schnell den Abschluss zu machen, Party, reisen, einfach mein Leben zu genießen. Kinder hätte ich bis vor zwei, drei Jahren nur als Belastung empfunden. Seit kurzem (1 Monat:freches grinsen: ) bin ich so weit, dass wir es "drauf ankommen lassen", dh wir planenen nicht aktiv, verhüten aber einfach nicht mehr. Sicher wird es in meinem Job nach einer Schwangerschaft eng werden, aber ich setze drauf, dass ich mir in den letzten 5 Jahren hier einiges aufgebaut habe, auf das meine Chefs unmöglich verzichten wollen werden :smirksmile: . Falls doch, habe ich genügend finanzielle Reserven um auch 1 oder 2 Jahre gut über die Runden zu kommen und mit aktiv eine neue Arbeit zu suchen.

Für mich persönlich war es wichtig, zuerst mein Leben zu leben, dh die Ausbildung abzuschließen, berufliche Erfahrungen zu sammeln, alle 7 Kontinente kennen zu lernen, sportliche Herausforderungen zu meistern, die Zeit mit meinem Mann zu genießen und so viel Geld zu sparen, dass ich meinem Kind auch dann eine Perspektive bieten kann, für den (hoffentlich nie eintretenden) Fall, dass ich meine Arbeit verliere oder meine Ehe in die Brüche geht. Das ist nicht sehr romantisch, aber als Anwältin hab ich zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn einige Scheidungen mit erlebt und da verliert man Illusionen.

Ich hatte bis jetzt gsd nie Probleme einen Job zu finden, im Gegenteil, ich werde immer mal wieder von Headhuntern kontaktiert :cool: , aber solange die Kinderfrage für mich nicht abgeschlossen ist, mache ich keine Experimente, zumal ich mit meinem jetzigen Arbeitgeber sehr zufrieden bin.

Hör in Dich hinein und frag Dich, welche Anforderungen Du an Dein Leben hast, der Job ist (zumindest für mich) sehr wichtig, aber nicht alles im Leben!

Ich drück Dir die Daumen, dass Du die für Dich richtige Entscheidung triffst!

LG
IW

Victoria3000
21.09.2006, 11:08
Hallo Sauvi,

Tja, schwierige Frage. Ich haette am Ende meiner Promotionszeit auf gar keinen Fall ein Kind gewollt - bei meinen Arbeitszeiten haetten das weder ich noch ein Kind verkraftet, und ich musste mich wirklich ganz auf die Diss konzentrieren koennen, sonst haette ich aufgegeben. Aber da ist natuerlich jede(r) anders.

Ausserdem hatte ich damals den falschen Partner :freches grinsen:

Ich denke, es kommt auch darauf an, wie ihr euch die
Kinderbetreuung kurz- und mittelfristig vorstellen koennt. Wie sieht denn Dein Mann die Sache?

Viele Gruesse

v3000

Zaubermonster
21.09.2006, 12:00
Hallo Sauvi,

ich kann Deine Gedanken sehr gut verstehen. Mein Freund und ich hatten immer den Wunsch, jung Eltern zu werden, gleichzeitig waren wir auch immer ehrgeizig im Studium, wollten nicht nur soso lala durchkommen, sondern eben wirklich studieren und danach auch promovieren, mit Herzblut sozusagen. Dabei wuchs der Kinderwunsch. Und die große Frage: Entweder jetzt gleich - oder sehr viel später. Sprich: Entweder noch in der absoluten Endphase des Studiums und dann mit kleinem Kind promovieren, oder erst, wenn wir uns im Beruf so einigermaßen etabliert haben, denn genau in diese Lücke zwischen Uni und Berufseinsteig hinein ein Kind zu bekommen hielten wir für den schlechtesten Weg.
Mittlerweile bin ich im sechsten Monat schwanger, Du siehst also, wie wir uns entschieden haben. Es war eine Entscheidung, bei der wir Kopf-Argumente abgewogen haben (zum Beispiel das, dass es ja auch von Vorteil sein kann, in den Beruf einzusteigen und die Familienplanung abgeschlossen zu haben), aber letztlich war es auch eine Bauch-Entscheidung. Auch wir haben uns worst case Szenarien ausgemalt, und waren dann manchmal so traurig, dass wir best case Szenarien dagegenmalten, die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen, wir wissen es (noch) nicht. Deswegen kann ich Dir auch nicht sagen, ob unsere Entscheidung sich nun in beruflicher und privater Hinsicht als die beste herausgestellt hat, dazu bräuchten wir ja mehr Abstand, um zurückblicken zu können und zu sagen: So war's. Aber ich kann Dir sagen, dass sich unser - von Kommilitonen teils mit Staunen, teils mit Schrecken, teils mit Bewunderung und Neid, teils mit völligem Unverständnis beäugter - Weg für uns im Moment richtig anfühlt.

Ach so, wir werden übrigens beide bald 24, das sollte ich vielleicht dazu sagen.

Mein Posting ist schon recht lang, trotzdem schreibe ich noch ganz kurz, was für uns die rationale Grundlage der Entscheidung war:
Im Moment stecken wir beide in unserer Diolomarbeits-/Magisterarbeitsphase, das heißt, einer Phase, in der wir unsere Zeit sehr frei einteilen können. Für die Arbeiten hat man ja immer ca. ein halbes Jahr Zeit, ein weiteres halbes Jahr für die Prüfungen. Wir konnten es für uns (mit Hilfe außerordentlich unterstützender Profs) so organisieren, dass wir im Wechsel unsere Arbeit-Schreib-Semester und Prüfungssemester haben und der andere in dieser Zeit zuhause beim Baby sein kann, und dass wir trotzdem keine Semester verlieren, also beide ganz genau in Regelstudienzeit gemeinsam mit unserem Jahrgang fertig werden. (Wir haben vorher Zeit durch einen Auslandsaufenthalt gespart, und ich hab mein Magisterarbeitsthema einiges vor dem offiziellen Termin bekommen, so dass ich diese Sommersemesterferien, die eigentlich 'tote Zeit' gewesen wären, schon durchschreiben konnte).
Danach wollen wir beide promovieren - und haben als zwei Promo-Studenten ein Recht auf einen Platz in der sehr guten Uni-Kita. (Bis dahin ist das Baby gut ein Jahr alt.)
Wir haben ein wunderbar fest geknüpftes, unterstützendes soziales Netz.
Wir sind finanziell (für Studenten) ganz gut abgesichert, wenn auch nicht auf besonders hohem Niveau. Aber mit zwei Mal Stipendium d. Studienstiftung plus Kinderzuschlag, Kindergeld und Elterngeld kommen wir gut über die Runden, und in der Promo-Zeit wird dann zumindest mein Schatz, der Naturwissenschaftler ist, auch eine bezahlte Promo-Stelle haben.
Wir sind immer gern gereist, haben mit Freunden gekocht und Partys gefeiert und haben gerne Spaß gehabt, aber wir sind nie gerne in Clubs und Discos gegangen, beispielsweise. Insofern haben wir nicht das Gefühl, mit Kind auf unser Studentenleben , das wir lieben, verzichten zu müssen, die schönen Abende mit Freunden zuhause (und sie fanden in unserem Freundeskreis immer schon zu 98% zuhause, und zwar zu 90% bei uns zu Hause statt) wird es ebenso weiter geben wie die Reisen. Wir planen - nach einem Jahr Forschungsaufenthalt in Kanada - bereits wieder an einem Auslandsjahr, gerade in den USA, Kanada und Australien, aber auch in Skandinavien, ist es unglaublich, wie gut die Unis dort auf Leute mit Kindern eingestellt sind ...

So, Du merkst, das Thema brennt mir immer noch unter den Nägeln, einfach, weil es so eine tragschwere Entscheidung ist und wir uns so lange damit herumgequält haben und nun gerade so glücklich sind, aber immer und immer wieder die Angst hochkommt, ob das nun "vernünftig" war und wir unserem Kind doch auch alles Mögliche bieten können wollen ...

Trotzdem - hier hör ich jetzt auf. Danke fürs tapfere Durchhalten bis zum Schluss, und liebe Grüße

zaubermonster

Columbine
21.09.2006, 21:40
Hallo Sauvi,

die Antworten sind bisher ja alle ohnedies schon sehr gut. Ich möchte nur kurz schreiben, weil es scheint - so kommt es rüber durch die Art und Weist, wie du die Frage formulierst - dass du / oder eigentlich ihr - nicht gerne noch 10 Jahre warten würdest. Wollte das nur anmerken.

Da ich bei den Alten (über 35) dabei bin, die schon recht lange versuchen, schwanger zu werden, möchte ich auch sagen, dass es einfach später statistisch gesehen mehr medizinische Probleme gibt. Meine FA hat mir einige Male geraten nicht zu lange zu warten, aber ich hab immer gedacht, ach was, ich bin doch noch super jung. Tja. Bevor ich 30 war, waren Kinder für mich irgendwie zu früh, aber wenn's für dich passt, nur zu.

Diss schreiben - das müsst ihr Euch gut aufteilen. Hab allerdings nicht Naturwissenschaften studiert, und kenn mich daher mit den Labor-intensiven Forschungen nicht aus.
Kinder sind meiner Meinung immer schlecht für die Karriere - aber trotzdem wollen wir nicht auf sie verzichten :)

Columbine

Sauvi
22.09.2006, 11:01
Hallo zusammen,
vielen Dank erst mal für die vielen, wirklich interessanten Antworten!
Die Antworten decken das Spektrum der Möglichkeiten ja ziemlich gut ab und zeigen, dass vieles möglich ist, es bei jeder Variante aber auch Nachteile gibt. Ist ja klar, den goldenen Weg gibt es selten.

@xanidae
Ja, die Kinderbetreuung ist ein wichtiger Punkt. Leider können wir nicht unsere Eltern einbinden, da sie ein paar hundert km weit weg wohnen, ebenso viele unserer Freunde. Von daher haben wir leider nicht dieses dichte soziale Netz vor Ort, von dem zaubermonster schreibt.

@Laborschnecke
meine Chefin ist zum Glück sehr kooperativ und unterstützt/betreut ihre Doktoranden sehr gut. Auch hat schon eine andere Doktorandin bei uns ein Kind bekommen und sie wurde sehr gut unterstützt, bzw. sie traf auf viel Verständnis.
Ja, die Frage nach der Arbeitsintensivität bzw. nach dem machbaren Arbeitspensum, das ist schon ein Punkt, den man vorher schwer einschätzen kann. Ich denke immer, das haben ja auch schon andere geschafft und man muss eben disziplinierter sein. Aber wahrscheinlich fällt das schon schwer in dieser völlig neuen Situation mit einem kleinen Baby.

@Ironwoman
der Drang nach Party und Abenteuer ist bei mit und meinem Schatz nicht sehr ausgeprägt. Ich habe uns sehr gut im Posting von zaubermonster wieder gefunden, die sich auch eher als häuslichen Typ beschreibt. Natürlich finde ich es schön, zu reisen, aber hier Einschränkungen in Kauf zu nehmen, das ist für mich das kleinste Problem. Mich macht im Gegenteil die Vorstellung traurig, dass ich noch 10 Jahre warten muss, bis ich Kinder habe. Ich wünsch dir jedenfalls viel Glück, dass es bald klappt.

@Victoria
mein Schatz würde mich schon bei der Betreuung unterstützen. Vermutlich würde ich die ersten Monate zuhause bleiben, dann würden wir uns die Betreuung teilen, also jeder eine halbe Woche zur Arbeit gehen. Die Frage ist bei uns, wie es weitergeht, wenn er mit der Diss fertig ist (er wird vermutlich ein Jahr früher fertig). Er hat einen sehr spezifischen Beruf, in dem es nicht viele und nicht häufig Jobs gibt, er muss räumlich sehr flexibel sein und zugreifen, sobald er eine adäquate Stelle bekommen kann. Für mich stellt sich dann die Frage, wie es weitergeht, wenn wir ganz woanders hin umziehen müssen. Wenn es gut läuft, bin ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf das Labor angewiesen, sondern kann von zuhause aus schreiben. Ansonsten muss ich schauen, ob ich Blockweise die letzten Arbeiten im Büro mache. Auf keinen Fall kann ich mir vorstellen, hier noch wohne zu bleiben, wenn er woanders anfängt. Beruflich wird es wohl (unabhängig von der Kinderfrage) darauf hinauslaufen, dass ich mir da etwas suche, wo er eine Stelle hat und dabei bei meiner Jobsuche hinsichtlich Arbeitsgebiet und Qualifikationsgrad Kompromisse eingehen werden muss. Alternativ gibt es bei uns fast nur das Modell Businesswoman/Hausmann und damit hätte er wohl schon seine Probleme :fg engel: . (Obwohl er sonst echt ein Traummann in dieser Hinsicht ist: wie teilen uns alle Aufgaben im Haushalt, er hat sogar Spaß daran und das Kochen ist bei uns zu 90% sein Ding, was ich sehr genieße :hunger: :blumengabe: ).

@zaubermonster
Danke für deinen Beitrag. Wie oben schon geschrieben, habe ich mich bzw. uns sehr gut wieder gefunden. Ich bewundere euch echt für euren Mut und finde es Klasse, dass ihr euch so entschieden habt. Und dabei seit ihr sogar noch etwas jünger als wir! Für deine Kugelzeit wünsch ich dir jedenfalls das Beste und viel Glück, natürlich auch für alles weitere danach!
Warum habt ihr den Zeitpunkt zwischen Promotion und Berufseinstieg als den ungünstigsten angesehen?
Wie sind eigentlich eure Pläne für ein zweites Kind? Gibt es die schon. Das ist ja der nächste Punkt. Wir wünschen uns auf jeden Fall zwei Kinder und auch, dass sie nicht zu weit auseinander sind, so dass sie voneinander was haben. Das verlängert die berufliche Auszeit natürlich um einiges. Wie das Betreuungsmodell für uns beim zweiten aussehen könnte, können wir jetzt aber noch nicht absehen. Da müssen wir erst mal abwarten, wie sich unsere berufliche Zukunft entwickelt.
Worst case Szenarien machen mich auch ganz verrückt. Mein Schatz ist bei uns eher der Risikoaverse und Bedachte und manchmal hab ich echt Probleme damit, dass er immer erst den Teufel an die Wand malt. Dabei weiß ich genau, dass er es auch nur gut meint und eben nur versucht, nichts außer Acht zu lassen und es seine Art ist, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen.
Bei uns könnte es übrigens auch passieren, dass wir ins Ausland müssen, aufgrund der Jobsituation bei meinem Schatz. Ihr seht dabei anscheinend keine Probleme mit Kleinkind?
Finanziell ist es bei uns auch ganz ok, derzeit. Wir hatten auch beide während des Studiums Stipendien (sdw und Villigst) und jetzt hab ich ne halbe Stelle und mein Schatz ein Promotionsstipendium. Da wir auch eher sparsam sind, kommen wir damit gut aus. Über die Kosten für ein Kind machen wir uns auch nicht so die Gedanken. Meine Meinung ist, dass es einem Kleinkind egal ist, ob es neue oder gebrauchte Sachen an hat (von meinen Schwestern könnten wir fast alles bekommen, was man so braucht). Auch bin ich der Meinung, dass zuviel Spielsachen eher schädlich, als zu wenige sind. Unsere Eltern mussten auch sparsam sein, als wir klein waren und es hat uns beiden nicht geschadet, eher im Gegenteil.

