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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst um den Partner



Inaktiver User
20.09.2006, 14:57
Beispiel von heute morgen:
Ich fahre von zu Hause los, Schatzel fährt immer später, wir telefonieren immer nochmal kurz während der jeweils langen Autofahrt. Ich bin schon eine Stunde unterwegs und denke schon, na, er meldet sich nicht, in dem Moment kommt eine Ansage in den Nachrichten, das auf der Strecke X nach Y ein schwerer Unfall passiert ist, die Strecke total gesperrt ist und man bitte weitspurig umfahren soll.
Ich rufe also Schatzel an um ihm zusagen, das er gleich anders fahren soll um dem Stau zu entgehen, da es genau seine Strecke war. Da hatte ich noch keine Angst, es war nur komisch, unseren Wohnort zu hören, denn es ist ein kleines Kaff, dort passiert selten etwas, was sogar in den nachrichten kommt.
Ich erreiche Schatzel nicht, weder mobil noch zuhause...da wird mein Herz schon heiß/kalt...ich versuche es weiter, 20 Minuten lang...keine Reaktion und DAS gibt es nun mal nicht...entweder er sitzt im Auto oder ist halt noch zuhause...ich werde immer mehr zum Nervenbündel, bin schon in der Firma und versuche es weiter...schlucke sofort Rescue Tropfen, um mich zu beruhigen----
Kurzum: Nach weiteren 15 Minuten, die mir vorkommen wie die HÖLLE,(hatte sogar meine Freundin angerufen, sie wohnt nah bei uns, damit sie schaut, ob sein Auto noch daheim steht...) geht er endlich ans Telefon...er hatte verschlafen.....ich habe so sehr geweint, weil ich so erleichtert war...ich war völlig fertig...

das meine Reaktion überzogen ist, weiß ich, aber selbst meine Kollegin hat mir nicht helfen können, ich hab gezittert und war total nervös, ich dachte, er wäre in den Unfall verwickelt..

Dies ist nur ein Beispiel...aber ich reagiere immer so über, wenn ich denke, es könnte nun wirklich etwas passiert sein...

Kennt das jemand und wie kann ich mich besser beruhigen???

Noodie
20.09.2006, 19:47
Hallo!

So bin ich auch, aber ich hab das noch nie als überzogen empfunden. Ist doch normal so zu fuehlen und sich Gedanken zu machen, vor allem in deinem Beispiel.

LG Noodie

Inaktiver User
05.11.2006, 09:21
Ja, ich kenne das auch - und es belastet mich!

Da ist man einerseits froh, einen Partner zu haben, den man so liebt ... andererseits hat man ständig Angst, es könnte ihm was passieren!

Keine Ahnung, was man machen soll!? Es ist vermutlich normal - man hat immer Verlustangst, wenn man liebt!

In der Situation, in der du warst, wäre ich auch in die totale Panik verfallen! Mein Mann und ich telefonieren auch öfters am Tag - und ich bin immer froh, wenn er sich gesund meldet. Und dabei arbeitet er nicht in einem Sprengstoffeinsatz oder so ... sondern sitzt warm und trocken im Büro .....:freches grinsen:

Inaktiver User
05.11.2006, 10:19
kenn ich nur zu gut ! nur mit dem kleinen unterschied, daß das was ich "spüre" leider tatsächlich gerade passiert........
damit umgehen, das wäre mein rat.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

Lillian2207
09.11.2006, 12:53
ja, diese Angst ist furchtbar! Ich kenne sie zu gut!

Lillian2207
09.11.2006, 12:54
Und mir ist das schlimmste passiert was passieren konnte: er WAR der Unfall und er IST dabei gestorben...

- ich kann also diese Angst sehr gut verstehen! :-(

Salsera65
11.11.2006, 21:37
Kennt das jemand und wie kann ich mich besser beruhigen???

Ich kenne solche Ängste auch und ich sage mir immer,
dass es erstens sehr unwahrscheinlich ist, dass meinem Schatz etwas passiert,
dass es zweitens auch nichts nützt, wenn ich mich aufrege,
dass ich das Leben und das Schicksal dann so nehmen muss, wie es kommt,
dass ich irgendwie schon mit dem fertig werde, was auf mich zukommt
UND
dass eine Beziehung immer irgendwann endet, weil einer von beiden stirbt oder sich trennt. Die Liebe mag ja bis in alle Ewigkeit bestehen, nur die gemeinsame Zeit ist immer begrenzt.

