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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nur noch Angst!



erna80
19.09.2006, 19:08
hallo,
schon seit einigen monaten schleicht sich ein gefühl der angst in mein leben. alltagssituationen wie u-bahn fahren, einkaufen, etc. wurden mir unangenehm und ich hatte immer "angst", dass irgendwas passieren könnte. trotzdem habe ich diese situationen nicht gemieden, aber geholfen hat es nicht. meine ängste bezogen sich dabei meist auf menschen und mögliche konflikte(schubsereien auf dem bahnhof) in die ich involviert werden könnte. inzwischen habe ich vor allem angst und meine gedanken kreisen ständig darum. geräusche sind zu laut, flugzeuge stören mich, unfallgefahr droht auch überall. es ist nicht mehr lustig. früher habe ich auch schonmal solche ängste gehabt, aber sie waren nicht so all umfassend und vergingen wieder. diesmal krieg ich die kurve irgendwie nicht. vermeide mein leben. dabei habe ich am meisten davor angst, es zu verlieren. und all das schöne, worauf ich mich freue, nicht mehr erleben zu können. und mich selbst aus diesem loch herauszuziehen klappt leider nicht. wenn ich mal versuche, darüber zu reden kommen oft bemerkungen in diese richtung. "hast wohl keine wirklichen sorgen" "steiger dich nicht in so ein...". naja, irgendwie hoffe ich, dass hier vielleicht jemand ist, dem es ähnlich geht... vielen dank fürs lesen

Inaktiver User
19.09.2006, 19:41
hallo,
schon seit einigen monaten schleicht sich ein gefühl der angst in mein leben. alltagssituationen wie u-bahn fahren, einkaufen, etc. wurden mir unangenehm und ich hatte immer "angst", dass irgendwas passieren könnte. trotzdem habe ich diese situationen nicht gemieden, aber geholfen hat es nicht. meine ängste bezogen sich dabei meist auf menschen und mögliche konflikte(schubsereien auf dem bahnhof) in die ich involviert werden könnte.

Liebe Erna80, ich kenne solche Ängste nicht, leide aber oft unter meinen Grübeleien, die höchstwahrscheinlich durch meine Eltern ausgelöst wurden. Gibt es bestimmte Momente, die so etwas in dir auslösen, oder sind sie einfach da? Hast du schon einmal überlegt, ob du eine Therapie machst? Du hast geschrieben, dass du dich nicht mehr aus dem Loch herausziehen kannst.
Das hört sich für mich nicht gut an, du solltest etwas unternehmen. Dies wäre der erste Schritt, um aus diesem Loch herauszukommen.
Meistens ist die private Umgebung mit solchen Themen überfordert, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Viel Glück,
Annette

erna80
19.09.2006, 19:52
sonst kamen sie oft, wenn irgendetwas ungeklärt war. beruflich oder privat. jetzt ist eigentlich alles ok, jedenfalls gibts keinen großen auslöser. um eine therapie kümmer ich mich schon ne weile, aber es dauert und ist schwierig und noch so weit weg, im moment. es kommt mir halt gerade so akut vor und ich weiß nicht so richtig wohin damit. aber vielen dank für die antwort

Inaktiver User
20.09.2006, 09:28
Liebe Erna, das was du schreibst, hört sich schwierig an.
Ja, das ist nicht immer einfach so einen Therapieplatz zu bekommen. Aber du hast ja damit bereits den ersten Schritt getan. Aber ich kann schon nachvollziehen, wie du dich fühlst.
Natürlich habe ich nicht deine Ängste, aber oft sehr starke Stimmungsschwankungen. Ich habe mir jetzt Johanniskraut in der Apotheke besorgt. Mal sehen, wie das hilft. Zudem denke ich sehr über meine Situation nach. Auch hier zu schreiben, hilft mir.
Vielleicht kennst du ja unseren Grübelstrang,das hat mir sehr geholfen. Wie ich versuche aus den Löchern herauszukommen?
Vielleicht helfe ich dir ja mit den Tipps. Ganz wichtig war für mich die Frage: Lässt du dich bestimmen oder willst du selbst bestimmen? Natürlich habe ich die zweite Variante im Auge.;)
Daher lebe ich sehr stark im Moment und schaue / sorge, dass es mir gut geht, wie ich mein Selbstbewusstsein aufpolieren kann. Viel hilft es auch, wenn du mal über deine Kindheit nachdenkst. Ich will da nichts suggerieren oder so, aber bei mir liegen die heutigen Verhaltensmuster in der Kindheit bzw in der Erziehung meiner Eltern begründet. Nun ja, ich habe mir vorgenommen, jeden Tag etwas Positives zu tun.
Und jetzt - Lachen ist erlaubt - notfalls an einen rosaroten Elefanten zu denken, wenn die Grübelgedanken wieder auftauchen.
Ganz liebe Grüße
Annette