@Columbine
Ja, das ist richtig, dass wir es beide als grundsätzlich wünschenswert und schön ansehen, früh Kinder zu bekommen. Allein die noch nicht so geregelten und absehbaren Verhältnisse machen das eben schwer kalkulierbar. Aber was ist schon kalkulierbar im Leben?
Ich wünsche dir viel Erfolg, dass es bei dir bald klappen möge!

So, es ist etwas länger geworden, aber eure tollen Antworten haben mich einfach motiviert, etwas ausführlicher zu werden. Vielen Dank euch allen noch einmal und herzliche Einladung zur weiteren Diskussion. Ich werde mich erst nächste Woche wieder melden können, da ich übers WoE unterwegs bin. Euch allen ein schönes Spätsommerwochenende wünscht euch
Eure Sauvi :Sonne:

Victoria3000
23.09.2006, 02:09
Hallo Sauvi,

Was ein zweites Kind angeht, da haben wir ueberhaupt noch keine Plaene - erst kommt hoffentlich eins gesund auf die Welt,
weite denken wir da nicht. Schliesslich sind mein Mann und ich auch schon ganz schoen alt :zwinker:

Zum Thema Kleinkind im Ausland, was fuer Laender kaemen denn in Frage? Es gibt definitiv Laender, die ich persoenlich meinem Kind ersparen wollen wuerde, aber da wuerde ich schon selbst nicht hinwollen :smirksmile:.

Hier in der BriCom gibt es einige, die mit Kind und/oder schwanger im Ausland leben; ich selber bin z.B. in Australien, also stell' ruhig konkretere Fragen.

Fuer mich persoenlich: Sicher, es gibt ein paar Dinge, die ich in Deutschland besser finde, aber den groessten Nachteil sehe ich hier darin, dass meine Familie so weit weg ist und meine Eltern aus gesundheitlichen Gruenden nicht so weit reisen koennen.

Viele Gruesse,
v3000

Schussel
23.09.2006, 10:53
Also ich habe beide Situationen erlebt. Das erste Kind nach dem ersten Staatsexamen (Jura). Knapp 1 1/2 Jahre pausiert, dann Referendariat und 2. Staatsexamen mit Kind. Jobsuche wäre sehr schwierig bis aussichtslos gewesen, wenn ich nicht die Note für den Staatsdienst gehabt hätte. So habe ich unmittelbar eine Stelle bekommen. Jetzt - fast 9 Jahre später - habe ich das 2. Kind bekommen. Ich arbeite seit 5 Jahren und beginne im Frühling wieder in Teilzeit. Es geht also beides. Hat Vor- und Nachteile. Mein Tipp: Realistische Einschätzung seiner Chancen auf dem Arbeitsmarkt ohne Kind. Wenn die sehr gut sind, dann wird es auch mit Kind irgendwie klappen. Wenn es eher schwierig ist, würde ich doch erst später ein Kind "planen".

Inaktiver User
23.09.2006, 21:37
Hallo Sauvi,

trotz der zahlreichen Antworten möchte ich mich auch gerne noch in deinen Themenstrang einklinken. Du sprichst mir nämlich aus der Seele!

Ich (28) promoviere auch seit einem 3/4 Jahr in einem molekularbiol. Labor. Mein Freund (31) ist ebenfalls Naturwissenschaftler, wollte aber nicht promovieren, sondern arbeitet seit einem halben Jahr in der medizintechnischen Industrie. Wir kennen uns seit 5 Jahren und werden im Oktober heiraten.

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns auch mit dem Thema, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist. Dass wir ein Kind wollen, steht für uns beide fest. Aber wie man es auch dreht und wendet, scheint kein Zeitpunkt in der "Karriere" wirklich geeignet dafür zu sein. Ich mache mir Sorgen, ob mein Vetrag (läuft zunächst bis April 2008) nochmal verlängert werden würde, wenn ich einige Monate ausfallen würde. Ich kann ja schlecht meinen Chef fragen, wieviel Verständnis er für meine Situation aufbringen würde?!? :smirksmile: In diesem Punkt hättest du ja schon mal den Vorteil einer verständnisvollen Chefin!
Außerdem habe ich auch ein wenig Bedenken, schwanger im Labor zu arbeiten, da ich viel mit Lentiviren und anderen "fiesen Viechern" zu tun habe.

Andererseits wird der Wunsch nach einem Kind bei uns beiden immer stärker, gepaart mit der Erkenntnis, dass wir unsere Lebensplanung nicht ausschließlich nach Arbeitsverträgen richten wollen. Ich wäre auch gerne eine junge Mutter, am liebsten von 2 Kindern. Andererseits liebe ich meinen Beruf und möchte ihn auch gerne ausüben.
Von einer Freundin, die während der Promotion schwanger wurde, weiss ich, dass wohl alles nur eine Frage der Organisation ist. Und dass sie jetzt (als Postdoc) wirklich froh ist, dass die Kleine aus dem Gröbsten raus ist und sie sich wieder eher auf ihren Job konzentrieren kann.

Wir haben für uns beschlossen, diesen Schritt einfach zu wagen, weil wir denken, dass man solch eine Fragestellung nicht nur rational entscheiden kann (wozu man ja als Naturwissenschaftler durchaus geneigt ist :smirksmile:). Unsere Planung sieht im Moment so aus, dass wir ab dem nächsten Frühjahr aufhören werden zu verhüten und dann mal abwarten. Manchmal dauert es ja Monate, bis Frauen schwanger werden!

Mein Rat an dich ist: Hör auf deinen Bauch! Denn den perfekten Zeitpunkt für ein Kind wird es nie geben. Wenn dein Freund der Richtige ist und ihr euch beide ein Kind wünscht, dann legt einfach los!

Viele Grüße, Schnitzel :knicks:

Beatus
24.09.2006, 11:51
Hallo Sauvi!

Diese Entscheidung ist sicherlich eine der schwierigsten im Leben.

Ich habe erst mit 26 mit meinem Studium begonnen und war mit
31 fertig. Die Jobsuche war sehr, sehr schwierig und ich denke mit Kind wäre ich heute noch arbeitslos (bin jetzt 33). Dazu kam, dass ich mich überregional beweben musste und keine Stelle an unserem Wohnort gefunden habe. Der Vertrag ist zwar unbefristet, aber das nützt mir nichts da ich wegen der Entfernung meinen jetzigen Job und Kind nicht vereinbaren kann.

Da ich jetzt auch merke, dass es mit Mitte 30 gar nicht so einfach ist schwanger zu werden, denke ich mir nun öfters: hätte ich doch schon früher die Pille abgesetzt....aber für dieses Risiko war unser beider Kinderwunsch einfach nicht groß genug.

Ein großer finanzieller Vorteil ist es natürlich aus dem Arbeitsleben schwanger zu werden wegen dem Elterngeld.

Wie hier bereits geschreiben: Es gibt keinen idealen Zeitpunkt. Die wichtigste Voraussetzung, nämlich eine stabile Beziehung und der Kinderwunsch von beiden Seiden habt ihr sicherlich erfüllt!!!

Liebe Grüße

Beatus

Laborschnecke
25.09.2006, 12:21
Hallo Beatus,
das macht ja wenig Mut...
Fühst Du denn auch eine Wochenendbeziehung?
Gruß
Laborschnecke

Sauvi
25.09.2006, 13:30
Hallo zusammen!
ich hoffe, ihr hattet genau so ein schönes, sonniges WoE wie ich!
Ich hab mich total gefreut, dass die Diskussion hier so munter weiterläuft. Um den Überblick zu behalten, fasse ich das mal kurz zusammen:

Marie und Laborschnecke haben sich für zuerst „Leben“ und Beruf entschieden, Kind(er) sind für später geplant - und damit sind sie zufrieden
Columbine und Beatus haben sich für späte Kinder entschieden, was nicht ganz problemlos klappen will
Ironwoman sagt, dass es im Nachhinein auch früh gut gepasst hätte
Zaubermonster hat sich dafür entschieden, früh ein Kind zu bekommen
Schussel hat die Vor- und Nachteile von beiden Möglichkeiten selber erlebt
Schnitzel hat sich dazu entschlossen, das Thema nicht länger aufzuschieben, sondern anzugehen

Schön finde ich ja, dass alle, egal wann, sich ein Kind wünschen. Seien wir mal nicht so kleinlich und übersehen dabei lieber, dass das vielleicht auch logisch ist in einem Forum mit dem Namen „Babywunsch“...

Alle nennen genau diesen Punkt („Wie sieht es mit dem aktuellen Babywunsch aus?“) als wichtiges Kriterium. Die einen sagen, dieser Wunsch ist bei ihnen schon Mitte 20 so ausgeprägt, dass sie jetzt einfach ein Kind möchten, egal, welche wirtschaftlichen Konsequenzen das für sie hat. Die anderen sagen, dass dieser Wunsch in diesem Alter einfach noch nicht so ausgeprägt ist/war, und daher der Beruf – logischerweise? – erst einmal Vorfahrt hat(te).
Eine stabile, verlässliche Beziehung ist für alle auch eine wichtige Voraussetzung.
Und mit Kind, das wird auch deutlich, wird alles anstrengender und die persönliche Freiheit wird eingeschränkt.

@Schnitzel
umso ermutigender, dass ihr euch doch dafür entschieden habt! Das freut mich für euch unbekannterweise! Mmh ja, ob ich so frei weiterarbeiten könnte, wie bisher, hab ich mich auch schon gefragt. Ich arbeite mit Plasmodien. Das ist vielleicht noch nicht mal das Problem, sondern so manche Arbeitsmittel und Chemikalien.
Das find eich echt einen wichtigen Satz von dir, dass ihr eure Lebensplanung nicht nach den Arbeitsverträgen ausrichten wollt. Zudem ist es ja leider so, dass man sich in unserem Bereich oft von einem Jahresvertrag zum nächsten hangelt. Geht man danach, dann kann man das Thema Kinder gleich ganz vergessen. Wie sieht denn euer soziales Umfeld aus? Habt ihr auch so guten „Rückgriff“ auf Familie und (verlässliche) Freunde, wie es Zaubermonster geschildert hat? Bei uns ist das eher schwierig. Vorteil bei euch ist, dass zumindest dein Freund schon „sicher“ im Beruf ist und ihr zumindest mit seinem Gehalt rechnen könnt. Wir sind ja beide noch nicht so weit.
Ach ja, weil du mich nach meinem Freund fragst: er ist seit ein paar Monaten mein Ex-Freund...
- seither ist er mein Mann! :jubel: :krone auf: :jubel:

@Beatus
so eine Situation, wie du sie schilderst, ist für mich auch echt der Horror. Dass wir Jobs nur in so von einander entfernten Regionen bekommen, dass es mit einer Familie nicht zu vereinbaren ist. Aber es kann schon gut sein, dass eben erst mal einer „zum Zug“ kommt und der andere muss dann eben schauen, ob und was er dort in der Region findet. Ich weiß nicht, wie das umgangen werden kann. Eine WoE-Beziehung kommt für mich nicht in Frage – und mit Kind schon gar nicht.

Na dann, einen produktiven Start in die Woche wünscht euch erst mal wieder
Eure Sauvi

Victoria3000
25.09.2006, 13:52
Vielleicht noch ein Nachtrag zur Zusammenfassung, bei mir sieht die Situation naemlich noch etwas anders aus:

Ich habe frueher nie einen wirklich starken Kinderwunsch gehabt, hatte aber auch lange nicht den richtigen Partner dazu. Jetzt passt es, aber ich bin eigentlich froh, dass ich so lange gewartet habe (ein Jahr frueher waere aus finanziellen Gruenden noch besser gewesen, aber da waren wir noch nicht soweit). Allerdings habe ich natuerlich auch viel Glueck gehabt, dass es mit dem Schwangerwerden trotz meines Alters dann gleich geklappt hat!

Viele Gruesse,

v3000

Sauvi
25.09.2006, 14:14
Hi Victoria,
sorry, dass ich dich "vergessen" hatte :unterwerf:
Aber ich konnte dich nicht recht zuordnen, dass hast du jetzt aber ja selber gemacht :smile:
Ich wusste auch gar nicht, dass bei dir jetzt was "unterwegs" ist, das hab ich grad im "Ü40"-Thread erst gelesen! Herzlichen Glückwunsch! :blumengabe:
Übrigens waren wir auch schon mal ein Semester "down under" und haben gesehen, dass es da viel unkomplizierter ist, als bei uns, ein Kind in Frühbetreuung zu geben. Es ist v.a. auch akzeptierter.
lG, Sauvi

Victoria3000
25.09.2006, 14:38
Hi Sauvi,

kein Problem, und danke fuer die Glueckwuensche!

Das mit der Frühbetreuung ist hier in der Tat akzeptiert,
aber leider ziemlich teuer. Man muss sich wohl auch sehr frueh anmelden, eine Freundin liegt mir staendig in den Ohren, das ich das schon laengst gemacht haben sollte :wie?:

Wo in Australien wart ihr denn?