Dennoch hoffe ich natürlich, dass noch viele glückliche Jahre vor mir und meinem Liebsten liegen!

Wenn ich Unglücksmeldungen höre, denke ich allerdings auch immer daran, wie zerbrechlich doch das Leben ist. Ich weiß nicht, warum politisch nicht mehr für die Sicherheit auf deutschen Straßen getan wird. Alle Welt fürchtet sich vor Terroristen, aber die vielen Verkehrstoten werden gerne ignoriert. Pervers.

Liebe Grüße
:smile:

Salsera65
11.11.2006, 21:40
Und mir ist das schlimmste passiert was passieren konnte: er WAR der Unfall und er IST dabei gestorben...(

Wie furchtbar. Das tut mir sehr leid für dich! *tröstwennmöglich*
:blumengabe: :blumengabe:

Neuanfang
12.11.2006, 13:47
Hallo, ihr alle!

Als meine Lieblingsschwester ins Ausland ging, hatte ich auch furchtbar Angst um sie. Sie reagierte darauf einigermaßen sauer. Ihre Begründung war: "Und was nutzt es Dir oder mir, wenn Du Angst um mich hast? Nichts! Es wäre sehr viel sinnvoller, Du würdest darauf vertrauen, dass ich mit egal was kommt gut umgehen kann!".

Ich fand, sie hatte sehr Recht!
Und ich halte mich seither dran. Von der Energetik her finde ich Vertrauen in die Fähigkeiten des anderen auch sehr viel besser.

Anderer Fall: ich musste eine Woche ins Ausland und wusste, dass mein Mann mit gefährlich hohem Fieber platt im Bett liegt und sich ganz alleine versorgen muss. Klar, hat es mir das Herz zusammengeschnürt. Ich habe dann vom Ausland aus Freunde zusammengetrommelt, die sich kümmerten. Damit musste ich auch keine Angst mehr um ihn haben.

Mein Fazit: Angst ist ein nützlicher Hinweisgeber, aber dann ist es besser, die Energetik zu drehen. Mit vertrauensvoller Denke und Dingen, die man für jemanden tun kann.

Liebe Grüße,


Neuanfang

crocus53
16.11.2006, 18:26
Statt 1000 x am Tag immer wieder die gleiche Platte mit Sprung im Negativdenken einzuschieben, könnte man auch 1001 x die Platte mit Sprung:' ich vertraue den Dingen des Lebens' einlegen.

Aber das würde ja bedeuten, an seinen Gedanken arbeiten zu müssen und sich zu ändern. Wie lästig...

Psychologen sprechen von der sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Die gilt sowohl fürs Negative als auch fürs Positive...


Crocus

Salsera65
16.11.2006, 18:51
Statt 1000 x am Tag immer wieder die gleiche Platte mit Sprung im Negativdenken einzuschieben, könnte man auch 1001 x die Platte mit Sprung:' ich vertraue den Dingen des Lebens' einlegen.

Aber das würde ja bedeuten, an seinen Gedanken arbeiten zu müssen und sich zu ändern. Wie lästig...

Psychologen sprechen von der sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Die gilt sowohl fürs Negative als auch fürs Positive...

Ach herrje, nur weil ich positiv denke, bleibe ich doch nicht von allen Widrigkeiten des Lebens verschont! Klar gehören Vertrauen und Hoffnung zu einer gesunden Lebenseinstellung dazu. Wem allerdings schon einmal etwas richtig Schlimmes passiert ist, wer dem Tod bereits knapp von der Schippe gesprungen ist, der weiß auch, dass das Leben endlich ist und dass es jederzeit vorbei sein kann. Sich zu ändern ist nicht lästig, sondern macht Freude, aber ein wenig Realismus statt kindisch-mystischem Denken ist durchaus angebracht.
:smirksmile:

Neuanfang
16.11.2006, 18:58
Statt 1000 x am Tag immer wieder die gleiche Platte mit Sprung im Negativdenken einzuschieben, könnte man auch 1001 x die Platte mit Sprung:' ich vertraue den Dingen des Lebens' einlegen.