Lizzie64
20.09.2006, 09:54
hallo!

ich muss gerade selbst fröhlich lachen beim gedanken an den rosa elefanten.

liebe erna, deine geschichte liest sich wirklich ziemlich schmerzhaft; es ist gut, dass du dich um einen therapieplatz kümmerst. auch wenn dir die wartezeit lang erscheint: das warten lohnt sich, und es erfüllt auch einen zweck: wenn das warten nämlich vorbei ist und du einen therapieplatz bekommst, dann wirst du merken, dass die dinge in bewegung sind und sich zum positiven ändern können. das habe ich in meiner eigenen therapie-wartezeit gelernt, und es ist eine sehr tröstliche erkenntnis!

nochmal zum rosa elefanten: es gibt noch ein gutes fantasie-werkzeug, es ist ganz simpel. stell dir ein schönes, großes (oder kleines) behältnis vor, in das du alle deine ängste hineinpackst und das du abschließen kannst, mit einem dicken schloss davor. das behältnis kann aussehen, die du sie haben willst. klingt fast zu simpel, aber es hilft!

liebe grüße,
liz

seisi
28.09.2006, 09:43
Auch noch ein gutes Mittel um Ängste loszuwerden...... ausatmen..... einfach denken.... und sich selbst suggerieren, dass man diese Angst ausatmet.... Versuchs mal..... Bewusst einatmen und dann ganz langsam, durch den leicht geöffneten Mund wieder ausatmen und daran denken, dass du diese Ängste nicht mehr magst... und du sie aus deinem Körper atmest... Bei mir hilfts :smirksmile:

Gollum
30.09.2006, 12:16
Mir ging es vor einigen Jahren genau so, gekoppelt mit extremen Depressionen.
Für mich war es eine große Hilfe, das ich eine Selbsthilfegruppe gefunden habe, da konnte ich mich erstmal reinsetzen und musste nicht groß erklären, was mit mir los ist- "normale" Menschen können das einfach nicht nachvollziehen oder glauben einem schlicht nicht.
Die Angstzustände habe ich mittlerweile überwunden, Depressionen melden sich immer mal wiedr zurück- aber keine Vergleich zu damals.
Um Deine Frage vorwegzunehmen: Ich habe das Ganze irgendwann als ein unbedingtes Muss, mich zu ändern genommen- zumindest ich brauchte wohl diesen Schlag vor den Kopf. WAS Du ändern müsstest, kann ich Dir aus der Ferne nicht sagen- experimentiere! Mach mal Sachen, die Du noch nie gemacht hast, es können Kleinigkeiten sein....
Geh gleich los und kauf Dir eine Wundertüte!

loewenpranke84
09.03.2007, 16:54
Hallo !

Also die Bemerkungen deiner Mitmenschen sind nicht gerade aufbauend, unqualifiziert und entwürdigend. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Vielleicht sind sie aber auch nur auf sozialer Ebene ungeschickt und unsicher. Das ist ja echt nicht fair.
Die sollen lieber die Klappe halten, wenn sie davon keine Ahnung haben. Aber es wird auch viel um des Redens Willen geredet.

Eine Angststörung hatte ich auch. Die Angst vor Menschen kam bei mir durch mein mangelndes Selbstwertgefühl und dass ich mich nicht mehr freuen konnte. Konnte bei Gesprächen nicht mehr folgen und dachte, sie würden mich deshalb für dumm halten, oder unhöflich, oder dass ich sie nicht mag.
Das kam auch von den Depressionen.
mehr weiß ich jetzt auch nicht. Verhaltenstherapie kann evtl. helfen. Kopf hoch