Viele Gruesse,

v3000

strahleanni
25.09.2006, 17:29
Hallo ihr Lieben!
Hab jetzt grad erst diesen Strang entdeckt. Hab noch nicht viel gelesen, aber ich dacht ich geb mal meinen Senf dazu und schildere meine Situation.Also...
Ich bin fast 21, seit 4,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Befinde mich in der Ausbildung und möchte direkt im Anschluss ein Kind haben. Ich wollte gerne eine junge Mutti sein und habe mich mit meinem Freund bewusst so entschieden. Ich weiß das der Berufseinstieg so evtl noch schwieriger wird, aber einfach ist es nie. Mein Freund hat einen gut bezahlten, sicheren Job und unterstützt mich sehr (von ihm kam auch der direkte Kinderwunsch, ich selbst hatte es noch nicht richtig angesprochen). Wir planen unsere gemeinsame Zukunft und sind zuversichtlich.

Liebe Grüße
Anni

Inaktiver User
26.09.2006, 12:43
Hallo Sauvi,

erstaml nachträglich herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!!
Wir scheinen ja wirklich so einige Gemeinsamkeiten zu haben!
1. Wir waren auch 2 mal für jeweils 1 Semester in Down Under. Das erste Mal in Canberra, das zweite Mal zur Dipolmarbeit in Brisbane. Wo wart ihr denn?

2. Haben wir hier leider auch kein wirklich tolles soziales Umfeld, das uns bei der Kinderbetreuung unterstützen könnte. Meine Eltern wohnen ca. 600 km weit weg und die Eltern meines Freundes verbringen immer den ganzen Sommer im Ausland. Das ist sehr schade, lässt sich aber leider nicht ändern. Ich denke, man kann sich mit Kitas etc auch anderweitig ganz gut organisieren, sodass man es auch ohne die "Großeltern" schafft. Ist zwar schwieriger, aber machbar!

Wir haben zwar jetzt "beschlossen" nächstes Frühjahr mal das Thema Nachwuchs aktiv in Angriff zu nehmen, es ist aber keinesfalls so, dass ich mir deshalb darüber jetzt keine Gedanken mehr mache. Im Gegenteil!! Manchmal bin ich mir ganz sicher, dass das die richtige Entscheidung ist, dann zweifle ich wieder (vor allem, wenn meine Versuche nicht klappen wollen), ob ich das alles überhaupt noch schaffen werde, wenn ich pünktlich nachmittags das Labor verlassen muss...
Dann denke ich wieder, dass sich unser Leben einfach grundsätzlich ändern wird und wir wohl automatisch andere Prioritäten setzen werden.

Ich fände es schön, wenn wir in Kontakt bleiben. Du musst mich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wie es bei euch weitergeht!!

Viele Grüße, Schnitzel

Zaubermonster
26.09.2006, 14:23
Hallo Sauvi,

jetzt erst komme ich dazu, auf Deine liebe Antwort zu reagieren. Noch eine kleine Anmerkung zu dem 'dichten sozialen Netz', von dem ich geschrieben habe: Damit habe ich nicht Familie, die betreuen kann, gemeint. Um seine Großeltern sehen zu können, muss unser Baby fünf Stunden Fahrtzeit entweder nach Süden (meine Familie) oder nach Norden (Papas Familie) auf sich nehmen. Und auch sonst haben wir keine Verwandtschaft vor Ort. Ich meinte damit mehr, dass wir einen großen, zuverlässigen, kinderfreundlichen Freundeskreis haben, verständnisvolle und unterstützende Profs, süße entlastende Nachbarn ... dass wir allegemein das Gefühl haben, dass unsere Entscheidung von unserem Umfeld mitgetragen wird. Was die konkrete Kinderbetreuung angeht, werden wir zwar mal auf Babysitterdienste von Freunden zurückgreifen können, eine Betreuung, die regelmäßige Arbeit ermöglicht, werden wir jedoch auch mit einer Kinderkrippe sicherstellen ... und ich finde das auch gut so.

Das Thema "Zweites Kind" wird bei uns bislang nur sehr vage thematisiert, auch wenn klar ist, dass unser Baby kein Einzelkind bleiben soll, insgesamt zwei oder drei Kinder schweben uns schon vor. Aber wir wollen da nicht zu akribisch planen und auch gucken, wann unser Bauchgefühl sagt: Jetzt wird es Zeit für ein zweites Kind, so wie es das beim ersten gesagt hat. Ich kann auch einfach noch nicht abschätzen, wie unsere Lebenssituation so genau in zwei, drei, vier Jahren aussehen wird, glaube aber, dass es wieder einen Moment geben wird, indem wir das Gefühl haben werden: Perfekt passt es nie, aber jetzt passt es uns.

Mit Kind ins Ausland zu gehen finde ich gar kein Problem, wobei ich für uns da von "Erste Welt Ländern" (ich weiß, der Ausdruck ist problematisch, aber ich weiß gerade nicht, wie ich das umschreiben soll) ausgehe. Konkret können wir uns USA, Kanada und Australien sowie Neuseeland gut vorstellen, oder, um in Europa zu bleiben, Großbritannien, Skandinavien und Frankreich. In all diesen Ländern hätte ich keine Sorge um die medizinische Versorgung meines Kindes, gute "day care" müsste natürlich sein, und wir haben bei Freunden mitgekriegt wie viel Kinder im Vorschulalter von solch einem Aufenthalt profitieren können. Sie lernen eine neue Sprache und Kultur kennen und akklimatisieren sich unglaublich fix, und sie werden - im Gegensatz zu später - nicht aus den länderspezifischen Schulsystemen herausgerissen.

Ich denke auch, dass die allerwichtigste Ausgangsvoraussetzung eine glückliche und stabile Beziehung und ein großer Kinderwunsch von beiden (!) sein sollte. Und unser Baby wird auch bereits getragene Klamotten und bereits benutzte Spielsachen bekommen (natürlich nicht nur, die werdenden Großeltern erweisen sich jetzt schon als außerordentlich schenkbegeistert) und ich bin fest überzeugt, dass einem Kind das sowas von egal ist ...

Alles Gute für Euch und Eure Entscheidung!

zaubermonster

Lavendula
26.09.2006, 15:08
Hallo Sauvi,

ich lese schon ein paar Tage deinen Strang mit und hoffe, dass ich es jetzt endlich schaffe, auch was zu schreiben. Also, ich bin 26, promoviere zur Zeit (ebenfalls Naturwissenschaftlerin) und habe eine knapp anderthalb Jahre alte Tochter.
Wir haben uns "damals" ein Kind gewünscht, mein Mann arbeitet voll und als ich mit der Diplomarbeit angefangen habe, haben wir es drauf ankommen lassen.
Ausschlaggebend war für uns auch der Wunsch, das ist wichtiger als ob es in den Lebenslauf passt. Wir haben es nie so gesehen, erst leben dann Kind, sondern wollten mit Kind leben. Nur vorher den Abschluss zu haben war mir wichtig, wer weiß ob ich uns vielleicht mal alleine finanzieren muss.

Naja, unsere Tochter kam also kurz nach der Diplomarbeit (offiziell 3 Tage). Dass ich trotzdem promovieren wollte, war klar, also konnte ich das schon während der Schwangerschaft vorbereiten. Ich habe ein Thema bekommen, das sich gut mit Familie vereinbaren lässt, da es nicht ausschließlich aus Laborarbeit besteht. Im Babyjahr konnte ich die Arbeit dann vorbereiten, Literaturrecherche und so, aber auch schon erste Versuche auswerten, die ich vorher schon gemacht hatte und Datenbanken erstellen, Statistik (was einen sehr großen Teil meiner Arbeit ausmacht). Die nächste Etappe Laborarbeit werde ich im Januar anfangen. Ich plane, drei bis vier Tage pro Woche sechs Stunden im Labor zu sein. Von 6 morgens bis mittags um 12. Nicht meine Lieblingszeiten, aber den halben Tag möchte ich für meine Tochter haben. Soweit läuft es also sehr gut, was eben auch an meinem Thema liegt.

Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass der Zeitpunkt ideal ist, aber man überlegt ja immer rum ( wir grübeln auch fürs zweite- nach der Promotion oder schon wenn die Laborarbeit fertig ist- dann könnte ich im Babyjahr schreiben, hätte keine Lücke im Lebenslauf und der Altersabstend wäre nicht so groß. Und ehrlich gesagt denken wir auch eher an drei Kinder..)

Du hast jetzt jede Menge Unterstützung, die du so später nicht mehr haben wirst. Das fängt an mit der Kinderbetreuung. Bei uns ist es so, dass Studentenkinder (und ich zähle ja noch zu den Studenten) bevorzugt aufgenommen werden. Es gibt mehrere Krippen an der Uni, aber nur wenige Studentenkinder. Darüber hinaus gibt es über die Asta eine Tagesmüttervermittlung. Kinderbetreuung ist also nicht ganz so schwer zu finden wie normal. Allerdings sind die meisten Krippen nur halbtags bzw bis 14 Uhr offen. Viel wichtiger in der Betreuungsfrage finde ich es auch, dass der Vater mitzieht und seinen Part übernimmt.

Dann erfahre zumindest ich sehr viel Hilfe. Gerade an der Uni wird ja viel für die Frauenförderung getan und erst recht für Frauen mit Kind.
Vielleicht ist es auch die Einstellung, ich mache keine Kochlöffel Promotion, aber es erwartet niemand von mir, dass mein Kind nicht zu bemerken ist. Ich glaube, von älteren Frauen wird eher erwartet, dass sie perfekt sind (was man nun mal nicht ist).


Ich weiß nicht, ob es bei dir ähnlich wäre, aber bei mir war es ein riesen Vorteil, dass ich viel nach Hause mitnehmen konnte. Ich habe eigentlich nie eine richtige Pause gemacht, bin also nie ganz rausgekommen und musste trotzdem nicht ab einem bestimmten Zeitpunkt mit 8h Labor wieder einsteigen. Denn das wäre mir sher schwer gefallen.
Was die Arbeit angeht, du bist natürlich weniger flexibel und brauchst viel Disziplin. Du WILLST ja Zeit für dein Kind haben, also brauchst du einen festen Tagesablauf, damit weder Kind noch Arbeit zu kurz kommen. Aber du bist zwangsläufig viel besser organsiert. Ich schaffe heute in vier Stunden so viel wie früher in acht ( so etwa ;)) weil ich einfach anders an die Dinge rangehe, mich weniger leicht an irgendwas aufhänge. Man findet leichter den Rahmen, wenn man weiß, ich hab jetzt zwei Stunden und das ist zu tun.

Das Organsieren überträgt sich auch auf den Alltag. Muss es. Früher haben wir zwei bis drei mal pro Woche gewaschen, nach der Geburt hab ich das pro Tag durchgejagt. Die ganzen Handtücher, Spuktücher, Wickelunterlagen, so lange Babys voll gestillt werden haben die ja ständig die Windel voll, und ich mußte mich auch dauernd umziehen, weil ein Baby natürlich nie zielsicher aufs Spuktuch spukt, egal in welche Planen du dich einwickelst :) Der ganze Haushalt hat sich bei uns potenziert, ohne Planung kämen wir zu nix anderem.

Finanziell sehe ich die Sache nicht ganz so locker wie vorher- ein Baby braucht ja nicht viel und so. Wie gesagt, mein Mann verdient voll und ich halb. Aber viel ist das trotzdem nicht. Das fängt schon mit dem Wohnen an, vielleicht habt ihr ja schon jetzt genug Platz für ein Kind; wir haben eigentlich ein Zimmer zu wenig. Unsere Tochter schläft noch bei uns im Schlafzimmer, ihre Spielecke ist im Wohnzimmer. Momentan ist das OK, aber irgendwann wird sie ein eigenes Zimmer brauchen. Das bedeutet größere Wohnung und mehr Miete. Wir haben auch sehr viel Erstaustattung von meiner Schwester bekommen, meine Eltern schenken der Kleine öfter mal Klamotten, und ich finde auch lieber wenig Spielzeug als zu viel. Tja, aber ganz so einfach ist es eben doch nicht. Ich geb zu, wenn wir was kaufen, dann ist das meistens nicht das Billigste. Oft ist Luxus auch keine abgehobene Spinnerei. Klar kriegst du zB billige gebrauchte Kinderwagen. Aber ich bin mit Auto, Bus und Zug unterwegs, ich brauche also einen kleinen, leichten, den ich alleine in Bus oder Bahn hieven kann, ich will mir ja keine Bruch heben. Also ist die Auswahl schon sehr eingeschränkt, in den letzten zwei Jahren haben sich die Wägen sehr verbessert, und schon kommen die ganz billigen eben nicht in Frage. Spielzeug, seltsamerweise ersticken wir in 1 Euro Teddys, obwohl wir nie welche gekauft haben. Im ersten Jahr hatten wir ein paar Basics, Stapelbecher, Schnuffelbücher zB, und Schneebesen und Co waren da eh das Höchste. Zum 1. Geburtstag gab es lösungsmittelfrei lackierte, bienenwachsversiegelte Holzbausteine, wirklich Geld gespart haben wir also nicht. Es ist also eben nicht nur eine Frage der Quantität. Und wenn meine Tochter zum x. Mal auf dem Spielplatz sitzt und irgendein tolles Prinzessin Lillifee Glitzersandförchem bestaunt, das natürlich völlig überteuert ist, das sie trotzdem nur unter Tränen wieder hergibt, weil sie selbst nur die ollen Ikea Plastikbecher hat, das bricht mir schon mal das Herz. Ich bin froh, dass ich wir uns ab und an mehr leisten können, als das was man wirklich BRAUCHT. Wir gehen auch gerne mit ihr schwimmen. Meistens ins Thermalbad, das Wasser ist da wärmer, nicht so stark gechlort und es gibt einen großen Bereich, wo sie selber stehen kann. Aber der Eintritt kostet jedemal fast 20 Euro, das läppert sich schon.
Wenn ich mir erst überlege, was wir für Geld ausgeben könnten wenn wir ihr Gläschen gegeben hätten oder Babymilch! Oder Pampers kaufen würden.

Wenn du während der Promotion dein Kind bekommst, ist es ja höchstens zwei, drei, wenn du fertig bist (und vielleicht wollt ihr ja auch noch ein zweites). Aus dem Gröbsten draußen ist es da also noch lange nicht. Aber ich glaube, wenn du in der Zeit liegst und ein gutes Ergebnis hast, dann kannst du sehr damit punkten, immerhin hast du ja gezeigt, dass du Familie und Beruf organisieren kannst.