Aber das würde ja bedeuten, an seinen Gedanken arbeiten zu müssen und sich zu ändern. Wie lästig...

Psychologen sprechen von der sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Die gilt sowohl fürs Negative als auch fürs Positive...


Crocus


Crocus, ich gebe Dir zu 1000 Prozent Recht. Siehe meine Ausführungen mit ein paar Beispielen oben. Vertrauen, dass ich oder mir Nahestehende mit Dingen umgehen können werden, auch wenn sie schlimm sind, ist besser! Schon mal in jedem Fall energetisch.

Was hat Optimismus/Glas halb voll statt halb leer mit kindisch-mystisch zu tun?

Nichts.

Liebe Grüße,


Neuanfang

Salsera65
16.11.2006, 19:04
immer wieder die gleiche Platte mit Sprung im Negativdenken

Aber das würde ja bedeuten, an seinen Gedanken arbeiten zu müssen und sich zu ändern. Wie lästig...


Wenn ich mir das so recht ansehe, klingst du ganz schön negativ für meinen Geschmack. Du unterstellst Menschen, die sich Sorgen machen, dass sie faul sind. Meistens stecken aber unbewusste Gewohnheiten dahinter und wenn sie es bemerken, fangen sie an, sich zu ändern. Gar nicht lästig, aber auch nicht mal eben, so hopphopp, zu machen.
:smile:

Mirei
09.12.2006, 00:23
Er hat Lungenentzündung. Vor 5 Jahren sagte ein Arzt zu ihm, dass er es sich nicht leisten kann, noch eine Lungenentzündung zu haben...

Ja, ich kenne das Gefühl. :-(

Salsera65
09.12.2006, 19:08
Er hat Lungenentzündung. Vor 5 Jahren sagte ein Arzt zu ihm, dass er es sich nicht leisten kann, noch eine Lungenentzündung zu haben...

Ja, ich kenne das Gefühl. :-(

Oh je, da wünsche ich erstmal gute Besserung.
Wie hat er sich denn die Lungenentzündung eingefangen? War er leichtsinnig oder ist das eher Schicksal gewesen?

Ich wünsche euch beiden alles Gute!
:blumengabe:

Neuanfang
09.12.2006, 19:55
Hallo!

Darf ich dazu was sehr Direktes schreiben? "Totgesagte leben länger"!!! Das meine ich sehr!

Angst ist oberwichtig, weil sie Wachsamkeit, Konzentration und Sprungbereitschaft (halt agieren) schärft. Aber irgendwann wird sie kontraproduktiv.

Mir geht's gerade nicht sooo gut, weil mich der Winterblues mitnimmt: sehr frühe Fahrten im Stockfinstern und nach der Arbeit im Stockfinstern nach Hause. Nur:

Vor fast exakt einem Jahr ging es mir nicht genauso, sondern viel schlimmer. Die Liebe meines Lebens wollte unbedingt Freiraum und ausziehen. Ich hatte furchtbar Angst vor dieser ersten morgendlichen Fahrt durchs Stockdunkel. Trotzdem habe ich seinen Auszug dann doch (Bauchgefühl) ausgerechnet im finsteren Dezember regelrecht provoziert.

Die erste Fahrt (4o km) war wie ein Klammer. Ich im Büro nach "ich ab jetzt alleine" morgens um halb sechs. Fenster im Rücken. Die Sonne ging erst zwei Stunden später auf. Es waren so ziemlich die längsten zwei Stunden und sehr schlimme Stunden meines bisherigen lebens. Und dann wusste ich - "Diese Angst ist durch!". Ich hatte mich ihr gestellt. Nicht leichtherzig, aber sehr beherzt.

Die Familienberaterin, bei der ich damals wegen der Trennung um Hilfe klopfte, sagte später etwas, was ich nicht vergessen werde. Ich weiß nicht, ob sie Recht hat, denke aber, ja. Sie hat es nicht nur dahingesagt:

Immer nur Angst kann kein Mensch/Körper physiologisch ständig ertragen. Aus Selbstrettung geht Angst irgendwann weg. Sonst käme es zum körperlichen Kollaps.