Garantieen gibt es halt nie.
Liebe grüße!
Lavendula

Lavendula
26.09.2006, 15:15
Jetzt habe ich glatt vergessen zu sagen, dass meine Tochter die beste Entscheidung war, die wir treffen konnten und ich es jederzeit wieder so machen würde.
Ausland schwebt uns als Post Doc auch vor- natürlich mit Kind!
Und an eurer Uni gibt es bestimmt auch eine Einrichtung für Studierende Väter und Mütter, die sich regelmäßg treffen. Unbedingt vorbeigucken! Die wissen welche Kinderkrippe/ Tagesmutter/ Kinderarzt gut ist, vielleicht findet sich jemand zum Austausch-Babysitten oder der seine Babyklamotten wieder loswerden will.
Alles Gute!

sonja-di-montes
26.09.2006, 17:30
Es klingt, als wäre eine Gebärmutter im Erwerbsleben extrem ungünstig. Schon im Vorfeld führt die Möglichkeit, dass sie aktiv werden könnte, zu einem Karrierehemmnis. Fast könnte man meinen, dass eine Frau die Fähigkeit, auch (!) neues Leben kreieren zu können als Makel erlebt. Wie ginge es Dir bei der Überlegung, dass ein Kind oder Kinder der alleinige Anspruch für eine Rente wäre? Dass also deine Altersabsicherung von der Geburt und der guten Ausbildung Deiner Sprösslinge abhinge? Wie würdest Du Dich dann entscheiden?
Oder: Versuche einmal sekundenschnell zu altern und denke, Du wärst heute 60 Jahre alt. Schaue zurück auf Dein Leben (es ist alleine Deines, es gehört sonst niemandem) und versuche Dir vorzustellen, was Dir dann sehr, sehr wichtig wäre und was Du nicht vermissen willst. Das mache dann, so gut Du es kannst. Oder sollen Arbeitgeber über Dein Leben bestimmen?

Hornilla
26.09.2006, 19:01
Hallo Sauvi,

ich habe gerade erst diesen Strang gefunden und möchte nun auch etwas dazu schreiben. Ich bin 30 Jahre alt, mein Mann 33. Ich befinde mich in der Endphase meines Referendariats (Lehramt) und mein Mann hat gerade seine erste Stelle als Lehrer angetreten. Wir haben vor einem Monat aufgehört zu verhüten.
Ich kenne das Problem auch: Viele können überhaupt nicht verstehen, dass wir uns jetzt ein Kind wünschen. Sie meinen, ich solle erstmal eine feste Stelle annehmen, 2,3 Jahre arbeiten ("dann bist du ja immer noch jung genug") und dann an die Familienplanung denken.
Bei uns ist es eindeutig eine Bauchentscheidung. Wir wünschen uns beide schon länger Kinder, allerdings ging es aus verschiedenen Gründen bisher nicht. Jetzt wollen wir aber auf keinen Fall länger warten. Erstens möchten wir mehrere Kinder (am liebsten drei) und dann muss man ja auch irgendwann mal anfangen. Zweitens ist der Kinderwunsch so stark, dass es einfach richtig erscheint, jetzt ein Baby zu bekommen. Ich habe kein Problem damit, jetzt erstmal eine berufliche Pause einzulegen, da ich mich nicht nur über meine Arbeit definiere und ich ganz bewusst die Entwicklung unserer Kinder miterleben möchte. Das heißt nicht, dass ich gar nichts mehr für meinen Job tue, ich könnte mir z.B. vorstellen, Sprachkurse an der VHS zu geben, um nicht ganz aus dem Unterrichten rauszukommen.
Als Lehrerin habe ich das Glück, später relativ gut wieder einsteigen zu können - ob die Voraussetzungen aber ideal sind, wenn man nach dem Ref noch nie gearbeitet hat, weiß ich nicht.
Aber ich habe es genauso gemacht, wie sonja-di-montes sagte: Ich habe mich gefragt, was ich später auf keinen Fall missen möchte. Das ist in meinem Fall (und Gott sei Dank auch in dem meines Mannes) eine Familie. Deshalb fällt uns die Entscheidung nicht schwer.

Ich kann Dir nur raten: Hör auf Deinen Bauch! Wenn Du jetzt Kinder möchtest, dann bekomme Kinder! Lass Dich nicht fremdbestimmen von Arbeitgebern, die Dir vielleicht dann doch keinen Job geben, weil Du ja eh in ein paar Jahren schwanger wirst!

Alles Gute wünscht Euch

Hornilla

Sauvi
29.09.2006, 11:29
Hallo zusammen,
sorry, dass ich erst jetzt dazu komme, euch auf eure tollen postings zu antworten, aber bei mir ist es grad recht stressig. Ich habe mich voll über eure echt ausführlichen und be- nach- und überdenkenswerten Beiträge gefreut!

@Schnitzel:
wir waren in Sydney. War echt ne tolle Zeit, wirklich der Hammer, wie lebenswert die Stadt ist! Seit ihr da auch auf einer eurer Reisen vorbeigekommen?
Wir haben sonst nicht viel vom Land gesehen („nur“ die Ostküste sind wir noch hochgefahren), die Zeit war zu knapp für mehr.
Das freut mich, dass ihr euch tendenziell dafür entschlossen habt, „es“ demnächst mal anzugehen. Ich tendiere schon auch stark dazu, nicht noch länger zu warten, aber ich muss mit meinem Schatz das mal noch mal in Ruhe durchspielen. Hinweise haben wir ja wirklich einige gute bekommen, hier im Forum und ich merke, dass mir vieles was hier angesprochen wurde, Mut macht.
Momentan sehen wir uns kaum, da wir beide so im Stress sind, aber in ein paar Wochen wird es bei uns wieder ruhiger.
Klar, ich würde mich auch freuen, wenn wir uns weiter kontakten würden und wer weiß, vielleicht können wir ja demnächst zusammen „hibbeln“!

@zaubermonster
find ich stark, dass ihr das so locker angeht mit dem Ausland und Kind. Ich bin mir da nicht so ganz sicher. Klar, es hat Vorteile, was Sprache usw angeht, aber auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass es Kindern gut tut, wenn sie ein recht zuverlässiges und beständiges Umfeld haben. Na ja, vielleicht lieg ich da ja falsch.

@Lavendula
Hallo hier! Ich find es ja echt witzig, wie viele Promovierende sich mit den gleichen „Problemen“ (hört sich ja echt schlimm an für eine eigentlich so schöne Sache wie ein Baby) hierher verirren!
Dein Satz „...(wir) wollten mit Kind leben“ hat mir sehr gut gefallen!
Auch alles andere, was du beschreibst, ist sehr ermutigend und ein Beispiel, dass Kind und Promotion möglich ist. Ich würde auch versuchen, nie ganz aufzuhören zu arbeiten, ich hoffe, das geht so einfach, wie man es sich vorstellt. Wir sind beide eigentlich sehr gut organisiert und diszipliniert, so dass ich da ganz guten Mutes bin.

Ups, die Zeit rennt, ich muss leider weg!
Auch an alle anderen, die noch geschrieben haben, vielen Dank für eure Beiträge! Alles angekommen und brummt bei mir zwischen Kopf und Herz hin und her!
Ich halte euch auf dem Laufenden,
macht echt Spaß hier und ich hab das Gefühl, es hilft mir wirklich weiter (bin davor noch nie in nem Forum aktiv dabei gewesen)!
Liebe Grüße, bis bald,
eure Sauvi
:smile: :krone auf: :smile:

Beatus
01.10.2006, 09:42
Hallo!

Ich finde diesen Strang sehr interessant, kann aber leider nur am WE reinschauen.

@Laborschnecke
Ja, wir haben derzeit eine WE Beziehung, was wir beide aber nicht als sooo schlimm ansehen. Die Enfernung beträgt zum Glück nur 1,5 Stunden mit dem Auto, so dass ich am Montag früh fahre und Freitag Mittag Schluss mache. Manchmal besucht er mich auch unter der Woche. Der Job macht Spaß und ich bin zufriedener als mit einem langweiligen Job "vor der Haustüre"

Sorry, dass ich Kinderthema beim letzten Posting etwas schwarz gemalt habe. Sooooo schwer ist es auch nicht mit über 30 schwanger zu werden. Ich habe letzte woche einen Test gemacht und er war: POSITIV!!!
Natürlich muss das noch vom Arzt bestätigt werden.

Mir graut schon jetzt davor meinen Chef "zu beichten", da ich ja erst vor 1 Jahr angefangen habe. Wir planen das Kind-Job Problem folgendermaßen zu lösen:

Entweder mein Mann geht 1 Jahr in Elternzeit
oder
Ich suche mir an meinen Arbeitsort eine Tagesmutter und stelle auf eine 3 Tage Woche um. Ich pendle weiterhin hin und her. Meine Kolligin könnte dann von Teilzeit auf Vollzeit umsteigen....wenn mein Chef das mitmacht.

@Victoria: hast du Erfahrung mit Tagesmüttern und was die so kosten??

Ich werde nächstes WE wieder reinschauen und hoffe auf weitere interessante Erfahrungsberichte.

Beatus

Inaktiver User
01.10.2006, 14:25
Hallo Sauvi,

wollte nur noch kurz abschließend bemerken, dass ich schon sehr gespannt bin, wie ich euch entscheiden werdet und dass ich mich sehr freuen würde, wenn wir vielleicht bald zusammen "hibbeln"!

Viele Grüße, Schnitzel

Sauvi
02.10.2006, 20:27
Hi zusammen!

Erst einmal herzlichen Glückwunsch an dich, Beatus! Das sind ja wirklich sehr schöne News von dir! Ich hoffe mal für dich mit, dass es kein falsch-positiv-Test war!
Mmh, ja, ich kann das nachvollziehen, mit deinem „schlechten Gewissen“... Aber das ist totaler Quatsch, dass kann ja wohl nicht angehen, dass man sich dafür entschuldigen muss, ein Kind zu bekommen! Also, da musst du ganz selbstbewusst auftreten bei deinem Chef! Der Punkt kann echt nicht sein, ob es angemessen ist, nach einem Jahr bei der Firma ein Kind zu bekommen, sondern allenfalls der, was die Firma dafür tun kann, dir für die Zukunft zu ermöglichen, im Job zu bleiben. Davon profitiert ja auch die Firma, wenn sie Einarbeitungskosten usw. für jemand Neues spart.

Ich bin bei dem Thema gerade etwas dünnhäutig, da ich gerade ein sehr typisches und fast unverschämtes Beispiel mitbekommen habe:
Eine Kollegin von mir, 32, ohne Kinder, ist gerade promoviert mit summa cum, hat mehrere Paper mit sehr guten impact factors und ist jetzt auf Jobsuche. Das sollten ja eigentlich ausgezeichnete Voraussetzungen sein. Tatsache ist, dass sie jetzt eine Absage erhalten hat, mit der Begründung, eigentlich der optimale Kandidat gewesen zu sein, aber die Firma hätte jetzt zweimal den Fall gehabt, dass kurz hintereinander zwei Mitarbeiterinnen schwanger wurden. Da das Projekt, das vorerst für zwei Jahre angesetzt ist, auf keinen Fall unterbrochen werden sollte, haben sie dann halt einen männlichen, aber unpassenderen Bewerber bevorzugt. Super, oder? Soviel zum Thema Antidiskriminierung! Dabei hatte sie nie etwas von Kindern erwähnt und plant es auch, zumindest für die nächsten Jahre, erst mal nicht. Dieses Beispiel hat mich wieder darin bestätigt, vielleicht doch noch während der Promotion Kinder zu bekommen.
Wie es scheint, hat man als Frau tatsächlich so oder so geloost.

@Schnitzel
Hey, wo ist denn dein Schnitzel hin? Hast du es aufgegessen? Deine Romeo und Julia-Smilies sind zwar auch ganz süß, aber das Schnitzel war wirklich ein Alleinstellungsmerkmal hier!
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wenn du schreibst, dass du nach wie vor oft hin- und herüberlegst, obwohl ihr euch jetzt „entschieden“ habt. Mir geht das auch so, dass ich eigentlich ständig dran denke und manchmal frage ich mich, ob ich mich da vielleicht ein bisschen reinsteigere, v.a. jetzt, wo ich das Thema gerade so intensiv diskutiere. Die letzten Wochen, in denen wir viel darüber nachdenken, haben bei mir dazu geführt, dass die Möglichkeit, jetzt ein Kind zu bekommen, ganz real für mich geworden ist. Bisher war es für mich noch nie ein konkretes Thema gewesen, nur ein Wunsch für die Zukunft. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass wir entscheiden würden, noch zwei oder drei Jahre zu warten, macht mich das echt traurig. Und manchmal denke ich, wenn ich jetzt schwanger wäre, dann wäre es eben so und das ganze hin und her wäre erledigt. Und dann habe ich – etwas bös ausgedrückt - wieder Angst, da in was reinzustolpern, so ganz Knall auf Fall, nach gerade mal ein paar Wochen Überlegung. Da denke ich, das kann ja wohl nicht sein, dass ich in der kurzen Zeit schon alles genau überlegt und bedacht habe. Die Planbarkeit hat eben schon auch seine negativen Seiten.

Soviel für heute erst mal wieder,
eure Sauvi
die jetzt erst mal :hunger: und dann :entspann: tut

Lavendula
04.10.2006, 11:31
Hallo,
es gibt einiger Positivbeispiele, Leute die mit mehreren Kindern ein ganzes Studium durchziehen. Schaffen tut mans schon, auch wenn es manchmal ein Aufteilen ist.
Aber es gibt auch Negativbeispiele, Leute die sich vorstellen mit kind genauso weiter zustudieren/ leben wie ohne weil es tagsüber ja in der Krippe ist und "sich schon alles findet" (O-Ton: ich find es unmöglich, dass die Krippe die Kinder erst ab 9 Wochen nimmt). Das geht dann auf Kosten des Kindes.
Aber dafür denkt ihr ja schon zu viel drüber nach.

Zu deiner Kollegin, vielleicht hätte sie eher eine Chance gehabt, wenn sie schon ein Kind gehabt hätte und sich bewiesen hätte, Vielleicht aber auch nicht.
Das mit der Chancenungleicheit seh ich relaiv- ich kenne auch Frauen, die (selber sagen dass sie) ihre Stelle als Mann nicht bekommen hätten.
Letztlich hat das mit deinem Weg auch gar nichts zu tun. Glücklich bist du ja auch mit toller Stelle nicht, wenn du jahrelang deinen Kinderwunsch untedrückst nachdem er offensichtlich ja schon da ist.

Liebe Grüße
lavendula

Laborschnecke
09.10.2006, 16:13
@Beatus
oh wie schön!!! Hast Du inzwischen die Bestätigung durch den Arzt?

Ich habe zur Zeit wieder das Gefühl, dass sich alles nach hinten verschiebt- mein Freund schreibt Bewerbungen und weiß nicht, wo er landen wird, mein Arbeitsvertrag läuft in elf Monaten aus, dann werde ich wieder im Stress stecken... Wohin soll das führen???

Ich muß weiter abwarten oder es drauf ankommen lassen. Mein Freund hat gerade erst sein Studium abgeschlossen, noch sorge ich größtenteils für unser Auskommen....

Bin traurig und fühle mich alt...

Plueschtier
09.10.2006, 16:47
Hallo Schneckchen,

ich hab mich doch verlesen, oder??? Alt???
Oh Gott, ich bin doch eine Ommmmmmmmma :aetsch: gegen dich mit meinen 31 - aber alt?
Nein nein nein nein nein, nichts da!

Du bist jung und du bist klug und scheinbar sehr gut in der Lage, zu reflektieren und wirst bestimmt mal ein tolle Mutter!

Was, außer deinem brennenden Wunsch, den ich ja sooo gut nachvollziehen kann, spricht dagegen, zu warten, bis dein Schatz einen Job hat und ggf. für euch "sorgen" könnte und dann mit dem Üben anzufangen? Oder erst noch ein oder zwei Jahre zu arbeiten, falls du einen Job kriegst, und dann zu starten?

Eine Jobgarantie hast du nie. Klar, kann sein, dass dich mit Baby keiner einstellt. Aber hast du schon mal daran gedacht, dass du vielleicht dann auch gern erstmal ein bisschen daheim bei deinem Kind wärst? Und wenn es im KiGa ist, kannst du auch wieder anfangen zu arbeiten.

Gut, ohne Berufserfahrung ist das Mau - da hast du Recht. Und bei der Arbeitsmarktlage erst recht...

Aber du bist so wunderbar jung - nicht vergessen, ich bin gruselige 31!!! :zwinker:- dir steht noch so viel offen.

Der Weg des Herzens und des Bauches: bekommt jetzt euer Baby
Der vernünftige Weg: wartet, bis dein Freund einen Job hat und du daheim bleiben kannst
Der sichere Weg: wartet, bis ihr beide einen Job habt

Wie auch immer du dich entscheidest: da du dir scheinbar sehr Kinder wünscht, wird euer Krümel so oder so ein gllückliches Kind werden!!

Lg
Plüschtier (jetzt fühl ich mich doch alt :zwinker:)

Laborschnecke
09.10.2006, 17:10
Ach hallo Plüschtier,
na ja, das sind immer so Phasen... Das geht auch bei mir vorüber. Es sind im September in meinem Freundeskreis so verdammt viele Kinder geboren worden, dass ich richtig neidisch bin. Und wir reden immer noch von den Stellenausschreibungen, auf die wir uns bewerben wollen oder sollen. Du hast recht, ich bin nicht alt (aber ich werde auch dieses Jahr noch 31!!! Stell Du dieses Gefühl sofort wieder ab, ja!?).

Mal sehen, wie es weitergeht. Ich bewerbe mich so langsam auch wieder. Hoffentlich bekommen wir etwas an einem Ort (oder nicht zu weit voneinander entfernt).

Gruß,
Laborschnecke

Sauvi
09.10.2006, 17:30
Hi zusammen!
na, der Strang bleibt am Leben, das freut mich ja!

@Laborschnecke und Plueschtier
Was du beschreibst, LS, kann ich gut nachvollziehen. Immer diese 1-3 Jahre Horizonte, und das dann noch verschachtelt mit dem Lebenslauf des Partners. Ergibt im Schnitt alle 0,5 bis 1,5 Jahre einen gravierenden Einschnitt im "Lebenslauf des Paares".
Wie soll man da planen?
Plueschtier, du meinst ja, es wird irgendwann "sicher". Da bin ich mir nicht so sicher. Ich befürchte eher, dass das noch einige Jahre so weitergehen kann. Und dann denke ich, es ist Zeit, etwas Vertrauen in sich selber zu haben:
Wir haben Potenzial, wir sind flexibel, wir sind leistungsbereit (soll mal jemand was anderes behaupten, jemandem gegenüber, der/die Promotion und Kind unter einen Hut bringen will), wir sind bereit Einschränkungen und Kompromisse in Kauf zu nehmen.
Warum sollte es für uns (mit oder ohne Kind) nicht weitergehen :schild genau: ?!?
Es ist eine Minderheit der Akademiker, die keine Arbeit findet, ein Risiko von 6% sollte man doch tragen können, oder?

Und wirklich, ich sehe die Befürchtung, dass es eben später auch nicht einfacher wird. Ok, die finanzielle Sicherheit wird vielleicht größer, aber leichter wird es dann bestimmt auch nicht, aus dem Job aus- und später wieder einzusteigen.
Und noch lässt Vater Staat hier ja keinen verhungern, oder?

Also, wir haben da ja in den letzten Wochen eine klare Tendenz entwickelt :zwinker: , nachdem wir viel darüber nachgedacht haben. :freches grinsen:

LS: klar, ich kann verstehen, dass es für euch echt kompliziert werden könnte, wenn du jetzt schwanger würdest und dein Freund demnächst einen Job weit weg von dir bekommen würde. Dann wärst du während der Schwangerschaft allein und später mit dem Kind praktisch alleinerziehend. Und müsstest so deine Diss fertig machen. In deiner Situation wäre es vielleicht wirklich überlegenswert, so lange zu warten, bis entweder a) dein Freund einen Job in der Nähe hat und sicher ist, dass ihr beide zusammen wohnen bleiben könnt, oder b) du nicht mehr auf das Lab angewiesen bist und ihm zum schreiben hinterherziehen kannst. Schwierig ist natürlich, 9 Monate im Voraus zu wissen, wann man das Lab nicht mehr braucht und dann heißt das noch lange nicht, dass du dann auch gleich schwanger wirst.
Auf jeden Fall wünsch ich dir gute Laune, lass dich nicht entmutigen!

@Schnitzel: was ist den nun mit deinem Schitzel, mmh? kam da ein :zauberer: und hat es wegge:zauberer:t, oder war dein :pc kaputt: nach dem du vor wut über die letzten Versuchsauswertungen mit dem :nudelholz:
über ihn hergefallen bist? Oder hast du gedacht, "ich mach mich hier mit meinem Schnitzel-:hunger: doch nicht zum :tassenkasper:? Wie auch immer:
Über eine :erleuchtung: freut sich allerzeit Sauvi

Liebe Grüße an euch alle, eure Sauvi :Sonne:

Laborschnecke
10.10.2006, 09:50
Liebe Sauvi,
mit der Diss bin ich ja schon durch- es gibt außer der Arbeitslosigkeit also eher keine freie Zeit mehr. Immerhin bekomme ich jetzt gerade etwas Postdoc-Erfahrung. Das hilft bei späterer Jobsuche in jedem Fall. Wie die Jobchancen meines Freundes sind, kann ich nicht einschätzen. Er hat sich neben dem Studium eigentlich immer irgendwie engagiert (Politisch, organisatorisch für Kultur, etc.).
In der Zeit meiner Diss hätte ich aber nie ein Kind bekommen wollen- habe ich ja oben auch beschrieben und in Deiner Zusammenfassung hast Du mich ja auch richtig klassifiziert... allein schon aus Mangel an dem geeigneten Mann, und den jetzigen habe ich erst mitten in der Diss-Zeit kennengelernt.

Tja, und der benötigt jetzt auch noch ein wenig Überwindung...
Mal sehen, wie es weitergeht...
Laborschnecke

Sauvi
10.10.2006, 10:26
Hi Laborschnecke,
sorry, dass ich dich da gestern degradiert hatte :peinlich:
War mir dann später auch wieder eingefallen, dass du ja schon fertig bist, mit der Diss.
Manchmal ist es nicht ganz einfach, die Lebensläufe von so viel unterschiedlichen Leuten hier im Forum auseinander zu halten. Zumal hier im Thread so viele Doktoranden dabei sind. Und ich sowieso immer meine Schwierigkeiten habe, mir Namen zu merken und die Storry dazu, wenn ich das Gesicht nicht im Kopf habe.
Aber Kopf hoch, du wirst deinen Weg schon finden!
lG,
Sauvi

Laborschnecke
10.10.2006, 10:35
@Sauvi,
macht nix, mein Diplom ist für mich immer noch der wichtigere Abschluß.
Das passiert mir auch hin und wieder. Das Risiko der Anonymität.

Inaktiver User
10.10.2006, 17:59
@Sauvi:
Ok, hier ist mein Schnitzel!
Du könntest dir auch mal ein Bildchen zulegen!!!!

lov100
11.10.2006, 15:02
Hallo,

bin gerade wieder aus dem Urlaub zurück und muß auch hier mal meinen Senf dazu geben.

Im Studium und Referdariat (Jura) war bei mir noch kein Kinderwunsch vorhanden für meinem Partner war klar, daß er mal Kinder wollte, aber nicht so früh (Physiker). Ich wollte immer erst eine zeitlang arbeiten und Erfahrungen im Beruf machen. Sonst wäre mir das Studium zu aufwendig gewesen und zu stressig. Auch waren die Stellen recht rahr als ich fertig wurde.

Inzwischen bin ich gute 5 Jahre im Job und inzwischen im vierten Monate schwanger. Wir haben nicht bewußt geplant, sondern es drauf ankommen lassen und ich war doch sehr überrascht, daß es so schnell geklappt hat, muß ja mit 35 nicht immer so sein.

Inzwischen bin ich sehr zufrieden mit dem Zeitpunkt, die finanzielle Situation ist gesichert und ich fühle mich innerlich bereit für diesen neuen Lebensabschnitt.

Das angesprochene "schlechte Gewissen" dem Chef gegenüber hatte ich auch und habe bis zum ende des Dritten Monats gewartet. War aber völlig unbegründet, er freut sich für mich und ich kann von zu Hause aus arbeiten und später auch in Teilzeit wie es paßt. Ich plane ein gutes Jahr auszusetzen und dann für 2-3 Tage wieder zu arbeiten.

Einen perfekten Zeitpunkt gibt es nie aber man muß entscheiden was für einen persönlich das beste ist.

Ironwoman2006
11.10.2006, 16:45
Wir haben nicht bewußt geplant, sondern es drauf ankommen lassen und ich war doch sehr überrascht, daß es so schnell geklappt hat, muß ja mit 35 nicht immer so sein.


*lacht*, ich bin auch 35 und wie Du weißt, dachte ich ähnlich!

Beatus
14.10.2006, 12:38
@lov: war dein Chef nicht sauer, dass du es erst Ende des dritten Monats gesagt hast? Ich bin im 2 Monat und überlege es jetzt schon zu sagen, da es in unserer Firma gerade um Umstrukturierungen geht und zusätzliche Aufgaben auf mich und meine Kollegin zukommen.
Echt klasse, dass das so gut klappt mit deinem Job und der Teilzeitarbeit danach. Leider ist es bei mir nicht so unkompliziert und ich fürchte wenn ich länger als 3-4 Monate aussetzte ist mein Job weg!!

LG Beatus

lov100
16.10.2006, 09:10
Ich habe da wohl ziemliches Glück, was meine Abteilung und meinen Chef anbelangt.

Da in den ersten Monaten ja doch recht viel passieren kann, hatte ich mir vorgenommen, es erst recht gegen Ende des Dritten Monats zu sagen zudem paßte das auch gut mit dem Sommerurlaub ect. Aber ich hatte schon Schiß vor dem Termin, daher habe ich es vor mir her geschoben. War aber echt unnötig, so erfreut und freundlich wie der reagiert hat.

Ich hatte mir vorher überlegt, wie denn meine Arbeit mit Kind aussehen könnte und hatte daher einen Plan den ich ihm vorstellen konnte. Ich denke das macht auch viel aus, wenn man zeigt, daß man sich Gedanken macht und wie denn eine spätere Tätigkeit aussehen könnte.

Ich brauche für meinen Job zum Glück nur einen Internetanschluß und ein Telefon, daher kann ich auch gut von zu Hause aus arbeiten.

So diese Woche werde ich es wohl meinen Kollegen sagen, denn so langsam passe ich nicht mehr in die normalen Klamotten. Besonders eine wird darüber nicht erfeut sein, aber ich kann es auch nicht allen recht machen.

So der Vorbereitungskurs will auch gebucht werden. Schon erstaunlich an was Frau jetzt alles denken muß.

shaun2
19.10.2006, 18:00
Das kann ich nur bestätigen, dass man manchmal mit dem Arbeitgeber positive Überraschungen erlebt. Ich arbeite seit bald vier Jahren in einer kleinen Kanzlei (Anwältin, 31 J.) und fühle mich da wohl. Nach 1 1/2 Jahren Fernbeziehung hat mein Freund dann letztes Jahr einen festen Job 400 km entfernt bekommen. Für mich stand fest, dass ich so bald wie möglich nachziehe und habe monatelang Bewerbungen geschrieben, sogar einzelne Vorstellungsgespräche gehabt. Neben der Arbeit war das ganz schön anstrengend und frustrierend. Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und meinem Chef gesagt, dass ich wohl demnächst die Kanzlei verlasse. Der ist fast vom Stuhl gefallen und meinte, das sei völlig ausgeschlossen. Nun bin ich umgezogen und arbeite von zuhause aus, fahre etwa zweimal im Monat für zwei Tage ins Büro. Optimal für mich. Diese idealen Voraussetzungen haben meinen Kinderwunsch extrem gesteigert. Mein Chef scheint das zu ahnen und bot mir neulich (da bin ICH fast vom Stuhl gefallen!), eine Festanstellung an (bin bisher freie Mitarbeiterin): "wegen der finanziellen Vorteile für mich" während einer Schwangerschaft und Elternzeit. Nun sind wir noch am Vertrag basteln.
Das einzige was noch fehlt, ist ein Antrag von meinem Schatz!