Diese Aussage hat mit meinem Durchstehen nichts zu tun. Es war für mich furchtbar schlimm, die Stunden bis zum Sonnenaufgang durchzustehen. Und sehr, sehr schön zu erkennen, "Und jetzt ist diese Angst weg". Aber ich hatte keine physiologischen Symptome. Ich saß einfach nur auf meinem Sessel und habe - es durchgestanden, bis die Sonne aufging.

Liebe Mirei, Lungenentzündung vor fünf Jahren schlimm? Heute auch noch? Die Medizin ist inzwischen einen guten Schritt weiter. Und, Totgesagte leben eben manchmal länger... Und zwar manchmal sehr viel länger. Im Fall, den ich hier jetzt nicht schildern will, inzwischen zwölf Jahre. Prognose war damals "noch ein halbes". Krebs. Ja - ah so?! Ja? Ha, ha. No :smile:.

Bitte, nicht den Mut verlieren!
Good luck!

Liebe Grüße



Neuanfang

Salsera65
09.12.2006, 20:04
Totgesagte leben eben manchmal länger... Und zwar manchmal sehr viel länger. Im Fall, den ich hier jetzt nicht schildern will, inzwischen zwölf Jahre. Prognose war damals "noch ein halbes". Krebs. Ja - ah so?! Ja? Ha, ha. No :smile:.

Ich habe mal was Interessantes gelesen: Diese Arztprognosen (soundso lange noch...) seien kompletter Humbug. Wenn man einen Arzt frage, ob er ein Jahresgehalt darauf wetten würde, dass es so zutrifft, wie er prognostiziert, dann würden ALLE kneifen. Ich verstehe nicht, warum solche Vorhersagen überhaupt gemacht werden.

Freut mich übrigens, dass du (oder wer?) deinen Arzt Lügen gestraft hast. Bist du mal hingegangen und hast ihm gesagt: "Vor zwölf Jahren haben Sie mir gesagt, ich hätte noch ein halbes Jahr"?
:freches grinsen:

:blumengabe: :blumengabe:

Mirei
10.12.2006, 02:21
Wegen der Arztprognosen... ich studiere Medizin. Ich weiß, dass man sich nicht darauf verlassen soll/braucht/darf/kann. Man soll sowas auch NIE einem Patienten sagen. Nichtmal wenn sie danach fragen, soll man sich festlegen, denn man kann es tatsächlich nicht. Diese Zahlen sind ja nur ermittelte Durchschnittswerte, die über den einzelnen nichts aussagen können.

Vor kurzem hatten wir ironischerweise genau in einer Vorlesung Lungenentzündung als Thema und da kamen auch Zahlen vor... Ich hab sogar noch zwei im Kopf, aber momentan krieg ich es hin, nichts darauf zu geben. Das schwankt alles so.
Und als ich in dieser Vorlesung saß, dachte ich immer nur "aber er kriegt ja keine, denk nicht drüber nach".

Ich kenne ihn seit 7 Jahren. In dieser Zeit ist das seine 3., wenn man den Rückfall als extra Krankheit zählen will, seine 4. Lungenentzündung. Aber die erste nach dem dieser Arzt das gesagt hat... und zu dem Zeitpunkt hatte er gar keine. Aber seine Lungenfunktion ist so schlecht. Und mit jedem mal geht wieder mehr kaputt.

Und er ist ja vorsichtiger als früher, aber nicht so vorsichtig wie ich es gerne hätte. Und ich kann es auch verstehen, denn man will nicht immer NUR aufpassen und daran denken, dass man sich erkälten könnte, wenn man mal eben mit dem Hund geht...

Mirei
16.12.2006, 20:31
Er wird beatmet. Und jetzt?

Inaktiver User
16.12.2006, 20:37
Ich schicke Dir ein :blumengabe: zum Trost und druecke Dich :wangenkuss:

Mehr koennen wir aus der Ferne nicht tun.

Gruss, Leonie

Salsera65
16.12.2006, 20:59
@ Mirei

Oh, du Arme!
Ganz viel Kraft und Zuversicht wünsche ich euch beiden!
:blumengabe:

Wie sind denn jetzt die Prognosen und Analysen?