Chicis
20.10.2006, 04:32
Hallo,

habe den Strang sehr interessiert gelesen da das Thema mir schon lange Grund zum Grübeln gibt. Ich finde alle Strangteilnehmerin sehr sympathisch und bewundere den Optimismus vieler hier!

Nur eins macht mir ein bischen Magenschmerzen! Hier sind doch soweit ich gelesen habe nur hoch qualifizierte, promovierende oder diplomarbeitschreibende Frauen am posten. Wie kann es sein, daß es immer die Frauen sind, die ihren job hinten anstellen? Wieso arbeiten sie wie selbstverständlich teilzeit, während beim Mann höchstens ANKLINGT es VIELLEICHT in Erwägung zu ziehen? Und wieso geht der Job des Mannes auch schon vor dem 1. Kind vor - wieso ziehen die Frauen immer dem Mann hinterher dorthin wo er eine Stelle findet - obwohl auf den ersten Blick beide gleich gut ausgebildet zu sein scheinen?

Für mich spielt das, neben dem zeitpunkt für die Familiengründung , auch eine große Rolle und ich wundere mich einfach das das noch so gut wie nicht thematisiert wurde. Ich würde mich sehr freuen wenn Ihr eure Meinung dazu schreiben könntet!

Lieben Gruß, chicis

lov100
20.10.2006, 09:26
Hei,

@chicis,

ich beantworte Dir die Fragen gerne. Zunächst ist mein Freund der noch seine Arbeit fertig schreib mir hinterher gezogen, da ich bereits 300km entfernt gearbeitet habe, vorher bin ich am Wochende zu ihm gefahren.

Für ein Kind zu Hause bleiben ist durchaus auch für meinen Mann ein Thema, nur kann er nicht von zu Hause aus arbeiten, wärhend ich für meinen Beruf nur einen PC und ein Telefon benötige. Daher kann ich es mir gut vorstellen, nach einer gewissen Auszeit, die ich mich nur um das Kind kümmern möchte langsam wieder anzufangen zu arbeiten, auch von zu Hause aus.

Es sind also rein pragmatische Überlegungen und nicht die üblichen Rollenklisches.

@ shaun2

Du scheinst ja auch echt auch einen super Chef erwischt zu haben...glückwunsch dazu und warm halten...vielleicht setzt sich da doch bei manchen Leute die Erkenntnis durch, daß eine gute kollegiale Beziehung sehr viel wert ist, für beide Seiten.

So heute ist der Tag an dem ich den anderen Kollegen von der Schwangerschaft erzähle, denn ich passe in keine Hose mehr.

Laborschnecke
20.10.2006, 09:42
@Chicis,
ich habe leider auch immer wieder den Gedanken: "Mensch, Du hast 10 Jahre in Deine Ausbildung gesteckt, da kannst Du jetzt nicht nur Kinder bekommen".
Andererseits habe ich nicht promoviert, weil mir der Titel wichtig ist, sondern weil es für Biologen eigentlich schier unmöglich ist, ohne die zwei Buchstaben vorm Namen eine Stelle zu bekommen.

Meine Lebensgefährte arbeitet an seiner Selbständigkeit und meint, er könne da ja auch zu Hause arbeiten, wenn wir ein Kind haben. Das mag mit einem Kind gehen, das nach seinen Eltern schlägt, aber lass es nur ansatzweise mehr schreien....
Ich denke, dass er sich das sehr rosig vorstellt.
Wir haben noch nicht konkret darüber geredet, weil wir auch noch nicht konkret in die Familienplanung gehen, und im nächsten Jahr sind auch noch viele Veränderungen im Beruf zu erwarten sind. Ich werde mit Sicherheit im nächsten wieder Arbeit suchen- warum diese Pause nicht gleich nutzen?

Für ihn ist es zur Zeit schlecht, zu pausieren, weil auch er gerade erst angefangen hat zu arbeiten. Ich denke auch, dass wir eine pragmatische Lösung finden werden. Die dann für das zweite und ggf. dritte Kind völlig anders aussehen wird, da bin ich mir auch sicher.

Das Hochschulrahmengesetz ist gerade etwas verändert worden, in eine familienfreundlichere Richtung. Ob das viel hilft? Ich denke nicht, aber vielleicht macht es den ein oder anderen optimistischer.

Ich wohne in Thüringen, da ist es üblich, dass die Mutter nach einem Jahr wieder arbeitet, die KiTa-Situation ist in den letzten Jahren gewiss nicht besser geworden, aber sie ist mit Sicherheit immer noch besser als bei mir zu Hause (ländliches Niedersachsen).
Das Opfer, ein Jahr zu Hause zu bleiben scheint mir nicht soo groß- es ist ja auch die Frage, ob ich mich nicht trotzdem irgendwie weiter entwickeln kann (Fernlehrgänge, etc.).

shaun2
20.10.2006, 10:17
Zur Frage der Rollenverteilung: Da sind wir tatsächlich sehr altmodisch. Ein Problem habe ich damit aber nicht.
Ich habe mir schon immer gewünscht, irgendwann ganz für meine zukünftigen Kinder da zu sein. Den Beruf sehe ich eher als Mittel zum Geldverdienen, wenn es sein muss. Klar, ein bisschen geistige Herausforderung ist immer gut, aber im Wesentlichen möchte ich meine Energie in Kindererziehung stecken.
Da ergänze ich mich mit meinem Freund gut, der könnte sich ein Leben ohne seinen Beruf nicht vorstellen und sieht sein persönliches Ziel in einer guten Karriere. Kann ich nicht ganz nachvollziehen, ist mir aber natürlich recht. Durch ihn habe ich die Chance auf Auslandsaufenthalte und finanzielle Absicherung.

Ich habe nicht das Gefühl, irgendetwas aufzugeben, wenn ich gar nicht oder nur in Teilzeit arbeite. Und sachliche Gründe gibt es auch: von meinem Gehalt kann ich alleine gerade so eben leben, er verdient doppelt so viel wie ich. Er lässt mir da die freie Wahl, er freut sich, wenn ich für die Kinder da bin, so wie er es selbst als Kind hatte. Aber er könnte es auch gut verstehen, wenn ich dazu keine Lust hätte und unbedingt arbeiten wollte. Dafür gäbe es dann ja Tagesmütter. Das finde ich gut, dass es meine Entscheidung ist, was ich tue. Wer weiss, vielleicht kommt ja auch alles anders und ich langweile mich zu tode zu hause. Oder ich bekomme gar keine Kinder.

Ich werde aber auf jeden Fall versuchen, wenigstens ein kleines bisschen (von zu hause) zu arbeiten, um meine Stelle irgendwie zu erhalten, damit ich nach einer Kinderpause weitermachen kann. Wenn ich dann Lust habe.

Heike_Liesel
20.10.2006, 17:32
Sauvi,

ich finde es wirklich schön, wie intensiv Du Dir da Gedanken machst.

Ich finde, daß man zwar ein Kind planen und gut überlegen sollte, dennoch kommt es nicht wie "bestellt"! Es gibt sehr viele, die lange probieren oder viele "Fehlversuche" überwinden. Es ist schwierig für mich zu lesen, wie planerisch Du das siehst.

Chicis
20.10.2006, 18:27
Hallo,

danke für eure Antworten. Bitte nicht falsch verstehen - vor einem konventionellen, traditionellen Hintergrund ist das auch alles sinnvoll und "naturgegeben". Erst recht wenn man bedenkt, daß ja meistens der Mann mehr verdient und die Babyfrage als Personalfrage so schon vom finanziellen her nicht mehr diskutierenswert ist.

Bei mir sieht es so aus als würde ich mal das Geld zu verdienen und ich will das schließlich so. Wenn ich das Gefühl habe, mir stehen im Job halbwegs alle Möglichkeiten offen, dann kann ich mich da auch selbst verwirklichen und dran Spaß haben. Woran ich keinen Spaß hätte: mich zwischen Baby und Haus- UND Heimarbeit oder Halbtagsarbeit aufzureiben damit der Job *irgendwie* weiterläuft, obwohl die (Karriere-)perspektiven, da macht sich ja niemand Illusionen, gleich null sind. In einem perspektivlosen Job, in einer aussichtslosen Position, wo alle wissen, ich bin die "Mami, die nebenher arbeitet", da hätte ich gar keinen Spaß dran und das würde für mich zur großen Belastung werden, zumal in so einer Konstellation sich die Männer nach einiger zeit als wesentlich weniger kooperationsbereit erweisen als noch zur Schwangerschaftszeit.

Sorry für die Schwarzmalerei aber ich halte mich für eine passable Beobachterin und besonders schwer ist es ja nicht, die sich endlos wiederholenden Muster in der Gesellschaft zu beschreiben.

Wer damit zufrieden ist, na gut. Aber ich könnte mich da niemals mit abfinden!

Bei Dir zum Beispiel Laborschnecke, (von Dir hab ich schon einiges gelesen auch was die Diss bestrifft - respekt!!) ist diese Aussage:

"Das Opfer, ein Jahr zu Hause zu bleiben scheint mir nicht soo groß- es ist ja auch die Frage, ob ich mich nicht trotzdem irgendwie weiter entwickeln kann (Fernlehrgänge, etc.)."

...selbstverständlich für sich genommen nachvollziehbar! Aber wieso fällt es Männern derart selten ein, sowas zu sagen bzw. zu meinen? Und wieso geht die Selbständigkeit Deines Partners vor - Babypause-Länge hin oder her?

Hoffe ihr nehmt mir meine abweichende Meinung nicht übel. Ich scheine sowieso anders zu ticken als die meisten Frauen, aber mich interessierts trotzdem!!

LG chicis

Zinemin
20.10.2006, 20:47
Liebe Leute,

ich habe mich sehr gefreut, als ich diesen Strang gefunden habe, denn die Frage, wann denn nun der richtige Zeitpunkt ist, ein Kind zu bekommen, habe ich mir auch schon oft gestellt.
Ich denke nun, dass ich noch mindestens ein Jahr warten werde. Finde das aber sehr Schade und manchmal befürchten mein Partner und ich, die Erfüllung unsere Kinderwünsche immer wieder zu verschieben...

Tatsächlich knabbere ich immer wieder an den Fragen, die Chicis gestellt hat. Dass Männer öfter mehr verdienen und es deshalb in der "persönlichen" Situation der werdenden Eltern eher passt, wenn die Frau zu Hause bleibt, ist eine gesellschaftliche Tatsache, die ja nicht besser wird, wenn man sich entsprechend verhält - andererseits ist es ja eine existentielle Frage, da kann ich natürlich nicht erwarten, dass Leute sich für das Gehalt des Geringverdieners entscheiden nur um was zu verändern. Vielleicht ändert sich ja da was mit dem Elterngeld?

Mir macht die Vorstellung Angst, dass ein Kind bedeuten könnte, dass ich Schwierigkeiten bekommen könnte, in das Berufsleben einzusteigen. Da ich gerne stillen möchte, möchte ich auch gerne die ersten Monate beim Kind sein. Ich möchte aber auf keinen Fall, dass ich dann die "Super-Mami" werde und der Vater das Kind kaum sieht, weil er die ganze Zeit arbeiten muss. Da es aber noch ca. 2 Jahre dauert bis ich eine längerfristige Beschäftigung eingehen könnte, und ich nicht dann auch noch mal 1-2 Jahre "mit den Kindern" warten möchte, kann es gut sein, dass auch meine persönliche Situation es sinnvoller macht, dass ich zu Hause bleibe. Naja, und das Stillen... Wer weiß, wo ich Arbeit finde, wenn die etwas weiter weg is, dann kann ich mir ja auch nich alle paar Stunden das Kind bringen lassen...
Okay, tausend Fragen zu ungelegten Eiern :smirksmile:

Soweit erst mal. Wollte mal mein Dasein als stille Mitleserin aufgeben.

Zinemin

P.s.: Zu einem Beitrag gaaaaanz weit oben: wenn eine Frau eine Stelle nicht bekommt und ihr gesagt wird, dass sie eigentlich besser qualifiziert ist, aber wegen ihres Geschlechts (also möglichen Kindern) nicht genommen wird, dann kann sie dagegen klagen, glaube ich. Wäre vielleicht einer Überlegung wert (auch wenn das natürlich nicht gerade der Super-Start bei der neuen Stelle ist… und vorher wohl auch nicht so leicht zu beweisen).

Victoria3000
20.10.2006, 23:29
Hi Chicis,

mein Mann und ich werden beide erst einmal Teilzeit arbeiten, allerdings geht das bei uns ganz gut, denn er hat Anspruch auf mittlerweile 8 Monate Sonderurlaub bei vollem Lohn, den er auf etwa die doppelte Zeit Teilzeit ausdehnen kann. Ich bin zur Zeit auf einem Zeitvertrag beschaeftigt, der 6 Wochen vor dem ET endet, habe aber evtl. die Moeglichkeit, auch naechstes Jahr dort weiterhin etwas Teilzeit zu arbeiten, oder mir dann zumindest etwas Entsprechendes zu suchen.

Wenn mein Mann die Moeglichkeit mit dem Sonderurlaub nicht haette, wuerden wir das Teilzeit-Modell trotzdem (und trotz Einkommensverlust) machen, weil wir beide das fuer uns fuer die beste Loesung halten.

Viele Gruesse,
v3000
25+0

morag
21.10.2006, 14:39
Hallo an alle!

Na, da bin ich hier ja genau richtig.

Ich bin 31, M.A., und seit diesem Jahr selbstständig (TV).
Ich denke seit einem Jahr relativ konkret über Kinder nach. Eine Freundin bekam im Mai ihr erstes, nicht geplantes aber freudig erwartetes Kind. Sei ist ebenfalls selbstständig.

Mein Mann arbeitet bereits in Teilzeit, so dass wir zur Zeit gleichviel verdienen, ich aber die besseren Gehaltschancen habe. Da ich meine Zeit frei einteilen kann - zumindest relativ-, passt ein Kind da ganz gut hinein.

Allerdings habe ich mich, wie bereits erwähnt, erst dieses JAhr selbstständig gemacht und mein Mann (wir sind seit 4 Jahren verheiratet) ist sich beim Kinderthema nicht sicher.

ICh wünsch Euch ein schönes WE.
liebe Grüße
morag

Laborschnecke
23.10.2006, 15:12
Liebe Chicis,
nein, ich nehme Dir Deine Meinung nicht übel. Wieso auch?

Die Selbständigkeit meines Freundes geht nicht vor, nur denke ich, dass meine Perspektiven für einen Wiedereinstieg besser wären, allein schon, weil ich im Gegensatz zu ihm schon Berufserfahrung habe (so wenig das auch ist). Das, wofür er schon einige Jahre gearbeitet hat, wäre möglicherweise mit einem Jahr Pause dahin. Wirtschaftlich gesehen wäre es dumm, wenn ich die Pause mache, denn (noch?) verdiene ich besser.

Aber wie gesagt, das ist in keinem Fall so feststehend. Kann sich nächstes Jahr komplett verändert haben.

Um auch mal ein Beispiel zu geben: Der Mann meiner Cousine ist nach den Geburten der Kinder zu Hause geblieben. Sein Job machte ihm nicht so viel Spaß und er ist ehrlich genug, auch dazu stehen. Meine Cousine dagegen hatte noch studiert (sie hatten die gleiche Ausbildung gemacht) und verdiente wesentlich besser als er. Er ist bis heute Hausmann und es ist unwahrscheinlich, dass er wieder arbeiten wird.
Sein Ansehen in der Familie und im Dorf ist sehr unterschiedlich. Ich bewundere ihn schon sehr dafür, dass er sich auch solche Mutter-und-Kind- Veranstaltungen "antut".

Ich kann Deine Befürchtungen schon verstehen.
Ich muß dazu sagen, dass die Situation für uns Naturwissenschaftler schon schwierig genug ist. Wenn man tatsächlich ewig an der Uni bleiben möchte, sollte man habilitieren. DAS habe ich aber auf keinen Fall vor, es wäre für mich kein Verzicht, es wegen der Kinder nicht zu können. Teilzeit für Wissenschaftler? Habe ich noch nie gehört... Entweder ganz oder gar nicht.

Ich muß mich sowieso umorientieren, möglicherweise müssen wir auch umziehen, oder nur einer von uns.

Du merkst, meine Position wackelt. Ich kann daran nicht viel tun, denn noch bekomme ich kein Kind und weiß auch nicht recht, wann. Ich weiß, dass ich eines will und dass ich dann auch nicht viel mehr als zwei Jahre warten sollte, weil wir eigentlich auch mehr als eines wollen. Unsere Zukunft ist ungewiß.
Ich stelle mir durchaus nicht vor, dass es einfach wird, sich über die Betreuung einig zu werden.

Liebe Grüße
Laborschnecke

Bomboni
26.10.2006, 15:12
Hallo!
Mensch, da hab ich ja gleich ganz viele gleichgesinnte gefunden, vor allem auch soviele labormenschen!
mir gehts ähnlich, ich sitz gerade noch an der diplomarbeit Biologie (die ich eigentlich grad schreiben müsste, stattdessen treib ich mich in foren rum :freches grinsen: ) und da grad diverse freundinnen um mich drum rum ganz wundervolle kinder bekommen, wird bei mr das bedürfnis auch immer größer (angeblich stoßen babys und stillende mütter so ein pheromon aus, dass einen dazu bringt, auch kinder zu wollen, das funzt bei mir scheinbar sehr gut). und auch ich frag mich, ob es sinnvoll ist, während der dissertation ein baby zu kriegen. ich denk mir, da hat man ja eh nur ne befristete stelle, und wenn der chef tatsächlich so ignorant is und sich nich um ne verlängerung kümmert, kriegt man zumindest im naturwissenschaftlichen bereich schnell was neues nach der babypause.
das red ich ir zumindest ein, weil ich auf gar keinen fall erst mit 30 oder später (bin 24) mit dem babys krigen anfangen will, da ich auch mehr als eins möchte. ich hätt angst, dass ich mich dann so sehr in meiner tollen karriere eingerichtet hätte, dass ich zuviel für das kind aufgeben müsste.
und dann ging es ja noch in den letzten beiträgen darum, warum die männer nicht zu hause bleiben. ich denk mir bei aller gleichberechtigung, schwanger werden, kinder kriegen und stillen kann auch der modernste mann nicht, oder? natürlicherweise MUSS also frau erst mal zu hause bleiben. aber es spricht ja nix dagegen, dass man sich reinteilt. so wollen das mein freund und ich machen. ich denke auch, dass das dem vater guttut, wenn er auch mal ne weile so inensiv zeit mit de kind verbringt und es nich nur am wochenende sieht.
und zum abschluss möcht ich noch alle beglückwünschen, die sich schon getraut haben und schwanger oder mutter sind, ich werd wohl noch ne weile meine ängste wälzen müssen, und naja, zum babys machen gehören ja auch 2, und mein freund ist noch nicht so recht überzeugt, dass demnächst ein guter zeitpunkt wäre.
liebe grüße
sandra

Laborschnecke
26.10.2006, 15:49
@Bomboni
sei gegrüßt in diesem Forum.
Zum Stillen kann ich nur wieder das Beispiel meiner Cousine bringen, die ja fast sofort nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet hat: Sie hat die Kleinen gestillt, wenn sie da war, wenn nicht, dann hat sie abgepumpt und hier und da Milch eingefroren. Ist sicher auch ein Stück Glückssache, dass es bei ihr geklappt hat und vielleicht hat sie auch das Gefühl gehabt, dass ihr etwas entgeht. Aber auch das ginge...
Gruß
Laborschnecke

Yuli
26.10.2006, 16:23
Zum Thema Stillen und Arbeiten kann ich auch was sagen: ich habe nach dem Mutterschutz direkt wieder Vollzeit gearbeitet (minus der Stillzeit, die gesetzlich festgelagt ist) und meine Tochter trotzdem 7 Monate voll gestillt. Das war mir wichtig und hat auch gut geklappt: ich habe sie morgens bevor ich gefahren bin gestillt, mittags in der Pause, und abends direkt wieder, dazwischen hat sie abgepumpte Milch bekommen. Das ging deshalb so gut, weil ich keinen weiten Weg zur Arbeit habe.
Gruss, Yuli

Laborschnecke
26.10.2006, 16:26
@Yuli,
ja, meine Cousine hat einen Arbeitsweg von knapp einer Stunde...
Wo war denn Dein Kind?

Yuli
26.10.2006, 18:19
Eine Stunde, das ist ja heftig. Ich wohne zum Glück nur 10 Minuten von der Arbeit entfernt, so konnte ich Mittags immer nach hause... bei einer Stunde ist da ja nicht dran zu denken!
Wir hatten von Anfang an eine Nanny, die tagsüber zu uns nach hause kommt - ich muss dazu sagen dass wir in Indien leben, und eine Nanny ist billiger als ein deutscher KiTa-Platz. Also asolute Optimalbedingungen, mein Mann arbeitet an seiner Diss und ohne mein Gehalt ginge zur Zeit gar nichts...

Bomboni
27.10.2006, 17:53
hallo ihrs!
klingt aber ganz schön stressig mit gleich wieder voll arbeiten und ständig heim hetzen und stillen. muss man ja auch glück haben, dass der körper da so mitspielt, oder? ich kenn da stories von fiebrigem milchstau und sonstigen problemen. die mädels in meinem bekanntenkreis sind zumindest beim ersten kind die ersten 3 monate total zerstört, da is ans arbeiten gar nich zu denken...
ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu arg mama-haft und "rückständig", aber ich will ja kein kind bekommen und es dann im prinzip kaum sehen... wenns nicht anders geht, ok, aber ansonsten will ich mir schon den luxus nehmen, so ein halbes jahr zu hause zu bleiben.

was mir auch gerade echt zu schaffen macht, ist, dass mein chef sich grad mit anträgen um eine doktoranden-stelle für mich bemüht und ich "insgeheim" ja doch inzwischen relativ fest plane, dass ich dann mal mittendrin einfach aufhöre... mich plagt da tatsächlich ein schlechtes gewissen, weil er sich ja auf mich verlässt. geht das jemandem ähnlich?

Yuli
27.10.2006, 18:00
hi bomboni! ich hatte mit dem stillen überhaupt keine probleme. die ersten monate waren insgesamt echt easy bei uns - aber das ist wohl glückssache.

ich hätte auch nichts dagegen gehabt, länger zu hause zu bleiben, aber das ging halt nicht. und länger warten wäre auch nicht unbedingt drin gewesen - ich habe meine tochter mit 35 bekommen.

gruss, yuli

Zinemin
09.11.2006, 19:24
Ach…:niedergeschmettert:
in drei Wochen muss ich meine Diplomarbeit abgeben und habe micht deshalb in letzter Zeit weniger mit dem Kinderkriegen beschäftigt…
Heute hatte ich aber mal einen lahmen "Daddel-Tag" und habe hier alles möglich im Forum gelesen. Und jetzt sind Gedanken und Sorgen wieder da.
Ich hatte ja auch das mit dem Stillen geschrieben, also dass ich denke, dass es ein Hinderungsgrund sein kann bald wieder in den Beruf einzusteigen, wenn die Arbeit nicht in der Nähe ist.
Viel mehr beschäftigen mich aber die Ängste, mit Kindern nur schwer einen (Wieder-)Einstieg in den Beruf zu finden.
Oft denke ich, dass es mir wichtiger ist, Kinder zu haben, als beruflich Karriere zu machen, aber wenn ich dann die Berichte von anderen lese, in denen ja manchmal ganz schöner Frust mitschwingt, dann wird mir schon etwas schlecht.
Ich gehe schon davon aus, dass beide Eltern gemeinsam gucken, wie sie sich durch das Leben schlagen, man gemeinsam guckt, wer wann wie auf die Kinder aufpasst und so weiter. Und das die Frau dann wieder arbeiten geht, "weil ihr sonst die Decke auf den Kopf fällt", finde ich irritierend. Da schwingt dann irgendwie so mit, dass sie nicht für die Hälfte des Lebensunterhaltes arbeitet, sondern dazu verdient, damit ihr nicht langweilig wird. Das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein, falls es so klingt.
Ich habe einfach Angst, dass unsere Lebensgestaltung eben doch nur eingeschränkt von uns selbst bestimmt werden kann. Irgendwie ist es schwer, nicht möglichen ArbeitgeberInnen die Macht zu geben, die Lebensplanung zu beeinflussen.
Gleichzeitig denke ich, dass immer dass das Richtige ist, was aus der eigenen Überzeugung heraus das Richtige ist. Was dann ein paar Monate später passieren wird, kann man ja eh nur schwer planen…
ich versprüh hier heute wohl eher keinen Optimismus…:zahnschmerzen:
Fänd's schön, wenn wir uns hier weiter austauschen.
Zinemin

lov100
10.11.2006, 09:17
Hei,

das ich vor habe nach ca. einem Jahr Kinderbetreuung wieder zumindest teilweise zu arbeiten hängt nicht zusehr damit zusammen, daß mir zu Hause die "Decke auf dem Kopf fällt" sondern eher, daß mir mein Beruf Spaß macht und wir auch viel Bestätigung gibt, die ich nur zu Hause nicht bekomme. Wir mir dieses auf Dauer fehlen würde, wäre ich denke ich unzufrieden.

Sofern sich Beruf und Kind vereinbaren lassen, ist das doch für alle beteiltigen gut. Ein Kind hat doch nichts davon, wenn die Mutter zwar körperlich anwesensend ist aber dennoch mit sich und der Situation unzufrieden.

Klar wird es stressige Situationen geben und eine gute Betreuung ist zwingende Voraussetzung, aber warum sollte es nicht klappen. Zumal Frau ja nun genug Zeit hat entsprechendes zu organisieren.

Zinemin
10.11.2006, 09:52
Hey lov100, hey alle,

auf jeden Fall!!!!

Ich glaube auch, dass das geht und ich finde auch, dass Beruf und für die Kinder da sein, sich vereinbaren lassen.

Ich würde auch planen(obwohl man ja nie weiß, was dann kommt), nach einem halben Jahr wieder zu arbeiten (äh…vorrausgesetzt ich hätte ein Kind :ooooh: ). Nur leider habe ich keine feste Anstellung und ich habe eher Angst, dass meine Chancen dann eingestellt zu werden, kleiner sind.
Und dass ich dann irgendwas machen muss, nicht unbedingt in meinem Beruf arbeiten kann.

Gestern jedenfalls hatte ich auf einmal den Gedanken, dass es vielleicht doch klüger wäre auf eine feste Anstellung zu warten und dann Kinder zu bekommen.
Das wollen mein Partner und ich aber eigentlich nicht…
Vielleicht habe ich mich zu umständlich ausgedrückt und deshalb is das anders rübergekommen. Mich stört einfach, dass so wenige Väter zu Hause bleiben wollen und die spannende Entwicklung ihrer Kinder im Alltag mitkriegen. Und dass ein Vater nicht beim Einstellungsgespräch hoffen muss, dass die Kinder nicht zur Sprache kommen, weil ja dann seine Chancen sinken (sie könnten ja krank werden und er würde dann fehlen…)

Heute sieht schon wieder alles etwas anders aus. Die Sonne scheint (ein bisschen) und ich habe wieder mehr Vertrauen, dass schon alles gut wird.
Also auf in den Tag und was für die Diplomarbeit gemacht, damit ich überhaupt einen Beruf habe, den ich ausüben kann!:freches grinsen:
Euch auch so eine optimistische Stimmung wünscht: Zinemin

Laborschnecke
10.11.2006, 12:39
Liebe Zinemin,
ich kann Dich ja in Deinen Zweifeln soo gut verstehen. Ich mache das alles genauso durch.
Ich habe mir jetzt gesagt, dass wir es einfach nicht richtig machen können, entweder wir werden mal zu lange warten oder wir werden nicht ausreichend für ein Kind sorgen können. Meinem Freund ist es aber nun mal lieber, dass wenigstens einer von uns eine sichere Stelle hat- er ist jetzt doch eher auf den Gedanken gekommen, sich zu bewerben anstatt freiberuflich zu arbeiten.
ICh bewerbe mich in der Industrie- Hoffnung habe ich so viel nicht, dass das wird, aber versuchen werde ich es!

Viel Glück für Deine Diplomarbeit!

lov100
10.11.2006, 12:47
Ja ja die blöden Diplomarbeiten...und dann die befristeten halben Stellen an der Uni, mein Partner ist auch Naturwissenschaftler, daher kann ich Eure Gedanken nachvollziehen.

Mein Partner könnte sich durchaus vorstellen seine Arbeit zu Gunsten des Kindes zu reduzieren, vielleicht macht er das auch, mal sehen...Bisher nimmt er recht aktiv an der Schwangerschaft teil und ist fast ein bißchen eifersüchtig, daß er nichts so viel mitbekommt wie ich. Zudem nimmt er meine Stimmungsschwankungen ziemlich gelassen hin, hoffen wir mal, das bleibt so, wenn wir erst zu dritt sind.

Ich möchte mir aber auch gerne die einjährige Auszeit nehmen, denn ich freue mich auf diese Alternative die mir ja nun offen steht. Nach fünf Jahren im stressigen Job bin ich froh auch mal etwas ganz anderes zu machen.

Ohne die Sicherheit, die mein Arbeitsplatz und die erworbene Berufserfahrung mir bringt, hätte ich das Experiment Kind aber nie gewagt. Ich war sowieso in der Sache immer der "Bedenkenträger"

Ironwoman2006
10.11.2006, 13:13
Hi Chicis!

Ich hätte mir schon von meinem Mann gewünscht, dass er auch eine Zeit in Karenz geht, damit ich besser wieder einsteigen kann. Er hätte auch grundsätzlich kein Problem damit gehabt. Nur leider ist es so, dass wir zwar die gleiche Ausbildung haben, er aber den deutlich intoleranteren Arbeitgeber! Sein Arbeitskollege, der es gewagt hat, Väterkarenz zu konsumieren wurde gnadenlos von der Geschäftsführung abgesägt und sofort nach Ende des Kündigungsschutz gekündigt, unter dem Vorwand, er sei nicht mehr am Stand der Wissenschaft. Wir haben beide einen Arbeitsplatz, den wir freiwillig nicht aufgeben würden, daher muss notgedrungen ich zuückstecken, da mein AG wesentlich kinderfreundlich ist.

Wir werden es nur voraussichtlich so regeln, dass ich 4 Monate nach der Geburt wieder für (vorläufig) 10 Stunden einsteigen. das entspricht 2 halben Tagen, wovon mein Mann einen Halbtag abdecken wird (er hat sich mit seinem AG geeinigt, dass er einen Tag/Woche von zuhause aus arbeiten kann), den zweiten Halbtag wird meine Schwiegermutter übernehmen. Spätestens am 1.1.2009werde ich auf 25 Stunden erhöhen müssen um im Job bleiben zu können (5x5 Std), dann werden wir wohl eine Fremdbetreuung organisieren und wenn das Kleine 3 Jahre wird, geh ich wieder voll arbeiten....

Für mich ist mein Job sehr wichtig, trotzdem möchte ich (wenn nciht unbedingt erforderlich) in den ersten drei Jahren das Kleine nicht völlig fremdbetreuen lassen.

LG
IW

Inaktiver User
13.11.2006, 10:48
Hallo Ihr Lieben,

ihr sprecht mir aus der Seele!! Und es tut wirklich gut zu lesen, dass wir mit unserem Kinderwunsch und den damit verbundenen Bedenken nicht alleine sind.

@ Bomboni: Dein "schlechtes Gewissen" deinem Arbeitgeber gegenüber kann ich sehr gut nachvollziehen. Es geht mir gerade ähnlich. Ich habe im Februar 06 mit meiner naturwissenschaftl. Promotion begonnen und stecke eigentlich gerade mitten in spannenden und wichtigen Versuchen. Totzdem wird der Wunsch nach einem Kind immer stärker. Nach längeren Überlegungen haben wir festgestellt, dass es (rational betrachtet) wohl keinen perfekten Zeitpunkt für ein Kind gibt. Und sicherlich wird kein Arbeitgeber begeistert sein, wenn eine Mitarbeiterin (vor allem im Labor) schwanger ist.
Trotzdem haben wir beschlossen auf unser Bauchgefühl zu hören und es demnächst einfach draufankommen zu lassen. Allerdings mit dem Vorsatz meinerseits möglichst schnell (nach ca. 6 Monaten) zumindest wieder stundenweise ins Labor zurückzukehren.

Ich wünsche allen Zweiflerinnen den Mut einen Entschluss zu fassen und würde mich freuen, wenn wir uns hier weiterhin über Entscheidungen, Bedenken und Ängste austauschen würden!

Liebe Grüße, Schnitzel :kuss:

Laborschnecke
13.11.2006, 10:51
Hallo Schnitzel,
das klingt gut... was genau heißt demnächst??

Inaktiver User
13.11.2006, 13:32
Naja, ich weiss, DEMNÄCHST ist dehnbar, aber wollte nächsten Monat mit der Pille aufhören. Trotz dieses "Entschlusses" denke ich oft darüber nach, ob das jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt ist und ob Warten nicht doch vernünftiger wäre... Ach, diese Grübelei macht mich noch ganz krank!!

Wie sieht`s bei euch aus?

Laborschnecke
13.11.2006, 14:01
Ich werde die letzte Pille Mitte Dezember nehmen. Mit dem "Üben" wollen wir dann im Frühjahr anfangen. Wenn nichts dazwischenkommt. :smirksmile:

Inaktiver User
13.11.2006, 14:31
Das sind ja tolle Neuigkeiten! Dann können wir ja vielleicht bald zusammen "hibbeln"!!!
Wie kams, dass euch nun doch dazu entschieden habt?

Laborschnecke
13.11.2006, 14:58
Oh, das kam am Samstag... Mein Freund fragte plötzlich, wann wir "endlich" Kinder bekommen, wir würden uns schließlich sooo lange kennen und er sei so wild auf ein Kind.

Es lag wohl ein Mißverständnis vor, er dachte, ich darf wegen Beruf eh nicht und ich dachte, er wolle erst mal einen sicheren Job.

Ich war dann schon ziemlich erstaunt, als er fragte, wann wir denn mit Üben anfangen könnten und als ich sagte, wenn es nach mir ginge im Februar und er dann sagte "Na, dann machen wir das!"
Ich muß mal sehen, ob das wirklich so schnell jetzt geht. Aber da wir ja beide schon über 30 sind, wird es ja auch langsame Zeit, weil wir auch nicht bloß eins wollen...

Zusammen hibbeln wäre toll....

lov100
13.11.2006, 17:50
Dann mal viel Spaß beim Hibbeln...auch wenn beide über 30 sind kann das sehr schnell gehen...

Ich bin schon 35, habe lange die Pille genommen und war doch sehr verwundert, daß es sooo schnell geklappt hat.

Vielleicht gehört Ihr ja auch zu den wenigen %, die außerhalb der schlechten Statisik liegen..drücke mal die Daumen!

Zinemin
13.11.2006, 20:38
Hallo ihr Lieben,

also da hat sich ja heute was getan im Strang!
Da ich in 2 1/2 Wochen meine Diplomarbeit abgeben muss, schreibe ich jetzt nur mal kurz. Seid mir nicht böse, habe eben was längeres angefangen und dann doch abgebrochen, weil ich gemerkt habe, ich kann mich gerade nicht so gut eindenken und einfühlen und so…
Ab Dezember denke und schreibe ich dann aber wieder fleissig mit!:smile:
Schnitzel und Laborschnecke, das sind ja spannende und überraschende Neuigkeiten!
Ich wünsche euch, dass das Grübeln bald aufhört und ihr euch auf's Üben freut!
Bin gespannt, wie's weitergeht und wünsche euch allen alles Gute.
Zinemin

Chicis
14.11.2006, 01:16
Hallo Ironwoman,

was Du schreibst ist völlig nachvollziehbar! Wer denkt über sowas nicht nach!
Typisch ist aber, daß viele Frauen wie Du alternative Pläne zur traditionellen Rollenverteilung in Erwägung ziehen, und dann ganz schnell das große "aber" folgt. Leider bleibt es dann meist beim "aber". Statistiken zufolge steigt nur ein kleiner Teil der Frauen wieder so ins Berufleben ein, wie zeitlich eigentlich geplant, ganz viele Frauen steigen nie wieder richtig ein.
Nach mehreren Jahren Teilzeitarbeit würde ich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt ehrlich gleich null einschätzen - zumindest auf begehrenswertem Posten.

Es ist und bleibt ein Problem!!

LG chicis

Chicis
14.11.2006, 01:20
Wow Laborschnecke, das ist ja toll!! Alles Gute für Eure Babyproduktion demnächst!! :smile:

chicis

Laborschnecke
14.11.2006, 10:34
Ach so, Chicis, wir haben uns gestern noch über das Thema Arbeiten danach unterhalten: Ich werde dann weiterarbeiten.... Sobald ich wieder einen Job habe, mein Freund meint, dass ich ja weit besser verdiene als er. Und da hat er recht.

Gruß
Laborschnecke

Ironwoman2006
14.11.2006, 13:22
Typisch ist aber, daß viele Frauen wie Du alternative Pläne zur traditionellen Rollenverteilung in Erwägung ziehen, und dann ganz schnell das große "aber" folgt. Leider bleibt es dann meist beim "aber". Statistiken zufolge steigt nur ein kleiner Teil der Frauen wieder so ins Berufleben ein, wie zeitlich eigentlich geplant, ganz viele Frauen steigen nie wieder richtig ein.
Nach mehreren Jahren Teilzeitarbeit würde ich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt ehrlich gleich null einschätzen - zumindest auf begehrenswertem Posten.


Naja, das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxi!! Ich hätte früher genau wie Du reagiert, musste aber erkennen, dass die (relevante) Welt nicht nur aus meinem Mann und mir besteht!

Ich kann und will von meinem Mann nicht verlangen, dass er sich nach der Karenz einen komplett neuen Job suchen muss (der Kündigungsschutz ist aus juristischer Sicht lieb, aber in der Praxis nicht nachhaltig), wenn ich zu 99% wiedereinsteigen kann. Ich hab meine Position in den letzten Jahren so gefestigt, dass meine Chefs mir schon klar und deutlich zu verstehen gegeben haben, dass sie mich wieder wollen, wenn (zur Not) auch vorerst nur auf einige Stunden beschränkt. Ich kann sogar meine Leitungsposition behalten, mein direkter Vorgesetzter vertritt mich einstweilen und wird mich in der ersten Zeit meiner Rückkehr unterstützen, das ist mehr als ich mir erwartet habe......

In meinem Fall auf "Gleichberechtigung" zu pochen würde zu einer klassischen loose-loose-Situation führen und ich hab auch keine Lust mit Kleinkind weiterhin 60 Stunden und mehr in der Woche zu arbeiten, nur damit ich meinen Mann mit durchfüttern kann.

Die Konsequenz, die ich für mich daraus gezogen habe, ist, dass mein Kind definitiv ein Einzelkind bleiben wird, mein Mann hätte zwar gerne zwei (oder sogar drei:ooooh: ), aber da er nicht in der (wirtschaftlich vertretbaren) Lage ist, sich um die vielen Kinder auch ausreichend zu kümmern, muss (und das macht er auch:freches grinsen: ) er akkzeptieren, dass mein Ausstieg zeitlich begrenzt ist und ich mich nicht auf die Rolle "Mama" beschränken lasse.

Für uns ist das ein gangbarer Kompromiss, losgelöst von der romantischen Vorstellung einer Großfamilie und mit der Hoffnung, dass sich jeder von und Dreien wiederfindet.

LG
IW

Chicis
14.11.2006, 17:24
Hallo Ironwoman, Du hast recht, es muß verhindert werden daß es zu einer lose-lose Situation (mit einem "o" :fg:) kommt. Trotzdem solltest Du darauf vorbereitet sein, daß Dein Mann womöglich nicht begeistert sein sollte, wenn Du in der Praxis dann tatsächlich relativ schnell wieder einsteigen willst obwohl in eurem freundeskreis vielleicht viele Vollzeitmamis ein scheinbar gutes Vorbild abgeben.

@ Laborschnecke: das klingt gut!

Ironwoman2006
14.11.2006, 17:34
lose-lose (mit einem O)

Danke *peinlich* GsD hab ich seit heute wieder regelmäßig Englischkurs, nach dem CPE steht nun der ILEC (http://www.cambridgeesol.org/exams/ilec.htm) am Programm



Trotzdem solltest Du darauf vorbereitet sein, daß Dein Mann womöglich nicht begeistert sein sollte, wenn Du in der Praxis dann tatsächlich relativ schnell wieder einsteigen willst obwohl in eurem freundeskreis vielleicht viele Vollzeitmamis ein scheinbar gutes Vorbild abgeben.


Ich hab mir meinen Liebsten gut ausgesucht:freches grinsen: und wie gesagt, er übernimmt einen Tag/Woche, damit ich wieder schnell einsteigen kann. In meinem Freundeskreis gibt es keine Vollzeitmamis:freches grinsen:, meine Freundinnen sind alle mehr oder minder sofort wieder teilweise in den Beruf zurück gekehrt, denn keine von uns rackert sich Jahre im Studium und später im Job ab, damit sie dann, nach zwei oder drei Jahren, von Null an beginnen kann, aber wir sind auch allesamt relativ alt (über 30), da weiß man, was man will und wie man es durchsetzt.

LG
IW

Chicis
14.11.2006, 17:44
Schön! Dann alles Gute! :blumengabe:

chicis

lov100
15.11.2006, 09:40
Das klingt doch gut vertretbar, was Du vorhast.

Ich bin ein einer ähnlichen Situation habe habe vor auch zügig wieder einzusteigen, zunächst von zu Hause aus und dann wieder im Büro.

In unserem Alter hat man sich schon eine Position erarbeitet, die man nicht so einfach aufgeben möchte und ich denke die Chefs wissen auch,was sie an uns haben und in den letzten Jahren haben wir zudem gezeigt, daß man sich auf uns verlassen kann.

Sofern von zu Hause aus die Unterstüzung da ist, kann man es doch ruhig so planen.